Der globale Hunger nach Rohstoffen und seine Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Biodiversität Was kann die IZ tun?

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1 Der globale Hunger nach Rohstoffen und seine Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Biodiversität Was kann die IZ tun? FATA - Lernwerkstatt 26. August 2014 Seite 1

2 FATA-Lernwerkstatt Rohstoffe Inhalte & Ablauf 1. Einführung (D. Schreiber) und Key Note mit thematischem Überblick (J. Giegrich, Geschäftsführer, IFEU-Institut Heidelberg): 2. Marktplatz mit Fallbeispielen aus Entwicklungs- und Schwellenländern (Ecuador, Ghana, Peru, Südafrika etc.) 3. Diskussionsgruppen zu definierten Fragen und Aspekten, z.b. (a) Rohstoffgewinnung und Biodiversität / Ökosysteme (P. Bunk) (b) Umwelt- und klimapolitische Ansätze für nachhaltigere Rohstoffgewinnung (J. Giegrich / D. Schreiber) (c) Endliche Ressourcen - wachsender Rohstoffverbrauch (T. Schauer) 4. Abschlusspanel mit Highlights der Diskussionsgruppen u. Statements: P. Bunk, J. Giegrich, M. Priester, T. Schauer, A. Tomowski Seite 2

3 Rohstoffe in der Internationalen Zusammenarbeit: Rohstoffreichtum als Fluch und Segen Rohstoffreichtum birgt Entwicklungspotenziale. 50 zumeist ärmere Länder hängen wirtschaftlich maßgeblich von extraktiven Rohstoffen ab. Dennoch sind rohstoffreichere Länder im Mittel nicht unbedingt weiter in Sachen Entwicklung und Wohlstand -> holländische Krankheit Rohstoffgewinnung ist oft mit großen Umweltbelastungen verbunden. Nicht selten kommt es zu rohstoffbedingten Kriegen und Konflikten Rohstoffsicherung gewinnt politisch an Bedeutung: EU: Die Rohstoffinitiative Sicherung der Versorgung Europas mit den für Wachstum und Beschäftigung notwendigen Gütern Rohstoffstrategie der Bundesregierung (2010) -> Rohstoffpartnerschaften Ressourceneffizienz ist einer der strategischen Ansatzpunkte (vgl. A resourceefficient Europe Flagship initiative under the Europe 2020 Strategy. ; Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) Seite 3

4 ppm Stück Gigabarrel Öläquivalent/a Gt/a * Billion Dollar * Mrd. Nachhaltige Industriegesellschaft Ungebrochene Dynamik Weltweites reales Bruttoinlandsprodukt Bevölkerungsentwicklung * (umgerechnet auf 1990 international Dollars) Verbrauch fossiler Rohstoffe Rohstoffentnahmen * (Erze, Industrie- und Bauminerale) 0 CO 2 - Konzentration Elemente aus dem Periodensystem Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Martin Faulstich, Vorsitzender, SRU

5 Herausforderung Rohstoffwirtschaft Globale Gerechtigkeit Energieverbrauch in MWh/(Person*Jahr) Ressourcenverbrauch in Mg/(Person*Jahr) Fleischverbrauch in kg/(person*jahr) Quellen: Sustainable Europe Research Institute, 2007, US Energy Information Administration, International Energy Annual, 2008, FAO Stat Food Supply Database Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Martin Faulstich, Vorsitzender, SRU

6 Doppelte Herausforderung: Endliche Ressourcen + ungerechte Verteilung 1. Armut und ungerechte Pro-Kopf-Verteilung von Gütern u. Ressourcen: Ressourcenverbrauch: OECD ~15-35 t/a; Nicht-OECD ~3t/a 2. Zu hohe Ressourcenentnahme, Klima- und Umweltbelastungen; laut Umweltbundesamt werden jeden Tag: > 60 Mio. t Treibhausgas emittiert, t Fisch gefangen, Ca. 100 Arten ausgelöscht, ha landwirtschaftlicher Fläche zerstört ha Wald umgewandelt (bzw. vernichtet) Seite 6

7 Rohstoffe vs. Umwelt, Klima, Biodiversität Der immer noch kontinuierlich zunehmende Rohstoffdurchsatz der Weltwirtschaft ist hochgradig umweltrelevant: Biodiversität und Ökosysteme: Extraktive Industrien (Erz, Erdgas, Öl) dringen zunehmend in unberührte Gebiete vor; -> direkte und indirekte Auswirkungen (z.b. Peru, Kolumbien, Ecuador ) Klima: Neben starken direkten Emissionen, vor allem aufgrund der Metallgewinnung (z.b. Chile) haben die Eingriffe, z.b. in Ökosysteme auch erhebliche indirekte Klimaauswirkungen Umweltkontamination: z.b. durch Gewässer- und Bodenverunreinigungen, Altlasten, Luftverschmutzung (aus Schmelze u. Aufbereitung) Sekundärrohstoffe: Als Beitrag zu Umwelt- und Ressourcenschutz aber auch als Quelle von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen Umwelt- u. ressourcenbezogene Konflikte rund um Rohstoffgewinnung Seite 7

8 Rohstoffe als Handlungsfeld der GIZ Governance: Rohstoffe als wichtige Einnahmequelle vieler Entwicklungs- und Schwellenländer -> Rohstofferlöse transparent für Entwicklung nutzen (z.b. EITI); Geowissenschaftliche Aspekte = Mandat der BGR! Rohstoffpartnerschaften (Bildung, Wirtschaft, Umwelt, Ressourceneffizienz etc.), z.b. Mongolei, Kasachstan, Chile, u.a. GERI -> globale entwicklungspolitische Rohstoffinitiative Sekundärrohstoffe (Abfall- u. Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz) BMU-IKI: Fenster für Ressourceneffizienz / Rohstoffe (Chile?; Kolumbien?) Dienstleistungen für die Wirtschaft (Gabun u.a.) Seite 8

9 Diskussion und Ausblick Rohstoffe als wichtige Einkommensquelle vieler Entwicklungsländer Sorge um Rohstoffsicherheit in alten und neuen Industrieländern Welche Grenzen gilt es zu respektieren? Wie können negative Wirkungen der Rohstoffgewinnung auf Umwelt, Klima und Biodiversität begrenzt werden? Was kann Umwelt- und Klimapolitik leisten? Was ist die Rolle der (G)IZ? Wie weit tragen freiwillige Umwelt- und Sozialstandards in der extraktiven Industrie? Clean Coal und Better Gold : Was können Verbraucher bewegen? Kann Ressourceneffizienz den Rohstoffhunger lindern oder wenigstens zu einer verantwortungsvolleren Nachfrage beitragen? Seite 9

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