Physikkurs Dezember 2008

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1 Physikkurs Dezember 008 Vorbemerkung: Dieses Script soll die Inhalte des Kurses aufzählen, nicht aber als Lehrbuch fungieren. Dazu sind Ihre eigenen Aufzeichnungen sowie die angeführten Lehrbücher gedacht. Weitere Materialien finden Sie unter Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister I Geprüfte Industriemeisterin -Fachrichtung Pharmazie in der Fassung vom 5. April 999 [...] 5 Fachrichtungsspezifischer Teil der Fachrichtung Pharmazie () Im fachrichtungsspezifischen Teil ist in folgenden Fächern zu prüfen:. aturwissenschaftliche Grundlagen, [...] () Im Prüfungsfach "aturwissenschaftliche Grundlagen" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, dass er über die zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten notwendigen naturwissenschaftlichen Kenntnisse verfügt und sie zur Lösung praxisbezogener AufgabensteIlungen anwenden kann. Hierbei soll er insbesondere deutlich machen, dass er die Zusammenhänge von abhängigen Größen richtig einschätzen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden: [..] 4. physikalische Grundlagen: a) physikalische Methoden der Stofftrennung und -vereinigung, b) Stoffkonstanten, internationales Einheitensystem (SI), c) Grundkenntnisse der Messtechnik, d) Grundkenntnisse aus der Mechanik der Festkörper: Kräfte, Momente, Arbeit, Leistung, e) Grundkenntnisse aus der Mechanik der Flüssigkeiten und Gase: Hydrostatik, Hydrodynamik, Gasdruck, Partialdruck, f) Grundkenntnisse aus der Wärmelehre: Energieformen, Wärmetausch, Zustandsänderungen, g) Grundkenntnisse aus der Elektrotechnik, h) elektrische Anlagen, i) Grundkenntnisse aus der Wellenlehre. Seite von

2 Beschreibung der atur durch Mathematik Größen und Einheiten; Gleichungen Eine Physikalische Größe ist immer ein Zahlenwert multipliziert mit einer Einheit Größengleichung: v = s / t (allgemeine Gleichung) 0 m/s = 00 m / 0 s (spezielle Gleichung) Einheitengleichung: [v]=m/s Unterschied Vektorielle / skalare Grössen Bespiel: skalare Größe: Zeit t vektorielle Größe: Ortsvektor r r, Geschwindigkeit v r Das SI-System Größe Formelzeichen Einheit Einheitenzeichen Definition Länge l Meter m Masse m Kilogramm kg Zeit t Sekunde s Stromstärke I Ampere A Länge der Strecke, die das Licht im Vakuum während der Dauer von / Sekunden durchläuft Das Kilogramm ist die Einheit der Masse; es ist gleich der Masse des Internationalen Kilogrammprototyps ). das fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des uklids 33 Cs entsprechenden Strahlung Stärke eines konstanten elektrischen Stromes, der, durch zwei parallele, geradlinige, unendlich lange und im Vakuum im Abstand von Meter voneinander angeordnete Leiter von vernachlässigbar kleinem, kreisförmigem Querschnitt fließend, zwischen diesen Leitern je Meter Leiterlänge die Kraft 0 7 ewton hervorrufen würde Seite von

3 Thermodynamische Temperatur T Kelvin K der 73,6. Teil der thermodynamischen Temperatur des Tripelpunktes des Wassers ) Stoffmenge n Mol mol Lichtstärke I V Candela cd die Stoffmenge eines Systems, das aus ebensoviel Einzelteilchen besteht, wie Atome in 0,0 Kilogramm des Kohlenstoffnuklids C enthalten sind die Lichtstärke in einer bestimmten Richtung einer Strahlungsquelle, die monochromatische Strahlung der Frequenz 3) Hz aussendet und deren Strahlstärke in dieser Richtung /683 Watt durch Steradiant beträgt ) Zurzeit wird an einer neuen Definition der Masseneinheit gearbeitet, die auf der Atommasse und nicht mehr auf einem Prototyp beruhen soll ) Die Beschreibung des ormals erfolgt durch die Internationale Temperaturskala aus dem Jahr 990 (ITS-90). Zwischen den Zahlenwerten der thermodynamischen Temperatur T und der Celsiustemperatur ϑ besteht der Zusammenhang: ϑ = T 73, 5 Der Tripelpunkt liegt bei 73,6 K und 6,657 ± 0,00) Pa (ca. 6 mbar) 3) Wellenlänge: ca. 555 nm (grün) Vorfaktoren nano: x0-9 =0, micro: x0-6 =0, milli: x0-3 =0,00 centi: x0 - =0,0 dezi: x0 - =0, Hekto x0 =00 Kilo: x0 3 =000 Mega: x0 6 = Giga. x0 9 = Rechnen mit Exponentialfaktoren x0 m x x0 n = x0 n+m x0 -m = /0 m Beispiel: x0 3 x x0 6 = x0 9 x0 6 x x0-3 = x0 3 Seite 3 von 3

4 Messtechnik und Fehlerrechnung Einleitung: Das Hochhaus und das Barometer Messung von Längen Massen / Kraft Zeit Spannung Stromstärke Direkte Messung und indirekte Messung Fehler: systematische Fehler, statistische Fehler, absoluter Fehler, relativer Fehler, Mittelwert, Standardabweichung, Fehlerfortpflanzung = Mittelwert: x x = ( x + x x ) i= i Standardabweichung: σ = i= ( x i x) Mittlerer absoluter Fehler: f = i= ( x i x) ( ) Relativer Fehler: f x Mechanik Grundlegende Begriffe: Geschwindigkeit, Beschleunigung, Impuls, Kraft, Impuls, Energie, Erhaltungsgrößen, Leistung; Winkelgeschwindigkeit, Zentrifugalkraft, Drehimpuls; Drehmoment, Trägeitsmoment, Rotationsenergie; Reibung Geschwindigkeit: Beschleunigung: s v = t v a = t Seite 4 von 4

5 Kraft Impuls: Arbeit, Energie: F = ma p = mv A = F s cosα (wenn F constant über den Weg s!) E = mgh E = mv Leistung: P = A t Zentrifugalkaft: F = m r ω = mv r ewton sche Axiome ewton : ewton : ewton 3: Ein Körper verharrt in seinem Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen, geradlinigen Bewegung, solange die Summe aller auf ihn einwirkenden Kräfte ull ist Die Änderung der Bewegung einer Masse ist der Einwirkung der bewegenden Kraft proportional und geschieht nach der Richtung derjenigen geraden Linie, nach welcher jene Kraft wirkt Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (actio), so wirkt eine gleichgroße, aber entgegengerichtete Kraft von Körper B auf Körper A (reactio). Kraft und Energie bei einer Feder (statische Betrachtung) Kraft. F = Ds Energie. E = Ds Aufgaben: Freier Fall, Wurfparabel aus Flugzeug: Unabhängigkeit der Bewegungen Einführung in Mechanik von Gasen und Flüssigkeiten Druck, Partialdruck, allgemeines Gasgesetz, Druck in Flüssigkeiten (hydrostatischer Druck), Reibung, Diffusion Druck: Hydrostatischer Druck: F p = [p] = /m = Pa (Pascal) A p = ρ g h Allgemeines Gasgesetz: pv = RT = nk B T R: allgemeine Gaskonstante: R = 8,3447 J/(Mol K) k B. Boltzmann-Konstante: k B =,38065x0-3 J/K R = k B A Seite 5 von 5

6 A : Avogadro- oder Loschmidt-Konstante; Anzahl der Atome in g C entspricht 6.0x0 3 Teilchen (= Mol) Thermodynamik Unterschied Wärme und Temperatur Wärme Q ist eine Energiemenge Temperatur T ist eine Zustandsgröße Umrechnung: kcal = 4,868 kj ; kj = 0,388 kcal => kcal =,63 Wh Bsp: Kerzenflamme und See; Kerze hat höhere Temperatur, aber See hat höhere Wärmemenge Temperaturskalen: Celsius: Fahrenheit: 0 C Schmelzpunkt von Eis, 00 C Siedepunkt von Wasser 0 F = die tiefste Temperatur des strengen Winters 708/709 in seiner Heimatstadt Danzig. (-7,8 C). 00 F = Fahrenheits eigene Körpertemperatur (37,8 C, schien leichtes Fieber gehabt zu haben). Aggregatzustände: etwas Alchemie; Exkurs zu den 4 Elementen Energie und Entropie Schmelz- und Verdampfungswärme H v Brennwert H s Energie dafür: Q = H m Spezifische Wärmekapazität Q = cmt Mischungstemperatur (über Energieabgabe) Die aufgenommen Wärme des einen Körpers muß gleich der abgegebenen Wärme des anderen Körpers sein c m T + cmt c m T M = cm + Die Hauptsätze der Thermodynamik 0. Hauptsatz: Seite 6 von 6

7 Es existiert eine Zustandsgröße Temperatur. Werden zwei Körper unterschiedlicher Temperatur in Kontakt gebracht, so gleicht sich deren Temperatur an.. Hauptsatz: Die Energie eines abgeschlossenen Systems bleibt unverändert. Verschiedene Energieformen können sich demnach ineinander umwandeln, aber Energie kann weder aus dem ichts erzeugt werden noch vernichtet werden. Es gibt kein Perpetuum mobile erster Art (eine Maschine, die Energie erschaffen kann). Hauptsatz: Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass es eine extensive Zustandsgröße Entropie S gibt, die in einem abgeschlossenen System niemals abnimmt. Dadurch wird der Begriff der Irreversibilität definiert sowie die Unumkehrbarkeit der Zeit. Anders formuliert: William Thomson, Lord Kelvin: Es existieren keine thermodynamischen Zustandsänderungen, deren einzige Wirkung es ist, eine Wärmemenge einem Wärmespeicher zu entnehmen und diese vollständig in Arbeit umzusetzen. Clausius: Es existieren keine thermodynamischen Zustandsänderungen, deren einzige Wirkung es ist, eine Wärmemenge einem kälteren Wärmespeicher zu entnehmen und einem wärmeren hinzuzufügen. Max Planck: Es gibt kein Perpetuum mobile zweiter Art (eine Maschine, die Energie vollständig ohne Verlust umsetzen kann) 3. Hauptsatz Dieser Hauptsatz wurde von Walther ernst im Jahr 906 vorgeschlagen und ist auch als ernst- Theorem bekannt. Er ist quantentheoretischer atur und verbietet es, ein System bis zum absoluten ullpunkt abkühlen zu können Einführung Elektrotechnik Stromrichtungen technisch: plus nach minus Stromrichtung physikalisch: minus nach plus Seite 7 von 7

8 Strom wird hevorgerufen durch negativ geladene Elektronen, die sich im Leiter bewegen Spannung [U]=V (Volt) Strom: [I]=A (Ampere) Widerstand Leitwert: Ohmsches Gesetz: Leistung: Arbeit: [R]=Ω (Ohm) G = ; [G]=Siemens R U = RI (gültig für Gleichstrom) P = UI [P]= W (Watt) A = Pt [A]= Ws (Wattsekunde) Batterien: Kapazität wird gemessen in Ah (Ladung!) Reihenschaltung von Widerständen: Parallelschaltungen von Widerständen: R ges = R i = i= Rges i= R i Knotenregel: Die Summe aller fließenden Ströme an einem Knoten sind 0 Maschenregel: Die Summe aller Spannungen in einer Mache ergibt 0 Temperaturabhängigkeit von Ohm schen Widerständen icht-ohm sche Widerstände: Halbleiter Gleichstrom, Wechselstrom, Drehstrom Elektrotechnik Elektrische Maschinen: Seite 8 von 8

9 Maschinen, die elektrische Energie in eine andere Energieform überführen und v.v. Heizungen, Magnete, Motoren, Dynamos Wirkungsgrad von Geräten Weiter elektrotechnische Komponenten: Transformatoren U = U n n U : Spannung n: Windungszahl Sicherungen Hintergrund: Bei einem ungefähren Widerstand des menschlichen Körpers von kω (Hand-Fuß bzw. Hand-Hand) und einem letalen Strom von 50 ma können Spannungen ab 50V tödlich sein! Schmelzsicherungen (Überstrom) Sicherungsautomaten (Überstrom) FI-Schutzschalter (Vergleich hin- und rückfließender Strom) Elektronenröhren Verstärkung und Gleichrichtung Halbleiterbauteile Dioden Transistoren Seite 9 von 9

10 Wellenlehre Einführung: Das Federpendel dynamisch Begriffe: Frequenz, Amplitude, Phase; Differentialgleichung Allgemeine Beschreibung: r r r r r F(, t) = Asin( k ωt) + B cos(( k ωt) mit F: allgemeines Feld, skalar oder vektoriell A,B: k r : λ : Amplituden; gleiche Einheit wie F Wellenvektor in Ausbreitungsrichtung, Wellenlänge k π = λ ω : Kreisfrequenz; ω = πf f: Frequenz; [f]=hz=/s c: Geschwindigkeit der Welle c = f r r : t: Zeit Ortsvektor λ Longitudinalwelle und Transversalwelle Stehende Welle Superpositionsprinzip Interferenz Dualismus Teilchen-Welle Dispersionsrelation: Welle in Materie Seite 0 von 0

11 Literatur: Physik für Schule und Beruf Europa r.: 766 Verlag Europa Lehrmittel Technische Physik Lehr- und Aufgabenbuch Europa r.: 53X Verlag Europa Lehrmittel H. Lindner Physik für Ingenieure Fachbuchverlag Leipzig Seite von

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