Ist die Weltwirtschaft noch zu retten?

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Ist die Weltwirtschaft noch zu retten?"

Transkript

1 1 von :12 Ist die Weltwirtschaft noch zu retten? Acht Antworten auf eine panische Frage Astronomische Verluste an den Börsen, Staaten am Rande des Schuldenkollapses, Politiker in Schockstarre: Ist die Welt noch zu retten? Und wenn ja, wie viel kostet das? Und wer soll es zahlen? Von Eva Linsinger, Edith Meinhart, Michael Nikbakhsh und Josef Redl Zur Job-Description eines Notenbankers gehört es, in Krisenzeiten zu beschwichtigen. Dienstag dieser Woche sprach Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), dennoch von der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Wenn Verantwortungsträger wie er aus der Rolle fallen, muss die Lage ernst sein. Zur Job-Description eines Politikers gehört es, in turbulenten Zeiten Führungsstärke zu demonstrieren, doch Angela Merkel und Nicolas Sarkozy weilten im Urlaub, als die Eurokrise wieder einmal eskalierte. Zur Job-Description von Börsenhändlern gehört es, im Auf und Ab der Finanzmärkte den Überblick zu bewahren. Als die Kurse nachgaben, verkauften selbst die abgeklärtesten Trader in Panik oder delegierten ihre Entscheidungen an Computerprogramme. Offenbar weiß derzeit niemand so genau, was eigentlich passiert. Die Fakten sind unstrittig: An den Weltbörsen gingen innerhalb einer Woche Milliarden verloren. Die Politik fand kein Mittel, die Finanzmärkte zu beruhigen, und die Staaten sind auch nicht mehr liquid genug, um mit Hilfspaketen gegenzusteuern. Die schwächelnde Wirtschaftsmacht USA ist mit sich selbst beschäftigt und schlingert auf einen Schuldenstand in Höhe von Milliarden Euro zu. Allein der Klang dieser Summe erinnert an die Fantastilliarden, in denen die Comic-Ente Dagobert Duck ihren Reichtum zu beziffern pflegt. Während die Summen der Rettungspakete, Staatsschulden und Börsenverluste immer neue Dimensionen erreichen, werden die Fragen seit der Pleite des Investmenthauses Lehman Brothers vor knapp drei Jahren immer drängender. Reißen die USA die Welt hinunter? Durchaus. Bisher folgten Weltwirtschaftskrisen einem Muster: Die Ökonomie der USA sackte rasanter und tiefer in die Misere erholte sich aber auch wesentlich schneller als Europa. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase zu Anfang des Jahrtausends etwa wuchs die US-Wirtschaft schon im Jahr 2004 wieder um satte fünf Prozent, während die EU-Staaten bei einem Wachstum von 0,6 Prozent dahindümpelten.

2 2 von :12 Diesmal können die USA, die größte Volkswirtschaft der Welt, ihre gewohnte Rolle als Wachstumsmotor nicht erfüllen, im Gegenteil: Die Arbeitslosigkeit stieg seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers stetig, liegt bei hohen 9,2 Prozent und bremst die erhoffte Erholung der Wirtschaft gewaltig. Diese wuchs im zweiten Quartal nur um matte 1,3 Prozent, weit weniger als etwa in Deutschland, das wegen seiner Exportstärke boomt. Die Wirtschaft der USA hingegen basiert traditionell auf Konsum und der lässt diesmal aus. Die USA haben frühere Krisen schneller überwunden, weil der Immobilienmarkt so boomte. Diesmal sind die Amerikaner von der Immobilienkrise wesentlich stärker betroffen, die Vermögen privater Haushalte sanken massiv, es wird wenig konsumiert, analysiert Wirtschaftsforscher Stefan Schulmeister. Das trifft auch andere Staaten, etwa China, das weniger in die USA exportieren kann, und hat das Potenzial, eine Abwärtsspirale auszulösen. Die italienische Großbank UniCredit prognostiziert pessimistisch einen synchronen Abwärtstrend in den USA, Lateinamerika und Europa. Die Kursstürze könnten ein Vorgeschmack darauf gewesen sein. Und kein Staat ist mehr liquid genug, um mit Konjunktur- oder Wachstumspaketen gegensteuern zu können. Die Staaten haben seit 2008 mit keynesianischer Politik ihr Pulver verschossen, formuliert es Ökonom Fritz Breuss trocken. Als Konsequenz kämpfen alle Staaten mit hohen Schulden, jene der USA werden bis 2013 überhaupt in die Rekordhöhe von Milliarden Euro emporschnellen. Der symbolisch bedeutsame Verlust des prestigeträchtigen Triple A ist nur eine Konsequenz daraus. Hohe Militärausgaben und niedrige Steuern lassen den Schuldenberg der USA seit Vietnam und Präsident Richard Nixon wachsen. Bill Clinton war das einzige Staatsoberhaupt, das einen Budgetüberschuss produzierte und den Schuldenstand um rund ein Drittel reduzierte (siehe Grafik). Sein Nach-Nachfolger Barack Obama bemühte sich in der Vorwoche zwar, Zuversicht zu verbreiten ( Die Wirtschaftsprobleme sind lösbar ) ernsthaft glauben mochte ihm aber niemand. Ökonom Breuss kalkuliert, dass die amerikanischen Finanzprobleme das Wachstum in Europa zumindest um einen Prozentpunkt dämpfen. Trotz all der Probleme sieht Wirtschaftsforscher Schulmeister die USA nicht als das bedeutendste Bedrohungspotenzial für die Weltwirtschaft: Die größere Gefahr geht von Europa und vom Euro aus. Warum rasseln die Börsenkurse in den Keller? Weil sich die Märkte automatisiert zu Tode fürchten. Es gibt wahrscheinlich nur einen Antrieb, der die Börsen stärker bewegt als die Gier: Angst. Das war auch vor der Krise schon so. Der Ölpreis erreichte unabhängig vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage Mitte des Jahres 2008 einen Rekordwert

3 3 von :12 von über 147 US-Dollar je Barrel. Die von Analysten ins Treffen geführten Gründe dafür waren diffus: Angst vor möglichen Unruhen in Nigeria, Sorgen über iranische Raketentests und wenn sich sonst nichts anbot, dann wurden einfach die ständigen Spannungen in Nahost als Erklärungsmodell angeboten. Kurz nach dem Rekordstand im Juli 2008 kollabierte die US-Investmentbank Lehman Brothers, der Ölpreis halbierte sich innerhalb von vier Monaten aus Furcht vor der drohenden Rezession. Auch in der aktuellen Situation war der Auslöser für den Kursrutsch an den internationalen Kapitalmärkten wieder die Angst diesmal jene vor der (tatsächlich eingetretenen) Herabstufung der US-Bonität und einer drohenden Krise der Gemeinschaftswährung Euro. Allerdings sind die Begleitumstände andere, die Angst hat Verstärkung bekommen. Die großen internationalen Anleger in erster Linie Banken, Fonds und Versicherungen haben auf die dramatischen Kursverluste der Finanzmarktkrise reagiert und ihre Positionen durch so genannte Stop-Loss-Systeme abgesichert. Rutscht der Kurs einer Aktie unter einen vorher fixierten Wert, wird ein Handelsprogramm aktiviert, das den Titel automatisch verkauft. Dadurch wird der Kursverlust eingeschränkt. Die Folge ist eine Kettenreaktion. Die Verkaufsorder des ersten Fonds drückt den Kurs so weit, bis das Stop-Loss-Limit des nächsten Großanlegers erreicht wird und auch dieser zu verkaufen beginnt. Der Kurs sinkt weiter. Setzt sich diese Tendenz lange genug fort, schlagen schließlich auch noch die Trendfolgeprogramme von Hedgefonds an. Fundamentale Unternehmensdaten spielen bei solchen Entwicklungen keine Rolle mehr. Die deutsche Autoindustrie vermeldete beispielsweise gerade erst Rekordgewinne und volle Auftragsbücher. Trotzdem verloren Volkswagen, BMW und Co an den Börsen zwischenzeitlich ein Viertel ihres Unternehmenswerts. Gebremst wird ein solcher Abwärtstrend am ehesten, wenn eine hohe Zahl an Aktionären mit einem langfristigen Anlagehorizont im Markt ist Privatanleger eben. Diese haben sich jedoch seit Ausbruch der Finanzmarktkrise reihenweise von den Börsen verabschiedet. Das lässt sich auch an den Statistiken der Wiener Börse ablesen: Im Jahr 2006 waren Privatanleger noch für mehr als 47 Prozent der Handelsumsätze verantwortlich, 2009 waren es nur noch 33 Prozent. Im Juli 2011 gingen 75 Prozent der getätigten Transaktionen auf das Konto internationaler Investoren. Sind die Ratingagenturen an allem schuld? Diesmal nicht. Ob Unternehmen, Staaten oder Investmentfonds wer auch immer Finanzierungen am Kapitalmarkt aufnehmen will, kommt an ihnen nicht vorbei. Ohne ein Rating von Moody s, Fitch oder Standard& Poor s gibt es kein Geld. Die drei den Weltmarkt beherrschenden Ratingagenturen bewerten Bonität und Ausfallsrisiken von Staaten, Finanzderivaten und Unternehmen. Und sie liegen dabei oft genug gewaltig daneben. An der Blase am US-Hypothekenmarkt, die letztlich Auslöser für eine weltweite Finanzmarktkrise war, sind die drei

4 4 von :12 Analystenkonzerne zumindest mitschuldig. Über Jahre hinweg hatten die Agenturen den waghalsig von Investmentbanken zusammengeschnürten Bündeln von Hypothekenkrediten Bestnoten erteilt; die Investoren folgten der Empfehlung. Finanzprodukte ohne ein Triple A dürfen die meisten Fonds und Versicherungen gar nicht kaufen. Erst wenige Wochen vor dem endgültigen Platzen der Blase revidierten die Agenturen ihr Urteil. Der Vorwurf, Moody s, Fitch und Standard&Poor s hätten sich das Geschäft mit der eigenen Kundschaft nicht mit schlechten Ratings verderben wollen, lag nahe. Die Ratingagenturen haben von diesem Geschäft gut gelebt. Die Staaten und private Emittenten müssen schließlich selbst für ihr Rating bezahlen. Außer ein wenig Kritik von Verbraucherschützern und Politikern hat die Subprime-Krise den Agenturen wenig geschadet. Diese übernehmen nämlich keinerlei Garantien oder Haftungen für die Richtigkeit ihrer Bewertungen. Mehr noch: Sie legen nicht einmal offen, wie diese im Detail zustande kommen. Das Geschäft der großen drei blüht wie nie zuvor. Dafür sind auch staatliche Regulatoren verantwortlich, die Bonitätsbewertungen für Finanzprodukte verlangen, ohne jedoch Richtlinien für das Zustandekommen dieser Bewertungen vorzugeben. Die Schuldenkrise wurde jedenfalls nicht von Ratingagenturen verursacht. Eigentlich brauchte man auch nicht Moody s & Co, um zu wissen, dass Griechenland hart an der Grenze zur Zahlungsunfähigkeit steht; oder um zu dem Urteil zu gelangen, dass die USA in den vergangenen Jahren einen enormen Schuldenberg aufgetürmt und bei den Beschlüssen, die Schuldengrenze nach oben zu verlegen, nicht eben vor politischer Entscheidungskraft gestrotzt haben. Allerdings schaffen die Ratings Fakten. Wird die Bonität eines Landes wie zuletzt jene der USA herabgestuft, verteuert sich die Aufnahme neuer Finanzierungen. Die Herabstufung im Standard&Poor s-rating könnte die USA laut Schätzungen von Investmentbanken bis zu 100 Milliarden Dollar pro Jahr kosten. Damit trüben sich die wirtschaftlichen Perspektiven ein. So gesehen behalten die Ratingagenturen zumindest bei Negativprognosen eigentlich immer Recht. Wann bricht ein Staat unter seinen Schulden zusammen? Sobald man ihn lässt. Solange ein Schuldner in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten fristgerecht und voll zu bedienen, gilt er als solvent, also flüssig. Das betrifft Privatpersonen ebenso wie Unternehmen und eben auch Staaten. Und doch greifen die betriebswirtschaftlichen Parameter auf staatlicher Ebene nur bedingt. Staaten erstellen keine Bilanzen, quantifizieren daher auch kein Vermögen. Das gängigste makroökonomische Kriterium ist der Schuldenstand im Verhältnis zum BIP, also der Wirtschaftsleistung eines Jahres. Laut den Maastricht-Kriterien galt in Europa lange Zeit eine Staatsschuldenquote von 60 Prozent des BIP als gerade noch vertretbar.

5 5 von :12 Heute erscheint diese Markewie ein verschwommener Nasstraum. Die durchschnittliche Schuldenquote der Eurozone lag nach Erhebungen des EU-Statistikamts Eurostat im Vorjahr bereits bei 79,2 Prozent, heuer sollen es 86,5 Prozent sein, 2012 gar 87,8 Prozent. Österreich liegt mit erwarteten 73,8 Prozent im laufenden Jahr zwar besser als etwa Deutschland (82,4 Prozent), aber doch deutlich schlechter als Estland, Zypern, Malta, die Niederlande, Slowenien oder die Slowakei. Die Kernfrage lautet: Welche Zinsen kann sich ein Staat leisten? Wenn diese dauerhaft höher sind als das nominelle Wirtschaftswachstum, dann bricht der Schuldner irgendwann zusammen, so Bank-Austria-Volkswirt Walter Pudschedl. Denn ohne Wachstum gehen die Steuereinnahmen real zurück und ohne einen so genannten positiven Primärsaldo (also Einnahmen minus Ausgaben exklusive Zinsen) wird es denkbar schwierig, den laufenden Verpflichtungen nachzukommen, von der Aufnahme neuer Schulden ganz zu schweigen. Vor allem aber gibt die Verschuldungsquote keine Auskunft über die Qualität der Verbindlichkeiten. Am Beispiel Japan: Seit 1997 haben sich die Verpflichtungen des Staats mehr als verdoppelt von damals 100,5 Prozent auf 212,7 Prozent Dass Japan immer noch existiert, liegt an den Japanern selbst. 95 Prozent der Staatsanleihen werden von Inländern gehalten, die sich obendrein traditionell mit vergleichsweise niedrigen Zinsen bescheiden. Ganz anders die Situation in Griechenland. Gemessen an Japan sind die Griechen mit 157,7 Prozent 2011 nachgerade solide und trotzdem pleite. Die griechischen Staatsschulden liegen zum weitaus größten Teil auf den Büchern international tätiger Bankengruppen, allen voran deutsche und französische. Damit sind die Hellenen dem Druck der Märkte, gemeint sind damit immer die Investoren, ungleich stärker ausgesetzt. Fallen die Anleihekurse, steigen die Renditen, was die Aufnahme neuer Schulden exponentiell verteuert. Nervöse Anleger sind schlechte Geschäftspartner. Eine Erfahrung, die nunmehr auch die Italiener machen müssen, obwohl deren Staatsschuld bereits 1991 die Marke von 100 Prozent knackte und heuer 120 Prozent erreichen dürfte. Im Vergleich zu den anderen europäischen Volkswirtschaften stehen die Italiener so schlecht nicht da, meint Ökonom Pudschedl. Doch in der aufgeheizten Stimmung an den Märkten hilft das wenig. Es geht da auch immer um das psychologische Moment. Das Beispiel funktioniert auch umgekehrt. Spanien etwa weist heuer eine Quote von nur 68,1 Prozent aus und ist dennoch in der Bredouille. Die hohe Arbeitslosigkeit und das ausufernde Budgetdefizit lasten schwer auf der Bonität des Landes, was dem Vertrauen der Anlegernicht eben zuträglich war. Ist der Euro am Ende? Wahrscheinlich nicht, obwohl er wackelt.

6 6 von :12 Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou flüchtete sich in Galgenhumor und gab kürzlich die Neuversion eines alten Witzes zum Besten: Mit Euro Schulden hast du ein Problem. Mit einer Million Schulden hat deine Bank ein Problem. Mit 100 Milliarden Schulden haben alle ein Problem. Das Gelächter dürfte sich in Grenzen gehalten haben. Seit über einem Jahr versucht die EU, Griechenland und den Euro zu retten. Mit überschaubarem Erfolg. Der befürchtete Dominoeffekt trat längst ein, das mit 1800 Milliarden Euro verschuldete Italien sowie Spanien taumelten in der Vorwoche, die Zinsen für ihre Staatsanleihen kletterten über die Warnmarke von sechs Prozent. Kein Wunder, dass blanke Panik ausbrach: Italien und Spanien, die dritt- und die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, wären viel zu groß, um gerettet werden zu können. Ihre Schulden sind fünfmal so groß wie jene von Griechenland, Portugal und Irland zusammen. Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, ließ um geschätzte 100 Milliarden Euro italienische und spanische Staatsanleihen kaufen, nachdem die EZB sich bereits 2010 mit griechischen Papieren im Volumen von rund 60 Milliarden Euro eingedeckt hatte all das, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Ob die EZB das überhaupt darf, ist umstritten, aber noch das geringste Problem. Denn Trichets Feuerwehraktion kam einer Bankrotterklärung der EU gleich: Europas Staatschefs hatten zwar beim Sonderkrisengipfel am 21. Juli einen neuen Euro-Rettungsmechanismus von 440 Milliarden Euro beschlossen. Bloß: Bisher existiert dieser Finanz-Feuerlöscher nur auf Papier und kann niemandem helfen. Wieder einmal hielten Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Co mit dem Tempo der Finanzmärkte nicht mit. Trichet war der Einzige, der Handlungsfähigkeit demonstrierte und urgierte vehement ein Eingreifen der Politik. Die Eurokrise ist eine Tragödie der langsamen Lerngeschwindigkeit der Politiker. Notwendige Maßnahmen werden zu spät und zu langsam gesetzt, das ist eine Aufforderung an Finanzjongleure, kritisiert Wirtschaftsforscher Stefan Schulmeister. Und fügt alarmistisch hinzu: Jetzt ist es fünf Minuten vor zwölf. Selbst in der Eurokrise blieb die EU ein Club der Egoisten, die sich nur zum Durchwursteln aufraffen konnten: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy praktizieren Sololäufe und Kommissionspräsident José Manuel Barroso begeht Tölpeleien wie jene, Differenzen über die Schuldenkrise via Brief öffentlich zu machen. Nach Bekanntwerden seines Schreibens brachen die Kurse ein. Ökonom Fritz Breuss glaubt dennoch, dass der Euro rettbar ist. Die Gemeinschaftswährung würde zwar eine Pleite Italiens nicht überleben, aber das sei ausgeschlossen. Italien hat im Gegensatz zu Griechenland eine dynamische Volkswirtschaft. Zweitens stabilisiere China den Euro: In den vergangenen zehn Jahren stieg der Anteil des Euro an den Weltwährungsreserven von 18 auf 27 Prozent, der Anteil des Dollars fiel von 72 auf 60 Prozent unter anderem, weil China umschichtet. Daraus folgert Breuss: Der Euro wird zur zweiten Weltwährung. Das hilft.

7 7 von :12 Können sich die Staaten die Rettungspakete leisten? Nicht mehr lange. Mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers war der Kapitalismus vorübergehend aus der Mode gekommen. Selbst das US-Nachrichtenmagazin Newsweek, traditionell alles andere als ein Zentralorgan des Klassenkampfs, titelte im Februar 2009 enthusiastisch We are all socialists now. Um eine Weltwirtschaftskrise wie in den dreißiger Jahren zu verhindern, investierten quer über den Globus alle Staaten in Konjunkturbelebungs- und Bankenrettungsprogramme. Mit 2000 Milliarden Euro, von der Kurzarbeit über Autoabwrackprämien bis zu Bankenpaketen, versuchten die EU-Staaten, Wirtschaft und Geldinstitute zu stabilisieren. China ließ 450 Milliarden Euro springen, um Eisenbahnlinien zu bauen oder den Kauf von Fernsehern zu fördern. Gleichzeitig fluteten die Notenbanken die Weltwirtschaft mit billigem Geld, allein die US-Fed warf seit dem Jahr 2008 rund 2500 Milliarden Dollar (1760 Milliarden Euro) auf die Märkte und hielt das Zinsniveau konstant extrem niedrig waren sich alle einig, dass der Staat Banken und Wirtschaft retten muss. Bloß: Wer rettet dann den Staat? In Europa müssen die starken Staaten die schwachen auslösen: Irland bekam Kredite in der Höhe von 85 Milliarden Euro zugestanden, Griechenland in den ersten Tranchen 110 Milliarden, Portugal 78. Die 22 Milliarden Euro für Rumänien und die 19 Milliarden für Ungarn fallen da nachgerade schon unter den Budgetposten Kleingeld. Beim EU-Gipfel am 21. Juli wurde der Euro-Rettungsschirm auf 440 Milliarden Euro aufgestockt. Je mehr Staaten ins Wanken kommen, desto mehr potenzielle Geldgeber fallen aus. Italien und Spanien sollten 30 Prozent der Mittel für den Fonds aufbringen das könnte schon bei der für Mitte September geplanten nächsten Rate des Hilfskredits zum Problem werden. Denn Athen zahlt für seine Kredite neuerdings nur 3,5 Prozent, die Geldgeber Italien und Spanien müssen sich doppelt so teuer finanzieren. Wenn die Mittelmeerländer als Krisenhelfer wegbrechen, müsste allein Deutschland fast 50 Prozent der Hilfen stellen. Wie lange geht das? Wenn sich die Krise in Südeuropa ausbreitet, geht womöglich auch Deutschland langsam in die Knie, warnte Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, schon vor einem Jahr. Auch anderen Rettern geht allmählich die Luft aus. Frankreich hat schon heute neben seinen eigenen Schulden für so viele Darlehen zu bürgen, dass dem Staat selbst der Verlust des Triple A droht. Das könnte den EU-Hilfskreislauf zum Erliegen bringen. Oder, wie es ein deutscher Regierungsberater in der Süddeutschen Zeitung formulierte: Ein Rettungsschwimmer kann maximal zwei Schiffbrüchige gleichzeitig vor dem Ertrinken retten.

8 8 von :12 Gibt es einen glimpflichen Ausweg aus der Krise? Ja, aber ein Kinderspiel wird das nicht. Derzeit arbeiten alle EU-Länder mehr oder weniger hart am Abbau ihrer Schuldentürme. Das Dilemma: Zu viel sparen würgt das Wachstum ab; weniger Wachstum wiederum erschwert den Abbau von staatlichen Schulden. Wenn sich Wirtschaftsforscher Bernhard Felderer in dieser verzwickten Lage also etwas wünschen dürfte, dann kleines Wachstum und geringe Defizite. Ähnlich sieht das Agnes Streissler, Wirtschaftspolitik- Expertin der Arbeiterkammer: Wir müssen sparen, aber nicht so viel, dass den Menschen kein Geld mehr bleibt; mittelfristig müssen wir wieder auf ein Wirtschaftswachstum kommen. Rücksichtsloses Sparen nährt soziale Spannungen, wie die Straßenschlachten und Plünderungen in Großbritannien derzeit vor Augen führen. Laut Kurt Bayer, Direktoriumsmitglied der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London (EBRD), räche sich nun das Versäumnis, dass die reichen Ökonomien zwar zusehends reicher wurden, die unteren Einkommen dabei aber nicht Schritt hielten: 30 Jahre lang hat sich im Westen niemand um die Verteilung von Einkommen gekümmert. Nicht nur in Tunesien und Ägypten campierten junge, empörte Menschen auf urbanen Plätzen, weil sie sich trotz guter Ausbildung um ihre Zukunftschancen betrogen fühlen, sondern auch im demokratisch regierten Spanien. 1,56 Millionen junge Spanier sind ohne Arbeit, doppelt so viele wie vor drei Jahren. Die Erwerbsquote der unter 30-Jährigen sank in Spanien inzwischen auf 43 Prozent. Der nach der Banken- und Finanzkrise 2008 mit billigem Geld gepushte globale Aufschwung löste keines der fundamentalen Probleme. Weder wurde das Finanzsystem stabiler, noch wurde das Ungleichgewicht in der Weltwirtschaft weniger. Um Spekulanten den Boden zu entziehen, müssten etwa Zinssätze und Wechselkurse stabilisiert werden. EBRD-Ökonom Bayer möchte die Finanzierung von Staaten nicht mehr privaten Investoren und Banken überlassen, sondern auf unabhängige Beine stellen. Derzeit werden Staatsanleihen wie Aktien gehandelt, allfällige Gewinne eingestreift und Verluste auf die Allgemeinheit abgewälzt. Eurobonds, also gemeinsame Finanzierungsinstrumente aller Eurostaaten, könnten hier einen Ausweg weisen. Sie scheitern bisher jedoch an den unterschiedlichen Interessen in der Währungsunion. Wirtschaftliche Schwergewichte wie Deutschland fürchten, von schwächeren EU-Ländern hinuntergezogen zu werden. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen jener, die Euroanleihen, eine koordinierte, europäische Wirtschafts- und Finanzpolitik und effektive Schuldenbremsen schlicht und einfach für notwendig halten, um aus der Euro- und Schuldenkrise herauszufinden. Droht eine globale Rezession oder stecken wir schon mittendrin? Nein. Was wir derzeit erleben, ist eine Krise der westlichen Welt, sagt Ökonom Kurt Bayer. Die USA sind immer noch die größte Ökonomie des Planeten, doch steuern Schwellenländer inzwischen fast die Hälfte zur Weltwirtschaft bei. Fröhliche Entwarnung

9 9 von :12 ist aber nicht angesagt: Die Volkswirtschaften sind weltweit kommunizierende Gefäße. Geht es den reichen Industrienationen schlecht, lähmt das früher oder später auch boomende Länder wie China, Brasilien, Argentinien oder die Türkei. Gefahr droht sowohl aus der Realwirtschaft, wenn die erzeugten Waren im Ausland nicht mehr abgesetzt werden können, als auch vom Finanzsektor. Beispiel China: Die Volksrepublik (BIP rund 4500 Milliarden Dollar) hält 3000 Milliarden Dollar an Devisen, etwa zwei Drittel davon in US-Staatsanleihen. Amerikas Reputation als Schuldner wurde von Standard & Poor s herabgestuft läuft das Konjunkturpaket aus, das zwei Prozent zum jährlichen US-Wirtschaftswachstum beitrug. Nun hängt alles davon ab, ob die Staatenlenker auf einer globalen Bühne agieren: Gelingt es nicht, die massiven Wechselkursschwankungen zu glätten und fällt beispielsweise der Dollar ins Bodenlose, könnte China mit hinuntergerissen werden. Dann wird alles möglich, bis hin zu einer Weltwirtschaftskrise wie 1929, sagt EBRD-Ökonom Bayer. Chinas Wirtschaft verliert seit Monaten an Kraft, durchaus gewollt. China erhöhte neben Indien und Brasilien die Leitzinsen, um die Inflation zu zügeln und die Wirtschaft abzukühlen. Wie komplex die Gemengelage mittlerweile ist, zeigt das Gegenbeispiel Schweiz: Die eidgenössische Notenbank musste jüngst die Zinsen senken und zugleich mehr Geld in den Markt drücken also die Währung künstlich entwerten, um den Run auf den Schweizer Franken zu bremsen und der stark exportorientierten Wirtschaft unter die Arme zu greifen.es ist keine drei Jahre her, da stand die Welt schon einmal an einer gefährlichen Klippe. 2008, nach der Pleite des US-Investmenthauses Lehman Brothers, rangen sich die Regierungen zu einem Kraftakt durch: Banken wurden aufgefangen, Konjunkturpakete geschnürt und Sparmaßnahmen verabschiedet. Inzwischen ist der Spielraum jedoch enger geworden. Die westlichen Staaten stehen mit doppelt so hohen Schulden in der Kreide und der Impetus, an einem Strang zu ziehen, ist etwas verloren gegangen, so Bayer. Das liegt auch daran, dass es nicht allen in Europa gleich schlecht geht. Die mittel- und nordeuropäischen Länder sind halbwegs bei Kräften, Frankreich wächst langsam, Deutschland immer noch erheblich (jüngste Prognose: vier Prozent), die Länder an der Peripherie der Eurozone hingegen schleudert es gewaltig. Eine erste Tranche von 110 Milliarden Euro, die das in Zahlungsnöte geratene Griechenland retten sollten, verpuffte ohne nennenswerte Wirkung. Die Realwirtschaft ist viel besser als die Stimmung. Das große Problem in Europa sind die Staatsschulden. Für eine globale Rezession muss aber noch einiges passieren, und sie kann eigentlich nur von Amerika kommen, befindet Wirtschaftsforscher Bernhard Felderer (IHS). Aber wer weiß das schon. Vor einem Jahr galt die Schuldenkrise als ein rein griechisches Phänomen, zumal lösbar und Griechenland als zu unbedeutend, um die Währungsunion oder überhaupt Europa zu erschüttern. Welch ein Irrtum :46

10 10 von : News Networld Internetservice GmbH Archiv SE

der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei

der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei einer um am sind noch wie einem über einen so zum war haben nur oder

Mehr

Öffentlicher Schuldenstand*

Öffentlicher Schuldenstand* Öffentlicher Schuldenstand* Öffentlicher Schuldenstand* In Prozent In Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Bruttoinlandsprodukts (BIP), (BIP), ausgewählte ausgewählte europäische europäische Staaten,

Mehr

Solider Haushalt, starke Wirtschaft. Fakten über Wachstum und Wettbewerb, Schulden und Zinsen

Solider Haushalt, starke Wirtschaft. Fakten über Wachstum und Wettbewerb, Schulden und Zinsen Solider Haushalt, starke Wirtschaft Fakten über Wachstum und Wettbewerb, Schulden und Zinsen Solider Haushalt, starke Wirtschaft Fakten über Wachstum und Wettbewerb, Schulden und Zinsen Spiegel-Online

Mehr

EU und Euro am Abgrund Teil 8

EU und Euro am Abgrund Teil 8 EU und Euro am Abgrund Teil 8 Die Übernahme der griechischen Staatsschulden (Euro-Rettungspaket 1) und die Bürgschaft für die anderen PIIGS 1 -Staaten (Rettungspaket 2) werden den Euro nicht retten, sie

Mehr

Öffentlicher Schuldenstand*

Öffentlicher Schuldenstand* Öffentlicher Schuldenstand* In Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), ausgewählte europäische Staaten, 1997 bis 2011 Prozent 165 Griechenland 160 * Bruttoschuld des Staates (konsolidiert) 150 140 145

Mehr

www.geld-ist-genug-da.eu

www.geld-ist-genug-da.eu www.geld-ist-genug-da.eu - Geld ist genug da. Zeit für Steuergerechtigkeit Wir wollen ein Europa, in dem jeder Mensch Arbeit findet und davon in Würde leben kann. Wir wollen ein Europa, in dem erwerbslose,

Mehr

Die Zukunft des Euro Europäische Integration in der Sackgasse?

Die Zukunft des Euro Europäische Integration in der Sackgasse? Die Zukunft des Euro Europäische Integration in der Sackgasse? Schülerforum Wirtschaft am 12. Oktober 2011 der Raiffeisenbank Roth-Schwabach eg Prof. Dr. Karl Heinz Hausner (Fachhochschule des Bundes für

Mehr

Hintergründe, Strategien und Chancen, die Sie kennen müssen

Hintergründe, Strategien und Chancen, die Sie kennen müssen Janne Jörg Kipp Rolf Morrien Staatsbankrott voraus! Hintergründe, Strategien und Chancen, die Sie kennen müssen 1. DIE GRUNDANNAHMEN Es gibt einige Grundannahmen, von denen wir in diesem Buch ausgehen.

Mehr

Entwicklung des realen BIP im Krisenjahr 2009

Entwicklung des realen BIP im Krisenjahr 2009 Entwicklung des realen BIP im Krisenjahr 2009 Entwicklung des realen BIP im Krisenjahr 2009 Ausgewählte europäische Staaten, prozentuale Veränderung des des BIP BIP* * im Jahr im Jahr 2009 2009 im Vergleich

Mehr

Gold? Öl? Wein? "Kaufen"

Gold? Öl? Wein? Kaufen 27.1.2013 Gold? Öl? Wein? "Kaufen" Pimco-Gründer Bill Gross verwaltet den größten Publikumsfonds der Welt. Im Interview spricht er über Inflation, Währungskrieg und darüber, was ihn an München reizt. Von

Mehr

Kommentartext Staatsverschuldung

Kommentartext Staatsverschuldung Kommentartext Staatsverschuldung 1. Kapitel: Wie kann ein Staat Schulden machen? Wenn du mehr ausgibst, als du einnimmst, dann haushaltest du schlecht mit deinem Geld. Wenn du mehr ausgibst, als du einnimmst,

Mehr

Staatsverschuldung in Europa Mythen und Realitäten

Staatsverschuldung in Europa Mythen und Realitäten 11.12.2014 Jürgen Leibiger, 11.12.2014 Staatsverschuldung in Europa Mythen und Realitäten 1. Die schwäbischen Hausfrau und das Schuldenmanagement des Staates 2. Ursachen der Staatsverschuldung und Euro-Krise

Mehr

Die Euro Krise. Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten Prof. Dr. Kathrin Johansen (Juniorprofessur Empirische Wirtschaftsforschung) Vortrag im Rahmen des 5. Jahreskongress der Landeszentrale für politische

Mehr

Kapitel 2 So führt Ihre konservative Strategie zu beachtlichem Anlageerfolg

Kapitel 2 So führt Ihre konservative Strategie zu beachtlichem Anlageerfolg Kapitel 2 So führt Ihre konservative Strategie zu beachtlichem Anlageerfolg Im Zweifelsfalle immer auf der konservativen Seite entscheiden und etwas Geld im trockenen halten! Illustration von Catherine

Mehr

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise?

Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Eurobonds: Ausweg aus der Schuldenkrise? Prof. Dr. Kai Carstensen ifo Institut und LMU München 17. August 2011 Europäische Schuldenkrise und Euro Krisenmechanismus - Agenda 1. Warum werden Eurobonds gefordert?

Mehr

Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise

Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise Globale Finanz- und und Wirtschaftskrise Prozentuale Veränderung des des BIP* BIP* im Jahr im Jahr 2009 2009 im Vergleich im Vergleich zum Vorjahr, zum Vorjahr, Stand: Stand: April 2010 April 2010 * Bruttoinlandsprodukt,

Mehr

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin

Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege. Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 2014, Berlin Volkswirtschaftliche Folgen des Niedrigzinsumfeldes und mögliche Auswege Prof. Dr. Michael Hüther 5. Juni 014, Berlin Der Weg ins Niedrigzinsumfeld Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Der Ausweg aus dem

Mehr

Von der Niedrig- zur Negativzins-Welt

Von der Niedrig- zur Negativzins-Welt Von der Niedrig- zur Negativzins-Welt Wellenreiter-Kolumne vom 02. November 2014 Ein Hypothekendarlehen mit 10jähriger Laufzeit ist in Japan für 1,3 bis 1,5 Prozent zu haben. Daran hat sich in den letzten

Mehr

Zur Tragfähigkeit der Staatsschuld. Univ.-Prof. Dr. Christian Keuschnigg Wirtschaftsmuseum, Wien, 19. November 2013

Zur Tragfähigkeit der Staatsschuld. Univ.-Prof. Dr. Christian Keuschnigg Wirtschaftsmuseum, Wien, 19. November 2013 Zur Tragfähigkeit der Staatsschuld Univ.-Prof. Dr. Christian Keuschnigg Wirtschaftsmuseum, Wien, 19. November 2013 Rolle der Staatsschuld Trend zu höheren Schulden: «lieber ein paar Mrd. mehr Schulden

Mehr

Arbeitslosigkeit nach der Finanz- und Wirtschaftskrise (Teil 1)

Arbeitslosigkeit nach der Finanz- und Wirtschaftskrise (Teil 1) (Teil 1) Ausgewählte europäische Staaten, im Jahr 2010 und Veränderung der Spanien 2010 20,1 77,9 Estland 16,9 207,3 Slowakei Irland 13,7 14,4 117,5 51,6 Griechenland Portugal 12,0 12,6 41,2 63,6 Türkei

Mehr

Wirtschaftsaussichten 2015

Wirtschaftsaussichten 2015 Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann Wirtschaftsaussichten 2015 Vortrag beim Rotary Club Hamburg Wandsbek 5. Januar 2015 Hoffnungen in 2015 1. Wirtschaftswachstum positiv (global, EU, Deutschland) 2. Reformfrüchte

Mehr

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM

Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Rettungspaket für Griechenland - EFSF - ESM Nach einer Rettungsaktion im Jahre 2010 wurde im Februar 2012 ein weiteres Griechenlandpaket beschlossen. Die Euro-Staaten erklärten sich bereit, Griechenland

Mehr

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege

Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Die Krise in der Eurozone Mythen, Fakten, Auswege Seminar: Geld ist genug da? Möglichkeiten zur Finanzierung einer neuen Wirtschafts- und Sozialpolitik 17.9.211, DGB Region Niedersachsen-Mitte, Celle Florian

Mehr

Gunther Tichy. Referat vor dem "Economics Club" des Absolventenvereins Volkswirtschaftslehre der KF-Universität Graz am 19.

Gunther Tichy. Referat vor dem Economics Club des Absolventenvereins Volkswirtschaftslehre der KF-Universität Graz am 19. Die Schuldenkrise: Ursachen und Folgen Gunther Tichy Referat vor dem "Economics Club" des Absolventenvereins Volkswirtschaftslehre der KF-Universität Graz am 19.November 2011 Die gängige Erklärung Die

Mehr

Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Juni 2015

Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Juni 2015 Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Juni 2015 Geld Funk1onierendes Geld ist ein umfassendes Kommunika1onsmi9el (Luhmann) Es verbindet über na1onalstaatliche Grenzen hinweg Geld erleichtert die Vermögensbildung

Mehr

Konjunktur und Kapitalmärkte vor dem Hintergrund der Schuldenkrise. Fulda, 11. Oktober 2012 Dr. Jan Holthusen (DZ BANK AG, Leiter Anleihenanalyse)

Konjunktur und Kapitalmärkte vor dem Hintergrund der Schuldenkrise. Fulda, 11. Oktober 2012 Dr. Jan Holthusen (DZ BANK AG, Leiter Anleihenanalyse) Konjunktur und Kapitalmärkte vor dem Hintergrund der Schuldenkrise Fulda, 11. Oktober 2012 Dr. Jan Holthusen (DZ BANK AG, Leiter Anleihenanalyse) Seite 2 Ein aktueller Ratschlag Der Staatshaushalt muss

Mehr

Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte

Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte Wirtschaftliches Umfeld und Finanzmärkte Mag. Rainer Bacher / Kommunalkredit Austria 25.10.2011 ÖSTERREICHS BANK FÜR INFRASTRUKTUR Auf dem Weg in eine düstere Zukunft? ÖSTERREICHS BANK FÜR INFRASTRUKTUR

Mehr

Problemdimensionen im Weltfinanzsystem. Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw.

Problemdimensionen im Weltfinanzsystem. Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw. - 1 - Problemdimensionen im Weltfinanzsystem Dirk Solte Welche wesentlichen Parameter bestimmen die Stabilität bzw. Instabilität des Weltfinanzsystems? Das erste Kriterium ist die Liquidität, also die

Mehr

Eine Währung sucht ihren Weg

Eine Währung sucht ihren Weg Informationen aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln Wechselkurse 05.02.2015 Lesezeit 4 Min Eine Währung sucht ihren Weg Der Euro fällt und fällt das macht kaum jemanden so nervös wie die jahrzehntelang

Mehr

Geld, Banken und Staat. Mechthild Schrooten Mai 2015

Geld, Banken und Staat. Mechthild Schrooten Mai 2015 Geld, Banken und Staat Mechthild Schrooten Mai 2015 Überblick 1. Theoretische Vorüberlegungen 2. So viel Krise - schon so lange 3. Allheilmittel: Schuldenbremse? 4. Anwendungsfall: Deutschland 5. Ausblick

Mehr

des Titels»Die Krise ist vorbei«von Daniel Stelter (978-3-89879-875-4) 2014 by FinanzBuch Verlag, Münchner Verlagsgruppe GmbH, München Nähere

des Titels»Die Krise ist vorbei«von Daniel Stelter (978-3-89879-875-4) 2014 by FinanzBuch Verlag, Münchner Verlagsgruppe GmbH, München Nähere des Titels»ie Krise ist vorbei«von aniel Stelter (978-3-89879-875-4) des Titels»ie Krise ist vorbei«von aniel Stelter (978-3-89879-875-4) So nutzen Sie das Buch Ohne große Worte zeigen Abbildungen die

Mehr

1.140.000.000.000 Euro. Fürs Erste.

1.140.000.000.000 Euro. Fürs Erste. Seite 1 von 5 1.140.000.000.000 Euro. Fürs Erste. rottmeyer.de /1-140-000-000-000-euro-fuers-erste/ von Thorsten Polleit Zusammenfassung Der EZB-Rat gibt den Startschuss zum QE also zur Monetisierung der

Mehr

Aktuelle wirtschaftliche Lage in der EU

Aktuelle wirtschaftliche Lage in der EU Aktuelle wirtschaftliche Lage in der EU Dr. Klaus Weyerstraß Institut für Höhere Studien (IHS), Wien Abteilung Ökonomie und Finanzwirtschaft Gruppe Konjunktur, Finanzmärkte & europäische Integration Lehrerseminar,

Mehr

Fallstudie: Griechenlandkrise 2010

Fallstudie: Griechenlandkrise 2010 Fallstudie: krise 2010 Überbordendes Haushaltsdefizit Refinanzierungsprobleme Drohender Staatsbankrott Folgen für die ganze Währungsunion kreative Buchführung (z.b. Goldman Sachs) Fälschen der offiziellen

Mehr

SÜDWESTRUNDFUNK SWR2 Interview der Woche Manuskript

SÜDWESTRUNDFUNK SWR2 Interview der Woche Manuskript SÜDWESTRUNDFUNK SWR2 Interview der Woche Manuskript Autor: Gesprächspartner: Redaktion: SWR Studio Berlin Birgit Wentzien Sendung: Samstag,.2010, 18.30 18.40 Uhr, SWR2 2 SWR2 Interview der Woche vom 11.12..2010

Mehr

Die Eurokrise. Herausforderung für Deutschland. Februar 2012. Georg Milbradt, TUD

Die Eurokrise. Herausforderung für Deutschland. Februar 2012. Georg Milbradt, TUD Die Eurokrise Herausforderung für Deutschland Februar 2012 Georg Milbradt, TUD 1 Währungsunion Vorteile Geringere Transaktionskosten Keine Wechselkurssicherung, keine Kosten für Kurssicherung besonders

Mehr

Wege aus der Europäischen Schuldenkrise

Wege aus der Europäischen Schuldenkrise Wege aus der Europäischen Schuldenkrise Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann Universität Hamburg Vortrag bei der Klausurtagung der Senatskanzlei am 15. Januar 2013 Prof. Dr. K.- W. Hansmann 1 1. Alle Graphiken

Mehr

Wege aus der Krise. AG Eurokrise, März 2012

Wege aus der Krise. AG Eurokrise, März 2012 Wege aus der Krise AG Eurokrise, März 2012 Was will der Vortrag zeigen? Ursachen: Teufelskreis der Krise und Konstruktionsfehler der Eurozone Falsche Rettungspolitik Ein Ende der Dauerkrise ist möglich

Mehr

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben

Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven : Warum die Zinsen noch lange niedrig bleiben Präsentation in Hamburg am 13. Mai 2014 1. Ökonomischer Ausblick: Weltwirtschaft Weltwirtschaft: Wichtige makroökonomische

Mehr

«Wenn das Thema Griechenland durch ist, kommt das nächste Land an die Reihe»

«Wenn das Thema Griechenland durch ist, kommt das nächste Land an die Reihe» Schweiz am Sonntag / MLZ; 12.07.2015; Seite 2 Sonntags-Thema «Wenn das Thema Griechenland durch ist, kommt das nächste Land an die Reihe» Der deutsche Starökonom Heiner Flassbeck, ehemals Chefökonom der

Mehr

Von der Finanzmarktkrise zur Weltwirtschaftskrise musste das sein?

Von der Finanzmarktkrise zur Weltwirtschaftskrise musste das sein? Von der Finanzmarktkrise zur Weltwirtschaftskrise musste das sein? Warum steigt die Arbeitslosigkeit in Österreich, wenn die Immobilienpreise in den USA sinken? Die US-Immobilienkrise Oder: Wer nichts

Mehr

Investitionsgelder fließen in den Euro

Investitionsgelder fließen in den Euro Investitionsgelder fließen in den Euro 17. Januar 2011 In den letzten Wochen ist die Euro-Schuldenkrise erwacht. Anleihen von Portugal, Griechenland und Irland wurden stark verkauft, wobei die portugiesischen

Mehr

BRÜDERLE-Interview für den Tagesspiegel

BRÜDERLE-Interview für den Tagesspiegel Presseinformation Nr. 772 14. August 2011 BRÜDERLE-Interview für den Tagesspiegel BERLIN. Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Rainer BRÜDERLE gab dem Tagesspiegel (heutige Ausgabe) das folgende

Mehr

Auch Österreich ist pleite! Platzt jetzt auch noch die Bondblase und damit der Euro?

Auch Österreich ist pleite! Platzt jetzt auch noch die Bondblase und damit der Euro? Auch Österreich ist pleite! Platzt jetzt auch noch die Bondblase und damit der Euro? Griechenland ist quasi zahlungsunfähig! Italien, Spanien, Portugal, England, Irland und Osteuropa sind krank und leiden

Mehr

WIRTSCHAFTSDATEN DEZEMBER 2015

WIRTSCHAFTSDATEN DEZEMBER 2015 WIRTSCHAFTSDATEN DEZEMBER 2015 I. Konjunkturaussichten... 2 II. Wirtschaftskraft weltweit... 3 III. Die reichsten Bürger der Welt... 4 IV. Plus und Minus im deutschen Außenhandel... 5 V. Deutschland wichtigste

Mehr

Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise

Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise Kap. 4.4 Die aktuelle Finanzkrise Chronologie der Finanzkrise (I) Ende 2006: amerikanische Banken vermelden erstmalig große Zahlungsausfälle auf dem Immobilienmarkt Juni/Juli 2007: Der Markt für Wertpapiere,

Mehr

Zeitfenster des Glücks

Zeitfenster des Glücks Zeitfenster des Glücks Wellenreiter-Kolumne vom 23. April 2015 Im Bundes-Haushaltsplan 2015 sind 26,8 Milliarden Euro für Zinszahlungen veranschlagt. Nach einem Bericht der Welt soll schon jetzt klar sein,

Mehr

Postbank Research. Januar USA: Konjunktur dürfte sich 2017 deutlich beschleunigen Inflationsrate setzt ihren Aufwärtstrend fort

Postbank Research. Januar USA: Konjunktur dürfte sich 2017 deutlich beschleunigen Inflationsrate setzt ihren Aufwärtstrend fort Postbank Research Januar 2017 USA: Konjunktur dürfte sich 2017 deutlich beschleunigen Inflationsrate setzt ihren Aufwärtstrend fort Zinsentwicklung im Euroraum EWU: BIP wächst im 3. Quartal erneut um 0,3%

Mehr

Die Chance des Jahres bei Unternehmensanleihen?

Die Chance des Jahres bei Unternehmensanleihen? Obligationen-Kaufprogramm der EZB Die Chance des Jahres bei Unternehmensanleihen? von Michael Rasch, Frankfurt, 1.Mai 2016 Foto: Fotolia Ab Juni will die Europäische Zentralbank Firmenanleihen kaufen.

Mehr

Strategie zum Kurswechsel in Europa

Strategie zum Kurswechsel in Europa Strategie zum Kurswechsel in Europa - Wachstum fördern, Beschäftigung sichern, Europe stabilisieren- Tagung der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik Ver.di Bildungsstätte Das Bunte Haus, Bielefeld-Sennestadt,

Mehr

Finanzmarktperspektiven 2015

Finanzmarktperspektiven 2015 Finanzmarktperspektiven 2015 Makroökonomischer Ausblick Bruno Gisler Unabhängig, umfassend, unternehmerisch. Und eine Spur persönlicher. Makroökonomisches Fazit vom November 2013 Die Industriestaaten werden

Mehr

Europäischer Fiskalpakt ohne

Europäischer Fiskalpakt ohne Europäischer Fiskalpakt ohne Alternative? MdB BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Wirkungen des Europäischen Fiskalpaktes MdB Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages BERLIN, DEN 11. JUNI 2012 Überblick

Mehr

Internetnutzung (Teil 1)

Internetnutzung (Teil 1) (Teil 1) Internetnutzung (Teil 1) Europäische Union Union und und ausgewählte europäische Staaten, 2010 nie nutzen**, in Prozent regelmäßig nutzen*, in Prozent 5 Island 92 5 Norwegen 90 ** Privatpersonen,

Mehr

Zum eigentlichen trivialen Zusammenhang von Finanzmarkt-, Konjunktur- und Schuldenkrise

Zum eigentlichen trivialen Zusammenhang von Finanzmarkt-, Konjunktur- und Schuldenkrise Von Krise zu Krise Zum eigentlichen trivialen Zusammenhang von Finanzmarkt-, Konjunktur- und Schuldenkrise Von Kai Eicker-Wolf Im Herbst 2008 bricht die internationale Finanzkrise offen aus mit verheerenden

Mehr

Wieso wäre es eine gute Nachricht? Könnten wir nicht mit weniger Arbeit sehr gut leben?

Wieso wäre es eine gute Nachricht? Könnten wir nicht mit weniger Arbeit sehr gut leben? INITIATIVE FÜR NATÜRLICHE WIRTSCHAFTSORDNUNG Arbeitslos? Wieso wäre es eine gute Nachricht? Könnten wir nicht mit weniger Arbeit sehr gut leben? Wir könnten das, wenn das Einkommen reichen würde. Wir hören

Mehr

DIDAKTIK FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN DIDAKTIK. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN

DIDAKTIK FINANZ THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & FINANZEN DIDAKTIK. Die Bedeutung des Euro für Wirtschaft und Bevölkerung INITIATIVE WISSEN OESTERREICHISCHE NATIONALBANK EUROSYSTEM INITIATIVE THEMENBLÄTTER WIRTSCHAFT & EN DIDAKTIK Nr. 1 B DIDAKTIK Aufgaben: 1. Markieren Sie in der folgenden Abbildung jene Länder, in denen der Euro Bargeld

Mehr

Konjunktur- und Finanzmarkttrends 2010 zwischen Konjunkturerwachen & Budgetsorgen

Konjunktur- und Finanzmarkttrends 2010 zwischen Konjunkturerwachen & Budgetsorgen Konjunktur- und Finanzmarkttrends 2010 zwischen Konjunkturerwachen & Budgetsorgen Dr. Dr. Martina Schweitzer, CEFA CEFA Treasury/Volkswirtschaftliche Treasury/Volkswirtschaftliche Analyse Analyse 4. Mai

Mehr

Ablauf der Finanzmarktkrise

Ablauf der Finanzmarktkrise Ablauf der Finanzmarktkrise Münster, 04. Mai 2010 04.05.2010; Chart 1 Ausgangslage im Vorfeld der internationalen Finanzkrise Zusammenbruch der New Economy 2001 / Anschlag am 09.11.2001. Anstieg der Wohnimmobilienpreise

Mehr

Wege aus der Krise AG A Eu E r u okr o ise i, se De D ze e m ze be b r e 20 2 1 0 1 1

Wege aus der Krise AG A Eu E r u okr o ise i, se De D ze e m ze be b r e 20 2 1 0 1 1 Wege aus der Krise AG Eurokrise, Dezember 2011 Was will der Vortrag zeigen? Ursachen: Teufelskreis der Krise und Konstruktionsfehler der Eurozone Falsche Rettungspolitik Ein Ende der Dauerkrise ist möglich

Mehr

ADir. Stv. Helmut Nuspl (0732) 7802-37551 helmut.nuspl@oberbank.at 20.12.2012

ADir. Stv. Helmut Nuspl (0732) 7802-37551 helmut.nuspl@oberbank.at 20.12.2012 ADir. Stv. Helmut Nuspl (0732) 7802-37551 helmut.nuspl@oberbank.at 20.12.2012 MarketBox Die Börsen feiern Am 15. September 2008 war die US-Investmentbank Lehman Brothers offiziell Pleite. Die Folge war

Mehr

Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren

Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren News Aktuelles aus Politik, Wirtschaft und Recht 13.03.09 Nationalbank Die Notenbank feuert aus allen Rohren Die Nationalbank rechnet mit einer tiefen Rezession und sieht Deflationsgefahren Die Nationalbank

Mehr

Lesen Sie den folgenden Text. Geben Sie ihm eine Überschrift und verfassen Sie auch zu jedem Abschnitt eine passende Überschrift.

Lesen Sie den folgenden Text. Geben Sie ihm eine Überschrift und verfassen Sie auch zu jedem Abschnitt eine passende Überschrift. Präsenzübungen Marketing E1.4. Tourismusmarketing a) Überschriften formulieren: Tourismusmarketing Lesen Sie den folgenden Text. Geben Sie ihm eine Überschrift und verfassen Sie auch zu jedem Abschnitt

Mehr

Der Staatsbankrott kommt!

Der Staatsbankrott kommt! MICHAEL GRANDT Der Staatsbankrott kommt! Hintergründe, die man kennen muss KOPP VERLAG -Inhaltsver-zeiGhnis- Vorwort 13 1. Am Anfang ist die Zukunft 19 2. Die Macht der US-Hochfinanz 22 2.1 Die Federal

Mehr

Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien. Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister

Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien. Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister Finanzmärkte 2014 O. Univ.-Prof. Dr. Engelbert J. Dockner Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister

Mehr

Kinder haften. für ihre Eltern! www.unsere-kinder-haften.de

Kinder haften. für ihre Eltern! www.unsere-kinder-haften.de Kinder haften Stoppen Sie die Staatsverschuldung! Geben Sie Ihre Unterschrift für einen Schuldenstopp in der Landesverfassung! Die Schulden und Haftungen von heute sind die Steuern von morgen. Wir wollen

Mehr

Ausblick für Konjunktur und Finanzmärkte Internationale Aktionswochen 2015

Ausblick für Konjunktur und Finanzmärkte Internationale Aktionswochen 2015 Ausblick für Konjunktur und Finanzmärkte Internationale Aktionswochen 215 Patrick Franke Senior Economist Verl, 18.3.215 Geldpolitik seit der Krise 2 Finanzkrise? Schuldenkrise? Konjunkturelle Schwäche?

Mehr

Staatsschulden in der Eurozone

Staatsschulden in der Eurozone Staatsschulden in Prozent des Bruttoinlandsprodukts 95 Staatsschulden in der Eurozone 90 85 Beginn der Wirtschaftsund Finanzkrise 80 75 70 65 60 1997 2008 2012 Quelle: Ameco-Datenbank Grafik: Andrej Hunko,

Mehr

Die Schweiz und die Frankenstärke: Herausforderungen

Die Schweiz und die Frankenstärke: Herausforderungen Die Schweiz und die Frankenstärke: Herausforderungen Prognose Rundschau, Kanton Thurgau 24. Juni 2015 Serge Gaillard, Direktor EFV Aufbau Wieso ist die Schweiz gut durch die Finanz- und Schuldenkrise gekommen?

Mehr

Die heimliche. EntEignung. So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern

Die heimliche. EntEignung. So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern Die heimliche EntEignung So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern FBV Michael Rasch Michael Ferber Inhalt Vorwort 13 Prolog Die Retter der Welt sind zum Risiko geworden 17 Einleitung Die grossen

Mehr

Primus Marktinformation vom 10. März 2011

Primus Marktinformation vom 10. März 2011 Primus Marktinformation vom 10. März 2011 Ausblick Aktienmärkte global Kurzfristig (1 Woche) Mittelfristig (Jahr 2011) 0 Punkte Aktien absolut meiden 3 Punkte neutral 1 Punkt fallende Märkte 4 Punkte leichter

Mehr

Constant-Maturity-Swap (CMS)

Constant-Maturity-Swap (CMS) Constant-Maturity-Swap (CMS) Appenzell, März 2008 Straightline Investment AG House of Finance Rütistrasse 20 CH-9050 Appenzell Tel. +41 (0)71 353 35 10 Fax +41 (0)71 353 35 19 welcome@straightline.ch www.straightline.ch

Mehr

Die CEE8 Länder sollten keine Problemen mit externer Finanzierung haben - dank stark fallender Leistungsbilanzdefizit

Die CEE8 Länder sollten keine Problemen mit externer Finanzierung haben - dank stark fallender Leistungsbilanzdefizit Die CEE8 Länder sollten keine Problemen mit externer Finanzierung haben - dank stark fallender Leistungsbilanzdefizit Zurück 24.06.2009 Höhere Investitionen in CEE, die zu Kapazitätsausweitungen und Produktivitätssteigerungen

Mehr

News Aktuelles aus Politik, Wirtschaft und Recht 10.01.11 Geldschöpfung Verlag Fuchs AG

News Aktuelles aus Politik, Wirtschaft und Recht 10.01.11 Geldschöpfung Verlag Fuchs AG News Aktuelles aus Politik, Wirtschaft und Recht 10.01.11 Geldschöpfung Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken Durch die Gewährung von Krediten schaffen die Geschäftsbanken neues Geld. Der Anteil von

Mehr

Schwellenländer kämpfen ums Überleben ihrer Währungen

Schwellenländer kämpfen ums Überleben ihrer Währungen Schwellenländer kämpfen ums Überleben ihrer Währungen Schwellenländer wie Malaysia pumpen Milliarden Dollar in den Markt, um den Verfall ihrer Währungen zu stoppen. Doch es hilft nichts. Inzwischen droht

Mehr

Öffentliche Finanzen in Griechenland. Dafür was sich ein Land konsumtiven Ausgaben leisten kann, ist das BIP pro Kopf ein guter Maßstab.

Öffentliche Finanzen in Griechenland. Dafür was sich ein Land konsumtiven Ausgaben leisten kann, ist das BIP pro Kopf ein guter Maßstab. Öffentliche Finanzen in Griechenland Dafür was sich ein Land konsumtiven Ausgaben leisten kann, ist das BIP pro Kopf ein guter Maßstab. Das wären dann für Griechenland in etwa 52 % an konsumtiven Ausgaben

Mehr

Die goldenen Zeiten für die Kapitalanlage sind vorbei

Die goldenen Zeiten für die Kapitalanlage sind vorbei Die goldenen Zeiten für die Kapitalanlage sind vorbei Prof. Dr. Norbert Walter am 7. Juni 2011, Darlehnskasse Münster, Münster 2011 WALTER & TÖCHTER Consult 7. Juni 2011, Darlehnskasse Münster, Münster

Mehr

Institutionelle Investoren

Institutionelle Investoren Institutionelle Investoren Vermögen in abs. Zahlen, Anteile am Vermögen nach Regionen/Staaten in Prozent, 1980, 1990 und 2005 Vermögen in abs. Zahlen, Anteile am Vermögen nach Regionen/Staaten in Prozent,

Mehr

Kriegsgefahr: Amerikas Konsumenten geht die Puste aus

Kriegsgefahr: Amerikas Konsumenten geht die Puste aus Kriegsgefahr: Amerikas Konsumenten geht die Puste aus Die Vereinigten Staaten schienen sich zwar recht schnell wieder von den Rückschlägen der kollabierenden Finanzmärkte 2008/2009 zu erholen doch im Laufe

Mehr

Finanzmarkttrends. 5 Feber Robert J. Hill Institut für Volkswirtschaftslehre Karl Franzens Universität Graz. Economics 2010

Finanzmarkttrends. 5 Feber Robert J. Hill Institut für Volkswirtschaftslehre Karl Franzens Universität Graz. Economics 2010 Finanzmarkttrends 5 Feber 2010 Robert J. Hill Institut für Volkswirtschaftslehre Karl Franzens Universität Graz Economics 2010 1 (1) Was war der Auslöser für die Finanzkrise? Auslöser waren der extreme

Mehr

S Ü D W E S T R U N D F U N K F S - I N L A N D R E P O R T MAINZ S E N D U N G: 14.07.2015

S Ü D W E S T R U N D F U N K F S - I N L A N D R E P O R T MAINZ S E N D U N G: 14.07.2015 Diese Kopie wird nur zur rein persönlichen Information überlassen. Jede Form der Vervielfältigung oder Verwertung bedarf der ausdrücklichen vorherigen Genehmigung des Urhebers by the author S Ü D W E S

Mehr

Szenarien der Weltwirtschaft 2010 bis 2025

Szenarien der Weltwirtschaft 2010 bis 2025 Szenarien der Weltwirtschaft 2010 bis 2025 Gunther Tichy, Ewald Walterskirchen WIFO-Workshop 12.5.2011 Weltwirtschaftliches Basisszenario Zentraler Trend der letzten Jahrzehnte Wachstum lässt in den Industrieländern

Mehr

Marktkommentar Zinsen Euro-Zone

Marktkommentar Zinsen Euro-Zone Ausblick auf die Finanzmärkte Marktkommentar Zinsen Euro-Zone Kurzfristige Zinsen Eurozone Die Geldmarktzinsen der Eurozone dürften noch über einen längeren Zeitraum im negativen Bereich verharren. Dafür

Mehr

Vortrag Geld ist genug da - Schuldenkrise in Europa. Drei-Länder-Wochen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Vortrag Geld ist genug da - Schuldenkrise in Europa. Drei-Länder-Wochen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Vortrag Geld ist genug da - Schuldenkrise in Europa Drei-Länder-Wochen in Deutschland, Österreich und der Schweiz 1 von 35 I. Begrüßung Dauer: max. 2 Minuten Dank fürʻs Kommen und Interesse ggf. Vorstellung

Mehr

Ist Österreichs Föderalismus am Ende?

Ist Österreichs Föderalismus am Ende? Ist Österreichs Föderalismus am Ende? Kommunale Sommergespräche Bad Aussee, 25. Juli 213 Dr. Franz Schellhorn Förderalismus ist zwar gut, aber für eine kleines Land wie Österreich zu teuer Gibt es in Österreich

Mehr

Finanzkrise und (k)ein Ende Grexit, Geldschwemme und andere seltsame Vorgänge

Finanzkrise und (k)ein Ende Grexit, Geldschwemme und andere seltsame Vorgänge Finanzkrise und (k)ein Ende Grexit, Geldschwemme und andere seltsame Vorgänge Prof. Dr. Ulrich Brasche Economics / European Integration FH Brandenburg brasche@fh-brandenburg.de Brasche: Debt-overhang and

Mehr

Spezial. 24. Juli 2012

Spezial. 24. Juli 2012 Eurozone Spezial Lohnstückkosten 24. Juli 212 Spezial Deutliche Verbesserung der Lohnstückkostenentwicklung in weiten Teilen der Peripherie Anstieg der Lohnstückkosten geht in Italien dagegen ungebremst

Mehr

MURMANN MURMANN PUBLISHERS

MURMANN MURMANN PUBLISHERS DER GROSSE SCHULDEN BUMERANG Ein Banker bricht das Schweigen Wolfgang Schröter Unter Mitarbeit von Jens Schadendorf MURMANN MURMANN PUBLISHERS Inhalt Vorwort 9 Anstatt einer Einleitung: Grund zum Jubeln

Mehr

Quartalsupdate Oktober Dezember 2013 für Anleihemarkt (Zinsen) 30.09.13

Quartalsupdate Oktober Dezember 2013 für Anleihemarkt (Zinsen) 30.09.13 Quartalsupdate Oktober Dezember 2013 für Anleihemarkt (Zinsen) 30.09.13 Kurzfassung: Zwei wichtige Fragen beschäftigen die Anleger a) Wie weit werden die Renditen für Staatsanleihen noch steigen? b) Liegt

Mehr

Aktien: Deutsche Konzerne wieder deutsch

Aktien: Deutsche Konzerne wieder deutsch Aktien: Deutsche Konzerne wieder deutsch 1. Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen... 1. den Anteil deutscher Aktionäre an den DAX-Unternehmen ermitteln. 2. die in diesem Zusammenhang zu beobachtenden

Mehr

Ursachen und Konsequenzen der Euro- Krise:

Ursachen und Konsequenzen der Euro- Krise: Ursachen und Konsequenzen der Euro- Krise: Gustav A. Horn Vorlesung SS 2012 06.05.2012 www.boeckler.de Überblick 1. Einleitung 2. Ursachen der Krisen 3. Irrwege 4. Auswege 5. Die Zukunft des Euroraums

Mehr

Geldvermögensbildung und Finanzierung des privaten Sektors im Jahr 2011 1

Geldvermögensbildung und Finanzierung des privaten Sektors im Jahr 2011 1 Geldvermögensbildung und Finanzierung des privaten Sektors im Jahr 2011 1 Michael Andreasch 2 1 Finanzverhalten des Haushaltssektors 1, 2 Das verfügbare Einkommen des Haushaltssektors 3 betrug im Jahr

Mehr

Ehrbare Staaten? EU-Nachhaltigkeitsranking 2015

Ehrbare Staaten? EU-Nachhaltigkeitsranking 2015 Ehrbare Staaten? EU-Nachhaltigkeitsranking 2015 Bernd Raffelhüschen Stefan Moog Gerrit Reeker Stiftung Marktwirtschaft Forschungszentrum Generationenverträge Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Vorgestellt

Mehr

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg

Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige Weg 1 Die Welt http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article136849514/hilfen-fuer-griechenland.html 28.01.2015 Hilfen für Griechenland Nicht ein Schuldenschnitt, ein Wachstumsprogramm wäre der richtige

Mehr

Frankfurter Handelsplatz kaum helfen, seine magere Devisenbilanz aufzubessern.

Frankfurter Handelsplatz kaum helfen, seine magere Devisenbilanz aufzubessern. Große FX-Bewegung steht bevor Wellenreiter-Kolumne vom 07. Mai 2014 FX steht für Foreign Exchange. Der Währungsmarkt stellt mit einem handelstäglichen Volumen von 5,3 Billionen US-Dollar den größten Finanzmarkt

Mehr

EU Financial Transaction Tax

EU Financial Transaction Tax EU Financial Transaction Tax Zürich, 7. November 2013 Urs Kapalle, Leiter Finanzpolitik und Steuern, Mitglied der Direktion der Schweizerischen Bankiervereinigung Inhaltsverzeichnis 1. Hintergrund 2. Steuerbare

Mehr

P R E S S E I N FO R M AT I O N Wien, 30. Juni 2016

P R E S S E I N FO R M AT I O N Wien, 30. Juni 2016 Schweiz Ungarn Türkei Kroatien Slowenien Griechenland Portugal Spanien Deutschland Frankreich Vereinigtes Königreich Italien USA Österreich Kanada Gesamt P R E S S E I N FO R M AT I O N Wien, 30. Juni

Mehr

Wieder einmal wird in Athen um die Zukunft Europas gerungen. Was muss Ihrer Ansicht nach geschehen?

Wieder einmal wird in Athen um die Zukunft Europas gerungen. Was muss Ihrer Ansicht nach geschehen? Münchner Merkur Was wäre, wenn die D-Mark wiederkäme 27.01.12 München - Prof. Dr. Michael Heise ist seit 2002 Chefvolkswirt der Allianz Gruppe. Im Interview mit dem Münchner Merkur spricht er über Rettungsfonds,

Mehr

Insgesamt verhaltende Nachfrage bei gutem Zugang zu Firmenkrediten

Insgesamt verhaltende Nachfrage bei gutem Zugang zu Firmenkrediten Zur Lage der Unternehmensfinanzierung 28. Februar 2013 Insgesamt verhaltende Nachfrage bei gutem Zugang zu Firmenkrediten Das Jahr 2012 endete mit einem konjunkturell schwachen Quartal, im laufenden Jahr

Mehr

ASSET MANAGER BAROMETER VON BÖRSE ONLINE UND FINCOMM JANUAR 2016 FRAGE

ASSET MANAGER BAROMETER VON BÖRSE ONLINE UND FINCOMM JANUAR 2016 FRAGE Der DAX ist zum Jahresstart stark unter Druck geraten. Schlechte Industriedaten aus China schickten den Index auf Talfahrt. Seit Anfang Dezember hat der DAX über 1.000 Punkte verloren. Wie schätzen Sie

Mehr

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld?

EUD-konkret 2/2010. Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands. 1. Warum braucht Griechenland Geld? EUD-konkret 2/2010 Häufig gestellte Fragen zur Finanzkrise Griechenlands 1. Warum braucht Griechenland Geld? 1 2. Warum setzt sich die Europa-Union Deutschland für die Unterstützung Griechenlands ein?

Mehr