MinisteriuM 11th' innovation, Wissenschaft und FOfi'schlUlng des landes NOlrdl!'lhlein~Westfa!erll Die Ministerirn

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1 MinisteriuM 11th' innovation, Wissenschaft und FOfi'schlUlng des landes NOlrdl!'lhlein~Westfa!erll Die Ministerirn Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Juli 2014 Herrn Arndt Klacke MdL Vorsitzender des Ausschusses fürjnnovation, Wissenschaft und Forschung Landtag NRW Düsseldorf Aktenzeichen: 413 bei Antwort bitte angeben Svenja: Schulze Mdl Studieren ohne Abitur m Hochschulzugang beruflich Qualifi:derter; Ergebnisse des Wintersemesters 2013/2014 Sehr geehrter Herr Vorsitzender, das Land Nordrhein-Westfalen hat mit der Verordnung über den Hochschulzugang für in der beruflichen Bildung Qualifizierte (BBHZVO) vom 8. März 2010 den Hochschuizugang ohne Hochschulreife vereinfacht und weiter geöffnet. Wie sich die Verordnung in der Praxis bewährt, lasse ich u.a. durch eine jährliche Abfrage bei den Hochschulen prüfen. Über die wesentlichen Ergebnisse der letzten Abfrage zum Wintersemester 2013/2014 möchte ich gerne den Ausschuss informieren. LANDTAG NORDnHEI'Il WESTFALEN 16. WAHLPERIODE v R-..>, 16/ Völklinger Straße Düsseldorf Telefon Telefax Öffentliche Verkehrsmittel: S-Bahnen S 8, S 11, S 28 (Völklinger Straße) Rheinbahn linien (Georg-Schulhoff-Platz)

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3 Studieren ohne Abitur ~ Hochschulzugang beruflich Qualifizierter; Abfrage bei den Hochschulen Wintersemester 2013/2014 Das Land f\jordrhein-westfalen hat mit der Verordnung über den Hochschulzugang für in der beruflichen Bildung Qualifizierte (BBHZVO) vom 8. März 2010 den Hochschulzugang ohne Hochschulreife vereinfacht und weiter geöffnet. Die BBHZVO unterscheid~td[ei Gruppen von Hochschulzugangsberechtigten. Absolventen einer Aufstiegsfortbildung (z.8. Meister, Fachschulabsolventen) haben einen allgemeinen Hochschulzugang, Beruflich Qualifizierte, die ein mit ihrer bisherigen Qualifikation fachlich verwandtes Studium anstreben, haben eine fachgebundene Hochschu!zugangsberechtigung ("Fachtreue"). Alle anderen beruflich QuaJifizierten (Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit bzw. Erziehungs- oder Pflegetätigkeit) haben Zugang wahlweise über ein Probestudium oder - bei zulassungsbeschränkten Studiengängen verpflichtend - über eine Zugangsprüfung. Wie sich die Verordnung in der Praxis bewährt, wird durch eine jährliche Abfrage des Ministeriums bei den Hochschulen geprüft. Über die wesentlichen Ergebnisse der letzten Abfrage zum Wintersemester 2013/2014 möchte ich gerne den Ausschuss informieren: 1. Universitäten (ohne Fernuniversität in Hagen) Zum Wintersemester 2013/2014 haben insgesamt 380 beruflich Qualifizierte an den öffentlich-rechtlichen Präsenzuniversitäten des Landes ein Studium aufgenommen; davon sind 208 männliche und 172 weibliche Studierende. Das Gros der Studierenden ist jünger als einunddreißig Jahre (253 Bewerberinnen und Bewerber). Die zweitgrößte Gruppe (122) sind die einunddreißig- bis vierundfünfzig-jährigen. Die Altersgruppe der über-fünfundfünfzig-jährigen besteht aus 5 Studierenden. Die meisten der beruflich Qualifizierten haben das Studium nach weniger als sechs Jahren im Beruf aufgenommen (214). Mit Abstand folgt die Gruppe derer, die zwischen sechs und zehn Jahre im Berufsleben standen (89). Das Studium wurde vornehmlich von beruflich Qualifizierten aufgenommen, die ihren Hochschulzugang aufgrund einer Aufstiegsfortbildung (Meister u.ä.) erlangt haben (207), 111 Bewerberinnen und Bewerber erhielten Zugang aufgrund einer fachlich entsprechenden Berufsausbil-

4 dung und Berufstätigkeit, 62 als Probestudierende oder nach bestandener Zugangsprüfung. Studiengänge, die der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (141) zugeordnet sind, werden am stärksten nachgefragt. Auf den weiteren Plätzen 'folgen die Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften (84), die Ingenieurwissenschaften (72) sowie Mathematik und Naturwissenschaften (57). Eine wesentliche Veränderung gegenüber dem vorhergehenden Wintersemester gibt es bei den Universitäten zumeinen hinsichthchderartder Zugangsberechtigung: Während die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber mit allgemeiner Hochschulzugangsberechtigung (Meister u. ä.) gestiegen ist, ist die Anzahl von Bewerberinnen und Bewerber mit fachgebundener Zugangsberechtigung (Fachtreue bzw. Probestudium oder Zugangsprüfung) gesunken. Zum anderen hat die beliebteste Fächergruppe Rechts-, Wirtschaftsund Sozialwissenschaften ihren Vorsprung gegenüber den an zweiter Stelle der Beliebtheitsskala stehenden Sprach- und Kulturwissenschaften weiter ausgebaut. 2. Fachhochschulen An den Fachhochschulen haben zum Wintersemester 2013/2014 insgesamt 737 Studierende ein Studium aufgenommen, davon 544 männliche und 193 weibliche Studierende. Wie bei den Universitäten stellen die unter einunddreißig Jahre alten beruflich Qualifizierten den Hauptanteil der Studierenden (484). Der Trend, dass der Personenkreis, der weniger als sechs Jahre im Berufsleben steht, den überwiegenden Teil der Studierenden stellt, setzt sich auch hier fort (352). Ein Fachhochschulstudium wird wie in den Vorjahren vor allem von Personen aufgenommen, die den Zugang über eine Aufstiegsfortbildung (343) oder eine fachlich entsprechende Berufsausbildung mit anschließender Berufstätigkeit (360) erlangt haben. Der Studienschwerpunkt im Fachhochschulbereich liegt bei der Fächergruppe der Ingenieurwissenschaften (388). Mit Abstand folgen die Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (196) sowie Mathematik und Naturwissenschaften (53). Eine wesentliche Veränderung gegenüber dem vorhergehenden Wintersemester gibt es bei den Fachhochschulen nur hinsichtlich der Anzahl der Jahre der Berufstätigkeit vor Studienaufnahme, die angestiegen ist.

5 3. Fernuniversität in Hagen An der Fernuniversität in Hagen haben mit Abstand die meisten der ruflich qualifizierten Studienanfängerinnen und -anfänger ein Studium aufgenommen. Ihre Zahl zum Wintersemester 2013/2014 beläuft sich auf Studierende. Davon sind 814 männlich und 729 weiblich. Unter einunddreißig Jahre alt waren 672 Studierende, 847 gehörten zu der Gruppe der einunddreißig- bis vierundfünfzig-jährigen, 24 waren älter als vierundfünfzig Jahre alt. Das höhere Durchschnittsalter beruht zumindest teilweise darauf, dassältereberuflieh QuaHfizierte zeitlich - und örtlich stärker in berufliche und familiäre Verpflichtungeneingebunden sind und daher ein Fernstudium bevorzugen. Eine weitere Rolle dürfte auch spielen, dass die Fernuniversität nur für ein Fernstudium geeignete Studiengänge anbieten kann; die beispielsweise an den Fachhochschulen bei beruflich Qualifiziertf;ln beliebteste Fächergruppe ingenieurwissenschaften gehört nicht dazu. Wie bei den Präsenzhochschulen hatten bei Studienaufnahme die meisten Studierenden weniger als 6 Jahre berufliche Tätigkeit vorzuweisen (563), gefolgt von der Gruppe mit einer beruflichen Tätigkeit zwischen 6 und 10 Jahren (475). Anders als an den Präsenzhochschulen erlangten die meisten Studierenden den Hochschuizugang als Probestudierende (711), was darauf zurückzuführen ist, dass die Fernuniversität keine zulassungsbeschränkten Studiengänge anbietet. Als "fachtreue" Bewerberinnen und Bewerber erhielten 485 Personen Zugang, aufgrund einer Aufstiegsfortbildung 338 Personen. Neun Bewerberinnen und Bewerber, die ein Probestudium hätten aufnehmen können, haben freiwillig eine Zugangsprüfung abgelegt und dadurch eine endgültige Zulassung erhalten. Die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften war mit 646 Studienanfängern die beliebteste, gefolgt von den Sprach- und Kulturwissenschaften (572). 4. Fazit Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Verordnung für den Hochschulzugang beruflich Qualifizierter mit der weitgehenden Öffnung der Hochschulen in der Praxis gut bewährt. In der Umsetzung an den Hochschulen wird es auch weiterhin wesentlich darauf ankommen, das Angebot an berufsbegleitenden Studiengängen und die Betreuung während des Studiums auszubauen.

6 Aus Untersuchungen ist bekannt, dass - nachdem die hochschulrecht!ichen Rahmenbedingungen gegeben sind - die Entscheidung für ein Studium maßgeblich von finanziellen und sozialen Faktoren bestimmt wird. In diesem Bereich gibt es Angebote wie 'Talentscout" oder "Arbeiterkind", die sich mit Beratung und Unterstützung vor allem an Schülerinnen und Schülern bzw. Studieninteressierte aus Nicht Akademikertamilien wenden.

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