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- Sofie Gärtner
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2 - I I - VORWORT Der vorliegende Bericlit wurde im A u f t r a g der Eidgenössisclien Kommission für Frauenfragen von Dr. i u r. U r s u l a Nordmann- Zimmermann ausgearbeitet. Die Kommission diskutierte den Bericlit, brachte Aenderungen an, und danach wurde erd e r ausserparlamentarischen Expertenkommission, welche mit der Ausarbeitung eines Vorentwurfs für dier e v i s i o n des Scheidungsrechts (Art. 137 f f. ZGB) beauftragt i s t, zugestellt. Die Uebersetzung insd e u t s c h e besorgte Katharina Belser, das Manuskript wurde von ivlargrith Oppliger insr e i n e geschrieben. Ziel des Berichtes iste s, d e r E x p e r t e n k o m m i s s i o n die w i c h t i g - sten Aenderungen, died i ek o m m i s s i o n für Frauenfragen von der laufenden Revision erwartet, zu unterbreiten. Der Bericht besteht aus zwei Teilen: der e r s t e Teil enthält die soziologischen, ökonomischen und juristischen Grundlagen, welche für eine Diskussion der Scheidungsrechtsrevision notwendig sind. Diese Revision istg e g e n s t a n d des zweiten Teils, jyiit einer kurzen Schlussfolgerung schliesst derb e r i c h t,
3 - III - INHALTSVERZEICHNIS Seite VORWORT 11 INHALTSVERZEICHNIS I I I ERSTER TEIL: DIE SCHEIDUNG UND IHRUMFELD 1 1. UEBERSICHT UEBERD I E WICHTIGSTEN FRAGEN 1 2. STATISTISCHE DATEN ZUR SCHEIDUNG Scheidung Wiederverheiratung Scheidung mitundohne minderjährige Kinder Scheidungsgründe DieZ a h l der K o n v e n t i o n a l - scheidungen Dienach derscheidung demex - Gatten ausgerichteten Renten oder Kapitalabfindungen Der Z i v i l s t a n d dere r w a c h s e n e n i n ders c h w e i z DieK i n d e r z u t e i l u n g nachd e r Scheidung Schlussfolgerungen WARUM NEHMEN DIESCHEIDUNGEN SO STARK ZU? ~ EINIGE DATEN ZUR ENTWICKLUNG DER ROLLEN VON MANN UND FRAU UND UEBER DEN GRAD DER VERWIRKLICHUNGDER GLEICHBERECHTIGUNG Schulbildung Berufsbildung und S t e l l e n m a r k t Löhne Frauenbeschäftigung 30
4 - IV Wiederaufnahme der B e r u f s - tätigkeit nach einem Unterbruch Dien e u e n Väter DieH a u s m ä n n e r DieBerufstätigkeit der geschiedenen Frauen Schlussfolgerungen INTERNATIONALES RECHT, VERFASSUNGS-.RECHT UND GESETZGEBUNG IM ZUSAMMEN- HANG MITDEM SCHEIDUNGSRECHT Verfassungsrecht und Internationales > Recht? Das r e v i d i e r t e Ehe-u n de r b r e c h t Altersversicherung und berufliche Vorsorge Die b e r u f l i c h e Vorsorge (BVG) Die AHV E i n i g e Zahlen zud e ne i n k o m m e n der der geschiedenen AHV-Rentnerinnen Schlussfolgerungen 41 ZWEITER TEIL: KONKRETE VORSCHLAEGE FUERD I E REVISION DES SCHEIDUNGSRECHTS 1. ALLGEMEINE FORDERUNGEN DER KOMMIS- SION FUER FRAUENFRAGEN DISKUSSION DER SCHEIDUNGSRECHTS- REVISION DieS c h e i d u n g s g r ü n d e nach geltendem Recht Scheidungsgründe im revidierten Scheidungsrecht DieS c h e i d u n g in gegenseitigem Einvernehmen 49
5 - V Die V o r a u s s e t z u n g e n der Scheidung in'gegenseitigem Einvernehmen Die Scheidung bei Widerstand eines Partners Heutiges Recht und Rechtsprechung Die "Fristenlösung" Der Verlauf der Scheidung nach der Fristenlösung Schlussfolgerungen Die N e b e n f o l g e n der Scheidung Punkt.e, diei nfrüheren R e v i s i o n e n des ZGB geregelt wurden Finanzielle Leistungen zwischen Ehepartnern nach der Scheidung Geltendes Recht und Rechtsprechung, Zukünftige Lösungen Grundsätze 64 ' Rentenstatistiken Entschädigung für d i e Erziehung gemeinsamer Kinder Rente für den beruflichen Wiedereinstieg Entschädigung für Verlust der beruflichen Position Beitragsleistungen inh ä r t e f ä l l e n (Alter, Krankheit, usw.) Wohnung und Hausrat AHV und BVG Das Schicksal derminderjährigen Kinder nach der Scheidung Heutige Situation 70
6 - V I Gemeinsame e l t e r l i c h e Gewalt nach der Scheidung DieZ u t e i l u n g der elterlichen Gewalt and e nv a t e r Abänderung dés Scheidungsurteils bezüglich Zuteilung der e l t e r l i c h e n Gewalt Das B e s u c h s r e c h t? Die Anhörung desk i n d e s durch den Richter Zusammenfassung der Vorschläge DieB e i b e h a l t u n g der Trennung Genugtuung SCHLUSSFOLGERUNGEN 81 BIBLIOGRAFIE 82 72
7 - 1- ERSTER TEIL: DIES C H E I D U N G UND IHRUMFELD 1. UEBERSICHT UEBER DIEWICHTIGSTEN FRAGEN Das geltende Scheidungsrecht stammt ausdem Jahre 1907 und wird zur Z e i t r e v i d i e r t. Diese Revision ist d i efünfte Etappe der Revision desg e s a m t e n Familienrechts, d i ee n d e der- 50er Jahre begonnen wurde. Diev i e r vorhergehenden Revisionsetappen behandelten, in c h r o n o l o g i s c h e r Reihenfolge, das 1973 i n Kraft getretene Adoptionsrecht, das s e i t 1978 g e l t e n d e Kindsrecht, den fürsorgerischen Freiheitsentzug, s e i t i n Kraft, sowie als l e t z t e Etappe dase h e -u n de h e g ü t e r r e c h t, das aufd e n1. J a n u a r 1988i n K r a f t treten wird. Waren diev o r a n g e g a n g e n e n Revisionen hauptsächlich in der Absicht e r f o l g t, Personen, i n g l e i c h e n faktischen S i t u a t i o n e n auch rechtlich gleichzustellen: dasa d o p t i v k i n d dem leiblichen Kind, das a u s s e r e h e l i c h e dem ehelichen Kind, die E h e g a t t i n dem Ehegatten undu m g e k e h r t - so drängt sich die R e v i s i o n des Scheidungsrechts nicht nuru n t e r dem Aspekt derg l e i c h - berechtigung vonfrau undmann auf, sondern u.a. wegen der explosionsartigen Zunahme ders c h e i d u n g s z i f f e r n. Vordem2. Weltkrieg s t e l l t e n dieg e s c h i e d e n e n eine marginale gesellschaftliche Gruppe dar, während heute einb e t r ä c h t l i c h e r Prozentsatz unserer Bevölkerung geschieden i s t. Parallel dazu hat d i e Z a h l derv o ns c h e i d u n g e n betroffenen minderjährigen Kinder ebenfalls stark zugenommen. Man h a td e n E i n - druck', dies c h e i d u n g seiz u e i r i e m Massenphänomen geworden, mindestens ebensosehr bedingt durch äussere Faktoren w i e durch das V e r h a l t e n dere h e g a t t e n, während früher dieäusseren Einflüsse aufd i ee r h a l t u n g dere h e t e n d i e r t e n u n dd i e Scheidung als i n d i v i d u e l l e s Phänomen galt, im w e s e n t l i c h e n verursacht durch das V e r h a l t e n der Ehepartner.
8 - 2- Diese Entwicklung verlangt im Interesse derg e s e l l s c h a f t, des Individuums und des Staates nach einer Anpassung des Scheidungsmodus, damit er den Bedürfnissen eines grossen Teils der Bevölkerung aus allen sozialen Schichten- gerecht werden 'kann. ' Nach geltendem Recht: - kann der Staat eine Scheidung verhindern. Tatsächlich verlangt das Gesetz von derjenigen Partei, died i es c h e i d u n g einreicht, den Beweis, dass einer der im Gesetz vorgesehenen Scheidungsgründe auch tatsächlich vorliegt (Art. 137 ff. ZGB). Ausserdem gibt es dem "unschuldigen" Ehegatten die Möglichkeit, sich während Jahren erfolgreich dem Scheidun'gsantrag des Partners zu widersetzen (Art. 142 Abs. 2 und 148 Abs. 2 ZGB). Sind diese Regeln noch zu rechtfertigen, wenn der S t a a t anderseits in a l l e n Bereichen den Schutz der Persönlichkeit verstärkt-u n d d i ea n e r k e n n u n g der Grundrechte und -freiheiten fördert? Im übrigen kann er keinem Ehegatten verbieten, den andern zu verlassen oder gar eine freie Verbindunge i n z u g e h e n. - hat d i e " s c h u l d i g e " Ehegattin nach der Scheidung kein Recht auf Unterhaltszahlung, auch wenn siek l e i n e Kinder zub e - treuen hat und daher nicht für ihren Lebensunterhalt aufkommen kann.'d i e "unschuldige" Ehegattin hingegen kann sich nach der Scheidung Alimente zahlen lassen, wenn d e r Mann für "schuldig" befunden wurde, auch wenn sie k e i n e Kinder zu betreue n hatu h d ihren Lebensunterhalt selbst verdient oder verdienen könnte. Sind diese Bestimmungen nicht überholt, j a s o g a r stossend? Diese Fragen zeigen, dass es nötig i s t, das Ziel des neuen Scheidungsrechts und d i ei h m zugrunde liegende Geisteshaltung zu bestimmen:
9 - 3- Soll die I d e e beibehalten werden, wonach diem ö g l i c h k e i t, sich scheiden zu lassén ebenso wie allfällige Zahlungen eines Ex-Partners an den andern im w e s e n t l i c h e n vom Verhalten der E h e p a r t n e r und von den Umständen während der Ehe abhängig sind? Diese Vorstellung von Scheidung führt notwendigerweise zu einer starken Einmischung des Staatesi n das Privatleben von scheidungswilligen Personen. Das heisst, der Richter muss im Prinzip untersuchen, ob Zerrüttung vorliegt (Art. 142 Abs. 1, 151 und 152"Z G B ) oder sich davon überzeugen, dass einer der s p e z i e l l e n Scheidungsgründe der Art. 137 b i s1 4 1 ZGB erfüllt i s t. Um diese Aufgabe auszuführen, muss er wissen, wie sich das éheliche Zusammenleben abgespielt hat u n d abspielt. Eine andere Konzeption von Scheidung bestände darin, aufs c h e i - dung zu erkennen, sobald beide Partner dies wollen, uridd i e Scheidungsfolgen zu regeln auf d e r Grundlage, d e r aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der E h e p a r t n e r sowie - f a l l s 'vorhanden - ihrer minderjährigen Kinder. Die V e r g a n g e n h e i t des Paares würde keine Rolle mehr spielen. Als Scheidungsgrund gälte diev o n beiden Partnern anerkannte Feststellung, dass diee h e gescheitert i s t. ^ Von der Wahl der e i n e n oder andern dieser beiden Grundkonzeptionen hängt zum grossen Teil diel ö s u n g ab, welche für den Fall gefunden werden muss, wo eine h e p a r t n e r sich der Scheidung widersetzt. Wenn auf S c h e i d u n g erkannt wirdi, sobald das Scheitern der Ehe festgestellt i s t, dann bedeutet dies, dass es logischerweise möglich sein muss, dem s,cheidungsuhwilligen Partner d i e Auflösung der Ehe durch Scheidung aufzuzwingen, auch wenn er unschuldig i s t.
10 - 4- Wenn das Gesetz' d e n Scheidungsentscheid den beiden Partnern selbständig überlässt, spricht man von "Scheidung in gegenseitigem Einverständnis". Inm a n c h e n Kantonen wird diese Möglichkeit ind e r P r a x i s bereits angewendet (Deschenaux/ Tercier 1980, S.103; Perrin/Tricot 1986, S. 14 f f. ). Diese "Privatisierung der Scheidung", also die N i c h t e i n - mischung des Staates ind e n Scheidungsentschluss wird auch für den Bereich der K i n d e r z u t e i l u n g g e f o r d e r t. Es wird nicht mehr allgemein von den Eltern angenommen, dasss i e sich nach der Scheidung nicht ind i e e l t e r l i c h e Gewalt, j a sogar ind a s Sorgerecht t e i l e n könnten. Diese Forderung gründet ind e r T a t s a c h e, dass dies c h e i d u n g der E l t e r n ihre Bindung an d i ek i n d e r nicht verändert, s i eb l e i b e n deren Vater urid Mutter, auch über diea u f l ö s u n g der'ehe hinaus. Diese Sichtweise unterscheidet klar zwischen der Beziehung der Ehepartner, die d u r c h dies c h e i d u n g aufgelöst wird, und der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, dien a c hd e r. Scheidung so g u tw i e möglich aufrechterhalten werden s o l l. Deshalb s t e l l t sich dief r a g e, ob das Gesetz diem ö g l i c h k e i t der gemeinsamen e l t e r l i c h e n Gewalt nach der Scheidung vorsehen s o l l. Man s t e l l t auch eine zunehmend deutlichere Tendenz fest, dass Väter nach der Scheidung die e l t e r l i c h e Gewalt und das Sorgerecht für ihre Kinder beantragen. Obwohl das geltende Recht nichts dagegen sagt, f o l g t die R e c h t s p r e c h u n g noch immer der "Tender-years-doctrine". Das bedeutet, dass die' Gerichte den Säugling und das Kleinkind der Mutter zusprechen, ausser unter ganz besonderen'umständen, und sie tun dies - nach eigenen Aussagen - im Interesse des Kindes. Neuere Untersuchungen ind i e s e m Bereich widerlegen jedoch diese Theorie (dass das kleine Kind für seine Entwicklung auf diem u t t e r angewiesen.sei). Es s t e l l t sich also die F r a g e, ob es nicht angebracht ist, im Gesetz eine Bestimmung einzuführen, wonach Vater und M u t t e r beid e r Z u t e i l u n g der elterlichen Gewalt ausdrücklich gleichbehandelt werden sollen.
11 STATISTISCHE DATEN ZUR SCHEIDUNG Um i nd e n w e i t e r e n Uebérlegungen gravierende Fehler zu vermeiden, iste s nötig, einige Statistiken näher zu b e t r a c h t e n. 2.1 Scheidung Die folgende Grafik aus D u s s - v o n Werdt & Fuchs (1980, S.1 8 ) informiert über diee n t w i c k l u n g der S c h e i d u n g s r a t e in der Schweiz. Grafik 1 Synthetischer Scheidungsindex von 1900 b i s und rohe Scheidungsrate, Schweiz, 1) Seile idungen auf 100 Heiraten 2) Sctieidungen auf lo'ooo Einwohner - - / Sctieldungsindex J - (Masstab links) f / - /"\ / / ' 1 J r'" SeileIdur igsrate - / (Masstat > rectits) - J Illllilll M l l1 l l l l l l. l IIIIIIIII IIIIIIIII IIIIIIIII IIIIIIIII IK» IVOS ItlO l«l> l«:0 l«2s KJS \<><0 IMS I9S0 l«ss 1160 I96S 1970 IMS IltO Jatir
12 - 6- Während zwischen 1948u n d1966 d i es c h e i d u n g s r a t e i.ri unserem Land konstant blieb, begann siea.b1967 r a s c h und r e g e l - mässig anzusteigen. 1967wurden noch 5*200 Scheidungerigezählt, waren es 6'400, 8'900 im J a h r e 1975, 10'900 im Jahr 1980u n d1983w u r d e n 11'700 Ehen geschieden (Die Scheidungen ind e rs c h w e i z seit 1967, S. 7 ). Im J a h r 1983 betrüg die S c h e i d u n g s w a h r s c h e i n l i c h k e i t für d i e bestehenden Ehen 30%. (DieS c h e i d u n g e n i nd e r Schweiz seit 1967,S.5) Die folgende Tabelle aus der. Publikation des Bundesamtes für Statistik "Die S c h e i d u n g e n i nd e rs c h w e i z seit " zeigt, dass sich die S c h e i d u n g s r a t e ina n d e r n europäischen Ländern ähnlich entwickelth a t : Tab Index der S c h e l d u n g s h S u f i g k e i t ' ^ i ne i n i g e n europsischenl S n d e c n s e i t 1965 SoBBae des d i v o r c e s r âults^> dans quelques pays européens, depuis Land" Pays' I97S CH BRO GB A DK SF F N NL S a) Quelle / Source: Institut national d'études démographiques (Paris) 1) Zahl der Scheidungen auf 100 Ehen / Nombres de divorces pour 100 mariages 2) CH: Schweiz / Suisse. BRD: Bundesrepublik Deutschland / Allemagne (R.F.). GB: England und Wales / Angleterre-Galles. A: Oesterreich / Autriche. DK: Dänemark / Danemark. SF: Finnland / Finlande. F: Frankreich / France. N: Norwegen / Norvège. NL: Niederlande / Pays-Bas. S: Schweden / Suède. a) Nicht vergleichbar mit den vorangegangenen Jahren / Non comparable aux années précédentes
13 - 7 - Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Scheidungshäufigkeit nach Ehedauer. Es geht daraus hervor, "dass der Anteil der nach relativ kurzer Dauer geschiedenen Ehen zunimmt". (DieS c h e i d u n g i hd e r Schweiz seit 1967, S.1 2 ). Diese Tatsache sollten wirb e d e n k e n, wenn w i rü b e rd i e Frage diskutieren werden, ob es nötig, i s t, für die Scheidung ingegenseitigem ' Einverständnis eine minimale Ehedauer vorauszusetzen. Sie w i r d äuch died i s k u s s i o n beeinflussen über died a u e r der T r e n n u n g, welche b e i e i n e r Scheidung gegen den Willen des/r Partner/in verlangt werden soll. Diese Wartefristen sollten nämlich ineinem vernünftigen Verhältnis zur Dauer des ehelichen Zusammenlebens stehen. Grafik 2 Scheidungsziffer nach Ehedauer 1967 und 1982 Taux de divorce selon l ad u r S e du narlage, en 1967.e t 1982 Ziffer/Taux (%u) / / / / ( / / /1 // / / r ( \l ' Ehedauer als Differenz der Jahreszahlen / Durée, en différence de millésime
14 - 8- Die folgende Tabelle gibt diescheidungshäufigkeit nach Geschlecht unda l t e r für zwei Zeitabschnitte wieder. Daraus lässt sich f e s t s t e l l e n, dass "diese (Scheidungs-)Intensität wiederum umso grösser ( i s t ), jej ü n g e r die b e t r e f f e n d e n Personen im Z e i t p u n k t ders c h e i d u n g sind". (DieS c h e i d u n g e n i n ders c h w e i z seit. 1967, S. 17). D i ea u t o r e n meinen dazu: "Zwischen ders c h e i d u n g s h ä u f i g k e i t unddem frühen Zeitpunkt der Scheidungen besteht einz u s a m m e n h a n g. I nl ä n d e r nm i t tiefen Scheidungszahlen w e r d e n diee h e n o f t e r s t inhöheren Altersgruppen aufgelöst, während inländern mit hohen Scheidungszahlen diee h e n im a l I g e m e i n e n b e r e i t s geschieden werden, wenn diep a r t n e r noch jung sind" (DieS c h e i d u n g e n in der Schweiz seit 1967, 1985, S. 17). Diese Zahlen lassen es s i n n v o l l erscheinen, dies c h e i d u n g zu erleichtern, damit junge Ehen von j u n g e ne h e p a r t n e r n aufgelöst werden können, bevor diep a r t n e r unter dem M i s s - erfolg zu s e h r leiden. Grafik 3 Scbeidungsziffer nach GeschlechtundA l t e r s g r u p p e n 1967/1972 und / Taux de d i v o r c e selon l es e x e etl eg r o u p e d'ages, en 1969/1972 e t1979/1982 Ziffer / Taux ( ) / / / s \ d V x 1979/82 \ \ \ >»\ \ \ 1969/72 V \ é A \ \\ \ 1 \ /82 \ V \ \ 1969/72 s \ \ \ \ \ \ N Alter / Age
15 - 9 - Bezüglich der V e r t e i l u n g der Scheidungszahlen auf die, sozialen Schichten s t e l l t Levy (1984, S. 139) fest, dass "die Scheidungsrate beie h e p a a r e n der U n t e r s c h i c h t am höchsten i s t, am geringsten i nd e r M i t t e l s c h i c h t, während die Oberschicht eine mittlere Scheidungsrate aufweist". Daräus folgt, dass Lösungen gefunden werden müssen,d i e auch für wenig begüterte Personen lébbar sind. 2.2 WiederVerheiratung Die bisher wiedergegebenen Statistiken und Zahlen über Eheschliessungen enthalten sowohl diee r s t - wie auch die Wiederverheiratungen. Die folgende Tabelle zeigt den prozentualen Anteil der Wiederverheiratungen am Total der geschlossenen Ehena u f sowie diee n t w i c k l u n g dieses Anteils seit 1961.S i e stammt aus der P u b l i k a t i o n "Die W i e d e r v e r h e i r a t u n g der Geschiedenen" des Bundesamtes für Statistik (1985, S.9). Siebelegt, dass der g e s c h i e d e ne Mann häufiger wieder heiratet als dieg e s c h i e d e n e Frau, dass seit 1975 über 10%d e r heiratenden Männder mindestens einmal geschieden sind und dass seit 1977 ebenfalls mehr als1 0 % aller heiratenden Frauen bereits mindestens einmal verheiratet waren. Die Eheschliessung Geschiedener in a b s o l u t e n Zahlen undi n Prozent a l l e r Eheschliessungen nimmt laufend z u.
16 - 10- Tab. 2 Wiederverheiratungen derg e s c h i e d e n e n nach Geschlecht s e i t 1961 Remariages dep e r s o n n e s divorcées, s e l o n l e sexe, depuis Absolute Zahlen % 1) Nombresabsolus % ) Jahr Année Männer Frauen Männer Frauen Hommes. Femmes Hommes Femmes ,8 6, ,0 7, ,9 6, ,6 ' 8, ,7 6, ,4 9, ,9 6, ,9 9, ,1 6, ,0 10, ,6 6, ,2 11, ,6 6, ,9 11, ,5 6, ,2 11, ' 7,6 6, ,4 11, ,0 6, ,8 11, ,0 7, ,5 12, ,7 7, , ,4 12,6 1) Des Totals aller Eheschliessungen / Du total des mariages. Mit derfolgenden Tabelle soll die Information über die Wiederverheiratung Geschiedener vervollständigt werderi. Sie gibt^ die Zahl der p r o J a h r Wiederheiratendeni np r o z e n t der jährlich Geschiedenen sowie die zwischen Scheidung und Wiederverheiratung liegende Zeit wieder. Der Prozentsatz der Wiederverheiratungen i s t beid e nf r a u e n niedriger alsb e id e hm ä n n e r n, und dief r a u e n lassen zwischen Scheidung und W i e d e r v e r h e i r a t u n g mehr Zeit verstreichen alsd i em ä n n e r (Die Wiederverheiratung, 1985, S. 14). Sehr grob kann gesagt werden, dass zirka diehälfte dergeschiedenen wieder heiraten. Der P r o z e n t s a t z derw i e d e r v e r h e i r a - tungen undd i e Zeitspanne zwischen Scheidung und Wiederverheiratuhg i'st wichtig für d i ed i s k u s s i o n über die f i n a n z i e l l e n Leistungen zwischen dene h e p a r t n e r n nach ders c h e i d u n g.
17 - 11- Tab, Index derheiratshäufigkeit derg e s c h i e d e n e n " (IHG) und m i t t l e r e Dauer seit derscheidung'* (HDS) nach Geschlecht seit Sommedes remariages réduits dep e r s o n n e s divorcées" (SRD) e tdurée moyenne écoulée depuisl e divorce^' (DMD), selon l es e x e, depuis IHG MDS SRD DMD Jühr Année.M F M F H F H F ,6 63,3 4,0 5, ,2 51,7 4,3 5, ,0 64,3 4,0 4, ,4 49,1 4,0 5, ,7 61,9 4,0 5, ,3 47,5 4,5 5, ,2 62,8 3,9 5, ,6 43,4 4,2 5, ,0 64,1 14,0 5, ,2 46,1 "4,4 5, ,7 59,9 4,1 5, ,3 44,2 4,8 5,7, ,5 61,7 4,2 5, ,8 47,0 4,9 5, ,0 59,4 4,1 5, ,1 46,7 5,0 5, ,3 61,3 4,2 5, ,3 46,4 4,9 5, ,4 59,8 4,4 5, ,1 45,8 5,0 5, ,9 56,8 4,1 5, ,3 47,8 5,0 6, ,0 54,9 4,2 5, ,0 49,2 5,7 6,5 I ) Z:ilil der Wiederverheiratungen auf 100 geschiedene Männer oder Frauen. Nombre de remariages nuur 100 hommes ou femmes divorcés. 2) In Jahren,' en années et dixièmes d'années. _ 2.3 Scheidung mitu n do h n e minderjährige Kinder Nach Duss-von Werdt (1983, S. 98) s i n d in30-40%d e rs c h e i - dungen keine minderjährigen Kinder betroffen. Derselbe Autor gibt an, dass die Zahl dervonscheidung betroffenen minderjährigen Kinder vonj a h r zu J a h r um etwa lo'ooo zunimmt (1983, S. 98). Diese Zunahme geht auch ausdem B e r i c h t des Bundesamtes für J u s t i z "Die S c h e i d u n g ind e rs c h w e i z " hervor, welcher f e s t s t e l l t, dass die Z a h l der b e t r o f f e n e n Minderjährigen ing e r i n g e r e m Ausmass zugenommen hat als die Zahl ders c h e i d u n g e n selbst (1980, S. 98). Keller/Guyot (1978, S. 22 f f, S. 85)h i e l t e n schon 1978 f e s t, dassd a s Vorhandensein vone i n e m oder mehreren Kindern j el ä n g e rj e weniger einh i n d e r n i s für d i e S c h e i d u n g d a r s t e l l t.
18 Die folgende Tabelle gibt die Z a h l der Scheidungen m i t und ohne Kinder nach Ehedauer d e t a i l l i e r t wieder gab es 11*415 Scheidungen. 4*712 Paare hatten keine minderjährigen Kinder. Bei den 6*703 Scheidungen mit minderjährigen Kindern waren insgesamt 11'001 Kinder betroffen. Zu diesen Zahlen kommen im Jahr getrennte Paare hinzu, von denen 407 Kinder hatten und 271 k i n d e r l o s waren.
19 '" \ Tab. 4 SCHEIDUNG:.Unmündige Kinder /Ehedauer fhedaufr roial GESCHIEDENE fh H HIT. Gf'iCiME- ;tnl IN SCHE I - 'jhtgf ERFUELLTEN JAHREN OUNCEN.r 1UDE H TOTAL i r. INDE a ' I i TOf AL ; i c c i 1,! î ?a 'J I ? ?9Ö C ? IC Î u _ ~ _ , r t, I
20 SCHEIDUNG: Unmündige Kinder /Ehedauer EhEDAUER IH ERFUELLTEN JAHREN TOTAL SCHE 1 - DUNGEN TOIAL GESCHIEDENE EHE>J HJ I xj^oes'.- ioeschjr- 6 Kl^DcR 7AHL Of 5 ^ 1KDc?i /.9 50 UNDHEHR _ à c KOnHT NICHT VOR. Quelle: Bundesamt für Statistik Bevölkerungsbewegung
21 Scheidungsgründe Die folgende Tabelle aus Deschenaux/Tercier "Le mariage e t l e divorce" (1980, S. 94) enthält diev o n den G e r i c h t e n anerkannten Scheidungsgründe. Es fällt sofort auf, dass am h'äufigsten Art. 142 ZGB (Zerrüttung) a l s S c h e i d u n g s g r u n d angegeben wurde, dass im Jahr 1978 A r t. 137 ZGB (Ehebruch) etwa in15% der Fälle zum Zuge kam und dass dieandern speziellen Gründe wie N a c h s t e l l u n g n a c h dem Leben, Misshandlung und Ehrenkränkung (Art ), Verbrechen undu n e h r e n h a f t e r Lebenswandel (Art ), Verlassung (Art ) und G e i s t e s - krankheit ( Art.141) zusammen weniger als5%o der Scheidungsgründe ausmachten. Tab :iri. I ^ : ;irt. I t; ;«rt. I :.ri. i jri. 140 jri. I 4 I V. ia.35v. Î.48V. 3.33V. 0.48% 1.61% 70,71 V V V. 1.86% 0.19 V V. 74.MV V. o.«5v. 0.55V V. o.iiv. 84,91V V. 0.18V V V. O.OJV. S. I om cnviia^e I. praiiquc «uivic par Ic. triburxaux.d«difftrcnu canton., on coo.- 'rn CC qui concerne l'.rm^. que Genève (97.58V.). Beme (97.50%). Zurich 9;.i4V.) Cl le Tet«n (97.««%) K>nt nettement au^e^u. de U Bu,yenne.ui-e V.). alon que le VaUU (47.53 %). V.ud (SM«%). Fnbourj A).»iU-VilIc (57.01%) et Ncuchitel (78.16 V.) K>nt nettement en dc-oo.; r er qui concerne T.r,./j;. que le Val.U (5..93%). V.ud (45,««%). ^"bour, (43.5a V.). Blle-Ville (41.97%). Neuchâtel (ii.oi V.)»ont nettement au-dcuidc la moyenne,uiue (14.63%). aloa que Genève (3.96 V.). Zurich (1.63 V.). Berne (2.34%) et Ic Tcuin (a.i6 V.)»ont nettement en dcuoui.
22 Diese Tabelle legt den Gedanken nahe, dass eine i n z i g e r Scheidungsgrund genügen würde, nämlich der a l l g e m e i n e Grund der Zerrüttung, welcher der F e s t s t e l l u n g des Scheiterns der Ehe entspricht. 2.5 Die Zahl der Konventionalscheidungen Hegnaue'r (1979, S. 73 f f. ) berichtet, dass die K o n v e n t i o n a l - scheidungen, d.h. d i escheidungen i ngegenseitigem Einverständnis der P a r t n e r, 70% der Scheidungen ind e r Schweiz und sogar 98% der'scheidungen i nzürich ausmachten. 2.6 Die nach der Scheidung dem Ex-Gatten ausgerichteten Renten oder Kapitalabfindungen Die folgende Tabelle erlaubt einen Ueberblick über die n a c h der Scheidung an den Partner ausbezahlten Renten oder Kapitalabfindungen. Die angeführten Abfindungen w e r d e n auf d e r Basis von Art. 151 ZGB ausgerichtet und nicht aufgrund der Auflösung des Güterstandes. Die Zahlen beziehen sich auf d i e1985 ausgesprochenen 11*415 Scheidungen. Halten wir f e s t, dass in 5*193 Fällen keine f i n a n z i e l l e Unterstützung erfolgt, in 5*637 Fällen eine Rente ausbezahlt wird, davon in 17 Fällen von der F r a u an den Mann, und dass 1*580 Renten z e i t l i c h unbegrenzt s i n d. In585 Fällen wird nur e i nk a p i t a l und i n172 Fällen wird sowohl ein Kapital wie auch eine Rente ausgerichtet.
23 Tab. 6 SCHEIDUNG:U n t e r h a l t s r e g e l u n g (Art,Empfänger und Dauer der Leistung)/Zahl derunmündigen Kinder 1985 /AHL OER UXKiJCNDlGEN KINDER TOTAL SCHEI- DUNGEN TOTAL < 5 JAHRE RENTE 1) KAPITALABFINU'UNG ALLEIN UND 7USAHHEN HITRENTE AN FRAU AN MAtlN AN FRAU AN HA.'iN 5-10 JAHRE > 10 JAHRE UNBE - FRISIFI TOTAL < 5 JAHRE JAHRE > 10 JAHRE UHBE - FRISTET KAPI- TALABF. KAPI- TALABF. RENTE KAPI- TALA3F. KAPI- TALABF.. RENTE KE INE LE I S - lung total J tS J t ? ^ , I Quelle: Bundesamt für Statistik Bevölkerungsbewegung
24 - 18 -, Es wäre nun interessant zu wissen, wie hoch die ausbezahlten Renten oder Kapitalabfindungen s i n d. Wir müssten jedoch feststellen, dass es keine gesamtschweizerische S t a t i s t i k gibt,. die dieu n t e r h a l t s b e i t r ä g e für die, Kinder und d i er e n t e oder die Kapitalabfindung für den Ex-Ehegatten getrennt ausweist. Im Kanton Jura gibt es eine Statistik mit d i e s e n Zahlen für die Jahre :
25 Tab. 7 Montant mensuel des pensions alimentaires allouées par jugements ou conventions à 1'(ex) conjointe, mère Delêmont Franches-Montagnes' Porrentruy Jura Total Total! Total 1976 ' Total1 1 jusqu'àf r ' fr ; : fr.' " l ' ' 3 h fr : 1-1 i h fr i l 1 2 '1 - h - h h i r 1 fr _ ^3 1 fr hoo ' 1 3 h 1! fr. UOI - h fr. U " -r h : ' i t, fr h - - i ' 85 :! fr j fr ! ; ; i fr j i 1 1! - - -" 3h ' 9 ; 29 ;.72! M. env fr. 'M. env fr. i M. env fr. env..-fr. env..-fr. env..-fr., MD CO «O N S tv-> S OJ S on. i,
26 Dies sind Zahlen aus dem Kanton Jura vor c a. 10 Jahren. Es ist unmöglich, daraus Schlüsse über dieh e u t i g e n Scheidungsrenten ind e r Schweiz zu z i e h e n. Die Eidgenössische Kormnission für Frauenfragen i s td e r Meinung, dass das Bundesamt für Statistik in Z u k u n f t e i n e Statistik erstellen s o l l t e über dieh ö h e der finanziellen Leistungen, dieg e m ä s s Scheidungsurteil dem/der Ex-Gatten/in geschuldet sind. 2.7 Der Zivilstand der Erwachsenen ind e r Schweiz Die folgende T a b e l l e (Eidg. Volkszählung 1980, Bd. 8, 1983, S. 105) z e i g t den Zivilstand der Bevölkerung seit 1900, in absoluten Zahlen links und i n P r o m i l l e n rechts. Die Männer werdén ab 20 Jahren, dief r a u e n ab 18 Jahren berücksichtigt, was ihrem Ehemündigkeitsalter gemäss ZGB entspricht. Was inu n s e r e m Zusammenhang am meisten erstaunt und e i n e Verhaltensänderung, ja v i e l l e i c h t sogar einen Wertwandel dokumentiert, istd i et a t s a c h e, dass im Jahr %o der Männer und 9%o der Frauen geschieden waren, während im Jahr 1980 dieentsprechenden Zahlen, welche seit Beginn des Jahrhunderts s t e t i g zugenommen haben, auf-37%o und 49%o angewachsen sind. Für diew i t w e n und Witwer istd i et e n d e n z im grossen und ganzen eher umgekehrt.
27 Tab. 8 Ehemündige Bevölkerung der Schweiz nach Geschlecht, Zivilstand und Heimat seit 1900 Population de la Suisse, en âge de contracter mariage, d'après le sexe, l'état civil et l'origine, dépuis Manner im Atter von 20 und mettr Jahren Frauen im Alter von 18 und mehr Jahren Von 1000 Männern in Von 1000 Freuen im Alter Alter von 20 und mehr von 16 und mehr Jahren Jahren weren waren Zihljahr Hommes égés de 20 ans et plus Femmes égées de 1B ans el plus Pour 100 hommes Cgés de Pour 1000 femmes égées de 20 ans et plus, on compteit 18 ens et plus, on comptait Année de recen- Ledig Verheiratet Ver- Geschieden Ledi( Verheiratet Verwitwet Geschieden -ledig ver- ver- g«- ledig ver- ver- ge-»menl witwet hei- wit- schie- hei- wit- schieratet wet den ratet wet den Célibataires Mariés Veuls Divorcés Célibataires Mariées Veuves ' Divorcées céli- ma- veufl divor- céli. ma- veuves divorba- riés cés ba. riées cées taires taires B Gesamtbevolkerung / Population totale U U B Schweizer / Suisses ' l Ausländer / Etrangers III U ,
28 Im Jahr 1980 verteilten sich dief r a u e n wie f o l g t auf die verschiedenen Zivilstände (Frauen und-männer 1987, S. 64): ' - Ledige 490'864 20% (Männer 25%) - Verheiratete 1'484'711 62% (Männer 68%) - Witwen 311*314' 13% (Männer 3%) - Geschiedene 122'544 ' 5% (Männer 4%) Von den verheirateten Frauen lebten 32'668 von. ihren Ehemännern getrennt. 2.8 Die K i n d e r z u t e i l u n g nach der Scheidung Die Veröffentlichung einer Arbeitsgruppe von Amtsvormündern und Vertretern von Jugendämtern zeigt auf, dass von 1980 bis % der K i n d e r der M u t t e r zugeteilt wurden (Neue Erkenntnisse, 1985, S. 8 ).N a c h Duss-von Werdt (1983, S. 98) wurden 90% der K i n d e r der M u t t e r zugesprochen, 5% dem Vater und weitere 5% werden in I n s t i t u t i o n e n p l a z i e r t. Rolf. Niederhauser (1984, S. 7) stellt fest, dass % der Kinder der Mutter und 13% dem Vater zugeteilt wurden. Die folgende Tabelle zeigt diek i n d e r z u t e i l u n g für die geschiedenen Ehen auf. Von den 11'001 betroffenen Kindern wurden 9'134 der M u t t e r und 1'074 dem Vater zugesprochen. I n den andern Fällen wurde die e l t e r l i c h e Gewalt von beiden Eltern g e t e i l t, von einem Elternteil und D r i t t e n g e t e i l t oder Dritten zugesprochen. Die Zahlen machen dieu n z u f r i e d e n - heit gewisser Väter verständlich.
29 Tab SCHEIDUNG: A l t e r derunmündigen K i n d e r / A r t der K i n d e r a u f t e i l u n e. Kinderzuteilung ^ ARI DER KINDER- ALTER DER UMHUENDIGEN KINDER IN JAHREN 1 ) AjntlLUNG / TOTAL f.inderzultilung KINDER " , : TOIAL Î RUA DaiTTEN ZUCETEILT DER MurtER ' OER MuriER MIrVORB , DEHVATER ' DEH VATER HIT VORB t DRITTEN B ? 2 AurTEiLu::G DER KIN- OER zw.denelter» DER MUTIER '26 29 ' 1 8 DER MUTTER MITVORB DEMVATER DEM VATER HIT VORB, AUFTEILUNG DER KIN- - DER ZU. VATER Ü'M Dl:TTTEN DEnVATER Otf VATER HIT VORB DRITTEN AUFTEILUNG DERKIN- OCR ZU.RUTTERUXD DRITTEN DTR.MUTTER DER nutter MITVORB r - - DRITTEN AUFTEILUNG OER KIN- DER ZU. RUTTER.VA- TED WOD R I T T E N - DESMUTTER Df.R MUTTER MITVORB DfM VATER DEM VATER MITVORB DßlTIfN - Quelle: Bundesamt für S t a t i s t i k KOMMT NICHT VCTf. DALTfft: DIFFERENZ ZWISCHEN UHTEILSJAHR UND GEDURTSJAHR DES KINDES Bevölkerungsbewegung OJ
30 Sehlussfolgerungên I n derh e u t i g e n Zeit wird - unabhängig vom A l t e r der Ehepartner, vone h e d a u e r undvom Vorhandensein minderjähriger Kinder - häufig geschieden. Herkunft und M i l i e u, dieh ö h e dese i n k o m m e n s, d i ep e r s ö n - liche Situation ders c h e i d e n d e n sind deshalb sehr heterogen. Dieses Phänomen i s tnoch ausgeprägter dadurch, dass es gegenwärtig nicht mehr e i n a l l e i n gültiges Ehemodell gibt - nämlich dasjenige des Z i v i l g e s e t z b u c h e sv o n sondern jedes Paar praktisch sein eigenes Modell entwickelt, was ihm j e t z t auch vom neuen Eherecht erlaubt und e r l e i c h t e r t wird (siehe Kellerhals et a l., 1982). Dies c h u l i s c h e u n d b e r u f l i c h e Ausbildung derf r a u e n nimmt zu. V e r h e i r a t e t e Frauen -sindz u - nehmend berufstätig, wenn auch meistens t e i l z e i t l i c h. Die Nebenfolgen ders c h e i d u n g können daher nicht mehr - wie das heute noch geschieht - a u fd e rb a s i s des E h e m o d e l l s von 1907 geregelt werden. Es müssen verschiedene Varianten vorgesehen werden, damit für jeden einzelnen Fall eine angemessene Lösung gefunden werden kann, welche gerecht i s tu n dd e nbedürfnissend e r Beteiligten Rechnung trägt. 3. WARUM NEHMEN DIESCHEIDUNGEN SO STARK ZU? Um einen Scheidungsmodus zu e n t w i c k l e n, derd e rg e g e n w ä r - tigen und zukünftigen Realität gerecht wird, müssen wir die Ursachen ders t e i g e n d e n Scheidungsrate zu e r k e n n e n versuchen. Familiensoziologinnen haben sich mitdem Problem befasst. Wir geben im f o l g e n d e n einige ihrer Resultate wieder. I n "Femmes fécondité - quels avenirs" bemerken Martine Keller und Elisabeth Guyot-Noth (1978, S. 22 f f, S. 85) :
31 "Wenn d i e Z a h l ders c h e i d u n g e n zunimmt, dann in e r s t e r Linie deshalb, weil diee h e einen anderen Sinn bekommen hat. Ihr Inhalt hats i c h, wiew i rg e s e h e n haben, verändert: DieB i n d u n g des Paares basiert nicht mehr aufd e r I n s t i t u t i o n, sondern wesentlich aufd e rl i e b e s b e z i e h u n g (...). Wenn das S c h e i t e r n dere h e häufig i s t, dann auch deshalb, weil diee r w a r t u n g e n dere h e g a t t e n an d i ee h e, an den Partnèr und an d i ef a m i l i e bedeutend grösser geworden sind: d e r Erfolg im Gefühlsleben, im f a m i l i a l e n und g e s e l l s c h a f t l i c h e n Leben, jas o g a r im B e r u f s l e b e n hängt fast völlig von d i e s e r besonderen Beziehung ab.das Scheitern des P a a r e s i s t umso wahrscheinlicher, jeg r ö s s e r und a u s s c h l i e s s l i c h e r seine Erwartungen sind. Ausserdem wird dies c h e i d u n g mehr undm e h r gesellschaftlich akzeptiert". I n einer Analyse der f a m i l i a l e n Interaktionen behandeln Kellerhals & T r o u t o t (1984, S. 113 f f ) drei Erklärungen für dies c h e i d u n g : - diee r k l ä r u n g durch individuelle' Faktoren, -.der Abbau von S c h e i d u n g s h i n d e r n i s s e n, - dies c h e i d u n g als s t r u k t u r e l l e r Bestandteil der h e u t i g e n Ehe, Nach Meinung dera u t o r e n i s t " d i e Erklärung der S c h e i d u n g als individuelles Versagen unbefriedigend: einerseits wird die Scheidung dadurch als " Abweichung vom Normalen" betrachtet, anderseits sind diezusammenhänge zwischend e r Scheidung und anderen Faktoren (wiez.b. n i e d r i g e s Heirats- alter, Mischehe, niedriges Einkommen), j en a c h Zeitpunkt und Kontext, "vonu n t e r s c h i e d l i c h e r Bedeutung". Diese Faktoren erscheinen nicht alsu r s a c h e von K o n f l i k t e n des Paares, sondern alss c h w i e r i g k e i t e n verursachende "Stigmatisierung von aussen" und können lediglich die "Abweichungen von e i n e r durchschnittlichen Scheidung" erklären, ohne jedoch zure r k l ä r u n g dieses Durchschnitts etwas beizutragen. r
32 I "Der Abbau der (ökonomischen, gesetzlichen, moralischen usw.) Scheidungsbarrieren" erklärt ind e n Augen dieser Soziologen i n keiner Weise, weshalb es im H a u s h a l t Unzufriedenheit g i b t, hingegen macht er deutlich, dass diefamiliären Schwierigkeiten schon früher vorhanden waren. Zu dieser Erklärung der S c h e i d u n g s r a t e alsfolge des Abbaus von gewissen Barrieren meint Lévy (1984, S. 137), dass das Verhältnis zwischen der Zahl der zusammenlebenden Verheirateten und der Zahl der Geschiedenen und getrennt lebenden Verheirateten 1960 und 1970 praktisch gleich s e i. Kellerhals und T r o u t o t (1984, S. 113 f f ) denunzieren zu Recht die Tendenz, "die Berufsarbeit der Frau zu einem Streitpunkt der Familie zu erklären, weil siezu Differenzen im Tagesablauf, ind e n Beziehungsnetzen und i nd e n Meinungen führe. Sie sind der M e i n u n g, diese Arbeit müsse alsm ö g l i c h k e i t der Ehefrau gesehen werden, "ihre Unzufriedenheitauszudrücken und - dank ihrer Unabhängigkeit - einen neuen Lebensstil zu suchen". I n diesem Zusammenhang weist diee i d g e n ö s s i s c h e Kommission für Frauenfragen darauf hin, dass der E n t s c h l u s s der Ehefrau zur Berufstätigkeit.andere Gründe haben kann alsd i eu n z u - friedenheit im Haushalt und dass sich diese Berufstätigkeit auf das F a m i l i e n l e b e n p o s i t i v auswirken kann. Die Autoren erklären im w e i t e r e n, dies c h e i d u n g sei "ein struktureller Bestandteil der h e u t i g e n Ehe", weil 1. "die Erwartungen an d i ef a m i l i e überrissen sind", 2. "die Rollenkonflikte und d i en o r m a t i v e n Spannungen das eheliche Zusammenleben stören" (familiale Anomie), 3. "das P r o j e k t Familie von seiner Gründung an auch-die akzeptierte oder geforderte Perspektive seiner Auflösung enthält" (Ehe a l s P a r t h e r s c h a f t / a s s o c i a t i o n ).
33 Die übersteigerten Erwartungen an d i ef a m i l i e liegen darin begründet, dass "das Individuum heute den Sinn seines Lebens hauptsächlich inehe und F a m i l i e sucht", weil - die I n d u s t r i a l i s i e r u n g und d i e n a c h f o l g e n d e Urbanisierung "die öffentliche Geselligkeit" zerstört haben, (...) soziale Beziehungen ausserhalb der F a m i l i e selten geworden sind, (...) das Individuum gezwungen i s t, sich ind i ef a m i l i e - zurückzuziehen. - Die Idee vom "Glück auf Erden" einerseits zusammen m i t der durch den Industrialisierungsprozess bedingten "Entfremdung durch sinnlose A r b e i t und durch Armut" bringen den/die Einzelne/n dazu, nach der Geborgenheit einer " pri - vaten Insel"' zu suchen. - "Der Sinn des Lebens l i e g t im induviduellen Abenteuer", denn "die Entwicklung der I n d u s t r i e g e s e l l s c h a f t ist gekennzeichnet durch eine A r td i s q u a l i f i z i e r u n g kollektiver Unterfangen durch dieh e r r s c h e n d e Ideologie", seien diese nun politischer oder anderer Natur. Die ÀbschafÊung der F a m i l i e sowie dieb e d e u t u n g, die der Familie zugemessen wird, führen zur "Entstehung einer der Familie eigenen strukturellen Gewalt". Der Begriff "familiale Anomie" bezeichnet die I d e e, dass die Regeln des ehelichen und familialen Austausches durch die Kultur widersprüchlich definiert sind: - das kulturelle Muster der r o m a n t i s c h en Liebe, welche Hierarchien inf r a g e s t e l l t, verlangt nach einer gewissen Gleichstellung der Ehepartner und nach der "Gleichberechtigung ine n t s c h e i d u n g und E i n f l u s s ", died i eh e u t i g e Familie kennzeichnen. Aber die Realität zeigt, dass dieses
34 Gleichheitsprinzip seine Grenzen findet inden tatsächlichen Ungleichheiten der Ehe, der A u s b i l d u n g und des Berufs. Ausserdem besteht ein Widerspruch zwischen der von der r o m a n t i s c h e n Liebe geforderten'verschmelzung der Partner und der Unabhängigkeit der P a r t n e r, dies i e der Industrialisierung verdanken, welche ein I n d i v i d u u m "frei von jeglicher Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft oder der F a m i l i e " verlangt. Der dritte Widerspruch betrifft "das P r i n z i p der G e r e c h t i g k e i t oder Gleichheit". I n der F a m i l i e stehen sich nämlich zwei Prinzipien der Aufteilung von Rechten und P f l i c h t e n gegenüber: Das "Gesell S c h a f t s p r i n z i p " verlangt die V e r t e i l u n g nach Verdiensten, Einsatz und Aufwand. Das "Gemeinschaftsprinzip" will, dass jede Person das ihren Bedürfnissen Entsprechende erhält, unabhängig davon, ob s i ee s verdient hat. " O f t wird die F a m i l i e alse i no r t d e r Solidarität gesehen, wo Einsatz und Entschädigung nicht mehr aneinander gebunden sind". Da verpflichtende Umgangsformen fehlen, müssen die E h e p a r t n e r den ehelichen Austausch selber aushandeln und sind sich darin nicht immer einig. In dieser Situation werden "die widersprüchlichen kulturellen Forderungen zentral", ein effizientes und stabiles Gleichgewicht zu finden gelingt nicht allen Familien. "Die Partnerschaft alsn e u e Vernunftehe" geht davon aus, dass das Paar gewisse'spezifische Ziele d e f i n i e r t. "Die Interaktion geht nicht über dier e a l i s i e r u n g dieser Ziele hinaus.(...) Es wird u.a. nur e i n e gewisse gegenseitige affektive Unterstützung beid e r V e r w i r k l i c h u n g der beruflichen Karrieren der b e i d e n geben". In d i e s e m Modell " t r i t t die Scheidung dann auf a l sf o l g e der T a t s a c h e, dassd i e Ziele erreicht worden sind, dass sich der K o n t e x t und damit auch die s u b j e k t i v e Bedeutung der Ziele verändert hat" oder
35 - 29- dass diep a r t n e r dieirrationalität der Z i e l e -erkennen. Die Scheidung kann deshalb a l sm i t t e l betrachtet werden, um einen "überflüssig und u n b e f r i e d i g e n d gewordenen Vertrag aufzulösen, und n i c h t alsf e s t s t e l l u n g eines Misserfolgs (...)." Sie erscheint nicht als " a b n o r m a l, auch wenn sien i c h ti n jedem Fall vorauszusehen i s t. Sie w i d e r s p i e g e l t den W i l l e n der beiden Partner, sich selbst treu zu s e i n. " Die beiden A u t o r e n unterstreichen, dass fürd a s A u f t r e t e n dieses Modelles bestimmte historische Bedingungen nötigwaren, dies i ea u c h genauer umschreiben. Kellerhals und T r o u t o t beschliessen ihre Analyse m i t der Feststellung, dass diescheidung, welcher o f t eine Wiederverheiratung f o l g t, einem Paar ermöglicht, "spezifische Spannungen zulösen" und g l e i c h z e i t i g "der Institution Familie erlaubt, ihre sozialen Funktionen zue r f ü l l e n. " Dieser Arbeit kommt das V e r d i e n s t zu, d i eu r s a c h e n für die spektakuläre Zunahme ders c h e i d u n g e n verständlich zu machen. Es muss daraus geschlossen w e r d e n, dass die Scheidungsrate i n Zukunft nicht wesentlich sinken wird. 4. EINIGE DATEN ZUR ENTWICKLUNG DER ROLLEN VON MANNUND FRAU UND UEBER DEN GRAD DER VERWIRKLICHUNGDER GLEICH- BERECHTIGUNG 4. 1 Schulbildung Seit der Veröffentlichung des1. T e i l s des Berichtesd e r Eidgenössischen Kommission fürf r a u e n f r a g e n " D i e Stellung der Frau i nd e rs c h w e i z " imj a h r 1979 i s t ein d e u t l i c h e r Rückgang deru n g l e i c h b e h a n d l u n gs o w o h l beid e nlehrplänen wie beim Bildungsniveau der Mädchen festzustellen (Frauen und Männer, 1987., S. 35ff).
36 Berufsbildung und Stellenmarkt Die verbesserte Schulbildung der Mädchen hat auf dem Arbeitsmarkt noch keine Früchte getragen... D i e Frauen wählen noch immer v.a. t y p i s c h e Frauenberufe: kaufmännische Angestellte, Verkäuferin, paramedizinische und soziale Berufe (Frauen und Männer, 1987, S. 36 f f. ; B o r k o w s k y et a l., 1986) Löhne Die Frauen arbeiten zum grössten Teil in s c h l e c h t bezahlten Berufen waren immerhin noch 1/3 der 30% Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern ausschliesslichauf das Geschlecht zurückzuführen (Frauen und Männer, 1987, S ). Das BIGA s t e l l t e im Juni 1986 fest, dass der A b s t a n d zwischen den Löhnen der Männer und jenen der Frauen leicht abgenommen hat (Die Volkswirtschaft, Juni 1986, S ). 4.4 Frauenbeschäftigung Die Berner Soziologinnen Anna Borkowsky, Katharina Ley u n d Ursula Streckeisen untersuchten eine Stichprobe von verheirateten und verheiratet gewesenen Frauen und teilten s i e i n vier Kategorien ein. Sie s t e l l t e n fest, dass 26%d e r Frauen sich für den Rest des Lebens ausschliesslich der Familie widmen, ohne Erwerbstätigkeit; 21%d e r Frauen geben ihre Erwerbstätigkeit trotz Familie nie a u f ; 25% u n t e r - brechen ihre Berufstätigkeit einmal, um diekinder aufzuziehen und nehmen sied a n a c h wieder auf; 28% der Frauen, die sog. "Wechslerinnen" widmen sich ihrer Familie und sind gleichzeitig für kürzere oder länger Perioden berufstätig, v.a. um ihre beruflichen Q u a l i f i k a t i o n e n zu e r h a l t e n.d i e Soziologinnen stellen fest, dass diese letzte Kategorie b i s Mitte des 20. Jh. n i c h t e x i s t i e r t e und b i s heute von den Forscherinnen nicht zur K e n n t n i s genommen wurde.
37 Nach ihnen hat d i eb e r u f s t ä t i g k e i t der verheir.ateten Frauen zugenommen:'währe n d sieb e id e r Volkszählung von 1970 noch 29% betrug, stieg sieb i s auf 39%. Nach der S t u d i e der drei Soziologinnen würde sieh e u t e 51% b e t r a g e n. Diesee r - höhte Zahl i s t dadurch bedingt, dass in i h r e r Untersuchung auch Teilzeitarbeit e r f a s s t wurde, dien o r m a l e r w e i s ei nd e n Statistiken nicht erscheint, und dass dief r a u e n dazu neigen, ihre Aktivität nicht alsb e r u f s a r b e i t zu betrachten (Borkowsky e t al., 1986). 4.5 Wiederaufnahme der Berufstätigkeit nach einem Unterbruch Heute zeigen Frauen eine deutliche Neigung zum Wiedereinstieg. 90% der von- Borkowsky, Ley und Streckeisen befragten Frauen, möchten mindestens wieder halbtags berufstätig werden und 40% davon haben bereits eine Erwerbstätigkeit. Der Wille zum Wiedereinstieg zeigt sich auch darin, dass 1971 n u r 6% der Frauen bereit waren, ohne Einverständnis des Mannes eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, während das heute 20% t u nw ü r d e n (Borkowsky et a l., 1986) Die neuen Väter Die Eidgenössische Kommission'für Frauenfragen s t e l l t e i n ihrem zweiten Teilbericht über die S t e l l u n g der F r a u i n der Schweiz fest, dass sich diev ä t e r einw e n i g mehr m i td e n Kindern beschäftigen, wenn dief r a u berufs t ä t i g. ist,^ bemerkt aber in i h r e m neuen Bericht, dass diea r b e i t s t e i l u n g in d i e - sem Bereich noch zu wünschen übrig lässt (Frauen und Männer, 1987, s. 84, 90 ). Kellerhals und Ko-Autoren sind der Auffassung, dass dietendenz der Frauen zur Wiederaufnahme der Berufstätigkeit stärker ist a l s j e n e der Männer, sich mit i h r e n Kindern zu beschäftigen. Die b e r e i t s erwähnte Reportage des Tages- Anzeiger Magazin zeigt immerhin, dass es Väter gibt,d i e ihre Kinder alleine betreuen (Niederhauser, 1984).
38 Die Hausmänner Nach der U n t e r s u c h u n g vonl e y, Borkowsky und S t r e c k e i s e n möchten 50%der Frauen diehausarbeit m i t ihrem Mann t e i - len, aber nur wenige fordern dies auch (Borkowsky eta l., 1986). Im T e i l IId e sb e r i c h t e s der Frauenkommissiön wird festgestellt, dass der Ehemann seiner Frau einw e n i g h i l f t, wenn diese berufstätig i s t ; dass dieses Phänomen in den oberen Schichten ausgeprägter istu n dd a s s der Mann umso weniger h i l f t, jem e h r Kinder dasp a a r hat (Die Stellung der Frau ind e r Schweiz, Teil I I, 1982, S. 41 f f ). 4.8 Die Berufstätigkeit der geschiedenen Frauen Nur 11%d e r geschiedene n Frauen sind nicht berufstätig. 40% arbeiten ganztags im B e r u f (Die Scheidung in der Schweiz, 1980, S. 98). 4.9S c h l u s s folgerungen Die hier zusammengestellten Daten belegen in k e i n e r Weise einen bedeutenden F o r t s c h r i t t inr i c h t u n g Gleichberechtigung oder einer neuen Rollenverteilung. Allerdings muss auchg e - sagt werden, dass diebeschreibungen inder wissenschaftlichen Literatur der Realität immer etwas hinterher hinken. Wir schliessen daher dieses Kapitel mitd e r Feststellung der drei Berner Soziologinnen, dass dier e a l i t ä t sich mehr verändert, a l sw i re s wahrnehme n (Borkowsky eta l., 1986). 5. INTERNATIONALES RECHT, VERFASSUNGSRECHT UND GESETZGEBUNG IM ZUSAMMENHANG MITDEM SCHEIDUNGSRECHT 5.1 Verfassungsrechtu n d I n t e r n a t i o n a l e s Recht Am 14. Juni 1981 haben dasv o l k m i t7 9 8 ' "Ja"z u 626'000 ' " N e i n " undd i es t ä n d e mit14 Kantonen und3 Halbkantonen gegen 6 Kantone und3 Halbkantone beie i n e rs t i m m b e t e i l i g u n g von 33,4% d i ea u f n a h m e vona r t. 4 Abs. 2 i nd i e Bundesver-
39 fassung gutgeheissen (Haefliger 1985, S. 39; Claudia Kaufmann, 1985, S. 26). Der Absatz hat f o l g e n d e n Wortlaut: "Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre Gleichstellung, vor a l l e m inf a m i l i e, Ausbildungu n d Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf g l e i c h e n Lohnfür gleichwertige Arbeit". Während der e r s t e Satz dieser neuen Bestimmung l e d i g l i c h die ungleiche Behandlung, die D i s k r i m i n i e r u n g aufgrund des Geschlechts verbietet, f o r d e r t der zweite Satz den Gesetzgeber auf, d i eg l e i c h s t e l l u n g von Mann und Frau i n a l l e n Bereichen zu r e a l i s i e r e n, u.a. aber ind e n Bereichen Familie, Ausbildung und A r b e i t, also dieg l e i c h s t e l l u n g i nd e n p r i - vaten Beziehungen voranzutreiben (Aubert, 1982, No 1783; Haefliger, 1985, S. 92 f f ;M ü l l e r / M ü l l e r, 1985, S. 201 f f. ). Deshalb muss der G e s e t z g e b e r aüch e i nn e u e s Scheidungsrecht ausarbeiten, das d i e G l e i c h s t e l l u n g von Frauen und Männern fördert. Art. 34 quinques der Bundesverfassung sieht i na b s a t z 1 vor ; "Der Bund berücksichtigt ind e r Ausübung der ihm zustehenden Befugnisse und im Rahmen der V e r f a s s u n g d i ebedürfnisse der Familie. Art. 8 der Europ. Menschenrechtskonvention v e r l a n g t im ersten Absatz : "JecJermann hata n s p r u c h auf A c h t u n g seines Privat- und Familienlebens, seiner Wohnung und seines BriefVerkehrs". G. Müller präzisiert in s e i n e m Artikel über die B e z i e h u n g zwischen Verfassung, F a m i l i e n p o l i t i ku n d Familienrecht, dass das Familienrecht dazu dient, gewisse verfassungsmässige^
40 Rechte zu konkretisieren und zu harmonisieren, insbesondere die persönliche Freiheit, das Recht auf Ehe, d i e Respektierung des Familienlebens und d i eg l e i c h b e r e c h t i g u n g von F r a u und Mann. Das Familienrecht i s t indem Sinn politisch, dass es soziale Entwicklungen beeinflussen oder verhindern kann. Bezüglich Artikel 8 Absatz 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention präzisiert Müller, dass diese Bestimmung den Bürgerinnen eins u b j e k t i v e s Individualrecht garantiert, indem sie sieg e g e n staatliche Eingriffe ind i e F a m i l i e schützt, insbesondere gegen eine Trennung der F a m i l i e oder gegen Einmischung ind i e e l t e r l i c h e n Rechte (Müller, 1986, S. 236, 248 f. ). Peter Saladin (1976, S. 175 ff.) gesteht in s e i h e n Ueberlegungen.zum Eltern-Kind-Verhältnis alsg e g e n s t a n d des Verfassungsrechts den Eltern einungeschriebenes Verfassungsrecht zu, über diee r z i e h u n g ihrer Kinder zu bestimmen. Das Recht auf Ehe wird sowohl vom Art. 54 der Bundesverfassung, wie auch von Art. 12 der Europäischen'Menschenrechtskonvention garantiert. In d i e s e m Zusammenhang i s t i n - teressant, dass diee u r o p ä i s c h e Menschenrechtskommission kürzlich erklärt hat, A r t.150 ZGB, der den Richter ermächtigt, dem schuldigen Ehegatten e i n e Wiederverheiratung für maximal 3 Jahre zu verbieten, widerspreche der Konvention (Tages-Anzeiger, 1986, S.7 ). 5.2 Das revidierte Ehe- und Erbrecht Die revidierten Bestimmungen über diew i r k u n g e n der Ehe im allgemeinen, das^ehegüterrecht und das Erbrecht (BBI I I I S. 19ff.) werden auf 1. Januar 1988 i n K r a f t treten. Da dagegen das Referendum e r g r i f f e n worden war, wurde das neue Gesetz den Stimmbürgerinnen in e i n e r Volksabstimmung am 22. September 1985 unterbreitet und von 57,7% der Stimmenden beie i n e r Beteiligung von 4 1 %angenommen. Das neue Gesetz wurde dank der Stimmen der Frauen angenommen (Vox-Analyse, November 1985, S. 12 f f. ). '
41 Mit Ausnahme der Bestimmun^gen über den Familiennamen (Art. 160), das" Bürgerrecht (Art ), den Betrag zur freien Verfügung des Ehegatten, der für Haushalt oder Kinder sorgt oder der im Unternehmen des andern mitarbeitet (Art. 164) sowie über diee n t s c h ä d i g u n g, auf w e l c h e der Ehepartner Anspruch hat, der i n a u s s e r o r d e n t l i c h e m Mass den andern i n seiner beruflichentätigkeit unterstützt (Art ), s t i m m t das neue Eherecht mitdem Postulat der Gleichberechtigung.' überein. Es weist den. Ehegatten keine geschlechtsspezifischen Rollen mehr zu, a n e r k e n n t für keinen eine dominierende Stel- lung und sieht beia u f l ö s u n g der Ehe eine hälftige Aufteilung der während der Ehe erworbeneri Güterv o r. Das revidierte- Eherecht überlässt den Entscheid^ überd i e Aufgabenverteilung der S e l b s t b e s t i m m u ng des Paares. Damit bestätigt es auf r e c h t l i c h e r Ebene d i e " P r i v a t i s i e r u n g " der Ehe, die s i c h faktisch bereits vollzogen hat. Diese Revision erlaubt ausserdem der E h e f r a u, ihre ökonomische Unabhängig-' keit während der Ehe beizubehalten. - ' Das neue Scheidungsrecht Rechnung tragen müssen. wird diesen rechtlichen Neuerungen I 1 Interessant ist a u c h dief e s t s t e l l u n g, d a s s das revidierte Erbrecht, durch das' der E r b t e i l des überlebenden Ehegatten von einem Viertel auf d i eh ä l f t e erhöht wurde, dieg l e i c h - stellung von Frau und Mann faktisch fördern wird. Dad i e Witwen vièl zahlreicher sind alsd i ew i t w e r (Martine Keller, 1982, S. 466 f f. ), werden.mehr Fraiuen alsm ä n n e r von dieser Erhöhung profitieren können. Diese Erhöhung wird ausserdem für diew i t w e n v i e l bedeutsamer sein alsf ü r diew i t w e r im Vergleich zur v o r h e r i g e n Situation, denn das Vermögen und das Einkommen der W i t w e n sind deutlich geringer als j e n e der Witwer (Martine Keller, 1982, S. 472 f f. ). Aus dem selben Grund hat d e r r e v i d i e r t e Art. 219 ZGB, der dem überlebenden Ehegatten auf s e i n Verlangen hind i e Nutzniessung
42 oder das Wohnrecht an der e h e l i c h e n Wohnung bzw. am Haus einräumt und ihm den Hausrat z u t e i l t, dieg l e i c h e Auswirkung. 5.3 Altersversicherung und b e r u f l i c h e V o r s o r g e Im Jahr 1907, a l sd i ee i d g e n ö s s i s c h e n Räte das heute noch geltende Scheidungsrecht verabschiedeten, lebten die L e u t e im Ruhestand von ihren eigenen Ersparnissen, wurden von i h r e n Nachkommen unterstützt oder waren gezwungen^ bisz u ihrem Tod zu a r b e i t e n. In der folgenden Zeit errichteten einzelne Kantone fakultative oder obligatorischea l t e r s v e r s i c h e r u n g e n (Berenstein, 1986, S. 21 ff. ). Seit 1948 kennen wirdas institutionali - sierte Sparen inf o r m der AHV, die l a u f e n d w e i t e r e n t w i c k e l t wurde wurde über Art. 34 der B u n d e s v e r f a s s u n g abgestimmt, der das Altersversicherungssyste m f e s t l e g t. Die AHVh a t, gemäss dieser Bestimmung, alse r s t e Säule zum Ziel,' d i e ' Lebenskosten der R e n t n e r i n n e n zu decken; die z w e i t e Säule, die berufliche V o r s o r g e, s o l l den Pensionierten ermöglichen, ihren vorherigen Lebensstandard ine t w a beizubehalten. Das Gesetz über dieb e r u f l i c h e V o r s o r g e (BVG) trat am 1. Januar 1985 in K r a f t. AHV und BVG bewirken, dass der grösste Teil dèr Ersparnisse der aktiven Bevölkerung ind i e I n s t i t u t i o n e n dera l t e r s v o r - sorge fliessen. Ebenso wie das geltende Recht regelt das revidierte Ehe-, Ehegüter- und Erbrecht diea u f t e i l u n g d e r Ansprüche gegenüber den SozialVersicherungen^bei Auflösung der Ehe nicht, obwohl es d i ea u f t e i l u n g aller,andern Güter und Ersparnisse festlegt. Diese Anwartschaften gehören weder zur Errungenschaft noch zum Eigengut, weil für siek e i n Rückkaufswert I e r r e c h n e t werden kann (Hausheer: Vom alten , S ; Näf-Hoffmann, 1986, S..123; Geiser, 1981,S. 468; dagegen: Piotet, 1986, S. I I I f f. ).
43 Wenn beide Ehepartner während derehe ununterbrochen berufstätig sind und d a b e i etwa gleichviel verdienen, danni s t die Gleichbehandlung bezüglich ihres künftigen Ruhestandes auch beiéiner Scheidung gewährleistet, obwohl die Anwartschaften' nicht a u f g e t e i lt werden. Sobald aber eine h e p a r t n e r seine.berufstätigkei t für einige Zeit unterbricht oder eind e u t l i c h e s Gefälle zwischen den Löhnen derb e i d e n besteht, führen dieh e u t i g e n Regelungen von AHV undbvg zwangsläufig zuru n g l e i c h b e h a n d l u n gd e r Ex-Ehepartner im Ruhestand Dieb e r u f l i c h e Vorsorge (BVG) Jeder geschiedene Ehepartner hat A n s p r u c h aufd i e R e n t e, welche seinen eigenen Beiträgen - neben denen des A r b e i t - gebers - entspricht. Wenn nun e i ne h e p a r t n e r seine Berufstätigkeit aufgibt, um sich derk i n d e r e r z i e h u n gu n ddem / ^ Haushalt zu w i d m e n, dann verringert sich automatisch s e i n e künftige Rente. Nach dem Tod i h r e s Ex-Mannes hatd i eg e s c h i e d e n e Frau Anspruch aufe i n e Witwenrente, sofern ihre Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hatu n d i h r i m S c h e i d u n g s u r t e i l eine Rente oder eine Kapitalabfindung zugesprochen wurde. Die Versicherungskasse kann jedoch ihre Leistungen reduzieren, wenn dieb e i m Tod d e s E x - G a t t e n theoretisch ge- schuldete Rente zusammen mit a n d e r e n Versicherungsleistungen, insbesondere derahv und I V,d i eh ö h e deri m Scheidungsurteil festgelegten Unterhaltsbeiträge übersteigt. Diese Witwenrente derg e s c h i e d e n e n Frau istn u rfür den i mbvg obligatorisch versicherten Lohnanteil zwingend, also für Jahreseinkommen zwischen Fr. 17'280.- und F r. 51'840.- (Mitteilungen des BSV, Nr.2, S. 2 ). Von den Prämien, welche' für den über -^Fr. 51' hinausgehenden Lohnanteil
44 - 38- einbezahlt wurden, der n i c h t obligatorisch v e r s i c h e r t ist, profitiert dieg e s c h i e d e n e Witwe nur dann, wenn es die Statuten der V e r s i c h e r u n g s k a s s e so v o r s e h e n DieAHV Jeder geschiedene undn i c h t wi'ederverheiratete Ehegatte h a t im Rentenalter Anspruch auf e i n e einfache Altersrente. Die Rente desmannes wird auf der Grundlage seines durchschnittliehen Jahreseinkommens undd e r Zahl seiner Beitragsjahre, berechnet. Widmet er s i c h eine gewisse Zeit lang ausschliess- lieh dem H a u s h a l t und' dèr K i n d e r e r z i e h u n g, i s t a l s o während einiger Zeit nicht berufstätig^ iste r v e r p f l i c h t e t, AHV- Bèitrâge zub e z a h l e n, während diee h e f r a u ind e r gleichen Situation von Beiträgen befreit i s t. Für d i eb e r e c h n u n gd e r ' einfachen Altersrente der g e s c h i e d e n e n Frau, für d i e die Ehejahre, während derer sie- da n i c h t berufstätig - keine Beiträge bezahlt hat, alsb e i t r a g s j a h r e gelten, gibt es s e i t den Bundesgerichtsentscheiden 101.V1 8 4u n dbge 106V 201 zwei Berechnungsmethoden. Es w i r d diejenige Methode angewendet, ) deren Ergebnis vorteilhafter i s t : Bei d e r e r s t e n Methode wird diesumme der Einkommen durch die Zahl.der Versicherungsjahre d i v i d i e r t. Nach der zweiten Methode werden Einkommen und Beitragsjahre während der Ehe b e i s e i t e gelassen; man' addiert also diee i n k o m m e n voru n d- sofern vorhanden - nach der Eheu n dd i v i d i e r t ^sie durch diee n t s p r e c h e n d e n Beitragsjahre.. ^ J, - - Die erste.b e r e c h n u n g s m e - t h o d e entspricht jener, welcheb e i den Männern angewendet "wird. Sie i s t sehr nachteilig für die Frau, diewährend der Ehe wenig oder keine Beiträgebezahlt hat, sondern sich dem H a u s h a l t undd e r Kindererziehung gewidmet hat. Um diese Diskriminierung etwas zu m i l d e r n, hat dase i d g e n ö s s i s c h e Versicherungsgericht die z w e i t e Methode zugelassen, welche die S i t u a ' t i o n ^ g e w i s s e r Fraüen einw e n i g verbessert', aber 'weder dieg l e i c h s t e l l u n g der geschiedenen Partner, noch diea u f t e i l u n g der vommann während der Ehe erworbenen AHV-Rentenansprüche gewährleistet.
45 Kommt d i eg e s c h i e d e n e Frau ing e n u s s eineru n t e r h a l t s - R e n t e, kann siea u f d i e s e r keine AHV-Beiträge bezahlen, solange sie daneben noch erwerbstätig i s t. Nichterwerbstätige Bezügerinnen von Unterhaltszahlungen entrichten AHV-Beiträge für e i nv e r m ö g e n, das der zu 5%'k a p i t a l i s i e r t e n Unterhalts- Rente entspricht. - Die Beiträge auf dem Vermögen sind sehr niedrig; für Vermögen bis zu F r. 250'000.- beträgt der jährliche AHV-Beitrag Fr ,.., Das Einkommen des Ex-Gat-ten wird erst dann i nd i e Berechnung der einfachen A l t e r s r e n t e der F r a u einbezogen, wenn dieser gestorben i s t, und nur u n t e r der'b e d i n g u n g, dass die F r a u entweder' b i s zur E n t s t e h u n g des Anspruchs auf e i n e einfache Altersrente eine Witwenrente bezogen hat"(was der F a l l i s t, wenn der Ex-Mann ihr Unterhaltsbeiträge leisten musste und die Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat) oder - b e id e r Scheidung 'das 45. A l t e r s j a h r zurückgelegt oder mindestens ein ( l e i b l i c h e s oder adoptiertes) Kind hatte und diee h e mindestens 5 Jahre gedauerth a t Einige Zahlen zu den Einkommen der geschiedenen - - -A H V - R e n t n e r i n n e n '. Die folgenden Angaben entstammen dem Artikel "Les femmes âgées: leso u b l i é e s du féminisme?"- v o n M a r t i n e Keller im Sammelband " V i e i l l i r aujourd'hui et demain" hrsg.-von Pierre Gilliand (1982, S. 463 f f. ). Das Totaleinkommen der P e n s i o n i e r t e n v e r t e i l t sich - wenn man a l l e Quellen zusammenzählt - auf d i ee h e p a a r e, die a l l e i n - stehenden Männer und d i e a l l e i n s t e h e n d e n Frauen wie folgt:
46 DieE h e p a a r e (=48%d e rp e n s i o n i e r t e n ) verfügen über6 4 % - des Totaleinkommens. - Diea l l e i n s t e h e n d e n Männer (=1 2 %d e rp e n s i o n i e r t e n ) verfügen über. 10% des Totaleinkommens. - Diea l l e i n s t e h e n d. e n Frauen (=4 0 %d e rp e n s i o n i e r t e n ) verfügen über 26%d e s Totaleinkommens. Das durchschnittlichem o n a t s e i n k o m m e n einer alleinstehenden Frau beträgt Fr. '1'600.-, aber 70% d i e s e r Frauen verfügen über weniger alsf r. l'ooo.- im M o n a t, währerid nur3 0 % der alleinstehenden Männer weniger alsf r. l'ooo.- im Mona t erhalten. Die Kategorien der a l l e i n s t e h e n d e n Rentnerinnen u n t e r t e i l t sich weiter inw i t w e n, Geschiedene undv e r h e i r a t e t e. Das mittlere Monatseinkommen einer Witwe beläuft sicha u f Fr. 1'700.-, doch erhalten 50%d e rw i t w e n nur z w i s c h e n Fr u n df r. 1'150.- im M o n a t. Die ledigen Frauen haben einm i t t l e r e s Einkommenv o n Fr. 1'400.-, die l e d i g e n Männer jedoch vonf r. 2'LOO.-. Die geschiedenen Frauen, welche 2,5%d e rr e n t n e r i n n e nu n d 6,5% dera l l e i n s t e h e n d e n Rentnerinnen ausmachen, verfügen lediglich über durchschnittlich Fr. 1'330.- im M o n a t ; 5 0 % von ihnen erhalten weniger alsf r. l'ooo.- und 30%. sogar weniger alsf r i m M o n a t. Wir stellen fest, dass nur2 3 % d e r. l e d i g e n Frauen, 17% der Witwen und0,4% d e rv e r h e i r a t e t e n Frauen sich i n e i n e rs i - tuation befinden, die d e r j e n i g e n derg e s c h i e d e n e n Rentnerin vergleichbar i s t ; siev e r f ü g t im D u r c h s c h n i t t, wiee r w ä h n t, über Fr. 1'330.- monatlich.
47 Alle bisher genannten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1976, Aus der kürzlich erschienen D i s s e r t a t i o n von Nathalie Kohler (1986, S. 230) z i t i e r e n wird i e f o l g e n d e n Zahlen überd i e durchschnittliche Rente nach Zivilstand und G e s c h l e c h t : Einfache AHV-Rente: - geschiedene Frau: Fr geschiedener Mann:, Fr. 1' Witwe: Fr. 1' Witwer: Fr. 1' Die indiesem Kapitel widergegebenen Zahlen belegen auf ein- drückliche A r td i e s c h l e c h t e Situation der g e s c h i e d e n e n Frau im Rentenalter und sprechen für eine dringend nötige Revision der AHV und des BVG Schlussfolgerungen v Sowohl dieahv wie auch das BVG basieren auf dem Ehemodell des- Zivilgesetzbuches von D i e A l t e r s v o r s o r g e der Frau ist gesichert, wenn ihre Ehe durch den Tod des Ehegatten aufgelöst wird. Die Lage der g e s c h i e d e n e n Frau hingegen i s t ausserordentlich prekär. Die geschiedenen Frauen, welche sich während ihrer Ehe hauptsächlich der K i n d e r e r z i e h u n g g e w i d m e t haben, sind aus vier Gründen-benachteiligt: 1. Die Rentenansprüche an AHV und b e r u f l i c h e Vorsorge,d i e der Mann dank der Haus- und Erziehungsarbeit der nichterwerbstätigen Ehefrau erwerben, k o n n t e, werden bei der Scheidung nicht a u f g e t e i l t.
48 Die u n v e r z i c h t b a r e Haus- und E r z i e h u n g s a r b e i t d e r Ehefrau wird von den Versicherungen nicht angerechnet. Die n i c h t - erwerbstätige Ehefrau kann sich daher weder eine erste, noch eine zweite Säule aufbauen. 3. Die geschiedenen Frauen können auf den U n t e r h a l t s z a h l u n g e n ihrer Ex-Gatten keine oder nur sehr geringe Beiträge zahlen, während diee x - E h e m ä n n e r auf d i e s e n Zahlungen Beiträge entrichten und damit, auch nach der Scheidung, ihre Rentenansprüche i ngewisser Weise auf dem Rücken ihrer Ex-Ehefrauen vergrössern. f 4. Weil diew i t w e n r e n t e der geschiedene n Frau an dië Bedingung geknüpft ist,d a s s ihr der V e r s t o r b e n e Alimente zahlen musste, wird diese Rente nur dann, a u s g e r i c h t e t, wennd i e Frau "unschuldig"- g e s c h i e d e n wurde. Damit wirkt sich i h r Verhalten in e i n e r privaten Beziehung auf d i el e i s t u n g e n der Sozialversicherung, v.a. b e i m Altersrücktritt aus, und diese Tatsache i s tä u s s e r s t stossend. Das geltende System bewirkt eine mehrfache Bestrafung d e r geschiedenen Frau mit k l e i n e n Kindern: Ihre Erziehungsaufgabe hindert sied a r a n " ; ganztags berufstätig zu sein.i h r Lohn istdeshalb niedrig, also wird sieeine minimale AHV- Rente erhalten. Ihr niedriger Verdienst wird ausserdem i n den meisten Fällen dazu führen, dass sie riicht- i nd i e Pensionskasse aufgenommen w i r d, diej an u r den über den sog. Koordinationsabzug von F r. 17'280.- hinausgehenden Jahreslohn versichert. I n Anbetracht der s t e i g e n d e n Scheidungsrate drängt sich eine Revision von AHV und BVG auf. Wird dabei aber das Versicherungssystem nicht modifiziert, dann vervielfacht sich i n einigen Jahren die Z a h l der a u f S o z i a l h i l f e angewiesenen geschiedenen Fràuen, nämlich dann, wenn dievon der zunehmenden Scheidungsrate betroffene Generation ins Rentenalter kommt.
49 - 43- ZWEITER TEIL: KONKRETE VORSCHLAEGE FUER DIER E V I S I O N DES SCHEIDUNGSRECHTS 1. ALLGEMEINE FORDERUNGEN DER KOMMISSION FUER FRAUENFRAGEN^ I. Die G l e i f c h s t e l l u n gv o nf r a u undm a n n ist n i c h t nur e i n. iri der V e r f a s s u n g verankertes Grundrech-t, sondern auch ein ethisches Gebot, dasd i e B e f r e i u n g der Menschen von den sozio-kultürellen Zwängen beinhaltet, welche' sie auf bestimmte Geschlechtsrollen.festlegen wollen.d i e Gleichberechtigung setzt Unabhängigkeit und S e l b s t v e r - antwortlichkeit jeder Person voraus, vonm a n n und F r a u, j. Verheirateten unda I l e i n s t e h e n ' d e n. Nur s i eg i b t jedem VI n d i v i d u u m diem ö g l i c h k e i t, sich selbst zu v e r w i r k - lichen (Fräuen undm ä n n e r, 1987, S. 9 f f. ). i J I I. Die F a m i l i e ist d e r g e e i g n e t s t e Ort, wo Gleichb'eréchtigüng gelernt werden.kann, wenn Frau undm a n n die R o l l e n aufteilen, also beide Partner sich neben ihrer berufliehen Aktivität m i t Kindererziehung undhausarbeit' beschäftigen. So v e r i n n e r l i c h e n d i ek i n d e r vona n f a n g an ein Modell vong l e i c h b e r e c h t i g u n g, dass i ed a n n an die nächste Generation weitergeben. Dieg e l e b t e n Modelle,-' spielen nämlich eine zentrale Rolle beid e r Verwirklichurig der G l e i c h b e r e c h t i g u n g. DieK o m m i s s i o n hat bereits aufgezeigt, wies e h r die t r a d i t i o n e l l e Rollenverteilung diesem Ziel schadet. (DieS t e l l u n g der Fraü ^ ind e r Schweiz, Teil I I, 1982,,S. 114, 120). Die f r a n - ' zösiche Psychiaterih Christiane Olivier (1980, S. 192, 178) meint zu.diesem Punkt: "Es i s t nötig,, dass Frauen und Männer trotz der G e s c h l e c h t s u n t e r s c h i e d e gleiche Rollen übernehmen, damit das Kirid s i e h t, dass' körperliehe Unterschiede riicht zu M a c h t u n t e r s c h i e d e n führen müssen, e i nk o n z e p t, dasdem gegenwärtigen'k r i e g zwischen Frauen undm ä n n e r n zugrunde l i e g t. (...) Bereits
50 i n der Wiege beginnt sich diew e l t für das Kind zweizuteilen, wird diee i n t e i l u n g in G e s c h l e c h t e r zur D i s - kriminierung eines Geschlechts. Dehn das Kind isti m Begriff, sich in e i n e r Welt einzurichten, ind e r alles, was m i tk ö r p e r und Gefühlen zu-tun hat, über die M u t t e r läuft, also alsw e i b l i c h eingestuft wird, während alles, was m i t I n t e l l e k t und m i tdem Fortbestand der Sippe, also mitdem Platz i nd e r G e s e l l s c h a f t zusammenhängt, als männlich betrachtet wird". I I I. Der Vater istg r u n d s ä t z l i c h ebensogut imstande, wie ' die Mutter, für das Kleinkind, ja sogar für den Säugling zu sorgen, s"obald dieser entwöhnt i s t. Die neuesten Forschungen der E n t w i c k l u n g s p s y c h o l o g i e widerlegen d i e These, wonach es grundsätzlich im Interesse des Neugeborenen und des Kleinkindes i s t, wenn es b e ie i n e r Trennung der E l t e r n ' d e r M u t t e r anvertraut w i r d (Neue Erkenntnisse, 1985, S. 8 f f. ). In d i e s e m Zusammenhang zeigt der b e r e i t s erwähnte Bericht einer-g r u p p e von Amtsvormündern und Sozialarbeitern auf, dass sich d i e juristische Literatur heute noch auf längst überholte entwicklungspsychologische Publikationen abstützt. Sogar der 1980 veröffentlichte Berner Kommentar zu A r t. 156 und 158 ZGB, von Bühler/Spühler zitiert fast ausnahmslos alte, auf überholten Vorstellüngen basierende Literatur (Neue Erkenntnisse, 1985, S. 8 f f. ). Schelling (1986, S. 37) stellt dazu fest, dass diefrage der Kinder-, Zuteilung weitgehend von gesellschaftlichen, ideologischen und w i s s e n s c h a f t l i c h e n V o r s t e l l u n g e n geprägt i s t. Nach Ansicht der Kommission gibt es zwischen Frau und Mann keine biologischen oder funktionalen Unterschiede, die eine Gleichbehandlung der Ehepartner beider Kinderzuteilung absolut ausschliessen würden. Gemäss Bundesgericht aber (BGE 108 la2 9 ) kônntè nur e i ns o l c h e r Unterschied eine Ungleichbehandlung rechtfertigen.
51 IV. Die ökonomische Unabhängigkeit der erwachsenen Person ist Teil ihrer Menschenwürde. Wenn immer möglich, s o l l t e sie auch während der Ehe fortdauern, damit sich jeder Ehepartner f r e i entwickeln und e n t f a l t e n kann. Die ökonomische Abhängigkeit vom Partner behindert tatsächlieh oft eine ausgeglichene und harmonische Entwicklung (DieS t e l l u n g der F r a u i nd e r Schweiz, Teil I i ; , S. 117 f f. ). Es ist deshalb wichtig, dass der b e r u f l i c h e Wiedereinstieg desjenigen Ehepartners gefördert wird, der- s e i n e Berufstätigkeit zugunsten der K i n d e r e r z i e h u n g und des Haushalts unterbrochenh a t (DieS t e l l u n g der F r a ui n der Schweiz, Teil I I, 1982, S. 118). Heiraten i s t an sich noch kein Grund dafür, dass einp a r t n e r seine Erwerbstätigkeit aufgeben und sich vom andern unterhalten lassen s o l l. Die ökonomische Unabhängigkeit jeder Person i s t n u r möglich, wenn jeder Ehepartner sich eine eigene, z i v i l - standsunabhängige Altersicherung aufbauen kann.(die Stellung der F r a u i nd e r Schweiz, Teil I I I, 1980, S. 25) und wenn das Rücktrittsalter für Frauen und Männer gleich i s t (Teil I I I, S. 25; T e i l I I, S ). Die Beiträge an AHV und P'ensionskasse, diew ä h r e n d d e r Ehe bezahlt werden, vermindern d i ee r r u n g e n s c h a f t. B e i Auflösung der Ehe durch Scheidung sollte jeder Ehepartner Anspruch haben auf d i ehälfte der Anwartschaften,. die der andere während der Ehe erworben hat. Nur ein solches System ermöglicht.es den Ehegatten, d i e R o l l e n frei aufzuteilen, ohne im A l t e r dafür bestraft zu werden. Man könnte das System so ausgestalten, dass sowohl bei der AHV wie auch beid e n Pensionskassen das Guthaben jedes Ehepartners zur Hälfte seinem Konto und zur Hälfte dem Konto des Ehepartners angerechne t w i r d. ( S p l i t t i n g ).
52 ' Das Kapitel über AHV und BVG im ersten Teil.dieses Berichts macht deutlich, wie dringend eine urafassende Revision dieser beiden Versicherungen i s t. S i e ist Voraussetzung dafür, dass Eheleute, auch, w i r k - lich nach dem neuen Eherecht leben können und dass ein neues Scheidurigsrecht- ausgearbeitet werden kahn,.das vori der ökonomischen Unabhängigkeit jedes Ehe- > ' partners ausgeht. Falls eine solche Revision der Altersversicherungen nicht stattfindet,. bevor das neue Scheidungsrecht ink r a f t. t r i t t, dann müsste eine vorläufige Lösung inszgb aufgenommen werden, ' d i eb i sz u r e r f o l g t e n AHV- und BVG-Revision Gültig- >keit hätte. Die kürzlich'in der Presse angekündigten- Revisionspläne sind allerdings völlig unbefriedigend (Thalmann, 1986, S. 2)., V. Die Kommission hält fest, dass diehaus - und. Erziehungsarbeit, für Wirtschaft und G e s e l l s c h a f t unverzichtbar ist (Die Stellung der F r a u ind e r Schweiz, Teil I I, 1982, S. 40 f f. ). Diese Arbeit wird nicht entlöhnt und bei der Berechnung'des Bruttosozialproduktes'nicht;berücksichtigt, doch hat.sie unbestreitbar,einen bestimmten Wert. Weil sieu n v e r z i c h t b a r i s t, einfach verrichtet. werden muss, kann diep e r s o n, die d a m i t betrauti s t, während dieser Zeit'keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Wer also Erziehungs- und,hausarbeit l e i s t e t, erleidet ^, -eine Einbusse des beruflichen Einkommens, i s t damit nicht oder nur t e i l w e i s e in, d e r Lage, für seinen/ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Teilen'sich d i e E h e p a r t n e r i n diese Arbeiten, clann bereitet dief r a g e des Wertes keine Probleme für dieg l e i c h s t e l l u n g der Partner. Widmet sich aber nur e i np a r t n e r der "Erziehurig der Kinder und deiri Haushalt, dann wird dief r a g e im F a l l einer Scheidung akut. Der andere muss ihnd a n n für diee r f ü l - lung dieser'aufgaben entschädigen. - " /
53 ^. ' - VI. Das Familienrecht i s t T e i l der s t a a t l i c h e n Familien- I i '' Politik.-Der Staat i s t durch Art. 4 Abs. 2 der Bundes- '.Verfassung verpflichtet, mittels seiner Gesetzgebung i n diesem Bereich dieg l e i c h s t e l l u n g von Mann und F r a u zu fördern.. ' Y I ' c VII. Die Ehe m i t K i n d e r r i i s t nur e i n e mögliche Familienform, ünd das kinderlose Ehepaar s t e l l t keine Familie im Sinn -der Familienpolitik dar (Frauen und Männer, 1987, S. 78- ff. ). :. N. - ' J., ' 2. DISKUSSION DER SCHEIDUNGSRECHTSREVISION j I 2.1 Die Scheidungsgründe nach geltendem Recht n Das geltende Scheidungsrecht nennt 5 spezielle Schèidungsgrûnde. V i., - *. - Ehebruch (Art. 137 ZGB),, - Nachstellungen nach dem Leben, Missh'andlungen und Ehr^enkränküngeri (Art. 138 ZGB), - Verbrechen und unehrenhafter -Lebenswandel (Art. 139 ZGB) - Verlassung (Art. 140 ZGB), - Geisteskrankheit (Art. 141 ZGB) sowie den allgemeinen Grund der Zerrüttung (Art..142 ZGB). Wie wirb e r e i t s gesehen haben ( I, 2.4), i s t Ehebruch-der^ einzige spezielle Grund, der heute noch relativ breite Anwendung findet.,. Der.VglIständigkeit halber muss hier erwähnt werden, dass der Richter eine Trennung aussprechen,kann, auch wenn a u f Scheidung geklagt und e i ns c h e i d u n g s g r u n d nachgewiesen wurde, sofern Aussicht auf Wiedèrvereinigung -'der Ehegatten besteht (Art. 146 ZGB). Allerdings wird dieser'artikel, wie Grossen (1984, S. 200) b e r i c h t e t, von den Richtern, die s i c h nicht g e r n e auf s o l c h e Prognosen einlassen, kaum noch angewendet. I
54 Zum Ehebruch ist zu ergänzen, dass dies c h e i d u n g s k l a g ew e g e n Ehebruchs verjährt, wenn der geschädigte Ehegatte nicht innerhalb von 6 Monaten, nachdem e r vom Ehebruch erfahrenh a t, die Scheidungsklage e i n r e i c h t und i n j e d e m Fall nach Ablauf von 5 Jahren nach dem Ehebruch. Hat der P a r t n e r dem Ehebruch zugestimmt oder ihnv e r z i e h e n, g i l t er n i c ht als Scheidungsgrund. Nach der R e c h t s l e h r e (BGE 98 I I 161) muss diek l a g e wegen Ehebruchs abgewiesen werden, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass der Ehebruch dieb e z i e h u n g der Eheleute unwiderruf1-ich zerstört hat. Deshalb kann man sagen, dass es sehr wohl Ehebrüche' g i b t, die n i c h t als Scheidungsgrund vorgebracht werden können. Beizufügen wäre noch, dass der Ehebruch der Frau nicht injedem Fall zum Verlust von Unterhaltsansprüchen nach der Scheidung (gemäss^art. 151 ZGB) führt, u.a. dann nicht, wenn ihm Ehebrüche des Mannes vorangingen und er daher nicht alsschwerwiegende Verfehlung gewertet werden kann (Hausheer, 1986, ZBJV, S.6 4 ). Angesichts der Entwicklung der Rechtsprechung kann festgestellt werden, dass sich an der h e u t i g e n Situation.nichts ändern würde, wenn -das. Gesetz nur einen Scheidungsgrund vorsähe, nämlich dies c h e i d u n g wegen Zerrüttung (Art. 142 ZGB). Doch m i t e i n e r Scheidungsrechtsrevision, die i e d i g l i c h d i e speziellen Scheidungsgründe abschaffen wollte, wäre nichts gewonnen. Siewäre diem ü h e nicht wert. 2.2 Scheidungsgründe im r e v i d i e r t e n Scheidungsrecht Oft koimnt es vor, dass beide Seiten dies c h e i d u n g wollen. Unter dem heutigen Recht entbindet diese Einigkeit die P a r t - ner nicht von der Pflicht, ' Fakten vorzubringen und zubelegen, aus denen hervorgeht, dass diee h e l i c h e Beziehung endgültig zerbrochen ist.d e r Richter kann nämlich nur dann eine Scheidung aussprechen, wenn er sich davon überzeugen konnte, dass dieb e z i e h u n g so stark'angeschlagen ist, dass
55 ein weiteres Zusammenleben u n z u m u t b a r ist'-(art. 142 Abs. 1 ZGB). Ausserdem muss er feststellen, wem die H a u p t s c h u l d für diezerrüttung zukommt um zu wissen, ob er beide Scheidungsklagen gutheissen kann oder nur jene des w e n i g e r schuldigen Teils. Heute haben'die Scheidungswilligen oftk e i n Verständnis mehr für diese Erfordernisse; siemeinen; dass diescheidung möglich sein s o l l t e, sobald beide siew o l l e n. Siem ö c h t e n, dass der Richter dies c h e i d u n g aussprechen muss, wenn sie ihm ihr gemeinsames Einverständnis mitd e r Scheidung erklären, 'sie wollen von der P f l i c h t befreit werden/ diefakten beweisen zu müssen, diez u r Zerrüttung geführt haben. Damit gälte allein der W i l l e der b e i d e n Ehepartner, die f e s t g e - stellt haben, dass ihre Ehe gescheitert i s t, als Scheidungsgrund. Dieser Scheidungsmodus wird im allgemeineri "Scheidung i n gegenseitigem Einvernehmen" genannt. Im folgenden wollen wird i ew ü n s c h b a r k e i t und d i e B e d i n g u n g e n dieses Scheidungsmodus diskutieren., Die Einführung der Scheidung i ng e g e n s e i t i g e m Einvernehmen befreit den Gesetzgeber nicht von der A u f g a b e ) für.fälle, i n denen eine h e p a r t n e r dies c h e i d u n g wünscht, der a n d e r e sich aber dagegen wehrt, eine Lösung zu finden. Dieses Problem wird im K a p i t e l behandelt Die Scheidung i ng e g e n s e i t i g e m Einvernehmen Gegenwärtig kennen fast alle europäischen Länder die Scheidung ing e g e n s e i t i g e m Einvernehmen. Allerdings wird dieser Scheidungsmodus sehr unterschiedlich geregelt. Manchmal ist das Verfahren so kompliziert, dass diee h e p a r t n e r einen m i t dem Verschulden e i n e s Ehegatten v e r b u n d e n e n S c h e i d u n g s g r u n d vorziehen. Diese Möglichkeit existiert inm a n c h e n Ländern neben'der Scheidung i ng e g e n s e i t i g e m Einvernehmen (Dutoit, 1980, S. 450 f f ).
56 .-soi n der Schweiz geht die~ g r o s s e Mehrheit der Scheidenden ^freunds.chaftlich auseinander, d.h. d i eb e i d e n Parteien regeln vor l o d e r während des Prozesses dien e b e n f o l g e n ihrer Scheidung durch 'eine Konvention. D i e s e wird dann 1 durch das Gericht bestätigt, welches auch noch feststel-r len muss, ob e i ni m Gesetz vorgesehener Scheidungsgrund tatsächlich gegeben i s t. Von hier bisz u r Scheidung in _ ^ gegenseitigem Einvernehmen isti nw i r k l i c h k. e i t nur noch e i n ^ kleiner Schritt. Perrin (1986, S. 14) m e i n t, s o g a r, dass.d i e Gerichte faktisch bereits Scheidungen im gegenseitigen Ein-, vernehmen anerkennen, obwohl dies gesetzeswidrig i s t. Es ist daher offensichtlich, dass dies c h e i d u n g ing e g e n s e i - tigen Einvernehmen der heutigen Realität, einem gesellschaftlichen Bedürfnis entspricht. Eine Revision des Scheidurigsrechts, dieden Namen verdient, muss diesen Scheidungsmodus einführen. Denn.er wird vom selben Prinzip g e l e i t e t, wie das neue Eherecht, das es der p r i v a t e n Entscheidungd e r Partner überlässt, wie s i e i h r e Beziehung gestalten und die Rollen verteilen wollen. Sobald'^der Gesetzgeber anerkennt, dass diee h e p a r t n e r ihre Beziehung während der Ehe selber regeln, muss er ihnen logischerweise auch die F r e i h e i t lassen, sich zu trennen, wenn sich diew e i t e r f ü h r u n g der G e m e i n s c h a ft wegen fehlender Uebereinstimmung alsu n m ö g T i c h erweist., Spezialistinnen haben aufgezeigt, -dass es besser is,t, wenn es den beidenpa r t e ' i e n gelingt, die K o n f l i k t s i t u a t i o n selber zu regeln, alss i c h von aussen, z.b. vom Gericht,.eine Lösung aufzwingen zu lassen (Schelling, 1986, S. 37; Dreyfuss, 1984, S. 163).. Der grösste V o r t e i l der Scheidung i ngegenseitigem Einvernehmen i s t der, dass sie.'den Ehepartnern e i n A u s b r e i t e n ihres Ehelebens vor dem Gericht erspart'. Dies schützt einerseits ihre Privatsphäre, anderseits verhindert es, dass Oel ins Feuer geschüttet wird und d i eu n v e r m e i d l i c h e n Spannungen noch verstärkt werden. Wir ' d ü r f e n nicht vergessen,w i e schwierig es i s t, etwas, zu beweisen, das sich i nder P r i v a t- und Intimsphäre abspielt. Oftt u ne s.d i e Parteien mit H i l f e N.
57 I von Zeugen, denen siev o r h e r ihrl e i d geklagt haben..dabei ist^aber diè zurückhaltendere Partei benachteiligt. Es gelingt ihr n i c h t, dier e a l i t ä t darzustellen, was dann zu einem Urteil führt, das i n k e i n e r Weise dem Erleben der Ehepartner entspricht.- Dies verletzt. d i e Parteieri, verstärkt die Spannungen nach der Scheidung und hinterlässt beid e n. B e t r o f f e n e n einen sehr schlechten Eindruck von der Justiz. Die Befürchtung, die-einführung,der Scheidung in gegenseitigem Einverständnis steigere noch die S c h e i d. u n g s r a t e, wird von den jüngsten Erfahrungen u n s e r e r Nachbarländer widerlegt (Hausheer, 1986, S. 168 f f. ). Diee r l e i c h t e r t e -, Scheidung veranlasst niemanden, seine Ehe ohne Grund aufzulösen (Lévy, 1984, S. 137). ' -. ' ~. ' Halten wirw e i - d e r fest, dass sowohl das Bundesgesetz über den. Z i v i l s t a n d von 1874 wie auch die, Zivilgésetzbûcher- d e r Kantone Aargau und Waadt - vor d e r Einführung des s c h w e l - zerischen Zivilgesetzbuches - d i es c h e i d u n g i n g^egenseit-igem -Einvernehmen kannten. Das erwähnte Bundesgesetz legte fest, dass der gemeinsame Wunsch der E h e p a r t n e r nach Scheidung' einen Scheidungsgrund darstelle, insofern' a l s d i efortführung des ehelichen Zusammenlebens alsdem Wesen der Ehe entgègengesetzt erscheine (Dutoit, 1980, S ) Die,'Voraussetzungen d e r Scheidung in gegenseitigem Einvernehmen -1 I Einzelne Länder lassen dies c h e i d u n g i ng e g e n s e i t i g e m E i n v e r - nehmen erst nach einer bestimmten Ehedauer zu, führen Bedingungen bezüglich des Alters der E h e g a t t e n e i n, verlarigen eine Zeit der Trennung pder. v e r b i e t e n diese Scheidungsartfür P'aare-m i t mindèrjährigen Kindern' ( D u m u s c , S. 281 f f ; D u t o i t,. 1980, S. 451 f f. ). '.
58 - 5^2 - Die S t a t i s t i k hat g e z e i g t (siehe I> 2.1), dass die Scheidungsrate ind e r Schweiz u.a. während der e r s t e n 5 Ehejähre und bei sehr jungen Ehepartnern erhöht i s t. Die Scheidungswirklichkeit - ebenso wie der gesunde Menschenverstand - sprechen daher gegen eine Mindestehedauer oder einm i n d e s t a l t e r. Im Gegenteil: stellen diep a r t n e r schon bald.nach der Heirat fest, dass sief a l s c h gewählt haben, dann sollte ihnen d i e Möglichkeit zu Auflösung der Ehe gegeben werden, bevor d i e gescheiterte Beziehung t i e f e r e Spuren hinterlässt. Paaren mitminderjährigen Kindern diescheidung in gegenseitigem Einverständnis 'zu verweigern, widerspricht völlig dem schweizerischen Rechtsempfinden,.das dies c h e i d u n gn i e vom Vorhandensein oder Nicht-vorhandensein minderjähriger Kinder abhängig gemacht hat. Zudem weiss man, dass Kinder' mehr darunter leiden, ine i n e r spannungsgeladenen Familienatmosphäre mit d a u e r n d e n Streitigkeiten leben :zum ü s s e n, als mitnur einem Elternteil ineinem guten Klima (Dreyfuss, 1984, S ). Es erscheint auch überflüssig, einè Wartefrist zu verlangen, nachdem sich diep a r t n e r einmal zur S c h e i d u n g entschlossen haben, denn dieser Entschluss istd i ef o l g e eines Reflexionsund Reifungsprozesses. Eine solche Lösung läuft der A n e r - kennung des freien Willens der P a r t n e r zuwider. Hingegen s t e l l t sich dief r a g e, ob sich der R i c h t e r von der.- tatsächlichen Existe.nz des Einvernehmens zwischen den Partnern überzeugen muss, oder ob er sich mit i h r e r einfachen Absichtserklärung begnügen kann, wenn diev e r e i n b a r u r i güberd i e Nebenfolgen unterzeichnet i s tu n d b e id e n Akten l i e g t. Diese letztere 'Lösung, d i ei nb e l g i e n, Luxemburg, Holland, Schottland und B u l g a r i e n angewendet wird (Dutoit, 1980, S. 451 f f. ), i s tv o r z u z i e h e n, denn mari vermeidet damit das Risiko, diescheidung wegen Zerrüttung, ja sogar die Schuldfrage, zur Hintertür wieder einzuführen. Eine Konvention
59 über dien e b e n f o l g e n der Scheidung - unterschrieben von beiden Parteien - beweist.ihre ehrliche Scheidungsabsicht: die Situation nach der Scheidung i s t b e r e i - t s geregelt. Der Scheidun.gsprozess könnte dann folgendermassen ablaufen: 1) Die b e i d e n Parteien reichen beim Richter eine gemeinsame Scheidungsklage einu n d legen ihr Familienbüchlein o.der eiri entsprechèndes Papierv o r. 2) Der Richter setzt eine erste Verhandlung mit f o l g e n d em Ziel an: a) diev o r s o r g l i c h e n Massnahmen zu regeln, b) die P a r t e i e n über Stellen zu informieren, diei h n e n bei der E i n i g u n g über dien e b e n f o l g e n b e h i l f l i c h sind, c) den Parteien dief o l g e n ihres Güterstandes und die neuen Bestinimungen über "die Scheidung in Erinnerung zu rufen. - ^, > 3) Der Richter schickt den Parteien einen Auszug aus dem ZGB über das Ehegüterrecht urtd dies c h e i d u n g zu, zusammen mit dén Adressen der Aemter,. d i efür sien ü t z l i c h sind. 4) Nach Ablauf von ungefähr 3 Monaten nach der e r s t e n Ver- -, handlung, aber spätestens nach einem Jahr bzw. zwei Jahren nach dieser Verhandlung können diep a r t e i e n gemeinsam die Festsetzung des Termins für die Urteilsverkündung verlangen, indem sie g l e i c h z e i t i g ä) d i ev o n b e i d e n unterzeichnete Konvention über dien e b e n - folgen und b) ihre letzte Steuererklärung mitd e n entsprechenden Lohnausweisen'(sofern vorhanden) oder ihre Buchhaltung vorlegen. -.
60 V Die Konvention über dienebenfolgen kann von der Behörde - nur ra.t.ifiziert werden, wenn, sie über folgende Punkte Auskurift gibt: ' ' - - dieg ü t e r r e c h t l i e h e Auseinandersetzung, - - diee i n k ü n f t e, das Vermögen und d i es c h ü l d e n der ^Ehegatten, - dieb e i t r ä g e, d i ee i np a r t n e r dem andern nach der Scheidung, zahlen muss,..,, und wenn minderjährige Kinder vor.haride^n sind.: - die Z u k u n f t der Familienwohnung und des Hausrats, ^ -,die Zuteilung der e l t e r l i c h e n Gewalt und des Sorgerech.ts sowie das Besuchsrecht, 'wenn ein P a r t n e r auf d i e e l t e r l i c h e ' -, Gèwalt verzichtet,,' - dieu n t e r h a l t s z a h l u n g e n für diek i n d e r. - Das Vorlegen "der Steuererl^lärung, der Lohnausweise, der Buch- h a l t u n g und der Angaben über Einkommen, Vermögen und Schulden der Ehegatten ind e r Könvention ^erlaubt\es dem Richter zu kontrollieren, ob b e i der Regelung der f i n a n z i e l l e n Fragen jede Partei Kenntnis von der w i r t s c h a f t l i c h e n Situation der andern Seite hatte. Wir e r i n n e r n daran,.dass nach dem "revidierten Art. 170 ZGB dieehepartner, einander.über ihre finan- zielle Situation informieren müssen.. S o l l t e sich herausstellen"^ dass eint e i l die'konvention ohne Kenntnis der finanziellen Lage'des Partners unterzeichnet h a t, dann sind dieb e s t i m m u n g e n, die von d i e s e r Unkenntnis beeinflusst wurden, ungültig.. Die Verpflichtung des Richters, den Ehepartnern diejenigen -Amtsstellen zu bezeichnen, die i h n e r i beid e r A u s a r b e i t u n g der Konvention über dien e b e n f o l g e n der Scheidung helfen könneri, zielt darauf.ab, ihnen eirie Mittelsperson anzubieten, die Konflikte lösen h i l f t anstatt dies p a n n u n g e n zu verstärken, die ind i e s e r Phase o f t a u f t r e t e n. Pro F a m i l i a z.b. könnte diese Vermittlerfunktion übernehmen.. '^'.-.
61 y Die Scheidung beiw i d e r s t a n d eines Partners i Heutiges Recht und- R e c h t s p r e c : h u n g... ) " j '. Artikel 142 Absatz 2 lautet:' "Ist die t i e f e Zerrüttung vorwiegend der S c h u l d des einen zuzuschreiben,.so kann nurd e r andere Ehegatte auf Scheidung klagen".. Mit andern^w o r t e n, das Gesetz., s c h l i e s s t dies c h e i d u n g. wegeri Zerrüttung aüs, wenn diek l a g e n d e Partei an der Zerrüttung die Hauptschuld'trägt, wenn siez. B. Ehebruch begarigen hat oder begeht oder ine i n e m - K o n k u b i n a t lebt, sofern dien e u e -) -, ' '- Verbindung, o f f e n s i c h t l i c h Ursache der vorausgegangenen Zerrüttung war. ', \ Das Bundesgericht (BGE 92 I I.73) schützt die scheidungsun-- willige beklagte Partei nicht, wenn e i ne i n d e u t i g e r Rech-tsmissbrauch vorliegt, a-lso wenn es auf S e i t e n der beklag-ten Partei- keine schutzwürdigen Interessen gibt, wenri der be- - klagte Partner diew i e d e r v e r e i r i i g u n g verweigert, obwohl der Klagende bereit i s t, zurückzukehren und sein e h e w i d r i g e s Verhalten zu beenden.. S e i t 1978 (BGE 104 I I.145; 'BGE 105. ' ' ' ' I I 218) v e r w e i g e r t das Bundesgericht die; S c h e i d u n g nicht mehr, wenn der s c h e i d u n g s u n w i l l i g e Partner selbst'jedes I n t e r e s s e ' an der e h e l i c h e n Gemeinschaft verloren hat und er keine Begründung für dieweiterführung der 'Ehe vor-.bringen kann, während diek l a g e n d e Partei ihr ehewidriges Verhalten f o r t s e t z t. ' -, Seit 1982 heisst das Bündesgericht (BGE 108 I I.503)d i e Scheidungsklage nach 15 Jahren TrennungJgut, sofern die,. Gegenpartei nicht beweisen kann, dass noch immer ein schutzwürdiges Interesse an der A u f r e c h t e r h a l t u n g der Ehe besteht, wobei dieses Interesse sogar wirtschaftlicher Art- sein kann - (BGE 109- I I 363 )'... \ >,.
62 Wir stellen fest, dass dier e c h t s p r e c h u n g,d i e Stellung des scheidungsunwilligen Ehegatten m e r k l i c h geschwächt hat,u. a. seit der Annahme, dass nach 15 Jahren Trennung n o r m a l e r w e i s e kein schutzwürdiges Interesse ari der E r h a l t u n g der ehelichen Beziehung mehr bestehe.., Die "Fristenilösurig". ' > ^^ Auch wer für dies.che-idung in g e g e n s e i t i g e m E i n v e r n e h m e n eintritt, muss eine.lösung für dief ä l l e vorsehen, i nd e n e n sich einp a r t n e r. d e r Scheidung widersetzt. Der Gesetzgeber.kann - wie h e u t e.- einè auf dem Schuldprinzip b a s i e r e n d e Lösung wählen oder diescheidung gegen den Willeri eines Ehegatten nach einer gewissen Zeit der Trennung, zulassen, also eine "Fristenlösung" einführen. Diese letztere Lösung kann mit einer Härteklausel ausgestattet werden, wonach die F r i s t - verlängert werden kann, wenn eine Scheidung nach der vom 'Gesetz normalerweise v o r g e s e h e n e n -Frist eine unzumutbare Härte für die s c h e i d u n g s u n w i l l i g e Partei darstellt'. 1., -. Um' z w i s c h e n den genannten Hauptalternativen wählen zu können, muss man dieargumente des Scheidungsgegners für dieaufrechterhaltung der Ehe.kennen. Nur so können die I n t e r e s s e n der beiden Parteien gegeneinander abgewogen werden. i - Wer an der Ehe festhält, obwohl diebeiden Partn.er seit einer bestimmten Zeit getrennt leben und d i egemeinschaft im eigentlichen Sinn, n i c h t mehr èxistiert,- t u t d i e s aus emotionalen, religiösen, ethischen oder wirtschaftlichen Gründen, oder aüs Rache.. Der andere Teil möchte eine Vérbindung auflösen, d i ei n s e i n e n Augen sinnlos gewprden i s t ; vielleicht möchte er. wièder heiraten. '. ' '
63 -' ' , - Zwar leuchtet es ein, dass dier e c h t s o r d n u n g die E r h a l t u n g der Ehe nicht schützen muss, wenn dahinter eine Racheabsicht des scheidungsunwilligen Partners steht, doch die"andern aufgezählten Motive wiegen schwerer. Das wirtschaftliche Motiv muss anerkannt werden, wennd i e scheidungsunwillige Partei ihren Lebensunterhalt, insbesondere aus Altersgründen nicht verdienen.kann. Allerdings w i r d dieses Motiv hinfällig, wenn die s c h e i d u n g s w i l l i g e Partei i n der Lage i s t, den Ex-partner zu unterstützen. Es verbleiben jène Fälle, wo die 'Scheidung den V e r l u s t oder eine Ein- - busse der S o z i a l v e r s i c h e r u n g s l e i s. t u n g e n z u r F o l g e hätte, z.b. den V e r l u s t der IV-Zusatzrente (IVG A r t. 34.Abs. 2 ), eine einfache'ahv-rente anstelle einer halben höheren Ehepaarsrente usw. (siehe dazu BGE 109 I I3 6 3, d e r F a l l eirîer Ehefrau, dieb e id e r Scheidung ihre Sozialversicherungsansprüche i nd e r Schweiz verloren hätte, da s i ew i e d e r i n Oesterreich wohnte). In d i e s e n Fällen istd a s Motiv durchaus achtenswert. Trotzdem muss es b e id e r R e v i s i o n des Scheidungsrechts nicht in-.b e t r a c h t gezogen werden, denn es begünstigt die Besitzenden. 'Hingegen beweist es einmal itiehr die D r i n g - lichkeit, e i n e r echten 10. AHV-Revision. ^, Es i s ttatsächlich schockierend, dass dier e g e l u n g e n d e r Sozialversicherung einen Ehepartner dazu zwingen, fürd i e Erhaltung einer sinnlos gewordenen Ehe zu kämpfen. Die religiösen und ethischen Gründe müssen respektiert werden. Trotzdem: der Staat garan-tiert jedem/r Bürgerin Glaubensund Gewissensfreiheit (Art. 49 BV). Wenn er e i ng e s e t ze r - lässt, nachdem d i es c h e i d u n g mit s o l c h e n Motiven verhindert, werden kann, dann zwingt er den andern Ehegatten, sich den Ueberz.eugungen seines Partners zu unterwerfen und schränkt so seine individuelle Freiheit ein. Eine solche Bestimmung wäre nicht verfassungskonform. Diese Motive,^so achtenswert sie auch sind, dürferi also nicht dazu führen, dass eiriem Ehegatten dief o r t s e t z u n g einer Ehe aufgezwungen wird, d i e ihm. s i n n l os und unrealistisch erscheint.
64 . I / ' ' ' ' -* ' /. '- '.,- 5«-. '..,. Die emotionalen Gründe, z.b. die a f f e k t i v e ' B i n d u r i g, die b e i m \ ; '' --1 scheidungsunwilligen'partner nach der Trennung bestehen b l e i b t, verliert - auch wenn sie während einer gewissen Zeit glaubhaft und real ist- m i td e r Zeit an Intensität. Ausserdem idealisiert dievpartei, dies i eg e l t e n d riiacht, ihren Pa'rtner.', Nach,z w e i oder drei Jahren wiegen -diese Grunde nicht schwerer alsd e r a u f d e r persönlichen Freiheit basierende Wunsch,.,des Partners, diè Ehe aufzulösen; umso mehr als die Lebensgemeinschaft, das eigentliche.wesen der Ehe, j a n i c h t mehr besteht. Nach Ablauf dieser Zeit.sollte der scheidungsunwillige' Teil zur E i n s i c h t kommen, dass der P a r t n e r nicht ' zurückkehrt und d i ee h e ihren Sinn verlorenh a t. Man kann sogar so weit geheri ünd sich fragen, ob das.jährelange Festhalten an eirier Ehe, d i efür eine Partei aussichtslos geworden i s t, nicht dem Recht- auf E h e - w i d e r s p r i c h t, wie es diebündesverfassung und'die Europäische.Menschenrechtskonvention garantieren. Das Aufrechterhalten der Ehe hindert j a den scheidungswilligen Partner daran, eine neue Verbindung^ einzugehen. Tatsächlich ists e i n e Situation dem Verbot der Wiederverheiratung vergleichbar, von dem dieeuropäische Menschenrechtskommission gesagt hat, es widerspreche d e r Konvention (Tages-Arizeiger, 1986, S.- 7 ). '. All diese Uebérlegungen führen zum Schluss, dass es keine Gründe gibt, die ein jahrelanges, Festhalten an der Ehe gegen den Willen eines Partners rechtfertigen, auch wenn dieser "schuldig" ist. ^ -Angesichts der g e s e l l s c h a f t l i c h e n Entwicklung, d e r soziologischen Forschungsergebnisse über dieu r s a c h e n der s t e i g e n d e n Scheidungsraten., aber auch der neuen Bedeutung,'. welch e der persönlichen Entfaltung zukbinmt, sollte das revidierte Scheidungsrecht eine Fristenlös.ung vorsehen. Die Länge der Frist ist noch zu diskutier'en. Wir schlagen eine Spanne von zwei 'bis drei Jahren vor, nach Einreichung d e r Klage oder nach einer allfälligen Anordnung von Schutzmassnahmen z.b..einer
65 - "'59.-, Trennung, sofern diese einer Klage vorausgegangen sind. I n Schweden gibt es übrigens eine F r i s t von 6 Monaten (Dutoit, '1980,. S., 424 ). I n Anbetracht der E r f a h r u n g e n, dieu n s e r e. Nachbarländerm i t der Härteklausel gemacht haben - insbesondere Frankreich (Code c i v i l, Art. 240) und d i eb u n d e s r e p u b l i k (BGB, P a r. 1548) - raten clie Spezialisten davon ab, eine solche -Klausel einzuführen, seies nun für materielle oder für psychologische Härtefälle- (Keller, 1986, S. 14). Keller berichtet, dass eine psychische Notsituation nur i na u s n a h m e f ä l l e n anerkannt wird, etwa beis e l b s t m o r d g e f ä h r d u n g. Er i s tzudem der Meinung, dass das Festhalten an der Ehe ausm a t e r i e l l e n Gründen dieehe auf eine finanzielle Zweckgemeinschaf t reduziert und eine Wiederverheiratung verhindert.dumusc (1980, S. 281) führt aus, dass eirie Härteklausel diefristenlösung ' - wirkungslos machen kann, dass siea b e r die schmerzlichen Folgen èiner Scheidung nicht vermindert, soridern n u r hinauszögert. Guillod (1983, S. 812), der d i eh ä r t e k l a u s e l ine i n i g e n europäischen Scheidungsgesetzgebungen untersucht hat, lehnt für die s c h w e i z e r i s c h e Gesetzesrevision jede Härteklaus'el ab. ' ' ' Die Kommission hält dafür, dass - u.a. im Sinn einer Uebergangslösung - das'gesetz dem Richter 'die Möglichkeit geben sollte, die F r i s t auf höchstens die d o p p e l t e Dauer zu verlängern, wenn eine nach Ablauf der gesètzlichen Frist ausgesprochene Scheidung diepersönli.chkeitsrechte des sich widersetzenden Ehegatten beschränken würde. Auf der andern Seite muss das Gesetz dem Richter unbedingt die.möglichkeit geben) i nf ä l l e n, wo der s c h e i d u n g s u n w i l l i g e Partner durch sein Verhalten diep e r s ö n l i c h k e i t s r e c h t e der klagenden Partei yerletz.t, dieg e s e t z i i c h e ' F r i s t abzukürzen oder gar aufzuheben., Wir'denken hier -an K l a g e n d e, diev o n ihrem Partner geschlagen, verlassen oder bedroht wurden oder werden.
66 Der Verlauf dër Scheidung nach.derfristenlösung An der e r s t e n Verhandlung, dien a c h Einreichung der Klage festgesetzt wird, versucht der R i c h t e r, d i eb e i d e n Ehegatten zu versöhnen,^regelt wenn nötig diev o r s o r g l i c h e n Massnahmen und informiert.die beiden über jene Stellen, die ihneri helfen können, sich wieder zu einigèn oder eine Lösung für dies c h e i d u n g zu finden. Er ruft ihnen die r e c h t - lichen Bestimmungen ihres Güterstandes und jene'des Scheidungsrechts ine r i n n e r u n g. Anschliessend schickt er ihnen die Gesetzestexte und d i ea d r e s s e n der genarinten Stellen zu- Möchte diek l a g e n d e Partei dieg e s e t z l i c h e F r i s t verkürzen oder aufheben, dann legt sied e r Klage ein 'entsprechendes" Gesuch bei. Der Richter wird beim ersten Termin dies a c h e untersuchen und anschliessend, e n t s c h e i d e n. Frühestens einj a h r vor A b l a u f der g e s e t z l i c h e n War.tefrist kann der/die Klägeriri vom Richter d i ef e s t s e t z u n g einer F r i s t verlangen,.innerhalb w e l c h e r dieb e k l a g t e Partei ihre Antwort einreichen muss. Sie.enthält die S t e l l u n g n a h m e zü den Nebenf'olgen und d i ed a z u g e h ö r i g e n Belege. Möchte dieb e k l a g t e Partei dieg e s e t z l i c h e W a r t e f r i s t verlängern, legt siem i t i h r e r Antwort eind i e s b e z ü g l i c h e s Gesuch vor., Sobald diea n t w o r t eingereicht i s t, kann der/die Klägerin die Ansetzung einer Verhandlung verlangen, diezum Ziel h a t, entweder das Beweisveffahren bezüglich der N e b e n f o l g e n zu regeln oder einen Vergleich über dien e b e n f o l g e n der Schei-, dung zu e r r e i c h e n. Ausserdem wird der R i c h t e r über e i n a l l - fäl.liges Gesuch um Fristverlängerung entscheiden.
67 Nach Ablauf der - möglicherweise verlângérten oder verkürzten - gesetzlichen F r i s t und nach Ablauf einer a l l - fälligen Probezeit wird der Termin für die Urteilsverkündung festgesetzt, sobald eine Partei darum'ersucht. Die Scheidung auf e i n s e i t i g e s Begehren s o l l t e jederzeit i n eine Scheidung "in g e g e n s e i t i g e m Einvernehmen umgewandelt werden können Schlussfolgerungen Die Kommission schlägt vor, dass das revidierte. Gesetz n u r noch zwei Scheidungsgrüride enthält:' 1. Die Scheidung ing e g e n s e i t i g e m Einvernehmen; 2. Die Scheidung nach Trennung während 'der gesetzlichen Wartefrist. _ ' r. ' Der Beweis für das'scheitern der. Ehe wird auf d i e s e Weise entweder durch- die gemeinsame Erklärung.der Parteien oder durch den A b l a u f einer bestimmten Zeit g e l i e f e r t. Die Schuldfrage wird für dies c h e i d u n g keine Rolle mehr spielen. Der Entscheidungsspielraum des Richter s wird deutlich verringert. Er muss l e d i g l i c h f e s t s t e l l e n, dass diee h e g a t t e n ihre gemeinsame Scheidungsabsicht deklariert haben oder dass siew ä h r e n d einer bestimmten Zeit getrennt gelebt haben. Dieses System gewährleistet.die einheitliche Anwendung des Bundesrechts auf dem ganzen Gebiet der E i d g e n o s s e n s c h a f t besser als das geltende Recht. Die Scheidung hätte damit zum " " H a u p t z i e l, ' die gegenwärtige und zukünftige Situ'atiort der betroffenen Personen zu regeln. Das Gerichtsverfahrèn würde, e n t d r a m a t i s i e r t. Dieser Scheidungsmodus,k a n n jedoch den Ehepartnern, ebensowenig wie der h e u t i g e dabei helfen, ihre Scheidung zu akzéptierén,- den Misserfolg zu verarbeiten und Ressentiments gegenüber dem Partnèr zu ' überwinden. Hier handelt es sich um psycholo-
68 ^ (, gische Probleme, died i ep a r t n e r - einzeln oder gemeinsam - mit Hilfe von Fachleuten, Psycholo'glrinen o d e r Psychiaterinnen, lösen müssen. Selbstverständlich wäre es sinnlos, den Scheidenden eine Psychotherapie aufzwingen zu w o l l e n, aber esist notwendig,' siea u f d i e s e Möglichkeit aufmerksam zu machen, indem man siea l s S t a r t h i l f e für einen rieuen Lebensabschnitt darstellt. Die s p e z i a l i s i e r t e n Amtsstellen, von deneri wir gesprochen haben,' sollen eirie solche Beratung anbieten bzw. Interessierte an Spezialistinnen weiterweisen. ' \ ' ' ' I n diesem Sinn könnte das Gesetz,den Kantonen.nahelegen, private oder öffentliche Stellen dieser A r t e i n z u r i c h t e n oder auszubauen. Dreyfuss (1984, S. 159 f f. ) hat den Nutzen der genarinten Therapien klar nachgewiesen. 2.'4 Die Nebenfolgen der Scheidung Punkte, diei nfrüheren Revisionen des ZGB geregelt wurden Die Lage der E h e p a r t n e r nach der Scheidung, dername u n d ' das Bürgerrecht sind im revidierten Art. 149 ZGB geregelt... Die güterrechtliche Auseinandersetzung untersteht dem r e v i - dierten Art. 154 ZGB. '. ' Der Unterhal-t für die K i n d e r, ihre persönliche Beziehüng zu den beiden Elternteilen sowie das Sorgerecht fürd i e Kinder sind im Kindesrecht festgelegt. ' ' -, Finanzielle Leistungen zwischen Ehepartnern nach d e r Scheidung * Geltendes Recht und- Rechtspraxis Art. 451 ZGB lautet wie folgt:
69 "Werden durch.die Scheidung dievermögensrech'te oder d i e Anwartschaften für den schuldlosen Ehegatten beeinträchtigt, so hat i h m der s c h u l d i g e Ehegatte eine angemessene Entschädigung zu entrichten , 1 ^L i e g t ind e n Umständen, die z u r S c h e i d u n g geführt haben, für den schuldlosen Ehegatten eine schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse, so kann ihm d e r R i c h t e r eine Geldsumme alsg e n u g t u u n g zusprechen." Und Art. 152 ZGB hält fest: ' ' ; "Gerät éin schuldloser Ehegatte durch die S c h e i d u n g in grosse Bedürftigkeit, so kann der andere Ehegatte, auch wenn e r an der Scheidung nicht schuld i s t, zu einem seinen Ver-_ mögensverhäl'tnissen entsprechenden Beitrag;a n dessen Unterhalt v e r p f l i c h t e t werden." " - ' Der Bundesgerichtsentscheid vom 21.N o v e m b e r 1985 (BGE I I I I I 305) fasst sehr gut d i e K r i t e r i e n zusammen, died a s Bundesgericht beim Entscheid über eine Rente gemäss Art. 151 ZGB i n Betracht zieht:, -, \. -, "Bei der Frage nach der Dauer der Rente müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden: died a u e r der Ehe, d i es c h w e r e des Verschuldens des rentenpflichtigeri Ehegatten, der Ge-^ sundheitszustand des rentenberechtigten Ehegatten, dessen Ausbildung, f i n a n z i e l l e und allgemeine ökonomische Situation - sowie seine Möglichkeiten, wieder eine v o l l - oder t e i l z e i t - liche Erwérbstâtigkeit aufzunehmen. Aber in j e d e m Fall muss die Rente mindes'tens zugesichert werden,, s o l a n g e die der Mutter zugesprochenen Kinder der Erziehung, und Obhut bedürfen'(d.h- iîn a l l g e r a e i n e n biszum 16. A l t e r s j a h r des jüngsten Ki'ndes) und für ' d i e voraussiehtl i e h e Dauer der beruflichen./wiedereingliederung der Ehefrau."-. ' '
70 - 64- Hausheer berichtet (ZBJV, 1986, S.^5 9 ), wobei er-drei neuere, nicht publizierte Bundesgerichtsentscheide (BGEyom S.e.V.; BGE vom A.O.S. undbge vom 25.4."1985 S.C.F.) beizieht, dass dasb u n d e s g e r i c h t denw i e d e r e i n s t i e g nach einem Berufsunterbruch b e iü b e r 45-Jährigen fürs c h w i e r i g erachtet. Er b e z i e h t sich beid e r ' F e s t s e t z u n g dieser Altersgrenze' offensichtlich auf Bestimmungen beiden Sozialversicherungen (AHVG A r t. 23 A b s. 1 l i t. d und AHVG Art.. 31 Abs. "3 l i t. b)., ' - Da das h i e r vorgeschlagene Scheidungssystem die S c h u l d f r a g e nicht mehr berücksichtigt, hatd a sk r i t e r i u m des Verschuldens des Zahlungspflichtigen img e n a n n t e n BGE für d i e-f o l g e n d e n ^ Uebérlegungen keine Bedeutung. Die Schuldfrage beim Entscheid über eventuelle Unterhaltsbeiträge wieder aufzuwerfen, würde j adem v o r g e s c h l a g e n e n System einen Grossteil seiner Vorzüge wieder entzieheri. Damit wären die Ehepartner wieder gezwungen, ihr Eheleben vordemr i c h t e r, auszubreiten; dien e g a t i v e n Folgen- davon haben w i rb e r e i t s, beschrieben ( I I, ). Da die z i t i e r t e n Gerichtsurteile a l l e K r i t e r i e n enthalten, welche nach revidiertem Recht allfällige Unterhaltsbeiträge rechtfertigen, verzichtenw i r d a r a u f, ältere Entscheide a n - zuführen undverweisen i ndiesem Zusammenharig auf d i e ausgezeichnete Zusammenfassung der diesbezüglichen Rechtsprechung, die vonb ü n d e s r i c h t e r Heinz Hausheer veröffentlicht wurde (ZBJV, 1986, S. '49 f f. ) Zukünftige Lösungen Grundsätze ' - Die Kommission istd e r A u f f a s s u n g, dass jede erwachsene Person für i h r e n Lebensunterhal t s e l b s t aufkommt unddass dieökonomi - sche Unabhängigkeit eint e i l der Menschenwürde i s t. Sie schlägt V, /
71 deshalb vor, dass das revidierte Scheidungsrecht finanzielle Leistungen eines Ehepartners an den andern vorsieht, um ihm die Wiederherstellung der s e i n en Fähigkeiten entsprechenden finanziellen Unabhängigkeit zu ermöglichen. Diese L e i s t u n g e n werden ausgerichtet, entweder um den Verlust der beruflichen Position zu kompensieren, oder weil der/die Begünstigte gemeinsame Kinder aufzieht, oder weil eine gewisse Solidarität zwischen den Partnern auch nach der Scheidung angezeigt scheint: hier denken wira n Härtefälle.. Die Berechnung der genannten Geldleistungen hängt vond e r wirtschaftlichen Situation des/der Schuldner/in sowie von den Bedürfnissen des/der Begünstigten ab. Sie werden i n - dexiert nach dem jährlich berechneten schweizerischeni n d e x der Konsumenteripreise. Verweigert der Schuldner dieu n t e r h a l t s z a h l u n g e n, dann sind Art. 290, 291 und 292 des ZGB anwendbar. Es handelt sich dabei um Bestimmungen des Kindsrechtesüber die H i l f e - leistungen beid e r V o l l s t r e c k u n g des Unterhaltsanspruchs, die direkte Zahlung der geschuldeten Summe durch den Arbeitgeber des.schuldners oder'andere Personen, diei h m Geld schulden, und um die S i c h e r h e i t e n, died e r Schuldrier leisten muss, wenn der V e r d a c h t besteht, dass er d i e F l u c h t vorbereitet, sein Vermögen verschleudert oder beiseite- schafft. Die regelmässigen Ünterhaltszahlungen können vom Richter nach oben oder untèn angepasst werden, wenn sich die S i t u a t i o n des/der Schuldner/in'^ o d e r des/der Begünstigten deutlich veränderth a t. Haben sich diep a r t n e r während der Ehe nicht ind i ea u f - gaben geteilt, sondern war einer ununterbrochen berufstätig, während der andere für Haushalt und Kinder zuständig war, dann i s tl e t z t e r e r nach der Scheidung beruflich benachteiligt.
72 Deshalb sind géwisse Beiträge der Ex-Gatten gerechtfertigt.,.dasselbe g i l t für dief ä l l e, i nd e n e n sich einp a r t n e r nach der Scheidung allein den Kindern widmet.^die Kriterien, welche zu diesen im allgemeinen z e i t l i c h beschränkten Leistungen berechtigen,.sind denen vergleichbar, diei m b e r e i t s erwähnten Bundesgerichtsentscheid' (BGE I I I I I 30'5)aufgezählt werden. Haben diep a r t n e r aber während der Ehe dier o l l e n aufgeteilt und teilen sich auch nach der Scheidung in S o r g e r e c h t unds elterliche Gewalt, dann Werden grundsätzlich keine Unt'erhaltszahlungen fällig, wie w i rn o c h sehen werden. Auf diese Weise ' fördert diev o r g e s. c h l a g e n e R e g e l u n g dieg l e i c h s t e l l u n g von Frau und Mann: Ehepartner, d i e n i c h t Gefahr laufen wollen, nach einer eventuellen Scheidung Unterhaltszahlungen leisten ' zu müssen, werden diee r z i e h u n g s - u n d Hausarbeit aufteilen, so dass,b e i d e - zumindest teilweise - ihre Berufstätigkeit fortsetzen können. ", Rentenstatistiken ' Die folgende Tabelle zeigt, dass bei d e n, l l ' Scheidungen im Jahr 1985 i n5'193 Fällen keine Rente rvorgesehen wurde und dass nur. 1 ' 580 der zugesprochenen Renten zeitlich'un- begrenzt waren. Eine Rente auf u n b e g r e n z t e Zeit wurde also i nur in1 4 % der 1985 erfolgten Scheidungen zugesprochen.
73 Tab. 6 SCHEIDUNG: Unterhaltsregelung (Art, Empfänger und Dauer der Leistung)/Zahl der unmündigen Kinder 1985 RENTE 1) KAPITALABFINtUNG ALLEIN UND ZUSAMMEN HIT RENTE?*HL DER UK«UCNDIGEN KINDER TOTAL SCHEI- DUNGEN TOTAL < 5 JAHRE AN FRAU AN MANN AN FRAU AN HANN 5 -To JAHRE - > 10 JAHRE UNBE fristet - TOTAL < 5 JAHRE 5-10 JAHRE > 10 JAHRE UNBE - FRISTET KAPI- TALABF. KAPI- TALABF. REUTE KAPI-. TALA3F. KAPI- TALABF..RENTE KE INE LE I S - TUNG TOTAL 1U U ? 284 S ï Î 9-1 î ö ' - - ", Quelle: Bundesamt für Statistfk Bevölkerungsbewegung
74 Entschädigung für diee r z i e h u n g gemeinsamer Kinder Derjenige Ehegatte, der s i c h nach der Scheidung um die P f l e g e und Erziehung der K i n d e r kümmert, muss dafür entschädig-t werden, wenn es sich um gemeinsame Kinder - h a n d e l t. Diese Entschädigung ist d e g r e s s i v urid wird höchstens b i szum 16. Altersjähr des jüngsten Kindes geschuldet. Wir sprechen hier ausdrücklich von Entschädigung und nicht von Unterhaltsbeiträgen, denn diese- Z a h l u n g e n sollten auch nach einer allfälligen Wiederverheiratung ausgerichtet werden, diej a. die Erziehungsarbeit nicht vermindert. Ausserdem sieht das neue Eherecht nicht mehr vor, dass der Mann dief r a u unterhält. Deshalb rechtfertigt diewiederverheiratung ein Wegfallen dieser Leistungen nicht Rente für den beruflichen Wiedereinstieg Wenn e i ne h e p a r t n e r - wegen seines Berufsunterbruchs zugunsten von Kindererziehung und Haushalt - nach der Scheidung einen Wiedereingliederungskurs oder eine berufliche Aus- oder Weiterbildung besuchen muss, dann istd e r E x - P a r t n e r v e r p f l i c h t e t, ihn während dieser, Z e i t von maximal 4 Jahren zuu n t e r h a l t e n. Diese Unterhaltsbeiträge'können gleichzeitig mitbzw. anschliessend an d i eu n t e r Z i f f e r genannten Entschädigungen beansprucht werden. Bei èiner Wiederverheiratung entfallen sie n i c h t Entschädigung für Verlust der b e r u f l i c h e n Position Wenn e i ne h e g a t t e seine Berufstätigkeit während einiger Jahre unterbrochen hat, um sich den Kindern und dem Haushalt zu widmen, und deshalb ins e i n e m Beruf eind e u t l i c h geringeres Lohnniveau erreicht, dann schuldet ihm d e r andere Partner eine angemessene Entschädigung inf o r m einer K a p i t a l a b f i n d u n g (siehe Guillod, 1986). Diese Entschädigung kann ebenfalls
75 mit den unter Z i f f e r und genannten Leistungen kumuliert werden. Der Anspruch auf diese Entschädigung wird bis zum Beweis des Gegenteils vorausgesetzt B.eitragsleistungeni nhärte.fällen ( Alter, Krankheit, usw.) Hat diee h e mehrere Jahre gedauert und gelingt es dem Partner, der zuhause geblieben ist, u.a. aus Altersgründen nicht mehr, durch Erwerbstätigkeit einen angemessenen Lebensunterhalt zu verdienen, dann schuldet ihm d e r Ex- Gatte einen Unterhaltsbeitrag. Bei d i e s e n Beiträgen'denken wir auch an Krankheit und A r b e i t s l o s i g k e i t, deren Risiko mit dem Alter zunimmt. Wir zählen sieh i e r nicht ausdrücklich auf, weil diese' R i s i k e n durch die S o z i a l v e r s i c h e r u n g e n abgedeckt sein s o l l t e n. I n ihrem Buch "Pensions alimentaires, pratiques e t enjeux" schlagen Pierre'Gilliand und M i t a u t o r e n (1985, S. 221 f f. ) vor, dass der S t a a t diesen Ex-Partnern, die n i c h t für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können, m i t e i n e ra r t AHV-Rente e i n Minimaleinkommen sichert, im Hinblick darauf, dass alle erwachsenen Personen längerfristig f i n a n z i e l l unabhängig werden sollten. Diese Vorschläge, diez.b. äuch ein garantiertes Mindesteinkommen für Eiri-Eltern-Familien enthalten, sind bedenkenswert, doch setzen siee i n e umfassende Reform unseres Sozialversicherungssystems voraus. Sie w e r d e n bei der A H V - R e v i s i o n berücksichtigt werden müssen. Bis zum Inkrafttreten einer neuen Sozialversicherungsgesetzgebung wird aber der E x - G a t t e seinen Partner nach der Scheidung auf dieo b e n erwähnte A r tu n t e r s t ü t z e n müssen, b i sz u e i n e r allfälligen Wiederverheiratung Wohnung und Häusrat Analog zum revidierten A r t i k e l 219 ZGB muss auch das r e v i - dierte Scheidungsrecht eine Bestimmung enthalten,w o n a c h
76 der Richter d i ee h e l i c h e Wohnung und den Hausrat demjenigen Partner zuteilen,kann, der.für diem i n d e r j ä h r i g e n Kinder sorgt, sofern dies im Interesse der Kinder ist ; dabei blei - ben natürlich dier e c h t e des Vermieters vorbehalten. Wer i n den Genuss dieser Zuteilung kommt, schuldet dem' anderen eine entsprechende Entschädigung, sofern-diese nicht schon bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung berücksichtigt wurde AHV und BVG Falls das neue Scheidungsrecht in K r a f t t r i t t, bevor eine grundlegende Revision der AHV und des BVG jedem- Ehegatten eine zivilstandsunabhängige Alterssicherung ermöglichth a t, dann muss im ZGB eine provisorische Uebergangslösung für dieses Problem vorgesehen werden. Wir stellen uns das etwa folgendermassen vor: ^ Sobald der Zweite der b e i d e n Ex-Partner ins Rentenalter kommt, können dieb e i d e n von der AHV und von ihren Pensionskassen verlangen, dass ihre Renten unter Anwendung des Splitting für die Z e i t der Ehe berechnet werden. So wûrdè bei bèiden das für dieahv massgebliche durchschnittliche Jahreseinkommen während der E h e j a h r e durch Addieren der Jahreseinkommen und Dividieren durch zwei errechnet.d i e Pensionskassen der beiden würden für dieehejahre^ ebenfalls das Splitting anwenden und dem Versicherten e i n er e - duzierte Rente, seinem Ex-Gatten eine Art "Zusatzrentè". auszahlen Das Schicksal der minderjährigen Kinder nach d e r Scheidung Heutige Situation. Heute wird die e l t e r l i c h e Gewalt über minderjährige Kinder im Scheidungsurteilimmer einem der beiden E l t e r n t e i l e zu-
77 ' ' ' gesprochen, abgesehen von jenen Fällen, i nd e n e n das Kind einen Vormund,e r h ä l t. Der Teil, dem diek i n d e r zugesproche'ri werden, erhält auch die e l t e r l i c h e Gewalt.. Bei seinem E n t - scheid über die K i n d e r z u t e i l u n g berücksichtigt der R i c h t e r, i n erster Linie das Interesse des Kindes. Der E l t e r n t e i l, der die e l t e r l i c h e Gewalt nicht erhält, verfügt übere i n Besuchsrecht, damit er d i eb e z i e h u n g zum Kind aufrechterhalten kann. Die Bestimmung, nach welcher i nd e r P r a x i s die e l t e r l i c h e Gewalt und das Sorgerecht nur einem Ehegatten zugewiesen wird, i s t d e r A r t i k e l 297 Abs. 3 ZGB. Er lautet: "Nach dem Tode eines Ehegatten steht die e l t e r l i c h e Gewalt dem überlebenden Ehegatten und b e id e r S c h e i d u n g / dem Ehegatten zu, dem diek i n d e r anvertraut werden." Daraus folgt,- d a s s das geltende Recht diea u f t e i l u n g der elterlichen Gewalt auf b e i d e Partner nicht ausschliess^t, sofern sich dieb e i d e n auch dies o r g e für das Kind a u f t e i - len. Die Rechtsprechung und d i eherrschende Doktrin widersetzen sich jedoch der gemeinsamenausübung der elterlichen Gewalt nach der Scheidung (Bühler/Spühler, 1980, S..144 zu Art. 156; siehe aüch Brauchli, 1982, S.' 6 1 f f ;D u s s - v o n Werdt, 1985). '. Das geltende Recht schliesst auch die Z u t e i l u n g eines kleinen Kindes an den Vater nicht aus, doch bevorzugt die R e c h t s l e h r e und -praxis die Z u t e i l u n g des Kindes b i sz u 10 Jahren an die Mutter, sofern dieb e d i n g u n g e n beid e r M u t t e r nicht besonders ungünstig sind (Haüsheer, 1983, S. 12l). Im l e t z t e n Bundesgerichtsentscheid (BGE I I II I1 1 5 ) zu dieser Frage heisst es: "In der R e g e l müssen, d i e kleinen Kinder der M u t t e r zu.geteilt werden. Immerhin kann von diesem Grundsatz abgewichen werden.
78 wenn diefür eine harmonische Entwicklung des Kindes - i n psychischer, moralischer und iritellektuel1er Hinsicht - nötige Stabilität beim Vater besser gewährleistet scheint und dieser fähig und i nd e r Lage ist, das Kind aufzuziehen und aktiv für es zu sorgen. Dies g i l t vor a l l e m i nd e n Fällen, i ndenen diemutter sich nicht persönlich dererziehung des Kindes widmen könnte." Gemeinsame elterliche Gewalt nach der Scheidung I n seinem eigenen I n t e r e s s e sollte das Kind nach der Scheidung und b e r e i t s nach der Trennung einen intensiven, wenn möglich täglichen Kontakt mitb e i d e n Eltern aufrechterhalten können. Wie Schelling (1986, S. 37) dazu i nd e r NZZ schreibt, geht es nach den Erfahrungen der K i n d e r p s y c h i a t r i e jenen Kindern von Geschiedenen am besten, diem i t b e i d e n Elternteilen einen freien und unbeschränkten Kontakt haben können und deren Eltern sich auch innerlich voneinander gelöst haben. In d i e s e m Zusammenhang z i t i e r t er d i e F e s t s t e l l u n g einer Zürcher Psychiaterin (Constam, 1985, S. 331), dass sich dieb e z i e h u n g zum Elternteil, der d i e e l t e r l i c h e Gewalt nicht zugesprochen erhielt, umso rascher abschwächt, j e jünger das Kind i s t. Duss-von Werdt (1983, S. 99)b e - richtet, dass diet h e r a p e u t i n n e n und Forscherinnen im Bereich Familie auf d e r Suche nach Lösungen sind, diee s dem Kind ermöglichen, zwei "echte Eltern" zu b e h a l t e n, auch wenn diese nicht mehr zusammenleben. Er fügt hinzu, dass i n den USA Therapeutinnen, Medizinerinnen, R i c h t e r i n n e n und Sozialarbeiterinnen gemeinsam an Lernprogrammen arbeiten, died e n Eltern helfen sollen, auch nach der Scheidung zusammenzuarbeiten und gemeinsam d i ek i n d e r zu betreuen. Die Anerkennung der gemeinsamen eltèrlichen Gewalt geht zunächst davon aus, dass diebeziehung zwischen den Ehegatten, died u r c h dies c h e i d u n g aufgelöst wird,'von der Beziehung zwischen der M u t t e r bzw. dem Vater und dem Kind,
79 welche weiterbesteht, getrennt wird. Das i s t ders t a n d p u n k t der Anthropologie: Die Beziehung zwischen dene h e g a t t e n kann aufgelöst werden, während jene zwischen Eltern und Kind unauflöslich i s t. Diese im Grunde genommen b a n a l e Feststellung führt zur I d e e, dem Kind seine richtigen Eltern über dies c h e i d u n g hinaus zu erhalten und zur F r a g e, w i e dies errei.cht werden kann (Schelling, 1986, S.3 7 ). Zur Zeit gibt es Eltern, denen diev e r w i r k l i c h u n g dieses ' Modells in u n t e r s c h i e d l i c h e m Ausmass gelingt: beim a n c h e n sorgt jeder Partner dieh ä l f t e der Woche für die K i n d e r, was natürlich beid e r Wahl des jeweiligen Wohnortes der Ex-Partner berücksichtigt werden muss. Man spricht hier von alternierender oder geteilter Obhut. Andere Eltern möchten sich ind i e e l t e r l i c h e Gewalt teilen, das Sorgerecht jedoch einem a l l e i n überlassen (Demolin, 1986, S. 44). Das bundesdeutsche Verfassungsgericht hat am 3. November 1982 entschieden, dass diebestimmù-ng im Bürgerlichen Gesetzbuch, welche die Z u t e i l u n g der e l t e r l i c h e n Sorge nach der S c h e i d u n g an einen einzigen E l t e r n t e i l vorsieht, jener Verfassungsnorm widerspricht, died e n Eltern das Recht auf d i e E r z i e h u n g und Sorge für ihre Kinder, g a r a n t i e r t. Aus der Begründung dieses Entscheids geht hervor, dass sich dier i c h t e r dabei auf diea n s i c h t renommierter Professoren gestützt haben (Prof. Dr. P e c h s t e i n, Direktor des Zentrums für Kinderneurologie von R h e i n l a n d - P f a l z und des Instituts für Sozialpädiatrie i nm a i n z sowie Prof. Dr. Fthenakis, Direktor des Staatlichen I n s t i t u t s für Kinderpädagogik inm ü n c h e n ), um sicherzugehen, dass dieg e w ä h l t e Lösung dem Interesse des Kindes nicht zuwiderläuft (siehe U r t e i l des Bundesverfassungsgerichtes in K a r l s r u h e vom 3. November 1982). Das revidierte Scheidungsrecht muss diem ö g l i c h k e i t der gemeinsamen elterlichen Gewalt nach der Scheidung v o r s e h e n. Diese Lösung i s t nicht nur o f ti m Interesse des K i n d e s,
80 sondern dort, wo beide Eltern es wünschen, auch- d i e einzige, die mit A r t i k e l 4 Absatz 2 der Bundesverfassung vereinbar ist (Rosselet, 1986, S. 36). Es muss präzisiert werden, dass diese Lösung den Eltern diem öglichkeit gibt, entweder die Obhut aufzuteilen oder sied e m einen'oder andern Partner im Sinn von A r t ; 301 ZGB f f.a n z u v e r t r a u e n. I n Uebereinstimmung mitdem Bundesgericht (BGE 94 I I 2) erachten wire s nicht alsg ü n s t i g, dem einen Partner d i e elterliche Gewalt und dem andern dieo b h u t zuzuweisen. Diese Lösung, d i edem einen Teil diee n t s c h e i d u n g s m a c h t, dem andern die ausführende Funktion z u t e i l t,, wäre nämlich nicht n u r, im Widerspruch zür Gleichberechtigung von Mann und Frau, sondern würde sehr l e i c h t zu w e i t e r e n Konflikten führen. Wenn e i ne l t e r n t e i l an den Entscheidungen teilhaben w i l l, ohne gleichzeitig dies o r g e für das Kind zu übernehmen, dann i s td i ev o r g e s c h l a g e n e Lösung der gemeinsamen elterlichen Gewalt angemessen. Angesichts des ungeschriebenen Verfassungsrechts, das den Eltern Nicht-Einmischung i nd i ee r z i e h u n g ihrer-kinder garantiert., sowi'fe von A r t. 8 der Europäischen Menschenrechts-' könvention ( I, 5. 1 ), muss der R i c h t e r eine Konvention über die Nebenfolgen der Scheidung,' d i ed i eg e m e i n s a m e elterliche Gewalt vorsieht, anerkennen, so wie e r heute ind e n m e i s t e n Fällen diek o n v e n t i o n e n anèrkennt, d i ed i e e l t e r l i c h e Gewalt der Mutter zuweisen (Baischeid, 1986, S. 19). Es i s t n i c h t nötig, i ndiesen Fällen weitere Abklärungen zu machen; vorbehalten bleiben Art. 307 und 308 ZGB, diefür alle Situationen gelten. Tatsächlich istd i ee m o t i o n a l e und m a t e r i e l l e Sicherheit des Kindes zweifellos ebenso gewährleistet, wennd i e Eltern sich auf d i eg e m e i n s a m e Ausübung der elterlichen Gewalt einigen können, wie wenn die e l t e r l i c h e - Gewalt t r a - ditionsgemäss der M u t t e r zugesprochen wird. ^
81 J I Bei der F e s t s e t z u n g der Höhe de'rv o n einem Elternteil zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge für das Kind muss berücksichtigt werden, ob d i e E l t e r n sich ind i eo b h u t teilen. Dies i s t wichtig für eine alifällige.spätere Abänderung des Scheidungsurteils Die Z u t e i l u n g der e l t e r l i c h e n Gewalt an den Vater Bezugnehmend auf d i e a l l g e m e i n e n Forderungen möchtenw i r wiederholen, dass die " T e n d e r - y e a r s - D o c t r i n e " dem Art. 4 Abs. 2 der B u n d e s v e r f a s s u n g widerspricht; neuere Forschungen der Entwicklungspsychologie zeigen nämlich, dass dermann ebenso fähig ist, für das Baby und das Kleinkind zu s o r g e n, wie die'frau, und dass das Interesse des Kindes ebenso g u t gewahrt i s t, wenn der V a t e r nach der Scheidung dafür sorgt, ^ wie wenn sich diem u t t e r darum kümmert. Um dieg e r i c h t e zu.èiner Aenderung der gegenwärtigen Rechtsprechung zu bewegen, welche immer noch auf v e r a l t e t e n Untersuchungen beruht, schlägt diek o m m i s s i o n vor, im A r t i k e l über die Z u t e i l u n g der e l t e r l i c h e n Gewalt einen Absatzm i t folgendem Inhalt aufzunehmen: "Bei der Zuteilung- der e l t e r l i c h e n Gewalt über Kinder jeglichen Alters s o l l grundsätzlich weder dem Vater noch der Mutter der V o r z u g gegeben werden, doch s o l l der Richter insbesondere die. A u f g a b e n v e r t e i l u n g zwischen den E h e g a t t e n während der Ehe sowie das' I n t e r e s s e des Kindes'i nr e c h n u n g ziehen." f - 2,4.5.4 Abänderung des Scheidungsurteils bezüglich Zuteilung der e l t e r l i c h en Gewalt., Wie heute muss auch in Zukunft dieregelung im Scheidungsürteil, welche die e l t e r l i c h e Gewalt b e t r i f f t, Gegenstand einer Aenderung sein können, dann nämlich, wenn sich d i e Umstände stark verändert haben, insbesondere.bei Wiederverheiratüng, dauerhaftem K o n k u b i n a t, T o d oder Emigration
82 eines Ehegatten. I n Anbetracht der gegenwärtigen Entwicklung bezüglich Berücksichtigung des Kindes, das heute mehr und mehra l s selbständiges Rechtssubjekt e r s c h e i n t, drängt sich eine Aktivlegitimation des Kindes auf, damit es selbst -m i t Hilfe des Vormunds - d i ea b ä n d e r u n g der Zuteilung der elterlichen Gewalt verlangen kann, und zwar sobald es urteilsfähig i s t Das Besuchsrecht Wir stellen fest, dass dieg e r i c h t e gewisser welscher Kantone dem Elternteil, der d i e e l t e r l i c h e Gewalt nicht ausüben kanri, eina u s g e d e h n t e r e s Besuchsrecht zugestehen,a l s es manche deutschschweizer Gerichte tun. I n d e r Welschschweiz erstrecikt sich das Besuchsrecht ind e r Regel auf jedes zweite Wochenende, d i eh ä l f t e der S c h u l f e r i e n und die abwechselnde Aufteilung von Weihnachten, Neujahr, Ostern und Pfingsten. In d e r D e u t s c h s c h w e i z istd a s Besuchsrecht neben der hälftigen Aufteilung der F e s t t a g e o f t beschränkt auf einw o c h e n e n d e im Monat und drei Wochen Ferien im Jahr. Es i s ta b e r - wie w i rg e s e h e n haben - für das Kind wichtig, dass es m i tdem Elternteil, mitdem es nicht zusammenlebt, einen guten Kontakt aufrechterhalten kann. Wir schlagen deshalb vor, dass im Scheidungsrecht im Artikel über die Z u t e i l u n g der e l t e r l i c h e n Gewal-t oder in A r t i k e l 273 ZGB eine Bestimmung aufgenommen wird, wonach der Elternteil ohne elterliche Gewalt nach der Scheidung - sofern er es wünscht - e i n möglichst ausge'dehntes Besuchsrecht geniesst.
83 Die Anhörung des Kindes- d u r c h den Richter Manche ausländischen Gesetzgebungèn sehen u.a. b e id e rz u - teilung der e l t e r l i c h e n Gewalt die- fakultative oder o b l i - gatorische - Anhörung des Kindesv o r. Es kann für den Richter wichtig sein, dass er d i em e i n u n g des Kindes nicht nur aus dem Mund seiner Eltern erfährt (Jorio, 1977, S. 292'). Manche Gerichte lehnen es heute - zu recht oder zu unrechtab, das Kind anzuhören. Bei der R e v i s i o n des Kindsrechtes h i e l t der Gesetzesentwurf noch fest, dass diep e r s ö n l i c h e n Rechte zwischen dem Elternteil ohne elterliche Gewalt und dem Kind ab 16 Jahren nicht ohne Zustimmung des Kindes ausgeübt werden könnten. Der Vorschlag wurde vom Parlament abgelehnt i nder Befürchtung, das Kind könnte ine i n e n Loyalitätskonflikt geraten. Zu diesem Punkt schlagen w i rd i e f o l g e n d e Mittellösungv o r : "Auf Ersuchen einer der P a r t e i e n, des urteilsfähigen, von einem Vormund unterstützten Kindes, oder von Amtes wegen hört der R i c h t e r das Kind an, insbesondere bezüglich Zuteilung der e l t e r l i c h e n Gewalt und des Besuchsrechts. Diese Anhörung findet- entweder beim Richter selbst oder bei einer spezialisierten Stelle s t a t t. " Die Anhörung des Kindes ista u c h im Hinblick auf Artikel 301 Abs. 2 ZGB gerechtfertigt. Manche schlagen vor, dass das Kind teilweise am Scheidungsprozess seiner Eltern teilnehmen soll. Wir lehnen diese Lösung ab, w e i l wird i ea n h ö r u n g des Kindes für ausreichend halten und d i eg e f a h r von Loyalitätskonflikten bei einem Eingreifen des Kindes ind e n Prozess zu gross i s t.
84 , Es s t e l l t sich dief r a g e, ob es nötig is-t-, einen A r t i k e l einzuführen, derd e n E l t e r n t e i l, derd i e e l t e r l i c h e Gewalt und das S o r g e r e c h t für das K i n d hat, verpflichtet, den andern Teil ind e ra u s ü b u n g des B e s u c h s r e c h t s nicht zu b e h i n d e r n. Ein solcher Artikel wird jedoch diee i n s t e l l u n g jener Eltern nicht ändern können, d i ee i n a n d e r nach ders c h e i d u n g ständig Steine.in deri Weg zu legen versuchen Zusammenfassung derv o r s c h l ä g e Wir schlagen vor, die Z u k u n f t derm i n d e r j ä h r i g e n Kinder nach ders c h e i d u n g folgendermassen zu regeln: - Die e l t e r l i c h e Gewalt über minderjährige Kinder wird dem Vater oder derm u t t e r ' z u g e t e i l t nach Anhörung der Parteien. Auf Verlangen desv o n e i n e m Vormund unterstützten Kindes, einer Partei oder aufa n o r d n u n g des R i c h t e r s und nach Bedarf dervormundschaftsbehörde wird auch das urteils- fähige Kind angehört. - DieA n h ö r u n g des K i n d e s geschieht entweder durch denr i c h t e r persönlich oder durch eine spezialisierte Amtsstelle. - Beid e r Z u t e i l u n g dere l t e r l i c h e n Gewalt über minderjährige Kinder jeden Alters wird grundsätzlich weder derm u t t e r noch dem Vater dèr Vorzug gegeben. - Wenn d i ep a r t e i e n übereinkommen, dass die e l t e r l i c h e Gewalt dem einen E l t e r n t e i l oder beiden gemeinsam zugeteilt werde, - dann muss derr i c h t e r diese Uebereinkunft anerkennen, vorbehältlich Art. 307 u n d 308 ZGB. - Wenn d i er e g e l u n g der e l t e r l i c h e n Gewalt im Scheidungsurteil nicht mehr angemessen i s t, weil sich dieu m s t ä n d e deutlich verändert haben, dann können diee l t e r n oder dasv o n e i n e m,v o r m u n d unterstützte urteilsfähige Kind diea b ä n d e r u n g
85 dès Scheidungsurteils ind i e s e m Punkt verlangen. Die K l a g e des Kindes richtet sich gegen den Vater und d i e M u t t e r. - Der Elternteil, der d i e e l t e r l i c h e Gewalt nicht zugesprochen erhielt, muss von einem, den Umständen e n t s p r e c h e n d e n, möglichst ausgedehnten Besuchsrecht G e b r a u c h machen können. Wir haben dieb e m ü h u n g e n um Zusammenarbeit zwischen Aerztinnen, Juristinnen, Therapeutinnenu n d Sozialarbeiterinnen ind e n USA erwähnt, welche den Eltern helfen wollen, die Z e i t nach der Scheidung möglichst gut zu m e i s t e r n, u.a. was diem i n d e r - jährigen Kinder anbelangt. Die B e r a t u n g s s t e l l e n, die den Ehepartnern ins c h e i d u n g helfen, eine Konvention überd i e Nebenfolgen der Scheidung auszuarbeiten, sollten ihnen auch Spezialistinnen aus verschiedenenb e r u f s z w e i g e n v o r s c h l a g e n (Psychiatrie,'Psychologie, 'Rechtswissenschaft, Sozialarbeit), die sieb e id e r V o r b e r e i t u n g der Zeit nach der Scheidung unterstützen zum Wohl der K i n d e r. Hier s o l l t e es sich wiederum um eina n g e b o t handeln, das zu benützen jedoch niemand gezwungen werden darf. '2.5 Die B e i b e h a l t u n g der Trennung I n der h i e r entwickelten Konzeption d e r Scheidung behält die Trennung nur dann ihren Sinn, wenn diee h e p a r - t n e r sie wollen. Sie kann u.a. für Ehepartner ausländischer Nationalität von Bedeutung sein. Dies hängt insbesondere von der definitiven Fassung des Gesetzes über,das internationale Privatrecht, ab, welches beim Parlament z.z. hängig i s t ^ und von der Zahl der Staaten, welche dieh a a g e r K o n v e n t i o n vom 1. J u n i 1970 über diea n e r k e n n u n g von Scheidungen und Trennungen unterzeichnet haben (Schwander, 1985, S. 764 ff. SR ). Der Gesetzesentwurf über das i n t e r - nationale Privatrecht ist liberaler alsdas Bundesgesetz über die z i v i l r e c h t l i c h e n Verhältnisse der Nieder- -',
86 gelassenen und A u f e n t h a l t e r vom 25. Juni 1891,w e l c h e s gegenwärtig diesen Bereich regelt. Die Kommission- spricht sich nicht gegen die Beibehaltung der Trennung aus. 2.6 Genugtuung Zweifellos gibt es Fälle, i nd e n e n eine Entschädigung des einen Partners durch den andern wegen eines erlittenen moralischen Unrechts gerechtfertigt i s t. In e i n e m Scheidungsrecht> bei dem dieschuld keine Rolle mehr spielt, sollte diegenug - tuung auf d e r G r u n d l a g e der a l l g e m e i n e n Bestimmungen des Obligationenrechts verlangt werden (Art. 49 OR). Dieser Prozess kann mitdem Scheidungsprozess verbunden werden. Auf Begehren einer Partei müss ihnd e r R i c h t e r aber vom Scheidungsprozess loslösen können, dann nämlich, wenn die Forderung nach einer Genugtuung l e d i g l i c h dazu dient, den Scheidungsprozess zu verlängern.
87 SCHLUSSFOLGERUNGEN Die skizzierten Lösungen legen dash a u p t g e w i c h t auf eine rechtliche Vereinfachung der Scheidung - Scheidung img è g e n - seitigen Einvernehmen undf r i s t e n l ö s u n g, wenn e i n Partner sich der Scheidung widersetzt, ökonomische Unabhängigkeit für jede erwachsene Person, Gleichstellung der Ehegatten, Aufrechterhaltung der gemeinsamen Elternschaft nachd e r Scheidung, Recht desv a t e r s auf Z u t e i l u n g eines kleinen Kindes, ^Ausdehnung desbesuchsrechtes, bestmögliche Berücksichtigung der Wünsche des K i n d e s. Die Vermittlungsstellen ermöglichen es d e n S c h e i d e n d e n, von anfänglichen Gegensätzen undu n e i n i g k e i t e n zu einer Scheidung ing e g e n s e i t i g e m Einvernehmen zu g e l a n g e n, die Obhut der K i n d e r nach der Scheidung optimal vorzubereiten und denweg zue b n e n für e i n e n vernünftigen Umgang m i t der Konvention über dien e b e n f o l g e n der Scheidung. Diese Vermittlungsstellen sind unsb e s o n d e r s wichtig, doch muss sich dasg e s e t z darauf beschränken, denk a n t o n e nd i e Schaffung solcher Stellen nahezulegen. Ihre Zielsetzung ist klar: denehepartnern helfen, diescheidung zu verarbeiten, um nach der Scheidung einen neuen Lebensabschnitt beginnen zuk ö n n e n. Angesichts der h e u t i g e n Scheidungsrate hat dieg e s e l l s c h a f t ein I n t e r e s s e an d i e s e r Vermittlungstätigkeit, denn es i s t i h r nicht gedient, wenn eine grosse Anzahl vonk i n d e r n in s c h l e c h t funktionierenden Ein-Elternfamilien aufwächst. Die Scheidung - w i e s i eh i e r vorgeschlagen wird - g e h ta u s von der F e s t s t e l l u n g, dass eine Ehe g e s c h e i t e r t i s t und regelt die Z u k u n f t der b e t r o f f e n e n Personen unter -Berücksichtigung ihrer Möglichkeiten undb e d ü r f n i s s e.
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