Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit. Gymnasium Draschestraße Vienna Bilingual Schooling

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1 Gymnasium Draschestraße Vienna Bilingual Schooling Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Skriptum zum Methodentraining Modul (Vor)Wissenschaftliches Arbeiten

2 2 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit INHALT 1 Rahmenbedingungen für die vorwissenschaftliche Arbeit Vorwissenschaftliche Arbeit wozu? Kriterien für eine Vorwissenschaftliche Arbeit Betreuung und Beurteilung der Vorwissenschaftlichen Arbeit Planung und Termine Wissenschaft Forschung und Wissenschaftliche Arbeit Die Einteilung der Wissenschaften Kriterien der Wissenschaftlichkeit Ein Thema finden und eingrenzen Ideenfindung Von der Idee zum Thema Vom Thema zur Fragestellung Von der Frage zur Hypothese Recherche Informationen finden und auswerten Wo kann man Informationen finden? Übersicht über wissenschaftliche schriftliche Quellen Alltags-Text oder wissenschaftlicher Text? (Virtuelles) Stöbern in Bibliotheken Suche im Internet Literatur und andere Quellen auswerten Forschungsliteratur wiedergeben Zitate und Zitieren Warum zitieren? Wörtlich oder indirekt zitieren? Technik des Zitierens Das Plagiat Forschungsmethoden Wahl der geeigneten Forschungsmethode Empirische Forschungsmethoden Aktionsforschung Historiographische und biographische Methoden Methoden der Auslegung Interpretation Mit Daten umgehen Die Variabilität von Merkmalen Signifikanzgrenzen Korrelation Wissenschaftliche Texte Textsorten Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten... 36

3 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 3 9 Schreibwerkstatt Wie erstellt man eine Gliederung? Wann schreibt man was? Checklisten für die Überarbeitung Gestaltung der Arbeit Sprache und Stil Layout: Text- und Seitengestaltung Beurteilung des Prüfungsgebietes Vorwissenschaftliche Arbeit Erstellung des Gesamtkalküls Beschreibung der schriftlichen und mündlichen Teilkompetenzen Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Anhang Zahlen, Grössen, Bezeichnungen und weitere Tipps Textverarbeitung mit WORD ( )... 56

4 4 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 1 RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE VORWISSENSCHAFTLICHE ARBEIT 1.1 VORWISSENSCHAFTLICHE ARBEIT WOZU? Schreiben muss jeder und effizient und gut schreiben können lohnt sich: Unabhängig von wissenschaftlichem Schreiben an der Universität sind schriftliche Auseinandersetzungen wie Analysen, Projekt- Anträge, Berichte, Präsentationen, Gutachten, in vielen Berufen eine Standardtätigkeit (Kremer, 2006). Schreiben schafft und sichert Wissen. JedeR SchülerIn hat viele Textsorten produziert von Mitschriften und Aufsätzen über Handouts und Portfolios zu Projektarbeiten etc. (Vor)wissenschaftliches Schreiben als Höhepunkt dieser schulischen Schreibpraxis hilft zur Aneignung von spezifischem Wissen, zu methodischer Erfahrung und besseren Kommunikationsfähigkeiten (z.b. Heesen, 2009). Die Vorwissenschaftliche Arbeit ist (neben Klausur und mündlicher Prüfung) eine Säule der neuen Reifeprüfung als abschließende Arbeit (einschließlich deren Präsentation und Diskussion), die selbständig und außerhalb der Unterrichtszeit zu erstellen ist ( 34 Abs. 3 Z 1 SchUG). Alle drei Aspekte Verfassen der Arbeit, Präsentation und Diskussion werden in der Beurteilung berücksichtigt. Die Vorwissenschaftliche Arbeit entspricht in Aufbau und grundsätzlicher Vorgangsweise einer wissenschaftlichen Arbeit (nachvollziehbare Methodik und Argumentation, exaktes Belegen der Quellen). Allerdings umfasst die Forschungsfrage nur ein sehr kleines Gebiet und soll mit relativ einfachen Mitteln beantwortet werden können. Die Recherchen sind weniger umfangreich und können auch kaum zu ganz neuen Erkenntnissen führen (Liebscher, u.a., 2011). Wichtig ist die selbständige und eigenverantwortliche Vorgangsweise - von der Kontaktaufnahme mit betreuenden Lehrpersonen, der Formulierung des Themas bis zur Einhaltung von Terminen und Zielvereinbarungen. Die SchülerInnen sollen zeigen, dass sie in der Lage sind, eine größere Arbeit organisatorisch zu bewältigen; dass sie fähig sind, sachlich zu schreiben und zu argumentieren, Fragen zu formulieren und schlüssig zu beantworten; dass sie Informationen beschaffen und verwerten können und gegebenenfalls geeignete Untersuchungs-Methoden anwenden können KRITERIEN FÜR EINE VORWISSENSCHAFTLICHE ARBEIT WOHER KOMMT DAS THEMA? Das Thema ist durch den Prüfer im Einvernehmen mit dem Prüfungskandidaten [ ] zu bestimmen ( 37 Abs. 2 Z 2 SchUG). Die SchülerInnen legen das Thema basierend auf ihren Interessen - gemeinsam mit den LehrerInnen fest. Die Vorwissenschaftliche Arbeit ist anders als die frühere Fachbereichsarbeit keinem Unterrichtfach zugeordnet; die mündliche Reifeprüfung ist davon unabhängig. Die Themenstellung muss keinen unmittelbaren Lehrplanbezug haben, soll aber zumindest einem Bildungsziel der Schulart entsprechen (Liebscher, u.a., 2011). Die Vorwissenschaftliche Arbeit kann auch fächerübergreifend sein; künstlerische und praktische Themenstellungen sind ebenfalls möglich. Mehrere SchülerInnen könnten auch (eigenständig) unter einem Umbrella-Thema arbeiten. Zu spezielle oder exotische Themen müssen bzw. sollten nicht akzeptiert werden. Im Rahmen der Themenstellung soll eine konkrete Forschungsfrage beantwortet werden, die einen eigenen Zugang zum Thema aufzeigt (vgl. Kap. 3, Themenfindung). Die Themen dürfen daher nicht zu allgemein gehalten sein und müssen mit den vorhandenen Zeit- und Materialressourcen bewältigbar sein UMFANG, FORM, SPRACHE Als Umfang wurden bis Zeichen vorgeschrieben (ohne Verzeichnisse und Vorwort, inklusive Abstract), also etwa Seiten je nach Schriftart. Das Produkt der Arbeit ist in eine Form zu brin-

5 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 5 gen, die den formalen und ästhetischen Ansprüchen einer wissenschaftlichen Arbeit entspricht (Liebscher u.a., 2011), d.h. also, die Arbeit besteht aus Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil, etc. (vgl. Kap. 8). Die Arbeit wird übersichtlich gegliedert und formatiert und in zwei gedruckten und gebundenen Exemplaren sowie digital abgegeben (samt Begleitprotokoll, in der 1. Woche des Sommersemesters). Die Vorwissenschaftliche Arbeit kann entweder in der Unterrichtssprache oder einer lebenden Fremdsprache verfasst werden, wenn der/die SchülerIn den entsprechenden Sprachunterricht besucht hat. Ausschlaggebend ist das Kompetenzniveau des/der SchülerIn in dieser Fremdsprache. Hingegen muss eine Arbeit z.b. zu einem Thema aus der Romanistik nicht unbedingt auf Französisch bzw. Spanisch verfasst werden PRÄSENTATION UND DISKUSSION Die Vorwissenschaftliche Arbeit muss präsentiert werden. Der Termin wird von der Schulbehörde Erster Instanz festgelegt und liegt jedenfalls vor den Klausurprüfungen. Die Präsentation und eine anschließende Diskussion dauern gemeinsam ca. 15 Minuten. Die Prüfungskommission besteht aus Vorsitzenden, SchulleiterIn, Klassenvorstand und BetreuungslehrerIn, welche auch vorrangig die prüfungsrelevanten Fragen stellt; eventuell kommt dazu noch ein fachkundiger Beisitz. Auf die Präsentation selbst wird (außer im Hinblick auf die Beurteilung) in diesem Skriptum nicht weiter eingegangen. 1.3 BETREUUNG UND BEURTEILUNG DER VORWISSENSCHAFTLICHEN ARBEIT JedeR LehrerIn eines Faches, das zum gewählten Thema passt, kann bzw. darf eine Vorwissenschaftliche Arbeit betreuen. Es ist nicht erforderlich, selbst die betreffenden SchülerInnen zu unterrichten Hauptsache, man ist fachlich kompetent, das Thema zu betreuen (Gegebenenfalls liegt die Entscheidung bei der Schulleitung.) Der/die LehrerIn kann zwar ein Thema ablehnen, aber nicht SchülerInnen; allerdings darf jeder LehrerIn maximal fünf Arbeiten pro Jahrgang betreuen. Es gibt immer nur eine Betreuungsperson, auch bei fächerübergreifenden Themen. Was den Umfang der Betreuung betrifft, so sind derzeit zwei verpflichtende Betreuungsgespräche vorgeschrieben. Das erste findet zu Beginn im Zuge der Themenvereinbarung und Einreichung des Erwartungshorizonts statt, das zweite nach Abschluss und Beschreibung der Arbeit als bilanzierendes Gespräch zur Vorbereitung auf die Präsentation (s.u.). Bei der Erstellung der Arbeit in der 8. Klasse ist eine kontinuierliche Betreuung vorgesehen. Umfang und Art dieser Betreuung werden in der Reifeprüfungsvorordnung (RPVO) nicht näher konkretisiert, sie werden zwischen SchülerIn und LehrerIn vereinbart (s.u.) BETREUUNGSAUFGABEN Die Betreuung soll Unterstützung geben, aber die selbständige Leistung nicht beeinträchtigen. Sie bedeutet daher keinesfalls eine vorzeitige Korrektur! Die Betreuung erfolgt außerhalb der Unterrichtsstunden. Die Betreuungsaufgaben können und sollen beinhalten (Rathmayr & Zillner, 2008; Liebscher u.a., 2011): - Schwerpunktsetzung (bei Themenentwicklung und Konkretisierung der Forschungsfragen beraten) - Anforderungen klären (über Aufbau der Arbeit, Präsentation, Beurteilungskriterien etc. informieren) - Organisatorisches (über Ziele, Fristen, Termine, Protokollführung etc. informieren; auf die Folgen der Benutzung unerlaubter Hilfsmittel hinweisen) - Planungsaspekte (bei der Projekt- und Zeitplanung und Einhaltung der Meilensteine unterstützen) - Fachliche Aspekte (fachlich-inhaltlich beraten und fachspezifisch methodisch unterstützen, Tipps für Materialien und Literatur geben nicht aber diese bereitstellen!)

6 6 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Während des Schreibprozesses informieren die SchülerInnen die Betreuungsperson zu festgelegten Zeitpunkten über die Fortschritte der Arbeit und erhalten ihrerseits Feedback zu Zwischenergebnissen: inhaltlich, formal, sprachlich und orthografisch, zu Darstellung und Argumentation, etc VEREINBARUNG UND PROTOKOLL In der 7. Klasse wird eine formale Vereinbarung zwischen SchülerIn und Lehrperson abgeschlossen: der Projekt- und Zeitplan wird abgestimmt und die Zuständigkeiten während des Betreuungsprozesses werden festgelegt. Dazu zählen Art und Häufigkeit der Kontakte, wie z.b. persönliche Treffen oder Mails, etc., der Ablauf von Beratungsbesprechungen, Termine und Fristen für die Abgabe von Probekapiteln, Richtlinien für den Fall von Regelverletzungen (z.b. die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel oder Plagiat) und Informationen über die Bewertungskriterien für das schriftliche Produkt und die Präsentation. Sowohl von SchülerInnenseite als auch von der betreuenden Lehrperson wird im Verlauf des Arbeitsprozesses ein Protokoll verfasst und mit der Arbeit abgegeben. Auf der LehrerInnenseite wird dieses Besprechungstermine, Hinweise und Hilfestellungen oder Beobachtungen zur Entwicklung der Arbeit enthalten. Das SchülerInnen-Protokoll enthält chronologisch richtig und vollständig alle wesentlichen Termine und Aktivitäten (Arbeitsschritte und Methoden, Kontakte, Interviews, Literaturbeschaffung, Arbeit an den einzelnen Kapiteln, Besprechungstermine usw.) sowie die Hilfestellungen und Hilfsmittel. Das Protokoll ist ein wichtiges Instrument zur Selbst-Kontrolle des Arbeitsfortschrittes anderen zeigt es, ob die Zeit gut eingeteilt wurde (Henz, 2011, S. 37). Nach der Abgabe der Arbeit wird diese von der betreuenden Lehrperson beschrieben und die Beschreibung an VorsitzendeN und Schulbehörde weitergeleitet (s. Kap. 11). Danach wird ein ausführliches bilanzierendes Gespräch geführt, bei dem die Stärken und Schwächen der Arbeit beleuchtet werden, um die Vorbereitung der bevorstehenden Präsentation zu unterstützen BEURTEILUNG In die Gesamtbeurteilung fließen die Beschreibung der schriftlichen Arbeit, sowie die Präsentation und Diskussion ein. Die Note wird erst nach der Präsentation festgelegt. Für die schriftliche Arbeit sind Selbstkompetenz und Arbeitsprozess, inhaltliche Kompetenz, Informationskompetenz, sprachliche Kompetenz und Gestaltungskompetenz ausschlaggebend. Die Beurteilung der Präsentation berücksichtigt Struktur, Inhalt, Gestaltung und die Angemessenheit der Medien, die Sprachverwendung und die Ausdrucksfähigkeit. In der Diskussion geht es darum auf Nachfragen eingehen können, Verständnisfragen zu beantworten etc. (vgl. Kap. 11). Fällt die Beurteilung negativ aus, muss ein neues Thema festgelegt werden. Der/die zuständige LehrerIn kann sich ändern; Anspruch auf Betreuung gibt es nicht mehr. Die anderen Prüfungen können zum Haupttermin abgelegt werden, die Vorwissenschaftliche Arbeit erst zum ersten Nebentermin. Bei einer negativen Beurteilung in anderen Säulen der Reifeprüfung bleibt aber eine positive Beurteilung der Vorwissenschaftlichen Arbeit erhalten. 1.4 PLANUNG UND TERMINE PROJEKTPLANUNG Zunächst werden die Ziele und die Ergebnisse, die in der Arbeit erreicht werden sollen, definiert, dann alle Aufgaben, die zur Erreichung dieser Ziele erledigt werden müssen, möglichst vollständig aufgelistet und in eine Struktur gebracht ( Projektstrukturplan ). Die verschiedenen Tätigkeiten (Recherchieren, Untersuchungen durchführen, Denk-, Strukturier- und Schreibarbeiten, etc.) müssen für die Erstellung dieses Plans in überschaubare und bewältigbare Schritte (= Arbeitspakete ) zerlegt werden. Schließlich werden die Meilensteine definiert und ein Termin- und Zeitplan erstellt.

7 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 7 Eine Art Umweltanalyse zeigt auf, welche Rahmenbedingungen und Personen (Familie, Freunde usw.) für das Entstehen und Bewältigen der Arbeit förderlich bzw. hemmend sein werden und wo daher noch Maßnahmen erforderlich sind, um die Arbeit erfolgreich durchführen zu können: Kann der Arbeitsplatz noch besser eingerichtet werden? Was ist das persönlich bevorzugte Ordnungssystem? Steht ein eigener Computer zur Verfügung? Woher kommen Papier und Druckerpatronen? Wie werden die Daten regelmäßig gesichert? u. ä. In ein VWA-Tagebuch könnten laufend Ideen und Einfälle, besondere Erfahrungen und Erlebnisse, Literaturtipps, Kontakte, usw. eingetragen werden ZEITPLANUNG Um einen realistischen Arbeitsplan zu erstellen, muss man ermitteln, wie viel Zeit (nach erfolgter Bewilligung der Themenstellung) insgesamt zur Verfügung steht bzw. stehen soll. Was die Aufteilung der Arbeitszeit betrifft, gibt es die folgenden Erfahrungswerte (wobei der Aufwand für die Planungs- und die Überarbeitungsphase gelegentlich noch höher eingeschätzt wird): Planung (Grob- und Detailplanung) Recherche Bearbeitung der Ressourcen Datensammlung Texterstellung - Rohfassung % % Überarbeitung, Korrekturen, Layout % Den Teilaufgaben muss man eine vermutliche Zeitdauer zuweisen, und überlegen, was wann im Rahmen der Gesamtlaufzeit gemacht werden soll. Der Zeitplan wird im Lauf der Arbeit immer wieder überprüft und adaptiert. Wenn man relativ rasch mit der Produktion von Textteilen beginnt, entwickelt man ein gutes Gefühl, wie lange man zum Schreiben braucht. Mehr als 4 Stunden pro Tag kann praktisch niemand effektiv schreiben; Erfahrungswerte mit studentischen Arbeiten zeigen einen durchschnittlichen Schreiboutput von 2 Seiten pro Tag. Wie viele Schreibtage benötigt werden, wann man am besten schreibt usw., muss ohnehin jeder für sich selbst herausfinden. Ganz besondere Zeitfresser sind Materialbeschaffung, Einarbeitung in Methoden, schwierige Literatur oder statistische Auswertungen. Der Zeitbedarf für Überarbeitung, formale Gestaltung und Endausfertigung wird oft unterschätzt. Spielraum sollte man auch für Katastrophen wie Grippe, Computerabsturz, Liebeskummer u. ä. lassen. Im Zeitplan sind außerdem eine Menge Termine zu berücksichtigen: - Termine mit Außenstehenden (z.b. Interviews mit Fachleuten oder ZeitzeugInnen) müssen rechtzeitig organisiert und gut vorbereitet werden - Termine mit Besprechungen mit BetreuungslehrerInnen - Termine für Zwischenberichte, einzelne Kapitel, Letztkontrolle und Abgabe - Öffnungszeiten der Bibliotheken, Ämter, Behörden, Kopierstellen etc. - andere schulische Verpflichtungen z.b. Schularbeiten, Schulveranstaltungen - Ferien, private Aktivitäten und Verpflichtungen einplanen

8 8 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Tabelle 1: Phasen eines Schreibprojekts und Terminplan für die Vorwissenschaftliche Arbeit Kalender Meilensteine für die Vorwissenschaftliche Arbeit (Liebscher u.a., 2011) und Phasen des wissenschaftlichen Schreibens (Esselborn-Krumbiegel, 2004; Kremer, 2006) WS 7. Klasse November Dezember - Jänner SS 7. Klasse Februar März Ende April April - Juni WS 8. Klasse Themenfindung Interessensbereich finden, erste Literatursuche, Themenvorschlag erstellen Einvernehmen über Zusammenarbeit mit BetreuungslehrerIn Gespräch(e) mit BetreuerIn zur Beratung bei Themenwahl und eingrenzung Contracting (verpflichtendes individuelles Beratungsgespräch zur Vereinbarung über Betreuung) Ausarbeitung der Einreichungsunterlagen für das gewählte Thema (Erwartungshorizont, Forschungsfrage, Grobgliederung, Methoden) Schriftliche Anmeldung - Übermittlung an die Schulleitung und Weiterleitung an Schulbehörde 1. Instanz zur Approbation Mitteilung der Genehmigung an SchülerIn Bei Ablehnung innerhalb von 2 Wochen neues Thema einreichen Vorarbeiten (zb Literaturrecherche Einlesen und Exzerpieren, Methodik, Statistik, Vorstudien; erste Datensammlung als Grundlage für den Projektplan (Ziele, Arbeitsaufgaben, Meilensteine, Zeitplanung) Ressourcen festlegen: Materialbedarf, Betreuung, Arbeitsplatz, Verfassen der Arbeit mit kontinuierlicher Betreuung Recherche - Primärtexte, Quellen, Materialien und Literatur beschaffen, sichten, auswerten Datensammlung Empirische Erhebungen, Experimente, Interviews, Untersuchungen (v. a. bei naturwissenschaftlichen, medizinischen und sozialwissenschaftlichen Arbeiten) Strukturieren - Material ordnen und gliedern, Abbildungen zusammenstellen Rohfassung - Hauptteil der Arbeit vorläufig schreiben, eine Grobkorrektur, Einleitung und Schluss zuletzt schreiben, Abstract Spätestens ab Weihnachten Layout festlegen, Illustrationen ausfertigen Überarbeiten: inhaltlich, sprachlich, formal Endausfertigung: Drucken, Kopieren 1. Woche des 2. Semesters Abgabe der VWA und des Protokolls: gedruckt und digital 2. bis 4. Woche Korrektur und Beschreibung der Arbeit durch betreuende Lehrperson, Weiterleitung an Schulleitung und VorsitzendeN Bilanzierendes Gespräch Grundlage für Vorbereitung der Präsentation Vor den Klausuren ca. April Präsentation und Diskussion der VWA Festlegung der Gesamtbeurteilung

9 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 9 2 WISSENSCHAFT Doch Forschung strebt und ringt, ermüdend nie, Nach dem Gesetz, dem Grund, Warum und Wie Johann Wolfgang von Goethe, FORSCHUNG UND WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT Wissenschaft ist ein System der Produktion, Sammlung und Ordnung von Wissen sie umfasst die gesamten Erkenntnisse über die uns umgebende Welt. Erkenntnisse entstehen auf vielen Wegen, oft auch durch Zufälle. Das Ziel wissenschaftlicher Tätigkeit ist allerdings die absichtliche und geplante Gewinnung neuer Erkenntnisse. WissenschafterInnen stellen ausgehend von vorhandenem Wissen Fragen, suchen Antworten und ziehen Schlüsse. Das gefundene Wissen wird auch überprüft und infrage gestellt. WissenschafterInnen arbeiten systematisch und nachvollziehbar und gehen bei ihrer Tätigkeit nach anerkannten Methoden vor. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen lassen sich Theorien begründen. Eine Theorie.. stellt die derzeit beste Annäherung eines Faches an einen Ausschnitt der Wirklichkeit dar (Karmasin & Ribing, 2011, S. 87). Aus Theorien lassen sich wiederum Vorhersagen ableiten und aus der Weiterentwicklung und Korrektur der Theorien ergibt sich der wissenschaftliche Fortschritt. Die wissenschaftliche Information entwickelt sich täglich weiter und das Wissen muss systematisch gesammelt, dokumentiert und (zeitlich und räumlich möglichst unbegrenzt) verfügbar gemacht werden, so dass alle, die auf diesen Erkenntnissen aufbauen möchten, die notwendigen Informationen finden können. D.h. ForscherInnen werden nur dann zu WissenschafterInnen, wenn sie die Ergebnisse ihrer Suche auch in schriftlicher Form als wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichen. Diese Arbeiten werden vor einer Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Journal zuerst von FachkollegInnen kritisch überprüft (=Peer-Review). Darüber hinaus präsentieren die ForscherInnen ihre Arbeit auch bei wissenschaftlichen Fachtagungen und stellen sich der Auseinandersetzung mit ihren KollegInnen. An Universitäten, Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen erfolgt Wissensproduktion institutionalisiert: Forschung soll das verfügbare Wissen vermehren, Lehre den Bildungsstand anheben. Das vorhandene Wissen wird an die Studierenden weitervermittelt und diese werden in die Forschung allmählich eingebunden (Heesen, 2009, S. 9). 2.2 DIE EINTEILUNG DER WISSENSCHAFTEN Die wissenschaftlichen Disziplinen werden unterschiedlich definiert und voneinander abgegrenzt, je nachdem, ob von ihrer Entstehung, von ihren Methoden oder ihrem Erkenntnisinteresse ausgegangen wird (Karmasin & Ribing, 2011, S. 78). Empirische Wissenschaften untersuchen Objekte und Sachverhalte der physischen, geistigen oder sozialen Welt; sie gehen von durch Wahrnehmung gewonnenen Erfahrungen bzw. feststellbaren Phänomenen aus. Ihre Behauptungen können bestätigt oder widerlegt werden. Dazu zählen z.b. Natur-, Ingenieurs-, Geistes-, Wirtschafts-, Sozial- oder Sprachwissenschaften (Empirie, wikipedia 2011; Heesen, 2009). Dagegen untersuchen die nicht empirischen bzw. die Formalwissenschaften nicht wahrnehmbare Strukturen. Erkenntnisse werden auch ohne direkte Beobachtung und sinnliche Erfahrung gewonnen. Dazu zählen Logik, Mathematik, Philosophie, Rechtswissenschaften oder Literatur.

10 10 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Tabelle 2: Einteilung der Wissenschaften (nach Karmasin & Ribing, 2011, S. 78) Logik Mathematik Informatik Theoretische Linguistik Interdisziplinäre Wissenschaften Formalwissenschaften Naturwissenschaften Physik Chemie Biologie Geologie Astronomie Realwissenschaften Kulturwissenschaften Kunst- und Kulturwissenschaften Sprachwissenschaften Theaterwissenschaften Literaturwissenschaften Philosophie Pädagogik Geschichte Religionswissenschaften Ingenieurwissenschaften, Materialwissenschaften Medizin, Pharmazie Geisteswissenschaften Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Soziologie Rechtswissenschaften Politikwissenschaft Psychologie Ethnologie Kommunikationswissenschaften Betriebswirtschaftslehre Volkswirtschaftslehre Diese Einteilung (Tab. 2) beruht vorwiegend auf dem Gegenstand der jeweiligen Wissenschaften: Naturwissenschaften untersuchen die belebte oder unbelebte Natur, Erklärungen beruhen auf Beobachtungen (Astronomie, Biologie) oder können durch Experimente bestätigt werden (Physik, Chemie). Die Geisteswissenschaften beschäftigen sich mit den Erzeugnissen des menschlichen Geistes, wobei die Kulturwissenschaften Sinn und Wert menschlichen Handelns untersuchen und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften die Handlungen, Motive und Ziele von Mensch und Gesellschaft (Karmasin & Ribing, 2011, S. 79). Stehen die Methoden im Vordergrund, so können Naturwissenschaften plus Sozialwissenschaften als Erfahrungswissenschaften den Geisteswissenschaften gegenübergestellt werden (http://lexikon.freenet.de). All diesen Einteilungen kann man kritisch gegenüberstehen. Beispielsweise werden Medizin oder Naturwissenschaften immer auch kulturabhängig betrieben (Barta u.a., o.j.). Die Einteilung der Wissenschaften hat allerdings große praktische Bedeutung für die Universitäts-Organisation in Fachbereiche und für die systematische Ordnung von Veröffentlichungen. Im Englischen und Französischen gibt es keine genaue Entsprechung für den deutschen Dachbegriff Wissenschaft. Das dort gebrauchte Wort science bezeichnet nur die Naturwissenschaften. Unverbunden daneben stehen social sciences (Sozialwissenschaften), humanities (frz. lettres, Geisteswissenschaften) und technology oder engineering (Ingenieurwissenschaften). 2.3 KRITERIEN DER WISSENSCHAFTLICHKEIT WissenschafterInnen wenden allgemein akzeptierte Regeln und Methoden an, um neue Erkenntnisse zu gewinnen (s.o.). Die Methoden und Wege des Erkenntnisgewinns richten sich nach dem jeweiligen Gegenstand (vgl. Kap. 6). Sozial-, natur-, oder sprachwissenschaftliche Untersuchungen folgen einem typischen Ablauf. Sie gehen zumeist von einer Vermutung (= Hypothese) aus, die es mit den entsprechenden empirischen Methoden (Beobachtung, Befragung, Experiment,...) zu beweisen oder zu widerlegen gilt (vgl. Abb. 1). Alltagswissen beruht oft auf persönlichen Erfahrungen und ist subjektiv verschiedene Personen gelangen beim selben Sachverhalt zu unterschiedlichen Erkenntnissen (Karmasin & Ribing, 2011, S. 79) und diese werden oft noch unzulässig verallgemeinert. Wissenschaftliche Aussagen müssen dagegen immer durch überprüfbare Tatsachen, autorisierte Daten und Zahlen bzw. Aussagen aus der Literatur gestützt werden (vgl. Karmasin & Ribing, 2011) und folgende Kriterien erfüllen:

11 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 11 Beobachtungen Ableitung von Problem und Fragestellung Überprüfung bestätigt Hypothese nicht sie muss revidiert werden Theoretischer Ansatz Modell und Hypothese was testen? Forschungskonzept Methodenwahl Untersuchung Erhebung der Daten Überprüfung bestätigt die Hypothese, es können weitere Vorhersagen getroffen und überprüft werden. Datenanalyse und Auswertung Vergleich mit der Forschungsliteratur Schlussfolgerungen Erklärung, Theorie und Forschungsbericht Abb. 1: Der Forschungsprozess (z.b. nach Campbell & Reece, 2008) - Beobachtbarkeit: Für Behauptungen muss es einen tatsächlich beobachteten Beleg geben. - Objektivität: Die Ergebnisse müssen unabhängig von den Personen sein, die die Untersuchung durchführen. (Dies wird durch die Zusammenarbeit von WissenschafterInnen in Projekten gefördert.) - Wiederholbarkeit und Überprüfbarkeit: Die Forschungsverfahren müssen so beschaffen und so zuverlässig sein, dass unter gleichen Bedingungen von anderen ForscherInnen dieselben Ergebnisse erzielt werden können. Alle Schritte des Zustandekommens wissenschaftlicher Erkenntnis wie Datengewinn, Methodik oder Quellen werden offen gelegt und über (mögliche) Fehler berichtet. - Allgemeingültigkeit: Wissenschaft strebt nach Aussagen, die über die speziellen Fragestellungen hinaus möglichst allgemein, jedenfalls aber mit einer angebbaren Wahrscheinlichkeit gültig sind (Unterricht Biologie Kompakt, 2006). In manchen Bereichen (z.b. den Kulturwissenschaften) ist die Forschung schwerer überprüfbar. Die Untersuchungsgegenstände selbst, wie etwa die soziale Realität oder ein literarisches oder Kunst-Werk, sind von vorneherein unwiederholbar. Man versucht daher, so viele Informationen wie möglich zu gewinnen und Manipulationen so weit als möglich auszuschließen. Die Untersuchungsabläufe, die Art der Erhebungen und die Interpretationsverfahren sind vollständig offen zu legen und so zu begründen, dass sie für andere Forscher intersubjektiv nachvollziehbar sind und als Grundlage für weitere Forschungen dienen können. Nach Möglichkeit werden die Meinungen mehrerer Interpreten verglichen (Stangl, o.j.). - Um eine (vor)wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, muss man aber keine WissenschafterIn sein. Es geht darum, Methoden anzuwenden, die sich dem wissenschaftlichen Arbeiten annähern : - geplant vorgehen (mit einer konkreten, wenn auch kleinen Forschungsfrage) - an den Forschungsstand anknüpfen (auch wenn sich das Auswerten der Literatur auf das Lesen einiger Fachtexte zum Thema beschränken wird) - methodisch nachvollziehbar arbeiten (wenn auch das Kriterium Wiederholbarkeit selbst bei quantitativen Methoden wegen des kleinen Stichprobenumfangs kaum gegeben sein wird) - Aussagen argumentieren und immer belegen - im Rahmen der Möglichkeiten eigenständige (Teil)-Ergebnisse beitragen: z.b. durch Original-Interviews, eigene Experimente, Beobachtungen, bzw. durch eigene Zusammenstellungen von Daten und Fakten im Hinblick auf die Fragestellung. Ein tatsächlicher neuer Beitrag zum Stand der Wissenschaft kann nicht erwartet werden (Henz, 2011, S.6).

12 12 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 3 EIN THEMA FINDEN UND EINGRENZEN 3.1 IDEENFINDUNG Während an den Universitäten durch die Forschungsschwerpunkte oder durch Projekte, für die Gelder vorhanden sind, Rahmenthemen für größere Arbeiten oft vorgegeben sind, muss man für die kleineren Arbeiten das Thema selbst vorschlagen. Bei der Vorwissenschaftlichen Arbeit ist ausdrücklich das Interesse der SchülerInnen ausschlaggebend. Eine Beratung bei der Themenentwicklung ist natürlich sinnvoll. Das Thema soll beiden Seiten gefallen und interessant sein d.h. nützlich, neu, überraschend oder kontroversiell, oder an übergeordnete Theorien anknüpfend (Lamprecht, 1999). Das Thema darf weder zu allgemein noch zu umfangreich angelegt sein, so dass es glaubwürdig in der vorgesehenen Zeit und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln bewältigt werden kann (vgl. Kap. 1). Man soll sich mit dem Thema identifizieren, jedoch nicht so intensiv und persönlich, dass die Arbeit selbst zu einer Belastung wird. Die Befriedigung der Neugier ist eine der größten Quellen von Glück im Leben Linus Pauling, Chemiker und Nobelpreisträger, Am Anfang einer wissenschaftlichen Arbeit steht immer die Idee. Aus Eindrücken, Vorfällen, aus Filmen, Büchern, Gesprächen, aus dem Unterricht, aus Ereignissen aus dem familiären Umfeld oder Freundeskreis usw. können sich Interessensbereiche kristallisieren (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Zum Jagen und Sammeln von Ideen eignet sich z.b. das oben erwähnte VWA-Tagebuch. Geistesblitze wann immer sie kommen werden festgehalten und gleich mit Schlagworten und evt. Findstelle versehen (Kremer, 2006). Oder man geht systematisch vor: Welches Fach / Modul war in den letzten Jahren besonders interessant? Worüber wurde ein spannendes Referat gehalten? Kenne ich zu einem bestimmten Thema einen ExpertIn? Was möchte ich studieren? Kann ich mir ein zukünftiges Arbeitsfeld vorstellen, mit dem ich mich jetzt schon näher beschäftigen möchte? Gibt es soziale, politische Themen, zu denen ich schon engagiert bin bzw. in die ich einsteigen möchte? (Henz, 2011). Recherchen auf den Websites der Universitäten können Inspirationen liefern: Welche Studienrichtungen, und Lehrgänge gibt es, welche Themen sind in der Forschung aktuell? Wissenschaftliche Zeitschriften ( Spektrum der Wissenschaft, GEO, Psychologie heute, u.v.m.) könnten Ideen liefern (in der Schulbibliothek erhältlich). Wichtig ist, sich für die Themenfindung genug Zeit zu nehmen und das Thema erst nach einer gründlichen Recherche festzulegen. Wenn die Themenstellung einmal eingereicht wurde, kann sie nicht mehr geändert werden und die Ergebnisse der Arbeit werden am Erwartungshorizont gemessen. 3.2 VON DER IDEE ZUM THEMA Ein Entwurf ist ein Blatt oder ein Bogen, auf welchem ich mirs bequemer mache und mich gehen lasse, indem ich darauf meinen ganzen Kopf ausschüttele, um nachher das Fallobst zu sichten und zu säen. Jean Paul, Universalgelehrter und Schriftsteller, Um von einem allgemeinen Interessensgebiet zu einem spezifischen Thema zu kommen, zu dem man schreiben kann, wird das Wunschgebiet zunächst in möglichst vielen Aspekten und Facetten entwickelt und strukturiert. Davon ausgehend kann man sortieren, ordnen und verdichten, Ideen zusammenfassen, Schwerpunkte herausarbeiten und erste Fragestellungen zu formulieren. Beim Clustern notiert man ausgehend von einem tragenden Zentralbegriff alle Gedanken und begrifflichen und inhaltlichen Assoziationen. Dabei ergibt sich eine anschauliche Vorgliederung aus Abhängigkeiten, gedanklichen Hauptsträngen, Ebenen und Hierarchien. Zum Auswerten sucht man die interessantes-

13 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 13 ten Aspekte heraus, stellt sie in den Kern eines neuen Clusters und strukturiert stärker und tiefer. So kann sich ein Bereich herauskristallisieren, der zu einer konkreten Themenstellung weiterentwickelt wird. Ein Mindmap strukturiert ein Thema hierarchisch und fokussiert so auf spezifischere Fragestellungen: es werden Kategorien gebildet, Zusammenhänge aufgezeigt und Unterbereiche des Themas sinnvoll voneinander abgegrenzt (vgl. Abb. 2). Im vorliegenden Beispiel ließe sich nach der Recherche und Fragen an das Thema als möglicher Titel Feministisches Bewusstsein Christa Wolfs am Beispiel ihrer Erzählung Kassandra herausarbeiten (Rathmayr & Zillner, 2008, S. 33f.). Abb. 2: Mindmap zum Thema Feminismus (Rathmayr & Zillner, 2008, S. 33) Ein Themenfächer dient zur Entfaltung der thematischen Möglichkeiten und anschließenden Selektion und Eingrenzung. Der Fächer wird von oben nach unten abgearbeitet. Man legt zunächst den Themenbereich fest, ordnet in Ebene I die zugehörigen Problemstellungen und entscheidet sich für einen Bereich. Zu diesem sucht man in der Ebene II Aspekte, die eine nähere Analyse lohnen. Auf der Ebene III stellt man dazu so viele Fragen wie möglich. Eine zentrale Frage wird herausgegriffen (vgl. Abb. 3). Abb. 3: Themenfächer zum Thema Lesen (Esselborn-Krumbiegel, 2004, S. 59) Im vorliegenden Beispiel könnte die Frage lauten: In welcher Weise trägt Lesen zur Selbstfindung des Lesers bei?. Diese Frage lässt immer noch ziemlich viel Spielraum. Soll es um die therapeutische Wirkung von Lesen gehen? Oder wertet man vor allem literarische Zeugnisse aus? Muss man diese zeitlich und sprachlich eingrenzen? Das Thema könnte schließlich lauten: Lesen als Weg zur Selbstfindung? Eine Un-

14 14 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit tersuchung deutschsprachiger literarischer Selbstzeugnisse des frühen 20. Jahrhunderts. (Esselborn- Krumbiegel, 2004) Auf jeden Fall soll man sich von der Forschungsliteratur anregen lassen. In der Anfangsphase helfen Nachschlagwerke, das Thema einzugrenzen, einen Überblick über die theoretischen Grundlagen zu gewinnen und Fragen zu formulieren. Dann muss man Arbeiten zum spezifischen Thema finden, damit man an das bereits Erforschte sinnvoll anknüpfen kann (= Literaturanbindung ). Aus der Fachliteratur werden auch die Methoden und der Rahmen für Interpretation und Verallgemeinerung der Ergebnisse abgeleitet. 3.3 VOM THEMA ZUR FRAGESTELLUNG Das gewählte Thema sagt zunächst noch nicht viel darüber aus, was in der Arbeit genau untersucht werden soll. Das Thema muss eingegrenzt und Schwerpunkte müssen ausgewählt werden. Verschiedene Möglichkeiten dazu findet man in Tab. 3. Hilfreich ist auch sich zu überlegen, was man sicher nicht bearbeiten möchte. Der Untertitel kann die Eingrenzung verdeutlichen. Tabelle 3: Vorschläge zur Vorgangsweise bei der Eingrenzung von Themenbereichen (u.a. nach Pinter & Stefanits, 2003) fokussieren präzisieren reduzieren Fallbeispiel vergleichen fragen argumentieren Perspektiven wechseln festlegen, aus welchem Blickwinkel das Thema betrachtet wird (z.b. den Bereich Sucht und Drogen unter psychosozialen oder medizinischen Aspekten) auf einen bestimmten, überschaubaren Zeitraum, gesellschaftlichen Bereich, oder Schauplatz eingrenzen nur ausgewählte Thesen behandeln Thema an Hand eines konkreten (zugänglichen, eigenen, begründet ausgewählten ) Beispiels erörtern im Hinblick auf die gewählten Aspekt mehrere Texte / Zeitabschnitte / Habitate / Vorkommen / etc. untersuchen und gegenüberstellen viele Fragen an das Thema stellen - was fasziniert mich, was irritiert mich, was ist der Nutzen Pro- und Kontra-Argumente für die vorläufige Hypothese sammeln Verschiedene Perspektiven einnehmen ( wie erkläre ich einem Kind mein Forschungsvorhaben ) DIE FORSCHUNGSFRAGE Der Ausgangspunkt einer guten Forschungsarbeit ist immer eine offene Frage, für die man eine Antwort sucht. Eine solche zentrale Frage leitet die Materialsuche und führt zu einer sinnvollen Gliederung. Die Untersuchungen laufen gezielt auf die auf die Beantwortung der Grundfrage zu. Meist lässt sich aus einer guten Frage schon ein erstes Inhaltsverzeichnis entwickeln. Die Kapitel entsprechen dann in etwa leitenden Unter- oder Teilfragen. Die Forschungsfrage ergibt also den roten Faden für AutorIn und LeserIn. Auch im Rahmen der vorwissenschaftlichen Arbeit soll eine (kleine) Forschungsfrage zeigen, welcher Zugang zum Thema gewählt wurde. Wie entsteht eine Forschungsfrage? Man findet man sie vor oder man denkt sie sich aus (Lamprecht, 1999). Entweder gibt es ein reales Problem; dann leitet man Fragen aus dessen Analyse ab. Oder man beobachtet einen Sachverhalt, der konkrete Fragen aufwirft; man entdeckt einen Widerspruch oder eine Forschungslücke oder man hat ein Thema und leitet daraus spezifische Probleme ab, die mit wissenschaftlichen Methoden untersucht werden können. Auch Theorien können zu Prognosen anregen, die man überprüfen möchte.

15 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit GRUNDTYPEN VON FRAGESTELLUNGEN Gute Fragen stellen ist immer ein Teil des wissenschaftlichen Prozesses und keinesfalls leicht. Eine ausreichende Recherche und Klarheit über das Ziel der eigenen Studie sind die Voraussetzung aus der Ausrichtung ergeben sich die Grundtypen von Fragen. Tabelle 4: Grundtypen von Fragestellungen (nach Karmasin & Ribing, 2011, S. 25, Fragetyp Ziele und Ausrichtung Leitfragen, Beispiele beschreibend erklärend voraussagend gestaltend - bewertend Sachverhalte aufzeigen Kategorien definieren Vergleiche durchführen Muster und Abhängigkeiten identifizieren Verbindungen suchen Zusammenhänge feststellen Ursachen und Wirkungen klären Mechanismen und Prozesse herausarbeiten Analysen durchführen Modelle entwickeln Bedeutung und Zweck erforschen Wie sieht ein bestimmter Sachverhalt aus? Wie hat er sich entwickelt? Wie manifestiert sich ein Sachverhalt (z.b. eine bestimmte Krankheit)? Wie unterscheiden sich zwei oder mehrere Sachverhalte? Warum ist etwas der Fall? Welche Ursachen ziehen welche Wirkungen nach sich? Warum hat sich etwas in einer bestimmten Art entwickelt? Wie können bestimmte Symptome erklärt werden? Welche Veränderungen werden eintreten? Wie wird etwas in Zukunft aussehen? Welche Maßnahmen könnten eine bestimmte Entwicklung fördern? Wie ist ein bestimmter Zustand oder eine Maßnahme zu bewerten? Während an wissenschaftliche Arbeiten die Anforderung gestellt wird, nicht nur darzustellen, sondern auch zu analysieren, werden in der Vorwissenschaftlichen Arbeit die Fragestellungen überwiegend beschreibend und erklärend sein. Gestaltend-bewertende Fragen sind weit schwieriger zu erforschen. Der Fachbereich und die Forschungsfrage selbst bestimmen, ob die Frage ausschließlich mit Literaturbelegen beantwortet werden kann, oder ob (auch) empirische Beweise erbracht werden müssen (Karmasin & Ribing, 2011, S. 82). Eine Literaturarbeit (reproduktiver Ansatz, Henz, 2011, S. 8f.) stellt den aktuellen Wissensstand zu einem Thema dar. Der produktive Ansatz (empirische Arbeit) will Wissen erzeugen und stellt eine Frage, die mit einer geeigneten Forschungsmethode (vgl. Kap. 6) zu beantworten ist. Ein Beispiel für eine (beschreibende bzw. erklärende) Literaturarbeit wäre die Darstellung der Ursachen und Entwicklung einer bestimmten Krankheit. Empirisch müsste man dagegen erheben, wie Betroffene im Alltag mit der Krankheit umgehen oder wie wirksam eine bestimmte therapeutische Maßnahme ist WEGE ZUR FORSCHUNGSFRAGE Ich habe nie Wertvolles zufällig getan. Auch meine Erfindungen sind nie zufällig entstanden. Thomas Alva Edison, Erfinder, Die gesamte Arbeit sollte in einer einzigen klaren und konkreten Hauptfrage zu formulieren sein. Unterfragen dienen nur dazu, die zentrale Forschungsfrage (vollständig) zu beantworten. Um zu zeigen, was mit der Arbeit erreicht werden soll, reichen Formulierungen wie ich will mich beschäftigen mit., es soll um. gehen nicht aus. Tipps zum Ableiten einer Forschungsfrage findet man in Tab. 5. Eine gute Forschungsfrage (nach Henz, 2011, S. 53; Forschungsfrage finden: studycube Univ. St. Gallen): - ist interessant für den/die Schreibenden und relevant im Fachkontext - grenzt das Thema ein (was will ich wissen?) und trennt von Unwichtigem (was will ich nicht wissen?) - ist offen (keine nein/ja Antwort möglich) und präzise formuliert

16 16 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit - macht es möglich ein Thema zu erörtern und argumentieren und Schlüsse zu ziehen - bezieht sich auf ein konkretes Problem oder einen spezifischen beobachteten Sachverhalt - besteht aus einer klaren Hauptfrage (die zu Unterfragen führen kann/soll) - ist nicht zu umfassend und kann (vollständig) beantwortet werden - ist nicht in sich widersprüchlich und ist keine Scheinfrage (verkleidete Behauptung) - und impliziert die Methodik Tabelle 5: Wege zur Forschungsfrage (nach Esselborn-Krumbiegel, 2004; Rathmayr & Zillner, 2008; Lamprecht, 1999; Wissenschaftlich arbeiten: eva.kreisky.at, homepage.uibk.ac.at) W-Fragen Unterfragen Übereinstimmungen Unterschiede und Besonderheiten Behauptungen Ergebnisse Relevanz Möglichst viele Wer-, Was-, Wann-, Wo-, Wie- Warum- Fragen stellen Welche spezifischen Fragen müssen beantwortet werden, um die Hauptfrage zu klären? Wie wurden ähnliche Themen von anderen bearbeitet? Ausgehend von ähnlichen Themen den eigenen methodischen Ansatz gegenüberstellen: kann auf besondere Weise an das Thema herangegangen werden mit unveröffentlichtem Archivmaterial, speziellen regionalen Aspekten o.ä. Thesen aufstellen, dann hinterfragen und zu beweisen suchen Welche Ergebnisse würden Antworten auf die jeweilige Frage liefern? Relevanz prüfen: individuelle Relevanz (warum arbeite ich an dem Thema?), gesellschaftliche Relevanz (Was und wem nützt es, wenn eine bestimmte Frage beantwortet ist?) und wissenschaftliche Relevanz (Wo gibt es Forschungslücken? Trägt die Arbeit zur Weiterentwicklung einer bestimmten Theorie bei?) Ein Beispiel aus der Physik wäre zum Thema Segelfliegen die Forschungsfrage Wie verändert die Querschnittsfläche den Auftrieb von Segelflugzeugen; aus der Literatur zum Thema Geschlechterrollen in Märchen die Forschungsfrage Welches Rollenbild nehmen Männer und Frauen in den Märchen der Gebrüder Grimm im Vergleich zu den Märchen von Andersen ein? (Prenner & Samac, 2011, S. 26f.) 3.4 VON DER FRAGE ZUR HYPOTH ESE Gesetzmäßigkeiten werden oft intuitiv erkannt. Etwaige Vermutungen müssen in der Wissenschaft aber gezielt nachgewiesen und erklärt werden. Während in der Alltagssprache Hypothesen Meinungen über unsichere Sachverhalte sind, versteht man in der Wissenschaft unter Hypothesen theoretisch begründete Vermutungen. Sie leiten sich aus der Forschungsfrage ab, d.h. eine Hypothese wandelt die Forschungsfrage in eine Feststellung um, die das erwartete Ergebnis voraussagt. Sie vermutet eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Faktoren und wird als wenn-dann oder je-desto Beziehung formuliert. Die Forschungsarbeit überprüft die Hypothese, z. B. durch statistische Studien oder Experimente. Man formuliert dazu die Nullhypothese (= das Gegenteil der Vermutung), welche widerlegbar sein muss. Eine Aussage gilt als falsch, wenn sie widerlegt wurde. (Heesen, 2009). Was nicht widerlegt werden kann, gilt dann vorläufig mit einer bestimmten geringeren oder höheren Wahrscheinlichkeit. Beispiel 1: Man möchte den Effekt von Luftverschmutzung mit Schwefeldioxid auf die Sojabohnenproduktion untersuchen. Es stellt sich die Frage, ob Schwefeldioxid die Fortpflanzung der Sojabohnen beeinflusst. Die Hypothese lautet: Schwefeldioxid reduziert die Fortpflanzung der Sojabohnen. Die Nullhypothese: Schwefeldioxid beeinflusst die Fortpflanzung nicht. Beispiel 2: Sind Männer oder Frauen größer? wäre eine zweiseitige Frage. Die Null-Hypothese dazu lautet Frauen und Männer sind gleich groß. (Eine einseitige Hypothese vermutet bereits den Ausgang des Vergleichs: Männer sind im Durchschnitt größer als Frauen. ) (aus Lamprecht, 1999) Auch bei der vorwissenschaftlichen Arbeit sollten am Beginn die Vorannahmen dargestellt werden, um die Richtung der Arbeit abzuklären.

17 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 17 4 RECHERCHE INFORMATIONEN FINDEN UND AUSWERTEN Ich was suchen Ich wissen was suchen Ich was wissen Ernst Jandl, Österreichischer Lyriker, WO KANN MAN INFORMATIONEN FINDEN? Schriftliche Informationsquellen kann man an vielen Orten finden, aber nicht alle sind gleich zugänglich. In Fachbuchhandlungen, öffentlichen u/o wissenschaftlichen Bibliotheken, im Internet, in Archiven, Dokumentationszentren, Museen und Sammlungen, Forschungsstellen, in zoologischen und botanischen Gärten, bei historisch bedeutsamen Objekten vor Ort, usw. gibt es wissenschaftlich relevante Literatur. Auch Interessensvertretungen, Kammern und Behörden verfügen oft über gut ausgestattete fachspezifische Bibliotheken bzw. wichtige unveröffentlichte Datensammlungen, Messreihen o.ä. (Kremer, 2006). Bei manchen Themen wird man mit den offiziellen Informationsstellen auskommen. In der Biologie kann man z. B. bei molekularbiologischen Themen mit Bibliotheken und Datenbankabfragen die neueren Entwicklungen gut erfassen. Wer sich dagegen z.b. mit landschaftsökologischen Fragestellungen beschäftigen möchte, muss sich mit anderen Informationsquellen plagen, wie z.b. Datensammlungen von Naturschutzverbänden, Forstverwaltungen oder Privatpersonen (Kremer, 2006). Historische Recherchen erfordern oft die Benutzung von Archiven. Behörden, Organisationen, Verbände produzieren eine Fülle an Grauer Literatur, die in wissenschaftlichen Bibliotheken kaum vertreten ist. Das sind z.b. Skripten, unveröffentlichte Manuskripte, Broschüren, Flugblätter usw. Grau bedeutet dabei, dass die Herkunft der meisten Informationen nicht nachvollziehbar ist. Ob sie jeweils als Quellen benützt werden können, ergibt sich aus Kontext und Ziel der Arbeit. Sehr viele Informationen aus dem Internet sind in diesem Sinn ebenfalls grau. Je nach Fach und Forschungsfrage können auch Materialien wie Fotos, Plakate, DVDs, TV-Sendungen, Filme, Zeitungen, Reportagen, Urkunden, Kunst- u. Alltags-Objekte, usw. zu Informationsquellen werden. Wichtig sind auch direkte Gespräche mit Fachleuten (ExpertInnen, ForscherInnen an Universitäten). Sie haben aber erst einen Sinn bzw. Erfolgsaussichten, wenn man sich mit dem Thema bereits redlich auseinandergesetzt hat, damit man konkrete und gezielte Anfragen stellen kann. 4.2 ÜBERSICHT ÜBER WISSENSCHAFTLICHE SCHRIFTLICHE QUELLEN - Enzyklopädien: stellen den Wissensstoff vieler Fachgebiete in alphabetischer oder systematischer Anordnung umfassend dar (Beispiel: Lexikon der Biologie in 15 Bänden). Erscheinungsjahr beachten! - Lehr- und Fachbücher: geben einen systematischer Überblick über Wissensbestand, Methodik oder Geschichte einer wissenschaftlichen Fachdisziplin. Die Aktualität ist ebenfalls unterschiedlich hoch. - Fachzeitschriften: veröffentlichen die jeweils neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu jedem erdenkbaren Thema. Sie werden von professionellen Organisationen, Universitäten, Forschungsunternehmen oder Wissenschaftsverlagen herausgegeben, erscheinen laufend und sind daher die aktuellste und in der Forschung wichtigste Informationsquelle. (Beispiele: Nature, Science, The Lancet, Proceedings of the National Academy of Science usw.) - Universitätsschriften: Dissertationen, Diplomarbeiten und andere Monographien sind ebenfalls aktuell und speziell. Man kann die Literatur auch in Primär-, Sekundär-, und Tertiärliteratur einteilen, wobei sich die Definitionen je nach Wissenschaftsbereich leicht unterscheiden (Langer, 2012). Die Einteilung spielt v.a. in den Geisteswissenschaften eine Rolle:

18 18 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit - Primärliteratur: Quellentexte, Literatur von d.h. Literatur, die noch nicht wissenschaftlich bearbeitet worden ist. Dazu gehören Befragungen, Erhebungen, amtliche Veröffentlichungen, Gerichtsakten, Firmenunterlagen, Dichtung, Einzelwerke, usw. Aufsätze in Fachjournalen oder Sammelbänden und monographische Werke zählen ebenfalls als Primärquellen. - Sekundärliteratur: Forschungsliteratur, Literatur über also Material, das benutzt wird, um primäre Quellen zu erschließen. Dazu zählen Lexika, Fachbücher, usw., die einen systematisch geordneten Überblick ermöglichen und zum Verstehen der Primärquellen beitragen sollen. Man kann die Recherche mit Lehrbüchern und Lexika beginnen, muss sich dann aber an die Forschungsliteratur heranarbeiten, um den State of the Art zu ermitteln (Kremer, 2006). WissenschafterInnen müssen die Vorarbeiten zu ihrer Thematik möglichst vollständig berücksichtigen und genau abklären, ob und wie weit die Antwort auf die Forschungsfrage schon bekannt ist (Lamprecht, 1999). - Für die vorwissenschaftliche Arbeit kann man nicht die gesamte Literatur zu einem Thema studieren. Man soll aber jedenfalls Fachliteratur (Sachbücher, Lehrbücher) lesen, wichtige Arbeiten zum gewählten Thema kennenlernen und wenigstens einige wissenschaftliche Werke (z.b. Fachartikel) bearbeiten. 4.3 ALLTAGS-TEXT ODER WISSENSCHAFTLICHER TEXT? Nicht immer kann man auf den ersten Blick erkennen, ob ein Buch oder ein Artikel zur Auswertung für die (vor)wissenschaftliche Arbeit geeignet ist. Wissenschaftlichkeit und Niveau eines Textes können u. a. daran abgelesen werden, wann und in welchem Verlag u/o Sammelband (Herausgeber!) er erschienen ist, oder ob es eine Empfehlung durch einen anerkannten WissenschaftlerIn gibt. Bei Internetquellen müssen Autorenschaft, Quellenangaben, Sprach- und Schreibrichtigkeit und Sorgfalt der Aufbereitung jedenfalls überprüft werden (Vgl. Kap. 4.5). Welche Zielgruppe wird angesprochen, was ist die Absicht der Website? Ist sie gut gewartet? Gibt sie selbst Quellen an? Ist sie verlinkt? Wie ist der Stil? Wie groß ist der Anteil von Werbung? (Rathmayr & Zillner, 2008). Tabelle 6: Unterscheidung von wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Literatur (zusammengefasst nach Prenner & Samac, 2011, S. 44) Wissenschaftliche Literatur an die Scientific Community gerichtet theoretische Hintergründe dargelegt komplexere Sprache, sachliche Argumentation hohe Zahl und Qualität der zitierten Quellen Fokus auf Erkenntnisgewinn, Begründungs- und Erklärungszusammenhänge Einhaltung methodischer Standards Populärwissenschaftlicher Text vor allem praxisorientiert theoretische Anforderungen weniger streng einfachere Sprache, Unschärfen, Übertreibungen geringer Belegzwang Fokus auf unmittelbare Aktualität und Nützlichkeit, Lösungsvorschläge ( self-help-literature ) anekdotische Evidenz überwiegt 4.4 (VIRTUELLES) STÖBERN IN BIBLIOTHEKEN Ausgangspunkt für die Recherche sind die Bibliotheken. Die (neueren) Bestände der wichtigen Bibliotheken sind in online-katalogen gelistet, für die Universitätsbibliothek Wien z.b. alle Werke ab Diese Kataloge sind öffentlich (OPAC = Online Public Access Catalogue), d.h. man kann sie zur Recherche in nahezu allen Bibliotheken benutzen, auch ohne Entlehnausweis oder tatsächlichen physischen Zugang zur Bibliothek. Um eine möglichst breites Spektrum an Informationen zu erschließen und tatsächlich Werke zu finden, wendet man verschiedene Suchstrategien an, die unterschiedliche Vorteile bieten. Beim sogenannten Schneeballverfahren geht man von einem möglichst neuen Werk aus. Vermutlich findet man darin Hinweise auf weitere Arbeiten. In jedem Beitrag findet man wiederum einschlägige Literatur. Man soll sich

19 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 19 ruhig auf Literaturstellen konzentrieren, die immer wieder zitiert werden. Wenn man dann einige AutorInnen und wichtige Zeitschriften kennt, sucht man im Namenskatalog weiter. Mögliche Nachteile: man bleibt vielleicht an ForscherInnen hängen, die sich ausschließlich gegenseitig zitieren. Die gefundenen Stellen können auch sehr schnell älteren Datums sein. Alternativ dazu wird systematisch in den Bibliothekskatalogen und Organen (s.u.) gesucht. Zuerst müssen geeignete Suchbegriffe erarbeitet werden. Die Suchkriterien können außer den Schlagworten aber auch AutorIn, Titel, zur Verfeinerung auch Erscheinungsjahr, Erscheinungsort, Verlag usw. sein. Die Aufstellungsorte werden festgehalten und die Werke über die Ausleihe organisiert bzw. online reserviert. Die Bibliothekskataloge kleinerer Bibliotheken listen vielleicht nur, was im Bestand des Hauses zu finden ist - allerdings nehmen im Österreichischen Bibliothekenverbund immerhin rund 80 Bibliotheken teil. Für neue Informationen offen bleiben (meist wird zuerst Gefundenes als zu wichtig erachtet) Nicht nur auf leicht zugängliches Material fixieren: in anderen Bibliotheken weitersuchen, Suchbegriffe überprüfen und variieren, erweiterte Suchfunktionen nutzen! Das Fachpersonal der Bibliotheken um Rat fragen! Österreichischer Bibliothekenverbund: Karlsruher virtueller Katalog: für den deutschen Sprachraum Suchmaschine für Bibliotheken weltweit: Referate-Organe tragen die Titel, Verfasser, Abstracts und Schlagwörter aller wissenschaftlichen Publikationen aus den erfassten Fach-Zeitschriften bestimmter Disziplinen zusammen und liefern so eine sehr gute Übersicht über die Literatur, z.b. Biological Abstracts, Index Medicus, Current Contents u.ä. (Kremer, 2006). Literaturdatenbanken sammeln Titel, Findstellen und Zusammenfassungen aus den entsprechenden Wissenschaftsbereichen. Die (kostenpflichtige) Suche liefert umfangreiche Listen, die dementsprechend schwierig auszuwerten sind; auf den Universitätsbibliotheken gibt es kostenfreien Login (Beispiele: BIOSYS, MEDLINE). Eine große Hilfe bieten die zunehmend verbreiteten online-bücher und online-zeitschriften. Viele wissenschaftliche Zeitschriften veröffentlichen kostenfrei zumindest Inhaltsverzeichnisse oder Abstracts. In den online-katalogen großer Buchhandlungen kann man Buchtitel zum Thema finden, die dann wiederum in Bibliotheken gesucht werden können. Vergriffene Bücher können oft über das Zentralverzeichnis antiquarischer Bücher (www.zvab.at) gefunden werden WISSENSCHAFTLICHE BIBLIOTHEKEN IN ÖSTERREICH Informationen über Entlehnbestimmungen, Bibliotheksausweise, Öffnungszeiten etc. entnimmt man am besten den Websites der jeweiligen Bibliotheken. Österreichische Nationalbibliothek: Präsenzbibliothek. Zur Behebung der Bücher ist ein Lichtbildausweis zu hinterlegen. Zutritt ab 16 Jahren, Eintritt Erwachsene 3, Jahreskarte 10. Digitalfotografie verboten. Enthält alle in Österreich erschienenen Druckwerke (Ablieferungspflicht!): Literatur bis 1850 am Josefsplatz (= Prunksaal), Literatur ab 1851 am Heldenplatz, zahlreiche angeschlossene Sammlungen. Schwerpunkt Geisteswissenschaften, slawische Literatur. Literatur- Suche: Informationsschalter am Heldenplatz. Universitätsbibliothek Wien: Ausleihbibliothek; online Bestellung möglich. Die Fachbibliotheken auf den Departments oder Instituten sind i.a. Präsenzbibliotheken, in den Freihandaufstellungen hat man dafür i.a. direkten Zugang zum Regal. SchülerInnen können sich an jeder österreichischen Universitätsbibliothek kostenlos einen Entlehnausweis lösen und damit Werke mehrere Wochen lang entlehnen. Weiter wichtige Bibliotheken im Raum Wien sind die Bibliothek der Technischen Universität Wien, die Bibliothek der Medizinischen Universität Wien, oder auch die Bibliothek der Österreichische Akade-

20 20 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit mie der Wissenschaften. Auch die Städtische Bücherei Wiens (www.buechereien.wien.at/) hat zu vielen Themen ein umfangreiches Angebot. Für regionale Themen kommt auch die Wien-Bibliothek im Rathaus in Frage:. Sollte sich der Standort der gesuchten Literatur nicht in Wien befinden, müsste man auf die Fernleihe zurückgreifen (kostenpflichtig, Wartezeiten). Für wichtige Bücher lohnt sich der Kauf. 4.5 SUCHE IM INTERNET Eine online-recherche hilft zu einem globalen Überblick über ein Thema, ist aber für das Verfassen einer (vor) wissenschaftlichen Arbeit alleine nicht ausreichend. Die Antworten sind auf jeden Fall immer nur so gut wie die Suchanfragen. Auch hier gilt es, sich nicht mit den erstbesten Treffern zufriedenzugeben. Voraussetzung für eine effiziente Suche und optimale Nutzung der Suchfunktionen ist die korrekte Bedienung der Suchwerkzeuge (Rathmayr & Zillner, 2008). Eine Einstiegsmöglichkeit sind online-lexika (www.britannica.com, kostenpflichtig, kostenfrei und sehr umfassend, zur Orientierung, aber nicht als wissenschaftliche Quelle). Probleme bei der Internetrecherche sind neben der Kurzlebigkeit natürlich die Überladung mit Datenmüll und viel unseriöser Information. Die Auswertung der Suchanfragen muss eine Menge Spreu von oft wenig Weizen trennen. Eher zitierfähig sind Bildungsserver, universitäre Adressen oder Wissensportale (z.b. vgl. Kap Suchmaschinen sind nicht nur google sondern auch altavista, yahoo, fireball, lycos, alltheweb, excite, fireball usw. Bei einer google-suche kann man die Einschränkung auf Suche in verschiedenen Verzeichnissen probieren (Registerkarte Mehr). Metasuchmaschinen fahnden zu einem bestimmten Begriff gleichzeitig in mehreren Suchsystemen (metager, metacawler, nlsearch, ). Spezialsuchmaschinen wie googlescholar durchsuchen ausschließlich wissenschaftliche Literatur (ähnlich scirus, vascoda, forschungsportal, findarticles, dmoz, u.a.) Fachdatenbanken und Fachbibliographien: Die Suche in solchen Datenbanken ist oft zielführender als das freie Surfen. Einige Beispiele sind oder eprintweb.org/s/main, Allerdings sind die Artikel oft kostenpflichtig. Mailinglists, Newsgroups, Foren ermöglichen die Kontaktierung von Fachleuten und Gleichgesinnten. 4.6 LITERATUR UND ANDERE QUELLEN AUSWERTEN Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn. Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, Wir wissen, wozu wir lesen um das Thema zu verstehen, nichts Wichtiges zu übersehen, die eigene Position zu klären, Argumente zu sammeln, mit ähnlichen Forschungen zu vergleichen (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Wie entscheiden wir aber, was überhaupt genauer gelesen werden soll? Wie halten wir das Gelesene fest? Wie bringen wir Ordnung hinein? Das Durchackern von Texten ist zeitintensiv und anstrengend es muss also durch eine ordentliche Suchstrategie und konsequentes speed reading gut vorbereitet werden. In der ersten Hauptphase werden große Textmengen rasch überflogen, um herauszufinden, ob ein Werk für die eigene Arbeit nützlich und relevant ist. Die Texte werden angelesen und quergelesen (Karmasin & Ribing, 2011). Man verschafft sich einen Überblick und versucht die Inhalte schon grob in die Fragestellungen der eigenen Arbeit einzuordnen. Die inhaltliche Auswertung der Literatur geschieht in der zweiten Phase: durch systematisches, intensives und genaues Lesen und Exzerpieren verschafft man sich Detailkenntnis und Verständnis (Rathmayr & Zillner, 2008; Karmasin & Ribing, 2011).

21 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 21 Tabelle 7: Strategien und Phasen des Lesens und Exzerpierens (Esselborn-Krumbiegel, 2004, S. 74, Karmasin & Ribing, 2011) Überblick schaffen - Überfliegen Orientierung und Querlesen Auswählen und systematisches Lesen Intensives Lesen Exzerpieren Einen guten Überblick über Schwerpunkte des Autors und die Gewichtung der Kapitel gibt natürlich das Inhaltsverzeichnis, weitere Hinweise liefern Erscheinungsjahr, Verzeichnisse, Klappentexte oder Vorworte. Beim Durchblättern achtet man auf Zwischentitel und Abbildungen. Über die Zusammenfassung (Abstract) lässt sich oft schon prüfen, ob ein Werk möglicherweise geeignet ist oder gleich ausgeschieden werden soll. Die Auswertung der Einleitung zeigt, welches Material mit welcher Fragestellung und mit welchen Methoden bearbeitet wurde. Der erste Satz informiert oft bereits über den Inhalt eines Abschnitts. Zitate und Signalwörter können als Eye-Catcher dienen (erstens, schließlich, daher.). Vor dem Einstieg in die intensive Lektüre aktualisiert man sein Vorwissen und macht sich klar, welche Fragen der Text beantworten soll. Der Text wird zügig und zielgerichtet auf die Fragen hin gelesen ( diagonal lesen ) und die Antworten auf die Fragen und die Passagen, die die Hauptargumente enthalten, identifiziert. Andere Abschnitte werden nicht weiter beachtet. In einem schwierigen, komplexen Text markiert man Leitbegriffe und zentrale Textstellen. Sehr wichtige Arbeiten (aber nur solche) kann man zu diesem Zweck kopieren (Geld sparen Umwelt schonen!). Die Leitbegriffe treten oft erst nach und nach hervor. Unterschiedliche Farben und Symbole verdeutlichen die Struktur, so dass man später nicht den ganzen Text noch einmal lesen muss. Die Gedankengänge werden kritisch nachvollzogen. Eigene Assoziationen, Unklarheiten, Kommentare, Ideen, Fragen, werden sofort festgehalten, z.b. als Anmerkungen am Textrand. Ein Exzerpt ist ein sinngemäßer Auszug (keine Zusammenfassung!) aus der verwendeten Literatur, u. z. der Teile und Gedanken, die für die eigene Arbeit wesentlich sind (lat excipere = herausnehmen). Durch das Exzerpieren eignet man sich das Material geistig an. Zusammengefasst wird so knapp wie möglich, aber auch so präzise wie nötig, so dass Zusammenhänge auch noch später rekonstruiert werden können: - pro Textabschnitt eine zentrale Frage formulieren und die Antwort als Kernaussage in eigenen Worten ausdrücken - wichtige Gedanken grafisch in Beziehung setzen (Strukturexzerpt, Skizzen, Diagramme) - Zitieren beginnt beim Lesen : bibliographische Daten sofort für das spätere Erstellen des Literaturverzeichnisses in die entsprechenden Datenbanken aufnehmen - Textpassagen, die als direkte Zitate verwendet werden können / sollen, sorgfältig kopieren (in Anführungszeichen), Seitenzahlen! Die Exzerpte werden einem Unterthema oder Schlagwort bzw. möglichst rasch den geplanten Kapiteln zugeordnet und entsprechend abgelegt (virtuell oder real, in Datenbanken, Ordnern, Karteien, ), mit Datum und Quellenangaben.

22 22 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 5 FORSCHUNGSLITERATUR WIEDERGEBEN ZITATE UND ZITIEREN 5.1 WARUM ZITIEREN? WissenschafterInnen müssen ihre Ergebnisse veröffentlichen. So wird für andere - die vielleicht am gleichen Problem arbeiten - dargestellt, welche Forschungen mit welchen Methoden und mit welchem Ergebnis durchgeführt wurden. If I have been able to see further, it is because I have stood on the shoulders of giants Isaac Newton, englischer Physiker und Mathematiker ( ) Umgekehrt gilt natürlich genauso, dass der Stand der Forschung für die eigene Darstellung zu berücksichtigen ist. Die eigene Arbeit baut auf früheren Arbeiten auf und wiederholt diese nicht unnötig. Durch Literaturzitate zeigt man, dass man die relevante Literatur kennt und verarbeitet hat und an die fachinterne Diskussion anknüpfen kann. Außerdem werden Thesen und Informationen durch die Zitate für die LeserInnen nachprüfbar. Die Zitate unterstützen die eigene Position und ermöglichen Vergleiche mit anderen. Zwischen eigener und fremder Leistung wird klar unterschieden. Diese Unterscheidung muss auch sprachlich immer klar zum Ausdruck kommen. (Kremer, 2006) Ein Zitat ist die wörtlich oder sinngemäß übernommene geistige Leistung Dritter. Der Verweis (Kurzbeleg) schafft die Verbindung zum Quellenverzeichnis. Die Quelle ist die Findstelle des Zitats (Langbeleg), d.h. die Originalveröffentlichung, aus der man Aussagen, Graphiken etc. entlehnt. (Kremer, 2006) Zitierte Quellen muss man im Original eingesehen haben. Was und wie viel belegt werden soll, lässt sich leider nicht allgemein beantworten. Grundsätzlich ist jeder Gedanke, der aus anderen Texten übernommen wurde, an Ort und Stelle im eigenen Text zu belegen; es genügt nicht, verwendete Quellen nur im Literaturverzeichnis anzuführen. Nur Allgemeinwissen muss nicht belegt werden. Die Definition kann natürlich strittig sein kann, Schulbuch- oder Lexikon-Wissen fällt wohl darunter. 5.2 WÖRTLICH ODER INDIREKT ZITIEREN? Wörtliches = direktes Zitat: Die wörtliche Übernahme einer Textstelle ist dann sinnvoll / gerechtfertigt, wenn ein Textausschnitt anschließend interpretiert werden soll, wenn ein spezieller Begriff eingeführt wird, oder die Kernaussage des Autors die eigene Argumentation stützt (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Quellengetreu übernommene Textausschnitte werden in Anführungszeichen und eventuell kursiv gesetzt, längere Passagen außerdem eingerückt und einzeilig gesetzt. Fehler oder veraltete Schreibweisen im Original werden übernommen und mit (!) gekennzeichnet. Zitate aus fremdsprachigen Quellen werden, soweit sie nicht englisch sind, übersetzt und der/die ÜbersetzerIn angegeben. Auslassungen werden durch [ ] markiert (Kremer, 2006). Im Anschluss an das Zitat erfolgt der Verweis auf die Herkunft der Textstelle. Nicht nur Textpassagen können zitiert werden, auch die Übernahme von Abbildungen, Tabellen, etc. ist ein Zitat und ebenso zu belegen. Die Beispiele wurden vorwiegend aus Kremer (2006) entnommen. "Social psychologists, however, contend that people are less consistent than Isocrates or Rousseau might think." (Walster, Walster & Berscheid, 1978, S. 211) In globaler Perspektive gelten biologische Invasionen als zweitwichtigster Faktor der biologischen Vielfalt. (Kowarik, 2003, S. 25) oder: Nach Kowarik (2003, S. 25) gelten in globaler Perspektive [ ] biologische Invasionen als zweitwichtigster Gefährdungsfaktor der biologischen Vielfalt. Sinngemäßes = Indirektes Zitat: Zitate sollten als Teil der Argumentation und Diskussion syntaktisch in den fortlaufenden Text eingebaut werden, z.b. in der Form Nach Kowarik haben.; Die Befunde von Kowa-

23 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 23 rik zeigen ; In seiner Untersuchung weist Kowarik nach, u.v.m.). Je nachdem, wie nahe der Wortlaut des Zitats am Originaltext ist, kann die Seitenangabe im Kurzbeleg entfallen. Die biologische Vielfalt ist durch verschiedene Faktoren gefährdet. Ein bisher nicht so stark wahrgenommener Ursachenkomplex sind biologische Invasionen (vgl. Kowarik, 2003). 5.3 TECHNIK DES ZITIERENS Der Begriff Zitieren wird nicht nur für den übernommenen Text bzw. die übernommenen Gedanken verwendet, sondern sehr oft auch für das Anführen der Kurzbelege (im laufenden Text) und Langbelege (im Literaturverzeichnis). Zitierregeln sind international in der Norm ISO 690 und 690-2, bzw. in Deutschland in der Norm DIN 1505 Teil 2 und 3 dargelegt, in Österreich in der ÖNORM A und A Die gewählte Zitierweise muss werkeinheitlich angewendet werden, eindeutig und nachvollziehbar sein und das Auffinden der Quellen möglichst leicht machen. Man kann verschiedene Zitiersysteme (Ebene 1) und unterschiedliche Zitierschemata (Ebene 2) unterscheiden und begründen (Baumgartner, 2008). Der Zitierstil (Ebene 3) regelt Interpunktion, Reihenfolge der bibliographischen Angaben, etc KURZBELEGZITIERUNG KLAMMER-ZITIERSYSTEM Schema 1: das AutorIn-Jahr-System (Harvard-Notation, amerikanische Zitierweise ) wird in den Naturwissenschaften und der Mehrheit der Sozialwissenschaften verwendet. Der Beleg steht in Klammern in der Form AutorIn(nen) Jahreszahl, ggf. Seitenangabe i. A. nach dem Bezugswort oder Satzteil am Ende des Satzes vor der Interpunktion (danach, wenn ein ganzer Satz zitiert wird). Man erhält so den Hinweis auf AutorInnen und Aktualität gleich im laufenden Text. Erstreckt sich die relevante Textpassage über mehr als eine Seite, wird nach der Seitenzahl f. bzw. ff. angegeben. Die folgenden Beispiele stammen wieder überwiegend aus Kremer (2006) bzw. Karmasin & Ribing (2011). In globaler Perspektive gelten biologische Invasionen als zweitwichtigster Faktor der biologischen Vielfalt. (Kowarik, 2003, S. 25) Nach Kowarik (2003, S. 25) gelten in globaler Perspektive [ ] biologische Invasionen als zweitwichtigster Gefährdungsfaktor der biologischen Vielfalt. Die biologische Vielfalt ist durch verschiedene Faktoren gefährdet. Ein bisher nicht so stark wahrgenommener Ursachenkomplex sind biologische Invasionen (vgl. Kowarik, 2003). Eco (2010) hat ein solches Vorgehen mit der Beweisführung in einem Prozess verglichen. Wurden Abbildungen übernommen, so ist in der Abbildungsunterschrift neben der Abbildungsnummer und Erläuterung auch der Beleg angeführt (je nach Bedarf mit dem Zusatz: nach, übernommen aus, verändert nach. Nachname, Jahreszahl, Seitenangabe). Schema 2: in den Kultur- bzw. Geisteswissenschaften kommt auch das AutorIn-Titel-System in Frage. Bei Werken von Klassikern geht es mehr um den konkreten Text als um das Jahr der (Neu)-Ausgabe (Goethe, 1832, ist vermutlich weniger sinnvoll als Goethe: Faust. Der Tragödie zweiter Teil.). Daher wird man hier das Werk selbst referenzieren (Baumgartner, 2008) FUSS- ODER ENDNOTEN-ZITIERSYSTEM Schema 1: Im Nummern-Endnoten-System (Vancouver Konvention) gibt eine Zahl in eckiger Klammer die Verbindung zum Vollbeleg. Sie wird bevorzugt in technischen Bereichen verwendet und ist geeignet, wenn über weite Bereiche ein einziges Werk zitiert wird. Die quantitative Bestimmung des Proteingehalts erfolgte nach [15].

24 24 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Schema 2: Immer weniger üblich, aber in einigen Bereichen (Rechtswissenschaften, Teil der Kulturwissenschaften) nach wie vor bevorzugt wird ein Nummern-Fußnotensystem ( deutsche Zitierweise ), das mit hochgestellten Zahlen zur Quellenangabe als Fußnote auf der jeweiligen Seite verweist. Wenn Fußnoten zugleich auch für Anmerkungen verwendet werden, kann die Übersichtlichkeit verloren gehen. Die Klammerzitierung ist dann jedenfalls geeigneter. Man führt entweder den Vollbeleg an (alle relevanten bibliographischen Daten in der Fußnote, bei wiederholter Zitierung wird verkürzt) oder zunehmend üblich den Kurzbeleg im AutorIn-Jahr-System. Die vollständigen Daten finden sich ohnehin im Literaturverzeichnis. Hofmann, Klaus (1988): Bildungsmanagement im internationalen Vergleich. 2. Aufl. Berlin: Parey, S.7 Hofmann, K., Bildungsmanagement, S. 34 oder Hoffmann 1988, S. 34 Ebd., S. 36 Folgende Beispiele zeigen (unabhängig vom Zitiersystem), wie man ein Werk mehrerer AutorInnen bzw. mehrere Werke eines Autors/einer Autorin zitiert. Bei zwei AutorInnen werden beide genannt, bei mehr als zwei Name u.a., mehrere Werke chronologisch; Werke aus demselben Jahr mit a, b, c ergänzt. Kowarik und Soukopp, 2000 Kowarik u.a., 2001 Kowarik 1999, 2003; Kowarik 1996a, 1996b Nicht veröffentlichte Befunde kann man folgendermaßen angeben:.erstaunliche Atmungsraten, wie sie bisher. (Mayer, persönliche Mitteilung) Lässt sich ein Sekundärzitat ausnahmsweise nicht vermeiden, so wird mit dem Hinweis zit. nach oder in per Kurzbeleg auf die Quelle verwiesen, der nachzitiert wird. (Schweitz, 2010, S.17 zit. in Prenner, 2011, S. 43) Internetquellen behandelt man analog zu den Printmedien nach dem AutorIn-Jahr-System. Ist keine AutorIn angegeben, so stellt der/die HerausgeberIn die Institution der Titel die vollständige (!) URL den Bezug zum Literaturverzeichnis her. Fehlt das Datum der Veröffentlichung, kann man o. J. angeben VOLLBELEGE IM LITERATURVERZEICHNIS Im Literaturverzeichnis (= Quellenverzeichnis = Bibliographie) ist jede Quelle (aber auch nur solche), die zur Erstellung der Arbeit verwendet wurde, anzuführen. Bibliographische Bestandteile findet man bei Zeitschriften auf der Titelseite (evt. in jeder Kopfzeile), bei Büchern im Impressum, i. A. auf den vorderen Seiten, bei elektronischen Medien auf dem Cover. Die Angaben umfassen: 1. Nachname(n) des Autors / der Autorin (der AutorInnen), bei mehreren durch Komma getrennt, ab drei nur einen nennen (Nachname u.a.); falls unbekannt: o. A. 2. Vorname(n) des Autors / der Autorin (der AutorInnen), abgekürzt oder ausgeschrieben 3. Erscheinungsjahr der Veröffentlichung, falls unbekannt: o. J. 4. Titel der Veröffentlichung in voller Länge, mit Untertitel 5. Findstelle der Veröffentlichung (Name der Zeitschrift, des Sammelwerks,..) 6. Bandnummer, Ausgabe/Heftnummer bei Zeitschriften 7. Seitenangabe (bei Zeitschriften) 8. Verlagsstandort und Verlag (bei Büchern) Für die Anordnung der Angaben und die Interpunktion gibt es unterschiedliche Stile. Entsprechend dem AutorIn-Jahr-System wird auch im Vollbeleg das Erscheinungsjahr nach dem Namen angeführt. So findet man die Quellen in umfangreichen Literaturverzeichnissen am raschesten. Wichtig ist wieder die werkeinheitliche Durchführung. International viel verwendet wird der APA-Style (Zitierstandard der American Psychological Association), der im APA-Manual (www.apastyle.org) auch alle Spezialfälle klärt.

25 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit ZITIEREN GEDRUCKTER WERKE Zitate aus Zeitschriften: AutorIn, Vorname(n). (Erscheinungsjahr). Genauer Titel. Zeitschriftentitel im Wortlaut, Jahrgang/ Bandnummer (Heftnummer), Seitenangaben Sageder, J. (1985). Zur Beurteilung von Lehrerverhalten in Unterrichtssituationen. Erziehung und Unterricht, 35, Mundry, M., Stützel, T. (2003). Morphogenesis of male sporangiophores of Zamia amlyphyllida D.W. Stev. Plant Biology, 5, Zitate aus Büchern u. a. selbständigen Werken : AutorIn, Vorname(n). (Erscheinungsjahr). Genauer Titel mit Beachtung der Schreibweise, ggf. Untertitel, Aufl[age], Verlagsort: Verlag. Ggf. Herausgeber anführen; ist der/die AutorIn unbekannt, wird die Institution bzw. der Haupttitel angegeben (s.o.). Larcher, W. (1994). Ökophysiologie der Pflanzen. Leben, Leistung und Stressbewältigung der Pflanzen in ihrer Umwelt. 5. Aufl., Stuttgart: Eugen Ulmer Dannigkeit, N., Köster, G. & Tuschen-Caffier, B. (2002). Prävention von Essstörungen Ein Trainingsprogramm für Schulen. In: Röhrle, B. (Hrsg.). Prävention und Gesundheitsförderung Bd. II. Fortschritte der Gemeindepsychologie und Gesundheitsförderung, S , Tübingen: dgvt-verlag Lexikon der Biologie (2003). Stichwort positional cloning. Band 11, Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag Statistisches Jahrbuch 2008 der Wirtschaftskammer Österreich (2009). Wien Unveröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten wie Dissertationen etc. zitiert man wie Bücher: Kanz, B. (1988). Konzipierung eines Bewertungsschlüssels zur ökologischen Flächenbewertung auf der Grundlage floristisch-vegetationskundlicher und faunistischer Erhebungen und seine Anwendung. Universität zu Köln: Dissertation an der Math.-Naturwiss. Fakultät. Bei grauer Literatur (Literatur ohne ISBN- / ISSN-Nummer), d.h. Broschüren, Katalogen, Pressemeldungen, etc. ist die Zitierfähigkeit zu überprüfen. Sind sie selbst Untersuchungsgegenstand (z.b. Gesetzestexte, Gutachten, Patente), so behandelt man sie zitiertechnisch wie Zeitschriftenbeiträge oder Bücher ZITIEREN AUS DEM INTERNET UND ANDEREN QUELLEN Die Dokumente sind prinzipiell genauso wie Printmedien zu behandeln. Zusätzlich zum Erstellungsdatum des Dokuments gibt man das Datum des eigenen Zugriffs an. Detaillierte Angaben finden sich z.b. in der Norm ISO Sind die AutorInnen der Websites unbekannt, wird falls überhaupt zitiert werden kann nach den Titeln alphabetisch sortiert. Die Findstelle der Veröffentlichung ist das Zugriffsprotokoll (URL). Die Beispiele zeigen verschiedene Zitierstile - wichtig ist wieder die einheitliche Gestaltung. AutorIn, Vorname(n) (Erstellungsdatum bzw. -Jahr oder o.j.): Titel der Quelle. <Zugriffsprotokoll/URL> [Datum des eigenen Zugriffs in der Struktur TT.MM.JJJJ; andere Möglichkeiten s.u.] Harnack, A., Kleppinger, G. (1996, ). Beyond the MLA Handbook. Documenting electronic sources on the internet. <http://falcon.aku.edu/honors/beyond-mla> [ ] Baumgartner, P. (2008, ). Zitieren - eine Geheimwissenschaft? Initiationsrituale: Quellenangabe, Zitierschema und Zitierstil.Gedankensplitter. abgerufen am , von baumgartner.name/weblog/zitieren-eine-geheimwissenschaft Cornell Law School (o. J.). The Legal Information Institute. Supreme Court Collection. <http://supct.law. cornell.edu/supct/> [ ] Statistisches Jahrbuch 2008 der Wirtschaftskammer Österreich (2009). <http://www.wko.at/ statistik/jahrbuch//2009_gesamt_de.pdf > [ ]

26 26 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Speichermedien belegt man analog zu gedruckten Werken: AutorIn, Vorname(n) (Erscheinungs- bzw. Produktionsjahr): Titel, Medienart, ProduzentIn, Erscheinungs- / Produktionsort Microsoft Encarta 2008 Lernen & Wissen (2007). DVD-ROM, Microsoft Corporation, Redmond u. a. Unveröffentlichte Quellen (Interviews, Mitschriften, mündliche Mitteilungen) werden grundsätzlich transkribiert und können ebenfalls belegt werden (vgl. Rathmayr & Zillner, 2008). Müller, F. ( ). Persönliches Interview, geführt vom Verfasser, Wien Deiser, R. (2010, März). Designing the Smart Organization. Vortrag an der Hauptuniversität Innsbruck SORTIERUNG IM LITERATURVERZEICHNIS Geistes- / Sprachwissenschaften trennen auch im Literaturverzeichnis öfters in Primär- und Sekundärliteratur bzw. in Buchzitate und Zeitschriftenbeiträge. In den Naturwissenschaften ist ein einheitliches Verzeichnis üblich. Sortiert wird jedenfalls alphabetisch; die Ordnungskriterien sind dabei: - Nachnamen, Vornameninitialen der AutorInnen - Chronologie der Veröffentlichungen (bei mehreren Werken desselben Autors im selben Jahr wie beim Kurzbeleg mit "a", "b", "c" unterscheiden) - Ist kein Verfasser, keine Verfasserin angegeben, gilt der Anfangsbuchstaben von HerausgeberIn Institution Titel. Zusammengesetzte Familiennamen sortiert man nach dem Ordnungskriterium, das in der jeweiligen Sprache gilt: Van Beule, O Douglas, Goethe, J.W. von. Akademische Grade bei Namen oder Artikel im Sachtitel werden nicht berücksichtigt. 5.4 DAS PLAGIAT Wenn ein Text Erkenntnisse oder Formulierungen (auch Abbildungen, Diagramme usw.) anderer AutorInnen verwendet, ohne diese anzugeben, ist dies Diebstahl geistigen Eigentums, also ein sogenanntes Plagiat (Langer, 2012) oder vereinfacht gesagt: Abschreiben oder copy-paste. Fremde Texte dürfen sehr wohl als Quellen verwendet werden aber sie müssen sorgfältig belegt werden! Nicht nur wörtlich übernommener Text, auch ein sinngemäßes indirektes Zitat, das nicht belegt wird und als eigener Text erscheint, ist ein Plagiat. Es hilft auch nichts, Wörter durch Synonyme auszutauschen oder die Reihenfolge der übernommenen Sätze etwas zu verändern. Ebenso ist die Übersetzung aus einem fremdsprachigen Werk ohne Quellenangabe ein Plagiat (Karmasin & Ribing, 2011). Die Quellen nur im Literaturverzeichnis anzuführen, reicht nicht aus! Auch Zitatsplagiate sind nicht gestattet das ist die Übernahme von Zitaten aus der Sekundärliteratur, wobei zwar die Zitate dokumentiert werden, aber nicht die Sekundärliteratur, aus der sie übernommen wurden. Natürlich ist die Übernahme längerer Textpassagen auch wenn die Quelle angegeben wird grundsätzlich nicht wissenschaftlich. (Karmasin & Ribing, 2011, S. 116) Abschreiben lässt sich aufdecken: es gibt entsprechende online-textvergleichsdienste, mit denen man Übereinstimmungen suchen kann. Arbeiten müssen daher auch digital abgegeben werden, um diese Überprüfung zu erleichtern auch die Vorwissenschaftliche Arbeit (Vorwissenschaftliche Arbeit, o.j.), in der man mit der Erklärung ehrenwörtlich aussagt, alle verwendeten Quellen angegeben zu haben! Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug und ein krimineller Akt mit den entsprechenden Folgen (Kremer, 2006)! Um unbeabsichtigtes Plagiieren ( Schlampigkeit ) zu vermeiden, muss beim Sammeln und Recherchieren von Anfang an sorgfältig gearbeitet und auf die korrekten Quellenangaben geachtet werden. Plagiierte Vorwissenschaftliche Arbeiten können nicht beurteilt werden (Vorwissenschaftliche Arbeit, o.j.). Man muss eine neue Arbeit schreiben.

27 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 27 6 FORSCHUNGSMETHODEN Verschiedene Wissenschaften wenden verschiedene Methoden an, um Erkenntnisse zu gewinnen: Empirische Methoden erzeugen bzw. sammeln Daten durch Beobachtungen, Umfragen, Messungen und Experimente und produzieren daraus neues Wissen und leiten empirische Theorien ab (vgl. Kap. 2). Sie werden vor allem in den Naturwissenschaften und der Sozialforschung angewandt (Heesen, 2009). Hypothesen werden gebildet und getestet. Die Daten werden dokumentiert, aufbereitet, ausgewertet und interpretiert. Alle am Wissenschaftsprozess Beteiligten ( Scientific Community ) sollen das Zustandekommen der Ergebnisse der Forschung nachvollziehen können (Stangl, o.j.). Quantitative Forschungsmethoden befassen sich mit Daten, die quantitativ, d.h. messbar, mit standardisierten Methoden untersuchbar und statistisch auswertbar sind (vgl. Kap 7). Beispiele für quantitative Methoden sind Messung, Experiment oder standardisierter Fragebogen. Qualitative Forschung untersucht Bedeutungs- und Interpretationsfragen, ist kontextgebunden und schlecht messbar und wendet nicht standardisierbare Methoden an, z.b. offene Interviews (Hornecker, o.j.). Bei Methoden wie Experiment, Befragung, Beobachtung erzeugen ForscherInnen die Daten selbst. Wenn Daten ausgewertet werden, die die ohne Zutun der ForscherInnen entstanden sind (archäologische Funde, Filme, Wasserproben), kann man von nicht-reaktiven Methoden sprechen (Henz, 2011, S. 84). Tabelle 8: Kurzübersicht über wichtige Forschungsmethoden Beobachtung Feldstudie Experiment Umfrage Interview Fallstudie Aktionsforschung Historiographische Methode Werk-Interpretation Planmäßiges Wahrnehmen von Vorgängen und Verhaltensweisen (in Abhängigkeit von einer bestimmten Situation), offen oder verdeckt, mit oder ohne Wissen der Beobachteten, im Labor oder in der natürlichen Umwelt Bestätigt oder widerlegt eine Hypothese, indem die gegenseitige Abhängigkeit von Variablen in einem wiederholbaren Set-up untersucht wird. Sammeln von Daten über Verhaltensweisen an Hand der Befragung einer geeigneten Zahl von ProbandInnen. Einstellungen von Personen oder Motive für Handlungen erforschen durch strukturiertes oder nicht strukturiertes Interview - z. B. Expertenbefragung oder Zeitzeugengespräch. Ein besonderer Fall wird stellvertretend für ein Thema herangezogen und vor dem allgemeinen Hintergrund ausgewertet. Die Forschenden sind in die Problematik, um die es geht, eingebunden bzw. selbst Betroffene. Das Ziel ist eine Verbesserung der untersuchten Situation. Untersuchung und Analyse vergangener Ereignisse auf der Grundlage von Quellen, deren Verlässlichkeit und Authentizität geprüft werden muss. Verstehenden Interpretation von Texten und Werken (Hermeneutik) 6.1 WAHL DER GEEIGNETEN FORSCHUNGSMETHODE Die Wahl der Forschungsmethode richtet sich einerseits nach der Problemstellung und dem theoretischen Hintergrund, aber natürlich auch nach dem Aufwand, den vorhandenen Ressourcen und dem eigenen Ausbildungsstand, der Möglichkeit eine bestimmte Methode in der verfügbaren Zeit zu erlernen usw. Forschungsmethoden müssen Standards befolgen, d.h. in der Literatur beschrieben und wiederholbar sein, korrekt durchgeführt und ausgewertet und nachvollziehbar dokumentiert werden (Henz, 2011). Am einfachsten durchzuführen sind Methoden, die anekdotische (punktuelle) Aussagen liefern, wie Fallberichte, (teilnehmende) Beobachtungen, oder qualitative Interviews; schwieriger sind kontrollierte Experimente oder statistische Analysen.

28 28 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Komplexe Zusammenhänge sind im Rahmen einer vorwissenschaftlichen Arbeit kaum zu untersuchen, da es zu aufwändig sein wird, ausreichende Datenmengen oder repräsentative Stichproben zu gewinnen; wichtiger werden Einzelfallgeschichten sein, um Thesen zu stützen. Dennoch kann auch eine Probeforschung Qualitätskriterien wie Wahl der passenden Methode, nachvollziehbare Beschreibung, Dokumentation aller Schritte und Daten usw. aufweisen (Henz, 2011). Aus einer guten Forschungsfrage ergibt sich bereits, welche Methoden am besten geeignet sein werden, Antworten zu finden. Die Forschungsfrage kann je nach Fragestellung und Möglichkeiten auch ausschließlich aus dem Literaturstudium heraus beantwortet werden. Bevor man mit dem Sammeln von Daten beginnt (egal mit welcher Methode), sollte man wissen, wie man nachher mit ihnen verfahren wird und wie man die Ergebnisse auswerten möchte. Man muss z.b. festlegen, für welche Grundgesamtheit oder Population die Ergebnisse gültig sein sollen; dementsprechend sind Anzahl und Größe der Stichproben zu planen und ein passendes Verfahren zur Auswahl repräsentativer Stichproben auszuarbeiten (Lamprecht, 1999; vgl. Kap. 7). Wenn die Methode grundsätzlich feststeht, kann das Forschungsdesign ausgearbeitet werden: - Welche Literatur, welche Materialien und welche Ausrüstung werden benötigt? - Was ist davon verfügbar, was muss, was kann beschafft werden? Wie viel Zeit steht zur Verfügung, wie lange dauern bestimmte Experimente? - An welche Rahmenbedingungen ist die Untersuchung gebunden (Jahreszeiten etc.)? - Wann stehen InterviewpartnerInnen zur Verfügung? - Welche Art von Daten wird erfasst? Können die Daten tatsächlich eine Antwort auf die Forschungsfrage liefern? Benötigt man eine Pilotstudie? - Ist die Studie robust genug, d.h. kann es noch ein Ergebnis geben, wenn eine Phase nicht klappt? - Wie sollen die Variablen in einem Experiment kontrolliert werden? - Welche Fehlerquellen und Probleme könnten auftauchen? - Wie werden die Ergebnisse der Untersuchung gesichert und dokumentiert? 6.2 EMPIRISCHE FORSCHUNGSMETHODEN WISSENSCHAFTLICHE BEOBACHTUNG FELDSTUDIE Mit wissenschaftlicher Beobachtung meint man das planmäßige und zielgerechte Wahrnehmen von Vorgängen oder Verhaltensweisen von Lebewesen (Menschen und Tieren) in Abhängigkeit von bestimmten Situationen (Stangl, o.j.). Sie wird möglichst in der natürlichen Umgebung des Objektes (= Feld = Freiland oder soziale Realität) durchgeführt, wobei die Kontrolle über die Situationsbedingungen eingeschränkt ist. Fallweise können auch Beobachtungen unter kontrollierten Bedingungen im Labor durchgeführt werden. Beispiele wären: biologische Verhaltensstudien (z.b. Jane Godall s Beobachtungen an Schimpansen), ökologische Untersuchungen (z.b. Verbreitung und Häufigkeit einer bestimmten Art) oder Marktforschung (z.b. Erfassung von User-Bedürfnissen, Kundenverhalten) Die Beobachtungen erfordern Geduld, Zeit und Genauigkeit. Die Rahmenbedingungen müssen vorher definiert werden: Wann (Zeitpunkt, -rahmen), Wo (Freiland - Labor), Was? (Verhaltenselemente, die man wahrnehmen kann, z.b. Nestbau, Verwendung bestimmter sprachlicher Wendungen ) und Wie? (kategorisierbare Elemente, wie Zählungen von Individuen, Häufigkeit oder Dauer bestimmter Handlungen). Die Beobachtungen (z.b. ein bestimmtes Geräusch) sind genauestens von der Interpretation zu trennen (z.b. Balzruf, Angstschrei). Jede Interpretation muss mit Beispielen belegt werden. Die Ergebnisse sind zuverlässig, wenn bei der Wiederholung der Untersuchung unter gleichen Bedingungen fast gleiche Ergebnisse erzielt werden. Eine Beobachtung kann verdeckt oder offen, d.h. ohne oder mit Wissen des Beobachteten stattfinden (Stangl, o.j.). Natürlich verhält sich jemand, der weiß, dass er beobachtet wird, oft nicht mehr authentisch

29 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 29 (Braukmann, 2007). Je nachdem, ob ForscherInnen selbst in das Untersuchungsgeschehen eingebunden sind, wird nicht-teilnehmende von teilnehmender Beobachtung unterschieden. Durch Beobachtungen kann man Aspekte des Verhaltens erforschen, die man aus Interviews nicht erfahren würde (Braukmann, 2007). Nachteil ist, dass ein entsprechender Feldzugang möglich sein muss. (Henz, 2011). Die Beobachtungen werden als Notizen, Filme, Fotos, akustische Aufzeichnungen, usw. gesichert EXPERIMENT Am Anfang steht ein Phänomen, das erklärt werden soll. Aus der Beobachtung ergeben sich Fragen an die Natur. Die vermuteten Antworten werden als Hypothesen formuliert und im Experiment bestätigt oder widerlegt. Bei einem psychologischen Experiment ist Objektivität weit schwieriger erreichbar als in der Naturwissenschaft: das Verhalten der Versuchsperson hängt auch davon ab, wie sie die vom Versuchsleiter manipulierten Bedingungen interpretiert (Stangl, o.j.). Experimente überprüfen die Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Variablen (=Messgrößen). Als unabhängige Variable wird diejenige festgelegt, die vermutlich einen Einfluss auf den Vorgang hat. Sie wird im Versuch variiert. Die abhängige Variable ist diejenige, die im Versuch gemessen wird. Versuchsbedingungen, die einen störenden Einfluss haben könnten, bleiben bei allen Versuchsvarianten möglichst gleich (= kontrollierte Variablen). Der Einfluss von Zufallsvariablen wird minimiert. In einem Experiment zum Wachstum von Kaffeepflanzen könnten die Menge oder Art von Dünger, die Temperatur oder die Bewässerung die unabhängige Variablen darstellen sie beeinflussen vermutlich das Pflanzenwachstum. Die abhängigen beeinflussten - Variablen wären z.b. die Zahl der Bohnen je Pflanze, die Blattfläche, das Gewicht der Pflanzen, Stammhöhe o.ä. Wird der Einfluss des Düngers getestet, erhalten die Kontrollpflanzen keinen Dünger. Alle anderen Einflüsse werden konstant gehalten. Der Versuch muss wiederholbar geplant und exakt ausgeführt werden. Es muss klar sein, welche Art von Daten wie erhoben werden soll (Protokolle für Messungen und Beobachtungen vorbereiten), wie die Variablen kontrolliert bzw. manipuliert werden sollen, wie gemessen wird, wie die Ergebnisse dargestellt werden (Tabelle, Abbildung) und mit welchen Verfahren sie statistisch analysiert werden sollen. Einfache Versuchspläne enthalten nur eine unabhängige Variable. Man plant evt. Versuchsserien (Wiederholungszahl, Stichprobenumfang) und überlegt mögliche Fehlerquellen. Für eine Vorwissenschaftliche Arbeit ist zu klären, ob, wann und wie lang Labors und Betreuung zur Verfügung stehen. Das Versuchsergebnis bestätigt oder widerlegt die Vermutung. Die Deutung und Interpretation ist streng von den Ergebnissen selbst zu trennen (Lamprecht, 1999) FRAGEBOGEN Mit Umfragen möchte man Daten über Einstellungen und Verhaltensweisen bestimmter Personengruppen sammeln. Ein Fragebogen soll nicht zu lange sein und eine möglichst große Zahl von ProbandInnen erreichen. Die befragten Personen sollen eine repräsentative Stichprobe darstellen. Fragen können offen oder geschlossen sein (mit Auswahlmöglichkeit aus vorgegebenen Antworten). Offene Fragen sind viel schwieriger auszuwerten. Fragebögen sollten immer an Testpersonen erprobt werden. Weitere Tipps für Befragungen (z.t. nach Langer, 2012): - gute Vorbereitung, aussagekräftige Fragen planen - Fragen einfach und verständlich formulieren - nur eine Sache pro Frage! - Antwortkategorien eindeutig erklären - Begleittext Informationen über Sinn der Befragung, Erläuterungen, Dank; Anonymität gewährleisten - nur relevante Angaben zur Person abfragen (Alter, Geschlecht ); Anrede (Du oder Sie) überlegen - Kontrollfragen, um die Ehrlichkeit der Antworten zu überprüfen (können aber erkannt werden)

30 30 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit - nur befragen, wenn zuverlässige, vertrauenswürdige Antworten zu erwarten sind (Braukmann, 2007) - die wichtigsten Fragen in den Mittelteil (Aufmerksamkeit am höchsten) - Auswertung vorher überlegen, für die Auswertung Diagramme verwenden (Pinter & Stefanits, 2003) - graphische oder numerische Rating-Skalen zum Ankreuzen eher vermeiden sie sind oft nicht aussagekräftig, weil die ProbandInnen Extremwerte meiden Online-Frage-Tools sind teilweise im Internet frei verfügbar und für kleinere Datenmengen geeignet. Wichtig ist natürlich wiederum der Zugang zu einer geeigneten Zielgruppe: im Falle der Vorwissenschaftlichen Arbeit müssten das MitschülerInnen, Bekannte, Familie, sein INTERVIEW Im Gegensatz zu Umfragen, die v.a. Fakten erheben, führt man Interviews durch, um Einstellungen und Sichtweisen von Personen oder Motive für Handlungen zu erforschen. Beispiele für die Anwendung: - ZeitzeugInnen-Gespräche als Grundlage der Geschichtsaufzeichnung in der Oral History Methode (Braukmann, 2007). - Expertenbefragung als relativ einfache Variante, um Aspekte des Themas direkt bei Fachleuten, Institutionen oder Verantwortlichen zu recherchieren - Mit Hilfe von Interviews könnte abgeklärt werden, was mit einem Fragebogen genau erhoben werden soll. Nach einer Umfrage kann man für vertiefende Informationen ausgewählte Befragte interviewen - Zum Nachforschen, wenn andere Verfahren nicht die erwarteten Ergebnisse liefern (Stangl, o, J.) Man unterscheidet verschiedene Arten von Interviews: ein standardisiertes, vollstrukturiertes Interview enthält festgelegte Fragen, die allen Befragten identisch gestellt werden; in einem halbstandardisierten, teilstrukturierten Interview gibt es einen Fragenkatalog und einen Gesprächsleitfaden, von dem nach Bedarf abgewichen wird. In einem unstrukturierten, offenen Interview sind die Themen festgelegt, Fragen und Ablauf des Interviews aber offen. Es wird nach Bedarf in die Breite und Tiefe gegangen, die Befragten sollen frei erzählen. Der Gesprächsverlauf ist am ehesten mit einem Alltagsgespräch vergleichbar. Die offenen Formen erfordern weit höhere Kompetenz und Erfahrung im Bezug auf Gesprächsführung und Kommunikationsstil als die standardisierten Formen (Stangl, o.j. ). Tabelle 9: Tipps für Interviews (nach Kundi, o.j., Pinter & Stefanits, 2003) Planung Vorbereitung Durchführung Nachbereitung Wozu soll wer wie befragt werden? Population und Stichproben entscheiden, Befragungstechnik, InterviewpartnerInnen rechtzeitig auswählen und kontaktieren, Zeit, Ort (Raum!), Termin, Gegenstand des Gesprächs und ausreichende Dauer vereinbaren Wann soll wo womit befragt werden? Technische Vorbereitung (Ausrüstung, Aufnahmegerät, Material für Notizen), Inhaltliche Vorbereitung (Fragen grundsätzlich nur ein Thema, sachorientiert, ohne persönliche Kommentare; Alternativfragen vorbereiten) Aufzeichnungsgeräte überprüfen, in der Kennenlernphase Ziele und Absichten vorstellen, Gesprächsatmosphäre, Gesprächsablauf steuern, Suggestivfragen vermeiden, Aussagen nicht kommentieren oder bewerten, in der Schlussphase zusammenfassen, weitere Kontakte klären, Informationsmaterial hinterlassen Dokumentation als Gedächtnisprotokoll unmittelbar nach dem Interview, später Transkription (Abschrift) durchführen, Datenschutz beachten: Die Abschrift des Interviews muss autorisiert werden. In der Arbeit werden die Gespräche kommentiert, auf Widersprüchlichkeiten und Auffälligkeiten untersucht und schlüssig in den Text eingebaut. (Vollständige Transkriptionen kommen evt. in den Anhang.) FALLSTUDIE, EINZELFALLFORSCHUNG Nicht immer ist das Erheben großer Datenmengen zielführend oder möglich. Auch aus den Erfahrungen Einzelner oder dem Studium spezieller Situationen können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

31 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 31 Zwar deckt kein Einzelfall alle Aspekte einer Problematik ab, dafür kann er besonders gründlich untersucht werden (Braukmann, 2007, S. 61: Wie eine Schülerin ihre Magersucht überwindet ). Der Einzelfall kann auf Grund der speziellen Verhältnisse gewählt werden (Beispiel: Die Arbeitsbedingungen an einer bestimmten Schule). Die Deutung des Spezialfalls im größeren Zusammenhang liefert dann jedenfalls einen Beitrag für das Gesamtbild. 6.3 AKTIONSFORSCHUNG Action Research (Handlungsforschung, Aktionsforschung) ist nicht eine bestimmte Methode, sondern zeichnet sich dadurch aus, dass die Fragestellungen aus den praktischen Problemen und Interessen einer sozialen Gruppe entstehen und für die Betroffenen von Bedeutung sind. Der Anstoß für die Forschung geht nicht primär von der Wissenschaft aus. Die Betroffenen sind nicht in erster Linie Objekte der Forschung, sondern beteiligen sich an Datenerhebung und Auswertung und werden selbst zu ForscherInnen. WissenschafterInnen unterstützen und beraten den Forschungsprozess. Man kann Aktionsforschung definieren als das Studium der sozialen Situation um das Handeln zu verbessern (Altrichter & Posch, 1998), sie will also nicht nur Erkenntnisse gewinnen, sondern auch Entwicklungen in Gang setzen, um zur Lösung sozialer oder politischer Probleme beizutragen (Kundi, o.j.). Dabei will sie sowohl die untersuchte Praxis als auch das Wissen über diese Praxis weiterentwickeln (Altrichter & Posch, 1998). Einsatzmöglichkeiten für die Aktionsforschung liegen z. B. in der Sozial-, Erziehungs- und Bildungsarbeit (Stangl, o.j.). Einschränkungen werden in der mangelnden Generalisierbarkeit von Ergebnissen oder in der Gefahr, dass Wertvorstellungen einfließen, gesehen. In einer rein praxisorientierten Forschung erzeugtes Wissen könnte zu sehr nach Nützlichkeit und zu wenig nach dem wissenschaftlichen Anspruch bewertet werden (Stangl, o.j.). Spezifische Methoden der Aktionsforschung sind Beobachtung (Forschungstagebücher, Video-und Audiomitschnitte, Beobachtung durch kritische Freunde), Interviews & Fragebögen, Triangulation, SWOT-Analysen etc. 6.4 HISTORIOGRAPHISCHE UND BIOGRAPHISCHE METHODEN Historiographie ist eine Methode zur Entschlüsselung vergangener Ereignisse auf Basis von Quellen, wie z.b. schriftliche Aufzeichnungen, Fotos, Filme und mündliche Schilderungen. Geschichtsaufzeichnung auf der Basis von ZeitzeugInnen-Aussagen bezeichnet man als Oral History (s. o.). Das Ziel ist nicht in erster Linie die chronologische Aneinanderreihung von Fakten, sondern die Untersuchung und Erklärung von Zusammenhängen und deren Bedeutung für und Wirkung auf die jeweilige oder spätere geschichtliche oder soziologische / psychologische Entwicklung. Mit biographischen Methoden wird die Wirkung historischer Ereignisse und Entwicklungen auf der individuellen lebensgeschichtlichen Ebene untersucht. Das Bild der Vergangenheit ist zunächst subjektiv und benötigt auch eine Auswertung. Quellen findet man z.b. in verschiedensten Archiven: Stadt- und Staatsarchive, Pressearchive usw. Für eine vorwissenschaftliche Arbeit könnten auch private Quellen (Familienstammbaum, alte Briefwechsel, alte Sammlungen) ausgewertet werden, wenn diese gesellschaftlich relevante Themen widerspiegeln. Primärquellen Schriftliche oder mündliche Schilderungen von Augenzeugen sowie originale Artefakte, Dokumente etc., die direkt mit dem Ereignis oder seinem Ergebnis verknüpft sind. Sekundärquellen Schilderungen von Menschen, die nicht unmittelbar Augenzeugen waren, sondern das Ereignis etc. nur vom Hörensagen oder auf Basis wissenschaftlicher Beschäftigung kennen. Quellen müssen das Kriterium der Validität erfüllen, d.h. richtig und authentisch sein. (Z.B. könnte der dokumentarische Charakter eines Filmes nur vorgetäuscht sein ). Weiters muss ihre Reliabilität, d.h. die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Quelle im Kontext der Forschungsfrage untersucht werden. Was woll-

32 32 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit te der/die AutorIn (die befragte Person) sagen? Warum hat er/sie es gesagt? Welche Schlussfolgerungen können aus dem Dokument gezogen werden? Als Anwendungsbeispiele für historiographische Untersuchungen nennt Kundi (o.j.) Die große Depression in den 30er Jahren, Die die familiale Sozialisation rechtsextremistischer junger Männer usw. 6.5 METHODEN DER AUSLEGUNG INTERPRETATION Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir! (Friedrich Schleiermacher, Theologe, Philosoph und Pädagoge, ) Hermeneutik (gr. hermeneúein = aussagen) bedeutet zunächst: Kunst der Auslegung und Deutung, Technik des Verstehens und Verstehen-Könnens. Hermeneutik liefert keine objektiven, überprüfbaren, allgemein gültigen Erkenntnisse, sondern die Werkzeuge für die verstehende, sachgerechte Interpretation von Texten und Werken wie Gemälden, Musikstücken, Romanen, Filmen, historischen Quellen usw. Voraussetzungen dafür sind: - Sinn soll durch die Auseinandersetzung, die Aus legung aus dem zu interpretierendem Werk herausgeholt werden und nicht in das Werk hineingetragen werden - man macht sich sein Vorwissen bewusst macht und versucht sein Verständnis sachlich zu begründen andere Argumente, das Werkverständnis anderer AutorInnen werden beachtet es wird versucht gemeinsame Zugänge und Auslegungen zu finden und willkürliche Subjektivität zu vermeiden - Jeder Baustein wird einzeln betrachtet, verglichen und wieder in der Gesamtheit angesehen - Jeder Interpretationsschritt wird dokumentiert Strukturiertes, planmäßiges Vorgehen heißt: Die Auslegung ist abhängig von der Sinnerwartung, unter der ein Text gelesen wird. Es wird daher zunächst eine Fragestellung formuliert, die vom Vorverständnis des zu untersuchenden Werkes ausgeht. Während der Arbeit ist aus dem Text heraus diese Fragestellung und das Vorverständnis immer wieder zu überprüfen, um zu einem fortschreitenden Verstehen zu gelangen, vom Vor-Urteil zum Urteil: man nennt dies auch den "hermeneutischen Zirkel". Abb. 4: Der hermeneutische Zirkel (aus Stangl, o.j. d) V1: fortgeschrittenes Vorverständnis, T1: fortgeschrittenes Textverständnis,. Der kulturelle, geschichtliche und gesellschaftspolitische Zusammenhang eines Werkes ist zu berücksichtigen. Die Auffassungen, Zielsetzungen, Thesen, Argumentationen, die in einem Werk geäußert werden, können schließlich entscheidend durch die gesellschaftliche Situation oder Position der AutorInnen und (unbewusst) durch deren gesellschaftliche Interessen bestimmt sein (nach Stangl, o.j.). An das Beispiel Pride and Prejudice von Jane Austen könnte man mit dem Vorverständnis Für junge Frauen im 19. Jh. war es wesentlich zu heiraten, um sozial anerkannt und abgesichert zu sein herangehen. Aus der Lektüre ist zu überprüfen, wie weit diese Annahme für die Protagonistin gilt. Diese lehnt einen verlockenden Antrag ab - also ist das Vorverständnis zu überprüfen und weiter nach Hintergründen und Ursachen zu fragen und nach Antworten zu suchen, die zu einem tieferen Textverständnis führen.

33 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 33 7 MIT DATEN UMGEHEN Das folgende Kapitel gibt nur kurze Hinweise, worauf im Umgang mit Daten zu achten ist. Einschlägige Kenntnisse, z.b. der statistischen Verfahren, muss man sich bei Bedarf rechtzeitig erarbeiten. Daten das sind die (Mess-)Werte, die man erhebt: z.b. 10 cm, 500 g, 10 Angriffe pro min.. Die zugehörigen Messgrößen nennt man Variablen (Gewicht, Größe, Angriffsfrequenz). Man unterscheidet grundsätzlich zwischen qualitative und quantitative Daten (vgl. Kap. 6). Qualitative Daten können in beschreibende Kategorien eingeordnet werden: z.b. Geschlecht, Farbe, Nationalität, Vorhandensein eines Merkmals. Rangdaten wären bei Farben dunkel-, mittel-, blass-.., bei Häufigkeiten z.b. selten-mittel-häufig, erst- zweit-, drittgeboren,. Quantitative Daten gewinnt man durch Messungen oder Zählungen z.b. Höhe, Gewicht, Anzahl, Man gewinnt Informationen an einer kleinen Population (= Stichprobe, sample) und möchte damit Aussagen über eine größere Population (= genau definierte Grundgesamtheit) machen. Die Stichprobe muss groß genug sein und der Grundgesamtheit in allen Merkmalen entsprechen (d.h. repräsentativ sein) also die gleiche Verteilung der Geschlechter, Schulbildung usw. aufweisen. (Lamprecht, 1999). Will man wissen, wie groß Männer in Bayern sind, so sind alle Männer Bayerns die Grundgesamtheit. Man untersucht nur eine Stichprobe von z.b. 200 Männern (N = 200). Die Größen dieser 200 Männer sind die Daten. Wenn man dazu jeden zehnten Fußgänger der Münchner Fußgängerzone auswählt, dann sind Autofahrer und Alpenbewohner unterrepäsentiert. Wählt man einfach aus dem Telefonbuch, fehlen die, die nicht eingetragen sind, usw. (Lamprecht, 1999). Zufallsstichproben (= random samples) sind eher repräsentativ und man muss die speziellen Merkmale der Grundgesamtheit nicht unbedingt kennen. Eine Zufallsstichprobe aus menschlichen Populationen, d.h. ein Auswahlverfahren, welches jedem Mitglied der Grundgesamtheit die gleiche Chance gibt, in die Stichprobe aufgenommen zu werden, ist aber praktisch nicht zu realisieren (Stangl, o.j.). 7.1 DIE VARIABILITÄT VON MERKMALEN Die Messungen und Erhebungen liefern Daten, die jeweils mit einer bestimmten Häufigkeit auftreten (= Häufigkeitsverteilung). Um diese darzustellen, kann man die Werte in Klassen verschiedener Breite zusammenfassen. Die Größe der Klassen muss entsprechend den Messergebnissen sinnvoll gewählt werden. Wichtige Bestimmungsgrößen von Verteilungen sind sowohl die Maße für den Zentralwert als auch jene für die Variabilität, d.h. die Abweichung vom Mittelwert. Maße für den Zentralwert: - Das Dichtemittel (Mode) ist der höchste Wert in der Verteilung, also der häufigste Messwert oder die am stärksten besetzte Klasse von Messwerten. - Der Median ist der Wert, der die Anzahl der Messwerte exakt in eine obere und untere Hälfte einteilt; bei sehr schiefen Verteilungen ein besserer Indikator als der Mittelwert. - Der Mittelwert ist das arithmetische Mittel aller Einzelwerte. Maße für die Variabilität: - Die Spannweite = Range ist die Differenz zwischen dem kleinsten und größten Wert. - Die Standardabweichung ist ein Maß für die Streuung der Werte einer Variablen um den Mittelwert. Sie beschreibt also, wie stark Werte vom Mittelwert abweichen. Sie ist zwar eine wichtige Größe zur Beschreibung von Verteilungen, genaugenommen aber nur für symmetrische Normalverteilungen brauchbar. Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten der Werte zwischen dem Mittelwert und dem Bereich einer Standardabweichung nach oben und unten (von µ - bis µ + ) ist 68,3%. Zwischen dem Mittelwert und dem Bereich von 2 Standardabweichungen nach oben und unten (von µ - 2 bis µ + 2) liegen 95% aller

34 34 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Werte. Die Standardabweichung selbst ist die Quadratwurzel der Varianz. Die Varianz = 2 erhält man, wiederum, indem man die Summe des Quadrates der Abweichung jedes Messwertes vom Mittelwert bildet und durch (Anzahl der Werte minus 1) dividiert. Abbildung 5: Normalverteilung, Mittelwert und Standardabweichung (http://home.schule.at) 7.2 SIGNIFIKANZGRENZEN Aus Stichproben abgeleitete Aussagen über Grundgesamtheiten stimmen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Das (inverse) Maß ist die Irrtumswahrscheinlichkeit p (= Wahrscheinlichkeit, mit der man sich irrt, wenn man behauptet, die Aussage sei richtig). Zu einer verallgemeinernden Aussage muss man daher immer die Irrtumswahrscheinlichkeit angeben. Alle statistischen Tests dienen dazu, die Irrtumswahrscheinlichkeit zu ermitteln, mittels der eine Hypothese dann verworfen oder befürwortet wird. An Hand der Daten wird eine Prüfgröße ermittelt, aus deren Wert man die Irrtumswahrscheinlichkeit tabellarisch oder rechnerisch ermitteln kann. Für die Praxis ist entscheidend zu wissen, für welche Art von Fragen welche Tests geeignet sind und welche Voraussetzungen die Daten erfüllen müssen, um die Tests anzuwenden. Ab welchem p-wert soll eine Hypothese verworfen oder akzeptiert werden? Es hat sich eingebürgert, Ergebnisse nur in Betracht zu ziehen, wenn sie durch eine Irrtumswahrscheinlichkeit von weniger als 5% (p<0,05) gegen Zufälligkeit abgesichert sind. Man nennt ein Ergebnis dann signifikant. Um noch größere Sicherheit zu haben, wird eine Grenze von 0,01 gewählt ( sehr signifikant ). 7.3 KORRELATION Wenn zwischen zwei kontinuierlichen Variablen eine Beziehung besteht, dann wird die Enge dieser Beziehung mit dem Korrelationskoeffizienten angegeben. Bei einer idealen positiven Korrelation beträgt dieser +1. Besteht kein Zusammenhang, so beträgt er Null. Die üblichen Koeffizienten zeigen nur lineare Beziehungen an. Der Koeffizient gibt nun zwar an, wie eng die Beziehung ist, aber leider nicht, ob sie auf bloßem Zufall beruht. Der Ursache-Wirkungszusammenhang ist bei Gesetzmäßigkeiten, die nur durch Beobachtungen ermittelt wurden, oft schwer zu erkennen und muss experimentell überprüft werden. Außerdem kann die Korrelation von Variablen durch unbekannte Dritte beeinflusst sein (Lamprecht, 1999).

35 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 35 8 WISSENSCHAFTLICHE TEXTE Weil Geist uns ja erst Freude macht, sobald er zu Papier gebracht. Eugen Roth, deutscher Lyriker, Eine wissenschaftliche Arbeit knüpft an wissenschaftliche Erkenntnisse an und leistet einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs. Sie hat einen thematischen Fokus, d.h. sie stellt einen begrenzten Sachverhalt für andere verständlich und nachvollziehbar dar. Alle wissenschaftlichen Textsorten unterliegen der Sorgfaltspflicht, d.h. dass die Inhalte korrekt und exakt und die Quellen vollständig angegeben sind. Besondere Anforderungen gibt es auch für den Aufbau von wissenschaftlichen Arbeiten (s.u.). Wissenschaftliche Arbeiten werden im Normalfall auch publiziert. 8.1 TEXTSORTEN Im Vor- und Umfeld wissenschaftlicher Tätigkeit entstehen Texte, die den Kriterien ebenfalls entsprechen müssen, aber nicht publiziert werden: Ein Referat informiert über einen Forschungsgegenstand oder Ereignisse, bzw. reproduziert den Gehalt von Sachtexten. Ein Thesenpapier fasst eine Untersuchung zusammen und dient als Diskussionsgrundlage oder Vorinformation für Seminare (Pinter & Stefanits, 2003). Ein Exposé (= Entwurf = Proposal) wird als Rohkonzept für eine wissenschaftliche Arbeit verfasst und ist die Grundlage, auf der über die Förderung von Forschungsprojekten entschieden wird (Henz, 2011, S.74). Ein Exposé wird bei Prüfungsarbeiten auch benötigt, um sich und Betreuungspersonen einen Überblick über die entstehende Arbeit geben (Thema, Forschungsstand, Forschungslücke und -frage, Zielsetzung, Methode, Arbeitsschritte, wichtige Quellen, geplanter Umfang, Zeit- und Projektplan) zu geben (Schreibtrainer, Univ. Duisburg; Exposé-Richtlinien, Univ. Wien, Henz, 2011) Bei der Einreichung der Vorwissenschaftlichen Arbeit wird die Themenstellung der Arbeit, der ein Erwartungshorizont sowie die hauptsächlich verwendete Literatur und die angestrebten Methoden sowie eine ungefähre Gliederung der Arbeit beizulegen sind, [ ] vorgelegt (Liebscher, u.a. 2011, S. 9) PRÜFUNGS- UND ZULASSUNGSARBEITEN Die Vorwissenschaftliche Arbeit nimmt eine Art Übergangsstellung zur Wissenschaftlichkeit ein. Infolge ihrer Rolle als Prüfungsarbeit gelten alle Anforderungen der Sorgfaltspflicht (exakte und korrekte Daten, Fakten, Zitate und Quellenangaben) und der Nachvollziehbarkeit (verständliche Darstellung und logische Argumentation, Aufbau nach den Kriterien für wissenschaftliche Arbeiten). Sie muss keinen neuen Beitrag liefern, das Thema muss für SchülerInnen selbständig zu bewältigen sein (S. Kap. 1), der angestrebte Umfang liegt bei Seiten. Seminararbeiten werden im Rahmen von Lehrveranstaltungen an der Universität innerhalb eines Semesters verfasst. Die Anforderungen sind von Fach zu Fach verschieden. Die Arbeiten müssen formal und inhaltlich wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen, der Umfang liegt meist bei Seiten. Bachelor- und Masterarbeiten sind schriftliche Arbeiten für den Abschluss von Studienabschnitten. Sie sollen den Umgang mit den wesentlichen Methoden und Begriffen des Fachgebietes und die Fähigkeit zur Materialerarbeitung und Problemdarstellung zeigen. Sie werden normalerweise nicht veröffentlicht. Die Bachelorarbeit(en) werden eigenständig, aber meist im Rahmen von Lehrveranstaltungen verfasst. Sie sind gelten strenggenommen nicht als wissenschaftliche Arbeiten, weil die BetreuerInnen nicht habilitiert sein müssen. Sie müssen auch noch keinen neuen Beitrag zur Wissenschaftsdisziplin leisten. Die Masterarbeit / Diplomarbeit wird am Ende des Studiums verfasst, erfordert die selbständige und umfassende Bearbeitung eines Problemkreises und darf nicht nur eine Zusammenstellung von schon Bekanntem sein. Es wird noch kein ganz neuen Forschungsbeitrag erwartet, aber eine Reflexion des Forschungsgegenstandes. Mit einer Dauer von einem Jahr kann gerechnet werden. Der Umfang beträgt mindestens Seiten.

36 Schlussteil Hauptteil Zentraler Textteil Einführender Teil 36 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit WISSENSCHAFTLICHE MONOGRAPHIEN UND FACHARTIKEL Dissertation: dient der Erlangung des Doktortitels und wird im Rahmen einer mündlichen Prüfung verteidigt. Sie ist auf Veröffentlichung angelegt (Universitätsbibliothek, Nationalbibliothek). Ihre Erstellung erfordert mehrere Jahre. Der Umfang kann mehrere 100 Seiten betragen. Sie muss einen selbständigen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung leisten und zum Erkenntnisstand im Fachgebiet beitragen. Habilitation: dient zur Erlangung der Lehrbefähigung an Universität bzw. Hochschule und wird publiziert, muss umfangreich sein und zeigen, dass selbständig im Fachgebiet substanzielle Ergebnisse erzielt werden können. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Tätigkeit werden am häufigsten in Artikeln in Fachzeitschriften oder online-dokumenten bzw. in Handbüchern veröffentlicht. 8.2 AUFBAU WISSENSCHAFTLICHER ARBEITEN Die Funktion eines Textes bedingt seine Form: Wissenschaftliche Arbeiten sollen den LeserInnen Ergebnisse und Argumente zugänglich und nachvollziehbar machen. Daraus ergibt sich ein vielfach erprobtes Schema des Aufbaus solcher Arbeiten, das von Fragestellung über die Ergebnisse zu durchschaubar abgeleiteten Schlussfolgerungen führt (Kremer, 2006; Lamprecht, 1999). Tabelle 10: Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit (z.t. nach Karmasin & Ribing, 2011, S. 83, Skern, 2009, S. 89) Titelblatt Art der Arbeit, Bezüge Zusammenfassung Vorwort (optional) Inhaltsverzeichnis Einleitung Take home-message : Ziele und Erkenntnisse Anlass der Arbeit, Besonderheiten (Interessen, Erwartungen) Zeigt die Gliederung, den roten Faden Problemstellung, Bedeutung Wozu? Forschungsfrage Was und warum? Vorgangsweise Wie? Grundlagen - Literaturanbindung Begriffe, Abgrenzungen, Stand der Forschung, Hypothesen Bestehende Theorien zur Forschungsfrage erläutern Ergebnisteil Abhandlung des Themas, in Kapitel gegliedert Empirische Arbeit Material und Methoden: Vorgangsweise Ergebnisse: zunächst ohne Interpretation Diskussion: logische story - Lösungsansätze überprüfen Literaturarbeit Beschreibung des Problems / Darstellung der Quellen Beurteilung von Forschungsstand und Diskussion / Beantwortung spezifischer Fragestellungen / Praxisbeispiele darstellen Abgleich mit Theorie Schlussfolgerungen: was bedeuten die Ergebnisse? Ausblick, Empfehlungen Literaturverzeichnis Tabellen- und Abbildungsverzeichnisse, Abkürzungsverzeichnis Register Index, Anhang (optional) Für die Vorwissenschaftliche Arbeit gelten im Prinzip die gleichen Richtlinien: verzichtbar sind je nach Thema und Fragestellung Vorwort / Nachwort, Anhang, Abkürzungsverzeichnis und Glossar. Zusätzlich muss eine Erklärung zur Authentizität und das Begleitprotokoll enthalten sein. Der Gesamtumfang der Textteile (Einleitung, Hauptteil, Schlussfolgerungen, Abstract) muss zwischen und Zeichen (inkl. Leerzeichen) betragen. Deckblatt, Vorwort, Verzeichnisse und Anhang werden nicht mitgerechnet.

37 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit EINFÜHRENDER TEIL Bereits mit der Wahl des Titels werden die Grundlagen für das Verständnis der Arbeit gelegt. Er soll präzise und einprägsam sein und eine möglichst konkrete Vorstellung über den zu erwartenden Inhalt vermitteln. Leitbegriffe sind entscheidend für die Verbreitung bzw. Auffindung im Internet. Griffige Formulierungen können verwendet werden, wenn der Untertitel die Fragestellung erklärt (z.b. Afrika in unseren Köpfen: Schein und Wirklichkeit westlicher Afrikabilder; Esselborn-Krumbiegel, 2004). Man kann aber auch den Untertitel benutzen, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Tabelle 11: Elemente des Titelblattes wissenschaftlicher Arbeiten Bausteine eines Titelblattes Titel der Arbeit Funktionsbezeichnung der Arbeit VerfasserIn Institution an der die Arbeit eingereicht wird BegutachterIn Jahr, Datum, Ort Vorwissenschaftliche Arbeit Vollständiger Titel ggf. inklusive Untertitel Vorwissenschaftliche Arbeit Vorname Name Korrekter Name der Schule BetreuungslehrerIn Abgabetermin, Schulstandort Die Zusammenfassung (= Abstract) soll knapp und thesenartig Fragestellung, Ziel, Untersuchungsgegenstand, Methoden und die wichtigsten Erkenntnisse und Schlüsse aus der Arbeit angeben (Kremer, 2006). In Fachzeitschriften werden die Abstracts meist der Arbeit vorangestellt, so dass man sich gleich ein Bild über die wichtigsten Ergebnisse machen kann. Aufgrund der Abstracts in Referate-Zeitschriften und im Internet entscheidet man für gewöhnlich, ob man eine Arbeit bestellt oder nicht! In der Vorwissenschaftlichen Arbeit soll er maximal eine Seite lang sein ( Zeichen) und auf Deutsch oder Englisch geschrieben werden. Im Vorwort können der Anlass und die Anregung zur Arbeit erläutert werden, oder man weist auf Besonderheiten der Themenfindung, etwaige Probleme oder besondere Interessen und Erwartungen hin. Danksagungen gehören eher in den Schlussteil (Kremer, 2006). Das Vorwort steht vor dem Inhaltsverzeichnis und wird dort nicht ausgewiesen. In der Vorwissenschaftlichen Arbeit ist es nicht unbedingt erforderlich. Das Inhaltsverzeichnis zeigt die Kapitelgliederung so übersichtlich wie möglich und liefert dadurch wichtige Informationen über den Gedankengang und Inhalt der Arbeit. Es muss sämtliche Gliederungsteile enthalten, die ihm folgen und die Gliederungspunkte und Überschriften müssen mit denen im Text identisch sein. Nur die Kapitel des Hauptteils sind numerisch gegliedert HAUPTTEIL Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will. William Faulkner, US Schriftsteller & Nobelpreisträger, Die Einleitung zeigt, warum das Thema wichtig ist, und welche Frage wie beantwortet werden soll. Sie muss das Interesse der die LeserInnen gewinnen: man umreißt den Themenzusammenhang, skizziert grob den Stand des Wissens, zeigt das Problemfeld und die noch offenen Fragen und begründet, welche davon die Arbeit mit welchem Ziel behandeln soll (Kremer, 2006). Auf die fachlichen Grundlagen geht man nur so weit ein, als es für die Diskussion der Ergebnisse notwendig ist. Die Einleitung betrachtet auch Material und methodische Verfahren; in empirischen Arbeiten wird ein eigener Methodenteil verfasst, auf jeden Fall aber die Vorgangsweise deklariert und begründet. Die Literaturanbindung klärt die Grundlagen und Fachbegriffe (diese werden in der ganzen Arbeit im selben Sinn verwendet). Danach werden die Untersuchung und die Ergebnisse erörtert und die Fragen

38 38 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit mit Hilfe des bearbeiteten Materials beantwortet. Nur die Aspekte, die auch in der Einleitung genannt wurden, werden abgehandelt. Aufgestellte Thesen werden bestätigt oder widerlegt. Die Antworten müssen in einer vorwissenschaftlichen Arbeit natürlich keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse sein, die Leistung liegt in der Aufarbeitung und in der sinnvollen Auseinandersetzung mit dem Material, der entsprechenden Reihung und Gewichtung von Argumenten und ihrer logischen Verknüpfung im Hinblick auf die anfangs gestellten Fragen. Die Arbeit wird je nach Thema und Umfang in größere Kapitel und Unterkapitel gegliedert. Die Kapitelüberschriften sollen den logischen Aufbau der Arbeit in knappen, aussagekräftigen Worten (in Nominalform oder in kurzen Sätzen) dokumentieren (Kremer, 2006).. Sie können die Fragestellungen verdeutlichen oder mehr auf die Ergebnisse verweisen (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Empirische Arbeiten werden im Hauptteil in Material und Methoden, Ergebnisse und Diskussion gegliedert (Kremer, 2006) entsprechend den Arbeitsschritten in der logischen Abfolge Wissensstand > Problem > Lösungsweg > Ergebnisse > Lösung > erweiterter Wissensstand. Tabelle 12: Gliederung im Formal- und Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Bereich (Kremer, 2006; Lamprecht, 1999) Material und Methoden Ergebnis Diskussion Experimente (Aufbau, Apparaturen, Bedingungen), untersuchte Organismen, Angaben zu Untersuchungsgebiet und Habitaten, Datenerhebungs- und Auswertungsverfahren werden wiederholbar dargestellt. Untersuchungsergebnisse werden nüchtern und ohne Interpretation beschrieben, knapp und anschaulich, nach Teilbereichen der Fragestellung gegliedert und mit einer zusammenfassenden Darstellung wichtiger Daten in Tabellen und Diagrammen; beim Schreiben auf die Abbildungen Bezug nehmen. Ergebnisse werden kritisch gesichtet und in Form einer logisch zusammenhängenden story wird dargestellt inwieweit die Ergebnisse die Ausgangsfrage beantworten und Hypothesen bestätigen oder widerlegen. Sie führt den Vergleich mit den Ergebnissen anderer AutorInnen und begründet neue Forschungspositionen, umreißt Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Bereiche und stellt die wichtigsten Fortschritte thesenartig zusammen. Tabelle 13: Gliederungsmodelle für geisteswissenschaftliche Arbeiten (Esselborn-Krumbiegel, 2004; Pinter & Stefanits, 2003) Chronologisch Systematisch Deduktiv Induktiv Ursache-Wirkung Ein Kapitel wird aus dem anderen entwickelt, der Schluss bietet einen Ausblick: geeignet für die Beschreibung einer fortlaufenden Entwicklung (Phasenabfolge) oder deren Ursachen Wenn sich das Material anbietet, um (einigermaßen gleichwertige) Kategorien zu bilden (gemeinsame Merkmale unter Oberbegriffe fassen, verbindende und trennende Merkmale der Kategorien herausarbeiten, Kategorien hierarchisieren) Beispiel: Unterteilung der Sozialen Indikatoren für das Wachstum der Volkswirtschaft in I. Zielorientierte Indikatoren, II. Leistungsindikatoren, III. Verteilungsindikatoren, usw. Vom Allgemeinen zum Besonderen: man geht von Thesen aus, die bewiesen werden sollen. Jede These wird mit den entsprechenden Argumenten untermauert. Vom Besonderen zum Allgemeinen: Wenn das Material im Vordergrund steht, wird dieses interpretiert und daraus werden die Thesen abgeleitet. Von einer Ursache ausgehend werden Folgen und Wirkungen beschrieben und

39 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 39 mit Hilfe eines Modells erklärt. Man kann aber auch von einem Phänomen ausgehen und nach den Ursachen fragen Relational Dialektisch Die Blockgliederung untersucht zuerst die einzelnen Gegenstände und führt sie dann im Vergleich zusammen. Bei zwei Gedichten lassen sich vielleicht erst nach den Einzelinterpretationen Ähnlichkeiten und Unterschiede erkennen. Bei der alternierenden Gliederung werden die Gegenstände abwechselnd nacheinander unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht. Durch die vergleichende Zusammenschau können Wiederholungen vermieden werden. Dieser Aufbau stellt zwei Thesen gegenüber oder behandelt ausgehend von der zentralen Fragestellung mehrere gleichwertig nebeneinander stehende Argumentationslinien. Daraus wird u.u. noch der persönliche Standpunkt abgeleitet SCHLUSSTEIL Die wichtigsten Ergebnisse werden in den Schlussfolgerungen knapp zusammengefasst. Es sollen keine neuen Fakten ausgebreitet werden, sondern man zeigt, wie die Forschungsfrage beantwortet wurde, zieht logische Schlüsse, arbeitet weiterführende Fragestellungen heraus und zeigt Anwendungsmöglichkeiten der Erkenntnisse. Spekulationen sind gestattet solange diese logisch und konkret sind (Lamprecht, 1999). Bei der Vorwissenschaftlichen Arbeit können die Schlussfolgerungen mit der Diskussion zusammengefasst werden. Ein Nachwort kann nur alternativ zum Vorwort verfasst werden, daher gelten analoge Kriterien. Das Literaturverzeichnis ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder (vor)wissenschaftlichen Arbeit. Die Ordnungsgkriterien wurden im Kapitel behandelt. Es muss einheitlich und vollständig sein. Man gibt nur Quellen an, auf die im Text Bezug genommen wird, diese aber ausnahmslos. Werke, aus denen man nicht zitiert, gibt man nicht an, auch wenn sie gelesen wurden. Natürlich werden auch unveröffentlichte Texte, Primärquellen (Gesetzestexte, Zeitungen u. ä.) und Software aufgenommen; ebenso mündliche Auskünfte und Protokolle von Interviews und Gesprächen. Im Abbildungsverzeichnis werden die Quellen genau angegeben, Die Zitiervorschriften entsprechen jenen für die Wiedergabe von Textstellen. Bei einer großen Zahl von Tabellen kann ein eigenes Tabellenverzeichnis sinnvoll sein. Abb. 1: Eigene Darstellung Abb. 2: Spork, P. (2009). Der zweite Code. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 60 Abb. 3: verändert nach S. 19 Brevier Wenn ein Abkürzungsverzeichnis tatsächlich erforderlich ist, könnte es im Sinne der Benutzerfreundlichkeit auch vorne stehen. Man sollte nicht zu viele Abkürzungen verwenden und nur dann, wenn Wendungen sonst besonders schwerfällig wirken. Geläufige Abkürzungen (wie z.b. DNA) bzw. gängige Kürzel wie vgl. oder s.o. muss man nicht erklären. Eigene Phantasieabkürzungen sind unzulässig. Häufig wiederkehrende Begriffe und Wörter (z. B. VWA für Vorwissenschaftliche Arbeit) sollten bei der ersten Erwähnung ausgeschrieben und die später verwendete Abkürzung in Klammer beigefügt werden. Im Anhang kann umfangreicheres Material präsentiert werden: Dokumente, ergänzende Tabellen und Fotos, Interviews, Fragebögen, Karten, Versuchs-Protokolle, etc. Man verwendet ein eigenes Deckblatt, die Seitenzahl läuft weiter. Im Textteil wird an passenden Stellen auf die Materialien im Anhang verwiesen. Verschiedene Register (Glossare, Sachregister, Namensregister oder Ortsregister) können die Lesbarkeit erhöhen, werden aber in Vorwissenschaftlichen Arbeiten kaum erforderlich sein. In der (in der vorwissenschaftlichen Arbeit verpflichtenden) Erklärung zur Authentizität bestätigt der / die VerfasserIn einer wissenschaftlichen Arbeit, dass er / sie wissenschaftlich ehrlich und korrekt gearbeitet hat, etwa Ich erkläre, dass ich die vorliegende Arbeit selbst verfasst und ausschließlich die angegebenen Quellen verwendet habe. Die Erklärung wird mit Angabe von Ort und Datum persönlich unterschrieben.

40 40 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit ABBILDUNGEN UND TABELLEN Der Bedarf an Illustrationen (illustrare lat. = erhellen) hängt vom Thema ab. Fotos, Grafiken und Tabellen sind in naturwissenschaftlichen Dokumenten unverzichtbar: informativer als Wörter und Sätze und auf den ersten Blick verständlich (Kremer, 2006). Bei der Übernahme von Bildern ist das Urheberrecht zu beachten. Die Quellen genau anzugeben heißt noch nicht, dass man ein Bild verwenden darf. Man benötigt die Genehmigung von BildautorIn und Verlag. Wenn man bei der Bildersuche im Internet creative commons zum Suchbegriff hinzufügt (Langer, 2012), erhält man über Icons Informationen über Nutzungsrechte und -bestimmungen (creativecommons.org) Die Darstellungen selbst werden in den Text eingebunden. Sie erhalten eine fortlaufende Nummer, einen erklärenden Text (Legende) und eine Quellenangabe in Kurzbelegform. Die Beschriftungsfunktion in WORD erlaubt auch eine automatische Nummerierung, welche bei Änderungen aktualisiert wird (vgl. Anhang Teil 2). Die Abbildung muss (zusammen mit der Legende) für sich alleine verständlich sein, aber zusätzlich im Text erklärt und interpretiert werden. Auf Bildinhalte verweist man im Lauftext z.b. mit Abbildung 7 zeigt... Ob Fotos oder andere Darstellungsformen besser geeignet sind, hängt vom Kontext ab (vgl. Abb 6.). Mit Fotos dokumentiert man z.b. mikroskopische Ansichten oder das Aussehen von Lebensräumen. GeographInnen brauchen vielleicht Karten, Luft- oder Satellitenbilder. Zeichnungen idealisieren und interpretieren und sind durch die Abstraktion oft besser verständlich als Fotos. Sie können mehrere Ebenen / Phasen / Stadien gleichzeitig wiedergeben und brauchen keine teuren Apparate. Man verwendet sie zur Darstellung sehr kleiner Organismen, geowissenschaftliche Sachverhalte oder Versuchsanordnungen etc. Für chemische und mathematische Formeln gibt es spezielle Formel-Editoren. Abbildung 6: Zeichnung versus Foto - Blauer Eisenhut Aconitum napellus. Links: aus Thomé, Rechts: Leopold Horvath, , Millstätter Alpe Diagramme: Messpunkt-Wolken zeigt man, wenn die Einzelwerte noch aufscheinen sollen. Kurvendiagramme zeigen die Beziehungen zwischen Variablen (z.b. Dosis-Effekte oder zeitabhängige Verläufe). Balken- oder Säulendiagramme erleichtern den Direktvergleich unabhängiger Stichproben. Kreisdiagramme stellen Verteilungen dar, Flussdiagramme verdeutlichen Zeitserienangaben (z.b. Entwicklungsstadien). Mit Tabellen lassen sich ermüdende endlose Aufzählungen von Merkmalen, Daten, u. ä. im Text umgehen. Sie haben im Gegensatz zu Abbildungen Überschriften (mit fortlaufender Tabellen-Nummer, Legende, Quellenverweis, wenn die Daten aus einer zitationspflichtigen Quelle stammen). Im laufenden Text erfolgen Verweise auf die Tabelle bzw. kurze Kommentare dazu. Es ist nicht notwendig, Inhalte doppelt in Abbildungen und Tabellen zu dokumentieren.

41 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 41 9 SCHREIBWERKSTATT Wir schreiben nicht um verstanden zu werden, wir schreiben, um zu verstehen. Cecil Day Lewis, britischer Schriftsteller, WIE ERSTELLT MAN EINE GLIEDERUNG? Um einen Text verständlich zu gestalten, ist eine gute Gliederung besonders wichtig. Die Grob- Gliederung nimmt schon mit der ersten Frage und im Laufe der Literatur-Recherche Gestalt an und sollte mit Beginn der Manuskripterstellung jedenfalls feststehen. Die Feingliederung entwickelt sich im Laufe der Arbeit immer weiter und ist auch nur bei umfangreichen Arbeiten nötig. Am Beginn der Arbeit spiegelt die Gliederung wahrscheinlich einfach die Teilbereiche des Themas wider (topic-based). Man sollte versuchen, so rasch als möglich zu einer Gliederung zu kommen, die die Argumente klar zum Ausdruck bringt (point-based). (Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens, homepage.uibk.ac.at). Grundsätzlich sollte die Forschungsfrage selbst den Aufbau der Arbeit vorgeben. Die Teilfragen bzw. Unterfragen führen zu den Kapiteln, von denen jedes eine wichtige Teilfrage beantwortet (Wolfsberger, 2009). In Tab. 12 und 13 wurden bereits Gliederungsmodelle für naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche bzw. argumentative Arbeiten angeführt. Man kann die Gliederung zuerst als Cluster und erst später als lineares Inhaltsverzeichnis ausführen das macht es leichter, sie bis zum Schluss als vorläufig anzusehen und die Bereitschaft für Änderungen aufzubringen (Wolfsberger, 2009). Jedem Kapitel bzw. Unterkapitel ordnet man eine voraussichtliche Seitenzahl zu, die nötig sein wird, um die Teilfrage zu beantworten. So wird auch rasch klar, ob die Gewichtung der Teilfragen passt oder ob die Arbeit viel zu lange wird, wenn alle Unterpunkte behandelt werden. Die so entstandene Übersicht kann man auch gleich zur Zuordnung der Literatur und zur Zeitplanung benutzen (Wolfsberger, 2009). 9.2 WANN SCHREIBT MAN WAS? Es empfiehlt sich, sobald es ein Konzept gibt, rasch mit dem Schreiben zu beginnen sobald ein Abschnitt der Arbeit abgewickelt ist, wird dieser in Rohfassung entworfen. Materialstau sollte man eher vermeiden und nicht warten, bis die Arbeit im Kopf fertig ist, denn manches wird erst beim Schreiben selbst klar (Stocker & Jungwirth, 2003). Man muss auch nicht alles gelesen haben, bevor man zu schreiben beginnt. Zuerst kleine Texteinheiten zu planen und immer wieder auch nur kurze Texte zu schreiben, aktiviert das Vorwissen und hilft das Thema einzugrenzen und weitere Ideen zu entwickeln. Man kann ruhig mit irgendeinem Kapitel zu schreiben beginnen, es muss nicht das erste sein. Es hat sich z.b. bewährt, mit dem technischen Methodenteil anzufangen. Um die graphische Darstellung kümmert man sich, sobald Ergebnisse vorliegen. Eine vorläufige Form der Tabellen zeigt rasch auf, wo noch Daten fehlen oder Experimente nachzuholen sind. Es bedarf nur eines Anfangs, dann erledigt sich das Übrige. Sallust, römischer Geschichtsschreiber und Politiker, v. Chr. Schnell oder perfektionistisch? Kaum jemand kann von Anfang an einen perfekten Text schreiben. Dazu muss man auf einer sehr detaillierten Gliederung aufbauen, sonst macht man eventuell sehr viel Arbeit umsonst. Meist ist es zielführender den ersten Entwurf so schnell wie möglich zu Papier (bzw. Computer) zu bringen, und diesen Rohtext erst später nochmals zu überarbeiten.

42 42 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Und die Feinarbeit? Die Argumente für den Hauptteil kann man folgendermaßen ordnen: - Bekannte Argumente und Daten zuerst dann zeigen, was man an Neuem zu bieten hat - Mit einfachen Argumenten beginnen, erst danach komplexere und schwierige Punkte - Zuerst unumstrittene Argumente, dann erst die umstrittenen Punkte - Punkte chronologisch ordnen, Argumente in eine logische Ordnung bringen - Hinterfragen gibt es bessere Ideen und Argumente, alternative Erklärungen? Jedes Kapitel wird begonnen, indem man zuerst die zentralen Punkte zusammenfasst. Wenn ein Abschnitt steht, sollte eine sinnvolle Frage zu finden sein, die dieser Textteil beantwortet. Ist dem nicht so, ist der Abschnitt überflüssig oder steht an falscher Stelle (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Die LeserInnen wollen an Hand eines roten Fadens durch den Text geführt werden: Das können Leitfragen an den Schaltstellen der Argumentation sein, Überleitungen, die den nächsten Schritt vorbereiten, oder Zusammenfassungen an Gelenksstellen des Textes. Auch Hervorhebungen, Absatzgestaltung und Abbildungen stützen die Argumentation, Beispiele erleichtern das Verständnis. Sind Methoden- und Ergebnisteil erledigt, widmet man sich der Diskussion. Zuletzt (!), wenn man den Überblick über die Arbeit hat, kann man im Einleitungsteil passende Perspektiven auf die Arbeit aufzeigen. (Ein erster Entwurf der Einleitung ist natürlich schon früh entstanden.) Der Schlussteil soll an die Einleitung anknüpfen und Hauptargumente, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen am Ende der Arbeit allgemein verständlich darstellen. Erstelle den Text in der Reihenfolge: Methoden Ergebnisse Diskussion Zusammenfassung Einleitung. Gib dir besondere Mühe mit der Einleitung, um die LeserInnen zu interessieren. Stelle den roten Faden der Arbeit graphisch dar. Beginne rasch zu schreiben, aber hab auch den Mut, Dinge später wieder zu verwerfen! Stelle Ergebnisse dar, nicht den Ablauf der Recherchen und Überlegungen! Halte dich an den vorgegebenen Umfang. Man muss nicht alles aufnehmen, was man gelesen hat! Lange Beschreibungen langweilen interessant sind die Analysen. Stiltraining: Lies wissenschaftliche Texte aktiv! (Wie formulieren andere? Was ist brauchbar?) Schreibe Texte um, verbessere sie und lasse deine eigenen Texte verbessern! Brainpooling: Diskutiere die Inhalte, mit fachnahen und -fremden Personen, um verhakte Gedanken zu lösen. Welche (Gegen)-Argumente kommen am häufigsten vor? Halte Vorträge über die Arbeit vieles wird erst klar, wenn man es anderen erklärt. Textverarbeitung von Anfang an Formatvorlagen Verzeichnis-Funktionen, Quellenverwaltung und Rechtschreibprüfung nutzen; weitere nützliche Feinheiten, die man beherrschen sollte: Tabellengestaltung, Graphiken einfügen und bearbeiten, Fußnotenverwaltung, Gliederung, Formeleditor, usw. (vgl. Kap. Textverarbeitung mit WORD ( )) Sichere deine Daten regelmäßig - immer unter neuem Namen speichern und ältere Versionen erst nach Fertigstellen der Arbeit löschen und regelmäßige Backups erstellen (USB-Stick, Externe Fetplatte) - egal ob 5 oder 500 Seiten: extern (Stick, Festplatte, ) am besten mehrfach; aber Vorsicht beim Führen mehrerer Versionen immer Datum in Dateinamen inkludieren!! In regelmäßigen Abständen auch ausdrucken! Liste der links (mit Datum) erstellen und pdf-dateien aus dem Internet in eigenem Ordner speichern; Abbildungen auch als eigene Dateien (mit wiedererkennbarer Bezeichnung) abspeichern

43 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit CHECKLISTEN FÜR DIE ÜBERARBEITUNG Spontane Grobkorrekturen nach jedem Kapitel bedeuten nur eine erste Überarbeitung der auffälligsten Mängel. Wenn die ganze Rohfassung steht, beginnt die Arbeit erst richtig. Manchmal muss man dabei tief in den bestehenden Text eingreifen. Auch deswegen ist es sinnvoll, die Überarbeitung und Korrektur in mehreren getrennten Arbeitsgängen durchzuführen zuerst Inhalt und Textaufbau überprüfen, dann die sprachlichen Formulierung und schließlich die formale Gestaltung (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Ein gewisser Abstand zum Text ist für die Überarbeitung nötig auch dafür Zeitpuffer einplanen! Die Checklisten kombinieren Fragen zur Selbstkontrolle mit Fragen, die auch PrüferInnen stellen (tw. nach Karmasin & Ribing (nach Bänsch), S. 36 ff.). Als BetreuerIn / beurteilende Lehrperson prüft man zunächst den äußeren Eindruck, Inhaltsverzeichnis und Einleitung (Themenstellung, Forschungsfrage, wissenschaftlicher Ansatz). Der Schlussteil zeigt, inwieweit das Problem behandelt wurde und mit welchen Methoden Erkenntnisse erzielt wurden. Zitate und Literatur werden in Stichproben überprüft, im Quellenverzeichnis die Qualität, Zahl und Aktualität der Quellen. Nach dem Überblick wird die ganze Arbeit gelesen. In die Beurteilung geht nicht nur das endgültige Ergebnis (Inhalt, Stil formale Komponenten), sondern auch der Entstehungsprozess ein (Methoden, Eigenständigkeit, Hilfestellungen und Engagement) ein. KorrekturleserInnen müssen sich mit dem Inhalt nicht sehr differenziert auskennen; dafür können sie gezielt auf Fehler und Schwächen achten, haben noch gute Nerven und sind noch nicht betriebsblind. Den Text selbst mit den Augen außenstehender LeserInnen zu sehen, ist schwierig! Tabelle 14a: Argumentation und Inhalt prüfen Die Forschungsfrage und ihre Bedeutung sind zielführend formuliert und dem Typ und Umfang der Arbeit angepasst Die Fragestellung ist vollständig beantwortet, es wurden keine Fragen ausgelassen Es gibt keine unnötigen Wiederholungen oder themenfremde bzw. unnötige Passagen. Alle dargestellten Ergebnisse dienen der Beantwortung der Forschungsfrage und sie werden aus Argumentationen und Beweisen abgeleitet Die Argumentation ist schlüssig, lückenlos und nachvollziehbar, ohne Sprünge oder Widersprüche. Methoden und Untersuchungsdesign sind komplett und verständlich beschrieben. Die empirischen Ergebnisse sind in Text und Grafiken verständlich, objektiv und korrekt dargestellt und von der Auswertung und Interpretation getrennt. Offene Fragen, Schlussfolgerungen und alternative Erklärungsmöglichkeiten werden herausgearbeitet Einleitung und Schluss sind aufeinander bezogen. Es wurde ausreichend relevante, aktuelle und qualitativ angemessene Literatur verwendet. Die Literatur wurde korrekt und kritisch ausgewertet. Alle verwendeten Quellen werden zitiert. Die ausgewiesene Literatur spiegelt sich im Text der Arbeit wider. Aus der Literatur werden auch Schlüsse gezogen und Widersprüche erarbeitet. Die Gliederung ist in allen Teilen verständlich und für das Thema aussagekräftig. Sie lässt die Gedankenführung und einen Roten Faden erkennen. Es gibt Querverbindungen, Vor- und Rückverweise zwischen den Kapiteln und Abschnitten. Die Zusammenfassung stellt die wichtigen Resultate der Arbeit in kompakter Form dar. Die Längenvorgabe wird eingehalten.

44 44 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit Tabelle 14b: Formulierungen überprüfen Die Sprache ist sachlich, einheitlich, verständlich. Die Wortwahl ist präzise und eindeutig. Alle Satzverknüpfungen sind logisch und sinnvoll, unnötige Schachtelsätze sind aufgelöst- Die Abschnitte sind sinnvoll gesetzt eine zentrale Aussage pro Abschnitt. Die Überschriften und Hervorhebungen wurden passend gewählt. Es gibt keine überflüssigen Sätze und Füllwörter. Alle Abkürzungen sind erklärt. Die Fachbegriffe werden definiert und korrekt und einheitlich verwendet. Die Zitate sind inhaltlich und sprachlich gut in den Text integriert. Das Ausmaß der wörtlichen Zitate ist sinnvoll. Die Angaben in den Quellenbelegen sind korrekt und vollständig. Eigene Aussagen und übernommene Gedanken sind klar getrennt und ausgewiesen. Grammatik, Satzzeichensetzung und Rechtschreibung sind überprüft: Alle Tippfehler wurden korrigiert. Die Abbildungen und Tabellen sind aussagekräftig und klar und verständlich ausgeführt. Tabelle 14c: Formales überprüfen und Korrigieren Das Titelblatt ist vollständig. Die Gliederung ist formal korrekt (konsequente Klassifikation, angemessene Gliederungstiefe). Eventuelle Anmerkungen sind vollständig, korrekt und einheitlich. Die Seiten sind durchnummeriert und in der richtigen Reihenfolge. Der Satzspiegel ist einheitlich und richtig, das Schriftbild in Ordnung. Alle Abbildungen und Tabellen sind fertig, nummeriert, beschriftet und gut platziert. Anhang und alle Verzeichnisse sind komplett und korrekt, das Quellenverzeichnis vollständig, einheitlich, ehrlich und korrekt sortiert. Alle im Text erwähnten Arbeiten sind angeführt. Alle Überschriften im Lauftext und im Inhaltsverzeichnis stimmen überein. Alle Querverweise, Silbentrennung und Zeichensetzung sind überprüft. Die Formatierung der Überschriften (Schriftgrad und Schriftart) ist überprüft. Alle Namen, Zahlen und Zeichen wurden werkeinheitlich und korrekt geschrieben. Vollständiges Protokoll und eidesstattliche Erklärung sind vorhanden.

45 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit GESTALTUNG DER ARBEIT 10.1 SPRACHE UND STIL Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. Karl Kraus, österreichischer Schriftsteller, VERSTÄNDLICHKEIT Die Aufgabe eines wissenschaftlichen Textes ist der Transfer von Wissen. Der/die AutorIn überführt Wissen in das Nacheinander sprachlicher Darstellung; die LeserInnen rekonstruieren daraus wiederum Konzepte, die der Wissensstruktur des Autors / der Autorin ähnlich sind (Esselborn-Krumbiegel, 2004). Auch wenn sich wissenschaftliche Texte an die Scientific Community und nicht an die breite Öffentlichkeit richten und natürlich in der jeweiligen spezifischen Fachsprache abgefasst sind (s.u.), müssen WissenschafterInnen ihre Ergebnisse nachvollziehbar kommunizieren, d.h. gut verständlich schreiben. Eine Vorwissenschaftliche Arbeit wird so geschrieben, dass sie möglichst auch von nicht unmittelbar mit dem Thema befassten Personen verstanden wird. Verständlichkeit erreicht man durch eine gute Strukturierung, Prägnanz und Einfachheit(!): Kognitive und inhaltliche Strukturierung - Vorstrukturieren - Hintergrundinformationen und Konzepte rechtzeitig in den Text einführen - Aussagen zu folgerichtigen Argumentationsketten entwickeln: z.b. mit Konjunktionen wie weil, obwohl, trotzdem, deshalb, usw. Oft fehlen logische Zwischenschritte, weil sie den Schreibenden zu selbstverständlich sind. Widersprüchliche Information und Gegenargumente nicht verschweigen, sondern die eigenen Schlussfolgerungen begründen! - Ergebnisse verankern: durch Zusammenfassungen, Überleitungen, Leitbegriffe, gute Beispiele; Hervorheben von Unterschieden und Ähnlichkeiten - Text systematisch gliedern (vgl. Tab. 12 u. 13) in Kapitel und Unterkapitel (aber auch nicht so viele, dass die Übersicht verloren geht). Längere Fließtexte sind sehr schwer lesbar, daher Absätze einfügen Sprachliche Präzision und Prägnanz - Einfache, klar gebaute kurze Sätze bzw. Satzteile Subjekt und Prädikat möglichst nahe beisammen. Eine Aussage wird durch ihre Position am Satzanfang oder Satzende betont. - Hauptsache in den Hauptsatz (Schachtelsätze verleiten zu falscher Syntax und unklaren Bezügen). Nebensätze sollen ergänzen oder erläutern, nicht Hürden aufrichten (Kremer, 2006). Nebensätze möglichst nicht vor den Hauptsatz stellen. - Attribute statt Nebensätze: der zuständige Beauftragte statt der Beauftragte, der dafür zuständig ist (Rathmayr & Zillner, 2008, S. 69) - Verben aktiv verwenden; Passiv nur gezielt verwenden. (Formulierungen wie es soll gezeigt werden, dass. verdanken wir dem Ich-Tabu der deutschen Wissenschaftssprache.) - Nominalisierungen vermeiden ( das Behandeln von. ) nur einsetzen, wenn sie Zusammenhänge vereinfachen, Verben statt Nominalkonstruktionen ( verwenden statt einer Verwendung zuführen ). - Sprachkürze gibt Denkweite. (Jean Paul). Allerdings soll man es mit der Kürze auch nicht auf die Spitze treiben; zu dichte und knappe Texte können das Verständnis auch wieder erschweren SACHLICHKEIT UND RICHTIGKEIT Wissenschaftssprache soll sachlich-distanziert und nicht emotional sein. Aussagen werden nicht unnötig wiederholt, man polemisiert und manipuliert nicht. Umgangssprache wird vermieden. Das alles heißt aber nicht, dass man langweilig schreiben soll. Im Gegenteil, die eigene Arbeit soll attraktiv dargestellt werden und andere interessieren (Lamprecht, 1999). Individualität muss nicht unterdrückt werden, Sprache darf

46 46 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit schön und ausdrucksstark sein (Kremer, 2006). Auch Illustrationen lockern den Text auf und helfen die Inhalte verständlich zu machen. Die persönliche Perspektive soll zwar nur unaufdringlich vermittelt werden, aber nicht notwendigerweise in der dritten Person ( Nach Ansicht des Autors ). Subjektive Kommentare und Meinungen sind eindeutig von den objektiven Darstellungen zu unterscheiden. Je nach Kontext haben sie aber in einer Arbeit Platz und können z.b. mit Formulierungen wie meines Erachtens gekennzeichnet werden. Geschlechtergerechte Sprachverwendung kann auf verschiedene Art umgesetzt werden: - Sichtbarmachen des Geschlechts: das Binnen-I ist die einfachste Form ( LeserInnen ), ist aber nicht immer gut lesbar, besonders wenn es Artikel, Pronomen und Zahlwörter einschließt ( JedeR TeilnehmerIn ). Hier wird sie aus Platzgründen verwendet. In wissenschaftlichen Texten kann man die Paarform verwenden ( Teilnehmerinnen und Teilnehmer ) (Karmasin & Ribing, 2011, S. 34). - Neutralisieren des Geschlechts: Lehrerinnen und Lehrer werden zu Lehrenden oder Lehrpersonen, statt MitarbeiterInnen gibt es Projektteams, aus der PraktikantInnenstelle wird die Praktikumsstelle. Fremdwörter sollten nur verwendet werden, wenn es kein vergleichbares eigensprachliches Wort gibt. Fachterminologie dagegen wird verwendet: statt Nukleus könnte man zwar Zellkern sagen, aber bei Mitochondrien gibt es keine Übersetzungsmöglichkeiten. Begriffe wären nicht mehr eindeutig (Kremer, 2006). Wie weit die Erklärung der Fachbegriffe (ev. in einem Glossar) in der Vorwissenschaftlichen Arbeit erforderlich ist, lässt sich nur im Einzelfall entscheiden. Eingeführte fachsprachliche Begriffe aus dem Englischen (Quarks, Governance etc.) müssen nicht übersetzt werden. Rechtschreibung und Grammatik sind unbedingt zu beachten. Für Überarbeitungen kann/muss man Rechtschreibhilfen und KorrekturleserInnen heranziehen (Kremer, 2006). Tipp: Wenn es möglich ist, ein Wort zu streichen, dann streiche es. (G. Orwell). Umgangssprache (cool, super ), alt- oder neumodische Wörter (Diskurs, kreativ, ) Pseudoargumente (selbstverständlich, eigentlich, gewissermaßen ) und begriffliches Weichspülen ( Man könnte sich eventuell vorstellen, dass. ). Relativierende Worte werten die Aussagen ab. Wertende Formulierungen (leider, ziemlich, Gott sei Dank,.) Ankündigende Füllsätze ohne Aussage: Wir kommen jetzt zu einem wichtigen Unterpunkt Redundante Formulierungen, Wortwiederholungen, Mehrfachverneinungen Unnötige Vorsilben und künstliche Überhöhungen (aufzeigen, abklären, abzielen, das einzig richtige Modell, enorm, erheblich,.) Unnötige und falsche Adjektive und Tautologien (psychologische Verfassung; telefonischer Anruf) Präpositionalismus:. nach Analysen über unter sich vernetzte Proteine Zu viele Hauptwortkonstruktionen 10.2 LAYOUT: TEXT- UND SEITENGESTALTUNG Die (vor)wissenschaftliche Arbeit ist das Ergebnis großen Aufwandes und verdient eine ansprechende und dem Inhalt angemessene Gestalt und sorgfältige Ausführung (Kremer, 2006). Im Anhang werden einige für die Formatierung und Gestaltung nützliche Features von WORD (ab 2007) kurz beschrieben SCHRIFTART UND SCHRIFTGRÖSSE In einem Text werden maximal 2 Schriftarten kombiniert, zu viele Schriften wirken unprofessionell und sind schwerer lesbar. Man verwendet gut lesbare Serifenschriften (Times New Roman, Cambria oder Garamond), oder Schriften ohne Serifen wie z.b. Arial, Calibri oder Verdana. Serifenlose Schriften sollen sachlicher wirken und gelten als klarer; aber Serifen dienen ihrerseits als Lesehilfen und visuelle Leitplanke. Für den Lauftext empfiehlt sich (bezogen auf Times New Roman) die Schriftgröße 12pt, und dementsprechend für Titel 18 pt fett, Überschrift erster Ebene pt, Überschrift zweiter Ebene pt, Über-

47 Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit 47 schrift dritter Ebene 12 pt normal, Bild- und Tabellenlegenden 10 pt. Für andere Schriftarten gelten andere Größenempfehlungen. Für Hervorhebungen verwendet man in erster Linie fett, evt. kursiv; Unterstreichungen sind generell zu vermeiden. In Überschriften dient der Schriftgrad zur Hervorhebung. KA- PITÄLCHEN und kursiv senken die Lesegeschwindigkeit. KAPITÄLCHEN kann man für die Hervorhebung von Eigennamen verwenden. Immer nur ein typographisches Mittel einsetzen - also nicht gleichzeitig fett und unterstrichen oder größerer Schriftgrad und gesperrt (Kremer, 2006) SATZ UND SEITENGESTALTUNG Man verwendet DIN A4, beschreibt einseitig und lässt links (= Bundsteg) einen breiteren Rand, um Verluste beim Binden zu kompensieren. Der Satzspiegel bleibt innerhalb des Dokuments einheitlich, z.b.: links (= Bundsteg) mind. 3,5 cm, rechter Rand 2 cm, Kopfsteg 2 cm, Fußsteg 2,5 cm (vgl. Abb. 7). Für ermüdungsfreies Lesen gelten 45 bis 75 Buchstaben je Zeile als günstig; doch bei wissenschaftlichen Arbeiten wird einspaltig geschrieben. Blocksatz oder linksbündige Formatierung sind beide möglich, auf jeden Fall wird Silbentrennung verwendet, um Emmentaler-Löcher im Text zu vermeiden. Formeln oder Reaktionsgleichungen setzt man zur Hervorhebung zentriert. Der geeignete Zeilenabstand hängt von der Schriftart ab. Er muss genug Platz für hoch- bzw. tiefgestellten Zeichen lassen (Kremer, 2006). Seitenzahlen sieht man rechts oben oder rechts unten am besten. Kopfzeilen mit Kapitelinformationen sind möglich. Für die Paginierung (Angabe der Seitenzahlen) gibt es unterschiedliche Empfehlungen: die Zählung beginnt üblicherweise nach dem Titelblatt, paginiert wird ab dem Inhaltsverzeichnis. Fußnoten werden fortlaufend oder seitenweise neu nummeriert. Fußnotenzeichen stehen am Satzende nach dem Punkt, bei wörtlichen Zitaten nach den Anführungszeichen (Rathmayr & Zillner, 2008, S. 51). Abbildung 7: Basislayout einer Seite mit Abbildung (Kremer, 2006, S. 168) Abbildungen: Die Bildbreite überschreitet nicht den Satzspiegel. Querformatige Bilder werden in den Satzspiegel zentriert, bei hochformatigen Bildern könnte man 2 Bilder nebeneinander stellen. Wenn eine ausführliche Bilddokumentation benötigt wird, kann man ganzseitige Bildtafeln zusammenstellen. Zwischen Abbildung und Lauftext wird genügend Abstand gelassen. In Diagrammen verwendet man für die unabhängige Variable die x-achse, für die abhängige die y-achse. Nach Bedarf wird logarithmisch skaliert. Für Skalierungsnetz, Achsen- und Kurvenlinien wählt man unter-

48 48 Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten und die Vorwissenschaftliche Arbeit schiedliche Strichbreiten. Die Achsenteilung richtet sich nach dem größten Einzeldatenwert. Einzelwerte markiert man mit Symbolen. Die Kurven unterscheidet man durch unterschiedliche Symbole. Man gestaltet sorgfältig, wählt die einfachste mögliche Darstellungsform und behält sie für alle Diagramme im Dokument bei (vgl. Abb. 8). Abbildung 8: Kurvendiagramm mit vollständigen Angaben (Kremer, 2006, S. 111) Tabellen werden im Layout wie Abbildungen behandelt (Bemessungen, Platzierung, Abstände zum Fließtext). Für alle Tabellen im Dokument wird ein möglichst einheitliches Layout festgelegt. Bei Tabellen mit Zahlen und Messwerten erschienen die Einheiten und Einheiten-Symbole nur im Tabellenkopf, in den Zellen nur die Zahlen. Maximal 5-7 Spalten nebeneinander anordnen, möglichst wenige Gitterlinien zeichnen. Tabelleneintragungen erfolgen in der gleichen Schrift wie der Grundtext des Dokuments TITELBLATT Natürlich soll es sachlich und übersichtlich sein. Ob es deswegen auch neutral und dezent sein muss (Pinter & Stefanits, 2003), ist fraglich, immerhin ist es als Aushängeschild dafür zuständig, das LeserInneninteresse zu wecken. Informationen großzügig über die Titelseite verteilen und nicht in eine Ecke quetschen, möglichst nur ein bis zwei zusammenpassende Schriftarten verwenden; für wichtige Abschlussarbeiten Zeilen zentriert setzen, sonst eher linksbündig (Kremer, 2006) INHALTSVERZEICHNIS Abb. 9: Beispiel für ein Inhaltsverzeichnis Alle Überschriften erhalten Seitenangaben, auch wenn mehrere Unterpunkte auf einer Textseite abgehandelt sind. Seitenangaben werden rechtsbündig gesetzt. Übersichtlicher wird das Verzeichnis, wenn man für die Gliederungsebenen verschiedene Einzüge wählt und die Zeilenabstände passend variiert (s. Abb. 9). Die automatische Erstellung von Inhaltsverzeichnissen wird im Anhang 2 erklärt.

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