ZEIT ZUM LESEN, Das Magazin der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale

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1 AUSGABE MAI 2014 ZEIT ZUM LESEN, Das Magazin der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale,,,, Themen dieser Ausgabe: Jubiläum in der Otto-Kilian-Straße Erste Mieter zogen vor zehn Jahren ein Musikalischer Frühlingsempfang Fröhlich-heitere Melodien aus dem Leierkasten Erst Traumwohnung, dann neues Glück gefunden und am Ende Traumhochzeit inklusive Niemand muss alleine sein... Persönliches Engagement ist Gewinn für beide Seiten

2 Wir fertigen für Sie: Meisterbetrieb Jürgen Wedler Innungsbetrieb seit 1896 Zäune und Gitter Tür- und Toranlagen Überdachungen und Pavillons Treppen und Treppengeländer Balkonanlagen u.v.m. Seit mehreren Generationen vertraut die Paul-Riebeck-Stiftung auf unser Handwerk. Zum Beispiel wenn es um die Restaurierung oder Neuanfertigung von historischen Zaun- und Toranlagen geht, als auch bei der Anfertigung von speziellen Edelstahlkonstruktionen im Sanitär- und Küchen bereich. Wir sind Ihr Ansprechpartner für die kompetente Ausführung von Metallbauarbeiten aller Art, ob klassicher Metallbau oder Sonderkonstruktionen aus Stahl, Edelstahl und Glas. Mit modernster Technik ausgestattet, sind wir Profis im Bereich Korrosionsschutz, elektrostatischem Lackieren, Verzinkung und Pulverbeschichtung. Damit Sie lange Freude an Ihrer Anfertigung haben. Wir unterstützen Sie bei der Planung und entwickeln die Aufträge auch gern mit Ihnen zusammen nach Ihren Vorstellungen. Wir bieten Ihnen bestmöglichen Service von der Idee bis zur Montage! Neben Neuanfertigungen führen wir auch Sanierungen und Reparaturarbeiten durch! Sprechen Sie uns an! Metallbau Wedler Kleine Ulrichstraße Halle (Saale) Telefon/Fax (03 45) Mobil (01 72) Der Frühling ist da

3 Inhalt & Editorial 1 Erlebtes 2 Wo man singt, da lass dich ruhig nieder Neuer Chor im Haus der Generationen Erlebtes 3»Die Karawane zieht weiter...«paul-riebeck-stiftung im Faschingsfieber Erlebtes 4 Senioren auf großer Fahrt Bewohner der Paul-Riebeck-Stiftung erkunden Halle mit der Straßenbahn Engagement im Ehrenamt Iris Andree unterstützt Betreuung im Förderwohnheim VW Polos starten durch Neue Autos für die ambulante Pflege Schönheit ist keine Frage des Alters Bewohner im Riebeckpark lassen sich verwöhnen Ratgeber Lebensqualität Entlastung für das Pflegepersonal Flexibler Einsatz von Mitarbeitern Reingeschaut Ehrenamt überall willkommen Konzepte zu Einsatzmöglichkeiten ehrenamtlicher Arbeit wurden erstellt Reingeschaut Tagespflegen zeigen Gesicht Neue Ansprechpartnerinnen, bewährte Wohlfühlatmosphäre Mit dem neuen Stück auf Tour»Hofnarren«in Halle, Görlitz und Leipzig Thema: Den letzten Weg würdevoll gehen 4 Sonderseiten zum Herausnehmen, Liebe Leserinnen und Leser, am Jahresanfang fragten wir uns noch neugierig, was das Jahr 2014 wohl bringen wird. Jetzt, im Wonnemonat Mai angekommen, haben wir schon Vieles erlebt, spannende Begegnungen erfahren und freuen uns, Sie an dieser Stelle dabei mitzunehmen.»zeit zum Lesen«hat erneut hinter die Kulissen der Paul-Riebeck-Stiftung geschaut und wie gewohnt kurzweilige Geschichten, besondere Menschen und interessante Veranstaltungstermine für Sie mitgebracht. Was wäre die Paul-Riebeck-Stiftung ohne ihre liebevollen und kompetenten Mitarbeiter, die täglich für das Wohl der Bewohner und Mieter sorgen? Dabei nicht vergessen wollen wir die zahlreichen Männer und Frauen, die sich ehren - amtlich engagieren und freimütig sowohl Bewohnern als auch Mietern ihre Zeit schenken. Wir haben uns deshalb dem Thema Ehrenamt aus verschiedenen Blickwinkeln genähert. Begleiten Sie in diesem Heft beispielsweise Iris Andree und Renate Messerschmidt bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit und sehen Sie Koordinatorin Diana Krannich bei ihrer Arbeit über die Schulter. Erinnern Sie sich außerdem mit uns an die bunten Veranstaltungen und Unternehmungen wie die fröhlichen Faschingsfeiern, besondere Ausflüge zum Beispiel mit der Straßenbahn oder die regelmäßigen Besuche von Esel, Kaninchen, Hund und Co. Nicht zuletzt möchte Sie die Paul- Riebeck-Stiftung schon heute zu einem besonderen Höhepunkt einladen. Zum dritten Mal veranstaltet sie die Halleschen Aktionstage»Alter:native«. Unterschiedliche Veranstaltungen vom 15. bis 20. September 2014 geben An regungen für ein aktives und selbstbestimmtes Älterwerden. Seien Sie also gespannt! Wir wünschen Ihnen nun viel Freude beim Blättern. Ihr Redaktionsteam

4 2 Erlebtes Wo man singt, da lass dich ruhig nieder Neuer Chor im Haus der Generationen Seit diesem Jahr gibt es im Haus der Generationen einen neuen Chor. Jeden Freitag treffen sich interessierte Bewohner, um gemeinsam mit dem halleschen Musiker Stefan Lander zu singen und zu musizieren. Tambourin, Rasseln und die Gitarre von Stefan Lander begleiten den Chorgesang. Gut 15 Senioren gehören inzwischen zum festen Stamm. Viele von ihnen haben bereits langjährige Chorerfahrung, sodass spätere Auftritte durchaus nicht ausgeschlossen sind. Einstudiert werden weit mehr als nur traditionelle Volkslieder: Zum Repertoire gehören vor allem DDR-Hits wie»über sieben Brücken«und Stimmungsmacher wie»was wollen wir trinken«. Mit Feuerwerk und Glühwein Weihnachtshäuschen begeisterte Jung und Alt Das traditionelle Weihnachtshäuschen im Hof des Hauses der Generationen war 2013 erneut ein voller Erfolg, nicht zuletzt dank der gelungenen Kooperation zwischen dem Altenpflege heim, der Montessori-Grundschule sowie dem Familien kompetenzzentrum der Franckeschen Stiftungen. Einer der Höhepunkte bildete ein Chorauftritt der Montessori-Grundschüler. Darüber hinaus ließen sich die Besucher mit Glühwein, Schlem me reien und einem glanzvoll geschmückten Baum in Weih nachts - atmosphäre versetzen. Stimmungs voll gestaltete sich auch der Silvesterabend im Haus der Generationen: Gemeinsam mit vielen Angehörigen ließen die Senioren das Jahr festlich ausklingen. Silvesterbowle, Wunder kerzen und ein strahlendschönes Feuer werk inklusive. Für die Kleinen gab es im Weihnachts - häuschen leckeren Kinderpunsch.

5 Erlebtes 3»Die Karawane zieht weiter «Paul-Riebeck-Stiftung im Faschingsfieber»Helau«und»Alaaf«hieß es im Februar und März für die Bewohner der Paul- Riebeck-Stiftung. Den Anfang machte das Altenpflegeheim Akazienhof: In kunterbunten Kostümen feierten hier eine Froschkönigin sowie ein Hawaiianer, und so mancher Kopf der Bewohner war mit einem ausgefallenen Hut verziert. Für gute Stimmung sorgte Musiker Frank Werner mit Liedern wie»rucki Zucki«. Aufgetischt wurden passend zur fünften Jahreszeit Pfannkuchen und frische Bowle. Weiter ging es im Altenpflegeheim Haus der Generationen, wo die Kinder der Maria Montessori-Grundschule in einem Faschingsumzug singend durch das Haus zogen. Im Anschluss feierten die Bewohner des Hauses eine eigene kleine Faschingsfeier. Mit dabei: der lustige Hüttenmusikant Lutz, der als Narr verkleidet jeden Teilnehmer standesgemäß mit einem Tusch begrüßte. Bei einem Gläschen Sekt wurde danach fröhlich gesungen und geschunkelt. Rosenmontag ging es für Bewohner des Förderwohnheims für Menschen mit geistigen Behinderungen in die Faschingshochburg Köthen, um sich den traditionellen Rosenmontagsumzug anzusehen. Am selben Nachmittag besuchten schließlich noch zwei Bewohner der Hausgemeinschaften für Menschen mit Demenz die Karnevalsfeier in der Kita»Eigensinn«, bei der sie mit den Kindern tanzten und einen lustigen Nachmittag verbrachten. Ein besonderes Erlebnis war das bunte Karnevalstreiben in Köthen. Auch in der Paul-Riebeck-Stiftung waren zur Faschingszeit die Jecken los. Im Einklang mit sich selbst und der Musik Ein Besuch des»tanzcafés für Menschen mit Demenz«Das Tanzbein schwingen konnten im Februar interessierte Bewohner der Hausgemeinschaften für Menschen mit Demenz: Gemeinsam mit ihrer Ergotherapeutin besuchten sie die Veranstaltung»Tanzcafé für Menschen mit Demenz«im»Tangostudio Halle«. Bei Kaffee, Kuchen und natürlich ganz viel Musik ließen es sich die Senioren gut gehen.»die Ehefrau eines Bewohners war ebenfalls mit dabei. Die beiden haben getanzt und waren sich für den Moment einfach nahe. Das war sehr berührend«, erinnert sich Victoria Réthy, leitende Ergotherapeutin in der HG Demenz. Interessenvertretung im Riebeckpark Neuer Bewohnerbeirat gewählt Am 5. Februar wurde im Altenpflegeheim Riebeckpark der neue Bewohnerbeirat gewählt. Das Gremium, das nach den Richtlinien des Wohn- und Teilhabegesetzes arbeitet, besteht aus Bewohnern der Einrichtung und Angehörigen, es vertritt die Interessen der Menschen, die im Riebeckpark leben. Für den Vorsitz wurde Gerald Probst (Wohnbereich 3) erneut gewählt, Stellvertreterin wurde als Angehörige Sylvia Weber, Schriftführerin Helga Friedrich (Angehörige). Weiterhin wurden gewählt: Rita Erchen (WB 1) und Michael Bunge (WB 2).

6 4 Erlebtes Senioren auf großer Fahrt Bewohner der Paul-Riebeck-Stiftung erkundeten Halle mit der Straßenbahn Freude und Zeit schenken, lautete das Credo von Mitarbeitern der Paul-Riebeck-Stiftung, als sie am mit 41 Bewohnern des Altenpflegeheims Akazienhof zu einer ganz beson - deren Stadtrundfahrt aufbrachen mit der Straßenbahn. Schnell zeigte sich, dass der Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Seniorinnen und Senioren werden sollte. Sie genossen die circa 70-minütige Rundfahrt, die 14 Uhr in der Melanchthonstraße startete, sichtlich und zeigten sich vom veränderten Stadtbild sehr beeindruckt. Vor allem an markanten Haltepunkten wie Kröllwitz, Burg Giebichenstein, Steintor oder Hauptbahnhof, wo die meisten von ihnen schon seit vielen Jahren nicht mehr gewesen waren. Der Höhepunkt der Straßenbahn-Tour war jedoch die Fahrt über den halleschen Marktplatz. Dabei erfreuten sich die Ausflügler am festlichen Ambiente des Weihnachtsmarktes.»Der Ausflug war eine schöne Idee. Ich war sehr darüber erstaunt, dass sich das Straßenbahnnetz so verändert hat. Beim nächsten Mal bin ich gerne wieder dabei«, sagte Liesel Landgraf, Bewohnerin im Altenpflegeheim Akazienhof. Einsteigen, Türen schließen voller Vorfreude nahmen die Senioren ihre Plätze ein. Stiftungsbewohnerin Liesel Landgraf freute sich über den Ausflug. Sie war schon lange nicht mehr in der Stadt. Vor den Toren des Akazienhofes warteten Bewohner und Mitarbeiter der Paul-Riebeck- Stiftung gespannt auf die Straßenbahn. Musikalischer Frühlingsempfang Fröhlich-heitere Melodien aus dem Leierkasten Schon von Weitem vernahmen Besucher und Passanten die stimmungsvollen Melodien, die am Nachmittag des 13. März in den Hausgemeinschaften für Menschen mit Demenz erklangen. Gespielt von Orgelinchen, die mit ihrem Leierkasten direkt aus Berlin kam, um die an Demenz erkrankten Bewohner mit ihren Liedern sowie ihrer»berliner Schnauze«zu erfreuen. Ein voller Erfolg. Das verrieten vor allem die zahlreichen lachenden Gesichter im Raum. Gemeinsam wurde gesungen und musiziert mit Rasseln, Klanghölzern und Schellenringen. Ein rundum fröhlicher Frühlingsempfang. Frühlingsgruß: Bewohner der Hausgemeinschaften für Menschen mit Demenz starten stimmungsvoll in den Lenz.

7 Erlebtes 5 Zu Gast in Magdeburg: Ministerpräsident Reiner Haseloff empfing Ehrenamtliche aus ganz Sachsen-Anhalt. Ein Dankeschön für ehren amtliches Engagement Minister Haseloff ehrt Ehrenamtliche der Paul-Riebeck-Stiftung Am 30. November würdigte Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff 35 Ehrenamtliche für ihr Wirken stellvertretend für alle Menschen des Landes, die einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen. Unter ihnen auch Vanessa Koitzsch. Die 22-Jährige engagiert sich seit 2012 ehrenamtlich in der Paul-Riebeck-Stiftung. Und das neben ihrem Studium der Erziehungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.»Ich habe mich wirklich über die Einladung des Ministerpräsidenten gefreut, auch wenn die Veranstaltung recht formell ablief. Die einzelnen Berichte und Geschichten der anderen Ehrenamtlichen wiederum haben mich sehr beeindruckt«, resümiert Vanessa Koitzsch. Auch Diana Krannich (links) und Vanessa Koitzsch (rechts) zählten zu den Gästen von Ministerpräsident Reiner Haseloff (Mitte). Spiel und Spaß für Jung und Alt Kinder der Kita»Eigensinn«zu Besuch Wenn ein- bis zweimal im Monat die Kinder der Kita Eigensinn zu Besuch in den Hausgemeinschaften für Menschen mit Demenz sind, gibt es immer ein buntes Programm für Jung und Alt. Mit den Bewohnern spielen die Kinder dann zum Beispiel Gesellschaftsspiele oder malen Ostereier an. Als es am 19. Februar mal wieder so weit war, ging es dank gemeinsamer Seniorengymnastik sportlich zu. Im Anschluss sangen die Bewohner traditionelle Volkslieder, die die Kleinen mit bekannten Kinderliedern perfekt zu ergänzen wussten.

8 6 Gesichter & Geschichten, Blitzlicht Ihr Tätigkeitsfeld ist verantwortungsvoll und vielfältig. Sie unterstützen caritative Einrichtungen, Sport- oder Tierschutzvereine. Natürlich trifft man ehrenamtlich engagierte Menschen auch in der Paul-Riebeck-Stiftung. Inzwischen fast 90. Regelmäßig besuchen sie dort die Bewohner und Mieter schenken ihnen etwas von ihrer Zeit, ein offenes Ohr und Aufmerksamkeit. Die Ehrenamtlichen sind Gesellschafter, Freunde, Vertraute und Unterstützer Was aber denken die Stiftungsmitarbeiter über ehrenamtliches Engagement? Welche Eigenschaften sollten Ehrenamtliche, die sich in der Paul-Riebeck-Stiftung engagieren wollen, mitbringen?»zeit zum Lesen«hat nachgefragt. Vielleicht ein Anreiz für Sie, selbst ehrenamtlich tätig zu werden? Cathrin Schneider Leiterin Intensiv Betreutes Wohnen»Wir stehen dem Ehrenamt sehr aufgeschlossen gegenüber und wollen die Erfolge und Erfahrungen unserer Kollegen aus der Röpziger Straße nutzen. Ganz konkret haben wir Bedarf für eine Begleitung von Bewohnern zum Radio- Projekt bei Corax. Wenn wir dafür jemanden finden würden, wäre das eine gute Sache.«Kristine Wallmann Sozialpädagogin»Ehrenamt im Bereich der Behindertenhilfe ist eine gute Sache, weil wir manche Dinge nur schwer ermöglichen können. Wir haben zwar noch keine konkreten Erfahrungen gemacht, sind Ehrenamtlichen aber positiv zugewandt und können uns das auch hier gut vorstellen, obwohl es gerade bei unseren Bewohnern nochmal besonderer Eigenschaften bedarf.«marcus Gotter Azubi Altenpflege»Den selbstlosen Einsatz der Ehrenamtlichen finde ich respektabel und gerade in der Arbeit mit Menschen sehr wichtig. In meinen Augen ist das Wichtigste für einen Ehrenamtlichen, dass der innere Antrieb da ist, anderen Gutes tun zu wollen. Sie sollten kommunikativ und verantwortungsvoll sein. Der Rest kommt dann von allein.«christina Ehnert Pflegedienstleiterin»Ehrenamt finde ich grundsätzlich gut. Gerade die kleinen Aktivitäten wie Spazierengehen oder auch nur mal eine Tasse Kaffee trinken und sich unterhalten, für die wir oft nicht die Zeit haben, könnten auch gut von Ehrenamtlichen übernommen werden. Als Schwierigkeit sehe ich die Akzeptanz durch die Patienten, weil die oft fixiert sind auf die ambulanten Pflegedienstmitarbeiter, aber ein Versuch wäre es allemal wert.«

9 Gesichter & Geschichten 7 Sara Rauch Altenpflegerin»Ich finde es sehr wichtig, dass es Ehrenamtliche gibt. Gerade in meinem Arbeitsbereich der Altenpflege möchte ich dieses Engagement nicht missen. Eine Konkurrenzsituation zum Fachpersonal sehe ich nicht. Im Gegenteil. Wir haben hier immer Bedarf an freundlichen, aufgeschlossenen Menschen, die sich auf Andere einlassen können.«martin Mackeldanz Altenpfleger»Ehrenamt finde ich natürlich sehr gut. Wir haben hier auf unserem Bereich im Moment nur eine ehrenamtliche Helferin und könnten durchaus mehr gebrauchen. Wenn man sich hier einbringen möchte, sollte man sich mit Demenz schon ein wenig beschäftigt haben und kommunikativ sein. Gute Nerven gehören eh immer dazu.«mike Barner Pflegeassistent»Zum Ehrenamt kann ich nur sagen: Ich finde es toll, dass es überhaupt Menschen gibt, die solche Arbeiten freiwillig und unentgeltlich machen. Hut ab das kann wirklich nicht jeder leisten! Wichtig ist in meinen Augen, dass man einen Draht zu älteren Menschen hat, wenn man sich im Bereich der Altenpflege als Ehrenamtlicher einbringen möchte.«ina Mühlbach Krankenschwester»Ehrenamtlich engagierte Menschen verdienen meinen großen Respekt! Ich finde, man kann sie nicht genug würdigen. Als wichtige Qualitäten für Ehrenamtliche würde ich Motivationsgabe und selbstständiges Handeln und Mitdenken hervorheben wollen. Gerade in der Beschäftigung mit Behinderten sollte man außerdem viel Ruhe aufbringen und ausgeglichen sein.«

10 8 Gesichter & Geschichten Engagement im Ehrenamt Iris Andree unterstützt Betreuung im Förderwohnheim Es begann mit einer Maßnahme des Arbeitsamts, nun ist eine Passion daraus geworden. Seit Februar 2013 ist Iris Andree im Förderwohnheim für Menschen mit geistigen Behinderungen im Parkweg 2 im Ehrenamt tätig. Dort engagiert sie sich für die Bewohner mehrmals in der Woche, nimmt am Alltag der Menschen teil und erweitert durch die zusätzliche Betreuungszuwendung deren Möglichkeiten. So begleitet sie am Mittwoch Bewohnergruppen zum Schreibkurs an der Volkshochschule und freitags zum Sport - angebot in der Turnhalle des Berufsförderwerks für Menschen mit Sehbe hin - derungen in der Bugenhagenstraße. Darüber hinaus ergänzt die 59-Jährige eine Vielzahl von Angeboten: Spazier- und Einkaufsgänge sind so leichter möglich, Kino- und Museumsbesuche, Dampferfahrten, der Besuch eines Eiscafés oder des Botanischen Gartens in der Innenstadt.»Ich habe mein Faible für diese Arbeit in den 16 Monaten, die ich von 2011 an hier war, entdeckt und beschlossen, einen Ehrenamtsvertrag abzuschließen«, erzählt Iris Andree, die viele Jahre im öffentlichen Dienst der Stadt, als Platzwart im Stadion etwa oder in den städtischen Schwimmbädern, tätig war. Auch die im Förderwohnheim regelmäßig angebotene Wissensrunde hat so eine erhebliche Aufwertung erfahren: Durch die Erweiterung sind die kommunalen Möglichkeiten in Halle umfassender nutzbar. Oder ob es die Teilhabe an Saison-Ereignissen wie Lichterfest, Rosenmontag oder das Basteln von Ostergeschenken ist:»manche Woche bin ich jeden Tag hier!«das ehrenamtliche Segment wird im Verbund mit den festen Mitarbeitern im Zuge der Umsetzung der Implementierung in den Einrichtungen der Stiftung noch wachsen in der Arbeit von Iris Andree hat es bereits ein konkretes und positives Beispiel gefunden. Iris Andree ist aus dem Bewohneralltag fast nicht mehr wegzudenken.

11 Gesichter & Geschichten 9 Der kleine Umweg ins Glück Bewohnerin kehrt in den Riebeckpark zurück»ich bin hier sehr glücklich und zufrieden«, freut sich Rita Erchen,»auf den Frühling in dem herrlichen Park bin ich besonders gespannt!«die 76-Jährige, in Stolp in Pommern geboren, bewohnt mit ihrer Zimmernachbarin Ingeborg Heinrich ein sonniges Zimmer im Wohnbereich 1 des Altenpflege heims Rie beckpark, zuvor war sie bereits in der Kurzzeitpflege mit der Einrichtung verbunden. Eine außergewöhnliche Geschichte, die die mobile und aufgeweckte Seniorin zu erzählen hat, ist aber ihre Rückkehr ins Haus. Im letzten Oktober entschloss sich Rita Erchen, in ein anderes Pflegeheim zu ziehen. Dort wohnten einige ihrer Freunde, auch ein Cousin ihres Mannes. Nach kurzer Zeit verlangte es sie allerdings, wieder in den Riebeckpark zurückkehren zu können, und nach vier Tagen war sie wieder in ihrem Wohnbereich zuhause.»die meisten Menschen waren dort viel älter als ich. Ich hatte schlichtweg kaum jemanden, mit dem ich mich unterhalten konnte«, erzählt Rita Erchen.»Und so habe ich mich entschlossen, wieder in die Kantstraße zurückzukehren.«ihr fröhliches Wesen machte ihr diese Rückkehr nicht allzu schwer, so gehört sie nun zu einer lustigen Runde Senioren, die sich täglich zum sogenannten»suppentisch«versammeln, sich austauschen und auch mal zusammen feiern, so etwa zum Frauentag oder zu Geburtstagen. Seit kurzem ist Rita Erchen auch Mitglied des neugewählten Bewohnerbeirats, der die Belange und Interessen der Bewohner im Riebeckpark vertritt und zu einer wichtigen Instanz innerhalb des Stiftungsgefüges geworden ist.»ich komme mit allen gut zurecht«, berichtet die Seniorin weiter, die, trotzdem sie auf den Rollstuhl angewiesen ist, gern draußen unterwegs ist. In ihrem Arbeitsleben war Rita Erchen lange Jahre beim Ammendorfer Waggonbau tätig: als Werkzeugmacherin und Sachbearbeiterin im Lohnbüro. Nun genießt sie ihre Zeit im Riebeckpark ihre Tochter, die im Unternehmen arbeitet, sieht sie täglich, und auch ihr Enkel und das Nesthäkchen der Familie, Urenkelin Mia, besuchen sie, so oft es geht. Angekommen: Im Altenpflegeheim Riebeckpark fühlt sich Rita Erchen sichtlich wohl.

12 10 Gesichter & Geschichten Gerne kommt Andrea Becker mit ihrem zukünftigen Ehemann in die Paul-Rieckbeck-Stiftung zurück, um einen Blick auf das ehemalige Wohnhaus zu werfen, oder im historischen Saal Hochzeit zu feiern. Erst Traumwohnung, dann neues Glück gefunden und am Ende Traumhochzeit inklusive Für Andrea Becker läuten am 21. Juni 2014 die Hochzeitsglocken. Das ist ein besonderer Meilenstein auf ihrem Weg ins Glück. Ein gern gesehener Begleiter dabei, die Paul-Riebeck-Stiftung. Verbindet die 46-Jährige doch sehr viele positive Momente mit den Mitarbeitern, Bewohnern und Mietern der Stiftung. Kein Wunder, immerhin wohnten Andrea Becker und ihre mittlerweile 23-jährige Tochter vor einigen Jahren noch selbst hier. Ungewöhnlich? Vielleicht! Doch 2003 hatte die damals Mittdreißigerin in einer der seniorengerechten Wohnungen der Paul-Riebeck-Stiftung ihr Traum domizil gefunden.»nach dem Tod meines Mannes hielt ich es in der alten Wohnung einfach nicht mehr aus. Und da die Paul-Riebeck-Stiftung in direkter Nachbarschaft gerade Wohnungen ausbaute, habe ich bei Helga Pospischil nach einer geeigneten Wohnung gefragt. Und siehe da in einem Wohnkomplex ganz in der Nähe war tatsächlich eine Dachgeschosswohnung frei. Wie sich herausstellte, die absolute Traumwohnung für mich und meine Tochter«, berichtet Andrea Becker. 80 Quadratmeter, aufgeteilt auf zwei Räume und einer großen, von Balken durchzogenen Diele, die Andrea Becker als Wohnzimmer nutzte, wurden so für vier Jahre zum trauten Heim.»Helga Pospischil hat uns wirklich alles ermöglicht. Und letztlich haben wir unabhängig gelebt, aber doch viel besser als in manch anderer Wohnung. Denn als Mieter der Stiftung konnten wir auf die kompletten Leistungen des Pflegedienstleisters zurückgreifen. Ob Hausmeister oder im Ernstfall eine Krankenschwester es war immer jemand da, wenn man Hilfe brauchte. Wir waren trotz der schweren Zeit sehr glücklich und haben uns nie alleine gefühlt. Auch dank der netten und kommunikativen Senioren, denen man im Haus oder beim Spazierengehen im angrenzenden Park begegnete«, erinnert sich die zukünftige Braut. Als Andrea Becker 2006 mit ihrem heutigen Partner zusammenkam, zeigte sich jedoch schnell, dass der Grundriss der Wohnung für eine Patchwork-Familie nicht geeignet war. Und nach reichlicher Überlegung kaufte sich das Paar ein Haus, das sie 2007 samt Kind und Kegel bezogen. Nun, sieben Jahre später, setzt das Paar ein neues Zeichen ihrer Liebe und gibt sich das Ja-Wort. Und gefeiert wird an keinem geringeren Ort als der Paul-Riebeck-Stiftung, die den historischen Saal im Riebeckstift gern für die Traumhochzeit öffnet.

13 Thema: Den letzten Weg würdevoll gehen Vertrauen. Vorsorgen. Verfügen.»Das Leben wird gegen Abend wie die Träume gegen Morgen immer klarer«, behauptete der deutsche Jurist und Schriftsteller Carl Julius Weber. Und Goethe sprach:»alt werden heißt, ein neues Geschäft beginnen.«wenn das so ist, warum tun wir uns eigentlich so schwer mit dem Älterwerden? Warum scheuen wir uns, mit der Familie oder den Freunden darüber zu sprechen, welche Wünsche wir für den letzten Weg haben? Vielleicht, weil wir körperliche Einschränkungen, die irgendwann unweigerlich eintreten, als Bedrohung empfinden. Angst haben vor Einsamkeit und Gebrechlichkeit. Verständlich. Aber, wie gut wir altern, hängt in hohem Maß vom eigenen Lebenswandel und der Einstellung ab. Wer seine Wünsche klar definiert, dem bleibt auf jeden Fall eines erspart: das ungute Gefühl, dass man sich einst schutzlos Fremden ausliefert. Die nachfolgenden Seiten geben Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten der Vorsorge. Willen frühzeitig festschreiben Professor Dr. Hans Lilie im Gespräch über Vollmachten für den letzten Weg Der Jurist Prof. Dr. Hans Lilie ist Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrums Medizin-Ethik-Recht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das Zentrum erforscht Fragen an der Schnittstelle von Rechtswissenschaften, Ethik und Medizin. In»Zeit zum Lesen«spricht Prof. Lilie darüber, wie man sich juristisch sicher sein kann, dass der eigene letzte Wille in Erfüllung geht. Prof. Lilie, gehören Sie zu den Menschen, die über eine Patienten- und Vorsorgevollmacht verfügen, um das Lebensende entsprechend Ihrer Wünsche gestalten zu lassen? Hans Lilie: Nein, wir haben in unserer Familie gegenseitige Generalvollmachten. Sie betreffen nicht nur die aktuellen Fragen zur Pflege und zur Behandlung im Einzelfall, sondern auch alle darüber hinausgehenden Fragen. Ein fiktives Beispiel: Ich habe eine Wohnung, die aufgelöst werden soll, weil ich dement geworden bin und ins Pflegeheim muss. Mit einer Generalvollmacht können die Handelnden hier leichter agieren und haben viel größere Befugnisse. Das erfordert natürlich auf der anderen Seite ein tiefes Vertrauen.

14 Thema: Den letzten Weg würdevoll gehen Wann ist Ihrer Meinung nach der richtige Zeitpunkt, solche Vollmachten zu erstellen? Hans Lilie: Je früher, desto besser. Man sollte aber immer mal prüfen, was in den Vollmachten steht und ob das noch mit der konkreten Lebenssituation vereinbar ist oder gegebenenfalls etwas aktualisiert werden muss. Meine Frau und ich haben die Vollmacht übrigens schon vor über 30 Jahren erstellt, als wir beide ohne unsere Kinder nach Amerika gereist sind. Wir wollten sicher gehen, dass im Fall der Fälle über unsere Kinder so verfügt wird, wie wir das wollen. Wie müssen die Vollmachten aussehen, damit sie juristisch gültig sind? Hans Lilie: Die Vollmacht muss schriftlich vorliegen. Viel mehr wird de facto gar nicht verlangt. Aber ich empfehle dennoch, sich notariell beraten zu lassen. Notare sind auf diesem Gebiet professionell ausgebildet und können sachkundigen Rat erteilen. Eine Patientenverfügung mit Entwurf der Kanzlei kostet 73 Euro. Die Vorsorgevollmacht richtet sich nach dem Vermögen. Das ist natürlich etwas teurer als eine handschriftliche Patientenverfügung. Aber sie hilft im konkreten Fall viel weiter. Vielen Dank für das Gespräch! Würdevoll gehen können Respektvolle Abschiedskultur als Teil des Gesamtkonzeptes Den letzten Weg in Würde gehen können so lautet das Grundprinzip in den Häusern der Paul-Riebeck-Stiftung. Eine respektvolle Abschiedskultur ist fester Bestandteil des unternehmensinternen Palliativ Care Konzeptes, das in Zusammenarbeit mit einer Theologin entstanden ist. Die meisten Bewohner der Paul-Riebeck-Stiftung besitzen einen Palliativpass. Der für jeden Mitarbeiter zugängliche Leitfaden beinhaltet alle Elemente, die es bei der Sterbebegleitung zu beachten gilt. Schon beim Einzug in die Einrichtung sprechen die Mitarbeiter der Stiftung mit allen Beteiligten über deren Vorstellungen und Interessen, damit der letzte Weg so verläuft, wie es sich die Bewohner und Angehörigen wünschen. Sensibel, weil der Tod eben kein angenehmer Gesprächsstoff ist, aber doch nachdrücklich. Dazu gehört Vertrauen und der richtige Zeitpunkt. Wünsche zu kennen, ist für alle Seiten befreiend. Mit Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder auch dem in der Paul-Riebeck-Stiftung angebotenen Palliativpass lässt sich im Vorfeld viel regeln. Wenn es soweit ist, greifen viele Hände ineinander. Der Arzt und die Pflegekräfte ebenso wie die Ergotherapeuten bis hin zu zusätzlichen Betreuungskräften, die Ablenkung bieten oder einfach die Hand halten. Ist ein starker Glaubensbezug da, findet selbstverständlich ein kirchlicher Beistand ins Haus. Jederzeit kann zudem Hilfe vom SAPV- Team oder vom Hospiz angefordert werden. Vor allem eines wissen die Mitarbeiter: Ein würdiger Abschied verlangt nicht nur die richtigen Schmerzmedikamente. Zum Loslassen und Gehenkönnen gehören auch die vielen kleinen Dinge: frische Luft, ein nasser Lappen auf den Lippen gegen das Durstgefühl, ruhige Gespräche, Körperkontakt. Hier muss diesen Weg keiner einsam gehen. Palliativpass Der Palliativpass wird mit Hilfe des betreuenden Bezugspflegers ausgefüllt. Das hat den Vorteil, dass sich der Patient bzw. dessen Angehörige intensiv mit der Erkrankung auseinandersetzen und ausführlich über die weiteren Verfügungen nachdenken. So werden mögliche Unstimmigkeiten ausgeschlossen. Die Erklärung im Palliativpass kann jederzeit geändert oder wiederrufen werden. Pflegeoase Der separate Bereich der Paul-Riebeck-Stiftung zur Palliativpflege für pflegebedürftige Bewohner mit lebensverkürzenden Krankheiten ist auf eine adäquate, individuelle Versorgung in der letzten Lebensphase zugeschnitten. Umfassende Pflege, Betreuung und Fürsorge helfen, die unheilbaren Krankheitssymptome zu lindern. Dabei stehen die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen an erster Stelle.

15 Schnelle Hilfe auf Rädern Elisabeth Mobil ermöglicht ambulante Palliativ-Versorgung Die Palliativ-Versorgung verlangt nicht selten streng spezialisierte Behandlungen, die einen Krankenhausaufenthalt eigentlich unumgänglich machen. Viele Patienten würde dieser Ortswechsel jedoch überfordern. Die Lösung bietet das Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) der Elisabeth Mobil ggmbh.»wir kommen auf Verordnung des behandelnden Arztes direkt nach Hause oder in das Pflegeheim des Patienten. Dabei sind wir speziell für die Probleme ausgebildet, die zum Ende eines Lebens akut werden. Der palliativmedizinische Behandlungsbedarf erfordert besonders im komplexen Symptomgeschehen eine spezialisierte Therapie. Diese bieten Ärzte und Pflegende des Elisabeth Mobil an.«seit fünf Jahren existiert das Elisabeth Mobil bereits. Genauso lange besteht auch eine Kooperation mit der Paul-Riebeck-Stiftung, für die der SAPV-Service eine große Unterstützung geworden ist. Denn neben den regulären Hausbesuchen gibt es bei Bedarf auch eine Krisenintervention:»Wir bieten einen 24-Stunden-Rufdienst, können also jederzeit handeln. Die Ärzte im Team des Elisabeth Mobil legen für jeden Patienten einen individuellen Kriseninterventionsplan fest. Im Notfall weiß unser Personal schnell, wie gehandelt werden muss. Einem Notarzt müsste man die Vorgeschichte erklären. Das kann wertvolle Zeit kosten«, betont Geschäftsleiter Thomas Kolodziej. Im Notfall sind Thomas Kolodziej und sein Team schnell an Ort und Stelle. Ratgeber: Wenn andere entscheiden müssen Die Möglichkeiten der Patientenverfügung, der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung reichen von medizinischen Situationen über finanzielle Regelungen bis hin zur Wahl eines Pflegeheimes. Die drei Varianten beziehen sich auf unterschiedliche Zeitabschnitte. Während die Patientenverfügung eine Zeit betrifft, in der ein Patient unumkehrbar im Sterben liegt, greift eine Betreuungsverfügung ab dem Zeitpunkt, zu dem ein Betroffener zwar nicht im letzten Lebensstadium ist, aber trotzdem nicht mehr selbst entscheiden kann. Die Vorsorgevollmacht dagegen umfasst beide genannten Zeiträume. Allen drei Möglichkeiten liegt aber eines zugrunde: Wer in»guten Zeiten«festlegt, was später geschehen soll, sichert, dass dann auch die eigenen Wünsche befolgt werden. Vorsorgevollmacht Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt eine Person eine andere, im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen. Mit der Vorsorgevollmacht wird der Bevollmächtigte zum Vertreter im Willen, d.h. er entscheidet an Stelle des nicht mehr Entscheidungsfähigen. Deshalb setzt eine Vorsorgevollmacht uneingeschränktes persönliches Vertrauen voraus und sollte nicht leichtfertig erteilt werden. Gibt jemand in gesunden Tagen für den Fall eintretender Geschäfts- und/oder Einwilligungsunfähigkeit eine Vorsorgevollmacht, kann eine spätere rechtliche Betreuung vermieden werden. Beglaubigt werden kann das Dokument beim Notar. Das ist gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, sorgt aber für zusätzliche Sicherheit. Verbraucherschützer empfehlen zudem, die Vorsorgevollmacht bei der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Das stellt sicher, dass kein Gericht an der gewählten Vertrauensperson vorbei entscheidet. Die Vorsorgevollmacht ist nicht zu verwechseln mit einer Patientenverfügung, in der nicht verfügt wird, wer handeln soll, sondern was der Bevollmächtigte im Fall unheilbarer Krankheit anordnen soll.

16 Thema: Den letzten Weg würdevoll gehen AUSGABE NOVEMBER 2013 Patientenverfügung Voraussetzungen und Verbindlichkeit von Patientenverfügungen sind in Deutschland per Gesetz geregelt. Die Patientenverfügung ist eine vorsorgliche Willenserklärung. Darin enthalten sind neben Wertvorstellungen und Wünschen vor allem Bestimmungen zu Behandlungsmaßnahmen. Diese können für konkrete medizinische Situationen eingefordert, eingeschränkt oder auch völlig abgelehnt werden. Eine Patientenverfügung soll dem Arzt den Willen des Patienten vermitteln. Sie greift, wenn dieser sich zu Fragen seiner medizinischen Behandlung selbst nicht mehr äußern kann. Patienten können so selbst bestimmen, wie sie in einem solchen Fall behandelt werden wollen. Patientenverfügungen müssen schriftlich vorliegen und eigenhändig unterschrieben sein. Das Abfassen einer solchen Verfügung ist natürlich freiwillig und kann jederzeit formlos widerrufen werden. Es ist ratsam, eine Patientenverfügung in bestimmten Zeitabständen (zum Beispiel jährlich) zu erneuern oder zu bestätigen. Dadurch wird sichergestellt, dass getroffene Festlegungen noch gelten. Und: Die Patientenverfügung sollte so verwahrt werden, dass alle Beteiligten möglichst schnell von deren Existenz erfahren. Zum Beispiel durch einen entsprechenden Hinweis im Portemonnaie. Patientenverfügung: Was ist zu beachten? Generell sollten allgemeine Formulierungen vermieden werden. Wichtig ist, konkret zu beschreiben, in welchen Situationen die Verfügung gelten soll und welche Behandlungen gewünscht sind. Hierzu kann man sich ärztlich oder fachkundig beraten lassen. Zu diesem Thema sind zahlreiche Hilfestellungen und Formulierungshilfen erschienen. Das Bundesjustizministerium rät zudem, eine Vertrauensperson zu bevollmächtigen, welche den niedergeschriebenen Willen zur Geltung bringen kann. Mit dieser sollte die Verfügung ausführlich durchgesprochen werden, so dass keine Fragen offen bleiben. Betreuer und Bevollmächtigte sind generell an die Patientenverfügung gebunden. Sie müssen prüfen, ob die Fest legungen in der Patientenverfügung der aktuellen Lebens- und Behandlungssituation entsprechen. Die endgültige Entscheidung über ärztliche Maßnahmen bei entscheidungsunfähigen Patienten wird im Dialog zwischen Arzt und Betreuer bzw. Bevollmächtigtem getroffen. Sind sich Arzt und Betreuer oder Bevollmächtigte nicht über den Patientenwillen einig, wird der Patient gerichtlich geschützt: Dann entscheidet das Betreuungsgericht. Betreuungsverfügung Die Abgrenzung von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung liegt vor allem darin, dass die Vorsorgevollmacht auf grenzenloses und unkontrolliertes Vertrauen setzt, während die Betreuungsverfügung dann wirkt, wenn das Gericht es für erforderlich hält, dass die Handlungsbefugnis dem vom Verfügenden Vorgeschlagenen übertragen wird und diese Befugnis dann unter gerichtlicher Kontrolle steht. Das heißt, das Vormundschaftsgericht wacht über die Einhaltung der Verfügung. Schon in der Vorsorgevollmacht kann explizit formuliert werden, dass die Bestellung eines Betreuers vermieden werden soll. Der Bevollmächtigte erhält mit dem Dokument also die Berechtigung, auch als Betreuer tätig zu sein. Eine Fremdbetreuung ist damit ausgeschlossen. Geeignet ist eine Betreuungsverfügung für diejenigen, die niemanden haben, dem sie eine Vorsorgevollmacht ausstellen können oder wollen. Damit sichert der Betroffene vorab, dass ein gerichtlicher Betreuer trotzdem die eigenen Wünsche kennt. Und an diesen hat er sich dann zu orientieren.

17 Neuigkeiten & Wissenswertes 11 VW Polos starten durch Neue Autos für die ambulante Pflege Seit Februar dieses Jahres ist der ambulante Pflegedienst im Riebeckpark mit vier VW Polos quer durch Halle unterwegs. Die»Neuen«lösen die ehemaligen Smart- Autos ab und punkten dabei mit wesentlich mehr Komfort: viel Platz, vier Sitzen und einem geräumigen Kofferraum.»Somit haben wir endlich Platz, mehrere Patienten gleichzeitig zum Arzt zu fahren und auch problemlos die Lebensmitteleinkäufe zu transportieren. Das war im Smart schon schwieriger«, sagt Christina Ehnert, Pflegedienstleiterin des ambulanten Pflegedienstes. Stolz präsentiert Christina Ehnert ihren neuen Flitzer. Außergewöhnliche Gäste bereiten den Stiftungsbewohnern immer wieder ein tierisches Vergnügen. Streicheln, staunen, spielen Stiftungsbewohner freuen sich über Besucher aus Zoo und Co. Ob Zwergschaf Tamina, Angorakaninchen Horst, Esel Lena oder Golden Retriever-Dame Sunny Tiere sind immer wieder gern gesehene Gäste in den Häusern der Paul-Riebeck-Stiftung. Vor allem bei Bewohnern, die selbst einmal Haustiere besessen haben oder nicht mehr allein in den Zoo gehen können, sorgen die tierischen Besucher für die einen oder anderen Glücksmomente. Längst ist es auch kein Geheimnis mehr, dass insbesondere an Demenz erkrankte Senioren äußerst positiv auf die Begegnung mit Hund und Co. reagieren, die sie oftmals an die fröhlichen Augenblicke mit ihren Tieren zurückerinnern lässt. Doch nicht nur die Senioren unter den Stiftungsbewohnern zeigen sich fasziniert von den tierischen Gesellen. Auch für die Menschen mit geistigen Behinderungen, die im Förderwohnheim Akazienhof leben, stellt der Kontakt zu Schlangen, Spinnen oder Nagetieren ein besonderes Erlebnis dar. Schon zweimal brachte Stiftungsmitarbeiterin Maria Antoniadis ihre Reptilien mit, die von den Bewohnern neugierig beäugt und gestreichelt wurden. Und ganz voller Vorfreude warten sie schon auf den nächsten Besuch.

18 12 Neuigkeiten & Wissenswertes Nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen Wii -Spielekonsole ist im Altenpflegeheim Riebeckpark beliebter denn je Spielerisch zu mehr Gleichgewicht kom men die Bewohner im Altenpflegeheim Riebeckpark auch in diesem Jahr wieder mit der Wii. Die Nintendo-Spielekonsole und das dazugehörige»interbalance«standbrett machen es möglich, dass real ausgeführte Bewegungen auf einem Computerbildschirm angezeigt werden. Seit Januar finden die Übungen immer vormittags statt, mindestens einmal monatlich in jedem Wohnbereich. Neu ist zudem ein Wii -Spiel, mit dem vieles im Sitzen machbar ist. Zum Beispiel ein virtuelles Bowling-Spiel, an dem nun auch Bewohner im Rollstuhl aktiv teilnehmen können. Per Knopfdruck zum Bowling: Die Bewohner des Altenpflegeheims Riebeckpark haben viel Spaß mit den neuen Wii -Spielen. Versammlung und Reisepläne Bewohnerbeirat lud ein, Bildungsangebot wird fortgesetzt Am 29. Januar lud der Bewohnerbeirat des Förderwohnheims für Menschen mit geistigen Behinderungen zur Jahres - versammlung ein.»an den Versammlungen kann jeder teilnehmen und seine Meinung sagen«, erklärt Eberhard Friedrich,»und die Möglichkeit wurde auch reichlich genutzt.«nach dem Treff zum Kaffee und dem Bericht des Beirats konnte jeder ans Mikrofon treten, Lob und Kritik äußern.»der Clou«, so Friedrich weiter,»war, dass sich Beiratsvorsitzende Ingeborg Schindler die Punkte vom Vorjahr notiert hatte und nun den Stand der Dinge dazu abfragen konnte.«zudem werden in diesem Jahr wieder Unternehmungen im Projekt»Sachsen-Anhalt erleben«für den Bewohnerbeirat geplant: Nachdem im letzten Jahr Halberstadt und Bad Dürrenberg auf dem Plan standen, geht es in diesem Jahr in die Lutherstadt Wittenberg (18. Juni) und in die Stadt mit dem berühmten Goethe-Theater, Bad Lauchstädt (10. September).

19 Neuigkeiten & Wissenswertes 13 Seniorenbegleiter, die dritte! Weiterbildungsangebot stößt erneut auf große Resonanz Zum dritten Mal initiiert die Paul-Riebeck-Stiftung gemeinsam mit der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.v. die Fortbildung für Ehrenamtliche zum Seniorenbegleiter. Die Weiterbildungsreihe, bestehend aus zehn Modulen, startete am 30. Januar 2014 und wird am 19. Juni mit einer feier - lichen Zertifikatsübergabe enden. Der Fokus der Schulung liegt diesmal unter anderem auf dem Thema»Palliative Pflege«. Damit soll den teilnehmenden Ehrenamtlichen vor allem mehr Sicherheit in der Begleitung älterer und kranker Menschen gegeben werden. Unterstützung erhalten die Initiatoren erstmals vom Palliativ-Verein für ambulante und stationäre Palliativarbeit e.v. Halle, Experten aus hiesigen Ethik-Komitees sowie dem Team der Speziellen Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) der ElisabethMobil ggmbh.»20 Teilnehmer aus den verschiedensten Einrichtungen der Stadt, dazu eine lange Warteliste und zahlreiche positive Rückmeldungen der Ehrenamtlichen zeigen mir, wie gewinnbringend und sinnstiftend unser Weiterbildungsangebot ist. Diese große Resonanz freut mich sehr und bestätigt mich darin, im kommenden Jahr einen vierten Kurs anzubieten«, sagt Diana Krannich, Koordinatorin Ehrenamt in der Paul-Riebeck-Stiftung. Schönheit ist keine Frage des Alters Bewohner im Riebeckpark lassen sich verwöhnen Pflegende Gesichtsmasken, wohltuende Handmassagen und peelings: Von Februar bis Juni dieses Jahres gibt es für die Bewohner im Altenpflegeheim Riebeckpark kleine Kosmetikbehandlungen der besonderen Art. Einmal pro Woche kommen hier knapp zehn Schüler der Berufsbildenden Schule für Gesundheit, Körperpflege und Sozialpädagogik einen Vormittag lang zu Besuch, um die Senioren zu verwöhnen. Das Angebot hat die Schule selbst entwickelt. Die Kooperation kam zustande, nachdem eine Schülerin im Altenpflegeheim Riebeckpark ein Praktikum in der Ergotherapie absolviert hatte. Bei den Bewohnern sind die Behandlungen beliebt, so auch bei Rita Erchen.»Eine Creme-Maske für das Gesicht ist einfach etwas Erfrischendes. Außerdem bin ich schon früher öfter zur Kosmetik gegangen«, sagt die 76-Jährige. Eine ganz neue Erfahrung sind die Besuche hingegen für die beiden Schüler Franziska Schulze und Henry Nolte. Beide sind sich einig:»am besten gefallen uns die Gespräche mit den Bewohnern. Es ist spannend, zu erfahren, was sie in ihrem Leben schon alles erlebt haben.«ganz behutsam verwöhnen Henry Nolte und Franziska Schulze die Bewohner im Altenpflegeheim Riebeckpark.

20 14 Neuigkeiten & Wissenswertes Gemeinschaft gebildet: Gerne zusammen sind auch Ingeborg Spranger (links) und Maria Arndt. Jubiläum in der Otto-Kilian-Straße Erste Mieter zogen vor zehn Jahren ein»ja, schreiben Sie das bitte auf«, lacht Ingeborg Spranger, während sie mit Maria Arndt beim Kaffee in ihrem Wohnzimmer sitzt,»dass ich hier glücklich bin und dass ich mich für die schöne Wohnung bedanke!«seit dem 1. April 2004 lebt die 80-Jährige mit einem ihrer beiden Söhne in den senioren- und behindertengerechten Wohnungen in der Otto-Kilian-Straße, im Haus Nummer 38. Ihr Sohn Uwe wird wochentags von 8 bis Uhr in der Tagespflege in der Bugenhagenstraße betreut, ansonsten leben die beiden gemeinsam in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss, kümmert sich die Frau um den 46-Jährigen, der sich u. a. speziell ernähren muss.»das war damals eine wunderbare Lösung«, erzählt die gern zu einem Lachen Aufgelegte,»wir fühlen uns hier wohl, ich bin Frau Pospischil sehr dankbar.«die Bewohner der Otto-Kilian-Straße 38 und 39 können durch die Nähe zum Akazienhof selbstbestimmt leben und»man lebt hier gut, ist nie einsam, und wenn man seine Ruhe braucht, kann man auch für sich sein.«sind aber, sollte einmal Hilfe vonnöten sein, jederzeit gut versorgt. Die Häuser sind barrierefrei und mit Fahrstühlen ausgestattet, die Wohnungen großzügig und hell.»als wir einzogen, waren wir quasi noch Teenager, nun gibt es bereits einige über 90-Jährige unter uns.«von Anfang an hätten sie eine gute Gemeinschaft gehabt, bestätigt auch Maria Arndt. Die 87-Jährige lebt ebenfalls seit 2004 hier. Die gelernte Stenotypistin, die viele Jahre als Sekretärin arbeitete und Mutter dreier Kinder ist, war von Beginn an mit Ingeborg Spranger befreundet:»man lebt hier gut, ist nie einsam, und wenn man seine Ruhe braucht, kann man auch für sich sein.«vor ihrem Einzug lebten beide bereits im Viertel, so dass sie letztlich wohnen bleiben konnten, wo sie sich schon lange zuhause fühlten.»über das Jubiläum 10 Jahre Otto-Kilian-Straße freuen wir uns und staunen, wie schnell die Zeit vergangen ist!«, so die beiden Seniorinnen. Im November steht das nächste Jubiläum an: Die senioren- und behindertengerechten Wohnungen in der Cansteinstraße 3 und 4 begrüßten vor zehn Jahren ihre Mieter.

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