9. Sozialwissenschaften
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- Britta Schubert
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1 9. Sozialwissenschaften 9.1 Allgemeines Die Lektionendotation im Fach Sozialwissenschaft beträgt 200 Lektionen. Davon sind 10% für den interdisziplinären Unterricht freizuhalten. (Stand April 2005) 9.2 Bildungsziele Der Unterricht in Sozialwissenschaft hat interdisziplinären Charakter und zeigt die Grundsituation des Menschen als Mitglied einer Gesellschaft und als Individuum auf. Der Unterricht in Soziologie stärkt die Fähigkeit, die in der Gesellschaft wirkenden Kräfte wahrzunehmen, die eigene Situation und die Stellung anderer Menschen und Gruppen in der Gesellschaft zu erfassen und das soziale Umfeld mitzugestalten. Der Unterricht in Psychologie fördert die Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden zu selbständigen, verantwortungsbewussten, dialog- und konfliktfähigen Menschen, die bereit sind, sich für die Vielfalt des Lebens zu öffnen und auf andere Menschen einzugehen. Der Einbezug ethischer Fragestellungen ermöglicht eine philosophische Vertiefung, die über die Nützlichkeitsbeurteilung im Alltag hinausgeht und Fragen der Werte und der individuellen und sozialen Verantwortung stellt. August 2008 Seite 1 von 7
2 9.3 Richtziele Kenntnisse - Einblick in Grundfragen, Problemstellungen, Ziele, Methoden und Arbeitsfelder der Soziologie und Psychologie - Soziologische und sozialpsychologische Grundbegriffe wie System, Institution, Kommunikation, Interaktion, Normen, Werte, Sozialisation, Rolle, Identität, Konformität, Devianz, Gruppe, Autorität, Macht, Konflikt kennen und beschreiben - Verschiedene Entwicklungstheorien kennen, Merkmale von positiven Entwicklungen und Störungen erfassen - Gründe und Auswirkungen sozialen Wandels verstehen, Merkmale des Bevölkerungsaufbaus und Lebensbedingungen sozialer Gruppen begreifen - Problem- und Konfliktstrategien kennen - Grundbegriffe der Ethik kennen Fertigkeiten - Soziologische, psychologische und ethische Grundbegriffe am Beispiel wichtiger und aktueller Probleme der Gesellschaft anwenden - Persönlichkeitsentwicklung als Prozess erfahren und reflektieren - Anliegen sozialer Gruppen auf Grund ihrer Stellung in der Gesellschaft analysieren und soziale Privilegierung und Benachteiligung kritisch beurteilen - Menschliche Verhaltensweisen bewusst wahrnehmen, mit Auswirkungen von Emotionen und Motivationen auf das Verhalten vertraut sein und Reaktionen aus Liebe, Angst, Aggression usw. erkennen - Einfache, konkrete und selbständige Untersuchungen mit Anwendung anerkannter Methoden zur Abklärung gesellschaftlicher Tatbestände und ihrer sozialen und psychologischen Auswirkungen durchführen Haltungen - Verständnis für soziale Anliegen und Spannungen entwickeln sowie Verständnis für Reaktionen anderer Menschen zeigen - Eigene Reaktionen bewusst und kritisch prüfen, das persönliche Selbstwertgefühl stärken und Kritik von aussen an der eigenen Person mit Offenheit annehmen und beurteilen - Psychologische Erkenntnisse auf Alltagssituationen anwenden und diese einerseits zur Animation und Motivierung sowie andererseits zur Lösung oder Milderung von Konfliktsituationen einsetzen, ohne zu psychologisieren - Bei auftretenden Konflikten lösungs- und prozessorientierte Problem- und Konfliktstrategien vorschlagen - Grundsätze für eine bewusste, auf eigene Überlegungen sowie soziale, ethische und psychologische Forderungen gestützte Sozialpolitik formulieren und sich dafür engagieren August 2008 Seite 2 von 7
3 9.4 Kernstoff Die Kompetenzen (Kenntnisse/Fertigkeiten/Haltungen), die in den Richtzielen genannt sind, sollen in den jeweiligen Stundenpräparationen adäquat zur konkreten Aufgabenstellung formuliert und nachgewiesen werden. 1. Semester Themen Lerninhalte Querverweis Lektionen Arbeitsfelder der Soziologie und der Psychologie - Grundfragen und Problemstellungen - Hauptströmungen der Psychologie - Methoden der Soziologie und der Psychologie Mathematik 10 Lernen - Erwerb von Wissen - Begriff Lernen - Lernen am Modell - Behalten und Vergessen, Gedächtnis - Lernstrategien, Mnemotechniken - Eigenes Lernverhalten - 12 Psychologie der Kommunikation - Begriff der Kommunikation - Verbale und nonverbale Kommunikationsformen - Axiome der Kommunikation - Möglichkeiten erfolgreicher Kommunikation - Aktives Zuhören, Regeln der Gesprächsführung, Feedback- Regeln, Konfliktgespräche, Umgangsformen - Störungen in der Kommunikation 17 August 2008 Seite 3 von 7
4 Psychische Kräfte (Emotion und Motivation), 1. Teil - Begriffe der Emotion und Motivation - Zusammenhang von Emotion und Motivation - Liebe und Angst als Beispiele für Emotion - Aggression als Beispiel für Motivation - Stress und Frustration als Beispiele für emotionale Belastung - 13 Psychische Kräfte (Emotionen und Motivation), 2. Teil - Ekel und Scham als Beispiele für Emotionen 7 Psychologie der Wahrnehmung - Begriff der Wahrnehmung, Selbst-, Fremdwahrnehmung - Reizaufnahme - Subjektivität der Wahrnehmung - Individuelle und soziale Faktoren - Umgang mit dem eigenen Wertesystem - Fehler bei der Wahrnehmung von Personen, Wahrnehmungsstörungen, 15 Ethik, 1. Teil - Grundbegriffe der Ethik - Unterschiedliche Moralvorstellungen - Moralentwicklung nach Piaget und Kohlberg - Menschenrechte, 6 August 2008 Seite 4 von 7
5 2. Semester Themen Lerninhalte Querverweis Lektionen Entwicklungspsychologie - Begriff der Entwicklung - Merkmale der Entwicklung (Entwicklungsgesetze),, 20 - Entwicklungsphasen des Menschen,, - Entwicklungsstörungen - Klassifikationen, wichtigste Störungsbilder Erziehung und soziale Interaktion - Begriff der Erziehung - Erziehung als Kommunikation und soziale Interaktion - Bedeutung der Umwelt für die Erziehung - Sozialisation als zweite Geburt ; Aufbau der Ich-Identität - Familie - Erziehungsstile - Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz als Erziehungsziele, 20 Gesundheit und Krankheit - Begriffe der Gesundheit und der Krankheit - Abhängigkeit der Begriffe von soziokulturellen Werten, sozialem Wandel und Alter - Psychosomatische Erkrankungen und psychische Störungen in unseren Industriegesellschaften - Verschiedene Gesundheitsprobleme in der Jugend - Sucht, Adipositas, Anorexie, Bulimie - Präventionskonzepte; Gesundheitsförderung - Medizinisch-soziologische Untersuchungen zum Themenbereich Gesundheit-Krankheit,, Mathematik 30 Kulturelle Unterschiede - Gewohnheiten, Bräuche und Sitten verschiedener Kulturen - Mann und Frau in anderen Kulturen - Gesundheit und Krankheit in verschiedenen Kulturen, Französisch, Englisch, Französisch, Englisch 10 August 2008 Seite 5 von 7
6 Themen Lerninhalte Querverweis Lektionen Krisensituationen - Verlauf von Krisen - Persönliche Betroffenheit - Nähe, Distanz 12 Gruppenphänomene und ethische Fragen, 2. Teil - Soziologische und sozialpsychologische Grundbegriffe - Normen, Werte, Rollen, Sanktionen - Aufbau und Bestätigung der Geschlechtsidentität - Gruppe als Motor zum Aufbau eines Wir-Gefühls - Stereotypen, Vorurteile, Feindbilder - Autorität, Macht, Konflikt, Devianz - Grenzen persönlicher Freiheit - In Würde krank sein, in Würde sterben, 16 Gesellschaft im Wandel - Bevölkerungsaufbau - Soziale Schichtung, Einkommensverteilung - Arbeit und Gesundheit; Arbeitsbedingungen - Alte und neue soziale Ungleichheiten - Soziale Dienste und soziale Arbeit (Notwendigkeit, Möglichkeiten, Chancen und Grenzen, Fallbeispiele) VBR, Mathematik VBR, VBR 12 August 2008 Seite 6 von 7
7 9.5 Interdisziplinarität Querverweise und Möglichkeiten für fächerübergreifenden Unterricht. Aus einer Fülle von Möglichkeiten sind folgende Themen exemplarisch herausgegriffen en Mathematik Französisch/Englisch Über eigenes und fremdes Kommunikationsverhalten reflektieren Eigene Werte überdenken und zur Diskussion stellen Weitergabe geschlechtstypischen Verhaltens Gesundheit und Krankheit in der Literatur Sterben und Umgang mit dem Sterben als literarische Themen Entstehung der Menschenrechte Veränderung von Wert- und Normvorstellungen Historischer Wandel der Begriffe Gesundheit und Krankheit Umgang mit Kranken in anderen geschichtlichen Epochen Durch organische Schäden oder Drogenkonsum bedingte Wahrnehmungsstörungen Entwicklung der Sinne Statistische Verfahren zur Datenauswertung Literarische Schilderungen zum Rollenverständnis, zu Krankheit und Gesundheit in fremden Kulturen 9.6 Prüfungen Prüfungen im Semester - Mündliche und schriftliche Leistungen im Schwerpunktfach SW - Für die Leistungsprüfungen sind die im Rahmen des Lehrplans vorgegebenen Richtziele (Kenntnisse und Fertigkeiten, nicht aber Haltungen) massgebend - Prüfungen sollen grundsätzlich die Themen- und Methodenvielfalt des Faches widerspiegeln Berufsmaturitätsprüfung Die Berufsmaturitätsprüfung findet gemäss der Wegleitung zur Berufsmaturitätsprüfung im Fach Sozialwissenschaften statt. August 2008 Seite 7 von 7
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