Rede Telefonkonferenz Siemens Organisationsentwicklung Peter Löscher Vorstandsvorsitzender, Siemens AG München, 29. März 2011

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1 Rede Telefonkonferenz Siemens Organisationsentwicklung Peter Löscher Vorstandsvorsitzender, München, 29. März 2011 Es gilt das gesprochene Wort.

2 Siemens rüstet sich für Sprung über 100-Milliarden-Euro-Marke Sie haben gestern Abend bereits schriftliche Informationen von uns erhalten. Ich fasse noch einmal die wichtigsten Punkte zusammen. Erstens: Wir richten Siemens auf Technologieund Wettbewerbsführerschaft auf einem breiten Spektrum von Energieeffizienz-Lösungen in Städten und für Industrie-Branchen aus. In diesem Zusammenhang gründen wir den vierten Sektor Infrastructure & Cities. Zweitens: Wir optimieren die Branchen- und Serviceausrichtung im Sektor Industry und rücken noch näher an Kunden und Märkte. Drittens: Wir wollen Osram an die Börse bringen. Damit erhält Osram die unternehmerische Freiheit, den Technologiewandel auf den Lichtmärkten aus einer führenden Wettbewerbsposition zu gestalten. Mit diesen Maßnahmen setzen wir die Siemens-Erfolgsgeschichte fort! Nach Fit haben wir zu Beginn unseres Geschäftsjahres mit One Siemens ein völlig neues Kapitel aufgeschlagen. Wir setzen nun aus einer Position der Stärke konsequent auf kapitaleffizientes Wachstum. Mit der jetzigen organisatorischen Weiterentwicklung wollen wir die Potenziale in unseren Wachstumsmärkten noch besser ausschöpfen. Städte bieten Siemens großes Marktpotenzial Neben unserem bestens etablierten Geschäft mit Industriekunden spielen dabei Energieeffizienz-Lösungen für städtische Infrastrukturen eine große Rolle und das in den rasch wachsenden Megacities der Schwellenländer genauso wie in großen und mittelgroßen Städten überall auf der Welt. Der für Siemens adressierbare Markt der Infrastrukturinvestitionen in Städten liegt insgesamt bei rund 300 Milliarden Euro jährlich. Darin entwickelt sich das Segment, das im Einflussbereich der öffentlichen Hand liegt, besonders schnell. Bis 2015 erreicht es ein Marktvolumen von 100 Milliarden Euro und wächst um fünf Prozent pro Jahr. Kompetenzbündelung im neuen Sektor Infrastructure & Cities Siemens kann bereits heute als integrierter Technologiekonzern den Bedarf an nachhaltigen Infrastrukturen in Städten wie kaum ein anderes Unternehmen decken. Damit wir aber noch stärker an der Wachstumsdynamik und den Technologietrends der Infrastrukturmärkte partizipieren, werden wir uns organisatorisch, technologisch und personell gezielt darauf ausrichten. Organisatorisch tun wir das mit der Bündelung unserer Kompetenzen im neuen Sektor 2 / 5

3 Infrastructure & Cities. Technologisch werden wir in diesem Sektor die Divisionen Mobility und Building Technologies und bis zum geplanten Börsengang Osram, sowie die Division Power Distribution, die bislang dem Sektor Energy zugeordnet ist, zusammenführen. Damit bündeln wir die Kompetenzen für die intelligente Vernetzung und Steuerung von Stromverteilung und -verbrauch. Siemens hat insbesondere in der Stromverteilung sowie der Gebäudetechnik und für vernetzte Infrastrukturlösungen etwa im gesamten Verkehrssektor beste Voraussetzungen, in den schnell wachsenden Märkten für moderne Stromnetze und intelligente Anwendungen als führender Anbieter Pionier zu sein und Trends zu prägen. So soll der für uns adressierbare Smart-Grid-Markt bis zum Jahr 2016 bereits bei über 45 Milliarden Euro liegen. Personell werden wir parallel zu den Key Account Managern für große Kunden in der Privatwirtschaft auch Key Account Manager für große Städte sowie Kompetenzzentren für städtische Infrastrukturlösungen mit Standorten in London, China und den USA aufbauen. Auf Pro-Forma-Basis des Geschäftsjahres 2010 hat der neue Sektor Infrastructure & Cities ein Geschäftsvolumen von 16,5 Milliarden Euro bei etwa Mitarbeitern. Soweit zum neuen Sektor Infrastructure & Cities. Stärkung der Branchenexpertise und des Servicegeschäfts im Industry-Sektor Den Sektor Industry richten wir auf Basis unserer herausragenden Wettbewerbsstärke der Divisionen Industry Automation und Drive Technologies noch konsequenter auf Industrie- Branchen aus. Dafür werden wir wie im Sektor Energy die Serviceaktivitäten in einer eigenen Division zusammenfassen und das Geschäft mit technologiebasierten Dienstleistungen noch stärker entwickeln. Die Aktivitäten der Division Industry Solutions werden diesen drei Divisionen zugeordnet. Die Aufstellung hat zwei Vorteile: Wir bieten unseren Industriekunden die komplette Angebotspalette aus einer Hand vom Produkt über die Systemintegration, bis hin zum Service. Und wir verstärken unsere Branchen- und Serviceausrichtung und können die Branchenausschöpfung optimieren. Der Sektor Industry liegt künftig bei gut 19 Milliarden Euro und etwa Mitarbeitern. Änderungen gibt es auch im Vorstandsressort Technology. Dort werden künftig zusätzlich zum heutigen Aufgabenspektrum alle Venture-Capital-Aktivitäten von Siemens angesiedelt und dadurch stärker mit Aufbau und Entwicklung technologiegetriebener Neu-Geschäfte 3 / 5

4 verbunden. Der Chief Technology Officer des Konzerns ist darüber hinaus verantwortlich für integrierte konzernübergreifende Technologieplattform-Themen, insbesondere im Bereich branchenspezifischer IT, und für die konzernübergreifende Koordination von Partnerschaften mit IT-Unternehmen. Alle genannten Organisationsänderungen und deren Abbildung in der Finanzberichterstattung treten am 1. Oktober, mit Beginn des Geschäftsjahres 2012, in Kraft. Osram Börsengang ermöglicht Ausbau der führenden Stellung im Lichtmarkt Im Zusammenhang mit der organisatorischen Weiterentwicklung von Siemens bringen wir das technologisch und vertrieblich weitgehend eigenständige Osram-Geschäft mehrheitlich an die Börse. Der Börsengang ist im Herbst 2011 geplant. Osram ist als Lichtmarke von Siemens erstklassig positioniert, und wir beabsichtigen, als Ankeraktionär an der künftigen Osram AG langfristig beteiligt zu bleiben. Mit dem Börsengang wollen wir Osram volle unternehmerische Freiheit geben, seine führende Wettbewerbsstellung in dem sich technologisch verändernden Lichtmarkt umfassend weiterzuentwickeln. Personell haben die Veränderungen auf der Ebene des Siemens-Vorstands zur Folge, dass Roland Busch, Klaus Helmrich und Michael Süß zum 1. April 2011 in den Vorstand der berufen werden. Wolfgang Dehen wechselt als Vorsitzender der Geschäftsführung und künftiger Vorstandsvorsitzender von Osram an die Spitze von Osram und scheidet aus dem Vorstand der aus. Ich fasse zusammen. Mit unserem vierten Sektor Infrastructure & Cities setzen wir unsere Ausrichtung entlang der Megatrends und technologie-intensiver Wachstumsmärkte fort. Wir bündeln unsere Kompetenzen für Energieeffizienz-Lösungen für private und öffentliche Infrastrukturen. Wir schärfen die Branchenausrichtung unseres Geschäfts und legen einen Schwerpunkt auf den Ausbau technologiebasierter Dienstleistungen. Wir stärken Rolle und Zuständigkeiten des Chief Technology Officers im Vorstand als Koordinator und Integrator für konzernübergreifende Technologien. Wir bringen unsere Lichtmarke Osram an die Börse, eröffnen Osram volle unternehmerische Freiheit in dem technologisch dynamischen und eigenständigen Lichtmarkt und wollen als Ankerinvestor langfristig einen Minderheitsanteil an Osram halten. Alles in allem: Zum Anspruch auf eine Spitzenstellung im Wettbewerb gehören Technologie-, Kunden- und Wettbewerbsführerschaft. Dem entsprechen wir. Auch bei 4 / 5

5 hervorragend laufendem Geschäft lehnen wir uns nicht selbstzufrieden zurück, sondern wir rüsten uns für den Sprung über die 100-Milliarden-Euro-Marke. 5 / 5

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