PARLAMENTARISCHER ABEND

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1 Landesverband Sachsen Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. Heinrich-Beck-Straße Chemnitz Telefon: Telefax: Vereinsregister Amtsgericht Chemnitz: VR 1462 PARLAMENTARISCHER ABEND der Lebenshilfe Sachsen am 09. Mai 2011 in Dresden Bernd Wiesner, Vorsitzender des Vorstands Silke Hoekstra, Geschäftsführerin Informationen in leichter Sprache zu den 4 Forderungen für das Land Sachsen Forderung 1.: Die Behinderten-Rechts-Konvention gilt für alle Die Vereinten Nationen haben einen wichtigen Vertrag gemacht. Darin stehen die Rechte von Menschen mit Behinderung. Der Vertrag heißt: Behinderten-Rechts-Konvention, kurz BRK. Das steht in der BRK: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte, wie Menschen ohne Behinderung. Sie sollen überall selbstverständlich dazu gehören. Sie sollen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Kein Mensch darf davon ausgeschlossen werden. Fach-Leute nennen das Inklusion. Landesverband Lebenshilfe Sachsen am 9. Mai 2011 in Dresden Seite 1 von 5

2 Die BRK gibt es in vielen Ländern Die BRK haben viele Länder der Welt unterschrieben. Auch Deutschland hat im März 2009 unterschrieben. Die BRK gilt für alle Bundesländer in Deutschland. Die BRK gilt auch in Sachsen. Deshalb müssen jetzt alle Gesetze in Deutschland geprüft werden. Die Gesetze müssen sich an die Regeln der BRK halten. Die Lebenshilfe fordert: Auch Menschen mit Behinderung sollen gefragt werden und sollen mitreden. Alle Gesetze müssen mit den Forderungen der BRK übereinstimmen. Forderung 2.: Alle Menschen haben Gleichheit vor dem Recht In Artikel 12 der BRK steht: Menschen mit Behinderung können wie alle anderen erwachsenen Menschen Entscheidungen selbst treffen. Das gilt auch für Menschen mit geistiger Behinderung. Damit sie richtige Entscheidungen treffen können, sollen sie Hilfen bekommen. In Deutschland ist das im Betreuungs-Recht geregelt: Zum Beispiel: Vor Gericht bekommen Menschen mit geistiger Behinderung einen rechtlichen Betreuer oder eine rechtliche Betreuerin. Landesverband Lebenshilfe Sachsen am 9. Mai 2011 in Dresden Seite 2 von 5

3 Die Betreuer sollen bei wichtigen Entscheidungen helfen. Sie dürfen aber auch Entscheidungen für die Menschen mit Behinderung treffen. Das wichtigste Ziel der BRK ist: Menschen mit Behinderung sollen selbst bestimmen. Für die Selbstbestimmung sollen sie Unterstützung bekommen. Die Lebenshilfe meint : Das deutsche Betreuungs-Recht ist besser als das Recht in vielen anderen Ländern. Aber auch das deutsche Recht muss noch besser werden. Es reicht nicht, wenn ein Gesetzt geändert wird. Alle müssen verstehen wieso das Gesetzt geändert wird. Alle müssen sich daran halten. Forderung 3.: Miteinander Leben in der Gemeinde Die Ziele der BRK sollen Wirklichkeit werden. Dafür ist eins besonders wichtig: Menschen mit und ohne Behinderung sollen sich treffen können. Dafür brauchen alle passende Räume und Angebote. Sie sollen in der Gemeinde und in den Stadt-Vierteln sein. Fach-Leute sagen dazu in schwerer Sprache: Sozialraum. In allen Rathäusern arbeiten Leute, die planen und entscheiden. Darauf sollen sie bei ihren Plänen und Entscheidungen achten: Landesverband Lebenshilfe Sachsen am 9. Mai 2011 in Dresden Seite 3 von 5

4 Sie sollen passende Räume und Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung schaffen. Forderung 4.: Barrierefreiheit Barrierefreiheit heißt für uns: Wir können uns leichter zurecht finden. Barrierefreiheit bedeutet: Es gibt keine Hindernisse mehr. Für Rollstuhl-Fahrer sind niedrige Bordsteine und Fahrstühle wichtig. Für blinde Menschen ist der Ton an der Ampel wichtig. Für gehörlose Menschen ist es wichtig, dass sie im Fernsehen lesen können. Zum Beispiel durch Untertitel. Barrierefreiheit für Menschen mit geistiger Behinderung bedeutet: 1. Leichte Sprache: Texte sollen so geschrieben sein, dass man sie gut verstehen kann. Und sie sollen übersichtlich gestaltet sein. Zum Beispiel: Formulare, Anträge, Gebrauchs-Anweisungen oder Briefe von Ämtern. Dafür gibt es die Leichte Sprache. Sie hat feste Regeln. 2. Texte mit Bildern und sprechende Texte: Wenn bei Texten Bilder dabei sind, kann man sie meistens besser verstehen. Gut ist auch, wenn man die Texte hören kann. Zum Beispiel: Wenn man auf einer Internet-Seite anklicken kann, dass man die Texte vorgelesen bekommt. Landesverband Lebenshilfe Sachsen am 9. Mai 2011 in Dresden Seite 4 von 5

5 3. Leichte Bedienbarkeit Automaten und Kauf-Angebote im Internet sind oft zu kompliziert. Zum Beispiel Automaten für Fahrkarten am Bahnhof. Hier helfen gute Erklärungen: Zum Beispiel eine Mischung aus Texten, Bildern und Vorlesen. Es ist gut, wenn man nur wenige Tasten drücken muss. Manchmal braucht jemand länger, um den Automat zu bedienen. Dann soll der Automat nicht einfach mittendrin abbrechen. 4. Leichte Orientierung Für viele Menschen ist es schwer sich in großen Gebäuden zurecht zu finden. Zum Beispiel: in Bahnhöfen, Flughäfen, Ämtern oder Krankenhäusern. Aber man kann etwas tun, damit sich die Menschen besser zurecht finden können: Man kann die Gebäuden mit Farben und Bildern übersichtlicher gestalten. Und man kann Beschreibungen zum Anhören anbieten. Was für Menschen mit Behinderung gut ist, hilft auch vielen anderen Menschen. Zum Beispiel: Menschen, die wenig Deutsch sprechen, Menschen, die kaum lesen können, alten Menschen und Kindern, Menschen, die sich an einem Ort noch nicht auskennen. Landesverband Lebenshilfe Sachsen am 9. Mai 2011 in Dresden Seite 5 von 5

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