Was Anleger wissen sollten

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1 Werner Gernandt Zertifizierter Fondsberater (EAFP) Der unabhängige Fondsberater für die weltweit besten Investmentfonds Gaisbergstr. 6/ Heidelberg Telefon Mobil Telefax Was Anleger wissen sollten Geringere Risiken bei höheren Renditen Klare, einfache und überschaubare Regeln sowie ein methodisches Vorgehen: das wünschen sich wohl alle Anleger bei ihrem Vermögensaufbau. Meine Informationsschrift Was Anleger wissen sollten wendet sich an die Anleger, die Sicherheit bei ihren Vermögensentscheidungen durch eine klare und anerkannte Anlagestrategie suchen. Die moderne Portfoliotheorie ist die einzige wissenschaftlich begründete Anlagestrategie. Mehrere Nobelpreisträger erarbeiteten hierzu im Laufe der Jahre deren Grundlagen. Sie finden in meiner Informationsschrift auf 23 Seiten eine praxisorientierte Darstellung mit vielen Grafiken über diese erfolgreiche Anlagestrategie. So erhalten Sie ein besseres Verständnis für Ihren sicheren Vermögensaufbau, bei dem ich Sie als unabhängiger Fondsberater gerne berate und betreue. Bei meiner Beratungstätigkeit habe ich mich zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer Finanzplanung und den Berufsgrundsätzen der Deutschen Gesellschaft für Finanzplanung e.v. verpflichtet. Sie werden näher erläutert. Im Mittelpunkt aller Ihrer Vermögensentscheidungen sollte aus meiner Sicht in dieser Reihenfolge und Priorität folgendes Vorgehen stehen: 1. Ihre persönlichen Anlageziele und zeitlicher Anlagehorizont exakt definieren 2. Die Aufteilung zwischen zwischen risikobehafteten und risikoarmen Anlagen 3. Breite Streuung innerhalb vieler und verschiedener Anlagenklassen 4. Die gewählten Anlageprodukte und der optimale zeitliche Markteinstieg sind längerfristig eher nachrangig, wenn die obigen Voraussetzungen stimmen 5. Überwachung und Anpassung Ihrer Vermögenspositionen in regelmäßigen Abständen, jedoch keine marktbedingten Veränderungen der Struktur Nun wünsche ich Ihnen neue und spannende Erkenntnisse in der aufregenden Welt der Kapitalmärkte und grüße Sie sehr herzlich. Werner Gernandt Zertifizierter Fondsberater (EAFP)

2 Das grundlegende Problem einer Vermögensanlage lässt sich anhand des magischen Dreiecks deutlich machen. Für die Zielkonflikte geringeres Risiko bei höherer Rendite und schneller Verfügbarkeit bietet die nobelpreisgekrönte moderne Portfoliotheorie dem Anleger einen praktischen Lösungsansatz für seine Vermögensanlage. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 2

3 Ihre persönlichen Anlageziele bestimmen im Wesentlichen Ihre gewählte Vermögensstruktur. Sie sollten Ihre Anlageziele genau kennen und definieren. Achten Sie auf eine gute Mischung von Anlagenklassen für Ihre Anlageziele. Die voraussichtliche Anlagedauer für alle oder einzelne Vermögenspositionen hat Einfluss auf das Rendite-Risiko-Profil, das Sie danach ausrichten sollten. Ihre akzeptierte Risikobereitschaft für die Gesamtheit oder Teile Ihres Vermögens richtet sich wiederum auch nach Ihren zeitlichen Anlagezielen. Bei einem längeren zeitlichen Anlagehorizont können Sie höhere Risiken bei den Schwankungen der erwarteten Rendite akzeptieren. Sie können dafür als Belohnung längerfristig eine höhere Rendite erwarten. Bei zeitlich kürzeren Anlagezielen sollten Sie geringere Schwankungen suchen und erhalten so eine niedrigere Rendite. Sie haben dafür ein geringeres Risiko, Ihr Anlageziel tatsächlich und sicher zu erreichen. Diese Grafik zeigt die wichtigsten Kriterien bei Ihrer Entscheidung. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 3

4 ... ist die Aufteilung des Vermögens nach Anlagenklassen. Dabei sollen diese so miteinander kombiniert werden, dass deren Wertentwicklungen nicht gleichförmig verlaufen, sondern möglichst unabhängig voneinander. Der positive Effekt ist: die Rendite des Depots steigt, sein Risiko sinkt. Anleger, die so ihre Vermögensentscheidungen ausrichten, haben schon gewonnen! "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 4

5 Die Aufteilung eines Depots nach Anlagenklassen Eine Anlagenklasse ist eine Gruppe von Anlagen mit ähnlichen oder identischen Risiko- und Renditeeigenschaften. Die Wahl der verschiedenen Anlagenklassen, deren Gewichtung und Kombination innerhalb einer Depotstruktur bestimmt maßgeblich seine Rendite. Die Aufteilung nach Anlagenklassen hat zum Ziel, das Verhältnis von Rendite und Risiko zu optimieren, d.h. entweder mit gegebenem Risiko die bestmögliche Rendite oder eine gewünschte Rendite mit geringstmöglichem Risiko zu erwirtschaften. Auf welche Weise nun ein Anleger sein Depot nach Anlagenklassen aufteilt, bestimmt im Wesentlichen seine Risikobereitschaft, seine beabsichtigte Anlagedauer, seine Renditeziele und auch seine bisherige Anlageerfahrung. Das Ziel ist, dass sich Renditerückgänge in einer Anlagenklasse durch Renditezuwächse in einer anderen oder sogar mehreren Anlagenklassen ausgleichen sollen. Der Renditeverlauf wird so verstetigt und geglättet. Diversifikation: Verluste verringern, Renditen steigern Diversifikation, also die Streuung von Renditen und Risiken, ist die bewährte Praxis, finanzielles Risiko über verschiedene Anlagenklasen hinweg zu streuen, um die Wahrscheinlichkeit eines großen Depotverlusts zu reduzieren. Die Aufteilung des Vermögens nach sinnvollen Rendite- und Risikostrukturen ist ein mathematischer Ansatz, um Diversifikation in die Tat umzusetzen. Dazu gehört, das erwartete Risiko und die erwartete Rendite unterschiedlicher Investments einzuschätzen. Eine weitere Quelle der Diversifikation sind diese unterschiedlichen Streuungsmerkmale: "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 5

6 Die einfachste sinnvolle Vermögensaufteilung besteht aus nur zwei Anlagenklassen: Aktien und Anleihen (Renten), also festverzinsliche Wertpapiere. Mit diesen beiden Anlagenklassen lässt sich bereits ein großer Diversifikationseffekt erzielen, da sie zumeist eine niedrige Korrelation zueinander aufweisen. Eine niedrige Korrelation zwischen Anlagenklassen heißt, dass ihre Wertentwicklung möglichst wenig gleichläufig, sondern sogar gegensätzlich verläuft. Diese Eigenschaft führt zu einem schwankungsärmeren Depot mit höherer Rendite, verglichen mit einem Depot, das nur aus einer Anlagenklasse besteht. Diversifikation und Korrelation lassen sich darstellen mit dieser Grafik: "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 6

7 Das Depot wird in risikoreiche und risikoarme Positionen aufgeteilt. Deren jeweiliger Anteil bestimmen die individuellen Erfordernisse, z.b. die persönlichen Anlageziele, die Risikobereitschaft und die Anlageerfahrung. Risiken beim langfristigen Vermögensaufbau kann man nicht wegzaubern. Aber: man kann sie bewusst statt zufällig eingehen. Zudem lässt sich das Risiko systematisch reduzieren durch die Anwendung der Portfoliotheorie. Die methodische Streuung von Renditen und Risiken führt langfristig stets zur Steigerung der Rendite, ohne zugleich das Risiko zu erhöhen. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 7

8 Die moderne Portfoliotheorie lehrt, dass gering korrelierte Anlagenklassen für einen Diversifikationseffekt sorgen. Dadurch verringern sich die Einzelrisiken der Portfoliobausteine und das Depot wird so insgesamt effizienter. Es wird dabei akzeptiert, dass überdurchschnittliche Renditen ausnahmslos einhergehen mit überdurchschnittlichen Risiken. Anlagenklassen bringen langfristig die Renditen, die ihrem Risiko entsprechen. Das Risiko teilt sich auf in: Die Die systemati- unsystematischen Risiken schen Risiken = Marktrisiko können durch können nicht Diversifikation beseitigt vollständig werden! beseitigt werden! Das ist der Schlüssel zum Verständnis des Zusammenhangs von Rendite und Risiko für den individuellen Depotaufbau! "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 8

9 Die ausgewählten Fonds-Anlagenklassen werden auf die persönlichen Anlageziele des Anlegers zugeschnitten. Die individuelle Auswahl, Gewichtung und Kombination von Fonds-Anlagenklassen bringt den Anlageerfolg! "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 9

10 Welche realistischen Erwartungen an Rendite und Risiko können Anleger an die Kapitalmärkte aus historischer Sicht haben? Anleger sollten akzeptieren, dass die Märkte für eingegangene Risiken immer die Renditen bezahlen, die dem Risiko langfristig angemessen sind. Die langfristige Rendite einer Wertpapieranlage pendelt im Zeitablauf zu einem langfristigen Durchschnitt zurück, egal, ob die historische Rendite nun besonders positiv oder besonders negativ war. Das Gesetz der Rückkehr zum Durchschnitt besagt, dass für jedes überdurchschnittliche Jahr (pro Aktien, pro Fonds oder pro Anlagenklasse) irgendwann ein unterdurchschnittliches folgen muss. Anleger sollten grundsätzlich jede Vermögensanlage danach beurteilen, ob sie eine Papierwertanlage mit einem vereinbarten Zins und einem zugesagten Rückzahlungsversprechen ist oder eine Sachwertanlage mit einer Beteiligung an der langfristigen Wertsteigerung eines Wirtschaftsguts. Die Inflation arbeitet bei einer Papierwertanlage langfristig gegen den Anleger, bei einer Sachwertanlage arbeitet langfristig die Inflation für den Anleger. Anleger, die die Inflationsgewinner Aktien aus Risikoscheu meiden, verlieren fortwährend die reale Substanz ihres Vermögens, ohne es zu merken. Viele Anleger übersehen, dass die meisten relativ risikolosen Anlageformen in Papierwerten zu geringe Netto-Renditen nach Inflation und Steuern haben, um langfristig einen inflationsbereinigten Zuwachs des Vermögens zu erzielen. Bildlich gesprochen: die Dosis (also die Aktienquote) entscheidet, ob Aktien für ein Depot Gift oder Heilmittel sind. Die Dosis kann über die jeweilige Gewichtung im Depot und die Länge der Anlagedauer gezielt gesteuert werden. Dabei kann das eingegangene Risiko fast vollständig beseitigt werden. Auch ein sehr konservativer Anleger kann durch die Beseitigung von zwei wichtigen Risikoarten Aktien als ertragreiche Renditequelle halten. Er benötigt sie sogar, um die kaufkraftbereinigte Substanz seines Vermögens zu erhalten. Den individuellen Aktienanteil in seinem Depot sollte ein Anleger einigermaßen repräsentativ durch den gesamten globalen Aktienmarkt abbilden. Warum? Aus der Sicht der Finanzwissenschaft zeichnet ein global ausgerichtetes Depot eine kaum mehr verbesserungsfähige Kombination aus Rendite und Risiko aus. Die globale Streuung kann wahlweise über das Bruttosozialprodukt oder über die Marktkapitalisierung ( Börsenwert ) der abgebildeten Länder erfolgen. Nach den Erkenntnissen der Finanzwissenschaft können informierte Anleger zwei Drittel aller Risiken in den Aktienmärkten durch eine globale Streuung vollständig beseitigen, falls sie richtig ausgeführt wird. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 10

11 Diese zwei Risikoarten können durch Streuung beseitigt werden: Das Einzelwertrisiko einer Aktie, das für jede Aktie immer besteht. Ob ein Unternehmen im Vergleich zu anderen schlecht wirtschaftet, wird durch eine breite Mischung von vielen Aktien wegdiversifiziert, also vollständig beseitigt. Das Anlagenklassenrisiko kann auch durch eine breite Mischung von vielen Aktien beseitigt werden, indem eine systematische Auswahl von vielen Branchen, Regionen und Ländern die Risiken ebenfalls vollständig beseitigen. Übrig bleibt nur das allgemeine Aktienmarktrisiko für einen Anleger. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass Aktienmärkte weltweit jederzeit fallen können. Das allgemeine Aktienmarktrisiko kann der Anleger nicht mehr beseitigen. Allerdings trägt der Anleger durch die vorgenommene Diversifikation nur noch ein Drittel der ursprünglichen Risiken. Da die zwei erstgenannten Risikoarten nicht vom Markt in Form einer Risikoprämie durch einen Renditezuschlag bezahlt werden, lohnt es sich nicht, sie zu tragen. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse der modernen Portfoliotheorie. Da sie unbestritten sind, sollte jeder Anleger auch danach handeln. Anleger sollten akzeptieren, dass Aktien eine langfristige Sachwertanlage mit kurzfristig starken Schwankungen sind. In den letzten 200 Jahren traten im amerikanischen Aktienmarkt diese rollierenden 10-Jahresrenditen (p.a.) auf: "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 11

12 Rebalancing: die Wiederausrichtung des Depots auf den Ursprungszustand Im Laufe der Jahre wird ein Depot fast zwangsläufig durch die unterschiedliche Wertentwicklung seiner Anlagenklassen aus dem Gleichgewicht geraten. Eine einstmals gewählte Depotstruktur von beispielsweise 30 % Aktien und 70 % Renten wächst allmählich durch die unterschiedlichen Wachstumsraten der beiden Hauptkomponenten in eine nicht erwünschte risikoreichere Depotstruktur hinein. Diese Strukturverschiebung bewirkt eine Erhöhung des Gesamtrisikos: die anfängliche 30 %-Aktienquote könnte bald 50 % sein. Der kürzere Restanlagehorizont verlangt nach einer risikoärmeren Depotstruktur. Das Depot muss also wieder neu auf den Ursprungszustand ausgerichtet werden. Die ursprüngliche Mischung von 30 % risikoreich und 70 % risikoarm wird so regelmäßig neu angeglichen. Die Angleichung erfolgt in beiden Richtungen. Das kann auf zweierlei Arten geschehen: Neuinvestitionen könnten gezielt in den untergewichteten Teil vorgenommen werden oder die Gewichte im Depot werden durch Austausch der entsprechenden Anteile neu justiert. Professionelle Investoren verschieben sogar vierteljährlich die Anteile in ihren Depots, weil sie wissen, dass ein regelmäßiges Rebalancing eine geschenkte Zusatzrendite im Schnitt pro Jahr von etwa 1 % bis 2 % bringt. Für Privatanleger reicht es, wenn jährlich einmal die Anteile im Depot einer Überprüfung unterzogen werden und dann auch emotionslos gehandelt wird. Die Portfoliotheorie der Finanzwissenschaften empfiehlt deshalb das antizyklische und emotionslose Rebalancing. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 12

13 Alle Anleger suchen für ihre Investments hohe Renditen. Zugleich wollen sie ein geringes Risiko haben. Dieser Widerspruch ist Teil der menschlichen Psyche. Es geht also vor allem darum zu entscheiden, welches Maß an Risiko für Sie als Anleger und Ihren persönlichen Anlagezielen tragbar ist. Mit den dargestellten Techniken können alle informierten Anleger ihre Risiken reduzieren und so das Verhältnis von angestrebten Ertrag und eingegangenem Risiko erheblich verbessern. Da der Markt nach den Erkenntnissen der Nobelpreisträger langfristig keinen Renditezuschlag für stark risikobehaftete Depots bezahlt, erhalten nur Anleger mit diversifizierten Depots eine optimale Rendite. Woran lässt sich nun das eingegangene Risiko konkret festmachen? Die Breite der Kursausschläge nach oben und unten liefert Anhaltspunkte für das bestehende Risiko einer Anlage. Das Risiko lässt sich mathematisch als Volatilität darstellen. Die Volatilität misst die Schwankungsbreite der Renditeentwicklung mit Hilfe der Standardabweichung für einen bestimmten Zeitraum: Man muss diese schwierige Formel nicht verstehen, aber wissen, dass sie sehr wichtig ist. Alle anderen Risikokennzahlen, wie sharpe ratio, bauen auf dem Konzept der Volatilität auf. Die wenigsten Anleger kennen die Volatilität ( Risiko ) ihres Depots, weil sie nur auf die Rendite achten. In aller Kürze: jeder Anleger sollte fragen oder selbst darauf achten, dass die Volatilität eines Fonds, aber vor allem aber seines gesamten Depots, nicht wesentlich höher liegt als der vergleichbare Markt-Index hierzu. Wer diese Grundregel befolgt, hat fast immer ein geringeres Risiko und langfristig eine höhere Rendite als die meisten anderen Anleger im Markt. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 13

14 Investmentfonds sind von allen gängigen Kapitalmarktprodukten mit dem umfangreichsten und sichersten Anlegerschutz ausgestattet. Die gesetzlichen Grundlagen haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Auf das Fondsvermögen der Anleger hat nur eine treuhänderische Depotbank Zugriff. Ganz anders ist dies beispielsweise bei Zertifikaten. Das angelegte Vermögen der Anleger gehört nicht ihnen, sondern den Banken. Rechtlich sind Zertifikate Inhaber-Schuldverschreibungen, also besteht immer ein Insolvenzrisiko. Mit dieser Grafik werden die Abläufe und Schutzmechanismen bei der Verwaltung eines Fondsdepots aus der Sicht eines Anlegers verständlich. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 14

15 Als unabhängiger Fondsberater habe ich keine vertraglichen Bindungen zu den etwa 220 Fondsgesellschaften, die etwa aufsichtsrechtlich überwachte offene Investmentfonds im deutschen Markt anbieten. Die von mir betreuten Anlegerdepots können wahlweise auf einer der fünf spezialisierten Fondsbanken in Deutschland geführt werden. Dort ist in der Regel ein sehr großer Teil aller am Markt angebotenen Fonds zu den üblichen Ankaufsgebühren der Fondsgesellschaften verfügbar. Ich berate und vermittle ausschließlich für offene Investmentfonds und deren Depotaufbau. Es steht mir frei, günstigere Konditionsvereinbarungen für Anleger zu treffen. Für den Umfang meiner Tätigkeit bei der Beratung und Betreuung kann ich individuelle Vergütungsvereinbarungen mit einem Anleger absprechen. Meine für einen Anleger empfohlene Anlagestrategie ist immer auf dessen mir mitgeteilten persönlichen Anlageziele, voraussichtliche Anlagedauer, individuelle Risikoneigung und bisherige Anlageerfahrung ausgerichtet. Meine Anlagevorschläge erfolgen stets schriftlich und individuell. Ich lege Wert darauf, in den von mir betreuten Depots eine vernünftige Balance zwischen den realistischen Rendite- und Risikozielen eines Anlegers abzubilden. Dabei nütze ich für einen angestrebten sicheren und ertragreichen Kapitalaufbau ein methodisches Vorgehen durch die hier beschriebenen Prinzipien und Techniken auf der Grundlage der wissenschaftlich begründeten Anlagestrategie der Nobelpreisträger, die moderne Portfoliotheorie. Die von mir betreuten Anlegerdepots werden auf Wunsch einem klaren Ergebnisvergleich der erreichten Rendite- und Risikoziele unterzogen. Das erzielte Depotergebnis wird dabei verglichen mit zwei Benchmarks: einem Marktindex einer entsprechenden Aktien- und Rentenquote einem Fondsindex für mehrere fondsbasierte Anlagenklassen Gerne beantworte ich im persönlichen Gespräch Ihre weiteren Fragen. Wie und nach welchen Grundsätzen ich Ihre persönlichen Anlageziele in vier Schritten konkret umsetze, erfahren Sie auf den nachfolgenden drei Seiten. Hieran schließen sich weitere drei Seiten an, auf denen die einfachen Grundregeln und nützliche Tipps für Anleger aus der Sicht von anerkannten Experten und eines bekannten Vermögensverwalters behandelt werden. So erhalten Sie ein komplettes Bild für Ihr Wissen um den Vermögensaufbau. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 15

16 Mit diesen 4 Schritten setze ich Ihre persönlichen Anlageziele um: "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 16

17 Bei meinem strukturierten und methodischen Beratungsprozess habe ich mich zu klar definierten Standards verpflichtet. Sie werden nachfolgend erläutert. Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung GOF Die Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung gelten für die Erstellung und Durchführung ganzheitlicher Finanzplanungen. 1. Vollständigkeit Vollständigkeit bedeutet, alle Kundendaten zweckadäquat zu erfassen, zu analysieren und zu planen. Dieses beinhaltet alle Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, Einnahmen und Ausgaben, die Erfassung notwendiger persönlicher Informationen und die Abbildung des persönlichen Zielsystems des Kunden. 2. Vernetzung Vernetzung bedeutet, alle Wirkungen und Wechselwirkungen der einzelnen Daten im Bezug auf Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, auf Einnahmen und Ausgaben unter Einschluss persönlicher, rechtlicher, steuerlicher und volkswirtschaftlicher Faktoren zu berücksichtigen. 3. Individualität Individualität bedeutet, den jeweiligen Kunden mit seiner Person, seinem familiären und beruflichen Umfeld, seinen Zielen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt der Finanzplanung zu stellen und keine Verallgemeinerungen zu diesen Punkten vorzunehmen. 4. Richtigkeit Richtigkeit bedeutet, die Finanzplanung im Grundsatz fehlerfrei, nach dem jeweils aktuellen Gesetzgebungsstand und nach den Methoden der Finanzplanung durchzuführen. Planungen können per se nicht sicher, sondern nur plausibel sein und den Verfahren der Planungsrechnung entsprechen. 5. Verständlichkeit Verständlichkeit bedeutet, dass die Finanzplanung einschließlich ihrer Ergebnisse so zu präsentieren ist, dass der Kunde sie verstehen und nachvollziehen kann sowie seine im Rahmen des Auftrages gestellten Fragen beantwortet erhält. 6. Dokumentationspflicht Dokumentationspflicht bedeutet, dass die Finanzplanung einschließlich ihrer Prämissen und Ergebnisse in schriftlicher oder anderer geeigneter Form dem Kunden zur Verfügung zu stellen ist. 7. Einhaltung der Berufsgrundsätze Einhaltung der Berufsgrundsätze bedeutet, dass ein Finanzplaner die für ihn geltenden Berufsgrundsätze - Integrität, Vertraulichkeit, Objektivität, Neutralität, Kompetenz und Professionalität - beachten muss. Deutsche Gesellschaft für Finanzplanung e. V. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 17

18 Berufsgrundsätze des Finanzplaners Die Berufsgrundsätze dienen zur Anerkennung der moralischen und ethischen Verantwortung, die der Finanzplaner gegenüber der Öffentlichkeit, seinen Kunden, seinen Kollegen und seinem Arbeitgeber zu erfüllen hat. Sie sind für alle Finanzplaner verbindlich und dienen der Unterstützung bei der Ausführung aller tätigkeitsbezogenen Aufgaben. 1. Integrität Der Finanzplaner hat seine Aufgaben stets mit einem Höchstmaß an Integrität auszuführen. Der Finanzberater hat das vom Kunden in ihn gesetzte Vertrauen und Zutrauen durch ein Höchstmaß an Integrität zu erfüllen. Integrität bedeutet Unbescholtenheit, Offenheit und Ehrlichkeit. Das Streben nach persönlicher Bereicherung und individuellen Vorteilen hat der Finanzplaner zu unterlassen. Der Finanzplaner hat sich nicht nur nach den Buchstaben, sondern auch dem Sinne nach integer zu verhalten. 2. Vertraulichkeit Der Finanzplaner hat die ihm von seinem Kunden bereitgestellten Informationen absolut vertraulich zu behandeln. Der Finanzplaner darf vertrauliche Kundeninformationen nicht bekanntgeben oder weitergeben, es sei denn, der betreffende Kunde hat ihm seine Erlaubnis erteilt oder der Finanzplaner ist aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung bzw. anderer behördlicher Maßnahmen zur Herausgabe von Kundeninformationen verpflichtet. 3. Objektivität Der Finanzplaner hat seine Aufgaben stets mit einem Höchstmaß an Objektivität auszuführen. Objektivität erfordert strenge Sachlichkeit sowie Unvoreingenommenheit. 4. Neutralität Der Finanzplaner hat seine Aufgaben stets mit einem Höchstmaß an Neutralität auszuführen. Neutralität bedeutet Unparteilichkeit im Interesse des Kunden. Der Finanzplaner hat gegenüber Kunden, Kollegen und Arbeitgebern Interessenkonflikte offen zu legen. Persönliche Vorstellungen, Vorurteile und Ziele sind konfligierenden Interessen unterzuordnen. 5. Kompetenz Der Finanzplaner hat seine Aufgaben stets mit einem Höchstmaß an Kompetenz auszuführen. Der Finanzplaner hat dafür Sorge zu tragen, das notwendige persönliche Kompetenzniveau zu erreichen, zu bewahren und auszubauen, beispielsweise durch geeignete Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen. Kompetentes Verhalten bedeutet auch, eventuelle Zweifelsfälle und Grenzsituationen zu erkennen und in solchen Fällen die Hilfe von sachkundigen Dritten in Anspruch zu nehmen. Andernfalls muss der Finanzplaner den Kunden über die eventuell fehlende Kompetenz informieren. 6. Professionalität Der Finanzplaner hat seine Aufgaben stets mit einem Höchstmaß an Professionalität auszuführen. Der Finanzplaner hat seine Tätigkeit fachmännisch auszuüben, das fachliche und technische Umfeld zu schaffen, um professionell arbeiten zu können. Professionalität heißt auch, die Grenzen des eigenen Könnens nicht zu überschreiten. Der Finanzplaner hat deshalb die Verpflichtung, mit anderen Berufskollegen konstruktiv zusammenzuarbeiten. Er soll seinen Berufsstand mit Würde und Respekt vertreten, um das öffentliche Ansehen zu stärken. Unabhängig von seiner beruflichen Stellung und von den jeweiligen Aufgaben hat der Finanzplaner seine Objektivität zu wahren und jegliche Unterordnung, die zu einer Verletzung dieser Berufsgrundsätze führen würde, zu vermeiden. Deutsche Gesellschaft für Finanzplanung e.v. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 18

19 David F. Swenson wird als der weltweit beste Vermögensverwalter angesehen. Er verwaltet das Vermögen von etwa 30 Milliarden Dollar der renommierten US-Elite-Universität Yale. Er erzielte in den letzten 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 16 % jährlich. Dabei hatte er kaum Verlustjahre. Seit vielen Jahren warnt er private Anleger eindringlich davor, mit ihrem Geld riskante Spielereien zu versuchen und sprunghaft zu agieren. Seine lesenswerten Empfehlungen an Anleger sind: Tue nichts Ausgefallenes. Halte ein gut diversifiziertes Depot. Achte auf niedrige Kosten. Achte darauf, dass dein Depot deinen langfristigen Zielen entspricht. Verhalte dich ruhig und diszipliniert. Versuche nicht, das Marktgeschehen zu timen. Halte an deinen langfristigen Plänen zum Kapitalaufbau fest. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 19

20 Immer wieder verhalten sich Menschen bei der Geldanlage wirtschaftlich unlogisch. Der Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Behavioral Finance, Dr. Markus Glaser, erläutert die häufigsten Fehler der Anleger und erklärt, wie man es richtig macht. Hierzu ein Interview: uro fondsxpess: Herr Glaser, womit beschäftigt sich die Forschungsrichtung Behavioral Finance? Markus Glaser: Die meisten Wirtschaftsmodelle nehmen ein rationales Verhalten aller Marktteilnehmer an, was allerdings nicht der Realität entspricht. Immer wieder verhalten sich Menschen in ökonomischer Hinsicht irrational. Die Behavioral-Finance-Forschung will dieses Fehlverhalten untersuchen und daraus Rückschlüsse ziehen, die zu einem besseren Verständnis der Märkte führen.? Den Homo Oeconomicus, den wirtschaftlich logischen handelnden Menschen, gibt es also nicht? Glaser: Genau. Sie müssen nur einen Blick in die Depots der Privatanleger werfen, um das zu erkennen. Würden sich die Anleger vernünftig verhalten, hätten alle ein breit diversifiziertes Portfolio und würden nur solche Risiken eingehen, deren sie sich bewusst sind und die ihrer Neigung entsprechen.? So ist es aber nicht. Glaser: Nein. Nach Auswertung zahlreicher anonymisierter Kundendaten von Banken und Onlinebrokern sind uns einige irrationale Verhaltensmuster aufgefallen.? Welche sind das? Glaser: Die erste Erkenntnis: Die Anleger streuen ihre Investments zu gering. Sie haben entweder zu wenige Werte in ihrem Depot oder sind zu einseitig aufgestellt. Dadurch ist ihr Portfolio schwankungsanfällig und riskant.? Und die zweite Erkenntnis? Glaser: Ein gewisser Teil von Anlegern handelt zu viel. Sie glauben, dass sie ein Gefühl für die Börse haben und besser sind als der Durchschnitt. Diese Überschätzung führt dazu, dass häufig Investments ausgetauscht werden. Es ist jedoch so, dass die Aktienmärkte nur minimal voraussagbar sind. Letzten Endes kaufen solche Anleger eine Aktie, die auch nicht besser läuft als diejenige, die sie verkauft haben.? Und dann hat der Austausch nichts gebracht außer Kosten. Glaser: Stimmt. Häufiges Handeln verursacht Kosten, ohne dass dadurch ein Mehrertrag generiert wird jedenfalls in einer Vielzahl von Fällen nicht.? Was machen Anleger sonst noch falsch? Glaser: Sie sind zu stark vergangenheitsorientiert. Sie betrachten nur, wie die bisherige Entwicklung eines Werts aussieht und schauen nicht in die Zukunft. Am augenfälligsten wird das beim Umgang mit Verlusten.? Wie meinen Sie das? Glaser: Befindet sich ein Wert im Portfolio, der Verluste gemacht hat, so halten die Anleger meist viel zu lange daran fest. Sie können sich mit dem Verlust nicht abfinden, sondern wollen warten, bis der Wert wieder in der Gewinnzone ist. Sie schauen, was in der Vergangenheit war und lassen sich davon unvernünftigerweise stark beeinflussen.? Welches Verhalten wäre richtig? Glaser: Sie müssen sich fragen: Würde ich diese Aktie jetzt kaufen? Lautet ihre Antwort nein, so sollten sie sie abstoßen und etwas Erfolgversprechenderes erwerben. Der einzige Grund, eine verlustreiche Aktie zu halten, ergibt sich aus der Zukunft, nicht aus der Vergangenheit.? Inwiefern? Glaser: Erwartet der Anleger zukünftig eine Outperformance des Werts gegenüber dem Markt, kann der Titel im Depot bleiben.? Sie attestieren also dem Gros der Anleger keine gute Leistung bei der Geldanlage? Glaser: Nein. Im Durchschnitt schaffen es Privatanleger nicht einmal, eine Performance wie der Markt zu erzielen.? Was müssten sie besser machen? Glaser: Sie müssten die eben genannten Fehler vermeiden. Streue dein Investment über verschiedene Regionen, Branchen und Anlagenklassen! Handle nicht zu häufig! Blicke bei deinen Entscheidungen nur in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit! Überschätze nicht dein Können!? Klingt eigentlich ganz einfach. Glaser: Das stimmt. Doch diese Fehler konsequent zu vermeiden, ist für viele sehr schwer.? Gibt es noch etwas, das Anleger aus Sicht der Behavioral Finance in der aktuell schwierigen Marktsituation beachten sollten? Glaser: Man muss als Anleger wissen, dass es am Aktienmarkt immer wieder zu Turbulenzen kommen kann. Tendenziell ging es aber in der Vergangenheit mit den Kursen stets nach oben. Also sollte niemand sein Verhalten an kurzfristigen Dingen ausrichten. Jetzt heißt es, kühlen Kopf bewahren. Wer ein breit gestreutes Depot besitzt, hat keinen Grund, sich umzuorientieren. Dr. Markus Glaser arbeitet als Assistant Professor of Banking and Finance am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft der Universität Manheim. Sein Mentor ist Martin Weber, einer der bekanntesten deutschen Experten für die Forschungsrichtrung Behavioral Finance. Glaser gehört zur Behavioral Finance Group, einer Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Mannheim, die Finanzmarktanomalien und Anlegerverhalten erklären will. Er war beteiligt an der Erstellung des Buchs Genial einfach investieren, einem Kapitalmarktratgeber für Privatanleger. "Was Anleger wissen sollten" Geringere Risiken bei höheren Renditen Seite: 20

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