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1 Fr September «Schweizer Anleger sollten vor allem Schweizer Aktien kaufen.» Jens Korte, Börsenexperte 25 Jahre cash Das sagen prominente Leser zum Jubiläum Gebührenvergleich im Online-Trading Wo der Aktienkauf am günstigsten ist Wichtige Börsen-Indikatoren So können Anleger den Börsen-Trend richtig einschätzen Aktientipps der Fondsmanagerin Eleanor Taylor Jolidon im Interview

2 DER NEUE zahnzimmermannfankhauser LEXUS NX 300h. KOMPAKTE FASZINATION ALS VOLLHYBRID: AB CHF *. ERLEBEN SIE DEN NEUEN NX 300h LIVE: JETZT TESTEN UND VON PRICKELNDEN ANGEBOTEN PROFITIEREN! MEHR AUF LEXUS-FAHREN.CH/NX / LexusSwitzerland DER NEUE KOMPAKTE PREMIUM-ALLROUNDER NX 300h: atemberaubende LINIENFÜHRUNG, vereint mit wegwei sender TECHNO LO GIE. Dank E-FOUR-ALLRADANTRIEB und LEXUS HYBRID DRIVE bietet er ein unvergleichliches FAHR- VER GNÜGEN. Jetzt testen. NX 300h: MIT 3,9 % PREMIUM-LEASING CHF 444. /MT.* INKL. LEXUS PREMIUM-SERVICE: 10 JAHRE/ KM.** THE NEW NX 300h NO. 1 PREMIUM HYBRID LEXUS CENTER: BASEL EMIL FREY AG BERN-OSTERMUNDIGEN EMIL FREY AG CRISSIER EMIL FREY SA ERLENBACH ZOLLIKON EMIL FREY AG GENÈVE EMIL FREY SA NORANCO-LUGANO EMIL FREY SA SAFENWIL EMIL FREY AG SCHLIEREN EMIL FREY AG ST. GALLEN EMIL FREY AG WETZIKON GRUSS EHRLER AG ZÜRICH NORD EMIL FREY AG * Empfohlener Netto-Verkaufspreis (nach Abzug Lexus Premium-Preisvorteil) inkl. MwSt. New NX 300h (2,5-Liter-Vollhybrid, FWD, 5-türig) ab CHF , abzüglich Lexus Premium-Preisvorteil CHF = CHF Leasingrate monatlich CHF inkl. MwSt. Ø Verbrauch 5,0 l/100 km, Ø CO2-Emissionen 116 g/km, Energieeffizienz-Kategorie A. Abgebildetes Fahrzeug: New NX 300h F SPORT (2,5-Liter-Vollhybrid, AWD, 5-türig) ab CHF , abzüglich Lexus Premium-Preisvorteil CHF = CHF Leasingrate monatlich CHF Sonderzahlung 25 % vom Nettopreis. 48 Monate, km/jahr. Eff. Jahreszins: 3,97 %. Kaution 5 % des Finanzierungsbetrags. Restwert gemäss Richtlinien der Multilease AG. Vollkasko obligatorisch. Eine Kreditvergabe ist verboten, falls diese zur Überschuldung des Konsumenten führt. Lexus Premium-Leasing und Lexus Premium-Preisvorteil gültig für Inverkehrsetzungen bis (New NX 300h) bzw. bis (alle anderen Lexus Modelle) oder bis auf Widerruf. Kraftstoffverbrauch gemessen nach den Vorschriften der Richtlinie 715/2007/EG. Durchschnittswert CO2-Emission aller in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeugmodelle: 148 g/km. ** Lexus Premium-Service beinhaltet kostenlose Servicearbeiten bis 10 Jahre oder km (es gilt das zuerst Erreichte) inkl. Gratisersatzwagen zur Sicherstellung der Mobilität.

3 Editorial impressum EDIToRIAL cash wird 25 Jahre alt. Die Marke steht symbolisch für die Ent wicklung der Medien in den letzten Jahrzehnten. Wenn Michael Ringier auf Reisen geht, dann tut er dies mit einem MacBook, einem grossen ipad, einem kleinen ipad, einem iphone und einem Blackberry. Er lebe in und mit der digitalen Welt, sagt der Präsident des grössten Schweizer Medienhauses im Interview in diesem Heft. Ringiers Aussage passt zur Entwicklung der Marke cash, welche in diesen Tagen das 25-jährige Bestehen feiert. Und die Aussage passt zur Entwicklung der Medien generell. cash, früher Wochen- und Gratis-Tageszeitung, betreibt heute Wirtschaftsjournalismus ausschliesslich in der digitalen Welt mit Ausnahme natürlich des zweimal jährlich erscheinenden cash VALUE, das Sie in den Händen halten. cash wurde 2012 auch zum Gemeinschaftsunternehmen zwischen Ringier und der bank zwei- Wirtschafts- und Finanzjournalismus, sondern auch umfassende Bankdienstleistungen. Michael Ringier hat recht, wenn er sagt, solche Gemeinschaftslösungen entsprächen der heutigen Zeit. Denn Medienhäuser kön- der Geschäfte. Es ist somit kein Zufall, dass diese «Jubiläumsausgabe» von cash VALUE dem Thema Trading gewidmet ist. Denn Börsentransaktionen sind eines der Angebote auf cash.ch. Lesen Sie in dieser Ausgabe auch einen Rückblick auf die 25 Jahre cash und die Meinung von prominenten cash-lesern. Ebenfalls ein Jubiläum feiert Jens Korte. Seit 15 Jahren berichtet der bekannte Journalist für verschiedene Medien vom Finanzzentrum schlechthin, der Wall Street in New York. Die Leute wüssten viel zu wenig über die Finanzindustrie, sagt Korte. Deshalb hat er auch sein erstes Buch über dieses Thema geschrieben. Korte steht ein für ein starkes Finanzsystem, bemängelt aber auch die zunehemnde Intransparenz. Lesen Sie das Interview mit ihm ab Seite 8. Daneben enthält diese Ausgabe von cash VALUE eine Vielzahl von Artikeln und Interviews mit Tipps, welche Sie, liebe Leserinnen und Leser, bei Ihren Entscheiden an den Finanzmärkten unterstützen sollen. Ich wünsche Ihnen viel Lesevergnügen mit dem cash VALUE Daniel Hügli, Chefredaktor cash Impressum cash VALUE Herausgeber: Geschäftsführer: Chefredaktor: Redaktion: Mitarbeit: Layout: Produktion/Bildredaktion: Titelbild: Anzeigen: Werbung: Druck: passen & partner Copyright: cash zweiplus ag 3

4 Wir gratulieren cash zum 25. Geburtstag! Als Wirtschaftszeitung hat cash Schweizer Mediengeschichte geschrieben. Als einzigartiger Informations- und Finanzdienstleister leistet cash Pionierarbeit. Ein starker Leistungsausweis in 25 Jahren! Wir gratulieren ganz herzlich zum Geburtstag. Für die bank zweiplus ist cash ein wichtiger Partner, auf den wir jederzeit zählen können. Die bank zweiplus ag mit Sitz in Zürich ist der zuverlässige Bankpartner für Kundinnen und Kunden von Finanzdienstleistern, Versicherungen und Vermögensverwaltern. Als Tochtergesellschaft der Privatbank Bank J. Safra Sarasin AG bietet sie die Solidität und Qualität einer renommierten Bank und als Depotbank die Gewähr für die sichere Verwahrung der Kundenvermögen.

5 inhalt INHALT IntervIew Jens Korte Das TV-Gesicht der Wall Street: Jens Korte über seinen Alltag am Puls der globalen Finanzindustrie. 11 trading-fachbegriffe ums Traden. 12 die wichtigsten börsen-indikatoren In welche Richtung entwickelt sich die Börse? Verschiedene Indikatoren geben Hinweise darauf. 14 online-trading gebührenvergleich Gebühren sind Renditefresser. Wir zeigen, wo das Traden am günstigsten ist. 16 social trading boomt Gemeinsam geht besser das Social Trading boomt rund um den Globus. 18 JubIläum: 25 Jahre cash Vor 25 Jahren revolutionierte cash die Wirtschaftsberichterstattung und ist noch heute der Taktgeber. 22 IntervIew eleanor taylor JolIdon Die Fondsmanagerin und Spezialistin für Schweizer Aktienfonds zu den Börsenaussichten bis heisse übernahmekandidaten Übernahmen bieten Chancen: Welche sind die nächsten? 26 börsenweisheiten Für Jedermann Kernaussagen der grössten Börsengurus auf einen Blick. 28 so handeln sie mit derivaten richtig Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von optionen. 30 der hochfrequenzhandel Schneller als wir denken können: Wo Anleger gegen Maschinen keine Chance haben. 32 daytrading so verdienen sie geld Es lockt das schnelle Geld. Und es droht der Totalverlust. 34 IntervIew ramon vega 5

6 NO RISK NO FUN! ALPENSYMPOSIUM NO RISK NO FUN

7 trading DIE HEIMLICHEN AKTIENKäUFER Zentralbanken und Staatsfonds weltweit decken sich immer mehr mit Aktien ein. Von daniel hügli Bei ihren Anlageentscheiden liessen die Zentralbanken über Jahre nichts anbrennen. Investiert wurde primär in erstklassige Staatsanleihen und in Edelmetalle, vor allem in Gold. Das hat sich geändert, denn sowohl Anleihen wie auch Edelmetalle sind volatiler geworden. Zudem leiden die Zentralbanken wie alle anderen Anleger unter dem Nullzinsniveau, das die Notenbanken selber verursacht haben. Heute legen denn auch rund ein Drittel der Notenbanken weltweit ihr Geld in der riskanteren Anlageklasse Aktien an oder sie planen, es in den nächsten fünf Jahren zu tun. Die Schweizerische Nationalbank etwa kauft seit 2005 Aktien. Der Anteil der Dividendenpapiere am gesamten SNB-Anlagebestand beträgt mittlerweile 15 Prozent. Die Banca d Italia legt 6 Prozent ihres Euro-Bestandes in Aktien an. Nicht nur Zentralbanken langen bei Aktien immer Der rund 900 Milliarden Dollar schwere Sitz der Schweizerischen Nationalbank am Bundesplatz in Bern. Staatsfonds aus Norwegen zum Beispiel will höhere Risiken eingehen und mehr Aktien kaufen. Ihm gehören bereits 1,3 Prozent der börsenkotierten Firmen weltweit. Staatsfonds und vor allem die Notenbanken werden somit nicht nur wegen ihrer Zins-, sondern auch wegen ihrer Anlagepolitik zu treibenden Kräften auf den Märkten. cash.ch in der Welt von Social Media D ie sozialen Medien und deren Technologien gewinnen in der Welt der digitalen Nachrichtenverbreitung immer mehr an Bedeutung. Social Media umfassen online-plattformen, die den Austausch von Texten, Bildern, Videos oder anderen digitalen Inhalten ermöglichen. Auch cash.ch, die bedeutendste Wirtschafts- und Finanznews-Plattform der Schweiz, nutzt die Social-Media-Kanäle zur Verbreitung von Nachrichten und Videos und zur Kommunikation mit den Usern. cash.ch können Sie zum Beispiel auf Facebook, dem wohl bekanntesten Social-Media-Kanal, «liken», und zwar unter Wirtschaftsund Finanznews von cash können Sie auch via Nachrichtendienst Twitter erhalten. Die Redaktion von cash verschickt alle wichtigen News auf Diese Meldungen können Sie kommentieren oder weitersenden. Die Macher von cash.ch produzieren seit fast zehn Jahren online-videos. Alle Video-Interviews mit Schweizer Wirtschafts- auf dem YouTube-Kanal von cash auf www. cash.ch/youtube. Die Inhalte von cash.ch können Sie zudem auch auf Google+ verfolgen, dem sozialen Netzwerk der grössten Suchmaschine der Welt (www.cash.ch/ googleplus). Ein Professor sieht schwarz für 2015 Der Spanier Arturo Bris, Professor für Finanzen an der Lausanner Elite- Wirtschaftshochschule IMD und Leiter des dortigen World Competitive Centers, erwartet für die Welt eine neue Finanzkrise und zwar im April Die Krise soll bis März 2016 dauern, falls nicht geeignete Massnahmen ergriffen würden. Bris bezieht sich dabei auf Statistiken und sieht für die Krisenursachen verschiedene Szenarien: eine Blase am Aktienmarkt, eine Krise im Bankwesen in China, eine Energiekrise, falls die USA in grossen Mengen Gas exportieren, oder eine weitere Immobilienblase etwa in Deutschland, China oder Brasilien aufgrund der hohen Verfügbarkeit von Krediten. Gefahren sieht Bris weiter in der hohen Verschuldung der Unternehmen, der steigenden Zahl von genden Armut sowie in den übermässig hohen Geldmittelbeständen bei Zentralbanken und Unternehmen. Wir dürften nicht selbstzufrieden sein, schreibt Bris. Denn zu oft hätten wir nicht aus der Geschichte gelernt und würden zu selten im Angesicht einer Krise handeln, von der wir wüssten, dass sie bevorstehe. Die Top-News von cash sind auch auf den cash 7

8 JEns KortE «ICH WAR ZUR RICHTIGEN ZEIT AM RICHTIGEN ort» Der bekannte Finanzjournalist Jens Korte möchte seinen Arbeitsplatz Wall Street und das Leben in den USA nicht mehr missen. herr Korte, sie sind ein erfahrener börsenmann. was raten sie Privatanlegern generell? Nur da zu investieren, wo man sich auskennt. Ein Schweizer Anleger sollte überwiegend heimische Titel im Depot haben. Da die Medien laufend darüber berichten, fällt die Informationsrecherche leicht. Wer zudem als Schweizer im Schweizer Markt investiert, umgeht das Währungsrisiko. und der anlagehorizont? Ich persönlich bin ein langfristiger Anleger. Das muss auch so sein, weil ich als Finanzjournalist keine kurzfristigen Trades machen darf damit ich nicht in Versuchung geführt werde, Aktien schön- oder schlechtzureden. Langfristiges Investieren entspricht aber auch meiner Mentalität. sie sind somit ein befürworter der buy-and-hold-strategie? Im Prinzip schon. Manchmal kann es aber sinnvoll sein, Gewinne zu realisieren. Das Problem dabei ist: Wohin mit dem Geld? Es gibt auf absehbare Zeit keine wirkliche Alternative zu Aktien, also kann man genauso gut investiert bleiben. mit dem risiko, dass die gewinne wieder abschmelzen. Ja, eigentlich sollte man die Gewinne einstreichen und einfach abwarten, bis sich wieder eine günstige Kaufgelegenheit bietet. Ein Zinsanstieg am kurzen Ende wäre zum Beispiel ein guter Einstiegszeitpunkt, weil dann die Börsen kurzzeitig unter Druck geraten werden. wie ist denn Ihre anlageperformance? Jens Korte: «Langfristiges Investieren entspricht meiner Mentalität.» 8

9 JEns KortE Man sollte es vielleicht nicht vermuten, aber ich bin kein sehr aktiver Investor. Den überwiegenden Teil meines Vermögens habe ich als Cash auf dem Konto liegen, den Rest in US-Aktien. Unter dem Strich stimmt die Performance. Aber Hand aufs Herz, es war auch kein Kunststück: In den letzten fünf Jahren war es nahezu egal, welche Aktien man kaufte, die Performance war gut. Das gilt auch für einen längeren Zeitraum. Als ich vor 15 Jahren in noch unter Punkten, heute notiert er deutlich höher. Kriegen sie den einen oder anderen heissen tipp eines börsianers? Es gibt schon ab und zu einen Börsenhändler, der sagt, schau dir mal diese oder jene Aktie an. Aber man bekommt etwa beim Händewaschen auf der Toilette sicher keine Insiderinformationen zugesteckt. Die Händler auf dem Börsenparkett sind auch nicht zwingend diejenigen, die wirklich exklusive Informationen haben. Sie wissen oft nicht, welche Motivation hinter einem Grossauftrag steckt und sie haben auch kein Interesse daran, dass der Kurs innert kurzer Zeit stark steigt oder fällt. Sie sind darauf spezialisiert, den Auftrag ohne grössere Kursausschläge zu handeln. nutzen sie die tipps für Ihre persönlichen Investments? Eher selten. Aber wenn ich was höre, was meiner Meinung nach Sinn macht, dann baue ich das in meine Berichterstattung ein. Das macht alles etwas lebendiger. sie sind nun seit 15 Jahren Finanzjournalist. Ist langeweile im anmarsch? Nein, überhaupt nicht. New York ist immer noch der Dreh- und Angelpunkt der Finanzwelt. Und es ist toll, als Finanzjournalist an dem ort zu sein, wo die Musik spielt. Die Finanzwelt hat sich stark ge- spannend. «Eine starke Volkswirtschaft braucht ein starkes Finanzsystem und dazu gehören auch Derivate.» Inwiefern hat sich ihr Job gewandelt? richterstattungen auf diese Art: Gold- tie, oder die damalige Credit Suisse First Bosten sagt, man soll IBM- Aktien verkaufen. Das waren typische Börsensendungen. Das mache ich heute nicht mehr. Vielmehr stehen die grös seren ökonomischen Zusammenhänge im Vordergrund. Ich bin von Haus aus Ökonom, deshalb lege ich den Fokus auch auf die wirtschaftliche Entwicklung der USA. wie wurden sie Finanzjournalist? Das war Zufall. Ich kam nach New York in einer Zeit, wo die Börsen aufgrund der Dotcom-Euphorie regelrecht explodierten. Die ganze Welt wollte Berichte über die Wall Street haben. Ich war also zur richtigen Zeit am richtigen ort. Ursprünglich wollte ich nur ein Jahr in New York bleiben, nun sind es 15 Jahre geworden. was waren die prägendsten e rlebnisse Ihrer Karriere? Mein erster Börsentag. Ein Händler, damals gab es 6000, hatte mich spontan zum Frühstück eingeladen und erklärte mir, wie die Börse funktioniert, welche Regeln zu beachten sind und wer das Sagen hat. Und dann war da der 11. September 2001 der anschlag auf das world trade center in new york. Dieser Tag hat mich stark und nachhaltig verändert. Aber auch am 17. September, als die Börse wieder aufging, hatte ich Gänsehaut. Man hat sich einerseits bedroht gefühlt, anderseits war man stolz, da zu sein und wieder weiterzumachen. Es war eine irre Atmosphäre. Irre war auch der 15. September die Pleite der us-investmentbank lehman brothers, welche die Finanzkrise auslöste. Genau. Wobei der Tag davor, als die Pleite beschlossen wurde, für mich genauso spannend war. Leidtragender war mein Sohn, der am selben Tag Geburtstag hatte. Statt Geburtstag zu feiern, fuhren wir mit dem Kinderwagen vor der New Yorker Notenbank auf und ab und versuchten her- Limousinen vor und das Who s who der amerikanischen Finanzwelt wie der frühere Notenbankchef Ben Bernanke oder der Ex-Finanzminister Timothy Geithner stieg aus. Und da wusste ich gleich: Da ist etwas Grosses im Busch. Ihr erstes buch heisst «rettet die wall street warum wir z ocker brauchen». weshalb dieser provokative titel? Ich spiele mit dem Begriff, weil man Banker schnell mit Zockern gleichsetzt. Klar, es ist viel Negatives passiert, ich will auch nichts schönreden. Aber eine starke Volkswirtschaft braucht ein starkes Finanzsystem. Und dazu gehören auch Derivate. Es ist einfach Unsinn zu sagen, Derivate seien und es braucht Instrumente, um sich abzusichern. Selbstverständlich wurde und wird mit Derivaten übertrieben, aber das stellt doch nicht grundsätzlich alles in- JENS KoRTE FoRTSETzUNG AUF SEITE 10 - street. Vor seinem abgeschlossenen studium 9

10 trading FoRTSETzUNG VoN SEITE 9 frage, was in den letzten 20 Jahren von der Finanzindustrie hervorgebracht wurde. an wen richtet sich Ihr buch? An den Mann der Strasse. Ich bin der Meinung, dass die Leute viel zu wenig über die Finanzindustrie wissen. Jeder hat eine Meinung über diese Branche, man weiss aber nicht genau, was da wirklich passiert. Wenn man weiss, wie es läuft, kann man auch eine Debatte starten über die Verbesserung des Systems. was muss sich denn konkret verbessern? Die Transparenz geht zunehmend verloren. Ich habe mit dem Hochfrequenzhandel an sich kein Problem. Aber die Entwicklung war so rasant, dass er ausser Kontrolle zu geraten droht. So werden zum Beispiel bewusst Lockangebote platziert, welche dann innert Millisekunden wieder zurückgezogen werden. Das passiert mit dem Zweck, dass eine Aktie zu einem leicht höheren Preis verkauft werden kann. So etwas muss man verbieten. Der Gesetzgeber ist dran, agiert aber zu langsam. welche bedeutung hat für sie die schweiz? Ich bin schon als Kind jedes Jahr in die Schweiz in den Urlaub gefahren. Und heute habe ich viele Kunden in der Schweiz. Ich arbeite sehr gerne mit Schweizern zusammen. Das Arbeitsklima ist professionell und sehr angenehm. Man zeigt Respekt und es herrscht eine gewisse Herzlichkeit, die ich zum Beispiel in Deutschland, gerade unter Journalis- sich selber überzeugt. SCHRECKGESPENST ZINSWENDE? Nach jahrelang tiefen Zinsen kommt in den USA die Wende. Wie die Börse reagiert. Von daniel hügli Als Anfang 1994 die US-Notenbank nach einer langen Phase mit relativ billigem Geld die Leitzinsen innerhalb eines Jahres von 3 auf 6 Prozent erhöhte, reagierten die Anleger ungnädig: Aktienmärkte weltweit verloren in dieser Zeit rund 10 Prozent. Szenenwechsel, Anfang 2004: Erneut stand die US-Notenbank vor einem Zinserhöhungszyklus. Die «Fed» schraubte die Leitzinsen in den dreieinhalb Jahren bis Ende 2007 von 1 auf 5,25 Prozent hoch und der US-Börsenleitindex Dow Jones kletterte in diesem Zeitraum gegen 40 Prozent. steigende zinsen sind nicht unbedingt schlecht für die aktienmärkte Die zwei Beispiele zeigen: Es ist keineswegs so, dass Phasen mit steigenden Leitzinsen schlecht sind für die Aktienmärkte. Aber Prognosen über die Entwicklung von Börsen bleiben in solchen Zeiten äus serst schwierig. Das wird Der Anfang der Neuordnung der Zinslandschaft in den USA wird für Mitte 2015 erwartet. wohl auch Mitte 2015 nicht anders sein, wenn die US-Notenbank zum ersten Mal seit 2006 die geldpolitischen Zügel straffen wird. Einiges spricht dafür, dass die Aktienmärkte nicht mit Panikattacken reagieren werden. Zum einen hat die US-Notenbank ihre Kommunikationspolitik im Vergleich zu den 1990er-Jahren geändert. Sie bereitet die Märkte seit Mai 2013 verbal auf eine Erhöhung der «borrowing costs» vor. Zum anderen auch dies anders als in der Vergangenheit üblich werden die Zinserhöhungen am Anfang moderat ausfallen. Der Markt rechnet mit einem Stand von 1 Prozent ein Jahr nach Anheben der Leitzinsen (derzeit bei nahe Null). Das sind eigentlich gute Zeichen für die Börsen. Aber Vorsicht: Zinsen zu prognostizieren ist zwar etwas einfacher geworden. Aber Überraschungen, auch böse, werden immer wieder eintreten. und was nervt sie an der schweiz? Verglichen mit New York fehlt mir das ge- so sein, wie man ist. Die Amerikaner beherrschen das Spiel «leben und leben lassen» sehr gut. In der Schweiz, und dies gilt für ganz Europa, steht man verstärkt unter der Beobachtung der Familie, von Freunden oder der Gesellschaft im Allgemeinen. Das ist ja auch ein wesentlicher Bestandteil des Lebens, doch es kann manchmal auch beengend sein. 10

11 trading So VERMEIDEN SIE FEHLER BEIM BÖRSENHANDEL Schnellschüsse beim Traden können schnell ins Geld gehen. Hier die wichtigsten Auftragsarten für den Börsenhandel. Damit man von der permanenten Handelbarkeit der Wertpapiere optimalen Nutzen ziehen kann, gilt es, sich ein paar wichtige Auftragsarten zu verinnerlichen. Geschickt eingesetzt, kann man damit viel Geld sparen. Wenn Sie sofort, zum nächstmöglichen Zeitpunkt, eine Aktie kaufen oder verkaufen wollen, geben Sie einen Bestens- Auftrag auf. oft haben Sie jedoch das Gefühl, eine Aktie sei gerade in jüngster Zeit Börsenaufträge können helfen, dass man trotz nervöser Märkte ruhig schlafen kann. schon zu stark gestiegen oder gefallen. In solchen Fällen bietet sich ein sogenannt limitierter Auftrag an. So können Sie unliebsame Überraschungen vermeiden. Wenn Sie bereits schöne Gewinne beim nächsten Crash nicht wieder verlieren oder Verluste begrenzen wollen, können Sie einen Stop- Loss-Auftrag geben. Das kann helfen, trotz nervöser Märkte ruhig zu schlafen. Auftragsarten, erläutert anhand von Beispielen. bestens-auftrag Sie wollen eine Aktie sofort kaufen oder verkaufen und akzeptieren den beim Börsenabschluss aktuell gültigen Marktpreis. Sie geben einen Bestens-Auftrag. Beispiel: Sie geben einen Kaufauftrag, Aktie X «bestens» zu kaufen. Der Auftrag wird unabhängig davon, wie hoch der Preis ist, sofort ausgeführt. Wann ist der beste zeitpunkt für den Verkauf einer Aktie? limitierter Kaufauftrag Sie sind von den guten Aussichten einer Aktie überzeugt und wollen sie kaufen jedoch nicht über einem bestimmten Preis, den Sie als fair betrachten. Sie wollen den Zeitpunkt erwischen, wenn der Titel unter den von Ihnen bestimmten Höchstpreis fällt. In diesem Fall geben Sie den Kaufauftrag mit einer oberen Preislimite auf. Beispiel: Limitierter Kauf bei 50 Franken, gültig während eines Monats. Die Aktie wird ab Auftragsdatum während des kommenden Monats sofort gekauft, wenn sie an der Börse für 50 oder weniger Franken zu haben ist. limitierter verkaufsauftrag Sie sind überzeugt, dass ein von Ihnen gehaltener Titel ausgereizt ist und dass dieser eigentlich verkauft werden sollte, dies jedoch nicht unter einem bestimmten Preis. Sie wollen den Zeitpunkt erwischen, wenn der Titel über den von Ihnen bestimmten Mindestverkaufspreis steigt. In diesem Fall geben Sie den Verkaufsauftrag mit einer unteren Preislimite auf. Beispiel: Limitierter Verkauf bei 60 Franken, gültig während 20 Tagen. Die Aktie wird ab Auftragsdatum während der kommenden 20 Tage sofort verkauft, wenn sie an der Börse für 60 oder mehr Franken gehandelt wird. stop-loss-auftrag Sie haben mit einer Aktie bereits schöne Gewinne eingefahren. Sie befürchten aber nun, dass die Börse stark zurückfallen könnte. Sie wollen im Krisenfall zumindest einen Teil Ihrer Gewinne ins Trockene bringen, jedoch bei anhaltend steigenden Kursen weiter partizipieren. Für dieses Szenario ist der Stop-Loss-Auftrag geeignet. Beispiel: Ein Stop-Loss-Verkaufsauftrag bei einem Aktienkurs von 100 Franken (der aktuelle Kurs liegt in diesem Beispiel bei 120 Franken). Die Aktie wird verkauft, sobald sie bei 100 oder dem nächsten Abschlusskurs unter 100 Franken gehandelt wird. 11

12 trading DIESE ZAHLEN LASSEN DIE ANLEGER RUHIGER SCHLAFEN Wohin geht der Börsentrend? Mit Hilfe von Indikatoren lässt sich die Richtung der Märkte einigermassen abschätzen. Mit Hilfe verschiedener Indikatoren lässt sich die Entwicklung an den Finanzmärkten einschätzen. Die Kardinalfrage, die jeden Investor permanent umtreibt, lautet: Wohin gehen die Börsen? Steigen oder sinken sie? Entwickeln sie sich seitwärts? Wer zu wissen glaubt, wohin die Reise geht, kann seine Wetten platzieren und wird innert kurzer Zeit steinreich. Schön, wenn dem so wäre. Doch die sichere Wette, die gibt es an der Börse nicht. an den märkten werden erwartungen gehandelt von Indikatoren die Entwicklung an den Aktienmärkten einschätzen. Die kurzfristig wichtigsten Richtungsindikatoren und orientierungspunkte sind immer Börsenplätze, die bereits geschlossen haben oder schauen die Börsianer in Europa vor dem Handel jeweils auf die Schlusskurse des wichtigen Aktienmarktes in den USA vom Vorabend. Immer bedeutender werden allerdings auch die Aktienmärkte in Asien, die kurz vor der Eröffnung des Europa- Handels schliessen. Daneben gibt es eine Reihe von anderen Indikatoren, die sich vor allem für langfristig orientierte Anleger eignen. Dazu zählen insbesondere etwa der «Dow Jones Transportation Average», der als einer der besten vorauslaufenden Indikatoren für die US-Konjunktur gilt. Doch Anleger sollten Folgendes beachten: Indikatoren widerspiegeln nur die aktuelle Lage oder eine Einschätzung während an den Märkten quasi Erwartungen gehandelt werden. Und: Der Fokus an den Märkten verlagert sich immer wieder von einem Thema zum nächsten. Mal ist die geopolitische Lage der Dauerbrenner, dann wieder die Konjunktur. Kombination von Prognoseinstrumenten heranziehen Es sollte somit darauf geachtet werden, dass ein Prognoseinstrument nicht allein für eine Investmententscheidung herangezogen wird. Vielmehr sollte eine Kombina- 12

13 trading DIE zehn WICHTIGSTEN BöRSEN-INDIKAToREN 1. Vorgaben aus Übersee 6. Gewinnrevisionen der Analysten Entwicklung der Rohstoffpreise - - nehmer der Konjunktur. deutlich anziehende 7. Dow Jones Transportation Average der dow Jones transportation average gilt als Sichere Häfen Ein anziehen des goldkurses oder von als si oder der usa gelten als Flucht der anleger in die sicherheit. 4. Volatilitätsindex - - digt sein. in der Folge ziehen die indizes an. wicklung. dow Jones transportation average bildet die ternehmen ab. 8. zinsänderungsrisiken - risikoreicher das investment und umgekehrt. doch die wesentlichen notenbanken unter ihnen die schweizerische nationalbank ha- mus seit der Finanzkrise 2008 schachmatt gesetzt. 9. Die 200-Tage-Linie die 200-tage-linie ist ein indikator aus der - tes einer aktie der letzten zweihundert tage errechnet. die daraus entstehende 200-tage- - unten nach oben durchbrochen wird. Ein Ver- von oben nach unten vom aktuellen Kurs geschnitten wird. Die teuersten Schweizer Aktien Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie widerspiegelt das Verhältnis zwischen Aktienpreis und dem (erwarteten) Gewinn, den eine Firma erzielen wird. Das KGV gibt dem Anleger also einen Hinweis darauf, wie «teuer» ein Titel ist. Zu den teuersten bekannteren Aktien am Schweizer Markt gehören die Aktien von Lindt & Sprüngli (KGV von 34 für 2015). Hoch bewertet sind auch Temenos, Ems oder Schlatter. Von den Firmen des Swiss Market Index fallen die Aktien von Actelion, Geberit und Nestlé mit einer hohen Bewertung für das Jahr 2015 auf. Top informiert in den Tag mit cash.ch Die Finanzplattform cash.ch bietet den Leserinnen und Lesern bereits frühmorgens ein umfassendes News-Angebot. Wer die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Börsendaten zusammengefasst in einer erhalten möchte, abonniert am besten den cash-newsletter (Registrierung: Dieser wird von Montag bis Samstag jeweils vor 8 Uhr morgens verschickt. Einen eigenen Newsletter gespickt mit Börsen-Infos unterhält auch der langjährige cash-mitarbeiter Alfred Herbert. Sein Guru-Flash erscheint um 8.40 Uhr und um Uhr (Anmeldung: 5. Leading Indicator 10. Russell-2000-Index dieser indikator setzt sich aus insgesamt zehn - - landes. am wichtigsten ist jener aus den usa. eine vorausliegende Kurskorrektur an den ternehmen abbilden. Liefert zahlen und Gerüchte von den Börsen: cash-guru Alfred Herbert. cash 13

14 online-trading MIT online-trading TAUSENDE FRANKEN SPAREN Die Wahl der richtigen online-plattform für den Börsenhandel worauf Anleger achten müssen. online-börsenhandelsplattformen gibt es heute fast wie Sand am Meer. Aktive Anleger müssen daher eine bedürfnisgerechte Wahl treffen. Nach bestimmten Kriterien vorzugehen hilft dabei. 1. courtagen sind renditefresser Das wichtigste Auswahlkriterium ist die Höhe der Gebühren für Wertschriftentransaktionen, sogenannte Courtagen. Diese werden dem Trader bei einem Kauf und Verkauf eines Wertpapiers verrechnet. Die Courtagen schmälern somit die Anlagerendite ganz direkt. Anleger können daher viel Geld sparen, wenn sie sich für einen günstigen Anbieter entscheiden. So verlangt der teuerste Anbieter für den Handel von Schweizer Aktien für ein Auftragsvolumen von Franken knapp dreimal so viel wie der günstigste Anbieter (siehe Tabelle Seite 15). Macht ein Anleger also zwölf Trades pro Jahr à Franken, dann zahlt er etwa bei «cash banking by bank zweiplus» 348 Franken, bei der Credit Suisse hingegen 960 Franken. Bei einem Auftragsvolumen von Franken und zwölf Trades pro Jahr spart ein cash-kunde gegenüber einem CS-Kunden über 5600 Franken. 2. einfachere gebühren struktur bringt transparenz Einige Anbieter bieten bei kleinen Handelsvolumen attraktive Courtagen an. Nehmen die Handelsvolumen zu, steigen die Courtagen oft deutlich an (siehe Tabelle). Hinzu kommt, dass für bestimmte Anlageklassen teils höhere Tarife gelten. Für Anleger ist es nicht einfach, sich in den. Klarheit bieten hier Anbieter von sogenannten Flate-Rate-Tarifen. Das heisst: «cash banking by bank zweiplus» hat im Vergleich tiefe Trading-Gebühren. Die Kosten für den Kauf oder Verkauf von Aktien werden pauschal abgezogen und hängen nicht vom gehandelten Volumen ab. Neben der online-plattform «cash banking by bank zwei plus» bieten auch die Migros Bank, das VZ Vermögenszentrum und die Basler Kantonalbank dieses Gebührensystem an. cash 3. anzahl der handelbaren märkte und zu welchem Preis? nebst der Schweiz auch an europäischen, amerikanischen und anderen Börsen. Zwar ermöglichen den Handel mit ausländischen Wertpapieren nahezu alle Anbieter. Aber Anleger müssen teilweise tief in die Tasche greifen. Ein Beispiel: Der Kauf 14

15 online-trading einer Aktie, die im deutschen Aktienindex DAX vorhanden ist, kostet mit einem Transaktionsvolumen von Franken bei der UBS 356 Franken an Courtagen. Bei preisgünstigeren Anbietern zahlt der Kunde hingegen bloss 29 Franken also rund zwölf Mal weniger. 4. beratung erwünscht oder nicht Die Wahl des richtigen Anbieters hängt wesentlich von den Bedürfnissen des Anlegers nach persönlicher Beratung ab. Für wenig versierte Anleger, die erste Erfahrungen mit dem Börsenhandel sammeln wollen, bietet sich eine professionelle Beratung an. Die Grossbanken bieten diesen Service an, was die höheren Gebühren dieser Institute erklärt. Es gibt aber auch günstige Anbieter, die zusätzlich ihren Kunden eine umfassende Anlageberatung anbieten wie zum Beispiel die Migros Bank oder «cash banking by bank zwei plus». 5. die weiteren Kosten beachten Anleger sollten bei der Wahl des online-trading-anbieters nicht bloss auf die Höhe der Courtagen schauen, sondern auch die Kosten für das Verwalten des Wertschriftendepots beachten. Für Laien ist es oft sehr schwierig, bei den Depotgebühren den Überblick zu behalten. Die Sätze zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter klaffen teils um das Mehrfache auseinander. Trader sollten daher unbedingt Anbieter vorziehen, die eine klare Gebührenstruktur ausweisen. Anbieter Anleger sollten nicht bloss die Courtagen beachten, sondern auch die Kosten für das Verwalten des Wertschriftendepots. Volumen in CHF Cornèr trader swissquote Credit suisse «Die Kosten werden weiter sinken» Benjamin Manz (33) ist Gründer und Geschäftsführer des unabhängigen Finanzvergleichsdienstes moneyland.ch. zvg grossbanken verlangen oft deutlich höhere trading-gebühren. warum? In der Tat sind die Gebührenunterschiede markant. Bei Grossbanken wird das Angebot als Teil eines Gesamtangebots inklusive Beratung verstanden. Reine online-broker stellen den Tradern ihre online-plattform zur selbstständigen Nutzung zur Verfügung und bieten in der Regel keine Beratung an. Reine online-broker sind meistens günstiger, Anfänger können aber unter Umständen überfordert sein. wird sich die Preiserosion für online-trading-gebühren fortsetzen? Längerfristig dürften die Preise im online-trading für Schweizer Kunden weiter sinken. Im Ausland etwa in den USA lässt sich dieser Trend schon lange beobachten. Internationale Broker sind deutlich preiswerter als Schweizer Anbieter. Allerdings bietet die Schweiz wirtschaftliche und politische Stabilität. Zudem verfügen die FINMA-regulierten Schweizer Banken über eine Seriosität, die längst nicht alle internationalen Broker aufweisen können. wohin geht der trend bei online-gebühren? Es gibt eine Vielzahl verschiedener Gebührenmodelle und -strukturen. Einige Anbieter führten in den letzten Jahren Pauschalgebühren ein. Die lassen sich besser vermarkten. Licht in den Gebührendschungel bringt nur ein individueller Vergleich, der alle Kosten mit Courtagen, Depot- und Spezialgebühren berücksichtigt. 15

16 trading social media SoCIAL TRADING: INVESTIEREN NACH FACEBooK-MANIER Einem Top-Trader in die Karten schauen oder selber Fans hinter sich scharen? Social-Trading-Plattformen machen es möglich. Social Trading ist der neueste Trend unter aktiven Tradern. Vorreiter sind die Netzwerke wikifolio.com aus Österreich, ayondo.com und moneymeets.com aus Deutschland und etoro.com mit Sitz in Zypern. Auf diesen Plattformen machen Anleger ihr Depot öffentlich und diskutieren einzelne Aktien oder Marktbewegungen. Der Anlageerfolg ist in Echtzeit einsehbar. Ranglisten zeigen, wer wie abgeschnitten hat. Das Ganze gleicht dem Prinzip von Anlagefonds. Doch statt Fondsmanager sind es hier private Trader, und vieles läuft viel transparenter ab Fondsmanager lassen sich eher ungern in die Karten blicken. anlagestrategie von anderen nachhandeln oder nur mitverfolgen Social-Trading-Portale bieten verschiedene Möglichkeiten. So kann man diverse Depots und damit die Anlagestrategie anderer Mitglieder mit echtem Geld nachhandeln. Je nach Plattform auf unterschiedliche Art und Weise, zum Beispiel über Livekonten verse Suchkriterien offen, um eine Anlage- Risikobedürfnis entspricht. Es besteht aber kein Investitionszwang. Die öffentlich gemachten Transaktio nen können einfach nur verfolgt werden, ohne selbst aktiv zu werden. Weiter ist es möglich, selbst ein oder mehrere Muster depots zu erstellen und zu 16

17 social media trading publizieren. ähnlich einem Vermögensverwalter kassiert man bei einem positiven Verlauf Performancegebühren. Dazu muss das Depot aber für andere Mitglieder investierbar gemacht werden. Je nach Anbieter gelten unterschiedliche Bedingungen. Bevor man einem Trader traut, sollte man ihn genau beobachten. nur in etwas investieren, das man auch versteht Die besten Portfolios verblüffen mit teils horrenden Renditen. Durch die veröffentlichten Ranglisten besteht eine grosse Verlockung, den aktuell besonders erfolgreichen Tradern zu folgen und hier Kapital anzulegen. Allerdings handelt es sich hierbei oftmals um riskante Strategien mit entsprechend hohen Verlustrisiken. Deshalb sollten Anleger nicht überstürzt in ein Depot einsteigen, sondern die Strategie des Traders eine Weile unter die Lupe nehmen. Weiter sollten Investoren nicht alles auf eine Karte setzen, sondern den Anlagebetrag auf mehrere Anlagestrategien verteilen. Und auch hier gilt: Man sollte nur in etwas investieren, das man wirklich versteht. Beweglich bleiben, präzise handeln Börslich handeln garantiert Sicherheit und Transparenz. Die breite Produktpalette ermöglicht den beweglichen, präzisen Einsatz von Strukturierten Produkten für jedes Anlagebedürfnis. 17

18 VoN DER WoCHENZEITUNG ZUR DIGITALEN FINANZPLATTFoRM cash feiert das 25. Jubiläum. In einem Vierteljahrhundert hat sich die Marke stark gewandelt. Die Ziele bleiben die gleichen. Geld anlegen, Geld auf die hohe Kante legen und Geld verdienen: Das wollen die meisten. Doch wo erhalten sie in Kürze die entscheidenden Informationen von kompetenten, unabhängigen Journalisten? Wer trennt die Spreu vom Weizen? Anleger wollen Fakten. Und Vertrauen. Die Finanzplattform ist heute die kürzeste und einfachste Verbindung zwischen Finanzinformation und Trading. Auf dem Portal erhält der Leser und Anleger alle wichtigen Wirtschaftsinformationen und kann auf demselben Portal gleich auch noch aktiv werden. Das heisst Aktien kaufen oder verkaufen, sich persönlich beraten lassen oder einfach nur Zahlungen erledigen. Doch wie hat alles angefangen? cash veränderte ab 1989 die wirtschaftsberichterstattung Verleger Michael Ringier, Verwaltungsratspräsident des grössten Schweizer Medienhauses, erinnert sich im Interview (siehe Beilage «cash INSIDE» oder ch/cash25) an die Anfänge im September 1989: «Wir wollten dem Mann auf der Strasse die Wirtschaft näherbringen.» Er untertreibt mit dem ihm eigenen Understatement: cash revolutionierte 1989 die Wirtschaftsberichterstattung. Als kritische Sympathisanten der Wirtschaft brachten die Redaktoren frische, freche und auf- Als erste Publikation zeigte cash, wer die Entscheidungsträger sind und wie die Macher denken und ticken. Mit Titeln wie «Weisse Schafe am schwarzen Montag», «Der blaue Engel geht fremd» oder «Zwei Freier für eine Braut» popularisierte cash die an sich eher trockene Materie «Wirt- cash im Wandel der zeit von der Wochenzeitung zur online-plattform mit Bank. cash 18

19 schaft». Als Verleger prägte Michael Ringier diesen innovativen Weg. Im Gespräch mit cash VALUE sagt er: «Mich interessiert, was heute aber vor allem, was morgen ist.» Zurückschauen fasziniere ihn nur aus historischen Gründen. Dieses Denken, diese Philosophie spiegelt sich in der Geschichte von cash. Das Medium mischte die Schweizer Wirtschafts- und Finanzwelt auf. Der Konkurrenz immer einen Zacken voraus, nahm cash Trends früher wahr und hatte bei allem immer den Leser und Nutzer im Fokus. Und der Ansatz von cash war und ist heute noch immer brilliant einfach oder einfach brilliant. zeitung, video, livepaper: cash als multimedialer Pionier Ab 1993 ergänzte das Fernsehmagazin «cash TV» die Printausgabe. Und als sich in der online-welt Mitte der 90er-Jahre erste Erfolg versprechende Stories abzeichnten, war der Verlag Ringier ebenfalls zur Stelle: Noch vor dem Internet-Hype wurde «cash online» gestartet. Zur gleichen Zeit gründeten unabhängige Schweizer Internet-Pioniere das Finanzportal «Borsalino». Das Portal wurde einige Jahre später schrittweise übernommen. Es entstand die Plattform «cash.ch». Mit den Finanzinfos von borsalino.ch und den von den cash- Journalisten produzierten News wuchs schnell das bedeutendste und grösste Finanzportal der Schweiz heran. Im September 2006 wurde mit «cash daily» parallel zur Wochenzeitung die erste Wirtschafts-Gratistageszeitung auf den Markt gebracht. Das Ziel: alle Inhalte aus der Redaktion über alle Medienkanäle verbreiten und so den Nutzern unabhängig von Zeit, ort und Format die relevanten Informationen zur Verfügung stellen. Es war ein Novum in der Schweizer Mediengeschichte: Erstmals wurden verschiedene multimediale Elemente wie Mobile, Livepaper, Audio und Video kombiniert. Trotz ständig wachsender Marktanteile in der Werbung und trotz entsprechenden Umsatzwachstums machte die Finanzkrise mit dem einhergehenden Inseraterückgang auch «cash» und «cash daily» das Leben schwer. Ab Frühjahr 2009 legte cash den Fokus ausschliesslich auf das digitale Angebot und blieb die grösste Wirtschaftsund Finanzplattform der Schweiz. Ein neues Kapitel tat sich für cash «Wir wollten dem Mann auf der Strasse die Wirtschaft näherbringen.» drei Jahre später auf: Ringier und cash sowie die bank zwei plus taten sich zur «cash zweiplus ag» zusammen. Das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen ist ein Schweizer Finanzdienstleister mit einer Vertriebsbewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Fin - ma. «Die jetzige Lösung zusammen mit der bank zweiplus entspricht der heutigen Zeit. Man kann heute Wirtschaftsjournalis- zieren», sagt Michael Ringier. Es brauche aber auch Wirtschaftsinformationen, welche die komplexen Zusammenhänge einfach verständlich erklären. cash-meilensteine 1989 Am 8. September liegt cash zum ersten Mal am Kiosk auf. Die Wochenzeitung revolutioniert die Wirtschaftsberichterstattung in der Schweiz Das Fernsehmagazin cash TV ergänzt die Wochenzeitung Noch vor dem grossen Internet-Hype wird cash-online lanciert Das Portal cash.ch vereint cash-online und borsalino.ch Gratiszeitungen mischen den Markt auf: Am 8. September erscheint erstmals die Gratiszeitung cash daily Die Medienindustrie wandelt sich: Ab dem 23. März erscheint cash ausschliesslich digital Unter der Marke cash gründen Ringier und die bank zweiplus das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen cash zweiplus ag. Am 16. April startet cash banking bei bank zweiplus mit kombinierten Angeboten: auf cash.ch können erstmals Aktien direkt gehandelt werden Einführung des Trading-Pauschaltarifs von 29 Franken Am 8. September feiert die Marke cash ihr 25-Jahr-Jubiläum. ALLES zum CASH-JUBILäUM cash wird 25 Jahre alt. die marke der medien in den tageszeitung zur gratis-maestro-karte und tradingeinheitstarif Mit dem Joint Venture zwischen Ringier und der bank zweiplus tat sich für cash auch die Finanzproduktewelt auf: So wurde etwa eine cash-maestro-karte lanciert. Im Sommer 2013 dann führte cash den einfachsten Gebührentarif der Schweiz ein. Jeder online-trade kostete fortan 29 Franken. cash.ch ist heute wöchentlich das meistbesuchte Finanzportal der Schweiz. Über User (online-besucher) schauen wöchentlich vorbei und User jeden Monat. Im Schnitt bleiben die Besucher knapp 8 Minuten auf dem Portal das ist ein im Branchenvergleich ausserordentlich hoher Wert. Weiter erstaunlich ist: 72 Prozent der User benutzen ausser cash kein anderes Finanzportal. Das zeigt: cash ist mit seinem Brand und seinen Dienstleistungen in der schnelllebigen Finanzwelt auch nach 25 Jahren weiter der Taktgeber. Mit den immer gleichen Tugenden: einfach, kompetent und immer topaktuell. - tungen. alles zur bewegten geschichte von cash 19

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