Vermögen. mehr. 20 Jahre Schoellerbank Vermögensverwaltung. Elite report: mit Zuverlässigkeit an die Spitze

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1 mehr Vermögen Kundenmagazin der Schoellerbank 20 Jahre Schoellerbank Vermögensverwaltung Elite report: mit Zuverlässigkeit an die Spitze Besser investieren mit hilfe einer Checkliste der Pleitegeier verschont auch Kaiser und Könige nicht

2 INHALT & EDITORIAL mehr Vermögen Kundenmagazin der Schoellerbank Inhalt & Editorial 03 Mag. Franz Witt-Dörring: ein erfolgreiches Jahr für die Schoellerbank TRENDS & PERSPEKTIVEN 04 Elite Report: mit Zuverlässigkeit und Präzision an die Spitze 06 Schoellerbank Vermögensverwaltung: 20 Jahre höchste Qualität für Anleger 10 Interview: Die Grundströmung ist entscheidend, nicht die Oberflächenbewegung 12 Mittelstandsanleihen Renditeturbo oder Privatkundenfalle? Börsen & Märkte 14 Immobilien in guter Lage bleiben interessant 16 Die Goldhausse und die andere Seite der Medaille 18 Steuerlicher Blick auf das Depot für den Privatanleger 20 Besser investieren mit Hilfe einer Checkliste WISSEN & WERTE 22 Der Pleitegeier verschont auch Kaiser und Könige nicht 24 Let me entertain you KULTUR & GESELLSCHAFT 26 Eventberichterstattung Impressum Medieninhaber: Schoellerbank Aktiengesellschaft 2012, Renngasse 3, 1010 Wien; Firmensitz: Wien Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien Firmenbuchnummer: m, DVR-Nr.: Alle Rechte vorbehalten Ausführliches Impressum unter Redaktion und Produktion: Mag. Rolf Reisinger (Chefredakteur), Schwarzstraße 32, 5027 Salzburg, Tel. 0662/ Fotos: Schoellerbank, imagno, Fotolia, Shutterstock, Hans Jörg Michel/Salzburger Festspiele, Underberg/Schlumberger, Karlsberg, Zamek Nahrungsmittel, Titelbild: mradlgruber/shutterstock Endredaktion: ikp Salzburg PR und Lobbying GmbH Grafik: Ingeborg Schiller Lektorat: MasterText Druck: Druckerei Roser, Salzburg KONTAKT: Hinweis: Soweit in dieser Broschüre Marketingmitteilungen enthalten sind, werden diese speziell gekennzeichnet. Für Marketingmitteilungen gilt Folgendes: Diese Empfehlungen und Informationen sind Marketingmitteilungen (Werbung) und enthalten weder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über eine Wertpapierdienstleistung oder eine Nebendienstleistung abzugeben. Marketingmitteilungen können eine Anlageberatung nicht ersetzen. Ausschließlich bei Anlageberatung kann die Schoellerbank die persönlichen Verhältnisse des Kunden berücksichtigen sowie eine umfassende und kundenspezifische Eignungsprüfung durchführen. Haftungsbeschränkung: Alle Empfehlungen und Informationen beruhen auf verlässlichen Quellen und sorgfältigen Analysen, enthalten jedoch Schätzungen und Werturteile, die jederzeit einer Änderung unterliegen können. Die Schoellerbank ist zu einer Aktualisierung dieser Empfehlungen und Informationen nicht verpflichtet. Die Haftung der Schoellerbank für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und Analyse und den darauf beruhenden Empfehlungen und Informationen wird ausgeschlossen. 02 mehr Vermögen 04/2012

3 INHALT & EDITORIAL Liebe Kundinnen und Kunden, sehr geehrte Damen und Herren! In der vorliegenden Ausgabe 4/2012 unseres Kundenmagazins mehr Vermögen haben wir einige Themen vorbereitet, die für Sie von besonderem Interesse sein dürften. Auf den Seiten sechs bis elf beleuchten wir das 20-jährige Jubiläum unserer Vermögensverwaltung. Wir zeigen Ihnen, wie aus einigen einfachen, aber sehr soliden Gestaltungsgedanken ein modernes und komplexes Instrument zur Verwaltung von Vermögen entstanden ist. Von den damaligen Proponenten sind heute noch einige für unser Haus tätig. Allen voran mein Vorstandskollege Mag. Heinz Mayer, der sich im Jahr 1992 in leitender Funktion des Themas Vermögensverwaltung annahm. In dieser Zeit wurde auch der zentrale Anlagegrundsatz Investieren statt Spekulieren geboren. Die damit verbundene strenge Qualitätsorientierung bei unseren Anlageempfehlungen hat sich bis heute nicht geändert und als sehr erfolgreich erwiesen. Folgen Sie den Spuren kleiner Anfänge von vor 20 Jahren bis zu einem ansehnlichen, für Kunden verwalteten Vermögen in der Gegenwart. Genauso spannend wie die Innensicht ist auch die Wahrnehmung unseres Hauses von außen. Halten wir dem kritischen Blick unabhängiger Markttester stand, die objektiv und unbestechlich Jahr für Jahr die Private Banking Szene durchforsten und penibel die dort tätigen Institute prüfen? Ja, wir halten stand und nicht nur das: Die Schoellerbank zählt schon seit Jahren zu den mit Abstand besten Vermögensverwaltern im deutschsprachigen Raum. Die Höchstnote summa cum laude, die die Elite Report Edition zusammen mit der deutschen Tageszeitung Handelsblatt vergibt, zählt zu den begehrtesten. Denn das Teilnehmerfeld ist sehr groß und durchwegs prominent. Häuser wie Berenberg Bank, Julius Bär, Bank Sarasin, Fürst Fugger Privatbank, LGT, Pictet & Cie stehen auch mit österreichischen Privatbanken im Wettstreit. Vor Kurzem wurden nun die heurigen Testergebnisse im Elite Report der Vermögensverwalter 2013 bekanntgegeben. Die Freude war groß, als wir erfahren haben, dass die Schoellerbank zusammen mit fünf anderen Banken den ersten Platz im Ranking einnimmt. Diesen wunderbaren Erfolg verdanken wir nicht nur dem Fleiß und dem unermüdlichen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern insbesondere auch dem großen Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden in uns. Das Jahr 2012 war aufregend 2013 wird wahrscheinlich nicht anders sein. Und es bleibt dabei: Wir werden uns wieder mit voller Kraft darum kümmern, Ihr Vermögen zu schützen und ertragreich zu investieren. Genießen Sie im Kreis Ihrer Lieben eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachtstage. Wir wünschen Ihnen alles Gute! Herzliche Grüße Ihr Mag. Franz Witt-Dörring Vorstandsvorsitzender mehr Vermögen 04/

4 TRENDS & PERSPEKTIVEN Vor wenigen Tagen wurde der Elite Report 2013 veröffentlicht. Mit einem herausragenden Ergebnis für die Schoellerbank, die zu einem der besten Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum gekürt wurde. Hans-Kaspar von Schönfels, Chefredakteur des Elite Report, im Interview über das Testurteil und die Bedeutung des Elite Report. Ein Artikel von Mag. Rolf Reisinger, Pressesprecher Platz eins: mit Zuverlässigkeit und Präzision an die Spitze Der Elite Report beurteilt alljährlich die Qualität von Vermögensverwaltungen im deutschsprachigen Raum. Was hat ein Kunde einer Vermögensverwaltung vom Urteil der Jury? Der Kunde erhält Orientierung und kann somit das Risiko, an eine falsche Adresse zu geraten, reduzieren. die Prozesshäufigkeit an, sondern blicken auch neben allen anderen Prüfparametern tief in die Kennzahlen. Wir wissen, wer triefend rot ist, neigt dazu lange Finger zu machen, erwirtschaftet also hinter dem Rücken des Kunden Provisionen. Haben sich die Inhalte bzw. Kriterien der Prüfungen des Elite Report in den vergangenen Jahren verändert? Ja, sehr. Neben den erlebnisgeprägten Testeindrücken in der Beratung an sich schauen wir heute nicht nur An Präzision und Zuverlässigkeit und alles in einem menschlich angenehmen Rahmen ist die Schoellerbank nicht zu übertreffen. Die Pyramide der Ausgezeichneten Reihung nach erreichter Punktezahl 04 mehr Vermögen 04/2012

5 TRENDS & PERSPEKTIVEN Preisverleihung am 19. November 2012 in der Münchner Residenz: 1. Platz im Elite Report Ranking für die Schoellerbank ein unvergessliches Erlebnis (v. li.): Hubert Seiwald, Standortleiter Makartplatz/Salzburg, Alois Limberger, Landesdirektor Ö-Ost, Gerold Humer, Landesdirektor Ö-Mitte, Peter Jenewein, Landesdirektor Ö-West, Mag. Franz Witt-Dörring, Vorstandsvorsitzender, Katja Hessel, Staatssekretärin im bayerischen Wirtschaftsministerium, Mag. Heinz Mayer, Vorstandsmitglied, Hans-Kaspar von Schönfels, Chefredakteur des Elite Report. Die vergangenen Jahre waren für Anleger nicht leicht. Was braucht es, um in solchen Situationen unter die Elite der Vermögensverwalter zu kommen? Gegen Kundenmissbrauch helfen Akkuratesse und Präzision in der Beratung sowie Ehrlichkeit und Professionalität. Wer hierbei gut ist, der ist elitetauglich. Sie haben einen guten Überblick über die Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum. Was macht den Unterschied zwischen guten und herausragenden Anbietern? Die Guten nutzen ihren Kunden nicht aus, sondern dienen ihm, indem sie das Vermögen schützen. Die Herausragenden fallen wegen ihrer Leistungen auf. Sie erhalten und mehren das Vermögen nachhaltig. Ungeeignete Vermögensverwalter rentabilisieren ihren Kunden, ohne Verantwortung für das Vermögen zu übernehmen. Die Schoellerbank ist kontinuierlich unter den besten Vermögensverwaltern im deutschsprachigen Raum und schaffte es zuletzt sogar an die Spitze. Was braucht es aus Ihrer Sicht, um so ein Ergebnis zu erreichen? Klares Qualitätsbewusstsein und vor allem geeignete Beraterpersönlichkeiten, denen Tugenden und Charakterfestigkeit nicht fremd sind. Können Sie das Urteil über die Schoellerbank in einem Satz zusammenfassen? An Präzision und Zuverlässigkeit und alles in einem menschlich angenehmen Rahmen ist die Schoellerbank nicht zu übertreffen. n Herzlichen Dank für das Gespräch! Der Elite Report 2013 Erfinder und Chefredakteur des Elite Report: Hans-Kaspar von Schönfels Der Elite Report wird seit Jahren in Kooperation mit der renommierten Tageszeitung Handelsblatt herausgegeben und gilt als der größte und strengste Branchentest für Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum. Abhängig von der erreichten Punktezahl werden die Prädikate cum laude, magna cum laude und summa cum laude verliehen. Für den Elite Report 2013 wurden 383 Vermögensverwaltungen getestet. Im Zentrum standen bei diesen anonymen Prüfungen die Themen Vermögenserhalt und Zuverlässigkeit, die Tester führten mehr als Beratungsgespräche und achteten stark auf die Persönlichkeit und Kompetenz ihrer Ansprechpartner. In die Elite der Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum schafften es insgesamt 44 Anbieter. Demnach ist nur knapp jeder neunte Vermögensverwalter wirklich empfehlenswert. Die Schoellerbank erhielt zum achten Mal in Folge die Bestnote summa cum laude. Nachdem die Privatbank seit Jahren unter den besten Vermögensverwaltern im deutschsprachigen Raum rangiert, gelang beim Elite Report 2013 noch einmal ein Sprung nach oben: Die Schoellerbank liegt in der Ausgabe 2013 gleichauf mit fünf weiteren Banken auf Platz eins der Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum. Der Elite Report zum Nachlesen: mehr Vermögen 04/

6 TRENDS & PERSPEKTIVEN Im Jahr 1992 vor genau 20 Jahren wurde die Vermögensverwaltung der Schoellerbank gegründet. Die Erfolgsgeschichte im Überblick. Ein Artikel von Mag. Rolf Reisinger, Pressesprecher Schoellerbank Vermögensverwaltung: 20 Jahre höchste Qualität für anleger Es war die Zeit als das Internet begann, seinen Siegeszug um die Welt anzutreten, als das Wort Globalisierung langsam im allgemeinen Sprachgebrauch auftauchte und der Markt der Finanzpro- dukte interessanter, aber auch unübersichtlicher und weltumspannender wurde. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Schoellerbank im Jahr 1992, eine Vermögensverwaltung einzurichten. Die Idee dahinter: Depots mit Anleihenschwerpunkt brachten in den vergangenen 20 Jahren gute und stabile Erträge. 275 Vermögensverwaltung mit Anleihenfonds* Ø Performance +4,77 % p.a. 250 Vermögensverwaltung mit Schwerpunkt Anleihenfonds Ø Performance +4,82 % p.a *) Diese Variante besteht seit Daher wurden zur Berechnung der Historie bis die Daten der Vermögensverwaltung mit Individualwerten herangezogen Quelle: Schoellerbank Depots mit Aktienschwerpunkt verzeichneten hohe Wertschwankungen. Zwischenzeitliche Höchststände sind in Reichweite bzw. konnten bereits wieder überschritten werden Gemischte Vermögensverwaltung mit Aktien- und Anleihenfonds Vermögensverwaltung mit Schwerpunkt Aktienfonds Ø Performance +4,89 % p.a. Ø Performance +4,57 % p.a. Die Performance beider Grafiken bezieht sich auf die Periode vom bis und berücksichtigt bereits den Abzug der anteiligen Kosten. Steuerliche Aufwendungen sowie die Verwaltungsgebühr sind nicht enthalten. Performanceergebnisse der Vergangenheit sollten zu Ihrer Information dienen, lassen jedoch keine Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen zu Quelle: Schoellerbank 06 mehr Vermögen 04/2012

7 TRENDS & PERSPEKTIVEN Die Schoellerbank bewies in den vergangenen Jahren Kontinuität: in der Anlagestrategie wie auch bei den Beratern. Bestens ausgebildete Experten kümmern sich um die Veranlagung des von Kunden anvertrauten Vermögens und nutzen die Ertragschancen an den Kapitalmärkten optimal. Das professionelle Vermögensmanagement auf höchstem Qualitätsniveau war als Dienstleistung für private Kunden ebenso gedacht wie für institutionelle Anleger und in weiterer Folge für Stiftungen. Enormes Wachstum Das Interesse an der Vermögensverwaltung war von Beginn an sehr groß. Lag das Depotvolumen im Jahr 1993 bei rund 28 Millionen Euro, betreut die Schoellerbank Vermögensverwaltung heute ein Volumen von über 1,6 Milliarden Euro. Rund zwei Drittel des gesamten Depotvolumens der Bank umfassen mittlerweile gemanagte Produkte (inkl. der Schoellerbank Fonds). Zwei Jahre nach der Gründung der Vermögensverwaltung 1994 wurde die Schoellerbank Invest AG als hauseigene Fondsgesellschaft gegründet. Sie hat sich als Motor für interessante und nachhaltig ertragreiche Innovationen am Anlagemarkt einen Namen gemacht und zeichnet heute für 39 Fonds verantwortlich. Aktive Suche nach Chancen hat sich bewährt Ein außerordentlicher Qualitätsanspruch zieht sich wie ein roter Faden durch die 20-jährige Erfolgsgeschichte der Vermögensverwaltung der Schoellerbank. Wir suchen am Markt ganz gezielt und aktiv nach Chancen und versuchen Fehler, die das Vermögen schmälern, zu vermeiden, beschreibt Robert Karas, Leiter des Asset Managements der Schoellerbank, die Herangehensweise des aktiven Managements. Nicht der Blick auf die Vergangenheit zählt, sondern das Erkennen von potenziellen Chancen und Risiken in der Zukunft. Markttrends werden immer wieder antizyklisch genutzt. Bei Übertreibungen nach oben oder unten bei Euphorie oder Angst am Markt positioniert sich die Schoellerbank bewusst gegen den Trend. Geschichte der Investmentfonds Ein Artikel von Anita Ochsenhofer, Spezialistin Vertriebsunterstützung/Schoellerbank Invest AG, und Mag. Thomas Meitz, Vorstand Schoellerbank Invest AG n Amsterdam 1774: Adriaan van Ketwich gründet das erste Gemeinschaftsvermögen. n Schottland 1860: Die erste Investmentgesellschaft wird gegründet. n London 1868: Gründung des Foreign and Colonial Government Trust, des ersten Investmentfonds weltweit. n USA 1894: Gründung der ersten Kapitalanlagegesellschaft bis 1929 werden es über 700. n Deutschland 1949: Gründung der ersten Fondsgesellschaft Deutschlands, der ADIG (Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft). n Österreich Okt. 1956: Österreichs erste Investmentgesellschaft wird gegründet, die ÖIG (Österreichische Investment Gesellschaft m.b.h.). n Österreich Dez. 1956: Österreichs erster Investmentfonds, der Selecta (ein europäischer Aktienfonds), wird aufgelegt. mehr Vermögen 04/

8 TRENDS & PERSPEKTIVEN Vorausschauendes Handeln und selektive Streuung Diese konsequente Haltung hat sich schon oft bewährt, Gewinne ermöglicht und Verluste vermieden, bilanziert Karas. So hat die Schoellerbank schon im Jänner 2010 alle Griechenland-Anleihen verkauft lange bevor die finanziellen Schwierigkeiten am Peloponnes in aller Munde waren. Im Oktober 2010 wurden Währungen außerhalb der EU verstärkt ins Portfolio aufgenommen, Anfang 2012 die Aktienquote übergewichtet. Und nicht zuletzt gehört die selektive Streuung der Investments über alle Anlageklassen und Regionen hinweg zu einem Erfolgsfaktor der Schoellerbank Vermögensverwaltung. Die Aktienportfolios sind global ausgerichtet, um in Unternehmen investiert zu sein, deren Geschäftsentwicklung nicht ausschließlich von Europa abhängig ist. Die Streuung sorgt für Sicherheit. SterneRating sorgt für Transparenz Nur die besten Anlagemöglichkeiten erhalten nach umfassender Analyse das Schoellerbank Qualitätssiegel, das die Voraussetzung für die Investition von Geldern aus der Vermögensverwaltung ist. Alle empfohlenen Aktien, Anleihen oder Fonds werden nach strengen und transparenten Kriterien bewertet. Das Ergebnis dieser Analyse drückt sich im Schoellerbank SterneRating aus: Je besser die Qualität eines Investments, desto höher die Anzahl der Sterne. Bewährtes Team Die beste Analyse und eine sehr fundierte Einschätzung brauchen aber vor allem Persönlichkeiten, die mit einer zum kundenorientierten Stil der Privatbank passenden Grundeinstellung arbeiten. Das Team der Vermögensverwaltung prägen auch heute Menschen, die sich seit Anbeginn dem hohen Qualitätsanspruch des Hauses verschrieben haben. Regelmäßige Besprechungen zwischen Beratern, Analysten, Financial Planning und Asset Management stellen sicher, dass der Informationsfluss optimal läuft. Vermögensverwaltung in vielen Varianten Vermögensverwaltung bedeutet bei der Schoellerbank ein hohes Maß an Individualisierung. Schon 1992 wurden mehrere Varianten der Vermögensverwaltung angeboten. Am Beginn der Zusammenarbeit mit den Kunden steht immer eine systematische Analyse der individuellen Situation und die Erarbeitung eines maßgeschneiderten Anlagekonzeptes. Kunden können zwischen einer Vermögensverwaltung mit Fonds und einer Vermögensverwaltung mit Individualwerten wählen, die jeweils wieder in unterschiedlichen Ausrichtungen von reinen Anleihen über gemischte Varianten bis hin zu reinen Aktiendepots zur Verfügung stehen. Für institutionelle Anleger und Privatkunden mit großem Investmentvolumen legt die Schoellerbank exklusive Spezialfonds auf. Zahlreiche Auszeichnungen Dass die Schoellerbank Vermögensverwaltung hervorragende Ergebnisse und bestes Service bietet, zeigt nicht nur die hohe Zufriedenheit der Kunden. Auch bei internationalen Rankings und Auszeichnungen schneidet die Schoellerbank bestens ab. Im Elite Report 2013 wurde sie abermals unter die besten Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum gewählt. Bei Morningstar erreichen Fonds der Schoellerbank n Österreich 1969: Erster Anleihenfonds Österreichs wird aufgelegt: der Combirent, welcher auch heute noch aktiv angeboten wird. n Wien 1988: Gründung des Branchen-Dachverbandes VÖIG (Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften). n 1991/1992: Die Schoellerbank beauftragt die Sparinvest mit der Auflage von drei Fonds; u. a. wurde der Schoellerbank Vorsorgefonds als erster hauseigener Fonds aufgelegt. n 1994: Gründung der Schoellerbank Invest AG und Übernahme der drei bestehenden Investmentfonds von der Sparinvest. n 1994: Gründung des ersten Geldmarktfonds Österreichs durch die Schoellerbank Invest: Schoellerbank Kurzinvest. n 1995: Auflage des Schoellerbank Euro Alternativ, des ersten Anleihenfonds Österreichs, der ausschließlich in Währungen außerhalb der Europäischen Währungsunion (EWU) investiert. n 1998: Schoellerbank Invest legt ersten Dachfonds Österreichs, den All World, auf. n 1998: Auflage des ersten Pensionsinvestmentfonds Österreichs durch die Schoellerbank Invest. 08 mehr Vermögen 04/2012

9 Die Abteilungsleiter von Stehend v. li.: Walter Neumann, Wertpapiergeschäft, Alfred Eder, Privatkundengeschäft, Jürgen Danzmayr, Vorstand, Wilfried Forstinger, Privatkundengeschäft. Sitzend v. li.: Mag. Heinz Mayer, Vermögensverwaltung, Ernst Huber, Wertpapiertechnik, Christian Fegg, Devisenhandel, Klaus Schuster, Vermögensanlage. Diskutierten kürzlich zum Thema 20 Jahre Vermögensverwaltung mit Kunden: Alois Limberger, Landesdirektor, Christian Fegg, Finanzanalyst, Vorstandsvorsitzender Mag. Franz Witt-Dörring, Mag. Felix Düregger, Fondsmanager, Vorstand Mag. Heinz Mayer und Robert Karas, Leiter Asset Management (v. li.). regelmäßig Top-Bewertungen. Als erste Bank Österreichs hat die Schoellerbank übrigens ihre Performance-Berechnungen durch die renommierte Wirtschaftsprüfungsagentur Deloitte zertifizieren lassen. Antizyklisch investieren Bleibt die Frage: Auf welche Schwerpunkte kommt es in der nächsten Zeit bei der Vermögensverwaltung aus der Sicht der Schoellerbank an? Eine hohe Aktienkomponente und die Beimischung von Fremdwährungen sind sicher Schlüsselfaktoren, ist Robert Karas überzeugt: Qualitätsaktien sind unumgänglich für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie haben Sachwert-Charakter und sollten in keiner Asset-Allokation fehlen. Und nicht zuletzt wird die Schoellerbank genau auf Übertreibungen des Marktes nach oben oder unten achten. Schließlich hat sich antizyklisches Investieren bisher bestens bewährt. n Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. die Fondsbestimmungen der genannten Schoellerbank Investmentfonds wurden von der Finanzmarktaufsicht bewilligt und sind mit in Kraft getreten. Einige der genannten Investmentfonds investieren mehr als 35 % ihres Fondsvermögens in Wertpapiere von Mitgliedstaaten, Gebietskörperschaften und/oder internationalen Einrichtungen öffentlich-rechtlichen Charakters. Einige der genannten Investmentfonds können bis zu 100 % ihres Fondsvermögens in andere Investmentfonds investieren. aufgrund der Zusammensetzung ihres Portfolios können einige der genannten Investmentfonds eine erhöhte Volatilität aufweisen. details entnehmen Sie bitte den Informationen zum jeweiligen Fonds. Die Informationen beruhen auf Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Eine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Wir weisen darauf hin, dass die Prospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen (KID) aller in dieser Publikation genannten, von uns verwalteten Investmentfonds entsprechend den Bestimmungen des InvFG erstellt wurden, wichtige Risikohinweise enthalten und die alleinige Verkaufsunterlage darstellen. Die veröffentlichten Prospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen (KID) der Schoellerbank Fonds in deutscher Sprache in der jeweils aktuellen Fassung stehen dem Interessenten unter fondspublikationen kostenlos zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung sowie allfällige weitere Abholstellen sind auf der Homepage der Schoellerbank Invest AG (www.schoellerbank.at) ersichtlich. Diese Unterlage dient als zusätzliche Information und berücksichtigt nicht die individuellen Bedürfnisse der Anleger. Jedem Angebot zum Abschluss eines Vertrages geht grundsätzlich ein eingehendes Beratungsgespräch mit dem Kunden isd 43 ff WAG voran. Deshalb stellt diese Information auch keine Empfehlung in Bezug auf Wertpapierdienstleistungen oder Finanzinstrumente dar. Irrtum und Druckfehler vorbehalten. Zu den Beschränkungen des Vertriebes der Schoellerbank Fonds an amerikanische Staatsbürger entnehmen Sie die entsprechenden Hinweise auf der Seite 2 des Prospektes des jeweiligen Fonds. Für den Inhalt verantwortlich: Schoellerbank Invest AG und Asset Management der Schoellerbank Aktiengesellschaft. n 2002: Erster Fonds Österreichs mit Inflationsschutz wird durch die Schoellerbank Invest aufgelegt: der Schoellerbank Realzins Plus. n 2005: Auflage des Schoellerbank Zinsstruktur Plus, des ersten Fonds in Österreich, der in strukturierte Zinsprodukte investiert. n 2002 bis 2012: Die Schoellerbank Invest erhält in diesem Zeitraum insgesamt 29 Fonds-Awards bzw. ähnliche Auszeichnungen und erreicht viele zweite und dritte Plätze. n 2012: Verleihung des Morningstar Awards 2012: die Schoellerbank wird als Best Fund House: Specialist Fixed Income sowohl in Deutschland als auch in Österreich ausgezeichnet. n 2012: Über 50 % der Publikumsfonds, die gemäß Anlagestrategie der Schoellerbank gemanagt und von Morningstar bewertet werden, weisen vier bzw. fünf Sterne im Rahmen des Morningstar Gesamtratings auf. n 2012: Die Schoellerbank Invest AG verwaltet ein Volumen von rund EUR 2,74 Mrd. verteilt auf 39 Investmentfonds. n Österreich 2012: 23 österreichische Kapitalanlagegesellschaften verwalten ein Volumen von etwa EUR 143 Mrd. verteilt auf über Investmentfonds. n mehr Vermögen 04/

10 TRENDS & PERSPEKTIVEN die Grundströmung ist entscheidend, nicht die oberflächenbewegung Mag. heinz Mayer, Vorstand der Schoellerbank und Chief Investment officer (CIo), war 1992 der Gründer der Schoellerbank Vermögensverwaltung. Im Interview mit mehr Vermögen blickt er auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück und nennt antizyklisches handeln als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Wie ist die Idee, eine Vermögensverwaltung aufzubauen, entstanden? Anfang der 1990er-Jahre suchte die Schoellerbank nach neuen Möglichkeiten, die Produkt- und Dienstleistungspalette für Privatkunden auszubauen und ihnen eine noch bessere Betreuung zu bieten. Neben Empfehlungslisten und Markteinschätzungen gehörte auch die Idee einer Vermögensverwaltung zu diesem neuen Servicepaket. Der Aufbau der Vermögensverwaltung war eine spannende Herausforderung. Es gab viel gestalterischen Spielraum und die Möglichkeit, neue Pfade zu beschreiten. Wie groß die Passion für die Vermögensverwaltung ist, zeigt die Tatsache, dass das Kernteam, das diesen Bereich aufgebaut hat, bis heute mit dabei ist. Welche Rolle spielen die Berater? Sie sind unser wichtigstes Bindeglied zu den Kunden. Wenn uns ein Kunde ein Mandat zur Vermögensverwaltung erteilt, ist das ein enormer Vertrauensbeweis gegenüber seinem Berater und dem Know-how der Schoellerbank. Es gibt Berater, die seit Anbeginn bei uns sind und bei denen sich neun von zehn Kunden für eine Vermögensverwaltung entschieden haben. Das hat auch viel mit Engagement zu tun und damit, dass Anlageentscheidungen ausschließlich zum Wohl unserer Kundinnen und Kunden getroffen werden. Was kennzeichnet die Vermögensverwaltung der Schoellerbank besonders? Es gab von Beginn an eine bedingungslose Hinwendung zu höchster Qualität, die sich im Grundsatz Investieren statt Spekulieren am treffendsten zusammenfassen lässt. Spekulieren hieße, Trends hinterherzulaufen und auf kurzfristige Erfolge zu schauen. Bei Investitionen geht es aber um Sicherheit und nachhaltigen Ertrag. Wir laufen nicht mit der Masse, sondern handeln auf Basis fundierter Analysen oft antizyklisch: Man muss auf die Grundströmung achten und darf sich nicht von der Oberflächenströmung täuschen lassen. Es zeigt sich immer wieder, dass es wichtig ist, die herrschende öffentliche Meinung zu hinterfragen und sich gegenteilig zu positionieren. Dieser Mut zu antizyklischem Handeln ist sicher charakteristisch für die Schoellerbank. Mag. Heinz Mayer, Vorstand der Schoellerbank, blickt auf 20 Jahre Vermögensverwaltung zurück. Sie haben erwähnt, dass die Vermögensverwaltung neue Pfade beschritten hat. Was heißt das konkret? Wir sehen uns als Vorreiter bei der Entwicklung neuer Produkte oder Anlagemöglichkeiten. Beispielsweise haben wir uns schon 1992 für einen starken internationalen Ansatz bei unseren Investments entschieden 10 mehr Vermögen 04/2012

11 TRENDS & PERSPEKTIVEN zu einer Zeit, als in Österreich hauptsächlich die Wiener Börse thematisiert wurde. Wir haben 1995 den Schoellerbank Euro Alternativ aufgelegt eine Investitionsmöglichkeit in andere Währungen als den Euro waren wir Pionier bei inflationsgeschützten Anleihen. Alles Themen, deren Bedeutung heute bestens ersichtlich ist. Welche Zeit war aus Ihrer Sicht für die Vermögensverwaltung am schwierigsten? Die Jahre 1999/2000 waren nicht einfach. Die New Economy Blase war eine Phase enormer Spekulation. Viele sprangen auf den Boom der New Economy auf. Die Schoellerbank hingegen verfolgte konsequent ihre Strategie und empfahl den Kunden, die Finger von den damals gepushten Produkten zu lassen. Diese antizyklische Haltung führte bei manchen zu Irritationen. Erst nach einiger Zeit platzte die Blase und es kam zum Crash, viele Anleger erlitten herbe Verluste. Es zeigte sich, dass die konsequente Haltung der Schoellerbank richtig gewesen war. Welchen Stellenwert hat die Vermögensverwaltung heute für die Schoellerbank? Die Vermögensverwaltung ist in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gewachsen und steht heute für die Kernkompetenz unseres Hauses. Rund zwei Drittel unseres Depotvolumens bilden gemanagte Produkte. Wir merken außerdem nichts von einem angeblichen Trend weg von Vermögensverwaltungen hin zur eigenen Investitionsentscheidung durch Anleger. Ganz im Gegenteil: Gerade 2012 war das bislang erfolgreichste Jahr für uns. Wir konnten über 900 neue Kunden gewinnen und ein Volumenwachstum von über 360 Millionen Euro verzeichnen. Wir haben in einem nicht einfachen Umfeld eine bis jetzt sehr schöne Performance für unsere Kunden erzielt. Und nicht zuletzt wurde unsere Arbeit mit wichtigen Auszeichnungen wie vom Elite Report oder für zahlreiche unserer Fonds bei Morningstar belohnt. Was sehen Sie als größte Herausforderung für die nächste Zeit? In Zeiten niedrigster Zinsen bei größtmöglicher Sicherheit ordentliche Erträge zu erwirtschaften, ist sicher die Herausforderung schlechthin. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen niedrig bleiben, bei Sachwerten und dabei vor allem bei Aktien sehe ich aber durchaus Chancen auf eine weitere Wertsteigerung. Wir spüren bei unseren Kunden den Wunsch, ihre Veranlagungsbedürfnisse sehr individuell abzubilden. Darauf reagieren wir mit entsprechenden Produkterweiterungen. n Vielen Dank für das Gespräch! Die Beimischung von Fremdwährungen wird auch künftig ein Schwerpunkt in der Vermögensanlage der Schoellerbank sein. mehr Vermögen 04/

12 TRENDS & PERSPEKTIVEN Seit der Finanzkrise haben auch mittelständische Unternehmen den Finanzmarkt als Finanzierungsmöglichkeit entdeckt. Die Emissionsvolumina liegen zwischen 10 und 50 Millionen Euro zu wenig für einen liquiden Handel, daher ist der Mittelstandsmarkt vor allem eine Spielwiese für risikofreudige Privatanleger. Ein Artikel von Stefan Traunmüller, Wertpapierhändler/International Brokerage Services Mittelstandsanleihen Renditeturbo oder Privatkundenfalle? Die restriktivere Kreditvergabe der Banken sowie der Wunsch der Anleger nach Aufschlägen auf die mickrige Sparbuchverzinsung führte zu einer wahren Flut an Emissionen kleinerer bis mittelgroßer Unternehmen. Mittlerweile existieren an allen deutschen Börsenplätzen eigene Marktsegmente für die Zeichnung und den laufenden Handel mit mittelständischen Anleihen. Der Spirituosenhersteller Underberg, die Brauerei Karlsberg, die Zamek Nahrungsmittel GmbH fast alles, was man essen oder trinken kann, ist vertreten und aufgrund der mehr oder minder bekannten Markennamen auch gut nachgefragt. Daneben tummeln sich jedoch auch Emittenten, die in schwierigen Geschäftsfeldern tätig sind oder äußerst wackelige Finanzkennzahlen aufweisen. Gerade die kriselnde Sparte der Alternativenergie ist für mehrere Anleiheemissionen an den neuen Mittelstandsmärkten verantwortlich und auch für die ersten Pleiten. Ratings sind ein wichtiger Gradmesser für die Bonität eines Emittenten, also für seine aktuelle und zukünftige Fähigkeit, Schulden zu bedienen. Solarwatt, BKN biostrom und Siag Schaaf Pleiten mit Signalwirkung Von den knapp fünfzig Emittenten von Mittelstandsanleihen sind bereits drei pleite, und das jeweils noch bevor auch nur der erste Kupon bezahlt wurde. Die Hintergründe der drei Pleiten zeigen sehr gut auf, welche versteckten Gefahren auf unbedarfte Investoren lauern können. Der Solarmodulhersteller Solarwatt wurde von der generellen Branchenkrise erfasst und hatte samt Anleihe-Emission eine viel zu geringe Kapitalausstattung, um durch Entwicklungsarbeit oder andere kostenintensive Maßnahmen im Preiskampf mit chinesischen Anbietern bestehen zu können. Trotz des Einstiegs eines Großinvestors erhielten die Anleihe-Gläubiger lediglich eine Quote von 16 %. BKN biostrom wiederum bewarb seine Anleiheemission als einmalige Kombination aus attraktiver Verzinsung und hoher Sicherheit, da das mit einem Kupon von 7,5 % ausgestattete Papier zusätzlich besichert sei. Die Sicherheit bestand in Pfandrechten auf die von der Gesellschaft verwalteten Biogasanlagen. Als BKN biostrom Insolvenz anmeldete, musste man leider feststellen, dass auch die Betriebsgesellschaften für die Biogasanlagen teilweise pleite waren und der verwaltende Treuhänder auf einem Berg wertloser Verträge saß. Der Dritte im Bunde, der Windanlagenbauer Siag Schaaf, schlitterte mit Ansage in die Pleite. Das Geld aus der Anleiheemission wurde zur Tilgung bereits bestehender Schulden verwendet, außerdem fiel das von S&P für die Anleihe beauftragte Rating mit CCC+ bereits besorgniserregend aus. Damit nicht genug: Das Rating war zeitlich befristet und schon kurz nach Emission nicht mehr gültig ein Umstand, den das Unternehmen in seiner Außendarstellung geflissentlich verschwieg. Ratings abseits von S&P und Moody s Ratings sind ein wichtiger Gradmesser für die Bonität eines Emittenten, also für seine aktuelle und zukünftige Fähigkeit, Schulden zu bedienen. Im Falle der Mittelstandsanleihen kommen diese aber nicht von den großen drei Ratingagenturen S&P, Moody s oder Fitch, 12 mehr Vermögen 04/2012

13 TRENDS & PERSPEKTIVEN sondern von Euler Hermes, Creditreform oder Scope. Auffällig ist, dass die unbeauftragten Ratings von Scope hinsichtlich der festgestellten Bonität zumeist deutlich unter den Auftragsratings von Creditreform liegen. Die beiden Agenturen verfolgen unterschiedliche Ansätze: während Scope eine rein quantitative, also auf Bilanzkennzahlen und deren Interpretation aufgebaute Analyse fährt, bezieht Creditreform auch Aspekte wie Managementqualität und Personalpolitik ein. Ein Rating kann jedenfalls immer nur so zutreffend und aktuell sein wie die von den Unternehmen zur Verfügung gestellten Daten. Hierbei haben kleinere Unternehmen oft Aufholbedarf, so lagen etwa im Spätsommer für mehr als die Hälfte der in den Mittelstandsmärkten präsenten Emittenten immer noch keine Jahresabschlüsse für das Jahr 2011 vor. Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass die Ratings oft nur einmalig vergeben und nicht aktualisiert werden. Marken wie Underberg, Karlsberg oder die Zamek Nahrungsmittel GmbH sind an der Börse vertreten und durchaus nachgefragt. Ein Rating kann jedenfalls immer nur so zutreffend und aktuell sein wie die von den Unternehmen zur Verfügung gestellten Daten. Erhöhte Anforderungen der Börsen an die Emittenten Die Börsen tragen der wachsenden Forderung nach Transparenz durch eine Erhöhung der regulativen Vorschriften Rechnung. Man lernt nun aus den Fehlern der Vergangenheit und nimmt die Emittenten auch nach der Anleiheemission in die Pflicht. Neben den Jahresabschlüssen müssen auch Halbjahresergebnisse und Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlicht werden, zudem wird ein laufend aktualisiertes Rating verlangt. Worauf sollte man achten? Eine Checkliste für Anleger im Mittelstandsmarkt n Rating: Das Rating sollte nicht nur möglichst gut, sondern auch aktuell und laufend beobachtet sein. Die meisten mittelständischen Unternehmen werden in die Rating-Kategorien B oder BB eingestuft, was den stark spekulativen Investmentcharakter unterstreicht. n Kupon: Der im Vergleich zu erstklassigen Schuldnern höhere Kupon ist eine Prämie für die höhere Ausfallswahrscheinlichkeit. Allzu hohe Kupons sind ein deutliches Zeichen für eine wackelige Bonität. n Laufzeit: Je länger die Laufzeit, umso höher die Ausfallswahrscheinlichkeit. Unternehmensanleihen von mittelständischen Unternehmen sollten nicht länger als fünf Jahre laufen. n Sicherheiten und Haftung: Oftmals wird mit zusätzlichen Sicherheiten geworben, hierbei ist Vorsicht geboten. Immobilien sind oft schwierig bewertbar und bringen bei Notverkäufen im Liquidationsprozess selten die Summen, die zur Deckung der Verbindlichkeiten erforderlich sind. Außerdem ist nicht immer sofort ersichtlich, wer denn nun tatsächlich in der Haftung steht gerade wenn eine Tochtergesellschaft als Anleihe-Emittent auftritt. n Wozu dient die Emission? Hier und da entsteht der Eindruck, dass Firmen riskante Projekte, für die ihnen keine Bank einen Kredit gewähren würde, durch Anleihen finanzieren wollen. Ein bereits etabliertes Geschäftsmodell in einer stabilen Branche ist jedenfalls ein großer Pluspunkt, wenn es um die Bonitätsbeurteilung eines Unternehmens geht. Eine Anleihe sollte jedenfalls nicht ausschließlich zur Tilgung von bereits bestehenden Schulden emittiert werden. n Emissionsvolumen und Kennzahlen: Wie sieht die Kapitalstruktur des Unternehmens aus und inwiefern verändert die Anleiheemission diese Zahlen? Das Emissionsvolumen sollte in einem vernünftigen Verhältnis zum Umsatz stehen, außerdem sollte das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital, sowie von Nettoverschuldung zu Gewinn stimmen. Auch hier ist es wichtig, nicht nur eine Momentaufnahme zu machen, sondern die Veränderung der Kennzahlen im Zeitverlauf zu beobachten. n mehr Vermögen 04/

14 BÖRSEN & MÄRKTE Aufgrund der unsicheren Kapitalmärkte und der geringen Zinsen für Sparguthaben haben in den vergangenen Jahren immer mehr Österreicher ihr Vermögen in Immobilien angelegt. Nach den guten Wertsteigerungen in der Vergangenheit stellt sich nun die Frage, ob sich ein Einsteigen noch lohnt. Ein Artikel von Mag. Werner Obenaus, Finanzplaner/Financial Planning & Family Office Immobilien in guter Lage bleiben interessant Quelle: Thomson Reuters Datastream Das Sparbuch steht bei den Österreichern nach wie vor hoch im Kurs. Obwohl die aktuellen Zinssätze von 0,1 bis 2 Prozent für täglich fällige Sparbücher unter der aktuellen Inflationsrate für September von 2,7 Prozent liegen und es zu einer realen Vermögensminderung kommt, investiert nur jeder Dritte in Wertpapiere. Inflation vs. Euribor 4,50 4,00 3,50 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 0,50 0,00-0,50-1, INFLATION EUROLAND EURIBOR 3MONTH - OFFERED RATE(R.H.SCALE) Betrachtet man die heimische Wirtschaft, so hat sich diese trotz des schwierigen Umfeldes und eines geringen prognostizierten Wirtschaftswachstums von einem Prozent für 2012 (1,2 Prozent für 2013) sehr gut gehalten und kann im europäischen Vergleich eine relativ niedrige saisonbereinigte Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent im August 2012 aufweisen Wirtschaftswachstum Österreich (real) 4,00 3,00 2,00 1,00 0,00-1,00-2,00-3,00-4,00 1, , , Prognose Die wirtschaftliche Lage in Europa und die internationale Konjunkturabkühlung werden sich in den nächsten Monaten wahrscheinlich nicht nachhaltig erholen. Unterstützt durch einen starken Euro wird die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt voraussichtlich bei 2,1 Prozent liegen. Auch die geldpolitischen Maßnahmen (z. B. Anleihenkäufe) der EZB werden die Inflation nicht anheizen. Für 2013 dürfte die Inflation deshalb auf 1,9 Prozent sinken. In den nächsten Jahren werden die sehr niedrigen Zinsen für Sparbucheinlagen deshalb zu einer realen Geldvernichtung führen. Werterhalt als Ziel Als ebenso wertsicheres und beständiges Wirtschaftsgut gelten Immobilien. Grundstücke, Häuser und Wohnungen haben den Vorteil, dass sie im unmittelbaren Umfeld wahrnehmbar sind. Den meisten Immobilieninvestoren geht es oft nicht mehr nur um Wertsteigerung, sondern um Werterhalt. Dafür wird auch ein massiver Rückgang der Renditen aufgrund der gestiegenen Preise in Kauf genommen. 2,7 1,0 1,2 Quelle: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 14 mehr Vermögen 04/2012

15 BÖRSEN & MÄRKTE Vergleich Immobilienpreisentwicklung und Verbraucherpreisindex Wir haben uns die Preisentwicklung für Baugrundstücke zwischen 600 und 800 m², Eigentumswohnungen mit Erstbezug und die Mieten für Wohnungen ab 60 m² mit frei vereinbartem Mietzins in den Städten Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck und Linz in den Jahren 2002 bis 2012 angesehen. Die Daten stammen aus dem Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich. Zieht man von den Veränderungen die durchschnittliche Inflationsrate ab, kommt man auf die reale Wertsteigerung. Diese Aufstellung zeigt, dass in den ausgewählten Kategorien vor allem in Salzburg reale Wertzuwächse erzielt werden konnten. Hier spiegelt sich zum Teil die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung Salzburgs mit den Festspielen, der Altstadt sowie den Sommer- und Wintersportregionen wider. Aber auch die Attraktivität als Standort mit der Nähe zu Deutschland wird für Unternehmen immer wichtiger. Interessant ist, dass sich Graz als zweitbeste Stadt in Bezug auf den realen Wertzuwachs entwickelt hat. Bei Wohnungen mit frei vereinbarten Mieten ist überraschend, dass in Linz und Wien negative Mietzuwächse erzielt wurden. Ursachen könnten die vertragliche Gestaltung der Mietverträge (keine jährliche Indexanpassung) oder das große Angebot an Mietwohnungen sein. Den Eigentümern wird es wichtiger, die Wohnung zu vermieten und keine Leerstandskosten zu haben. Worauf ist bei Immobilieninvestments zu achten? Bevor man sich entschließt in Immobilien zu investieren, sollten einige Fragestellungen bedacht werden: n Welche Rendite ist zu erwarten? n Können Zusatzeinkommen generiert werden? n Wie lange ist der Investitionshorizont? n Wie hoch ist das Eigenkapital? n Ist mit zusätzlichen Investitionen zu rechnen? n Was sind die steuerlichen Auswirkungen? Neben diesen Aspekten ist die richtige Lage ein entscheidendes Kriterium. Es ist wichtig, den Immobilienmarkt, die Entwicklungen der letzten Jahre und die zukünftigen Trends genau anzusehen. Möchte man Näheres über Flächenwidmungen, geplante Bauvorhaben oder Bauvorschriften wissen, ist es unbedingt erforderlich, sich beim zuständigen Gemeindeamt bzw. Magistrat zu informieren. Weil die Renditen tendenziell sinken, muss man das Investitionsobjekt sehr genau auswählen. Offene Fragen über den baulichen Zustand der Immobilie oder über die steuerlichen Auswirkungen sollte man unbedingt mit Spezialisten klären. Risiken beachten Immobilien gehören neben dem klassischen Sparbuch zu den sicheren und werterhaltenden Anlagemöglichkeiten. Sie unterliegen nicht so hohen Wertschwankungen wie Wertpapiere. Allerdings sollte man als Anleger in der derzeitigen Situation von einer Stagnation oder einer leichten Korrektur der Preise ausgehen. Neben den Chancen bestehen auch einige Risiken (Leerstandsrisiken, nachteilige Entwicklung der Mietpreise, veränderte Attraktivität des Standortes). Prognosen über die Entwicklung der demographischen, ethnischen, finanziellen Struktur der Bevölkerung und einzelner Regionen sollten bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Setzt man sich mit den Risiken und Chancen ausreichend auseinander und stellt Investitionskosten, Mieterträge, erwartete Wertsteigerung u. a. den eigenen Erwartungen gegenüber, so erhält man eine umfassende Entscheidungsgrundlage. Je ausführlicher man sich mit den Rahmenbedingungen beschäftigt, umso besser kann man sich vor negativen Überraschungen schützen. n Preisentwicklung für gute Wohnlage Baugrundstücke ( m²) Stadt Veränderung p.a. reale Wertsteigerung Wien 348,16 518,08 4,05 % 1,95 % Linz 190,00 259,40 3,16 % 1,06 % Graz 139,00 218,20 4,61 % 2,51 % Innsbruck 444,20 597,40 3,01 % 0,90 % Salzburg 312,10 695,70 8,35 % 6,24 % Eigentumswohnung Wien 2.178, ,99 4,05 % 1,95 % Erstbezug Linz 1.987, ,00 3,58 % 1,47 % Graz 1.985, ,20 3,24 % 1,14 % Innsbruck 2.293, ,40 3,35 % 1,24 % Salzburg 2.608, ,90 5,27 % 3,16 % Miete für Wohnungen Wien 6,90 8,35 1,93 % -0,18 % (frei vereinbarter Linz 5,80 7,10 2,04 % -0,06 % Graz 5,90 7,40 2,29 % 0,19 % Mietzins) ab 60 m² Innsbruck 7,50 9,30 2,17 % 0,07 % Salzburg 6,30 8,90 3,52 % 1,41 % VPI 104,00 128,10 2,11 % 0,00 % mehr Vermögen 04/

16 BÖRSEN & MÄRKTE Während der Goldpreis von einem Hoch zum nächsten klettert und Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) Rekordwerte erzielen, entwickeln sich die Aktien von Goldminenbetreibern eher mäßig. Ein Blick hinter die Kulissen einer glänzenden Branche. Ein Artikel von Robert Karas, Leiter Asset Management Die Goldhausse und die andere Seite der Medaille Gold befindet sich in einem mittlerweile 10-jährigen Bullenmarkt. Während wir 2002 noch bei gut USD 300 pro Unze lagen, handelt physisches Gold heute bei über USD Nach einer Korrektur, die im Sommer 2011 begann, konnte Gold wieder Boden wettmachen. Anleger aus dem Euro-Raum konnten sich aufgrund der Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar sogar über neue Rekordstände freuen. Gold-ETFs starteten durch Ein wichtiger Faktor auf der Nachfrageseite entstand im Jahr 2003 mit der Auflage des ersten Exchange Traded Fund ( ETF ) auf physisches Gold. Der Gold Trust mit dem Ticker GLD hat mittlerweile eine beachtliche Marktkapitalisierung von über USD 70 Mrd. Laut Bloomberg liegen die gesamten Goldbestände, welche über ETFs gehalten werden, bei 79,75 Mio. Unzen, was einer Kapitalisierung von aktuell knapp USD 138 Mrd. entspricht. Umgerechnet in metrische Einheiten sind das knapp Tonnen Gold. Gold-ETFs brachten Investoren auf der einen Seite eine neue und einfache Möglichkeit, in physisches Gold zu investieren, und haben alle Erwartungen übertroffen. Investoren, die in früheren Jahren über Goldminenaktien Zugang zum Goldmarkt suchten, stiegen auf Gold-ETFs um. Das ist mit ein Grund, warum der Goldpreis und die Kurse der Goldminenaktien sich in den vergangenen Jahren auseinanderentwickelt haben. Goldminenaktien hinken hinterher Der NYSE Arca Gold Bugs Index ist ein gleichgewichteter Index aller großen Goldminenunternehmen. Die folgende Grafik zeigt die ähnliche Entwicklung von 2003 bis Ab diesem Zeitpunkt sind die Goldminenwerte zurückgeblieben. Die Entwicklung der Goldminenwerte zwischen 2003 und NYSE Arca Gold Bugs Index Gold 2012 Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Seit Ende 2010 fielen die Goldminenwerte nochmals gegenüber der Goldpreisentwicklung zurück. Die Entwicklung der Goldminenwerte in den Jahren 2011 und Dez 10 Feb 11 Apr 11 Jun 11 Aug 11 Okt 11 NYSE Arca Gold Bugs Index Dez 11 Feb 12 Apr 12 Jun 12 Gold Aug 12 Okt 12 Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Quelle: Bloomberg Quelle: Bloomberg 16 mehr Vermögen 04/2012

17 BÖRSEN & MÄRKTE Die langjährige Hausse hat weltweit Investoren angelockt, die keine Goldspezialisten sind, aber doch einen Teil ihres Portfolios in Gold anlegen wollen. Was ist einfacher als einen Gold-ETF zu kaufen? Kein Goldpreis-Hebel Historisch gesehen wurden Goldminenaktien immer mit dem Argument angepriesen, dass sie einen Hebel auf die Entwicklung des Goldpreises bieten. Die großen Goldminenbetreiber haben über die vergangenen 20 Jahre immer Produktionssteigerungen versprochen. Tatsächlich konnte die weltweite Goldminenproduktion ihren Höchststand des Jahres 2001 erst 2011 wieder überschreiten. Trotz eines steigenden Goldpreises sank die Produktion bis 2008 kontinuierlich. Gold-ETFs brachten Investoren auf der einen Seite eine neue und einfache Möglichkeit, in physisches Gold zu investieren, und haben alle Erwartungen übertroffen. Die größten Goldminenunternehmen weltweit konnten in den Jahren 2006 bis 2011 die Produktion überhaupt nicht steigern und erlitten im Schnitt Rückgänge. Die Anstiege seit 2008 auf Rekordvolumen kamen von kleineren Minenwerten. Der Grund ist, dass diese kleinen Minen erst ab einem gewissen Goldpreis rentabel sind und dann wieder zu schürfen beginnen. Auch im Goldminensektor sind die Emerging Markets ein Thema. Traditionell goldproduzierende Länder wie Südafrika, Australien oder USA zeigten seit 2006 rückläufige Mengen. Emerging Markets wie China, Mexiko oder Russland haben die Produktion gesteigert.und all diese Entwicklungen fanden in den vergangenen sechs Jahren statt, in denen der Goldpreis in USD um über 20 Prozent pro Jahr gestiegen ist. Wenn dieses Preissignal nicht mehr reicht, um den Ausstoß zu erhöhen, ist nur eine Erklärung plausibel: Es wird immer schwieriger, neue Goldvorkommen zu finden. Und auch die Qualität der verbleibenden Reserven ist gesunken. ligen Bereich pro Jahr. Denn nicht nur der Goldpreis ist gestiegen, auch wichtige Kostenfaktoren wie Öl, Stahl, Zement und Löhne haben sich erhöht. Zudem sind die Kosten für neue Funde in den vergangenen Jahren explodiert. Der Weg durch Übernahmen anderer Unternehmen wurde ebenfalls teurer. Das Ergebnis dieser Entwicklung: Die Produktion wurde nicht erhöht, sondern konnte lediglich auf dem bisherigen Stand gehalten werden. Um also die gleiche Menge Gold auf den Markt zu bringen, müssen die Goldminenbetreiber größere Mengen geringerer Qualität abbauen, steigende Kosten bekämpfen und gleichzeitig immer höhere Preise bezahlen, um die Reserven stabil zu halten. Dividenden steigen In den vergangenen Monaten ist aus den Vorstandsetagen der großen Goldminenwerte viel öfter von Disziplin bei Kapitalallokation zu hören. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese guten Vorsätze auch umgesetzt werden. Eines ist immerhin schon geschehen: Aktionäre der großen Goldminenunternehmen erhalten höhere Dividenden. Allerdings müssen die Dividendenrenditen noch weiter steigen, um renditehungrige Anleger auf den Plan zu rufen. Relative Bewertung am Tiefstpunkt Aus antizyklischer Sicht kann zumindest ein Argument für die zukünftige Entwicklung der Goldminenaktien in Relation zum Goldpreis sprechen. Die Minenaktien haben sich relativ zum Goldpreis auf den tiefsten Punkt der vergangenen 30 Jahre entwickelt. Aus relativer Sicht ist damit Platz für eine Gegenbewegung. Anleger in Minenwerten müssen aber trotzdem eine weiterhin positive Sicht auf die Entwicklung des Goldpreises haben. Zusätzlich tragen weiter niedrige Zinsen dazu bei, die Kapitalkosten gering zu halten. Wenn das eintritt, stehen die Chancen gut, dass Minenwerte mit dieser Entwicklung mithalten können. Und wenn sie ihre Versprechen halten und die Kostendisziplin umsetzen, ist vielleicht sogar ein positiver Hebel möglich. Bei gleichbleibenden oder fallenden Goldpreisen wird es wesentlich schwieriger werden, die Aktionäre zufriedenzustellen. n Die Kosten steigen an Und damit sind wir schon bei einem weiteren wichtigen Punkt angelangt. Wenn die Verkaufspreise des Produktes um 20 Prozent pro Jahr steigen, sollten sich auch die operativen Ergebnisse entsprechend verbessern. Das war aber so nicht der Fall. Ein wichtiger Grund sind die steigenden operativen Kosten. Seit 2006 lag die Kosteninflation der großen Minenbetreiber im zweistelmehr Vermögen 04/

18 BÖRSEN & MÄRKTE Ein Überblick über die Besteuerung und Verlustverrechnung bei Alt-, Übergangs- und Neubestand von österreichischen Privatanlegern. Ein Artikel von Dr. Elisabeth Günther, Steuerexpertin/Financial Planning & Family Office Steuerlicher Blick auf das Depot für den Privatanleger Als Altbestand gelten Aktien und Anteile an Investment- und Immobilienfonds, die der Anleger vor dem entgeltlich erworben hat. Bei Anleihen, Zertifikaten und verbrieften Derivaten gelten Käufe vor dem als Altbestand. Werden Altbestandsanteile später verkauft, so ist ein Gewinn nur dann steuerpflichtig, wenn diese kürzer als ein Jahr vom Investor gehalten wurden. Der Gewinn gilt dann als Spekulationsgewinn, der im Rahmen der Steuererklärung des Privatinvestors mit dem Einkommensteuertarifsatz (bis zu 50 %) zu besteuern ist. Wird der Altbestand länger als ein Jahr vor dem Verkauf gehalten, ist der Gewinn steuerfrei, also bei Verkauf ab Verluste, die innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erzielt werden, gelten als Spekulationsverluste, die nur im Rahmen der Steuererklärung des Privatinvestors mit anderen im selben Kalenderjahr erzielten Spekulationsgewinnen ausgleichsfähig sind, nicht aber mit anderen Einkünften des Privatinvestors. Verluste nach Ablauf der Spekulationsfrist können hingegen steuerlich gar nicht ausgeglichen werden. Ein Verlustvortrag in Folgejahre ist nicht möglich. Übergangsbestand Bei der Besteuerung von Übergangsbestandsfinanzanlagen gelten grundsätzlich dieselben Besteuerungsregeln wie beim Altbestand, allerdings entfällt die Möglichkeit des Erzielens eines steuerfreien Gewinnes. Als Übergangsbestand bei Aktien und Anteilen an Investment- und Immobilienfonds gelten Käufe ab dem in Verbindung mit Verkäufen bis Für Gewinne, die innerhalb dieses Zeitraumes erzielt werden, wird die Spekulationsfrist vom Steuergesetzgeber auf 15 Monate ausgedehnt, was zur Folge hat, dass jeder Gewinn als Spekulationsgewinn gilt und somit im Rahmen der Steuererklärung des Privatinvestors tarifsatzsteuerpflichtig ist. Bei Anleihen, Zertifikaten und verbrieften Derivaten gelten Käufe zwischen dem und dem als Übergangsbestand. Bei den Verkäufen ist im Hinblick auf den Steuersatz zu unterscheiden, Spekulationsverluste können mit Spekulationsgewinnen aus demselben Jahr im Rahmen der Steuererklärung ausgeglichen werden. 18 mehr Vermögen 04/2012

19 BÖRSEN & MÄRKTE ob diese vor oder ab dem erfolgen, sie gelten aber steuerlich immer als Spekulationsgewinn. Gewinne aus Verkäufen bis sind mit dem Tarifsatz zu besteuern, Gewinne aus Verkäufen ab dem mit 25 % Sondereinkommensteuer. Im Gegensatz zum Altbestand können beim Übergangsbestand grundsätzlich alle Verluste im Rahmen der Steuererklärung des Privatinvestors geltend gemacht werden, da sie steuerlich unabhängig von der Behaltedauer als Spekulationsverluste gelten. Die Verlustausgleichsbeschränkungen, die beim Altbestand gelten, sind sinngemäß anzuwenden. Beim Kauf und Verkauf von Aktien und Anteilen an Fonds ist immer das Datum entscheidend. Neubestand Aktien und Anteile an Investment- und Immobilienfonds gelten als Neubestand, wenn Käufe nach dem erfolgt sind, bei Anleihen, Zertifikaten und verbrieften Derivaten muss das Kaufdatum nach dem liegen. Gewinne aus Verkäufen von Neubestand ab dem unterliegen der KESt- Neu. Verluste aus Neubestandsanteilen können mit Gewinnen aus Neubestandsanteilen, Dividenden aus Alt-, Übergangs- und Neubestandsaktien sowie Zinsen aus Neubestandsforderungswertpapieren (insbesondere Anleihen und Zertifikaten) ausgeglichen werden. Der Verlustausgleich wird grundsätzlich von der inländischen Bank durchgeführt, ab auf täglicher Basis, für das Rumpfjahr 2012 ( bis ) im Nachhinein bis spätestens durch Aufrollung des Jahres Der Anleger hat jeweils eine Bescheinigung über den von der Bank vorgenommenen Verlustausgleich zu erhalten. Verluste aus Neubestandsanteilen ab unterliegen den folgenden Ausgleichsbeschränkungen: n Verluste können mit Gewinnen aus anderen Neubestandsanteilen, Dividenden, ausschüttungsgleichen Erträgen aus Investmentfondsanteilen sowie Zinsen aus Neubestandsforderungswertpapieren (insbesondere Anleihen und Zertifikate) ausgeglichen werden. Zinsen aus Alt- und Übergangsbestandspapieren und Zinsen aus Geldeinlagen bei Banken können nicht für den Verlustausgleich herangezogen werden. Weiters können Zuwendungen von Privatstiftungen nicht für den Verlustausgleich herangezogen werden. n Der depotübergreifende Verlustausgleich gilt nicht für Gemeinschaftsdepots (sog. UND/ODER Depots) des Privatanlegers. In diesem Fall ist nur ein auf das Gemeinschaftsdepot begrenzter Verlustausgleich im Veranlagungsweg möglich. n Weiters ist der depotübergreifende Verlustausgleich für betrieblichen Zwecken dienende Depots des Anlegers und für Treuhanddepots ausgeschlossen. Die auf diesen Depots erzielten Verluste kann der Privatanleger nur im Rahmen der Steuererklärung berücksichtigen. Verluste können auch nicht mit Gewinnen ausgeglichen werden, bei deren Berechnung sich die Bank pauschaler Werte bedienen musste, da z. B. die tatsächlichen Anschaffungskosten nicht bekannt waren. Hat die Bank die Anschaffungskosten von Aktien und Fondsanteilen gemäß Wertpapier-Anschaffungskosten-Verordnung des BMF pauschal mit dem Kurswert zum angesetzt, sind diese Gewinne nicht vom Ausgleichsverbot umfasst. Einen Verlustvortrag in Folgejahre kann auch die Bank bei Neubestand nicht vornehmen. Der Anleger könnte allenfalls diese Verluste im Rahmen der Steuererklärung mit entsprechenden Gewinnen auf Depots bei anderen Banken im selben Jahr ausgleichen. n Tipps für Privatanleger Liegen nicht realisierte Verluste aus Neubestandsfinanzanlagen vor und stehen diesen entsprechende realisierte Gewinne gegenüber, kann sich eine Realisation dieser Verluste zwecks Verrechnung mit Gewinnen vor Jahresende empfehlen, solange aus Sicht der Finanz keine missbräuchliche Wiederbeschaffung derselben Finanzanlagen innerhalb einer kurzen Frist ohne Übernahme eines Kurs- oder Wiederbeschaffungsrisikos erfolgt. Des Weiteren kann eine Umschichtung von Bankeinlagen in Forderungswertpapiere (wie z. B. Anleihen, die nach dem erworben wurden) sinnvoll sein, da Zinsen aus Geldeinlagen bei Banken nicht für den Verlustausgleich herangezogen werden können, Zinsen aus Neubestandsforderungswertpapieren hingegen schon. mehr Vermögen 04/

20 BÖRSEN & MÄRKTE In der Luftfahrt, in Krankenhäusern und in vielen Produktionsunternehmen gibt es standardisierte Checklisten, um Fehler möglichst zu vermeiden. Auch im Investmentprozess können solche Listen der Schlüssel zu besseren Entscheidungen sein. Ein Artikel von Robert Karas, Leiter Asset Management Besser investieren mit Hilfe einer Checkliste In den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte Boeing einen neuen Bomber für die U.S. Air Force. Das Modell B-17 übertraf alle Regierungsanforderungen und war ein nach allen Gesichtspunkten phantastisches Flugzeug. Bei einer Show am Wright Air Field in Dayton, Ohio stellten 1935 Boeing und alle Mitbewerber ihre Flugzeuge vor. Eigentlich war dieser Wettbewerb eine reine Formalität, da der B-17 so überlegen war. Doch bei der Vorführung des B-17 passierte ein Crash mit Todesopfern und Boeing verlor fast den Auftrag, was einem Konkurs gleichgekommen wäre. Die Untersuchung des Unfalls durch Beamte ergab, dass ein Pilotenfehler Ursache des Unglücks gewesen war. Die Maschine würde eigentlich drei Piloten benötigen. Der B-17 war einfach ein sehr komplexes Flugzeug und die Air Force glaubte nicht, dass diese komplexen Flugzeuge mit nur einem Piloten sicher geflogen werden könnten. Die Techniker von Boeing kamen nach eingehenden Studien jedoch zu anderen Ergebnissen. Die genial einfache Lösung: Sie schufen die Checkliste für Piloten. Das Erstaunliche ist, dass diese Checklisten mit denen die heutige Flugzeugindustrie steht und fällt extrem einfach gehalten sind. Die Checkliste für die Boeing 747 hat Platz auf zwei Seiten. Man kann dem Die Checkliste hilft, Fehler zu vermeiden. Sie zwingt uns, gewisse Abläufe einzuhalten und lenkt Wissen und Erfahrung in die richtigen Kanäle. Piloten kein 100-Seiten-Handbuch geben und sagen: Hier ist Ihre Checkliste, um den Start vorzubereiten. Kein Pilot würde sich daran halten. Also hat sich die Flugzeugindustrie auf das Wesentliche konzentriert, ohne das Wichtige außer Acht zu lassen. Sie werden bereits selbst festgestellt haben, dass gewisse Anweisungen ( prepare for landing ) einfach nie vergessen werden. Und das aus gutem Grund sie sind auf der Checkliste. Die Checkliste für Piloten hat mittlerweile ihren festen Platz gefunden. Der Chirurg Atul Gawande hat sich in seinem Buch The Checklist Manifesto intensiv mit der Checkliste auseinandergesetzt. Es ist erstaunlich, welches enorme Wissen heutzutage täglich von hochqualifizierten und bestausgebildeten Menschen angewandt wird. Obwohl wir außergewöhnliche Dinge erreicht haben, hält sich vermeidbares Versagen hartnäckig, demoralisiert und frustriert auf verschiedenen Gebieten, wie zum Beispiel Medizin oder Finanz. 20 mehr Vermögen 04/2012

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