Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien. Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister

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1 Finanzmärkte 2014 O. Univ.-Prof. Dr. Engelbert J. Dockner Department of Finance, Accounting and Statistics WU Wirtschaftsuniversität Wien Finanzmarkttrends 2014, WK Steiermark, Fachgruppe Finanzdienstleister Agenda 1. Aktueller Befund der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen Staatsschuldenkrise weiter prolongiert. Öffentliche versus private Verschuldung: Zwei Bedrohungsszenarien. Wachstum und Arbeitslosigkeit das Kernproblem in Europa! Inflationäre oder deflationäre Entwicklung? 2. Auswirkungen auf die Finanzmärkte Negative Realzinsen und unattraktive Anleihemärkte! Vermögensaufbau über Aktienmärkte möglich? Rohstoffe sehr riskant und prozyklisch, bieten Inflationsschutz! 3. Was kann man für 2014 erwarten? 4. Zusammenfassung SEITE 2 1

2 Globale Staatsschulden % 40% 0% Konzentration der Staatsschulden vorwiegend in den Schwellenländern, Europa und Kanada. Quelle: Economist Ittelligence Unit SEITE 3 Globale Staatsschulden % 40% 0% Konzentration in den entwickelten Volkswirtschaften: USA, Europa, Kanada Quelle: Economist Ittelligence Unit SEITE 4 2

3 Staatsschulden in Europa: Prognose 2014 Prognose der Staatsverschuldung in Europa (% vom Sozialprodukt) Quelle: Economist Intelligence Unit SEITE 5 Verschuldung des privaten Sektors Private Schulden ebenfalls ein Kernproblem Europas! Staaten der Peripherie haben auch das Problem privater Verschuldung. Eng verbunden Kreditbewirtschaftung! Quelle: Economist Intelligence Unit SEITE 6 3

4 Positive Primärsalden! Sparpolitik hat unübersehbare Erfolge führt aber zu geringem Wachstum (Feedback-Effekt, 2014 schlechter!) SEITE 7 Quelle: OECD eigene Berechnungen Primärsalden der Eurostaaten 2014 Die Budgetkonsolidierung wird weiter strikt verfolgt! Geringes Wachstum führt Spanien zu einem Primärdefizit zurück! Zypern kämpft nach wie vor mit seinen Staatsfinanzen! Quelle: Economist Intelligence Unit SEITE 8 4

5 Wachstum: Das Kernproblem Europas! Während USA und Japan stabil wachsen, ist Wachstum in Europa weiterhin das Problem! Quelle: Thomson Financials und Spängler IQAM Invest SEITE 9 Privater Konsum schrumpft 2013! Schwacher privater Konsum in der Eurozone! SEITE 10 Quelle: Thomson Financials und Spängler IQAM Invest 5

6 Geringe Nachfrage, geringes Wachstum hohe Arbeitslosigkeit! Arbeitslosenraten gesamt und für die Jugend Quelle: Economist Intelligence Unit SEITE 11 Entwicklung der Preise Inflationsraten sehr stabil Quelle: Thomson Financials und Spängler IQAM Invest SEITE 12 6

7 Staatsanleihen waren attraktiv! Entwicklung 10-jähriger Zinsen in AUT, GER und USA Ergebisse Rex Durchschnittsertrag p.a. 6,67% Volatilität p.a. 4,38% Sharpe-Ratio p.a. 0,29 Durch enorme Zinssenkungen waren Anleihen attraktive Investments. SEITE 13 Quelle: Spängler IQAM Invest, eigene Berechnungen Trotz geringer Inflation negative Realzinsen Niedrige Zinsen auf Sparbücher treffen auf höhere Inflation! SEITE 14 Quelle: Harmonisierter CPI und 5-jährige Yields 7

8 Negative Realzinsen Durch das niedrige Zinsniveau sind alle Regionen von negativen Realzinsen betroffen USA Laufzeit Nominelle Zinsen Reale Zinsen % 1.37% % 0.07% % 1.25% % 2.16% Deutschland Laufzeit Nominelle Zinsen Reale Zinsen % 1.39% % 0.76% % 0.15% % 1.05% Japan Laufzeit Nominelle Zinsen Reale Zinsen % 0.16% % 0.06% % 0.37% % 1.36% Österreich Laufzeit Nominelle Zinsen Reale Zinsen % 1.83% % 0.93% % 0.26% SEITE 15 Quelle: Yields vom ; aktuelle Inflation; eigene Berechnungen Reaktion auf den Aktienmärkten Durch das niedrige Zinsniveau und die negativen Realzinsen große Rotation in Aktienmärkte Flutung der Märkte mit Liquidität führt zu Aktienrallyes Je niedriger die Anleihezinsen umso höher die Flucht in Aktien mit ausgelösten Kursanstiegen SEITE 16 8

9 Entwicklung der Aktienmärkte Aktienmärkte haben sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt! Wird das so bleiben? SEITE 17 Sind Aktienmärkte noch attraktiv? Amerikanischer Markt scheint bereits überhitzt. Der Deutsche Markt liegt ebenfalls über dem zehnjährigen Durchschnitt: S&P 500 Aktuell 10Y D. P/E 15,4x 13,9x Div.Yd 2,1% 1,9% USA SEITE 18 DAX Aktuell 10Y D. P/E 12.7x 11.9x Div.Yd 2.20% 1,9% Deutschland 9

10 Welche weiteren Alternativen bieten sich an? Wie in den vorangegangenen Jahren können sich Investoren nur dann gegen negative reale Renditen schützen, wenn sie bewusst Risiko tragen: Europäische Aktien weisen noch relativ attraktive Fundamentaldaten auf (Eurostoxx 50 im Vergleich zum DAX) SEITE 19 Welche weiteren Alternativen bieten sich an? Staatsanleihen der Peripherie, wenn man bereit ist Ausfallsrisiko zu tragen! SEITE 20 10

11 Welche weiteren Alternativen bieten sich an? Investitionen in Emerging Markets? Stark betroffen durch Ankündigung Tapering! Abwertung Aktienkrse Zinssätze CDS Spreads Brasilien 12.52% 8.92% 0.56% BP Russland 4.63% 0.42% 0.25% BP Indien 9.98% 4.04% n.a. n.a. Indonesien 3.58% 10.01% 0.65% BP China 0.85% 6.49% 0.24% BP Südafrika 8.96% 3.07% 0.58% BP Türkei 7.61% 12.16% 0.41% BP Reaktionen zwischen Mai und Juli Quelle: Eichengreen und Gupta (2013) SEITE 21 Welche weiteren Alternativen bieten sich an? Rohstoffe sind prozyklisch und sehr riskant. Gold hat seinen Glanz verloren! SEITE 22 11

12 Anlageklassen im langfristigen Vergleich Der langfristige Vergleich zeigt Attraktivität der Aktien, allerdings bei hohem Risiko! Anleihen waren attraktiv. Zinszyklus ist aber durch das niedrige Niveau beendet! Ergebisse REX MSCI US MSCI PAC MSCI EUR Rohstoffe Durchschnittsertrag p.a. 6,67% 11,88% 12,75% 12,41% 12,68% Volatilität p.a. 4,38% 20,27% 23,41% 18,36% 22,73% Sharpe-Ratio p.a. 0,29 0,32 0,31 0,38 0,32 SEITE 23 Zusammenfassung Aktuelle Makro-Lage ist durch hohe Staatsverschuldung, geringes Wachstum und hohe Arbeitslosigkeit charakterisiert. Problem in der Eurozone besonders hartnäckig! Aufgrund der realen Wirtschaftsstagnation keine Inflationsgefahr. Zinsmärkte sind auf einem Tiefststand, und führen zu negativen Realzinsen Aktienmärkte in Europa sind interessante Alternative, setzen aber Risikobereitschaft voraus. Staatsanleihen der Peripherie sind attraktiv aber sehr riskant. Emerging Markets sind stark von der Tapering Ankündigung geprägt. Rohstoffe sehr riskant und im Moment wenig attraktiv. SEITE 24 12

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