SNOWBOARDEN SPIELERISCH ENTDECKEN

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1 SNOWBOARDEN SPIELERISCH ENTDECKEN Creative-Commons-Lizenz Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) Autoren: Marie Simon und Dennis Thiele Seite 1

2 Übersicht Einleitung Ausrüstung Aufwärmen Grundlagen o Brettgewöhnung o Hinfallen und Aufstehen o Gleiten o Bremsen und Anhalten o Seitrutschen Erste Abfahrten o Liftfahren o Schrägrutschen und Schrägfahren o Kurvenfahren Arbeitsmaterial o Übungen Brettgewöhnung (1) o Wettbewerb - Rutschen (2) o Plus - Minus - Spiel (3) Videos o Aufwärmspiel: Staffellauf (1) o Hinfallen rückwärts (2) o Hinfallen vorwärts (3) o Aufstehen (4) o Rollerfahren (5) o Erstes Gleiten (6) o Bremsen und Anhalten (7) o Rutschen im flachen Gelände (8) o Rutschen im steilen Gelände (9) o Tellerliftfahren (10) o Schrägfahren (11) o Erstes Kurvenfahren mit Hilfestellung - Frontside (12) o Erstes Kurvenfahren - Frontside und Backside (13) o Plus - Minus - Spiel (14) Quellenverzeichnis Seite 2

3 Einleitung Eines der beliebtesten Wintersportarten ist das Snowboarden, welches zur neueren Entwicklung des alpinen Skifahrens zählt. Im Gegensatz zum Skifahren, steht der Fahrer beim Snowboarden statt auf zwei Brettern nur noch auf einem. Zudem ist sein Körper nicht frontal, sondern seitlich zur Fahrtrichtung ausgerichtet. Viele Schülerinnen und Schüler (SuS) stehen zum ersten Mal auf der Skischulfahrt auf Skiern oder dem Snowboard. Da das Erlernen des Snowboardfahren ein hohes Maß an Geduld erfordert, sollten die Grundlagen spielerisch gefestigt werden. Abwechslungsreiche Aufgabenstellungen helfen dabei, die SuS zu motivieren und sie mit Spaß an die neue Sportart heranzuführen. Ausrüstung Beim Snowboard unterscheidet man in Freestyle-, Freeride-, Carving- und Raceboards. Allerdings sind diese Kategorien nicht strikt voneinander zu trennen, da sie ineinander übergehen. Die einzelnen Bretter unterscheiden sich durch verschiedene Bauarten und Eigenschaften, die auf den jeweiligen Einsatzbereich abgestimmt sind. Für Anfänger empfiehlt sich ein Freestyle- oder Freerideboard. Im Allgemeinen ist ein Snowboard zwischen 1 und 1,8 Metern lang. Die Länge des Boards richtet sich jedoch nach dem Fahrer. Grundsätzlich sollte es mindestens bis zur Kinnhöhe reichen, jedoch die Höhe der Nase nicht überschreiten. Frontside Toe Strap Tail Nose Backside Wrist Strap Highback Abb.1 Bauteile des Snowboards Um das Snowboard optimal auf den Fahrer abzustimmen, lassen sich sowohl Abstand und Winkel der Bindung einstellen. Es sollte kein zu enger Abstand gewählt werden, da es sonst schwer wird, das Gleichgewicht auf dem Board zu halten. Beim Wählen des Winkels ist der sogenannte Duckstance ratsam, da er der natürlichen Fußstellung des Menschen entspricht und für eine Bewegungsbereitschaft in alle Richtungen sorgt Seite 3

4 Aufwärmen Gerade im Schnee und in der Kälte ist es besonders wichtig, die Muskulatur zu erwärmen. Dazu eignen sich verschiedene Aufwärmspiele, die entweder mit oder ohne Sportgerät ausgeführt werden können. Am ersten Tag auf dem Snowboard sollte das Aufwärmen zunächst ohne das Snowboard ausgeführt werden, da die SuS mit dem neuen Gerät noch nicht vertraut sind. Ein beliebtes Aufwärmspiel ist der Staffellauf. Dieser kann auf verschieden Varianten, über den Schnee krabbelnd laufend oder aber an darauffolgenden Tagen mit dem Snowboard rollerfahrend durchgeführt werden. 1 Abb.2 Staffellauf mit Krabbelvariante Grundlagen Brettgewöhnung Die Brettgewöhnung dient dazu, den SuS ein erstes Gefühl auf dem Snowboard zu geben. Hierzu werden erste Bewegungen auf der Stelle, wie zum Beispiel das Rutschen, ausgeführt. Dabei befindet sich zunächst nur ein Fuß in der Bindung. Sobald die SuS beide Füße auf dem Board angeschnallt haben, erlernen sie die Grundposition: eine neutrale, bewegungsbereite Position auf dem Board. Verschiedene Spiele dienen nun dazu, die Bewegungsspielräume des Snowboards kennenzulernen und immer wieder in die Grundposition zurückzufinden. 1 Abb. 3 Grundposition Seite 4

5 Hinfallen und Aufstehen Befinden sich beide Füße fest in der Bindung, sind die ersten Stürze vorprogrammiert. Daher ist es wichtig gleich zu Anfang das richtige Hinfallen und auch das richtige Aufstehen einzuüben. Grundsätzlich sollte der Körperschwerpunkt bei Stürzen immer abgesenkt, die Arme neben der Brust angewinkelt und die Hände zu Fäusten gemacht werden. Stürze nach hinten werden wie bei einer Schildkröte über Po und Rücken abgerollt. Stürze nach vorne gleichen dagegen einem Pinguin, der nach vorne flach übers Eis rutscht. Auch das Aufstehen muss gelernt sein, wenn beide Füße fixiert sind. Dabei sollte mit etwas Kantendruck der KSP möglichst nah an das Snowboard gebracht werden. 2-4 Abb.4 Sturz nach hinten und Sturz nach vorne Gleiten Das Gleiten stellt die Grundvoraussetzung dar, um eine Abfahrt bewältigen zu können. Zunächst wird das Gleiten auf flachem Gelände geübt. Dies nennt man Rollerfahren und dient dazu von einem Ort zum anderen zu gelangen. Ein Fuß wird aus der Bindung genommen und vor die FS-Kante oder hinter die BS-Kante gestellt, sodass er das Snowboard anschieben kann. Wenn das Board ein wenig gleitet, kann der Fuß auf das Brett gestellt werden. Auch hier helfen Übungen, wie das Schattengleiten oder ein kleiner Wettbewerb, um ein Bewegungsgefühl zu bekommen. 2 5 Abb.5 Stellung beim Rollerfahren Abb.6 Gleiten in Grundposition Seite 5

6 Beim Gleiten am leicht geneigtem Hang sollte ein breites Gelände mit großem Auslauf gewählt werden. Im Gegensatz zum Rollerfahren befinden sich hierbei beide Füße fest in der Bindung und es wird die erlernte Grundposition eingenommen. 6 Bremsen und Anhalten Sobald die SuS sich nun in abfallendem Gelände befinden, ist das Beherrschen des Bremsen und Anhaltens von Nöten. Es wird aus dem Gleiten in der Falllinie trainiert und kann sowohl über die BS- als auch über die FS-Kante erfolgen. Damit die Bremskurve eingeleitet wird, muss das Gewicht auf den vorderen Fuß verlagert werden. Gleichzeitig werden Knie, Hüfte und vordere Schultere in die gewünschte Fahrtrichtung gedreht. Das Board fährt so eine leichte Kurve. Damit das Snowboard nun anhält, wird der Druck auf der Bergkante erhöht und der Körper in Ausgangsposition zurückgeführt. Verschiedene Übungen dienen zum Üben des Bremsen und Anhaltens in verschiedenen Situationen. 7 Seitrutschen Abb.7 Seitrutschen auf der BS-Kante Durch abwechselndes Aufkanten und Flachstellen des Boards quer zur Fallline kommt es zum kontrollierten Seitrutschen. Es kann sowohl auf der BS-Kante mit Blick zum Tal als auch auf der FS- Kante mit Blick zum Berg erfolgen. Dazu wird die Grundposition eingenommen und das Gewicht auf beide Beine gleichmäßig verteilt. Bei der Belastung der BS-Kante werden die Zehen nach oben gezogen und die Fersen in den Schnee gedrückt. Bei der FS-Kante ist es genau andersherum Seite 6

7 Erste Abfahrten Liftfahren Nach dem Kennenlernen der wichtigsten Grundlagen, ist das nächste Ziel erste Pisten zu erkunden. Dazu ist das Liftfahren unabdingbar. Sessellifte und Gondeln stellen kein großes Hindernis dar, wohingegen das Teller- oder Schleppliftfahren erst einmal geübt werden muss. Trockenübungen am losen Liftbügel eignen sich, um die SuS mit der neuen Situation vertraut zu machen und ihnen stressfreie erste Erfahrungen mit dem Liftfahren zu ermöglichen. Abb.8 Tellerliftbügel Da insbesondere der Einstieg eine Hürde darstellt, befindet sich dort häufig ein Helfer, der sowohl hilft den Liftbügel zu fassen als auch bei Startschwierigkeiten die Fahranfänger auf den ersten Metern begleitet. 10 Abb.9 Liftfahren mit Starthilfe Schrägrutschen und Schrägfahren Beim Schrägrutschen wird der Vorgang des Aufkantens und Flachstellen des Boards um das diagonale Rutschen ergänzt. Dazu wird je nach Richtung der rechte oder der linke Fuß mehr belastet. Ähnlich zum Schrägrutschen funktioniert auch das Schrägfahren. Der Unterschied liegt in einem stärkeren und feiner regulierten Aufkanten, sodass mehr Vortrieb als beim Vorwärtsrutschen entsteht. Das Schrägfahren wird zudem auf ersten richtigen Pisten erlernt. Beim Schrägfahren kann die Lehrkraft Hütchen oder andere Markierungen nutzen, um die Fahrspur vorzugeben. Zudem eignen sich verschiedene Übungen, um die SuS dazu zu bringen vom Rutschen ins Fahren zu gelangen. 11 Abb.10 Markierungen zum Schrägfahren Seite 7

8 Kurvenfahren Ausgehend vom Schrägfahren wird das Kurvenfahren durch die Kurve zum Berg eingeleitet. Hierbei wird das Board mehr zur Fallinie gedreht, sodass es deutlich mehr an Geschwindigkeit aufnimmt. Das Drehen zur Falllinie erfolgt durch Gewichtsverlagerung auf das vordere Bein und Flachstellen des Boards. Anschließend wird es zum Berge zurück in die Schrägfahrt gesteuert, indem Füße, Knie und Hüfte gedreht und das Board bei gleichmäßiger Gewichtsverteilung aufgekantet wird. SuS, denen der Belastungswechsel noch schwer fällt, können durch eine Hilfestellung unterstützt werden Backside-Kurve mit Vorausdrehen und Belastungswechsel Ausgehend von Schrägfahrt frontside Vorderes Bein belasten, Board flach stellen Gleichzeitig Füße, Knie und Hüfte durch Vorrotation des Oberkörpers talwärts aufdrehen Board dreht in Falllinie Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilen und BS-Kante immer stärker aufkanten Abb.11 Backside-Kurve Abb. 13 Frontside-Kurve 2. Frontside-Kurve mit Vorausdrehen und Belastungswechsel Ausgehend von Schrägfahrt backside Vorderes Bein belasten, Board flach stellen Gleichzeitig Füße, Knie und Hüfte durch Vorrotation des Oberkörpers talwärts eindrehen Board dreht in Falllinie Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilen und FS-Kante immer stärker aufkanten Durch unterschiedliche Spiele, wie das Plus-Minus Spiel, kann das Kurvenfahren schließlich optimiert werden Seite 8

9 » SNOWBOARDEN SPIERLERISCH ENTDECKEN «Brettgewöhnung 1 Zeig den Belag Stell das Board auf die BS-Kante. Wer kann den Belag seines Gegenübers erkennen? Uhrzeit springen Schnallt beide Füße in der Bindung an und nehmt die Grundposition ein. Springt in die Position des kleinen Zeigers der Uhrzeit, die ich ansage. Handschuh weitergeben Bildet einen Kreis und schnall euer Board mit beiden Füßen an. Nach der Reihe wird der Handschuh auf die Brettspitze des Nebenmanns gelegt, der ihn aufhebt, über Kopf in die andere Hand übergibt und Auf der Fläche rutschen Stellt den freien Fuß hinter die BS-Kante und schiebt das Board auf der gesamten Fläche nach rechts und nach links. dem Nächste auf die Brettspitze legt Seite 9

10 Wettbewerb - Rollerfahren 2 Wer ist am schnellsten? Nehmt einen Fuß aus der Bindung und stellt ihn entweder hinter die Backside-Kante oder vor die Frontside-Kante. Schiebt das Snowboard wie beim Rollerfahren an. Wer als Erstes im Ziel ankommt, ist der schnellste Rollerfahrer Seite 10

11 Plus - Minus - Spiel 3 Kurvenfahren verbessern Streckt die Arme seitlich parallel zur Boardlängsachse aus. Minus-Zeichen: Armhaltung = Boardlängsachse Zum Kurvenwechsel dreht ihr den vorderen Arm zum Körpermittelpunkt, der hintere Arm ist die Verlängerung des vorderen Armes. Plus-Zeichen: Armhaltung = Boardlängsachse Seite 11

12 Quellenverzeichnis Literatur Autor Literaturname Erscheinungsort Erscheinungsjahr Verlag Zogler, K./ Baier, M./ Gramsch, T./ Kaffenberger, N./ Marställer, R. Snowboarden einfach. Der DSLV Lehrplan. München 2012 BLV Buchverlag Abbildung / Foto Nummer Alle Video Urheber des Beitrages Urheber Dennis Thiele/ Lehramtsstudierender, Schülerinnen und Schüler der Realschule Plus Vulkaneifel Nummer Urheber 1-14 Dennis Thiele/ Lehramtsstudierender, Schülerinnen und Schüler der Realschule Plus Vulkaneifel Autor Berater Institution Marie Simon, Dennis Thiele/ Lehramtsstudierendtät Minnich, Marlis Institut für Sportwissenschaft, Universi- Koblenz- Landau, Campus Koblenz Seite 12

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