Trimmtips und Technik: Der
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- Florian Beck
- vor 9 Jahren
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1 SPINNAKER Trimmtips und Technik: Der Spinnaker ist das leistungsfähigste Segel auf allen Raumschotskursen oder vor dem Wind. Auch der als Fahrtenspinnaker bezeichnete Blister kann die enormen Fahrtsteigerungen bei leichtem Wind bei weitem nicht erreichen. Mit dem Baum läßt sich die Blase weit aus der Abdeckung des Großsegels bringen, so daß die gesamte Segelfläche zum Tragen kommt. Außerdem ist die Segelfläche von Spinnakern ca. 15% größer als die der asymmetrisch geschnittenen Blister. Mit Hilfe des viel zitierten Werkzeugs Computer ist es heute möglich, für jeden Bootstyp, jedes Revier und für jeden Segler einen Spinnaker maßzuschneidern. In der Tabelle: Welches Segel für welchen Wind, haben wir die Einsatzgebiete der verschiedenen Leichtwindsegel in einer Tabelle zusammengestellt. Hierzu einige Hinweise: Herrscht nahezu Windstille, sind flacher geschnittene Spinnaker günstiger: Der Wind reicht aus, um das flache Profil zu füllen. Außerdem wird durch das Verhältnis der Fahrt des Bootes zur Windgeschwindigkeit sehr schnell ein Halbwindkurs erreicht: Je mehr nämlich das Boot Fahrt aufnimmt, desto spitzer fällt der (scheinbare)wind von vorn ein. Das Liek beginnt einzufallen, und man wird gezwungen, abzufallen. Kurz: Zunehmende Bootsgeschwindigkeit kostet Höhe, wie auf Seite 37 dargestellt. Spinnaker Star-Spinnaker Cruising ruhiger Stand hervorragende Segeleigenschaften leicht zu handhaben kontrolliertes Einfallen große Formstabilität lange Lebensdauer Für Fahrtenschiffe bieten wir den Star-Spinnaker Cruising an. Er ist voller geschnitten und deshalb formstabiler. Dieser Schnitt garantiert einen besonders ruhigen Stand und damit einfache Bedienung eine Eigenschaft, die vor allem dann ins Gewicht fällt, wenn mit kleiner Crew gesegelt wird. Durch sein gutmütiges Verhalten kann der Star-Spinnaker Cruising zudem relativ lange stehen bleiben, da er durch den ruhigen Stand das Schiff nicht ins Geigen bringt. Für erfahrene Crews empfehlen wir den Star-Spinnaker Racing. Seine ausgeglichene, nicht zu volle Form, macht ihn für Kurse am Wind genauso geeignet, wie raumschots. Allerdings brauchen flacher geschnittene Spinnaker mehr Aufmerksamkeit und Trimm. 30
2 SPINNAKER Formgebung und Oberfläche:. Leistungsstarke Spinnaker zeichnen sich durch eine gleichmäßig gewölbte Oberfläche mit sauberen Übergängen aus. Bei modernen Spinnakern wird zunächst die strömungsgünstigste Form berechnet. Danach werden auf dieser Oberfläche die einzelnen Nähte angeordnet. Im nächsten Rechengang werden aus dem dreidimensionalen Nahtverlauf zweidimensionale Bahnen abgewickelt. Mit dieser Arbeitsweise können wir bei der Festlegung der Schnitte den Verlauf der Fäden im Tuch berücksichtigen und damit die Bahnen optimal an die auftretenden Kräften anpassen. Welches Segel für welchen Wind? Star-Blister Star-Spinnaker Cruising Star-Spinnaker Racing Spinnaker Triradial Windstärken in Beaufort (Bft.) Außerdem läßt sich die Oberfläche zu den Rändern hin stärker krümmen. Dadurch wird beim Überziehen des Segels ein frühzeitiges Einfallen verhindert: Der Spinnaker rollt sich zwar vom Rand her langsam ein, wird aber sofort durch den Oberflächendruck wieder in Form gebracht. Weitere Vorteile dieser Konstruktion sind eine größere projizierte Fläche und eine gute Profiltreue auf Halbwindkursen. Natürlich fertigen wir schon seit langem und bevor der Kollege Computer bei uns Einzug erhielt leistungsstarke Spinnaker, deren ausgefeilte Schnitte auf jahrzehntelanger, praktischer Erfahrung basieren. Sie haben nach wie vor einen festen Platz in unserem Sortiment. Zu diesen Segeln gehören der Triradial, der Headradial und der Blister-Klassik. Der Nicro-Block in Aktion Spinnaker Headradial Blister - Klassik Das 20 g/m²-tuch ist ein Polyestergewebe mit sehr hoher Festigkeit und 65 g/m² sind Nylonqualitäten. 31 Tuchgewichte in g/m² und sm-oz Foto mit freundlicher Genehmigung: Fotostudio Lauterwasser Überlingen 20 g/m² 32 g/m² 52 g/m2 65 g/m² 0,5 oz 0,75 oz 1,2 oz 1,5 oz Star-Spinnaker Racing große Formstabilität und Standfestigkeit besonders hohe Festigkeit einfache Handhabung problemloser Trimm großer Einsatzbereich
3 32 SPINNAKER Spinnaker Höhe am scheinbaren Wind Triradialer Spinnaker Star- Spinnaker Cruising Blister- Classik Triradial: Die hochbelasteten Ecken des Segels (Kopf und Schothörner) sind radial geschnitten. Damit wird die optimale Verteilung der Kräfte erreicht. Triradiale Spinnaker lassen sich deshalb besonders leicht und flach schneiden, damit sie auch bei halbem Wind noch gut ziehen. Außerdem sind solche Segel sehr robust und auch aus diesem Grunde für den sportlichen Einsatz besonders geeignet. Headradial: Unser Spinnaker für Fahrtensegler ist einfach zu trimmen und hat auch bei schwachen Winden einen ruhigen Stand. Diese guten Allround-Eigenschaften erreichen wir durch die im Toppbereich radial verlaufenden Bahnen. Große Verstärkungen runden das gute Bild des Segels ab. Star- Spinnaker Racing Star- Blister welches Segel für welchen Kurs? flachere Segelprofile und zunehmende Asymetrie Fertigung: Alle Diekow-Spinnaker werden mit Hilfe der von uns entwickelten Computerprogramme entworfen. Auf diese Weise können wir auch spezielle Wünsche unserer Kunden zur Formgebung und Farbgestaltung berücksichtigen. Der Zuschnitt der Bahnen erfolgt mit einer Genauigkeit von mindestens einem zehntel Millimeter. Dadurch erreichen wir eine völlig gleichmäßig gewölbte Oberfläche. Außerdem werden während des Zuschnittes die Tuchkanten durch Hitze dauerhaft versiegelt. Auch die Verstärkungen und Einlagen werden mit Hilfe des Computers entworfen, damit sie sich so genau wie möglich und geometrisch richtig abgestuft, einpassen lassen. Auf diese Weise erreichen wir eine sehr günstige Einleitung der Kräfte vom Kopf undvom Schothorn in das Segel. Weitere Pluspunkte unserer Spinnaker: Kopf und Schothörner werden mit Zakkenkauschen aus Edelstahl ausgerüstet und mit hochfestem Polyestergurtband verstärkt. Alle Lieken sind mit scheuerfesten Segeltuchbändern eingefaßt. Ab einer Segelgröße von 180 m² verstärken wir die Lieken mit doppelten Bändern. Sie sind wie die Verstärkungen der Schothörner abgestuft, um weiche Übergänge zum Segel zu erreichen. Materialien: Wir verarbeiten nur Spitzenqualitäten der Marken Polyant und Contender. Die Unterschiede dieser Tuche liegen in der Art der Oberflächenbehandlung. Polyant beschichtet seine Tuche, Contender harzt sie. Die Beschichtung ist etwas aufwendiger, führt aber zu einem nahezu luftdichtem Gewebe. Die Gewichtsklassen 32/0,75 52/1,2 bzw. 65/1,5 ( jeweils g / sm oz pro m²) sind Nylon-Qualitäten. Wobei es sich bei den Gewichtsangaben um Nominalangaben handelt. Die tatsächlichen Gewichte der Tuche liegen um einiges höher. Wir bieten in jeder Gewichtsklasse eine umfangreiche Kollektion von Farben an. Spinnaker-Tuche werden aus Polyester (Diolen, Dacron) oder Polyamid(z.B. Nylon) Geweben hergestellt.
4 33 SPINNAKER Nylon ist, verglichen mit Diolen, etwas elastischer. Diese Eigenschaft hat vor allem für größere Spinnaker und auf Fahrtenyachten den großen Vorteil, daß große Belastungen in heftig einfallenden Böen elastisch abgefedert, Rigg und Segel also geschont werden. Nylon ist allerdings empfindlicher gegen UV-Strahlung. Deshalb sollten Spinnaker aus diesem Gewebe grundsätzlich nach dem Einsatz unter Deck verstaut werden. Polyestertuche (Diolen) haben bei gleichem Tuchgewicht eine höhere Festigkeit. Segel aus diesen Geweben können also etwas leichter gewählt werden. Da sie zudem noch sehr dehnungsarm sind, eignen sie sich besonders für leichte Rennyachten, Katamarane oder Jollen. Der Grund: Solche Boote springen in einer Bö wesentlich schneller an. Sie setzen durch ihr geringes Gewicht (Masse) eine Bö schneller in Fahrt um, kompensieren also auf diese Weise die Belastungen. Raumschots wird der Spinnaker über den achteren Holepunkt geschotet (blaue Schot). Das Achterliek kann sich öffnen und Druck ablassen. Fällt man auf Kursen mit achterlichem Wind ab, empfielt es sich, das Achterliek zu schließen. Dazu holt man den Barberholer dicht. Der Holepunkt wandert nach vorn (grün), das Segel wird bauchiger und die Formstabilität erhöht. Allerdings liegen Spinnaker aus Polyester preislich um einiges höher als solche aus Nylon, zumal wir nur die beste, die sogenannte A-Qualität, verwenden. Sie ist aber unbedingt notwendig, damit wir den hohen Qualitätsstandard unserer Segel wie guter Stand und eine lange Lebensdauer genügen können. Einfache Handhabung: Im Ge-. gensatz zu früher sind die hochentwickelten Spinnaker mit ihren ausgeklügelten Schnitten auch mit kleiner Crew problemlos zu bedienen. Das ist der Grund, warum sich der Spinnaker gerade auf Fahrtenyachten wieder zunehmender Beliebtheit erfreut. Zumal leicht zu handhabende Spinnakersysteme zur Verfügung stehen wie: Sicher funktionierende Spinnaker- Bergeschläuche Leichte Spinnakerbäume mit gut durchdachten Beschlägen Reckarmes Tauwerk, das einen genauen Trimm ermöglicht Leichtgängige, viel Kraft sparende Blöcke A Zeichnung A: So ist der Spinnaker richtig getrimmt: Der Holepunkt stimmt, und das Achterliek kann sich öffnen. Gleichzeitig entsteht ein sehr strömungsgünstiges Profil: Das Segel zieht optimal. Zeichnung B: Der Holepunkt ist zu weit vorn, der Barberholer zu dicht. Die Folge: Das Profil bildet eine zu stark gekrümmte Anschnittkante. Die Strömung reißt ab, verwirbelt, und das Segel produziert fast nur noch Krängung. Halbwinds mit Spinnaker B
5 34 SPINNAKER SETZEN & BERGEN Spinnaker-Fall Steuerbord-Schot Backbordschot = Achterholer Die Spinnaker wird bei stehender Genua gesetzt. Die Genua bleibt trotz des raumen Kurses dicht. Beim Setzen das Luv (Bb)- Schothorn als erstes zur Spinnakerbaum-Nock ziehen. Das Großsegel wird gefiert und dient als Windschutz für den Vorgang das Setzen. Spinnaker Vorbereitung zum Setzen des Spinnakers unter der Genua heraus BarberHouler ist dichtgenommen Vorbereitung zum Setzen des Spinnakers aus dem Niedergang / Cockpit heraus
6 SPINNAKER MANÖVER Setzen Nachdem der Spinnakerbaum und die Schoten vorbereitet wurden, ist es kurz vor dem Setzen gleichgültig, ob aus dem Bugkorb, vom Lee-Vordeck oder aus dem Niedergang heraus gesetzt werden soll zweckmäßig, das Unterliek auseinander zu ziehen. Die Luvschot (Achterholer) wird soweit gezogen, daß das Spinnaker-Schothorn den Spinnakerbaum berührt. Das Lee-Schothorn wird beim Setzen vom Vorschiff bis fast zu Cockpit gezogen und dort mit der Leeschot vorbelegt. Diese Technik vermeidet, daß der Spinnaker beim Setzen zu einem Stundenglas oder einem anderen, chaosähnlichen Gebilde geformt wird; hierbei muß lediglich darauf geachtet werden, daß sich der Unterliekbereich nicht vom Wind aufbläht und über Bord weht. Ein gesetztes Vorsegel verhindert, daß sich der Spi um das Vorstag herum wickelt. Erst wenn der Spi hochgeholt wurde, darf der Spinnakerbaum nach Luv gezogen werden. Bei starkem Wind sollte der Rudergänger während des Setztens annähernd vor den Wind gehen, um den Spi vom Großsegel abdecken zu lassen. Trimm Stets sollte der Spinnakerbaum so weit es geht, nach Luv gezogen werden. Es muß dabei jedoch darauf geachtet werden, daß das Unterliek vom Vorstag nicht abgeknickt wird. Bei zu weit gefiertem Baum kann die Leeschot weit gefiert werden, daß Unterliek befindet sich dann jedoch zu weit vor dem Boot. Die vom Wind gesehene projizierte Fläche verringert sich, Vortrieb geht verloren. Der richtige Trimm ist dann erreicht, wenn das Spi-Unterliek hin und wieder leicht gegen das Vorstag tippt. Bei einigermaßen konstanten Windbedingungen wird die Luvschot belegt und der Spi ausschließlich mit der Leeschot gefahren. Dabei muß diese Schot im ständigen Wechsel schnell dichtgeholt weden, wenn das Luvliek einzuklappen beginnt und langsam gefiert werden, bis das Unterliek wieder beginnt einzufallen. Ein Spinnaker, der über einen Zeitraum von mehr als eine halbe Minute prall steht, wird schlecht gefahren. Denn das beweist, daß die Leeschot zu dicht gefahren wird. Je härter und je raumer der Wind kommt, desto schwieriger ist jede Yacht mit Spinnaker auf Kurs zu halten. Deshalb gilt raumschots in harten Böen: rechtzeitig (!) abfallen. Dabei kann die Leeschot gefiert werden, das vermindert eine krängende Wirkung. Wer es besonders gut machen will, zieht dabei den Spinnakerbaum weiter nach Luv. Droht die Yacht aus dem Ruder zu laufen, dann darf die Leeschot vollständig losgeworfen werden. Der Spi weht dann wie eine Flagge nach Lee, richtet im Rigg keinen Schaden an und verringert vor allem die Krängung. NIEMALS darf in kritischen Situationen die Luvschot losgeworfen werden. Das kann dazu führen, daß der Spi weitab in Lee vom Boot zu Stehen beginnt und der Masttopp in die Nähe der Wasseroberfläche gezogen wird. Wer diesen wichtigen Luvschot- Hinweis berücksichtigt, kann sich auch Achtknoten auf den Schot-Enden erlauben. Ohne Knoten würde der Spi bei unbeabsichtigtem Lösen beider Schoten waagerecht in Masttopphöhe nach Lee flattern. Ein Einfangen des Tuches gelingt eventuell durch Platt-vor-dem-Laken-Steuern in der Abdeckung des Großsegels. Diese Abdeckung läßt sich durch eine nach Luv ausgebäumte Genua vergrößern. Die Höhe des Spinnakerbaums richtet sich nach Kurs und Windstärke. Beide Schothörner sollten auf gleicher Höhe getrimmt werden. Bei zu hoch eingestelltem Lee-Schothorn ist das Leeliek zu offen, Vortrieb geht verloren. Wird es zu tief eingestellt, schließt das Leeliek; daß führt nicht nur zu erhöhter Krängung, sondern schaufelt auch die Abwinde kräftig in das Großsegel. Auch das bremst. Bei sehr leichtem Wind hängt das leewärtige Schothorn herunter, also muß der Spinnakerbaum abgetoppt werden. Auf spitzen Raumschotskursen sollte der Spi flach getrimmt werden, vor allem bei viel Wind. Bei mittlerem Wind ist eine etwas bauchigere Form zweckmäßig. Auf windigen Vormwind-Kursen neigt ein zu bauchig getrimmter Spi dazu, sich und das Boot aufzuschaukeln. hat ein solches unkontrolliertes Geigen eingesetzt, dann gilt für den Rudergänger: Immer dem Spinnaker hinterherfahren, um die krängende Wirkung in den Griff zu bekommen. Zieht also der schaukelnde Spi den Masttopp nach Luv: luven. 35 Schleift hingegen die Nock des Großbaums durch das Wasser: abfallen. Ein flach getrimmter Spi und ein nach vorn verlagerter Holerpunkt der Leeschot vermindern die Neigung zum Aufschaukeln. Bergen Das Wegnehmen eines Spi s auch bei viel Wind ist relativ problemlos. Der Ruderänger bringt das Boot annähernd vor den Wind. Langsam wird der Spinnakerbaum gefiert und die Leeschot dichtgeholt. Dann wird der Spi in der Abdeckung des Großsegels einfallen und kann ohne Hektik unterhalb des Großbaums einkassiert werden. Spinnakerfall und Luvschot (!) werden dabei in analoger Geschwindigkeit des Einsammelns gefiert. Hinweis: Ein Spinnaker-Bergeschlauch ist eine lohnenswerte Anschaffung, insbesondere, wenn eine Yacht mit nur zwei Personen gesegelt wird. Auch Halsen werden damit wirkungsvoll entschärft. Mit seiner Hilfe wird das Spinnakern auch für weniger geübte Crews bedeutend erleichtert.
7 36 SPINNAKER HALSEN Spinnaker-Fall Steuerbord-Schot Backbordschot = Achterholer Tip: Tip: Das gezeigte Manöver kommt ganz ohne Barberhouler aus, wenn ein gut funktionierender Spinnaker- Baum-Niederholer gefahren wird. Spinnaker 1. Phase: Von diesem Zeitpunkt an gibt der Spinnaker die Richtung an, in die gesteuert wird. Wandert der Spinnaker nach Lee, so muß abgefallen werden, wandert er nach Luv wird angeluvt. Je genauer bei der Halse nach diesem Schema gesteuert wird, um so weniger Probleme gibt es. 2. Phase: Der Steuermann beginnt langsam an abzufallen. Gleichzeitig wird das Großsegel ganz gefiert. Die Spinnakerschot (Lee) wird so weit gefiert, daß der Spinnaker gerade nicht einfällt (an Luv). 1. Phase: Der Wind sollte zum Beginn der Halse aus Grad kommen. Bei diesem Windeinfall steht der Spi am ruhigsten. Als erstes wird der Lee-Barber-Houler dichtgeholt, und anschließend die Schot neu getrimmt (Die Schot auf keinen Fall vergessen, sonst läßt sich später der Spinnakerbaum nicht einpicken! Alternativ den Barber-Houler nicht dichtholen). Die Mitte des Spinnakers (Unterliek) ist vor dem Vorstag. In dieser Position soll der Spinnaker während der gesamten Halse bleiben. Vorbereitung: Bei der Vorbereitung der Halse müssen alle Leinen im Cokpit klariert werden, besonders Spinnaker-Schoten und BarberHouler. Das Vorschiff muß im Mastbereich frei sein. Die Genua sollte weit vorn liegen, die Schoten an den Seiten in der Nähe der Reling. Das Ziel ist es, einen sicheren Stand, besonders auf dem Vorschiff zu haben, sich auf die eigendliche Aufgaben bei der Halse konzentrieren zu können und genügend Lose in die Schoten geben zu können.
8 37 SPINNAKER MANÖVER 3. Phase: Beide Barber-Houler sind dichtgenommen und verhindern, das der Spinnaker vor dem Schiff geigt. Der Vorschiffmann löst das Mastende des Spinnaker-Baums vom Mast, geht damit nach Lee und pickt die Leeschot in den Beschlag ein. Die Luvschot verbleibt zunächst im Spinnakerbaum. Der Steuermann sollte zügig abfallen, sodaß das Boot genau auf Vormwind liegt. Das Großsegel wird jetzt gehalst. TIP TIP: Sollte sich während der Halse der Spinnaker um das Vorstag schlingen, läßt sich die Situation durch sofortiges Zurückhalsen retten. 4. Phase: Der Vorschiffsmann löst nun die (neue) Leeschot aus dem Spibaumbeschlag. Es muß darauf geachtet werden, daß beim Ziehen der Leine nicht beide Beschläge geöffnet werden. Der (neue) Lee-Barber-Houler wird nun gelöst. Dadurch und durch gleichzeitiges Fieren der Luvschot steht der Spi nun weiter vor dem Schiff. Dadurch ist es für den Vorschiffsmann nun einfacher den Spibaum am Mast einzupicken. Beim Einpicken des Spinnaker-Baums am Mast ist folgendes zu beachten: der Baum muß grundsätzlich nach vorne gedrückt werden. Wenn das Einpicken Probleme bereitet liegt es meistens daran, daß der Spi zu stark angebunden ist. Luv- und Leeschot sind dann gleichmäßig zu fieren. Nun kann wieder auf den richtigen Kurs angeluvt werden, die Halse ist beendet.
9 STAR - BLISTER DAS ALLROUND SEGEL FÜR ALLE Star-Blister Der Blister, eine Kreuzung aus Genua und Spinnaker, wird ohne Baum gesegelt und ist deshalb das ideale Segel für die kleine Familiencrew. Aus dem Bergeschlauch gefahren wird die Handhabung zum Kinderspiel. Diekow-Blister sind computerberechnet und CNC-gesteuert zugeschnitten. Wir können deshalb jedes Segel optimal den Revierbedingungen und den Eigenschaften des Bootstyps anpassen sowie Extrawünsche des Eigners mit berücksichtigen. Durch die genau berechnete asymmetrische Bahnlegung stehen unsere Blister nicht nur besonders ruhig, sie liefern auch den bestmöglichen Vortrieb. Da alle Bahnen heiß geschnitten sind, kann auf die sonst notwendigen Kappnähte verzichtet werden: Das Segel wird leichter, die Wölbung harmonischer. Und damit auch die Augen ihre Freude haben: Sie können die Farbkombination selbst zusammenstellen. Die vielseitigen Eigenschaften des Diekow-Star-Blisters erreichen wir, indem wir ihm ein stark ausgeprägtes, aerodynamisch vortriebsstarkes Profil geben. Voraussetzung für diese Konstruktion waren umfangreiche Studien am Computer und Schneidplotter. Von Hand lassen sich so komplizierte Schnitte nicht herstellen. Diekow-Star-Blister haben sich als hervorragende Allroundsegel erwiesen. Obwohl ihre Fläche etwas geringer ist als die der Klassik-Varianten, erreicht man vor dem Wind sowie Raumschots hohe Geschwindigkeiten. Die eigentliche Stärke unserer Star-Blister liegt aber im Halbwind- und Amwindbereich. Die asymmetrische Form wirkt sich besonders stark im Schulterbereich aus. Das Segel kann im Achterliek gewissermaßen Dampf ablassen. Die Folgen sind weniger Krängung und damit mehr Geschwindigkeit und weniger Abdrift. 38
10 STAR - BLISTER Technik und Fertigung: Star-Blister werden im Triradial-Schnitt gefertigt. Hierfür sprechen verschiedene Gründe: Tuchkonstruktion und Lastrichtung stimmen überein. Die auftretenden Kräfte werden optimal aufgenommen. Nur zwei Nähte liegen quer zur Lastrichtung. Dadurch kann das Segel höher belastet werden. Unterschiedliche Tuchgewichte können miteinander kombiniert werden. Ein leichterer Bereich in der Mitte sorgt für gute Leichtwindeigenschaften. Die schweren Materialien im Außenbereich sorgen für die nötige Sicherheitsreserve bei mehr Wind. Vor allem der letzte Punkt ist für Fahrtensegler ausschlaggebend. Die Diekow Star-Blister lassen sich auf Wunsch auch als richtige Flautensegel einsetzen. Wenig Wind ist auch der Bereich, in dem schwere Fahrtenyachten die größten Defizite haben. Blister sind seit 1994 sowohl im Yardstick als auch IMS-Bereich bei Regatten zugelassen. Inzwischen werden ganze Klassen speziell für den Einsatz des Gennakers (= Star-Blister) konzipiert, wie beispielsweise die Yachten des Amerika-Cups deutlich machen. Der Star-Blister schließt mit seinem hohen Leistungspotential sehr effektiv die Lücke zwischen Genua und Spinnaker und darf auf Yachten, die oft für Regatten genutzt werden, nicht fehlen. Fragen Sie uns. wahrer Wind ➊ 1 Knoten wahrer Wind scheinbarer Wind Fahrtwind 39 ➋ 20 % 35 % Der Querschnitt des Star-Blisters macht den Unterschied zu konventionellen Spinnakern deutlich: Das im vorderen Bereich voll geschnittene Profil sorgt auf Raum- oder Halbwindkursen für kraftvollen Vortrieb. Zum Achterliek läuft das Profil flach aus, um auch am Wind gute Eigenschaften zu ermöglichen. Im Foto des 14-Footer Star-Blisters erkennt man, wie bei einem Vorsegel, das offene Achterliek. Die Vorteile der Konstruktion: weniger Krängung und keine Bremswirkung. Scheinbarer Wind und Bootsgeschwindigkeit hängen voneinander ab. Je mehr das Boot Fahrt aufnimmt, desto spitzer fällt der Wind von vorn ein. Das kann nur durch eine stetige Kurskorrektur ausgeglichen werden. Kurz: Mit zunehmender Bootsgeschwindigkeit verringert sich die Höhe am Wind. Gleichzeitig aber nimmt der scheinbare Wind an Bord zu: der grüne Pfeil wird länger. wahrer Wind 2 Knoten zun ehm ende Geschw wahrer Wind 3 Knoten Bootsgeschwindigkeit und Kurs ➌ indigkeit wahrer Wind ➍ 4 Knoten
11 BLISTER - KLASSIK DAS FAHRTENSEGEL FÜR DIE GANZE FAMILIE Blister Der Blister Klassik hat seit vielen Jahren seinen festen Platz in unserem Sortiment. Er ist inzwischen das Ersatzsegel für den Spinnaker geworden. Im Unterschied zum Spinnaker wird sein Hals fest am Steven gefahren. Dadurch entfällt der frei aufgehängte Spinnakerbaum und mit ihm der Baumauf- und -niederholer. Für viele Fahrtensegler eine große Erleichterung. Der Blister-Klassik ist ein typisches Raumschotssegel. Auf diesem Kurs bringt es den größten Vortrieb. Halbwinds erreicht man ca. 80 Höhe. Danach steht das Segel zwar noch, aber der Vortrieb nimmt ab (siehe Erläuterungen in Bild rechts unten). Direkt vor dem Wind muß die große Breite des Blisters 180% der Vorschiffslänge J ausgestellt werden. Hier schlagen wir zwei Möglichkeiten vor: Der Blister wird mit einem Teleskopebaum, der an der Schot angeschlagen wird, ausgebaumt (s.seite 40). Der Schotwinkel des Segels wird mit einem Barberholer verändert. Er wandert nach vorne, und das Achterliek wird geschlossen (s. Seite 41). Das Segel steht dann ruhig. Das Bergen ist durch den Einsatz von Bergeschläuchen erheblich einfacher geworden. Aber etwas Übung gehört dennoch dazu. Sie sollten bei wenig Wind und auf einem überschaubaren Revier damit anfangen. Die Fläche des Blisters ist ca. 15 % kleiner als die eines Spinnakers oder etwa doppelt so groß wie die einer Genua. Technik und Fertigung: Der Blister-Klassik hat einen Kopf mit radialer Schnittaufteilung. Das Unterteil schneiden wir horizontal. Das Vorliek des Segels legen wir so aus, daß es in jedem Fall frei vom Bugkorb kommt und dort nicht schamfilt. Der Blister-Klassik wird bis auf wenige Ausnahmen aus 65 g/m² schwerem Spinnakernylon hergestellt. 40
12 41 BLISTER - KLASSIK Die Kombination Blister und Arbeitsfock hat sich sehr gut. bewährt. Die Arbeitsfock deckt hier den Bereich von ca. 4 7 Beaufort ab, während der Blister bei leichten Winden zum Einsatz kommt. Der Blister wird insgesamt vor dem Vorstag gefahren. Am Topp wird er über einen Block geführt, der vor dem Vorstag angebracht ist. Der Block nimmt die Pendelbewegungen auf, die der Blister bei leichten Amwindkursen erzeugt. Auch am Steven wird er vor dem Vorstag befestigt. Blister - Klassik Die Länge des Vorlieks unserer Blister ist so bemessen, daß der Hals über dem Bugkorb endet. Bei einem Segel, daß in erster Linie raumschots gefahren wird, verhindern wir so ein Schamfilen am Bugkorb. Tip Befestigen Sie am Hals einen Sicherheitsschnappschäkel. Dieser läßt sich auch unter großer Last einfach öffnen. Eine Talje macht durchaus Sinn, wenn man das Segel entsprechend dem Kurs bzw. der Windstärke trimmen möchte. Ob man sie zwischen Segelhals und Steven oder nach einer Umlenkung (s.bild Seite 38 ) zwischen Steven und Unterwant fährt, ist Geschmackssache. Wir empfehlen aber letztere Variante, weil hier die Talje nicht gegen die Stevenbeschläge schlagen kann. Von der bekannten Rolle für den Hals raten wir ab. Da diese nur punktuell wirkt, kann sie bei Unachtsamkeit in ein loses Vorstag einen Knick hineinziehen. Besser sind Manschetten, die großflächig wirken. Mit dem Blister kneifen? Die aerodynamische Kraft auf der Segeloberfläche läßt sich zerlegen. Im vorderen Bereich des Segels ➊ überwiegt die Vortriebskomponente. Schon in Punkt ➋ ist die Krängung größer als der Vortrieb - aber immerhin, es gibt noch Vortrieb. In Punkt ➌ entwickelt sich nur noch Krängung. Dieser Punkt liegt auf einer Parallelen zur Mittschiffslinie. Bei ➍ hat sich schließlich die Richtung des Vortriebs umgekehrt. Alles, was hinter Punkt ➌ liegt, krängt oder schlimmer, zieht die Yacht nach achtern. Versucht man, mit einem weit überlappenden Segel (Blister) zu hoch am Wind zu segeln, nehmen Krängung und Bremswirkung zu. ➊ ➍ ➋ ➌ resultierende Gesamtkraft Vortrieb/ Bremswirkung(➍) Krängung
13 42 ANSCHLAGEN EINES BLISTERS Der Blister wird am besten am Spinnakerfall gefahren, da die Leine dort über einen beweglich am Masttopp aufgehängten Block geführt wird: So kann der Kopf des Segels problemlos hin- und herschwingen, ohne daß sich das Fall am Scheibgatt aufscheuert, wie dies bei einer fest eingebauten Rolle der Fall wäre. Weitere Vorteile: Die seitlichen Zugkräfte des Segels werden besser übertragen und Überschneidungen mit dem Vorstag vermieden. Solche Überschneidungen treten meistens auf, wenn der Hals des Segels hinter dem Stag und der Kopf vor ihm angeschlagen ist. Während einer Halse besteht die Gefahr, daß sich der Kopf (oben) des Segels zwischen Mast und Vorstag verklemmt. Zumindest wird das hart über das Stag rutschende Tuch stark in Mitleidenschaft gezogen. Um dies zu verhindern, empfehlen wir generell, Überschneidungen zu vermeiden. Entweder man fährt das Segel ganz vor dem Vorstag, also auch der Hals wird vor dem Stag angeschlagen. Dies ist die von uns empfohlene Methode! Oder der Blister wird unmittelbar hinter dem Vorstag angeschlagen. Zur Sicherheit ein leicht zu öffnender Schäkel. Mit ihm läßt sich der Hals des Segels auch unter starkem Winddruck schnell und sicher aushaken. Blister Mit der Endlosleine wird der Trichter nach oben gezogen. Der Blister kann sich füllen. Schot Die Schot wird grundsätzlich geknotet! Talje zur Einstellung der Vorliekspannung. Sie läßt sich einfach am Pütting befestigen. Besser ist es, den Strecker direckt nach achtern ins Cockpit zu führen. Die Führungsmanschette verhindert, daß der Blister zu stark nach Lee ausweht. Außerdem werden die Segelkräfte über die große Fläche der Auflage gut auf das Rigg übertragen. Voraussetzung ist allerdings, daß das Vorstag gut durchgesetzt ist. Die Befestigung des Blisters
14 TRIMM BEIM BLISTERSEGELN Ahnlich wie eine Genua läßt sich auch der Blister mit Hilfe verschiedener Vorrichtungen für den jeweiligen Kurs strömungsgünstig einstellen. Da das Vorliek des Segels nicht am Stag gefahren wird, kann seine Profiltiefe auch über den am Hals angeschlagenen Strecker sehr einfach und wirkungsvoll eingestellt werden: Flaches Profil Strecker fieren. Volles Profil Der Hals wandert nach oben. Das Profil wird flacher. Strecker durchholen. Das Strecken des Vorlieks bewirkt ein Stauchen des Tuchs in das Segel. Es wird bauchiger. Wie stark der Halsstrecker durchgeholt oder gefiert werden muß, hängt stark von der Größe und der Völligkeit des Segels ab. Am bequemsten ist es, den Halsstrecker auf eine Winsch im Cockpit umzulenken. Auf diese Weise läßt sich das Segel am bequemsten trimmen. Eine Talje auf dem Vorschiff ist nur bei großen Yachten zu empfehlen, da man zur Einstellung des Segels jedesmal auf das Vorschiff muß. Zur besseren Handhabung sollte die Talje zwischen Mast und Steven montiert werden. Tips zu den Segelmanövern: Mit dem Blister sollte man möglichst keine Wenden fahren. Während dieses Manövers kann sich sein Tuch an Hindernissen wie Dampferlicht oder Spinnakerbeschlag verhaken. Scharfe Kanten oder offene Splinte können das Tuch verletzen. Läuft das Spinnakerfall hinter dem Vorstag zum Block, kann es während der Wende zum Überkreuzen kommen. Bei Rollreffanlagen ist dann der Fallenabweiser in Gefahr. Wird der Blister vor dem Stag gefahren, gibt es beim Halsen keine Probleme. Vorstag und Fall können sich auch während der Halse nicht überkreuzen, und die Gefahr, daß das Segel irgendwo hängen bleibt, ist gering. Einziger Nachteil: die langen Schoten, denn sie müssen um das ganze Schiff reichen. Wird der Vorliekstrecker lose Setzt man dagegen den Vorliekstrecker am Hals des Blisters durch, Star-Blisters und macht das zieht man sozusagen mehr Profil in gefahren, steigt der Hals des Profil flacher. Das Segel läßt das Segel. Der Vorliekpunkt (Pfeil) sich höher am Wind fahren. wandert nach achtern. Veränderung des Segelprofils durch die Spannung des Vorlieks Halsen mit dem Blister 43 Wind Diese Art der Blisterhalse funktioniert nur, wenn das Segel ganz vor dem Vorstag angeschlagen wird (s.seite links). Für das Manöver braucht man etwas Übung, gleichmäßigen Schwung und lange Schoten, denn sie müssen um das ganze Schiff herum reichen.
15 TAKTIK BEIM BLISTERSEGELN Ziel Spinnaker und Blister verhalten. sich vor dem Wind unterschied-. lich. Der Spinnaker kann mit Hilfe seines Baumes aus der Abdeckung des Großsegels geholt werden. Die Lage des Luvlieks kann dem jeweiligen Kurs angepaßt werden. Für den Blister gibt es diese Möglichkeit nicht. Sein Hals wird mittschiffs gefahren, und man muß sich, wie bei der Genua, für eine Seite zur Schotführung entscheiden. Blister direkter Kurs Wind Kreuzen vor dem Wind Der Blister ist ein breites Segel. Mit einem SMW (s.maße) von 1.8 x J benötigt man einen extra langen Spinnakerbaum; möglichst einen Teleskopebaum. Das Großsegel sollte auf jeden Fall über eine Bullentalje gesichert werden. B r eite = J Kreuzen vor dem Wind bringt Vorteile: x % Das Schiff liegt ruhiger auf dem Ruder. Unangenehmes Rollen wird vermieden. Man kommt ohne Spinnakerbaum aus. Vor allem, wenn ein Barberholer geschoren wird ( s. Bild rechts). Die Gefahr einer Patenthalse wird verringert. Obwohl der Weg durch den Zick-Zack-Kurs etwas länger ist, erreicht man sein Ziel eher, da die Bootsgeschwindigkeit größer ist. Wind Platt vorm Laken mit dem Spinnakerbaum Segelt man platt vorm Laken und den Blister in Lee, so fällt er durch die Abdeckung des Großsegels dauernd ein. Fährt man ihn dagegen in Luv, also im Schmetterling mit dem Groß, muß der Blister über seine gesamte große Breite mit dem Baum (am besten ein Teleskopbaum) ausgestellt werden. Deshalb ist es besser und man erreicht in der Regel auch das Ziel schneller - wenn man nicht den Direktkurs vor dem Wind steuert, sondern mehrfach halst, um raum segeln zu können. Aber nicht nur die höhere Geschwindigkeit ist von Vorteil: Das Schiff liegt auch wesentlich ruhiger im Seegang, rollt weniger, und die Gefahr einer Patenthalse ist nahezu ausgeschlossen. Der optimale Halsenwinkel vor dem Wind hängt stark vom Schiffstyp, der Windstärke und der Beseglung ab. Daumenregel: bei mittlerer Windstärke ca. 25, bei Schwachwinden: 25 bis
16 TRIMM BEIM BLISTERSEGELN Der Barberholer ist eine einfache, aber äußerst wirkungs-. volle Trimmvorrichtung. Sie besteht aus einem an einer Leine befestigtem Block. Er wird zwischen Holepunkt und Schothorn auf die Schot gesetzt, so daß man mit der Trimmleine ihren Zugwinkel verändern kann. Halber Wind Achterlicher Wind Damit bewirkt man folgendes: Durch Holen und Fieren des Barberholers schließt oder öffnet man das Achterliek und verändert gleichzeitig die gesamte Form des Blisters. Ohne Einsatz des Barberholers ist sie flach und gestreckt, also für Kurse am Wind und halben Wind vorteilhaft. Raumschots und vor dem Wind steht das Segel besser, wenn der Barberholer entsprechend durchgesetzt wird. Tip Verwenden Sie nur kugelgelagerte Blöcke mit großen Scheibendurchmessern. Das ist wichtig, damit der laufende Block nicht auf der Schot schleift und seine optimale Position erreicht. So wird der Zugwinkel der Schot mit Hilfe eines aufgesetzten Blockes, dem sogenannten Barberholer, verändert. Der auf der Schot laufende Block des Barber- holers wurde mit Hilfe der Trimmleine (rot) durchgesetzt. Dadurch wurde der Zugwinkel der Schot (blau/ grau) verändert. Schot Schothorn des Segels Fester Block befestigt im Bereich des Oberwantes Auf dem Foto erkennt man gut die großflächige Auflage der Manschette und die Anbringung des Sicherheitsschnappschäkels. Fester Schotblock im Bereich des Heckkorbes Barberholer & Schotwinkel Ohne Barberholer 45 Die Streckerleine wird im Bereich des Cockpits z.b. mit einer Curryklemme fixiert. mit Barberholer Wind Blisterform mit und ohne Barberholer
17 46 BLISTER - KLASSIK FARBVORSCHLÄGE CA CB CC CD CE CF Blister CH Die vorgestellten Farbkombinationen sind Anregungen für Ihre persönliche Farbgestaltung. Leider können wir im Druck die Tuchfarben nur ähnlich darstellen. Die exakten Farben entnehmen Sie bitte dem beigefügten Tuch-Musterheftchen. Die Anzahl der Bahnen können natürlich je nach Größe und Gestalt des Blisters von der hier dargestellten Bahnaufteilung (8 Kopfbahnen und 4 Horizontalbahnen) abweichen. Die exakte Anzahl entnehmen Sie entweder unserem Angebot oder wenden sich an uns. Farbvorschläge für den Blister Klassik CI CJ
18 47 STAR - BLISTER FARBVORSCHLÄGE SA SB SC SD SE SF SH Die vorgestellten Farbkombinationen sind eine kleine Auswahl der möglichen Kombinationen. Unsere Empfehlungen sind: nicht zu bunt starke Kontraste außen dunkle Farben Die exakten Farben entnehmen Sie bitte dem beigefügten Tuch-Musterheftchen. Mehr als drei verschiedene Farben sind ebenfalls möglich, Wegen des Aufpreises sprechen Sie uns an. Farbvorschläge für den Star- Blister SI SJ
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