Rudolf-Steiner-Schule Wuppertal

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1 Rudolf-Steiner-Schule Wuppertal Sicht 2013

2 Inhalt Editorial Editorial 3 3 Schulen 1 Lehrplan? 4 Schlittschuhfieber 9 Der Waldorschulverein, das unbekannte Wesen 12 Malta: mehr als nur alte Steine! 14 Das Leben ein Tanz auf dem Seil Elternmitarbeit und Selbstverwaltung 20 Buchtipp 22 Alter Raum in neuem Glanz 26 Hase Hase 30 Was macht eigentlich der ÖK 36 Mengels BEST 38 Tipps für die Freizeit: Hoch hinaus 39 Rollhockey 40 Der Fechtsport 41 Theaterspielen 42 Glosse: RSS Wuppertal Impressum 46 Warum erscheint die Schulzeitung eigentlich immer so spät im Jahr? Kaum verteilt und ausgelegt ist sie bereits verjährt. Oder haben Sie 2014 Interesse an einer Zeitung von 2013? Das dachten wir uns auch und begannen dieses Jahr fleißig früh im Jahr uns zusammen zu setzen. The same procedure as every year: ein Leitthema finden, andere Themen sichten, potentielle Schreiber ansprechen, den Artikel betreuen (nachhaken!), auf Artikel verzichten, weil sie nie geschrieben wurden, nach neuen suchen (wir sind für Anregungen oder gar freiwillige Angeboten, auch seitens der Schülerschaft, immer dankbar), nach Fotos fragen bzw. selber machen, die Artikel redigieren und dann kommt: eigentlich das LAYOUT. Alles wird aufs Schönste zusammengefügt. Eigentlich... Wir waren tatsächlich vor den Sommerferien fast fertig nur leider stand uns unser Layouter aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung! An dieser Stelle sei T. Wroblewsky herzlich gedankt für seinen intensiven Einsatz und seine künstlerischen Bemühungen in den letzten Jahren. In die Bresche sprang kurzentschlossen aushilfsweise Frau K. Jochum, der wir dafür auch sehr danken wollen. Das Ergebnis halten sie nun in Händen. An dieser Stelle nun der dringende Aufruf: wer in der Elternschaft könnte diese Arbeit übernehmen? Bei Interesse melden Sie sich bitte bei mir Auch für die redaktionelle Arbeit würden wir uns sehr über Zuwachs freuen. Nur Mut: Sie müssen keine tollen Artikel schreiben können, nur lesen! Wenn also alles gut geht, dann sind wir nächstes Jahr früher dran mal sehen! Heidrun Revers (Schülermutter, Klasse 8/10) Liebe LeserInnen, wir erstellen für Sie diese Zeitung, möglich wird sie jedoch erst durch die Unterstützung unserer Anzeigenkunden. Deshalb bitten wir Sie: Schenken Sie auch unserem interessanten Anzeigenteil Ihre Aufmerksamkeit. Die Redaktion. 2 Sicht

3 3 Schulen 1 Lehrplan? Auf dass das Thema Inklusion in die Köpfe und Herzen der waldorf-bewegten Menschen Einzug halten möge, dafür ist dieser Artikel geschrieben. Der gemeinsame Arbeitskreis Inklusion der drei Waldorf-Schulen in Wuppertal, Rudolf- Steiner-Schule, Christian-Morgenstern-Schule und Troxler-Schule, trifft sich seit April 2010 einmal monatlich, immer am letzten Montag im Monat. Eine Aufgabe dieses Kreises sehen wir darin, für das Thema Inklusion wach zu machen, KollegInnen und Eltern zu animieren, nicht nur über den Tellerrand zu schauen, sondern darüber hinaus auch Möglichkeiten zu suchen, in Schule und Freizeit Gemeinsamkeiten neu zu entdecken, soziale Kontakte zu knüpfen und so das Leben und Lernen aller zu bereichern. Der AK versteht sich zuallererst als Multiplikator und Kommunikator, weniger als Konzeptentwickler. Dennoch bewegen wir gemeinsam auch konkrete Fragen in unseren Gesprächen, z. B.: Wie, wo und wann müssen wir zieldifferent und in heterogenen Lerngruppen arbeiten wo in homogenen? Wir drei Schulen sind Teil der Stadtkultur, Teil der hiesigen Bildungslandschaft. Der Arbeitskreis sieht es als seine Aufgabe, das Gespräch und den Austausch zu pflegen. Wir wollen uns als Waldorfschulen hier in Wuppertal dem Thema Inklusion aktiv und kommunikativ stellen. Bereits im Frühjahr 2007 wurde von der Generalversammlung der UN die sog. BRK, die Behindertenrechtskonvention, verabschiedet. Im Mai 2008 trat sie in Kraft, im März 2009 wurde sie vom Deutschen Bundestag ratifiziert. Das hat die bundesweite Gültigkeit zur Folge und die Bundesländer müssen dem durch eigene Gesetze Rechnung tragen. In NRW liegt seit September 2012 der entsprechende Referentenentwurf zur Diskussion vor. In 2014 soll das erste Inklusionsgesetz in NRW verabschiedet werden. Im Originaltext der UN-Konvention der Rechte für Menschen mit Behinderungen heißt es im Artikel 24 zum Thema Bildung: Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives? inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen ( ). Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden ( ) sowie wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet, angeboten werden. Die UN-Konvention betrifft nicht nur die Rechte von Menschen mit Behinderung, sondern alle potenziell von Ausgrenzung Betroffenen. ( ) An die Stelle einer Normal- Gesellschaft, die das vermeintlich Andere erst tolerieren und integrieren muss, tritt in der neuen UN-Konvention das Bild einer Gesellschaft, in der Diversität, also Unterschiedlichkeit, Abweichung und Vielseitigkeit das eigentlich Normale ist und nicht lediglich zugelassen werden muss. (J. Heisterkamp in info3, 9/2012). Wenn hier, im Artikel 24 der BRK, vom Zugang zum allgemeinen Bildungssystem gesprochen wird, müssen wir uns gesamtgesellschaftlich in eine offene Diskussion begeben, die, ohne dass wir Scheuklappen aufsetzen und tradierte Gewohnheiten bemühen, Schule neu denken muss. Für uns bedeutet das, auch Waldorfschule neu zu denken. Die Grundlagen unserer Pädagogik sind zwar hochmodern, aktueller denn je und menschengemäß, die Methoden allerdings müssen befragt werden. Dabei dürfen liebgewordene Gewohnheiten, für die man selbstverständlich gute Gründe hat, ebenso in Frage gestellt werden wie tradierte Unterrichtsmethoden. Team-Teaching und Klassengrößen dürfen zum Beispiel keine Tabus in einer offenen Diskussion sein. Willens- und Gemütsentwicklung sind die vordringlichen Aufgaben des Erziehens. Der Kopfgeist erwacht in jedem Menschen höchst individuell, anders in Art und Zeitverlauf. Mal ist es eine Frage des höchst individuellen Tempos, mal ist es eine Frage der sozialen Gestaltung in einer Gruppe oder Klasse, mal ist es eine Frage der besonderen, ganz individuellen Förderung. Wer von uns hat nicht Punkte seines individuellen Lernweges, die besonders gefördert werden können und sollen? Hier wird deutlich, dass wir im Prinzip an der Regel - und Förder -Waldorfschule die gleiche Aufgabe vollziehen, in der Förderschule noch individueller und fokussierter als in der Regelschule. Auch manchem Regelschüler täte es gut, einmal in einem 1:1- Verhältnis gefördert zu werden. Über welche Schranken reden wir also? Die Dinge sollen hier nicht banalisiert werden, es soll nur deutlich gemacht werden, dass wir an allen Waldorfschulen aus denselben Quellen heraus arbeiten, aus denselben pädagogischen Grundlagen und Anregungen heraus, unseren Alltag mit den Schülerinnen und Schülern gestalten. Wir arbeiten allesamt mit den Elementen der rhythmischen Gliederung des Tages, des Unterrichts, des Begegnungsraumes zwischen LehrerInnen und SchülerInnen. Die Form gebende Kraft der Wiederholung, das Atmen eines Rhythmus durch den Wechsel von Wachen-Schlafen, Konzentration-Entspannung, die triale Gliederung des Unterrichts durch praktisches, künstlerisches und kognitives Lernen das alles eint uns im gegliederten Waldorfsystem! Ein Rückblick in die Geschichte der Waldorfschule zeigt, dass die allererste, von Emil Molt gegründete Schule, im Ansatz als inklusiv betrachtet werden kann. Molt wollte eine Schule für alle seine Mitarbeiterkinder und nicht nur für die normalen. Aber bald schon nahmen die meisten der Arbeiterfamilien ihre Kinder heraus. Das Klima schien im Kollegium und in Teilen der Elternschaft zu bildungsbürgertumlastig zu werden (s.: D. Esterl: Emil Molt-Tun, was gefordert ist, Mayer 2012). Die Tragik des 2. Weltkriegs unterbrach den Prozess der eigentlichen Wesensbildung der Waldorfschule. Davon hat sie sich bis heute nicht wirklich erholt. Nach dem Krieg vermochte der Lehrer Karl Schubert nicht mehr an die Differenzierungsmöglichkeiten im Unterricht, also an unterschiedliche Leistungsgruppen in einer Klasse, anzuknüpfen, weil dies im Kollegium auf Widerstand stieß man bangte um den Ruf der Schule. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als die Schule zu verlassen. In der Folgezeit entstand so eine Waldorfschule in Richtung der besonderen Förderung. Die Dinge wiederholen sich, auch in Wuppertal: Die Rudolf-Steiner-Schule war 1946 gerade eröffnet, da bangte man um den Ruf, als ein Jahr später Menschen mit Förderbedarf zu ihr strebten. Sie wurden abgelehnt und daraus entstand dann als Keimzelle die gemeinsame Mutter von Morgenstern-Schule und Troxler-Haus, später Troxler- Schule, die dann durch die Reform der Sozialgesetzgebung 1961 ebenfalls getrennt wurden. Es hätte allerdings nicht zur Trennung kommen müssen, wenn sich das Kollegium damals einig gewesen wäre. Das sind Aspekte, die auch zu den Biografien der Waldorflandschaft in Wuppertal gehören, aber nicht selten verschwiegen werden. 4 Sicht

4 Da wir nun hier in Wuppertal eine gewachsene Struktur des dreigliedrigen Waldorfssystems in Analogie zum staatlichen System haben, fällt uns der Blick über den Tellerrand schwer. Wir werden uns an unseren eigenen adaptierten oder verinnerlichten Grundsätzen messen lassen müssen. Durch Willens- und Gemütserziehung an uns selbst arbeiten, den Kopfgeist herausfordern, herauslocken, um gemeinsam Schule neu zu denken und zu gestalten, gemeinsam und nicht jede Schule für sich: Lacht da nicht jedes Lehrerherz, erst recht jedes Elternherz? Wir sitzen in drei Booten im gleichen Strom. Jeder hat sein Profil, seine Ziele, seine Strukturen. Wenn wir es WOLLEN, finden wir die Wege, uns durchlässig füreinander, vor allem FÜR die SchülerInnen zu machen, um Menschsein in seiner ganzen Breite, in seinem Facettenreichtum zu LEBEN. Durch die Einführung der Ganztagsschule hat die Rudolf- Steiner-Schule Weichen gestellt, mit den beiden anderen Schulen zeitlich kompatibel zu werden. Auf die entsprechende Veränderung der Christian-Morgenstern- Schule warten wir noch, seitdem eine Klasse das bereits sehr erfolgreich geübt hat. Um mehr inneren Anschluss an alle drei Schulen zu bekommen, brauchen wir dringend weitere LehrerInnen und Eltern, die in diesem Sinne verbindlich mitwirken. Dazu sei hier besonders aufgerufen! Lasst uns gemeinsam Zukunft gestalten und nicht, wie die vergangenen 70 Jahre, getrennte Wege gehen! Lasst uns unsere gemeinsamen Konzepte und eigenen Profile formulieren und leben! Lasst uns der Entwicklung unsere Prägung geben und nicht, wie in all den Jahren, der Bildungsdiskussion hinterher laufen! Wir haben jetzt den Gestaltungsraum dazu. Roland Horst, Schülervater Roland Horst, der Autor dieses Artikels, ist ein in dreifacher Hinsicht vom Thema Inklusion Betroffener: Er arbeitet als Lehrer an der Troxler-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung), sein Sohn besucht die Christian-Morgenstern-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen) und seine Töchter sind Schülerinnen der Rudolf-Steiner-Schule (Waldorfschule für Normale?). Vom Beginn an ist er in dem Arbeitskreis Inklusion aktiv. Machen wir aus der Not eine Tugend. Dies schien das Motto der 50er und 60er Jahre zu sein. Wir Waldorfs haben immer vom ganzen Menschen, ja von Menschheit gesprochen. Und nun artikuliert diese sich durch z. B. die UN-KONVENTION für die Rechte der Menschen mit Behinderungen und wir Waldorfs tun uns so schwer damit, den ganzen Menschen zu betrachten. Das ist die Realität. (An dieser Stelle verweise ich auf den Leserbrief von Matthias Braselmann, Kollege der Windrather Talschule in Langenberg, in der Erziehungskunst 2/2013, S. 59., ebenso an den des Autors Michael Schmidt, Info3, Februar 2013, S. 20) Zu dieser Betrachtung gehört dazu, den höchst-individuellen Menschen, denn nichts anderes sind Menschen mit Behinderungen, in das All-Tägliche Leben, in das All-Tägliche Lernen, in das All-Tägliche Leben in Gemeinsamkeit einzubinden. Warum vorenthalten wir den sog. Behinderten die alltägliche Wahrnehmung und das Miter-Leben mit den sog. Normalen? Warum vorenthalten wir den sog. Normalen die alltägliche Wahrnehmung und das Miter-Leben mit den sog. Behindertenf? Wir vorenthalten allen das breite und so liebenswert-hochinteressante Spektrum von Menschsein als Ganzem! Wie sollen, wie wollen wir uns da als Gesellschaft sozialisieren? Das, was uns die bildungspolitische Öffentlichkeit vorgaukelt, alle SchülerInnen gehören im Prinzip in die Regelschule, ist ein fatales Irrdenken und Fehlinterpretieren dessen, was mit der UN-Konvention gemeint ist. Das heißt für uns Waldorfs aber nicht mit dem Denken aufzuhören, um Vorurteile zu kommunizieren und um uns selbst genug zu sein, sondern gerade diese Öffentlichkeit erwartet von uns, dass wir eine Vorreiterrolle übernehmen, weil wir doch den ganzen Menschen fördern und im Blick haben, eigentlich... Eine weitere aktuelle Bemerkung sei hier angeführt, zitiert aus kita aktuell spezial,3/ 12, G.Ehrmann, RA, dt.kinderhilfe, Bundesjugendkuratorium: Die Inklusion behinderter Menschen in die Gesellschaft ist ein wichtiges, gutes und erstrebenswertes Ziel, das durch die Verankerung in die bestehende Rechtslage eine unumkehrbare Dynamik erhalten hat. Da es um das sensible Thema Menschen mit Behinderung geht, wird eine offene Debatte gescheut. Dabei bietet die Inklusion die einmalige Chance, die bestehenden Fördersysteme kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Political Correctness, wirtschaftliche Interessen, an den Grenzen der Ideologie verfestigte Denkschemata und eine über Jahrzehnte entstandene Entmündigung verbunden mit einer Anspruchskultur erschweren eine lösungsorientierte Herangehensweise. Im Moment wird versucht, das bestehende System mit seinen Ansprüchen in ein Inklusion genanntes System zu retten. Dies geschieht zu Lasten des eigentlich Gewollten. Dabei braucht es mehr Mut und mehr Offenheit es geht darum, junge Menschen mit Behinderung von Anfang an in die Gesellschaft zu inkludieren. Man braucht nicht Anthroposoph zu sein, um zu bemerken, dass sich hier eine ganz neue Art der Betrachtung von Menschsein, wenn auch immer wieder noch im Gewande des alten Denkens, beginnt den Weg zu bahnen und das außerhalb der Waldorfszene. Wollen, dürfen wir uns als Waldorfschulen dessen entziehen? Wir sollten die Rolle, die uns große Teile der Öffentlichkeit zutrauen, ernst und annehmen, denn sonst wird dieses Vakuum von marktorientierten, ökonomischen Interessen vollends besetzt werden. Auszug aus dem Originaltext der (sog. Schattenübersetzung ) UN-Konvention der Rechte für Menschen mit Behinderungen, Artikel 24, Bildung: a) die menschlichen Möglichkeiten sowie das Bewusstsein der Würde und das Selbstwertgefühl des Menschen voll zur Entfaltung zu bringen und die Achtung vor den Menschenrechten, den Grundfreiheiten und der menschlichen Vielfalt zu stärken; b) Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen; c) Menschen mit Behinderungen zur wirklichen wirksamen Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen. b) Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben; c) angemessene Vorkehrungen für die Bedürfnisse des Einzelnen getroffen werden; d) Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung geleistet wird, um ihre erfolgreiche wirksame Bildung zu erleichtern ermöglichen; e) in Übereinstimmung mit dem Ziel der vollständigen Integration Inklusion (3) Die Vertragsstaaten ermöglichen Menschen mit Behinderungen, lebenspraktische Fertigkeiten und soziale Kompetenzen zu erwerben, um ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe an der Bildung und als Mitglieder der Gemeinschaft zu erleichtern fördern. Zu diesem Zweck ergreifen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen; unter anderem a) erleichtern fördern sie das Erlernen von Brailleschrift, alternativer Schrift, ergänzenden und alternativen Formen, Mitteln und Formaten der Kommunikation, den Erwerb von Orientierungs- und Mobilitätsfertigkeiten sowie die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen den peer support und das Mentoring; b) erleichtern ermöglichen sie das Erlernen der Gebärdensprache und die Förderung der sprachlichen Identität der Gehörlosen gehörlosen Menschen; c) stellen sie sicher, dass blinden, gehörlosen oder taubblinden Menschen, insbesondere Kindern, Bildung in den Sprachen und Kommunikationsformen und mit den Kommunikationsmitteln, die für den Einzelnen am besten geeignet sind, sowie in einem Umfeld vermittelt wird, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet. 6 Sicht

5 Schlittschuhfieber (4) Um zur Verwirklichung dieses Rechts beizutragen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen zur Einstellung von Lehrkräften, einschließlich solcher mit Behinderungen, die in Gebärdensprache oder Brailleschrift ausgebildet sind, und zur Schulung von Fachkräften sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen des Bildungswesens. Diese Schulung schließt die Schärfung des Bewusstseins für Behinderungen und die Verwendung geeigneter ergänzender und alternativer Formen, Mittel und Formate der Kommunikation sowie pädagogische Verfahren und Materialien zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ein. (5) Die Vertragsstaaten stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner tertiärer Bildung Hochschulbildung, Berufsausbildung, Erwachsenenbildung und lebenslangem Lernen haben. Zu diesem Zweck stellen die Vertragsstaaten sicher, dass für Menschen mit Behinderungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden. PESSIMISTISCH , Marianne Demmer, Ltg. d. GEW-Organisationsbereichs Schule:... Es ist unbestritten, dass gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern auch im traditionellen selektiven Schulsystem machbar ist. Viele Grund-, Haupt- und Gesamtschulen erbringen täglich den Beweis. Aber dadurch schafft man noch kein inklusives Schulsystem. Es gibt in Deutschland Inseln der Inklusion in einem Meer von Selektion. Aber wir sind noch weit davon entfernt, dass sich diese Inseln zu einem vollständig inklusiven System verbinden. Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, dass alle jungen Menschen mit Behinderungen im gemeinsamen Unterricht des traditionellen Schulsystems lernen, könnte man dennoch nicht von einem inklusiven Schulsystem sprechen. Die selektive Grundausrichtung unseres Schulsystems beeinträchtigt die Bildungschancen der Migrantenbevölkerung und von Kindern und Jugendlichen aus bildungsarmen Elternhäusern. Sie wird auch Kinder und Jugendliche mit Behinderungen weiterhin benachteiligen, vor allem dann, wenn sie aus einer Migrations- und/ oder bildungsarmen Familie kommen. Die vollständige Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ins selektive Schulsystem wird nach meiner Überzeugung nicht nur an fehlenden Ressourcen, uneinsichtigen Verwaltungen und mangelnder Klagefreudigkeit von Eltern scheitern, sondern auch systembedingt an der selektiven Grundausrichtung unseres Schulsystems... Wir merken doch allesamt und wer das ignoriert, weil es unbequem ist, lügt sich selbst in die Tasche, dass wir eine neu ausgerichtete Sozialisation unserer gesamten Gesellschaft dringend beginnen und gestalten müssen. Von uns Waldorfs wird da etwas erwartet, zu recht oder zu unrecht?...ich finde, zu recht! Die Profile jeder unserer drei Schulen können, ja müssen wir gemeinsam anschauen, neu definieren und weiterentwickeln, geleitet durch die Frage: wie und wo können wir durchlässig füreinander werden? Diese Notwendigkeit, diese Pionierarbeit können und dürfen wir nur tun, indem Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen in AUGENHÖHE daran gemeinsam arbeiten. Vorbereitungen: Für mich stand schon lange fest, dass ich in die Niederlande wollte. Als wir vor langer Zeit im Urlaub in den Niederlanden mein Gutenachtgeschichtenbuch vergessen hatten, ohne das ich auf keinen Fall einschlafen konnte, haben meine Eltern mir auf Niederländisch Jip en Janneke, das in Niederland beliebteste Kinderbuch, vorgelesen. Von da an war mein Interesse für die niederländische Sprache geweckt und später machte ich auch einige Volkshochschulkurse, um Niederländisch zu lernen. Ich wollte gerne einen Austausch an einer niederländischen Waldorfschule machen. Das ist über eine Austauschorganisation aber nicht möglich und außerdem wäre dies für uns zu teuer gewesen. Also habe ich im Internet nach Schulen in den Niederlanden gesucht und direkt mehrere Schulen per angeschrieben und gefragt, ob es die Möglichkeit gibt, an dieser Schule einen Schüleraustausch zu machen. Und schon nach drei Tagen bekam ich von einer Waldorfschule in Zutphen die Adresse von einem Mädchen, das Interesse an einem Schüleraustausch hatte! Ich habe ihr natürlich sofort zurück geschrieben und wartete sehr gespannt auf eine Antwort. Die kam auch nach kurzer Zeit und wir haben uns s geschrieben um uns kennen zu lernen. Sie ist so alt wie ich und ihre Schwester ist zwei Jahre jünger als ich. Sie und ihre Familie haben mich und meine Eltern eingeladen, sie schon vor dem Austausch mal zu besuchen. Das war zum Glück möglich, weil wir nur etwa zwei Stunden voneinander entfernt wohnen. Auch wenn ich schüchtern war und sehr wenig gesagt habe, haben wir uns direkt gut verstanden und ich habe mich noch mehr auf meinen Austausch bei dieser Familie gefreut. Start: Gut zwei Monate später, Anfang 2012, ging es dann los. Ich freute mich, doch ich hatte auch ein bisschen Angst vor dem, was kommen würde. Kann ich mich auf Niederländisch verständigen? Werde ich mich mit meinen Klassenkameraden gut verstehen? Diese und viele weitere Fragen gingen mir auf der Fahrt nach Zutphen zu meiner Gastfamilie durch den Kopf. Zur Begrüßung gab es oliebollen, ein typisches Niederländisches Neujahrsessen. Ich durfte in dem Zimmer einer meiner Gastschwestern wohnen, die dafür in das Arbeitszimmer gezogen ist. 8 Sicht

6 Schule: Zwei Tage später war dann mein erster Schultag. Ich war sehr aufgeregt. An dem Tag hat die Klasse im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Epoche ein Gericht besucht und danach hatte ich nur noch zwei Stunden Schule. Bevor wir in das Gericht reingehen konnten, mussten wir, ähnlich wie am Flughafen, durch eine Sicherheitsschleuse gehen, und ein Mitarbeiter fragte mich, ob ich einen riem habe. Ich hatte keine Ahnung, was ein riem war, und ich war irgendwie unfähig, ihm zu sagen, dass ich nicht gut niederländisch spreche, aber glücklicherweise kam mir dann eine Mitschülerin zur Hilfe, die dem Mitarbeiter erklärte, dass ich noch nicht so gut niederländisch spreche, und der Mitarbeiter übersetzte das Wort dann für mich ins Englische. (Ein riem ist übrigens ein Gürtel) Von der Gerichtsverhandlung habe ich nur sehr wenig verstanden. Meine Mitschüler waren sehr nett und haben mir geholfen, wenn ich irgendwas nicht verstanden habe. Die Schule war viel größer als meine deutsche Schule: in den Klassen sieben bis zwölf waren insgesamt Schüler! Während meiner ersten Schultage hatte ich noch ein Gespräch mit dem Lehrer, der den Schüleraustausch organisiert hatte. Ich habe das meiste, was er gesagt hat, verstanden, aber aus Angst, was falsch zu machen, kaum was gesagt Auch die Lehrer habe ich recht gut verstanden, aber von dem, was meine Mitschüler in den Pausen gesagt haben, habe ich nur sehr wenig verstanden. Doch nach kurzer Zeit konnte ich das meiste verstehen und auch auf Fragen antworten, so dass die anderen es auch verstanden haben. ;) Aber meine Mitschüler mussten mir sehr oft Wörter erklären, die ich nicht kannte, was für sie auch nicht immer leicht war, vor allem in der Poesie-Epoche. Mit meinen Klassenkameraden habe ich mich gut verstanden und mich auch manchmal in der Freizeit mit ihnen getroffen. Ich habe mich in der Klasse sehr wohl gefühlt! Für den Musikunterricht mussten wir alleine oder in Gruppen etwas einüben und dann vor der Klasse vorführen. Ich spiele Oboe und hatte meine Oboe auch mitgenommen. Mit einem Mädchen, das Klavier spielt, habe ich dann etwas eingeübt und mich auch in den Ferien mit ihr zum Üben getroffen. Kurz bevor ich wieder nach Deutschland ging, haben wir das Stück dann vorgeführt, und es hat alles sehr gut geklappt. In den Niederlanden fährt fast jeder mit dem Fahrrad zur Schule. Die Fahrradständer mit den ungefähr Fahrrädern vor der Schule sahen schon sehr beeindruckend aus. Auch zur Sporthalle mussten wir ungefähr eine Viertelstunde mit dem Fahrrad fahren. In der Schule gibt es zwar auch eine Sporthalle, aber weil immer mehrere Klassen gleichzeitig Sport hatten, mussten wir immer zu einer anderen Sporthalle fahren. Die Schule fing um neun Uhr an, ging dafür aber auch länger. An einem Tag in der Woche dauerte der Unterricht sogar bis halb sechs. In der Schule gab es nicht wie bei uns, ein warmes Mittagessen, sondern man konnte nur Brötchen kaufen. Dadurch, dass die Schule so groß war, konnte man viel mehr wählen. So gab es bei den handwerklichen Fächern Plastizieren, Werken, Malen, Textil, Schmieden, Videokunst, Theater und noch einiges mehr. Auch bei den anderen Fächern hatte man sehr viel Auswahl. Es gab zum Beispiel Wirtschaftswissenschaft und Chinesisch. Der Hauptunterricht war immer mit der ganzen Klasse zusammen, aber in den Fachstunden war die Klasse nach Niveaus aufgeteilt. Praktikum: Nach der ersten Schulwoche hatte meine Klasse ein Praktikum. Das konnte ich zum Glück bei meiner Gastmutter machen, die in der dritten Klasse einer Waldorfschule unterrichtete. Das Praktikum hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich gut mit den Kindern unterhalten, weil die oft noch eine einfachere Sprache hatten. Ich habe einmal in der Klasse ein deutsches Wintergedicht vorgelesen, was die Schüler sogar ein bisschen verstanden haben, obwohl man in den Niederlanden meistens erst ab der siebten Klasse Deutschunterricht in der Schule hat. An meinem letzten Praktikumstag habe ich zusammen mit den Kindern Schneeflocken aus Papier gebastelt. Die Kinder fanden es schade, dass mein Praktikum nur eine Woche ging und ich bekam sehr viele selbst gebastelte Schneeflocken als Abschiedsgeschenk. Freizeit und Familie: Nach einigen Wochen Schule hatten wir eine Woche Krokusferien. In den Ferien waren wir auf dem Markt und in der Bücherei, wo ich viele Bücher ausgeliehen habe, in Zutphen und in Arnheim. Als es endlich gefroren hatte, brach schaatskorts (Schlittschuhfieber) aus. Es wurde sehr viel rumtelefoniert und abgesprochen, wann wer mit wem und wo Schlittschuhlaufen geht. In der Nähe von dem Haus meiner Gastfamilie war ein Schlossgraben, auf dem wir sehr oft Schlittschuh gelaufen sind. Während meiner Zeit in den Niederlanden habe ich sehr viel gelesen. Weil meine ganze Gastfamilie gerne liest, hatten sie sehr viele Bücher, doch leider haben die neun Wochen nicht ausgereicht, um alle Bücher, die ich gerne gelesen hätte, zu lesen. Aber als ich wieder nach Hause ging, bekam ich einen dicken Stapel Bücher von meiner Gastfamilie ausgeliehen. Eine meiner Gastschwestern und mein Gastvater gingen zwei Mal die Woche zum Bogenschießen. Ich bin einmal mitgekommen, weil ich mir das gerne mal angucken wollte, und da hat es mir so großen Spaß gemacht, dass ich von da an immer mit gekommen bin! Weil die Schule in dem Niederlanden länger ging und meine Gastfamilie auch etwas weiter von der Schule entfernt wohnt, blieb nach der Schule neben den Hausaufgaben kaum noch Zeit für andere Aktivitäten. Das ist bei mir in Deutschland anders: Ich treffe mich nach der Schule oft mit Freunden, gehe zum Musikunterricht, mache Sport, etc. Doch daran konnte ich mich schnell gewöhnen und ich fand es auch schön, dass ich auf diese Weise mehr Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen konnte. Ich habe mich sehr gut mit meiner Gastfamilie verstanden und sie nach dem Austausch direkt noch einmal besucht, was ja gut ging, da wir nicht so weit auseinander wohnen. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und ich bin froh, dass ich in diese Familie gekommen bin! Abschied: Die neun Wochen gingen viel zu schnell vorbei und, auch wenn ich mich natürlich gefreut habe, meine Freunde und Eltern wieder zu sehen, wäre ich gerne noch länger dort geblieben. Heimweh hatte ich in den neun Wochen nicht. Das lag sicher daran, dass ich mich so gut mit meiner Gastfamilie und meinen Klassenkameraden verstanden habe, aber vielleicht lag es auch daran, dass neun Wochen eine doch relativ kurze Zeit ist. Inzwischen kann ich es sehr gut verstehen, wenn jemand mit mir niederländisch spricht und ich kann auch antworten. Es ist zwar nicht perfekt, aber die Leute verstehen, was ich meine, und das ist ja das Wichtigste! Wenn ein Austausch mit einer Organisation zu teuer ist, kann ich jedem nur empfehlen, zu versuchen, sich selbst etwas zu organisieren, denn ein Schüleraustausch ist immer ein unvergessliches Erlebnis! Lina Masek, Schülerin Klasse Sicht

7 Der Waldorfschulverein, das unbekannte Wesen Der Waldorfschulverein ist so etwas wie der kleine Bruder des Rudolf-Steiner-Schulvereins. Wir begegnen ihm jeden Monat bei der Überweisung der Beiträge für OGATA und Schule und dann noch einmal im Jahr bei der Vorstellung der Haushaltspläne im Schulrat beziehungsweise auf der Mitgliederversammlung. Also sollten wir ihn alle kennen, aber eigentlich wissen wir nicht genau, wozu er eigentlich da ist. Warum reicht denn nicht ein einziger Trägerverein? Der Grund seiner Existenz liegt in der Besonderheit der Ersatzschulfinanzierung in NRW, die es in dieser Form in keinem anderen Bundesland gibt. Unser Bundesland kennt neben den klassischen Privatschulen, die sich ausschließlich durch Schulbeiträge der Eltern finanzieren, noch die sog. Ersatzschulen. Das Land erkennt an, dass diese Schulen den staatlichen Regelschulen vergleichbare Bildungsziele verfolgen und gewährt ihnen deshalb einen Zuschuss zu den Betriebskosten (genauer: zu den einer staatlichen Schule vergleichbaren Betriebskosten, also ohne waldorfspezifische Fächer und Kostenanteile). Laut nordrhein-westfälischem Schulgesetz (SchulG NRW 106 Abs. 5) hat der Schulträger einen Eigenanteil von 15 Prozent zu erbringen. Aber 15 Prozent von was? Wie wird festgestellt, was die 100 Die Geldströme zwischen Land, Träger- und Förderverein Refinanzierung RSSV Gebäude Gehälter Nicht refinanzierte Gehälter Schulbetrieb Prozent sind? In SchulG NRW 106 Abs.1 steht: Die Zuschüsse bemessen sich (...) nach dem Haushaltsfehlbetrag der Ersatzschule. Als Haushaltsfehlbetrag gilt der Betrag, um den bei Rechnungsabschluss die fortdauernden Ausgaben höher als die fortdauernden Einnahmen der Schule sind. Maßgebend ist also das Defizit des Schulträgers (wobei klar ist, dass die Landesmittel bei der Ermittlung des Defizits nicht berücksichtigt werden). Jetzt war in den 1950er Jahren das Problem, woran man den Eigenanteil des Schulträgers erkennen und wie man ihn von den fortdauernden Einnahmen der Schule unterscheiden könne. Die Beiträge der Eltern, die auf das Konto des Schulträgers überwiesen wurden, drohten, nicht dem Eigenanteil zu Gute zu kommen, sondern als fortdauernde Einnahmen das Defizit der Schule und damit aber auch die Höhe der Landesmittel zu mindern! Der damalige Kultusminister Paul Mikat gab deshalb die Empfehlung an die Ersatzschulen, Fördervereine zu gründen, in die die Eltern ihr Beiträge einzahlen und dessen Zuschuss zum Schulhaushalt bei der Ermittlung des Haushaltsdefizits nicht berücksichtigt wird. Kurz und prägnant kann man deshalb sagen: der Trägerverein tätigt die Ausgaben für den laufenden Schulbetrieb, Miete Eigenanteil Elternbeiträge WSV Gebäude und der Förderverein generiert die Einnahmen für die Eigenleistung. Aber für die Erkenntnis der wirtschaftlichen Lage der Schule und für die Planungen ist eigentlich immer der integrierte Schulhaushalt maßgebend, der sich ergibt, wenn man beide Haushalte der Vereine zusammen nimmt. So handhabt es der Vorstand bei der Haushaltsplanung, und so wird es auch auf den Mitgliederversammlungen der beiden Vereine gehandhabt, auf denen die Haushaltspläne für beide Vereine immer zusammen dargestellt wurden und werden. Der Waldorfschulverein hat insofern keine eigenständige Existenz, sondern ist in gewisser Hinsicht eine haushaltstechnische Konstruktion, damit die Landesbehörden das Defizit des Schulbetriebs, die oben angeführten 100 %, korrekt ermitteln können. Damit sicher gestellt ist, dass der Förderverein diesen Zweck auch zuverlässig erfüllt, haben die Gründer unserer Schule folgenden Weg gewählt: Die Mitglieder des Waldorf schul vereins wählten als Vorstand zwei Vorstandsmitglieder des Rudolf-Steiner-Schulvereins. (Diese dürfen allerdings im Rudolf-Steiner-Schulverein nicht zeichnungsberechtigt sein!) Dadurch war gewährleistet, dass der Waldorfschulverein im Sinne des Schulträgers geführt wird. Als 1973 unser heutiges Schulgebäude gebaut wurde, entstand die Frage, ob der Trägerverein oder der Förderverein Pächter des Grundstücks und Eigentümer der neuen Gebäude werden solle. Es zeigte sich, dass die Refinanzierung einer Miete günstiger ist als die Refinanzierung von Kreditkosten, und so wurde der Förderverein zum Vermieter der Schulgebäude. Die Höhe der Miete darf dabei nicht über die vergleichbare ortsübliche Miete hinausgehen. Als Eigentümer der Gebäude kommen dem Waldorfschulverein seitdem auch verschiedene Aufga ben aus dem Bereich der Gebäudeerhaltung und -modernisierung zu, die recht eng mit dem Alltags ge schäft der Schulführung verquickt sind. Von daher ist durch diesen Schritt die Verzahnung zwischen Schul- und Förderverein noch enger geworden. Man nennt ihn oft Förderverein, aber die für einen echten Förderverein kennzeichnende Unabhängigkeit vom Alltagsgeschäft fehlt ihm weitgehend. Im Gegenteil, es wäre fatal, wenn der Waldorfschulverein auf einmal eine eigen stän dige Politik machen würde und die Mittel, die für die Erbringung der Eigenleistung gedacht sind, für andere Zwecke umwidmen würde. Die Verzahnung zwischen den beiden Vereinen hatte in letzter Zeit etwas gelitten, weil die beiden Vorstände des Waldorfschulvereins, Fr. Sträßer und Hr. Padberg, nicht mehr an der Arbeit des Rudolf-Steiner-Schulvereins teil nehmen konnten. Aber das Alltagsgeschäft ging weiter, und so mussten immer wieder Verträge und Anträge verschiedenster Art unterschreiben, ohne an den Beratungen im Rudolf-Steiner-Vorstand teilgenommen zu haben. Wir haben deshalb erklärt, dass wir für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stehen und haben empfohlen, dass die Jahr zehnte lang geübte Praxis wieder aufgegriffen wird, zwei Rudolf-Steiner-Vorstände mit der Führung des Waldorfschulvereins zu betrauen. Die Mitglieder des Waldorf schul vereins treffen sich einmal im Jahr nach der Mitgliederversamm lung des Rudolf-Steiner-Schulvereins und vollziehen im Wesentlichen die Entscheidungen des Schulrats nach. Dies betrifft vor allem die Verabschiedung des Haushalts und die Wahl des Vorstands. Dies ist kein Verlust an Demokratie und keine Mauschelei, da ja die Haushaltsberatun gen und die Vorstandswahl in aller Öffentlichkeit im Schulrat stattfinden und in aller Breite und Ausführlichkeit diskutiert werden können. Wenn ein Haushalt und ein Vorstand auf diese Weise legitimiert worden ist, liegt es in der Verantwortung der Mitglieder des Fördervereins, diesen Entscheidungen von Vorstand und Schulrat ihrerseits die nötige Legitimation zu geben. Der Förderverein muss kein Massenverein sein. Er benötigt allerdings eine genügende Anzahl von Mitgliedern, um rechtsgültige Entschlüsse fassen zu können. Erfahrungsgemäß liegt diese Zahl bei etwa vierzig Mitgliedern, denn es kommen ja nicht immer alle zur Mitgliederversammlung. Die Zahl der Mitglieder ist in den letzten Jahren weit unter diese Grenze gesunken, aber durch die Werbeaktion der letzten Monate wieder gestiegen. Es können aber durchaus noch mehr Menschen beitreten. Wer Mitglied werden möchte, dem oder der sollte das Spezielle dieser Rechtskonstruktion bewußt sein. Er oder sie sollte die Diskussionen im Schulrat verfolgen und bereit sein, die Entscheidungen dort im Förderverein mitzutragen. Beitrittsformulare gibt es bei Frau Grisse (Tel ). Stefan Padberg, Juli Sicht

8 Malta: mehr als nur alte Steine! Sieben Tage Sonne. Das Meer, lange Busfahrten, Kathedralen und verrücktes Nachtleben. Mittendrin wir, eine 12. Klasse aus Wuppertal! Und nicht zu vergessen: der Hauch jahrhundertealter Geschichte, der einem bisweilen auch als gehöriger Wind um die Ohren bläst! Unsere einwöchige Kunstgeschichtsfahrt nach Malta im Mai dieses Jahres verlief also durchaus abwechslungsreich. Der circa 100 km südlich von Sizilien im Mittelmeer gelegene Staat umfasst zwar nur 316 Quadratkilometer und gehört damit zu den zehn kleinsten der Welt, aber bitte! Diese Inselchen haben mehrere Jahrtausende Geschichte. Und was sind schon sieben Tage, wie wir sie zur Verfügung hatten? Zu den Sehenswürdigkeiten gehörte gleich zu Beginn die Hauptstadt Valetta, die maßgeblich von den Rittern des Johanniter-Ordens vom Anfang des 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts als Bastion gegen die Osmanen geprägt wurde. Ihre Upper Barakka Gardens boten einen ausgezeichneten Blick auf den Hafen und wunderbare Straßenzüge mit den berühmten Balkonen. Und ein Besuch in der St. John s Co-Cathedral durfte natürlich auch nicht fehlen (schließlich waren wir auf Kunstgeschichtsfahrt!). Sehenswert war auch das freundliche Fischerdorf Marsaxlokk, von wo aus wir nach einem Fußmarsch durch die eher karge, steinige Landschaft die wunderbare Badebucht Peter s Pool erreichten einen unserer klaren Favoriten unter den Unternehmungen. Ebenso wenig durften wir im weiteren Verlauf der Reise die uralten (2500 v. Chr.!) Stätten der Megalithkultur in Hagar Qim und Mnajdra versäumen, jene Tempelbauten, die es an Rätselhaftigkeit mit Stonehenge aufnehmen können. Dazu kamen noch die Nachbarinsel Gozo, die wir per Fähre erreichten, Maltas alte Hauptstadt Mdina (wie im Museum keine Einwohner zu sehen, dafür umso mehr Touristen) und die alten Katakomben in Rabat, in denen man einst seine Toten bestatte. Um nur die wichtigsten Ziele zu nennen. Unsere Freizeit genossen wir in den drei geräumigen Apartments, die uns in St. Juliens eine Herberge boten. Waren wir nicht gerade mit Einkaufen, Essen kochen oder verzehren, ausruhen, chillen oder ähnlichen Aktivitäten ausgelastet, kam abends oder vielmehr Nachts auch hin und wieder der Besuch der berühmtesten Partymeile der Stadt infrage. Zu dieser soll die Bemerkung genügen, dass die Geschmäcker nun mal verschieden sind und sich mit einer ausreichenden Dosis Alkohol vieles kaschieren lässt. Woraus natürlich keineswegs falsche Schlüsse hinsichtlich unserer Klasse gezogen werden sollten! Insgesamt können wir eine Reise nach Malta weiterempfehlen, so das Credo nach der Fahrt. Man bekommt schon einiges geboten für die Größe der Insel, und dank der geringen Größe sind auch alle Attraktionen relativ schnell erreichbar (wenngleich geringfügige Verzögerungen im Betriebsablauf der Nahverkehrsgesellschaft hin und wieder zu unerwarteten Verzögerungen führen können ). Und was die Partymeile betrifft das sollten Sie sich wenigstens mal anschauen. Ehrlich. Sönke Eickmann, Klasse Sicht

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10 Das Leben ein Tanz auf dem Seil Bericht 10 Jahre Zirkus Krümel, Mai 2013 weitere T E R M I N E Variete: 26. Januar Gala 2014 Die 4 Elemente : 3. und 4. Mai 2014 Was sagen die Artisten? Toll! Mir macht das Spaß! Sehr gut. Sehr, sehr schön! Man kann Sachen lernen, die man zuhause nicht macht. Spaß für Groß und Klein. Eine gute Möglichkeit, sich zu bewegen und Erfahrungen im Umgang mit Kindern zu sammeln. Ich mache Zirkus, weil ich viele neue Sachen gelernt habe, zum Beispiel Kugel-Laufen, Poi, Einrad. Am meisten Spaß habe ich, wenn wir in die Jugendherberge fahren und dort trainieren. Ich finde Zirkus super! Der Zirkus Krümel freut sich über jeden neuen Artisten, egal aus welcher Klasse. Aufnahmebedingung ist: Du musst Zeit, Freude und Ausdauer mitbringen alles andere lernst du dort! Frau Lilge, Zirkus-Leiterin Ein schönes Bild, denn das Leben ist, wie der Tanz auf dem Seil, eine große Herausforderung. Es braucht dazu: Mut Fantasie Vertrauen Beziehungsfähigkeit Disziplin Konzentration Sozialkompetenz Kreativität Organisationstalent Zielvorstellung Freude am Dasein. Deshalb machen wir Zirkus, denn da findet sich die Möglichkeit, all dieses zu erlernen und viel Spaß dabei zu haben. Der Zirkus bietet die vielfältigsten Bewegungsmöglichkeiten, allein, mit einem Partner oder meistens in der Gruppe. Akrobatik ist sowohl Kontakt mit dem Boden als auch luftiger Aufstieg. Es findet Gemeinschaftsbildung und Vertrauensbildung auf einer elementar körperlichen Ebene statt. Wir üben dies mit Bodenakrobatik, Seilchen, Trapez, Ring, Netz und Vertikalschlauch. Jonglage ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leichte und Schwere, eine permanente Geschicklichkeitsübung zwischen Loslassen und Begrenzen mit den Materialien Tücher, Bälle, Ringe, Keulen und Poi. Balance ist nicht, sondern muss in jedem Moment neu hergestellt werden aus der Kraft der Mitte heraus mit Laufkugel, Hochseil, Einrad, Hochrad, Kunstrad, Rolabola und Rollen. Vieles davon lässt sich miteinander verbinden: Jonglieren auf der Kugel, Poi mit dem Hochrad, Hulahoop auf der Kugel oder dem Seil, Akrobatik auf dem Kunstrad und, und, und Zirkus ist Abenteuer und die Veranstaltungen mit Musik, Kostümen und Schminke sind die Höhepunkte. Jeder gibt alles, um das gemeinsam Geschaffene dem Publikum zu präsentieren. Nun gibt es den Zirkus Krümel schon 10 Jahre an unserer Schule! Mittlerweile ist es ein Verein. Es machen Schüler und Schülerinnen aus fast allen Klassen mit. Die Jüngsten sind aus der Klasse 1 und die Ältesten sind schon seit 10 Jahren dabei. Neben der jährlichen Gala und etlichen Benefiz-Veranstaltungen an unserer Schule ist der Zirkus schon viele Male für die Schule aufgetreten: zum NRW-Tag, zur Einweihung der Bibliothek am Rott sowie der Nordbahntrasse, in der Uni- Halle beim Fest Wuppertal hilft, im Haus der Jugend in Barmen, im Rex-Theater, am Langen Tische in Wuppertal, in der Tonhalle Düsseldorf, im Zirkuscamp Auf der Wiese und An der Wupper. Die Zirkus-Schüler nehmen an Workshops teil und machen gemeinsame Trainingsfahrten. 18 Sicht

11 Ein Revival im Schuljahr 2012 / 2013: Warum gerade ich? Elternmitarbeit und Selbstverwaltung Als uns die Schulzeitung um einen Beitrag zum Thema Zustandsbericht des EMK bat, berieten wir, die drei Mitglieder des Eltern-Mitarbeits-Kreises, gerade wieder einmal intensiv die uns oft gestellte Frage (nachdem viele Aufrufe zur Mithilfe über die Schulmitteilungen mitunter keine Rückmeldung fanden ): Warum ist die Elternmitarbeit an unserer Schule weiterhin so rückläufig? Ist sie das überhaupt? unsere Gegenfrage! Wie wäre im Schuljahr 2012/2013 die Elternmitarbeit wohl ohne das Elternmitarbeitsmodell? Zurück zu den Anfängen: 2009 verabschiedete der Schulrat einstimmig die Einführung eines verbindlichen Elternmitarbeitsmodells, 20 Stunden als Zeitspenden im Jahr und 3 Extra- Stunden für die großen Feste pro Familie, unabhängig von der Kinderzahl; möglich ist auch eine finanzielle Ablösung. Nachdem die anfänglich geplanten Klassenaufgaben nicht gut umgesetzt werden konnten, da bereits viele Elternhäuser in jeder Klasse ein regelmäßiges Amt in den Arbeitskreisen innehaben, wurden 2011 die nachfolgenden Patenschaften für bestimmte Aufgaben eingeführt: regelmäßige Reinigung der einfachen Fenster im Erdgeschoss Winterdienst Hilfe beim Vorbereiten der Schule in den Ferien Entstauben der Bilder im Gebäude und Entfernen der Spinnenweben Lampenschirme reinigen, Leuchtmittel wechseln Möbelinstandhaltung, Holzzargen reinigen regelmäßige Aufräumarbeiten nach Anweisung Hilfe beim Tragen des Sperrmülls (4 Termine im Jahr) Arbeiten im Außengelände nach Einweisung Reinigungsarbeiten in der Turnhalle Reinigungsarbeiten in der Sonnenhalle verbindliche Mitarbeit im Garten, Beetpflege- und Pflanzenpflege verbindliche Mithilfe beim Catering der Monatsfeiern etc. Näharbeiten an Eurythmie-Kostümen, Ausbesserung usw. verbindliche Hilfe beim Vorbereiten der Kränze Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten in der OGATA Der erhoffte Erfolg, durch die Patenschaften ein noch individuelleres Angebot für die Menschen zu finden, die sich ihre Mitarbeit lieber ungebunden von Gremien und Arbeitskreisen suchen wollen, ist aber doch zum Teil ausgeblieben. Es ist im System der selbstverwalteten Schule eher ein organisatorisches Problem, diese vielen Aufgaben nachhaltig zu vergeben und mitarbeitende Eltern dafür zu finden. Die Klassenkoordinatoren/innen der Klassen 1-10, die die Zeitspendenlisten in ihren Klassen verwalten, haben aber durchaus viel Gutes zu berichten. In der Regel sind bei 80 % Elternschaft der Listen am Ende des Schuljahrs durch regelmäßige Mitarbeit besonders in den Gremien und Arbeitskreisen gut gefüllt und bei nochmals 10 % sind auch Teilstunden abgeleistet worden. Die Vielzahl an Arbeitskreisen wird ja in unserem Navigator anschaulich gemacht, so dass wir sehr stolz darauf sind, dass sich doch so viele Elternhäuser engagieren und die Arbeit in Schulrat, Festkreis, Instandhaltungskreis und, und, und reibungslos laufen kann. Die Klassen werden momentan im Elternmitarbeitsmodell nicht verpflichtend angesprochen, da wir uns erhoffen, dass die unteren Klassen, die das Elternmitarbeitsmodell schon früh kennenlernen, es ganz selbstverständlich mit in die Oberstufe tragen werden. So ist es wohl auch zu erklären, dass auf dem Oberstufen- Bausamstag hauptsächlich Unterstufenfamilien zu finden waren. Da unser Hausmeister und die Pflege der Schulgebäude und des Außengeländes aber weiterhin viel Unterstützung brauchen, möchten wir in unserem Beitrag noch einmal an den bekannten Artikel von Holger Künemund erinnern, der auch in den Begrüßungsmappen zu finden ist: Warum gerade ich? : dort wird die organisatorische, wirtschaftliche und auch moralische Grundlage von Elternmitarbeit in einer selbstverwalteten Waldorf-Schule sehr genau erklärt in einem der letzten Absätze ist zu lesen: Das Ziel ist es, auf vorhandene Ressourcen zurückgreifen zu können, die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen, um mit praktischem Know-how aus der Elternschaft bessere Bedingungen und größere Freiräume für die pädagogische Arbeit an der Schule zu schaffen. Dafür muss ein Bewusstsein entwickelt werden, damit sich das Schulleben auch in schwierigen Zeiten weiter entfalten kann. Hilfreich ist der Grundsatz, dass man an dem, was man als Elternteil freiwillig für die Schule tut, Freude hat und seinen Zeitaufwand als einen Beitrag sieht, der letztendlich dem Wohl unserer Kinder zu Gute kommt. Möglichkeiten gibt es für jeden, sich durch aktive Mitarbeit im Rahmen der Selbstverwaltung tatkräftig und sinnstiftend einzubringen. Zeiten, in denen das Ehrenamt in unserer Gesellschaft durch die familiären, beruflichen und persönlichen Belastungen wie bekannt eher als rückläufig zu beschreiben ist, können nur die nachfolgenden Sätze als Motivationsgrundlage Auslöser zur Mithilfe sein: Jede Elternmitarbeit dient dem Wohl unserer Kinder an unserer Schule! Jede Elternmitarbeit spart Gelder ein, die an anderer Stelle damit besonders für die pädagogische Arbeit wieder vorhanden sind! Jede Elternmitarbeit schafft Entlastung für das Kollegium in der Selbstverwaltung! Jede Elternmitarbeit ist eine Vorbildshaltung für unsere Kinder, die zeigt, dass es sich immer lohnt, in eine Gemeinschaft zu investieren! Jede Elternmitarbeit schafft Gemeinschaft und gemeinsame Ziele! Jede Elternmitarbeit ist eine notwendige Unterstützung und sehr willkommen! Zurück zum Anfang: Wie wäre im Schuljahr 2012/2013 die Elternmitarbeit wohl ohne das Elternmitarbeitsmodell? Eine realistische Antwort darauf gibt es wohl nicht. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sie viel, viel rückläufiger wäre. Viele Waldorfschulen in NRW, die kein vergleichbares Modell besitzen, beneiden uns nämlich darum, dass Verbindlichkeit und Umfang so klar geregelt sind. Als Mitglieder des Eltern-Mitarbeits-Kreises wünschen wir uns selbst natürlich noch mehr Unterstützung in der aktiven Mitarbeit und eine bessere Vernetzung mit der Verwaltung, dem Vorstand und dem Kollegium. Aber wir drei sind uns einig, dass in diesem Thema viel Positives bewegt worden ist und die Elternmitarbeit an der Rudolf-Steiner-Schule-Wuppertal, besonders durch die vielen netten Miteltern und kompetenten Elternhäuser, immer wieder ein besonderes Erlebnis ist. Für den EMK Anja Käppner-Herzog, Dany Lamb und Suse von Foerster 20 Sicht

12 BUCHTIPP Zwei Fragen an die Autorin: Über die Autorin Jumana Mattukat ist 39 Jahre alt, verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie arbeitet als freie TV-Journalistin und meratrainerin. Zurzeit Kamoderiert sie in Bremen fü r den regionalen TV Sender heimatli- VE. Sie ist lerin und Produzentin von urbia TV, dem Web TV Elternratgeber Entwick- des fü hrenden Familienportals Deutschlands urbia.de. Sicht: Jumana, welchen Bezug hast Du zur RSSW? Jumana Mattukat: Also, mein Bezug zur RSS: Wir haben ein wundervolles erstes Schuljahr in der RSS erleben dürfen. Der perfekte Schulstart für unsere Tochter Emilia. Nach dem ersten Jahr sind wir dann nach Bremen gezogen. Sicht: Und wie sieht es bei Eurer Bremer Waldorfschule mit der Schulverpflegung aus? Jumana Mattukat: In der Bremer Waldorfschule gibt es auch eine Schulküche, allerdings essen wir mittags gemeinsam zu Hause. Ich weiß aber, dass sie immer auch ein vegetarisches Gericht anbieten. Vegan ist dort allerdings noch kein explizites Thema. Beim Adventsbasar in diesem Jahr werde ich einen veganen Stand anbieten. Und hier eine Kostprobe aus ihrem aktuellen Buch: Überfluss und Wertschätzung Ich habe euch erst mal nur eine kleine Portion gemacht. Wenn ihr es mögt, dann könnt ihr gerne mehr haben. Mit dieser Ansage serviere ich Emilia, Richard und dem Besuchskind am Nachmittag je eine kleine Schale mit Müsli, Obst und Sojajoghurt. Stichwort Überfluss. Ich kann es überhaupt nicht mehr gut ertragen, wenn wir Lebensmittel wegwerfen, schon gar nicht wenn es ein tierisches Produkt ist. ( ) Bisher hatte für mich ein gutes Essen immer auch etwas mit einem üppig gedeckten Tisch zu tun. Die Käse und Wurstauswahl am Samstagabend musste den eigentlichen Appetit bei Weitem übertreffen. Sonst war sie nicht wirklich prächtig. Dass wir gegen Mitte der folgenden Woche die Hälfte weggeworfen haben, tja, das war normal. Durch meinen Bewusstwerdungs-Prozess versetzt es mir inzwischen regelrecht einen Stich, wenn ich Milch wegschütte, die ja ohnehin für ein kleines Kälbchen gedacht war, das keinen Tropfen davon abbekommen hat. Auch zwei Eier im Glas am Sonntag müssen nicht wirklich sein. Wenn wir schon ein Ei essen, dann sollten wir es mit der entsprechenden Wertschätzung tun. Und nach einem Ei noch Lust auf ein weiteres zu haben, ist sicherlich auch für die Kinder eine andere Erfahrung, als das zweite nicht mal richtig aufessen zu können, oder? Dahinter steht doch viel mehr die Haltung: Danke schön, liebes Huhn, dass ich das Ei von dir essen darf. Passend dazu habe ich bemerkt, dass ich vegan essend schneller satt werde als früher. Oder war ich vielleicht früher ebenso schnell satt, bin aber darüber hinweggegangen und habe weitergegessen wegen meines fehlenden Bewusstseins? Vorstellbar ist das. Meine Generation hat Eltern, die zumindest noch Nachkriegserfahrungen gemacht haben. Für sie war es nicht immer selbstverständlich satt zu werden. Von daher waren sie sicherlich umso glücklicher darüber, ihren Kindern, also uns, volle Teller servieren zu können. Und wir, die wir keinen Hunger kennen, stehen nun vor dem Luxusproblem: Wie gehe ich mit diesem Überangebot um? Was will ich in diesem Punkt meinen Kindern vermitteln? Natürlich ist es Quatsch, aus einer künstlichen Haltung heraus zu agieren nach dem Motto: Die Kinder müssen jetzt mal erfahren, was es heißt, hungrig zu sein. Ich habe mich früher schon einmal bei diesem Gedanken erwischt und überlegt, wie ich das mit meiner Erziehung steuern kann. Dabei habe ich mich höchstwahrscheinlich lieber über die verwöhnten Gören geärgert statt über mich, die ich im selben Moment den etwas trocken gewordenen Käse weggeworfen habe. Jetzt aber kommen mein neues Verhalten und meine Aussagen aus meiner innersten Überzeugung heraus und sind somit mein wirklicher, echter Wert. Wenn Kinder etwas können, dann ist es, eine wahre authentische Gesinnung von einer konstruierten Man muss -Haltung zu unterscheiden. Entsprechend hatte es früher heftigen Protest gegeben, wenn ich mal wieder versucht habe, an meinen Kindern herumzuerziehen. Meine jetzigen Beweggründe aber scheinen viel mehr Eindruck zu machen. Natürlich schenken sie sich immer mal wieder zu viel ein oder überschätzen ihren Hunger und lassen Essen liegen, aber ich habe das Gefühl, dass sie es immer öfter selbst bemerken. Da zeigt sich mal wieder: Wir können unsere Kinder nur zu einem anderen Verhalten bewegen, wenn wir es selbst vorleben. Zur Wertschätzung des Essens gehört meiner Meinung nach auch ein gemeinsames Ritual, bevor man zu essen beginnt. Seit Kurzem haben wir dazu ein kleines Liedchen übernommen, das in Waldorfkindergärten gerne vor dem Essen gesungen wird, den Spruch vor Tisch von Christian Morgenstern. Für mich ist das die schönste Art eines Tischgebets: Erde, die uns dies gebracht. Sonne, die es reif gemacht. Liebe Sonne, liebe Erde, Euer nie vergessen werde. Diese Zeilen bewusst zu singen, sich dabei an den Händen zu fassen und in die Augen zu schauen, bringt schon so eine Freude und Gemeinschaft mit sich. In diesem Sinne: Gesegnete Mahlzeit! 22 Sicht

13 JO JOCHUM Schreiner... der Schreiner für Deinen individuellen Innenausbau! Johannes Jochum Inhaber Tel.: Fax: Sicht

14 ALTER RAUM IN NEUEM GLANZ Die Bilder sprechen für sich: Der neue Musiksaal bietet einfach einen Wow-Effekt! Nach der Renovierung ist er kaum wiederzuerkennen. Gut ausgeleuchtet, modern gestrichen, mit neuen Vorhängen ausgestattet und dank neuer Schränke super aufgeräumt, bietet der Raum neuen Glanz für jede Nutzung. Und da ist Vielseitigkeit gefragt, denn der Musiksaal ist ja nicht nur Unterrichtsraum, sondern als zweiter Veranstaltungsort durchaus auch für die Öffentlichkeitswirkung der Schule wichtig. Hier tagt der Schulrat, finden die Präsentation von Jahresarbeiten und Praktikumsberichten statt; für das Einführungswochenende mit den neuen Eltern wird der Musiksaal ebenso genutzt wie für Vorträge. Die Renovierungsarbeiten blieben im Schulalltag nahezu unbemerkt plötzlich war er da, der neue Raum. Doch hinter den Kulissen lief die Planung natürlich schon lange, denn die Renovierung war dringend notwendig: Die Verhältnisse waren zuletzt völlig unzureichend. Schon nach der letzten Renovierung im Jahr 2001 war klar, dass der Anstrich so nicht lange bleiben konnte. Außerdem hatte der Raum immer eine Überakustik, die zwar schön zum Musizieren war, das Unterrichten und Vorträge wie die Jahresarbeiten jedoch deutlich erschwerte. Und die Vorhänge gab es schon seit Beginn unserer Schule, sie waren inzwischen deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Das Problem war allerdings lange Zeit die Frage der Finanzierung. Glücklicherweise vererbte die langjährige Eurythmistin Frau Sydow der Schule DM. Leider verschwand das Geld jedoch, bis auf die Ausgaben für den Kauf einer großen Schrankwand, im allgemeinen Haushalt. Einen weiteren Anlauf ermöglichten schließlich zwei Spenden der Sparkasse in Höhe von insgesamt Euro. Im Frühjahr dieses Jahres konnte endlich die große Renovierung in Angriff genommen werden. Insgesamt wurden rund Euro investiert. Sie flossen in Messungen und Beratung für die Akustikdecke sowie in deren Ausführung, in Vorhangschienen und Vorhänge sowie Malerarbeiten, Elektrik und lichtstarke und technisch moderne Beleuchtung. Dabei ist hervorzuheben, dass die Lichttechnik von Firma Dinnebier kam, die von ehemaligen Schülereltern geführt wird und der Schule die Ring- und Wandleuchter aus Rückläufen sehr günstig überließ. Das Gesamtkonzept für den neuen Raum wurde durch den Gestaltungskreis erstellt. Ein großer Teil der Pläne ist nun umgesetzt, doch für die Zukunft gibt es noch einige weitere Träume für den vielgenutzten Mehrzweckraum. Eine Bühnengrundbeleuchtung, eine neue Bestuhlung und ein begehbarer Schrank an der Bühnenseite (für die sichere Lagerung weiterer Instrumente) sind die drei dringendsten Wünsche. Im Vordergrund stand jedoch vorerst die Montage der Feuertreppe, die nun als zusätzlicher Fluchtweg aus dem Musikraum an der Außenseite des Gebäudes entlang- und zum Parkplatz herabführt. Nach Abschluss dieses Projektes (und wenn wieder Gelder vorhanden sind), kann es mit der Umsetzung der anderen Visionen für den Musiksaal weitergehen denn es geht immer noch besser! Sönke Eickmann (Klasse 13) 26 Sicht

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16 HASE HASE Die fünf Aufführungen von Hase Hase, dem Theaterstück der Klasse 12, boten alles, was sich für eine gute Komödie und monatelange Probenarbeit gehört: sprühende Dialoge, mit viel Liebe zum Detail gestaltete Kostüme und Kulissen, eine Story mit ordentlich Verwirrung und natürlich ein skurriles Happy End. Die Publikumsreaktionen während des Stückes waren von Aufführung zu Aufführung ganz verschieden (was auf Seiten der Darsteller zu nervösen Fragen führte wie: warum finden die heute ganz andere Stellen witzig als das Publikum gestern?); gleichwohl war das Feedback jedes Mal sehr positiv: Begeisterung und Lachen, bis die Tränen kommen, aber auch Nachdenklichkeit habe das Stück ausgelöst. Die lebendige Spielfreude sei deutlich zu spüren gewesen. Und noch auf dem Schulparkplatz waren Diskussionen unter den Zuschauern zur persönlichen Lieblingsstelle zu hören Die Schauspieler freute das natürlich. Zeigte es doch, dass sowohl die Mitschüler der RSS von klein bis groß, als auch Eltern, Freunde der Schule und als besonderen Gästen die Handwerksklasse der Troxlerschule ihre Freude an dem hatten, was mit so viel Mühe und in minutiöser Kleinarbeit entstanden war. Dabei sei nur an Details wie den funktionierenden Wasserhahn in der Küche, Hases Donald-Duck-Heftchen, die Ausstattung des Badezimmers (wem ist aufgefallen, dass mit jedem Familienmitglied mehr Shampooflaschen dort standen?) oder Lucies riesigen Berg an Hausrat gedacht; von der unübertrefflich geschmacklosen Tapete, den aufklappbaren Wänden, den von den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von Frau Berning selbst gestalteten Kostümen und dem kunstvollen Plakat ganz zu schweigen! 30 Sicht

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18 Eigentlich geht es der Großfamilie Hase ganz gut reich sind sie zwar wirklich nicht, aber die Söhne sind zum Teil schon aus dem Haus oder werden bald eine gute Anstellung bekommen, die Töchter sind bald unter der Haube und Papa hat einen anständigen Job in einer Fabrik. Denkt zumindest Mama Hase doch langsam und dann immer schneller wird deutlich, dass nichts so ist, wie es scheint. Dabei kommt dem Jüngsten der Familie, der auch mit Vornamen Hase heißt, eine Sonderrolle zu, denn als geheimer Gesandter einer außerirdischen Gesellschaft hat er seinen ganz eigenen Blick auf die Dinge Innerhalb kürzester Zeit wimmelt es in der Anderthalb- Zimmer-Wohnung der Hases von Leuten und Problemen, die in zahlreichen fetzigen Schlagabtauschen ausgefochten werden. Erst wird das Abendessen vom Sohn Jeannot unterbrochen, der mit der Polizei auf den Fersen hereinstürmt. Gerade noch rechtzeitig können sie ihn in der Badewanne verstecken. Wenig später steht Marie in der Tür und verkündet freudestrahlend: Tagchen allesamt, für ein paar Monate wohn ich hier, ich lass mich scheiden! Der nächste unerwartete Gast ist Tante Claudine; Mama reicht es langsam. Doch natürlich kommt es noch dicker: Tochter Lucie sagt vor dem Traualtar Nein, und kurz darauf schleppt ihr Nun-Doch-Nicht-Ehemann Gérard Lucies Mobiliar herbei. Dass die Prügelei zwischen den Beiden ernsthafte Schäden hinterlässt, kann Mama Hase gerade noch verhindern Dann kommt es, wie es kommen muss: Gérard bleibt erst mal da. Inzwischen hat Papa Hase seinen Job verloren. Zu Mamas Ärger gesellen sich auch noch Mme. Legrand und die schusselige Mme. Duperri, beides Nachbarinnen, mehr oder weniger uneingeladen zu der inzwischen achtköpfigen Gesellschaft. Plötzlich die Katastrophe: Hase wird von seinen außerirdischen Vorgesetzten zurückbeordert. Eine Bombe tilgt ihn vom Planeten Erde. Außerdem findet ein politischer Umsturz statt, und der älteste Sohn Bébert wird als Terrorist verhaftet. Auf der Suche nach Hase trifft Mama auf Helène, den zupackenden Kopf von Béberts Terrorzelle. Schließlich schmieden alle gemeinsam einen irrwitzigen Plan für Béberts Befreiung. Der natürlich schief geht doch scheinbar aus heiterem Himmel taucht Hase wieder auf. Er rettet die Familie und verwandelt alle Soldaten in Mädchen. Lucie und Gérard heiraten doch noch. Und alle sind happy. Die sozialkritische Komödie Hase Hase (Lapin Lapin) entstand durch die Hand der französischen Autorin Coline Serreau (*1947) und wurde 1986 in Paris uraufgeführt. Sönke Eickmann (Schüler, Klasse 13) Innerhalb der Klasse war das einhellige Fazit: die Erfahrungen aus der Zeit von Hase Hase wollten wir um keinen Preis missen. Im Laufe der Proben wurde das Verhältnis zueinander so intensiv wie noch nie auf der Bühne über sich hinausgehen kann man schließlich nur, wenn man darauf vertrauen kann, dass die anderen sich in gleicher Weise einsetzen. Doch nicht nur über das Theaterspielen, sondern auch über uns selbst konnten wir durch unsere Rollen eine Menge lernen. Wie tiefgründig unser Stück wirklich war, eröffnete sich uns erst richtig im Laufe der Probenarbeit. Und die immense Entwicklung, das immer stärkere Lebendigwerden der Fantasie auf der Bühne, blieb bis zum Ende erstaunlich! So kommt es, dass wir uns ab und zu wehmütig erinnern, wenn wir über unlösbaren oder ermüdenden Hausaufgaben brüten: einfach auf der Bühne zu stehen und jemand ganz anderes zu sein, das hat schon was! Die Story von Hase Hase noch einmal in Kürze: 34 Sicht

19 Was macht eigentlich der ÖK?... oder 150 Pinguine mit Sonnenbrillen Für die neuen Eltern unserer selbstverwalteten Schule stellt sich bei der Vielzahl der Arbeitskreise und bei deren Abkürzungen wie ÖK oder EMK die Frage, was sich hinter Arbeitsfeld und Name wohl verbergen mag. Der ÖK heißt mit vollem Namen Arbeitskreis für Öffentlichkeitsarbeit. Er besteht seit ca. 12 Jahren und hat im Schuljahr zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. Dabei ist Öffentlichkeitsarbeit im Zeitalter digitaler Medien und einem vielfältigen Angebot an Darstellungsformen für eine Waldorfschule gar nicht so leicht zu fassen. Drei Beispiele seien hier zur Verdeutlichung gegeben: Junge Eltern besuchen für ihre erste Schulrecherche nicht mehr den Schulhof, sondern surfen von Homepage zu Homepage, oder versorgen sich mit Informationen der verschiedenen Schulportale; viele unserer Schüler sind über facebook vernetzt; statt Handzetteln und Plakaten wünschen sich viele Eltern Nachrichten und Werbung per Mail. Daraus ergeben sich Fragen für den ÖK: Soll die Schule eine offizielle facebook-seite starten? Verzichten wir demnächst ganz auf gedruckte Texte und Bilder? Brauchen wir Video-Animationen? Das Hauptanliegen des ÖK besteht unbestritten in der einheitlichen Darstellung des öffentlichen Erscheinungsbildes, in Neudeutsch auch Corporate Design (CD) genannt. Das mit professionellen Grafikern aus der Elternschaft erarbeitete CD der Rudolf-Steiner-Schule Wuppertal ist auf der Homepage, jedem Plakat und jedem Flyer, auf Zeugnissen und Briefpapier, selbst auf unseren Anzeigen zu finden. Es begann mit dem Saalbau. Einige der damaligen Lehrer hatten den Wunsch, dass unser Festsaal auch für die Wuppertaler Öffentlichkeit interessant werden möge. Dieser Wunsch ist Wirklichkeit geworden. Gleichzeitig meinten wir etwas zu benötigen, das der Schule in der Öffentlichkeit einen eindeutigen Wiedererkennungswert gibt. Michael Englert, Graphiker, Schülervater dreier Kinder und selbst ehemaliger Schüler, entwarf die passende Form. Dabei suchte er einen Ausdruck für die Wirksamkeit von Ideen, von Klarheit sowie besonnene und gleichzeitig deutliche Dynamik, die aus einem Zentrum zwischen Innen und Außen entsteht. Seine Handzeichnung hat uns sofort überzeugt. Digitalisiert wurde sie ein paar Wochen später im Büro von Dieter Werksnies, einem anderen Schülervater. Auch die Farbe wurde bestimmt. Das war Seitdem benutzen wird dieses Signet: Einen entscheidenden Schub bekam die Entwicklung des Erscheinungsbildes durch die intensive, energische Arbeit von Ute Begemann und Holger Künemund, die von 2004 bis 2009 bei allen Projekten Meister und Motor des damaligen ÖK waren. Sie bezogen Schüler bei der Entwicklung der farbigen Umgebung des Signets mit ein und als die überzeugenden Ergebnisse im Kollegium vorgestellt wurden, war das Corporate Design unter Einbeziehung bestimmter Schriften geboren. Auf dieser Basis entwickelte Holger Künemund die Website, bei deren Umsetzung Stefan Padberg maßgeblich beteiligt war. Den Mitgliedern des ÖK oblag (und obliegt) es dann, den Gebrauch des neuen Erscheinungsbildes durchgehend in die tägliche Praxis überzuführen. Ein weiteres Anliegen des ÖK ist, die Schule im Wuppertaler Raum bekannter zu machen. Seit fünf Jahren öffnen wir unsere Schultüren bei 24h-live, alle Veranstaltungen werden regelmäßig in der lokalen Presse erwähnt und auf dem Adventsfest findet man die Mitglieder des ÖK und sämtliche Printmedien am Vorstands- und Infostand der Schule, um die Schule vor Ort zu repräsentieren. Natürlich spielt die Homepage (www. rudolf-steiner-schule-wuppertal.de) dabei eine wichtige Rolle, auf der neben Basis- Wissen zum Schulorganismus auch alle aktuellen Informationen wie Schultermine oder Essenspläne eingepflegt werden und auf der von vielen Veranstaltungen in Word und Bild berichtet wird. Die damit verbundene Arbeit wird von Tobias Wagner, Stefan Döpp und Stefan Padberg geleistet. Dafür ein ganz herzlicher Dank! Zu den beschriebenen Printmedien unserer Schule gehören Schul,- Zirkus,- und Festsaaflyer, die Gestaltung und Herausgabe des Navigator, die Geschäftspapiere der Schule, die Gestaltung der Festplakate und Flyer in Zusammenarbeit mit dem Festkreis und seit drei Jahren die Begrüßungsmappen (sortiert und handgepackt vom ÖK) für die neuen Eltern unserer Schule. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist die Fotografie. Ilona Hellmiss, von Hause aus Fotografin, fotografiert nicht nur, sondern verwaltet alle Schul-Fotos auf zwei Festplatten. Dort landen auch die Bilder, die von weiteren Fotografen im Schulgeschehen geschossen werden (wie z. B. Helene Kuster aus Klasse 11), um ein zentrales Archiv für alle Beteiligten anzubieten. Nennen wollen wir auch die schönen, zeitlosen Benefiz- Kunstpostkarten, die aus 45 Motiven von Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht entstanden, beim Adventsfest zum ersten Mal vorlagen und weiterhin incl. Kuvert für 2,50 EUR im Sekretariat zu erstehen sind. (10 Stück kosten 20,- EUR.) Der Erlös kommt dem Bau der Feuertreppe zu Gute. Was aber den ÖK als Arbeitskreis ausmacht, ist das gemeinsame Ziel, unsere Schule und ihre besondere pädagogische Prägung in einer professionellen und guten Außendarstellung zu präsentieren was uns durch die fröhliche Zusammenarbeit und legendären Weihnachtsessen besonders viel Spaß macht. Natürlich gäbe es an dieser Stelle noch vieles zu erwähnen Z. B. die Momente weit nach 22:00 Uhr, wenn Herr Heck seine Schatztruhe an Witzen öffnet. Die Mitglieder des ÖK sind derzeit: Bernhard Heck, Lehrer und Verbindungsmitglied zum Vorstand (Lay-Out, Lektorat und CD), aus der Elternschaft Paul Gerhard Sinn (diverse Layout, Navigator und Fotos), Kathrin Jochum (diverse Layout u. Schulzeitung), Ilona Hellmiss (diverse Layout und Fotoarchiv), Tobias Wagner (Webmaster), und Anja Käppner-Herzog (Presse, Fotos und Texte), sowie Stefan Padberg und Stefan Döpp für die Homepage. Ach so die 150 Pinguine Anja Käppner-Herzog und Bernhard Heck Eine völlig überladene Limousine wippt schlingernd über die B 7. Auf Höhe Cinemaxx wird sie gestoppt. Fahrzeug- und Führerschein sind in Ordnung. Bitte öffnen Sie den Kofferraum. Sofort, Herr Kommissar. Der Polizist traut seinen Augen nicht: 150 Pinguine grinsen ihn an. Bringen Sie ihre Fuhre sofort zum Zoo! Aber dalli, bevor ich s mir anders überlege! Gern, Herr Kommissar. 24 Stunden später, derselbe Polizist am selben Ort. Eine völlig überladene Limousine wippt schlingernd über die B 7. Natürlich der Typ von gestern! Kelle raus, Stopp! Öffnen Sie den Kofferraum! Aber gern, Herr Kommissar. 150 Pinguine mit Sonnenbrille gucken raus. Sind sie wahnsinnig? Ich hatte Sie unmissverständlich aufgefordert, zum Zoo Da waren wir auch, da waren wir auch, Herr Kommissar. Schön, der Zoo. Und??? Und heute geht s zur Bergischen Sonne. 36 Sicht

20 Mengels BEST Tipps für die Freizeit Hoch hinaus Flammkuchen 400 g Mehl 20 g Hefe 80 g Butter 1 Ei 125 ml warmes Wasser 1/2TL Salz Die Hefe im warmen Wasser auflösen und mit den übrigen Zutaten zu einem Teig verkneten. An einem warmen Ort zugedeckt ca. 20 Minuten ruhen lassen. 200 g Saure Sahne 5 gekochte Kartoffeln 2 Stangen Porree 2 Zwiebeln 150 g geriebenen Käse Den Porree und die Zwiebel in dünne Streifen schneiden (den Porree waschen) und getrennt in etwas Butter andünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die saure Sahne ebenfalls mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und verrühren. Den Teig dünn auf ein mit Backpapier belegtes Backblech ausrollen. Die saure Sahne auf den Teig glatt verstreichen und mit Porree, Zwiebel und Kartoffelscheiben belegen. Den geriebenen Käse darüber geben und im heißen Backofen bei 200 C ca. 10 Minuten backen. Guten Appetit! Thunfischquiche 300 g Mehl 150 g Butter 8 Eßl. Wasser Salz Das Mehl mit der weichen Butter und dem Wasser rasch zu einem Teig verkneten. Mit Salz abschmecken und ca. eine Stunde ruhen lassen. 1 rote Paprika 2 Stangen Frühlingszwiebel 100 g Erbsen TK 2 Ds. Thunfisch 200 ml Sahne 3 Eier 100 g geriebenen Käse Salz, Cayenne Pfeffer, Muskat, Olivenöl Die Paprika und die Frühlingszwiebel waschen und klein schneiden. In etwas Olivenöl anschwitzen und dabei mit den Gewürzen abschmecken. Mit den aufgetauten Erbsen und dem abgetropften Thunfisch vermengen. Den Teig dünn ausrollen und in eine gefettete Quicheform legen. Die Thunfischmasse darin verteilen. Die Sahne mit den Eiern verrühren, mit Salz und Muskat abschmecken und über die Masse verteilen. Den geriebenen Käse darüber streuen und im heißen Backofen bei ca. 160 C ca. 35 Minuten backen. Klettern ist kinderleicht. Zwei Griffe für die Hände suchen, mit den Füßen zwei Tritte finden, Hochdrücken, Griffe und Tritte suchen, Hochdrücken, Griffe, Tritte, Hochdrücken ehe du dich versieht, bist du schon vier oder fünf Meter die Wand hoch. Das Anseilen vorher ist da schon komplizierter: Erst einen Achterknoten binden, dann das Seilende durch die Gurtschlaufe und zum Schluss die ganze Acht zurück. Puh. Jetzt noch ein Partnercheck und dann geht es los. Griffe, Tritte, Hochdrücken. Griffe, Tritte, Hochdrücken. Wer am Seil hängt, braucht keine Angst zu haben; auch nicht, wenn er es bis ganz nach oben an die Decke schafft und die ist im Kletterzentrum WupperWände an manchen Stellen sechzehn Meter hoch. Von da runter zu gucken, ist ein bisschen kitzelig, macht aber fast genauso viel Spaß wie das Hochklettern. Wenn dir das am Anfang zu mulmig ist, kannst du mit Bouldern starten. Beim Bouldern kletterst du nur drei, vier Meter hoch und springst dann einfach wieder runter. Dafür sind die drei Meter knüppelhart, die Griffe weit auseinander und so wenig Tritte, dass du denkst: Wie soll ich denn da hochkommen? Es geht, und das ist das Beste am Klettern. Mit ein bisschen Üben schaffst du Sachen, die dir erst unmöglich erscheinen; du verlierst die Angst vor der Höhe, lernst dich selber zu sichern und deinem Kletterpartner blind zu vertrauen. Lust, es einmal selbst auszuprobieren? Dann solltest du am besten in einer Kletterhalle starten. Dort bekommst du eine Einführung ins Klettern und vor allem Sichern, und du kannst alles ausleihen, was du zum Klettern brauchst: Gurt, Karabiner + Sicherungsgerät, Kletterschuhe. Ach so, mindestens ein Erwachsener muss beim Klettern auch immer mit dabei sein zum Aufpassen und Sichern. Langweilig wird einem beim Klettern übrigens nie, denn in einer Kletterhalle gibt es hunderte Routen, von kinderleicht bis hammerschwer. Um die hochzukommen, musst du richtig trainierend. Entweder in speziellen Kletterkursen oder aber in einer Kinder-Klettergruppen. Die gibt es in Wuppertal vom Deutschen Alpenverein oder direkt bei der Kletterhalle. Schau doch einfach mal ins Internet: Nanette von Schwanenflügel, Schülermutter 38 Sicht

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