Dankbarkeit Lukasevangelium Kapitel 17, Verse Predigt von Pfarrerin Theresa Rieder 6. September 2015 Alte reformierte Kirche

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1 Lukasevangelium Kapitel 17, Verse Predigt von Pfarrerin Theresa Rieder 6. September 2015 Alte reformierte Kirche Pfarrerin Theresa Rieder Im Baurenacker 9, 8902 Urdorf, , urdorf.ch

2 BILD zur Predigt Opferkerzen in einer Kirche - 2-

3 LESUNG: Lukasevangelium Kapitel 17, Verse 11-19: Der dankbare Samaritaner 11 Und es geschah, während er nach Jerusalem unterwegs war, dass er durch das Grenzgebiet von Samaria und Galiläa zog. 12 Und als er in ein Dorf hineinging, kamen ihm zehn aussätzige Männer entgegen. Sie blieben in einiger Entfernung stehen 13 und erhoben ihre Stimme und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! 14 Und als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, dass sie rein wurden. 15 Einer von ihnen aber kehrte, als er sah, dass er geheilt worden war, zurück, pries Gott mit lauter Stimme, 16 fiel ihm zu Füssen auf das Angesicht nieder und dankte ihm. Und das war ein Samaritaner. 17 Jesus aber antwortete: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die übrigen neun? 18 Hat sich keiner gefunden, der zurückgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, ausser diesem Fremden? 19 Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Wort der Heiligen Schrift. - 3-

4 Predigt zum Thema Inhalt 1. Was ist Gottgegeben? Fragen... 5 Wofür wozu warum dankbar sein? Nur einer von zehn. Bibel nacherzählt... 5 Der fremde Samaritaner dankt Undankbar versus dankbar. Erläuterung... 7 kann man üben Wofür bin ich dankbar? Meditation... 8 Für drei Dinge danken Möge Gott unseren Dank hören. Gebet... 8 Verdeutlichung... 8 Segen

5 1. Was ist Gottgegeben? Fragen Wofür wozu warum dankbar sein? Liebe Gemeinde, Sie sitzen heute alle auf einer Bank, haben vielleicht ein weiches Kissen auf die harte Holzbank gelegt, haben Orgelmusik gehört und Worte aus der Bibel. Sind Sie für die Bank, das Kissen, die Musik und die Bibelworte dankbar? Oder geht es Ihnen eher so wie meistens mir: Eine Sitzgelegenheit ist ganz normal, Orgelmusik am Sonntag und Worte aus der Bibel sind auch normal für Normalitäten im Leben empfinde ich keine. Das ist einfach so, das nehme ich als gottgegeben hin und danke nicht dafür. Gottgegeben? Gott hat uns das alles gegeben? Hat nicht ein Schreiner die Bank gebaut, die Organistin Orgel gespielt und eine Lektorin aus der Bibel gelesen? Gottgegeben? Was gibt uns Gott da? Gott gibt uns das Leben: Das Leben der Organistin, das Leben des Schreiners und das Leben der Lektorin. Ohne Leben wäre hier nichts. Nichts. Gar nichts. Der Urgrund unseres Lebens liegt bei Gott. 2. Nur einer von zehn. Bibel nacherzählt Der fremde Samaritaner dankt Unsere Bibellesung heute ist einfach zu verstehen. Jesus heilte 10 Männer vielleicht waren je Mann auch noch Frauen und Kinder dabei, das wissen wir nicht, es könnte aber durchaus so sein. 9 von diesen Männern waren Juden wie Jesus. Einer war ein Fremder, ein Samaritaner. - 5-

6 Sie hatten Aussatz. Eine Infektionskrankheit wie Lepra, eine Krankheit. Wer davon betroffen war, durfte nicht mehr im Dorf wohnen, wurde ausgesetzt. Er musste ausgeschlossen von der Gesellschaft leben und auf den baldigen Tod warten. Die 10 Männer, die Jesus begegnet waren, wurden durch die Begegnung mit Jesus geheilt. Jesus war ein grosser Heiler, wir kennen viele solcher Heilungen von ihm. Jede Heilung war ein Wunder. Doch für die jüdischen Männer war die Heilung und der Gang zum jüdischen Priester fast schon eine ganz normale Sache, der sie wenig Aussergewöhnliches beimassen. Das ist für uns nicht nachvollziehbar, aber so war das für 9 der 10 Männer. Dies war nicht so für den Samaritaner, der zurückkehrte und dem Juden Jesus dankte. Für den Samaritaner war die Heilung eine mehrfach ausser- gewöhnliche Sache: Einmal heilte ihn ein Jude! Juden und Samaritaner standen einander in der Regel nicht gerade freundschaftlich gegenüber. Das waren zwei unterschiedliche Ethnien und Glaubensrichtungen. Weiter musste auch der Samaritaner zu einem Priester gehen und seine Heilung zeigen. Dabei wurde ihm klar, dass da gerade ein Jude geheilt hatte, ein Wunder bewirkt hatte. Diese ungewohnte Freund- lichkeit und das Erbarmen an einem Fremden nahm der Samaritaner wahr und kehrte zu Jesus zurück und bedankte sich bei ihm. Wie viel Aussergewöhnliches braucht es, damit wir Danke sagen? Jesus heilte 10 Männer. Nur einer kehrte zurück und dankte es ihm. - 6-

7 3. Undankbar versus dankbar. Erläuterung kann man üben Undank ist der Welt Lohn. Unsere Redewendung macht klar, wie wenig wir uns darum kümmern, was wir als gottgegeben normal empfinden. Wir vergessen das Gute einfach oft. Einerseits können wir nicht für jeden Schritt, den wir behütet auf der Erde wandeln, danke sprechen; andererseits sollten wir uns trotzdem immer wieder eine kleine Auszeit nehmen, um für das, was uns alles im Leben gegeben ist, Gott zu danken. Und: Wir kennen doch alle den Unterschied von Menschen, die im Herzen tragen und solchen, denen das völlig abgeht, Menschen, die allem voran klagen. Dieser Unterschied ist gross! Ein freudiges Herz findet immer irgend- wo etwas, wofür es danken kann. Das ist eine Lebenskunst, die wir immer wieder aufs Neue üben ein Leben lang. Damit meine ich nicht, dass wir nicht auch klagen dürfen. Wir sollen klagen, wo es Klagen gibt, aussprechen, wo Unrecht, Leid, Not und Schmerzen zu ertragen sind. Gleichzeitig dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, wofür wir dankbar sein sollen. Dankbar für das viele Gute im Leben. Unser Glaube an Gott, an die Hoffnung und unser Glaube an die Kraft der Liebe ist eine grosse Hilfe dabei. Gemeinsam in der Kirche ist ein guter Moment, dies zu tun und Gott zu danken. - 7-

8 4. Wofür bin ich dankbar? Meditation Für drei Dinge danken Überlegen Sie sich drei Dinge, für die Sie jetzt gerade in diesem Moment dankbar sind. Jeder und jede wird für etwas anderes dankbar sein. Dankbar für den Tag, oder dankbar für die Familie oder dankbar für die Musik oder...? Wenn von Ihnen jemand aber gerade schreckliche Kopfschmerzen hat, dann ist es nicht so gemeint, für Kopfschmerzen dankbar zu sein. Das wäre zynisch. Nein, darüber dürfen wir klagen. Aber trotz Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen oder einer schwer kranken lieben Person im Spital oder ähnliche traurige und schwere Situationen, die uns das Leben aufbürdet, können wir etwas suchen, das es in unserem Leben gibt, wofür wir Gott dankbar sein können. Kommt Ihnen etwas in den Sinn? Ich lasse Sie einen Moment lang nachdenken.... Bei mir ist es im Moment gerade, dass ich keine Kopfschmerzen habe, wofür ich dankbar bin (1). Dass ich mit Ihnen hier zusammen in dieser schönen historischen Kirche Gottesdienst feiern darf (2). In dieser Kirche werden seit über 830 Jahren Gebete gesprochen. Ich bin dankbar, dass wir so einen Ort hier in Urdorf haben (3). 5. Möge Gott unseren Dank hören. Gebet Verdeutlichung Möge Gott unsere Dankgebete heute hören. - 8-

9 Oft kommen wir zusammen und haben Klagen und Bitten, die wir Gott erzählen, so wie die Männer aus Samaria und Galiläa, die zu Jesus sprachen: Hab Erbarmen mit uns! Heute wollen wir Gott danken. Wir wollen so danken wie der Samaritaner, der sah, dass er geheilt worden war. Er kam zurück und pries Gott mit lauter Stimme, er fiel Gott zu Füssen auf das Angesicht nieder und dankte ihm. AMEN. - 9-

10 Segen Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse s ein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. Amen. Bibeltext: Zürcher Bibel Bildnachweis: Opferkerzen in einer Kirche. Foto von Theresa Rieder Aufbereitung für Druck und Web: Daniel Suter - 10-

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