44% Der effiziente Betrieb der IT-Infrastruktur wird. ~ Hosting. Outsourcing Kein Hosting mehr ohne die Cloud

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1 ~ Hosting ' Outsourcing Kein Hosting mehr ohne die Cloud Mehr Flexibilität ist oft noch wichtiger als Kosteneinsparungen. Der effiziente Betrieb der IT-Infrastruktur wird Iür Unternehmen aus allen Ber eichen immer wichtiger - und Outsour cinq ste ht da bei weit oben auf der Tagesordnung. Die finan ziellen und persone llen Ressou rcen für den IT Bereich werden kn app er und die Auslagerung von IT-Aufgaben soll Kosten sparen. Unterne hmen se tzen da her vermehrt auf externe Hosting-Dienste: Anstatt sich Server in den 44% Keller zu stellen. die von eigenen Administra toren betreut werden. mietet man Server im externe n Rechen zentrum eines Service-Provtd ers. Vor allem Firmen. deren Kemkompetenz nicht im IT-Bereich liegt, sparen damit oft eine MengeGeld. da Inh ouse das Know -how tür einen eigenen Server-Park nicht imm er vorhanden ist. So entfallen beim externen Hosting der IT-Infra struktur hohe Anfangsinvestitionen (Capex, capital expenditure) etwa für einen geeigneten Server-Raum mit Notstrom aggregaten der Unt ernehmen in Deut schland nutzten 2014 Cloud-Oienste Quelle: Bitkom, CioucH4Qnitor2015 und Feuerlöschvorrichtungen. Service-Provider mit großen Rechenzentren können stan dardisierte Leistu ngen deutlich günstige r anbiete n. Noch meh r spare n lässt sich, wenn man das Hosting in die Cloud verlegt: Dab ei mietet man sich bei eine m Service-Anbie ter lediglich die jeweils benötigten Server-Kapazitä ten. Sie lassen sich zu jeder Zeit be darfsgerecht an passe n. Mehrkosten für etwaige Überkapazitäte n gehören beim Hosting in der Cloud der Vergangenheit an. Das gewinnt in Zeiten, in denen IT-Fachkräfte Mangelwa re sind und beim IT-Budget gespart wird, an Bedeutung. Einer Umfrage der Analysten von Capg emini unt er 154 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zufolge sinkt bei ein em Fünftel de r Unternehmen dieses Jahr das IT Budget. Bei über 8 Proze nt der Unternehmen sinkt es sogar um mehr als 10 Prozent. 14 8/2015 corni pro fessional

2 Host ing ~ ' Mehr als Webseiten-Hosting Hosting ist deutlich mehr als Web hosting, also das Zurverfügungstellen von Webseiten. Als Hosting bezeichnet man viel mehr jegliche Art der Bere itstellung von externen IT-Services, bei de nen die Hardware im Rechenzentrum eines Dienstleisters unterge bracht ist. Mit Hosting kann man also nahezu die gesamte IT eines Unternehmens auslagern. Fast jede Softwarelösu ng, die ein Unternehmen inhouse betreibt, lässt sich auch im Rechenzentren des Service-Providers ausführen. Anstalt zum Beispiel de n Serv er mit de m CRM-System selbst zu betreiben, mietet ma n sich bei ein em Die nstleister ein en Server, au f de m das CRM lä uft. Der Zugriff darauf erfolgt über das Internet. Klassische Hosting-Varianten I lauptsächlich untersche iden sich die vielen Hosting -Varian ten da rin, ob man seine ei ge ne n Rechner beim Dienstleister unterste llt oder Server vom Dienstleister mietet. Beim klassischen Hosting gibt es zwei Varia nten: Co-Location beziehungsweise Ho using und dediziertes Hosting. Co-Location oder Housing: Beim Co-Location ste llt ein Kunde seine eigene n Server im Rechenzentrum des Service-Providers unter. Der Service beschränkt sich dabei auf die Bereitstellung klimatisierter Räume und der Netzwer kanbindung. Die gesamte Administration der Se rver inklusive Hardware Wechsel liegt in der Regel be im Kunden. Dediziertes Hosting: Beim dedizierten Hos ting mietet der Kunde beim Service- Provtder eine definierte Rechenle istu nq. Die Server ste hen dem Kunden ex klusiv zur Verfüg ung. Je nach Mietmodell ist der Kun de für die komplett e Admi nistration des Serv ers zuständig. Nur bei Hardware-Ausfällen wird der Dien stleister aktiv u nd tauscht Komponenten aus. Vi rtuelles Hosting: Ein e Variante des dedizierten Hostings ist das virtue lle Hosting, be i de m sich mehrere Kun den einen Server teilen. Diese Lösung senkt zw ar die Koste n für den einzelnen Kunden, aber meist auch die Performance gegenüber dem klass ischen dedizierten Hosting. Zudem liegen IaaS, PaaS, SaaS - was ist was? BeimCloud-Computing gibt es viele neue Begriffe. com! professional erklärt die wichtigsten. Begriff Infrastructure as a Service (IaaS) Plat form as a Service (PaaS) Software as a Service (SaaS) Erkl ärung Der Dienstleister stellt lediglich die elementaren Ir-Ressourcen wie Rechenleistung. Speicher und Netzwerkanhindung zur Verfügung. Der Kunde ist für die Installation. den Betrieb und die Wartung des Betriebssystems und der Anwendungen selbst verantwortlich Der Dienstleister stellt auf der IT-Hardware ein lauffähiges System etwa mit Datenbanken bereit. Der Kunde führt innerhalb dieses Systems eigene Cloud-Anwendungen aus Der Dienstleister stellt dem Kunden auf einem Claud-System eine Software zur Miete zur Verfügung. SaaS ist der Nachfolger von ASP(Application Service Provider). "Cloud~Computing hat sich zu einer der zen tralen Technologien der digita len Welt entwickelt." Achim Berg Vizepräsident des IT-Branchenverbands Bitkorn m.org unter Umständen sensible Firmendaten auf einem Server mit Fremdfirmen. Das Hostingwandertindie Cloud Wenn m an de m Marketing der vielen Hosting-Anbieter folgt, dann ist das klassisch e Hosting allerdings Sch nee von gestern - die Zuku nft liegt in de r Cloud. Als Cloud-Computing be zeichnet man die bedarfsgerechte Miete von IT-Ressourcen wie Rechenleistunq. Speicherplatz oder Anwendungen. Beim Cloud-Co mputing un te rscheidet man zwischen Private, Public und Hybrid Clou d. Bei der Private Cloud er hä lt der Kunde eine speziell für seine Bedürfnisse bereitgestellte Infrastrukt ur, die sich bedarfsgerecht anpassen lässt. Zur Unte rscheidung: Oft bezeichnet Private Cloud au ch eine Cloud, die ein Unte rnehme n inhouse be treibt. Größ ter Unte rschied zwischen Private und Public Clouds: Während de r Kunde bei einer Private Cloud die Server exklusiv nutzt, te ilt man sich bei der Public Cloud die Server mit vielen ande ren Kun den. So liegen auch hier, wie beim virtu ellen Hosting, die Firmendaten auf Serve rn, die auch andere Kunden nutzen. Unte r eine r Hybrid Cloud versteht man die Verknüpfung un tern ehmenseige ner IT-Umgebunge n mit Private oder Public Clouds. Nach einer Studie von log im Auftrag des europa weiten Rech enzentrumb etrei bersl nterxion boomt die Hybrid Cloud in Deu tschl an d: "Nach dem Hybrid-Ansatz ble i ben hochsensible Daten im eigenen Rechenzentrum, weniger kritische Anwendungen kön nen in die Private Cloud ausgelagert, dort nach Bedarf getestet und schließlich kostensparend in die Public Cloud überführt we rde n", so Pete r Knapp, Geschäftsführer von In terxion. Klassisches Hosting vs. Cloud Welche Vorteile bietet ein Hosting in der Cloud im Vergleich zum klassischen Hostin g? Das lässt sich am genannten Beispiel CRM-System aufzeigen: Ein Unternehme n mietet bei einem Hosti nq-anbieterfünf Server, auf den en ein CRlvI-System läu ft. Die Server reichen aus, damit alle Mitarbeiter flüssig ar be iten können. Doch zu jedem Monatsanfang ge hen an alle Kunden Schreiben raus. An den Tagen, an denen das CRM-System die Schreiben bearbeitet, ist das System voll ausgelastet und geht in die Knie. Die Folge: Die Mitarbeiter können mit de m CRM-System kaum noch ar beiten. Nu n hat man als Unternehme n zwei Mög lichkeiten: Man mietet für das CRM zwei weitere Server an, die bis auf wenige Tage pro Monat unnütz he rumstehen und Kosten verur- ~ com! professional 8/

3 Hosting...L-- sachen- oder man setzt auf eine Cloud -Lösung. Da - bei mie te t man beim Service-Provider ge nau so viel Rechenleistung, wie gerade benötigt wird. Im Beispiel sind das fünf Server. Zum Monatsanfang läss t man den Provider zwe i weitere Server anstöpseln. Wenn die Kundenschreiben draußen sind, stellt der Service-P rovider die zusätzlichen Server-Kapazitäten anderen Kund en zur Verfügung. Der Vorte il: Als Unternehmen bezahlt man immer nur die Rechenl eistun g, die man gerade braucht. So sinken mit Cloud -Hosting die laufenden Kosten (Opex, operational expenditure) für die IT Infrastruktur zum Teil deutlich gegenüber dem klassisch en Hosting. IT-Dienstleister k önn en Clou d-dienste zude m deutlich günstige r anbieten als klassisches Hostin g. Sie haben ihre Cloud-Angebote weitgehend automatisiert - die vor ha nde nen Ress ourcen werden optimal ausgelaste t. Größere Anbieter ve rte ilen ihre Res sourcen weltweit an Kunden, sodass die Serv er wenig Leerlauf haben / 0 der Unternehmen in Deutschland, die keine Cloud-Dienste nutzen, fürchten Sicherheitsprobleme Mittlerweilestellen zahlreiche Hosting-Anbieter auch Cloud-Angebote bereit. Die Übersicht zeigt eine Auswahl. IAnbieter IInternet Globale Anbieter IBM - HP Fujitsu Internationale Anbieter Atos Capgemini T-Syste ms Unisys Hosting-Anbieter, rww8.hp.comlde/de/cloud/clo udsystem.html e-de/home/u nsere-leistung/ application-operatio ns/cloud.html vlww.de.capgem ini.comlcloud-services ud.t-systems.de Mittelständische Cloud-Anbieter 1&1 Domai nfactory Host Europe Profit Bricks - Stra to Cancom Comarch Freudenberg IT Pirone t NDH Origin äre Cloud-Anbieter wwwdf.eu/de /cloud-hosting rope.de te/architekturen/cloud.html nstleistungen/cloud-computing ervices/hosting/cloud.html et-ndh.comlcloud+computing.- Amazon aws.amazon.com/d e Google Microsoft Salesforce Marktübersicht: Cloud-Hosting https ://cloud.google.com de Quelle: StatistischesBundesamt Angst vor der Public Cloud Für viele Unternehme n gehört es bereits zum Standard, dass Dat en in de r Cloud abgelegt we rde n. Der IT-Bra nche nverba nd Bitkom kam be i einer Umfrage unte r knapp 460 Unt ernehme n für de n Cloud-Monitor zu dem Erge bnis, dass im letzten J ahr bereits 44 Prozent der Unte rnehm en in Deutschland Clou d-dienste nutzte n. Bei Un ternehmen mit me hr als 500 Mita rbe ite rn ware n es laut der Umfrage in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsprüfern von KMPG sogar 70 Prozent. Dabei handelt es sich laut Bitkom hauptsächlich umprivate Clouds, die firmeninte rn laufen und deren Zugriff nur üb er das interne Netzwerk erfolgt. Public-Clou d-lösungen nu tzen nur 16 Prozent der befragten Unternehmen. Ein Großteil der deutschen Unternehmen macht noch einen großen Bogen um die Public Cloud. Die "German Angs t" vor dem Able ge n sensibler Firmendaten au f den Servern eines ex ternen Unternehmens mit Zugriff über das Internet dürfte am Aufdecken diverser staatlicher Schnüffel aktionen liegen. Auch die steigende Zahl von Hack erangriff en dürfte das Vertrau en in die Cloud nic ht unbedingt stärken. Nach Anga be n des Statistischen Bundesamts für chten 37 Prozent der Unt ernehmen, die Cloud-Die nste nicht nutzen, Sicherheitsprobleme. Rund ein Drittel der Firmen stören zudem die Uns icherheiten bezü glich des geografisch en Standorts ihre r Daten und bezüglich des ge l tenden Rech ts. Trotz de r zögerlichen Nutzung von Public-Cloud Dienste n sin d Clouds ein Wachs tumsmarkt: Nach Prognosen der Exp erton Group wächst der Markt für Cloud-C omputing in Deutschl and bis 2018 um rund 35 Prozent pr o J ahr. Bereits in dies em J ahr soll der Umsatz mit Clo ud-lösungen wie SaaS, IaaS un d PaaS be i knapp 9 Milliar de n Euro liegen. Hosting mit Nachteilen Trot z der Vorteile des Hostin gs und speziell des Cloud-Hostings - eine externe IT-Infrastruktur birgt auch Risiken. Der Zugriff auf die'externen Server erfolgt in der Regel üb er das Internet. Wie gut das funktioniert, ohne dass das Lad en von Daten für die Mitarbeiter zur Ge du ldsprobe wird, hängt in erster Linie von der Internetanbindung ab. So hatten laut Statistischem Bundesamt 46 Prozent alle r Unternehm en eine ve rtraglich vere inbarte Dat enüb ertragungsra te der schnellste n festen Intern etv erbindung von gerade einmal 10 MBit/s. 18 Prozent der Unte r nehmen verfügten über ein e Anbindung mit 30 bis 100 MBitis und nur 7 Prozent waren mit 100 MBitis und mehr unterwegs. Die Abhä ngigkeit vom Intern et hat zudem zur Folge, dass bei einer Störung des Intern etzugangs die Mitarbeiter nicht an alle Daten herankommen und der Firmenbetrieb stark beeinträchtigt werden kann. 16 8/2015 com! professional

4 -« "--. Hosting Und wenn zum Beispiel ein Bagger be i Straßenbauarbeiten ein Glasfaserkabel kappt, dann kann ein Intemetau sfall mehre re Stun den andauern. Bevor man als Unternehmen sei ne Dat en einem ex ternen Dienstlei ster an vertraut, sollte man zudem abklären. welche Daten herausgegeben werden dürfen. Sind gesetzliche Regelungen oder Verträge zu beachten, die die externe Datenspeicherunq von Firmenund Kundend aten untersagen? Der Hosting-Markt Der Hosting-Markt ist stark fragmentiert und viele Unternehmen buhlen um die Gunst de r Kunden. Neben den Globa l Playern wie IBM, HP und Fujitsu gib t es große Anbietet wie Atos und T-Systems sowie mittelständische Unte rnehmen wie Cancom. Hinzu kommen Laut dem IT-Branche nver band Bitkom nutzten im let zten Ja hr 16 Prozent der Unterne hme n in Deutschland Public-Cloud-Dienste und zwar für diese Zwecke: Group ware (z. B. , Kalender) Customer Relationsh ip Management Telefonie aus de r Cloud (VaIP) CoUaboration-Tools Security as a Service Branch ensp ezifische Anwendungen Office-Anwend ungen 15 % Enterprise Resou rce 6% 9 % Plan ning (ERPI Big Data com! p ro feu ion ~I 8/ 1 S C!oud-Nutzung in deutschen Unternehmen 23 % 23 % 25 % 35 % 46 % Quelle: 8itkom; Unternehmen ~b 20 Mitarbeitern. die Pub l ic< loud Oifn~t e im SaaS Modell nuuen "Die Clcud ist in Deutschland angekommen." Martin Geier General Manager Amazon Web Services Germany den individuelle Pakete ge schnürt. Vor allem mitt elstän dische Dien stleister pu nkten dur ch individu elle Angebote und umfangreichen Service. Was bleibt? Spe zielle Hosting-Anb ieter, die vom virtuellen Hostin g über dedizierte Server bis zum großen Cloud-Verbund eine breite Auswahl bieten. Diese Dienstleister arbeiten meist mit hoch standa rdisierten Angeboten und der Kunde bestellt die Rechenleistu ng von der Stange. Auch hier lassen sich einzelne Vertrags bestendteile nicht oder nu r selte n an pass en. Den richtigen Anbieter finden Die Hosting-Branche wandelt sich mit großen Schritten in Richtung Everything as a Service: Für den Kunden steht dabei die Frage nach der zu mietenden He rd- und Software nich t mehr im Vorde rgrund. Vielmehr geht es darum. wie flexibel sich Server nut zen lassen und welche Managed Servi ces der Hoster anbietet. Doch vor allem beim Cloud-Hosting ist ein Angebots- und Preis vergleich zwische n d en Anbietern eine echte Herausford erung. Zunächst sollte man sich genau überlegen, welche Teile der IT zu einem Hosting-Anbieter beziehungsweise in die Cloud wa nde rn sollen - IT-Services wie das CRM, Backups oder nur das Webhosting? Damit lässt sich dann auch prüfen,ob sich ein pot enzielleranbietet grundsätzlich für die geplanten Einsatzgebiete eig net? Erlauben zum Beispieldie stark stendardisierten Ange bote großer Cloud-Anbieter den Einsa tz spezieller Anwendungen, mit denen im Unternehmen gearbeitet wird? Unternehmen, die auf ein en externen Hostinq-Anbieter setzen wollen. ist zu empfeh-... auf Hosting spezialisie rte Anbieter wie Profit Bricks und originä re Cloud-Anbieter wie Amazon, Google und Sales force. Die Frage nach dem richtigen Dienstl eister lässt sich ga r nicht so einfach beantworten. Das hängt auch davon ab, was man als Unterne hmen in der Cloud machen will - nur seine Daten auslagern oder Teile der IT wie das CRM-System in die Wolke verlagern. Je größer de r Anbietet, desto größe r sind die Firmen, die er als Kund en im Visier hat. Die Global Playe r sind meist auf das Outsourcin q große r Teile ode r der gesamten IT eines Untern ehme ns in eine Private Cloud ausgerichtet. Das Gleiche gilt für die Großen der Branche wie T-Systems. Hier liegt der Schwerpunkt meist ebenfalls bei Private Clouds. Zudem haben sich die internationalen Anbteter oft auf bestimmte Dienste wie SAP-Systeme spezialisiert. Bei den originären Cloud-An bietern wie Amazon und Google handelt es sich zwa r au ch um Global Player - der Schwerpunkt liegt allerdings bei Public-Clou d-lösungen und sie sind pr eisgünstiger als die individuell zugeschnittenen Lösungen von HP oder T-Systems. Somit eignen sich Google & Co. auch für kleinere Unternehmen oder einzelne Abteilungen. Darin liegt jedoch auch der Na chteil der gro ßen Cloud-Anbieter: Es gibt kaum Möglichkeiten für individuelle An gebote. Als Unternehmen sucht man sich auf der Webseite des Anbieters einen Service au s und konfiguriert ihn an schlie ßend erhält man einen Boilerplate-Vertrag. I?iesen 'kann man un terschreiben oder nicht. Vertragsanpassungen sind nicht möglich. Ganz anders bei den Global Playern und den mittelständische n Anbiet em : Hier gibt es meist keine festen Angebote. Für jeden Kunden wercom! professional

5 Hestfng ' Ien. das Kleinged ruckt e genau unter die Lupe zu nehmen und möglichst viele Angebote einzuholen und die Leistungen eventuell mit einer Ausschreibung zu vergleichen. Ein Vergleich sollte neben de n grundsätzlichen Rahmenbedingungen diese Aspekte umfassen: Verfügbarkeit: Welche Verfügbarkeit seiner Services garantiert der Anbieter? Gibt es feste Ausfellzeiten. etwa für die Wartung? Die Verfügbarkei t sollte in einem Service Level Agreeme nt (SLA)ge regelt sein. Auch et waige Entschädigungszahlungen für nicht vom Kunden verschuldete Au sfälle sollten festgelegt werden. Administr at ion: Angesichts der vielen verschi edenen Cloud Modelle wie PaaS u nd SaaS sollte geregelt sein, wer welche Wartungsarbeiten wie d as Eins pielen von Sicherheits Upda tes übernimmt. Skalier barkeit: Wie schnell und in we lchem Rahmen kann der Hosting-Anbiet er seine Clou d-angebote skeßerent Bei einer kurzfristigen Last sollte der Anbieter in der Lage sein, schnell weitere Kapazitäten bereitzustellen. Vertrags laufzeit: Wie lange binde ich mich an de n Dienst Ieistert Woran man bei Vertragsabschluss oft nicht denkt : Was passiert, wenn man sich vom Hostin g-anbieter tren nen möchte? Die Rückholbarkeit de r Kundenda ten bei Vertragsende sollte man schon vor Vertr agsabschluss regeln. Zugang: Wie greift d er Kunde auf die Hostin q -Servtces zu? Unterstüt zt de r Anbiete r siche re VPN-Verbindungen? Preise beim Cloud-Hosting Eine der wichtigsten Fragen beim rr-outsourcing sind die Kosten : Welche Kosten fallen an, wi e hoch sind die Einspereffekte? Jeder Anbiet er hat seine eigenen Ansa tze bei der Pre isgestaltung und der Zusanunenstellung de r Angebotspake te. Da jeder Clou d-dienstleister andere Rechen-, Speicherund Netzwerkleistungen anbietet, gestaltet es sich für den IT Verantwortlichen in einem Unternehmen extrem schwierig, die einzelnen Angebote zu vergleichen. Prozessor: Wennman sich einen Serverkauftoder einen dedizierten Server mietet, d ann weiß man. was man bekommt - die CPU ha t einen H ersteller wie Intel sowie eine Mode llnununer. Anha nd dieser Daten ist mehr oder we niger kla r, welche Rechenleistung man erwarte n kann. "Hybri de IT-Lösungen, also die Verbindung von Public und Private Clouds mit der bereits bestehenden If-Infrastruktur; haben in Europa und besondersin Deutschland Konjunktur: PeterKnapp Geschäftsführer des Rechenzentrumbetreibers Interxion Deutschland rxiom.com Ganz anders sieh t es in der Cloud aus: Viele Anbieter geben lediglich die An zahl der verfügbaren CPU-Kerne an - in der Regel ist un kla r, um we lche Prozessoren es sich handelt. Oft sind es vc PUs oder vco res - ge mei nsa m mit ande ren Kunden genutzte Prozessoren. Das ist erst einmal nic ht un praktisch, da Prozessoren meist oh nehin nic ht voll ausgelaste t sin d. Bei geteilten CPUs besteht alle rdings die Gefahr des sogen annten Noisy-Neighbour-Effekts. Dabei nimmt die virtuelle Maschine eines anderen Kunden au f demselbe n Serve r physische Rechenleistungfür sich allein in Anspruch. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt einen Cloud -Service mit dedizierten CPU-Resso urcen. RAM: Vor allem der Trend zu In-Memory -Datenbanke n sorgt für einen hohen Bedarf an Arbeitsspeicher in Servern. Oft sind größere RAM-Spe icher nur bei Buchung einer höh eren CPU Leistungmöglich.Achte n Sie da her darauf, da ss sich CPUund RAM unabhängig vone inander konfi gurieren lassen. Speicher: Beim Cloud-Hosünq gibt es vie le Speichennöglich keiten - auf Festplatte oder SSD, mit Bezeichnungen wie Root Disk, Elastic Disk oder Block Storage. Um sichin dem Dschungel zurechtzufinden. muss man die Unterschiede kennen. Zunächst gibt es einen Basis-Speicher. auch Root Disk genannt. Dabei handelt es sich um einen flüchtigen Speicher, in dem das Betriebssystem ge bootet wird. Wenn das virtuelle Clou d-system ausgeschaltet wird. dann werden Veränderun ge n in diesem Speicher gelöscht. Bietet ein Cloud-Dienstleister einen solchen temporären lokalen Spe icher an, dann rei chen hierfür meist bis zu 20 GByte Speicherplatz völlig aus. Oft sind aber die CPU-Kapazita ten und der RAM Speicherplatz mit diesem temporären Spe icher ve rknüpft. Wer mehr... TeD-Kalkulator Welche Kostenvorteile bietet Cloud- Computing Ihrem Unternehmen? Der TCO-Kalkulator der Experton Group gibt Ihnen einen groben Anhaltsp unkt, wie viel Sie mit Ihrer Ir Landschaft in der Cloud sparen können. Der Cloud-Ka lkulator unter vergleicht Investitions- und Betriebskosten Ihrer IT lnfrastruktur mit dem alte matlven Bezug von Fr-Ressourcen aus der Cloud. Dazu geben Sie die Rahmendaten IhrerServer-Kapazitäten wie Entwicklungs- und Produktions-Serveran sowiederen Auslastung. AlsErgebnis zeigt der Kalkulator die Gesamtkosten für beide Betriebsmodelle im Vergleich an. TCo ' v " ~-- - li!il!!!!i ~ I :U.5~ So viel sparen Sie mit der Claud: Der clcud-kelkulatcr zeigt grob auf, wie viel Geld ein Unternehm en sparen kann, wenn es seine IT in die Ctoud verschiebt. comt professional 8/

6 ..-LHOs.in g Rechenl eistun g oder RAM benötigt. muss also auch mehr temporären Speicher buchen. Damit nicht alle Daten eines virtuellen Cloud Servers bei einem Neusta rt verloren geh en, bieten Cloud-Dienstlelster zusätzlich einen persistenten Speicher an, auch als Block Storage be zeichnet. Das ist eine virtuelle Festplatte. die dauerhaft ihre Daten beh ält. Datenver kehr: Während bei vielen klassisch en Hosting-Angeboten keine zusä tzlichen Kosten für den Dat enverkehr anfallen. ist das beim Cloud-Hosting vielfach anders. Dort haben sich zw ei Abrechnungsmodelle durchgeset zt: Entweder bezahlt man für eine feste Bandbreite, et wa 10 MBiUs, oder na ch übertragen em Datenvolumen. Vor allem Letzteres ka nn zur Ko stenfalle w erd en. Be i ein er Ab rechnung nach Da tenvolu m en wi rd zwar nur d as bezahlt, was m a n auch wirklich a n Da ten ü bertragen ha t, dafür ist a ber sc h we r abzuschätzen, wi e hoch das benö tigte Datenvolumen ist. Je nach Ve rtra gsm od ell beinhaltet ein C loud-server bereits e in bestimmtes Datenvolumen. Bei Überschreiten d ieses Inklusivv olumens fall en Gebühren von 10 MBit/s ist die vertraglich vereinbarte Übertragungsrate, mit der 46 Prozent der deut schen Unternehmen ins Intern et gehen Quelle:Statistischfs8undesarnt m e ist mehreren Cen t pro G Byte an. Zudem u nt erscheiden einige Anbiete r zwischen eingehendem und ausg ehendem Datenverkehr. Sup port: Auc h die Sup po rt-kosten so llte man sich genaue r ansehen; Während d e r Suppo rt bei reinen Hosting-An bi et ern m eist inbe griffe n ist, fall en etwa bei de n orig inäre n Cloud-Dien sten dafür te ils hohe Kosten an. So berechnet Amazon die Support-Kost en anha nd der Gesamtkost en fü r die Cloud-Dienste. Da s klingt ni cht nur kompliziert, so ndern ist es auch. Ein Beispie l; Bei monatlich en Kosten vo n Dollar fa llen für d e n Support noch einma l 6150 Doll ar an. Ähnlich komplizie rt ist di e Bere chnung beim Marktbegleiter Google. Anders bei den meisten mittelständischen Anbie tern: Da man hier ohnehin nich t vo n der Sta nge ka uft, unte rliegen a u ch d ie Service- und Support O ptionen Verein ba rungen. individuellen Konstantin Pfliegl proft'sslonal.de Cloud made in Germany Seit dem NSA-Skandal ist das Vertrauen in Cloud-Dienste in vielen Unt ernehmen drastisch gesunken. Mit dem Aufbau von Rechenzent ren in Deutschland versuch en viele US-Anbieter wiede r an Vert rauen zu gewinnen. Das strenge deutsche Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) gilt für alle Hc stlng-dienste, die ein deutsches Unternehmen nutzt. Dabei spielt es keine Rolle, wo auf der Welt d ie Daten liegen - im Kellerder Firma in Wanne-Eickel oder bei einem Cloud-Dienst in den USAoder in Indien. Sobald ein Unternehmen personenbezogene Daten von Mitarbeitern, Kunde n oder lieferanten verarbeitet, greift das Bundesdat ensch utzgesetz. Doch wie kann man sicherstellen, dass der Cloud-Anbieter Rücksicht auf deutsche Date nschutzgesetze nimmt? Wer sich für Hostin g-anbieter in Deut schland ode r innerhalb de r Europäischen Union entscheidet. ist dam it aus rechtlicher Sicht meist auf der sicheren Seite. Ganz a nders sieht es zum Beispiel bei US-Diensten aus: Zwar können sich US-Firmen bereits Enucheidungshilfe für deutsche Oouds (Auswahl) Angebot Internet OoudServices Made In Germany c1oud.de Cloud Scout DeutscheWolke Eurod oud Deutsehland eco Germa~ Businesscloud German C10ud OpenOoud Alliance httpllopen--cloud-alliance.de Trusted C10ud de se it 2000 den sogenannten Safe Herber Principles unterwerfen - einer freiwilligen Verpflichtung de r Anbiete r, d ie einen Datenschutz auf Eu-Niveau gewährleiste n so ll. Eine Studie der Beratu ngsfirma Galexia hat jed och gezeigt, dass sich nicht alle Safe-Haber -zertifizierte n Unte rnehme n auch an die Abkommen zum Dat enschutz halten. Einige US-amer ikanische Unternehmen unt erwerfen sich zudem freiwilligstrengeren innereuropäischen Datenschutzregeln. Doch auch das bringt nur wenig Sicherheit: Einerhebliches Risiko ist der Patriot Act. Er erm öglicht es US-Behö rden, die Herausgabe von Daten zu erwirken. EinGerichtsbeschluss ist dafü r nicht notwend ig. Auch wenn immer mehr US-Anbieter ein Rechenzentren in Deutschland oder in Europa betreibenvor dem Patriot Act schützt das nicht. Unternehmen, die auf Nummer sicher gehe n möchten und daher Wert auf einen de utschen Cloud-Anbiete r legen, müssen sich derzeit noch mit einem eingeschränkten Angebotzufriedengeben. Zahlreiche Verbän de und Vereinigungen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz in die Vielfaltder Angebote zu bringen. Da gibt es zum Beispiel d ie Deutsche Wolke, Cloud Services Made in Germany, clovd.de oder die Open Cloud Alliance (DCA). l etztere will auf Basis quelloffener Systeme eine anb ieterübergreifende Altern ative zu Amazons AWS & Co. bieten. Immer meh r Initiat iven versuchen, durch Zertifizierungen und Prüfsiegel Rechtssiche rheit und Vertrauen zu schaffen. Auch das Bundesministerium für Wirtscha ft und Energie (BMWi) kümme rt sich um das Them a Cloud und hat da s Program m Trusted Cloud ins leben gerufe n. DieVielzahl an Siegeln macht es nicht unbedingt leichter, den richtigen Anbiete r zu finden. Generell lässt sich aber sagen: Mitder Wahl eines audrtierten Unternehmens kann man wenig falsch machen. 20 8/2015 com!professional / I /

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