Kompetenz Netzwerk der Labors der Wasserwerke. 1 Ziel und Zweck des Kompetenz Netzwerks AquaExpert

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1 AquaExpert Kompetenz Netzwerk der Labors der Wasserwerke Dr. Ulrich Bosshart, Wasserversorgung Zürich, Leiter Qualitätssicherung Richard Wülser, IWB, Leiter Qualitätssicherung Unter dem Motto: Wasserversorger helfen Wasserversorger bieten die Labors der schweizerischen Wasserversorgungen am Markt gemeinsam Dienstleistungen rund um die Trinkwasserqualität an. 1 Ziel und Zweck des Kompetenz Netzwerks AquaExpert Das Kompetenznetzwerk Wasser AquaExpert ist auf Initiative der Leiter der Wasserversorgungslabors der Schweiz entstanden und besteht entsprechend aus den Qualitäts- Fachleuten der grösseren Wasserversorgungen und Mitgliedern des Schweizerischen Vereins des Gas und Wasserfaches SVGW. Es sind dies Basel, Genf, La Chaux de Fonds, Lausanne, Neuenburg, St. Gallen und Zürich. Die Geschäftsführung liegt bei der SVGW-Geschäftsstelle in Zürich. Ziel und Zweck des Netzwerks kann unter den folgenden Aspekten zusammengefasst werden: Fachwissen sichern Dies ist ein wesentliches Ziel des Netzwerks. Mit AquaExpert soll: das Fachwissen auf dem Gebiet der Trinkwasserqualität und der Wasseraufbereitung bei den Wasserversorgungen erhalten und erhöht und den zukünftigen Anforderungen entsprechend aufgebaut und optimiert werden. das gesammelte Fachwissen durch kompetente professionelle Beratung und Betreuung rund um alle Qualitätsfragen allen Wasserversorgungen und interessierten Konsumentinnen und Konsumenten zur Verfügung stellen. Alle auf die Wasserversorgungs-Branche zukommenden Themen berücksichtigen, welche die Trinkwasserqualität betreffen. Beispielsweise die Trinkwasserhygiene, die Prozessbeherrschung und nachhaltige Qualität der Ressourcen. Fachstelle Qualität Für das Trinkwasser gelten sehr strenge Qualitätsanforderungen. Kein anderes Lebensmittel wird so häufig und umfassend untersucht wie das Trinkwasser. Die geforderten Qualitätswerte sind in der Hygieneverordnung (HyV) und in der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV) festgeschrieben. Seite 1 von 5

2 Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und durch nichts zu ersetzen. Entsprechend soll AquaExpert mithelfen: die hohe Trinkwasserqualität zu erhalten die Wasserversorgungen, Konsumentinnen und Konsumenten in Qualitätsfragen kompetent zu beraten Dienstleistungen und Analysen zur Qualitätssicherung anzubieten für Fragen zur Trinkwasserqualität und Aufbereitungstechnik kompetent zur Verfügung zu stehen Hierfür sind ausgewiesene Fachleute mit langjähriger Erfahrung im Kompetenznetzwerk AquaExpert tätig. Zusätzlich besteht ein enger Kontakt mit führenden Forschungsanstalten der Schweiz. 2 Warum dieses Netzwerk AquaExpert? Im Folgenden wird auf die verschiedenen Ausgangs- und Rahmenbedingungen, die zur Entstehung dieses Netzwerks geführt haben, eingegangen. Branchenumfeld Struktur der Wasserversorgung Die Schweiz verfügt über mehr als 3'000 Wasserversorgungen davon versorgen weniger als 2'000 Einwohner mit Trinkwasser. Ein Grossteil dieser Wasserversorgungen wird im Nebenamt betrieben. Das Personal verfügt mehrheitlich über eine technische Ausbildung der Metall- oder Elektrobranche. Lediglich 7 grosse Wasserversorgungen verfügen über ein betriebseigenes Labor. Gesetze und Verordnungen Trinkwasser, das Lebensmittel Nummer 1, unterliegt den Anforderungen des Lebensmittelgesetzes (LMG) und den Verordnungen und LMV, HygV, FIV, TWV. Mit der geänderten Lebensmittelgesetzgebung werden die Wasserversorger zur Selbstkontrolle verpflichtet. Die Wasserproduktion wird als Prozess definiert, der wie jeder andere Herstellungsprozess von Lebensmitteln auch gefahrenmässig beherrscht werden muss. Der Wasserversorger hat jederzeit eine einwandfreie Qualität des gelieferten Trinkwassers zu garantieren. Dies setzt entsprechende Fachkenntnisse voraus. Viele mittlere und kleine Wasserversorgungen haben keine Speziallisten mit den nötigen Fachkenntnissen. Die Wasserversorgungen und deren Labors Labors betreiben die Wasserwerke von Genève, Lausanne, Neuchâtel und La-Chauxde-Fonds in der Romandie sowie Zürich, Basel und St. Gallen in der Deutschschweiz. Insgesamt sind in den Labors 56 Stellen vorhanden. Davon sind knapp 1/3 der Funktionen mit Personen mit höherer Ausbildung besetzt. Die Labors der Wasserversorgungen sind verantwortlich für die Überwachung der Bereitstellung von Trinkwasser in einwandfreier Qualität sowie für die Qualitätsaspekte bei den Aufbereitungsverfahren. Kompe- Seite 2 von 5

3 tenzen und Tätigkeitsbereiche sind Überwachung entlang der gesamten Prozesskette, Kontrollen und Beurteilung der Schutzzonen.. Sie verfolgen den Stand der Technik und das Know-how in aktuellen und neuen Technologien der Wasseraufbereitung, der Wasseranalytik, des Grundwasserschutzes sowie hinsichtlich der Gefährdung unseres Trinkwassers durch neue Fremdstoffe. Die Beratung deckt primär die internen Bedürfnisse ab. Eine Ausweitung auf andere Wasserversorger, Konsumenten oder Kunden mit Bedarf an qualifiziertem Know-how wäre möglich. Im Vergleich zu anderen Akteuren auf dem Markt besitzen die Labors neben Fachwissen zur Trinkwasserqualität auch umfassende Betreiber-Erfahrung. Technologie und Forschung Erkenntnisse und Errungenschaften der Forschung in der Wassertechnologie bei neuen Materialien im Leitungs- und Reservoirbau, neuen Aufbereitungs- und Prozesstechniken nehmen kontinuierlich zu. Für die Wasserversorgungen stellen diese Entwicklungen und den Aufbau des Fachwissens vor zunehmend grössere Herausforderungen. Situation des SVGW Der SVGW unterhält ein intensives und breites Beziehungsnetz und geniesst bei den WVU grosses Vertrauen. Mit der Ausbildung zum Wasserwart hat der SVGW den Grundstein für die Förderung des Fachwissens in der Qualitätssicherung in mittleren und kleinen Wasserversorgungen gelegt. Für die Nachfrage nach spezifischer Hilfestellung bei komplexen Fragestellungen zu Qualität und Aufbereitungsprozessen ist der SVGW auf den Verweis an die Behörden und Labors der Wasserversorger angewiesen. Mitglieder, andere Organisationen, Ämter und Stellen kantonaler und nationaler Behörden verlangen zunehmend qualitätsspezifische Informationen. Beurteilung Anforderungen an Labors Die sieben in der Schweiz geführten Labors der Wasserwerke weisen insgesamt ein sehr breites, weitgehend alle Bereiche abdeckendes Fachwissen, ein breites Spektrum an analytischen Möglichkeiten und ein internationales Beziehungsnetz zu Fachgremien und Forschungsinstituten auf. Für grössere Wasserwerke werden spezialisierte Fachkräfte und eigene Labors je länger je mehr zu einer finanziellen Belastung. Für die heute noch bestehenden Labors grösserer Versorgungsunternehmen haben die gestiegenen fachlichen Anforderungen und die verbesserten analytischen Möglichkeiten zur Folge, dass effiziente und kostengünstige Dienstleistungen immer schwieriger erbracht werden können. Zu erwartende Entwicklungen: Die Trinkwasseranalytik wird sich weiter entwickeln, die Nachweisgrenzen werden weiter sinken. Virenanalytik, Problem-, Spurenstoffe aber auch neue Technologien (Molekularbiologie) werden in der Trinkwasseranalytik Eingang finden. Die Onlineüberwachung wird an Bedeutung gewinnen. Anforderungen an die Branche Damit eine eigenständige neutrale Beurteilung aller Aspekte der Trinkwasserqualität und Prozessoptimierung gewährleistet werden kann, muss das wasserversorgungsinterne Know-how gesichert und gefördert werden. Die Optimierung und Überwachung der Prozesse zur Trinkwasserproduktion kann nur gewährleistet bleiben, wenn bei den WVU Seite 3 von 5

4 technisches und fundiertes aktuelles naturwissenschaftliches Fachwissen in Kombination mit Betriebs-Erfahrung unabhängig von Eigeninteressen vorhanden ist. Anforderung an den SVGW Für den SVGW als Vertreter der Branche der Wasserversorger ist es entscheidend, dass aktuelles Fachwissen erhalten bleibt und der Verband verstärkt und besser auf das Know-how zugreifen kann. Ohne Anstrengungen im Qualitätsbereich wird der SVGW durch die Entwicklungen auf dem Markt mehr und mehr sein brancheninternes Knowhow verlieren. Um seinen Dienstleistungsauftrag optimal erfüllen zu können, muss der SVGW in der Lage sein, immer schneller auf wissenschaftliches und fachtechnisches Know-how zurückgreifen zu können. Aufgrund der strukturellen Rahmenbedingungen ist es für den SVGW nicht möglich, ein Kompetenznetzwerk wie beispielsweise ein TZW für den Bereich Trinkwasserqualität aufzubauen. Idee Netzwerk AquaExpert Mit einer Koordination der Wasserlabors durch den SVGW im Rahmen eines Kompetenznetzwerks würde sich die Möglichkeit eröffnen, der gesamten Branche in der Schweiz umfassende Fachkompetenz für Trinkwasser anzubieten. Mit dem Netzwerk AquaExpert sollen günstige Voraussetzungen geschaffen werden, um die Fähigkeit (Capability) und das Wissen (Know-how) auf dem Gebiet der Trinkwasserqualität bei den Wasserversorgungen zu halten und zu erhöhen und den zukünftigen Anforderungen entsprechend aufzubauen und zu optimieren. Dabei werden alle auf die Branche zukommende Aspekte der TW-Qualität, TW-Hygiene, Prozessbeherrschung und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Über eine Internetplattform werden die Labors der Wasserversorgungen miteinander vernetzt und so ein virtuelles Kompetenzzentrum geschaffen, welches die jeweiligen Kompetenzen der Mitgliedslabors in den Bereichen Beratung, Analytik und Support zusammenfassend als Produkte- / Dienstleistungskatalog des Kompetenznetzwerk anbietet. 3 Dienstleistungsangebot Das Kompetenznetzwerk ist Ansprechstelle für alle die Qualität des Trinkwassers betreffenden Fragen und Probleme von Wasserversorgern, Wasserbezügern und weiteren interessierten Organisationen. Das Kompetenznetzwerk fördert die Qualitätssicherung als integraler und wesentlicher Bestandteil der Trinkwasserproduktion. Das Kompetenznetzwerk bietet einen umfassenden und unabhängigen Expertenpool für die wissenschaftliche Beratung sowie für Fragen zu qualitätsrelevanten Themen der Wasserversorgung an. Seite 4 von 5

5 Es bietet Laboranalytik an. Es steigert die effiziente und wirtschaftliche Nutzung der vorhandenen Laborkapazitäten. Die Fachkompetenz in den vorhandenen und neuen Geschäftsfeldern soll gemeinsam genutzt und angeboten werden. Ein gemeinsamer Marktauftritt verstärkt die Zusammenarbeit auch innerhalb der Branche und fördert wiederum die Fachkompetenz der partizipierten Wasserversorgungen. Das Kompetenzzentrum verbessert, durch Unterstützung bei Problemlösungen und Öffentlichkeitsarbeit sowie durch Mitarbeit in Forschungsprojekten das wissenschaftliche und fachspezifische Know-how in der Branche. Gemeinsame Projekte werden gefördert. 4 Der Internetauftritt des Netzwerks wird Ihnen in der Präsentation mittels einer Live- Schaltung detailliert vorgestellt. Seite 5 von 5

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