Kapitel 12 Membrantransport

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Kapitel 12 Membrantransport"

Transkript

1 Kapitel 12 Membrantransport Jeder Membrantyp hat seine eigene Selektion von Transportproteinen, die nur bestimmte Stoffe reinlassen und so die Zusammensetzung des von der Membran umschlossenen Kompartimentes bestimmen. Es gibt Carrierproteine, welche Moleküle aktiv auf die andere Seite transportieren, sowie Kanalproteine, welche häufig von Ionen durchwandert werden und daher auch Ionenkanäle heissen. Die Proteine und Nukleinsäuren in der Zelle sind wegen ihren Phosphat- und Carboxylgruppen negativ geladen. Diese Makromoleküle können die Zelle nicht verlassen und werden deshalb fixierte Anionen genannt. Sie werden von einer hohen K+ Konzentration ausgeglichen Carrierproteine und ihre Funktion Abgesehen von fettlöslichen und kleinen, ungeladenen benötigen alle Moleküle Trägerproteine, um durch die Membran zu kommen. Carrierproteine sind Multipass-Transmembranproteine, das heisst, sie besitzen Polypeptidketten, welche die Membran mehrmals durchqueren. So wird ein Durchgang gebildet, der vollständig mit Protein ausgekleidet ist. * Bei Kanalproteinen ist vor allem die Grösse des Durchganges und seine elektrische Ladung für die Auswahl der Ionen verantwortlich. * Bei Carrierproteinen müssen die Moleküle genau an die Bindungsstelle passen, um transportiert zu werden. Moleküle wandern spontan von einem Bereich hoher Konzentration in einen mit niedriger Konzentration. Wenn sie durch ein Kanalprotein oder Carrierprotein wandern, nennt man es nur passiven Transport oder erleichterte Diffusion. Wenn hingegen ein Stoff gegen einen Konzentrationsgradienten transportiert werden muss, dann wird dieser Vorgang an einen Prozess gekoppelt, der Energie liefert und man nennt es aktiven Transport. Ein Glucosecarrier hat eine Polypeptidkette, welche die Membran zwölfmal durchquert. Es wechselt zufällig zwischen zwei Konformationen: In der ersten kann ein Glucosemolekül auf der einen Seite binden und in der zweiten auf der andern. So wandert die Glucose sehr selektiv in Richtung ihres Konzentrationsgradienten durch die Membran. Neben dem Konzentrationsgradienten gibt es auch noch einen elektrischen Gradienten, das Membranpotential. Die cytoplasmatische Seite ist eher negativ, also werden positiv geladene Stoffe in die Zelle hineingetrieben und umgekehrt. Weil sowohl der Konzentrationsgradient wie auch das Membranpotential Kraft auf ein Molekül ausüben, nennt man die Nettokraft den elektrochemischen Gradienten, welcher die Richtung des passiven Transportes bestimmt. Die beiden Kräfte können zu einer stärkeren Kraft addieren, wie bei Na+, welches positiv geladen ist und ausserhalb in grösserer Konzentration vorliegt und daher rein will. Sie können sich aber auch gegenseitig abschwächen, wie bei K+, welches innerhalb der Zelle eine grössere Konzentration hat und deshalb einen weniger grossen elektrochemischen Gradienten hat. Der aktive Transport kann auf drei Arten ablaufen: Gekoppelte Transportsysteme koppeln den Aufwärtstransport mit einem Abwärtstransport. ATP getriebene Pumpen bekommen ihre Energie durch die Hydrolyse von ATP. Lichtgetriebene Pumpen in Bakterien oder Pflanzen nehmen Energie aus dem Sonnenlicht auf, um Protonen zu pumpen. Die Na+K+Pumpe (Na+K+ATPase) hydrolisiert ATP zu ADP um damit Na+ aus der Zelle und gleichzeitig K+ in die Zelle zu pumpen. Diese Pumpe verbraucht 30% allen ATPs, weil sehr viele andere Pumpen an den Rückstrom von Na+ gekoppelt sind. Das Na+ ist also wie ein Stausee ein (1 von 5) :06:48

2 Energiespeicher, dessen Konzentration in der Zelle 10 bis 30 mal niedriger gehalten wird als ausserhalb. Die Bindungsstelle für K+ kann mit dem Gift Ouabain besetzt werden, wodurch die Pumpe abgestellt wird. Die Pumpe arbeitet in sechs Schritten: Na+ bindet auf der Innenseite und aktiviert die ATPase ATPase spaltet ATP zu ADP und bindet eine energiereiche Phosphatgruppe, welche zu einer Konformationsänderung führt Durch die Konformationsänderung wird Na+ an der Aussenseite freigesetzt und eine K+ Bindungsstelle geschaffen K+ bindet an der Aussenseite wodurch die Phosphatgruppe entfernt wird Durch das Entfernen der Phosphatgruppe geht die Pumpe in die ursprüngliche Konformation zurück K+ wird auf der Innenseite freigesetzt und die Pumpe fängt wieder bei Schritt Eins an. Weil die Pumpe immer einen Schritt an den nächsten koppelt, wird eine ATP Verschwendung vermieden. Es gibt drei Arten von gekoppelten Transportsystemen, welche den Gradienten eines gelösten Stoffes wie z.b. Na+ benützen, um einen anderen Stoff gegen seinen Konzentrationsgradienten zu transportieren: Symporter transportieren beide Stoff in die gleiche Richtung wie der Antriebsgradient. Antiporter transportieren in die entgegengesetzte Richtung. Uniporter transportieren nur einen Stoff in Richtung seines Gradienten. In der apikalen Membran einer Darmzelle befinden sich GlucoseNa+Symporter, welche selbst aus kaum glucosehaltiger Nahrung aktiv Glucose reinpumpen. An der basalen Seite dagegen braucht es nur Uniporter, welche die Glucose in den Rest des Körpers rauslassen. Sehr wichtig ist auch der Na+H+Antiporter, welcher als Protonenpumpe den ph-wert im Cytosol kontrolliert. Osmose ist Wanderung von Wassermolekülen von einem Ort hoher Wasserkonzentration zu einem Ort niedriger Wasserkonzentration. Um das osmotische Gleichgewicht zu bewahren und so die Zelle vor dem Platzen durch Wassereinströmung zu bewahren, müssen ständig unerwünschte Stoffe beispielweise mit der Na+K+Pumpe rausgepumpt werden. Pflanzen haben eine stabile Zellwand und können daher eine hohe osmotische Druckdifferenz über die Plasmamembran aushalten. Mit diesem regulierbaren Turgordruck halten die Pflanzen ihren Stängel aufrecht, die Blätter ausgebreitet und regulieren den Gasaustausch über das Stomata, die mikroskopischen Öffnungen auf den Blättern. Da der Einstrom von Ca2+ beispielsweise als Signal für die Muskelkontraktion gebraucht wird, muss die Ca2+ Konzentration in der Zelle möglichst niedrig gehalten werden. Die Ca2+Pumpe funktioniert ähnlich wie die Na+K+Pumpe und wird auch von ATP angetrieben. Bakterien benutzen einen H+ anstelle eines Na+-Gradienten wie die Tiere. Ihre H+Pumpen funktionieren ähnlich wie die Na+Pumpe der Tiere entweder mit ATP, Licht oder gekoppelt an die letzten Schritte der Zellatmung. In den Lysosomen der Tiere hat es eine andere H+ATPase, welche innerhalb des Organells einen saueren ph-wert erzeugt Ionenkanäle und Membranpotential Ionenkanäle lassen im Gegensatz zu wassergefüllten Poren nur ganz bestimmte Ionen durch. Sie erreichen dies durch eine ganz spezifische Grösse des Kanals und durch die Verteilung der geladenen (2 von 5) :06:48

3 Aminosäuren auf der Innenseite des Kanals. Die Kanäle sind so eng, dass die Ionen mit der Wand in Kontakt treten müssen, was sie nur können, wenn sie genau reinpassen. Der Ionenfluss wird mit zunehmender Ionenkonzentration immer schneller. Ionenkanäle können von der Zelle geöffnet und geschlossen werden und sie transportieren 1000 mal schneller als Carrierproteine. Wenn ein Ionenkanal plötzlich geöffnet wird, dann führt dies zu einem elektrischen Ladungspuls, welcher andere Ionenkanäle dazu bringt, sich auch zu öffnen. Diese Depolarisierung des Membranpotentials kann sich sehr schnell über die Zellmembran ausbreiten, was von vielen Lebwesen zur Signalübermittlung verwendet wird. Mit Hilfe der Patch-clamp-Registrierung kann der elektrische Strom, der durch ein einziges Kanalmolekül fliesst, gemessen werden. Dabei führt man eine flüssigkeitsgefüllte Pipette auf die eine und einen Metalldraht auf die andere Seite der Zellmembran und kann dann den Strom messen sowie das Membranpotential auf einen beliebigen Wert einstellen, um zu sehen, welche Auswirkungen dies auf das Öffnen und Schliessen der Kanäle hat. Durch einen einzigen Ionenkanal fliesst ein Strom von ApÖre. Man hat festgestellt, dass der Strom sogar unter konstanten Bedingungen immer wieder vollständig an- undabgeschaltet wird. Dies kommt daher, dass das Protein ständig zufällig zwischen einer offenen und geschlossen Konformation schwankt. Die Steuerung der Proteine verändert seine Wahrscheinlichkeit, länger in einer bestimmten Konformation zu bleiben. Es wurden mehrere hundert Arten von Ionenkanälen gefunden, welche sich darin unterscheiden, welche Ionen sie durchlassen und wie sie reguliert werden: Spannungsregulierte Kanäle lassen ihre Öffnungs-Wahrscheinlichkeit vom Membranpotential kontrollieren. Sie haben Spannungssensoren aus geladenen Proteindomänen. Ligandenregulierte Kanäle werden durch die Bindung eines Moleküls aktiviert. Mechanisch regulierte Kanäle werden von einer mechanischen Kraft reguliert, z.b. die Haarsinneszellen im Ohr. Die Zelle gleicht die negativen Ladungen ihrer vielen organischen Moleküle mit K+ aus, was zu einer hoher K+ Konzentration innerhalb der Zelle führt. In der Plasmamembran hat es K+-Sickerkanäle, welche die Membran im Ruhezustand sehr durchlässig für K+ machen. Deshalb fliesst K+ seinem Konzentrationsgradienten nach aus der Zelle und erzeugt eine unausgeglichene negative Ladung an der Innenseite der Membran. Diese erzeugt ein elektrisches Feld namens Membranpotential (-20 bis Ò200mV), welches im nach einer Millisekunde erreichten Gleichgewichtszustand das weitere Ausströmen von K+ entlang des Konzentrationsgradienten unterbindet. Der elektrochemische Gradient von K+ ist also Null, obwohl im innern der Zelle eine viel grössere K+ Konzentration vorliegt. Wenn nur die Na+-Kanäle geöffnet werden, kann das negative Ruhepotential sehr schnell bis ins Positive geändert werden Ionenkanäle und Signalweiterleitung in Nervenzellen Ein Neuron, welches sie Aufgabe hat, Signale zu empfangen und weiterzuleiten, besteht aus einem Zellkörper mit dem Zellkern, einem langen signalleitenden Axon und kürzere, verzweigte Dendriten. Das Axon spaltet sich an seinem Ende in viele zweigartige Nervenendigungen auf, so dass ein Signal an sehr viele Zielzellen weitergegeben werden kann. Auch die Dendriten haben sehr viele Verzweigungen, so dass ein Neuron bis zu 100'000 Signale empfangen kann. Das Signal besteht immer aus einer elektrischen Potentialänderung an der Plasmamembran, egal was es bedeutet. Für die Weiterleitung eines Signals durch das Axon muss das Signal verstärkt werden. Dies wird (3 von 5) :06:48

4 dadurch erreicht, dass die lokale elektrische Anregung an der Plasmamembran verstärkt wird, sobald sie stark genug ist. So kann sich das Signal über das ganze Axon ohne Abschwächung fortpflanzen, da es immer aufgefrischt wird. Man nennt es Aktionspotential oder Nervenimpuls und es erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 100 m/s. Wenn ein Reiz eine genügend grosse Depolarisierung auslöst, dann öffnen sich spannungsregulierte Na+-Kanäle, was zu einer weiteren Depolarisierung und dem Öffnen zusätzlicher Na+-Kanäle führt. Das schaukelt sich so bis +40mV hoch, wenn die elektrochemische Antriebskraft für das vormals hereinströmende Na+ gleich Null ist. Da zu dem Zeitpunkt alle Na+-Kanäle geöffnet sind, haben diese einen Timer von einer Millisekunde, nach welcher sie sich für einige Millisekunden schliessen, bis das Ruhepotential wieder erreicht ist. Etwa zu dem Zeitpunkt, wenn sich die Na+-Kanäle schliessen, öffnen sich die spannungsabhängigen K+-Kanäle und bringen die Zelle auch mit Hilfe der K+-Sickerkanäle wieder in den Ruhezustand zurück. An den Nervenendigungen, also der Kontaktstelle (Synapse) mit einer andern Nervenzelle, löst das Depolarisierung das Öffnen der dort konzentrierten Ca2+-Kanälen aus. Durch den Anstieg der Ca2+ Konzentration fusionieren die synaptischen Vesikel mit der Plasmamembran und schütten Neurotransmitter aus, welche dann vom präsynaptischen Neuron über den 20 nm breiten, isolierenden synaptischen Spalt zur postsynaptischen Nervenzelle diffundieren. Der Neurotransmitter bindet dort an Neurotransmitter-Rezeptoren, was zu einer Membranpotentialänderung und unter Umständen zu einem Aktionspotential führt. Nachher werden die Neurotransmitter sehr schnell durch Enzyme im synaptischen Spalt abgebaut oder durch Wiederaufnahme in die Neuronen entfernt. Es gibt verschiedene Neurotransmitter-Rezeptoren, manche bewirken eine schnelle und andere langsame Veränderung der Membranpotential. Die schnellen sind ligandenregulierte Ionenkanäle, die sich bei Bindung eines Neurotransmitters öffnen. Neurotransmitter von erregenden Neuronen erzeugen in der postsynaptischen Zelle ein Aktionspotential und solche von inhibitorischen Neuronen verhindern ein Aktionspotential. Das Gift Curare verhindert die Übertragung erregender Signale, führt also zu Lähmungen und das Gift Strychnin verhindert die Übertragung von hemmenden Signalen, was zu Muskelkrämpfen führt. Neurotransmitter Wirkung Rezeptor-Ionenkanal Acetylcholin Erregend Na+ und Ca2+ Glutamat Erregend Na+ und Ca2+ GABA Hemmend (4 von 5) :06:48

5 Cl- Glycin Hemmend Cl- Valium bindet an Cl- Kanäle, wodurch sie leichter von GABA geöffnet werden könne, was die hemmenden Signale begünstigt. Die chemischen Synapsen machen es unseren den verschiedenen Neuronentypen im Gehirn möglich, aus tausenden von eingehenden hemmenden und erregenden Signalen die richtige Reaktion über das Membranpotential auszurechnen. Die Ionenkanäle in den Synapsen verändern sich mit ihrem Gebrauch, wodurch unser Gehirn Erinnerungen speichern kann. (c) by Nick Fankhauser (5 von 5) :06:48

1 Bau von Nervenzellen

1 Bau von Nervenzellen Neurophysiologie 1 Bau von Nervenzellen Die funktionelle Einheit des Nervensystems bezeichnet man als Nervenzelle. Dendrit Zellkörper = Soma Zelllkern Axon Ranvier scher Schnürring Schwann sche Hüllzelle

Mehr

Übung 6 Vorlesung Bio-Engineering Sommersemester Nervenzellen: Kapitel 4. 1

Übung 6 Vorlesung Bio-Engineering Sommersemester Nervenzellen: Kapitel 4. 1 Bitte schreiben Sie Ihre Antworten direkt auf das Übungsblatt. Falls Sie mehr Platz brauchen verweisen Sie auf Zusatzblätter. Vergessen Sie Ihren Namen nicht! Abgabe der Übung bis spätestens 21. 04. 08-16:30

Mehr

Zellbiologie! Privatdozent Dr. T. Kähne! Institut für Experimentelle Innere Medizin! Medizinische Fakultät

Zellbiologie! Privatdozent Dr. T. Kähne! Institut für Experimentelle Innere Medizin! Medizinische Fakultät Zellbiologie! Privatdozent Dr. T. Kähne! Institut für Experimentelle Innere Medizin! Medizinische Fakultät Grundlagen Lipid-Doppelschicht als Barriere für polare Moleküle! Abgrenzung für biochemische

Mehr

abiweb NEUROBIOLOGIE 17. März 2015 Webinar zur Abiturvorbereitung

abiweb NEUROBIOLOGIE 17. März 2015 Webinar zur Abiturvorbereitung abiweb NEUROBIOLOGIE 17. März 2015 Webinar zur Abiturvorbereitung Bau Nervenzelle Neuron (Nervenzelle) Dentrit Zellkörper Axon Synapse Gliazelle (Isolierung) Bau Nervenzelle Bau Nervenzelle Neurobiologie

Mehr

Vorlesung Einführung in die Biopsychologie. Kapitel 4: Nervenleitung und synaptische Übertragung

Vorlesung Einführung in die Biopsychologie. Kapitel 4: Nervenleitung und synaptische Übertragung Vorlesung Einführung in die Biopsychologie Kapitel 4: Nervenleitung und synaptische Übertragung Prof. Dr. Udo Rudolph SoSe 2018 Technische Universität Chemnitz Grundlage bisher: Dieser Teil nun: Struktur

Mehr

Membranpotential bei Neuronen

Membranpotential bei Neuronen Membranpotential bei Neuronen J. Almer 1 Ludwig-Thoma-Gymnasium 9. Juli 2012 J. Almer (Ludwig-Thoma-Gymnasium ) 9. Juli 2012 1 / 17 Gliederung 1 Aufbau der Neuronmembran 2 Ruhepotential bei Neuronen Diffusion

Mehr

Nanostrukturphysik II Michael Penth

Nanostrukturphysik II Michael Penth 16.07.13 Nanostrukturphysik II Michael Penth Ladungstransport essentiell für Funktionalität jeder Zelle [b] [a] [j] de.academic.ru esys.org giantshoulders.wordpress.com [f] 2 Mechanismen des Ionentransports

Mehr

Schematische Übersicht über das Nervensystem eines Vertebraten

Schematische Übersicht über das Nervensystem eines Vertebraten Schematische Übersicht über das Nervensystem eines Vertebraten Die Integration des sensorischen Eingangs und motorischen Ausgangs erfolgt weder stereotyp noch linear; sie ist vielmehr durch eine kontinuierliche

Mehr

Übertragung zwischen einzelnen Nervenzellen: Synapsen

Übertragung zwischen einzelnen Nervenzellen: Synapsen Übertragung zwischen einzelnen Nervenzellen: Synapsen Kontaktpunkt zwischen zwei Nervenzellen oder zwischen Nervenzelle und Zielzelle (z.b. Muskelfaser) Synapse besteht aus präsynaptischen Anteil (sendendes

Mehr

Erregungsübertragung an Synapsen. 1. Einleitung. 2. Schnelle synaptische Erregung. Biopsychologie WiSe Erregungsübertragung an Synapsen

Erregungsübertragung an Synapsen. 1. Einleitung. 2. Schnelle synaptische Erregung. Biopsychologie WiSe Erregungsübertragung an Synapsen Erregungsübertragung an Synapsen 1. Einleitung 2. Schnelle synaptische Übertragung 3. Schnelle synaptische Hemmung chemische 4. Desaktivierung der synaptischen Übertragung Synapsen 5. Rezeptoren 6. Langsame

Mehr

Biomembranen Transportmechanismen

Biomembranen Transportmechanismen Transportmechanismen Barrierewirkung der Membran: freie Diffusion von Stoffen wird unterbunden durch Lipidbilayer selektiver Stofftransport über spezielle Membranproteine = Translokatoren Semipermeabilität

Mehr

postsynaptische Potentiale graduierte Potentiale

postsynaptische Potentiale graduierte Potentiale postsynaptische Potentiale graduierte Potentiale Postsynaptische Potentiale veraendern graduierte Potentiale aund, wenn diese Aenderungen das Ruhepotential zum Schwellenpotential hin anheben, dann entsteht

Mehr

BK07_Vorlesung Physiologie 29. Oktober 2012

BK07_Vorlesung Physiologie 29. Oktober 2012 BK07_Vorlesung Physiologie 29. Oktober 2012 1 Schema des Membrantransports Silverthorn: Physiologie 2 Membranproteine Silverthorn: Physiologie Transportproteine Ionenkanäle Ionenpumpen Membranproteine,

Mehr

Zellulärer Abbau von Proteinen in Aminosäuren:! Proteine werden in Zellen durch Proteasom-Komplexe in! einzelne Aminosäuren abgebaut.!

Zellulärer Abbau von Proteinen in Aminosäuren:! Proteine werden in Zellen durch Proteasom-Komplexe in! einzelne Aminosäuren abgebaut.! Zellulärer Abbau von Proteinen in Aminosäuren: Proteine werden in Zellen durch Proteasom-Komplexe in einzelne Aminosäuren abgebaut. Abbau von Aminosäuren: Uebersicht über den Aminosäureabbau Als erster

Mehr

Die neuronale Synapse

Die neuronale Synapse Die neuronale Synapse AB 1-1, S. 1 Arbeitsweise der neuronalen Synapse Wenn am synaptischen Endknöpfchen ein Aktionspotenzial ankommt, öffnen sich spannungsgesteuerte Calciumkanäle. Da im Zellaußenmedium

Mehr

Das Ruhemembranpotential eines Neurons

Das Ruhemembranpotential eines Neurons Das Ruhemembranpotential eines Neurons Genaueres zu den 4 Faktoren: Faktor 1: Die so genannte Brown sche Molekularbewegung sorgt dafür, dass sich Ionen (so wie alle Materie!) ständig zufällig bewegen!

Mehr

Passive Transportvorgänge

Passive Transportvorgänge Passive Transportvorgänge Diffusion und Osmose sind passive Transportprozesse. Denn die Zelle muss keine Energie aufwenden, um den Transport der Stoffe zu ermöglichen. Diffusion Einzelsubstanzen sind bestrebt,

Mehr

Gruppenpuzzle: Stofftransport durch die Biomembran

Gruppenpuzzle: Stofftransport durch die Biomembran 1 Bild anfertigen Text 1+2 2 Bild anfertigen Text 3+4 3 Text schreiben Bild 1+2 4 Text schreiben Bild 3+4 Arbeitsaufträge: 1 Versuchen Sie, die zwei beschriebenen Transportvorgänge in geeigneter Weise

Mehr

STOFFTRANSPORT DURCH BIOMEM- BRANEN

STOFFTRANSPORT DURCH BIOMEM- BRANEN DIE BIOMEMBRAN Vorkommen Plasmalemma Grenzt Cytoplasma nach außen ab Tonoplast Grenzt Vakuole vom Cytoplasma ab Zellkernmembran Mitochondrienmembran Plastidenmembran ER Kompartimente Durch Zellmembran

Mehr

dm A A = D --- (c 1 -c 2 ) = D --- δ c dt d d D: Diffusionskonstante, A: Betrachtete Fläche, d: Strecke c: Konzentration

dm A A = D --- (c 1 -c 2 ) = D --- δ c dt d d D: Diffusionskonstante, A: Betrachtete Fläche, d: Strecke c: Konzentration Diffusion ist die Bewegung von Teilchen aufgrund der brownschen Molekularbewegung in einem Lösungsmittel. Die Teilchen bewegen sich netto in Richtung der niedrigeren Konzentration. Ficksches Diffusionsgesetz:

Mehr

Reizleitung in Nervenzellen. Nervenzelle unter einem Rasterelektronenmikroskop

Reizleitung in Nervenzellen. Nervenzelle unter einem Rasterelektronenmikroskop Reizleitung in Nervenzellen Nervenzelle unter einem Rasterelektronenmikroskop Gliederung: 1. Aufbau von Nervenzellen 2. Das Ruhepotential 3. Das Aktionspotential 4. Das Membranpotential 5. Reizweiterleitung

Mehr

Die Muskulatur des Menschen

Die Muskulatur des Menschen Die Muskulatur des Menschen Motorische Einheit Im Zentrum der Muskelkontraktion steht die motorische Einheit. Sie besteht aus einem Motoneuron und der von diesem Motoneuron innervierten 1 Gruppe von Muskelfasern.

Mehr

Gelöste Teilchen diffundieren von Orten höherer Konzentration zu Orten geringerer Konzentration

Gelöste Teilchen diffundieren von Orten höherer Konzentration zu Orten geringerer Konzentration 1 Transportprozesse: Wassertransport: Mit weinigen ausnahmen ist die Zellmembran frei durchlässig für Wasser. Membrantransport erfolgt zum größten Teil über Wasserkanäle (Aquaporine) sowie über Transportproteine

Mehr

Einige Grundbegriffe der Elektrostatik. Elementarladung: e = C

Einige Grundbegriffe der Elektrostatik. Elementarladung: e = C Einige Grundbegriffe der Elektrostatik Es gibt + und - Ladungen ziehen sich an Einheit der Ladung 1C Elementarladung: e = 1.6.10-19 C 1 Abb 14.7 Biologische Physik 2 Parallel- und Serienschaltung von Kondensatoren/Widerständen

Mehr

Membranen und Potentiale

Membranen und Potentiale Membranen und Potentiale 1. Einleitung 2. Zellmembran 3. Ionenkanäle 4. Ruhepotential 5. Aktionspotential 6. Methode: Patch-Clamp-Technik Quelle: Thompson Kap. 3, (Pinel Kap. 3) 2. ZELLMEMBRAN Abbildung

Mehr

Vorlesung Neurophysiologie

Vorlesung Neurophysiologie Vorlesung Neurophysiologie Detlev Schild Abt. Neurophysiologie und zelluläre Biophysik [email protected] Vorlesung Neurophysiologie Detlev Schild Abt. Neurophysiologie und zelluläre Biophysik [email protected]

Mehr

Die Zelle. Membranen: Struktur und Funktion

Die Zelle. Membranen: Struktur und Funktion Die Zelle Membranen: Struktur und Funktion 8.4 Die Fluidität von Membranen. 8.6 Die Feinstruktur der Plasmamembran einer Tierzelle (Querschnitt). (Zum Aufbau der extrazellulären Matrix siehe auch Abbildung

Mehr

Neuronale Signalverarbeitung

Neuronale Signalverarbeitung neuronale Signalverarbeitung Institut für Angewandte Mathematik WWU Münster Abschlusspräsentation am 08.07.2008 Übersicht Aufbau einer Nervenzelle Funktionsprinzip einer Nervenzelle Empfang einer Erregung

Mehr

Unterschied zwischen aktiver und passiver Signalleitung:

Unterschied zwischen aktiver und passiver Signalleitung: Unterschied zwischen aktiver und passiver Signalleitung: Passiv: Ein kurzer Stromimpuls wird ohne Zutun der Zellmembran weitergeleitet Nachteil: Signalstärke nimmt schnell ab Aktiv: Die Zellmembran leitet

Mehr

Intra- und extrazelluläre Ionenkonzentrationen

Intra- und extrazelluläre Ionenkonzentrationen Neurophysiologie Neurophysiologie Intra- und extrazelluläre Ionenkonzentrationen intrazellulär extrazellulär Na + 8-30 145 K + 100-155155 5 Ca 2+ 0.0001 2 Cl - 4-30 120 HCO 3-8-15 25 große Anionen 100-150

Mehr

In der Membran sind Ionenkanäle eingebaut leiten Ionen sehr schnell (10 9 Ionen / s)

In der Membran sind Ionenkanäle eingebaut leiten Ionen sehr schnell (10 9 Ionen / s) Mechanismen in der Zellmembran Abb 7.1 Kandel Neurowissenschaften Die Ionenkanäle gestatten den Durchtritt von Ionen in die Zelle. Die Membran (Doppelschicht von Phosholipiden) ist hydrophob und die Ionen

Mehr

Biopsychologie als Neurowissenschaft Evolutionäre Grundlagen Genetische Grundlagen Mikroanatomie des NS

Biopsychologie als Neurowissenschaft Evolutionäre Grundlagen Genetische Grundlagen Mikroanatomie des NS 1 1 25.10.06 Biopsychologie als Neurowissenschaft 2 8.11.06 Evolutionäre Grundlagen 3 15.11.06 Genetische Grundlagen 4 22.11.06 Mikroanatomie des NS 5 29.11.06 Makroanatomie des NS: 6 06.12.06 Erregungsleitung

Mehr

Grundstrukturen des Nervensystems beim Menschen

Grundstrukturen des Nervensystems beim Menschen Grundstrukturen des Nervensystems beim Menschen Die kleinste, funktionelle und strukturelle Einheit des Nervensystems ist die Nervenzelle = Neuron Das menschl. Gehirn besteht aus ca. 100 Mrd Neuronen (theor.

Mehr

Physiologische Grundlagen. Inhalt

Physiologische Grundlagen. Inhalt Physiologische Grundlagen Inhalt Das Ruhemembranpotential - RMP Das Aktionspotential - AP Die Alles - oder - Nichts - Regel Die Klassifizierung der Nervenfasern Das Ruhemembranpotential der Zelle RMP Zwischen

Mehr

Cholesterolmoleküle. Membranproteine können Zellen. miteinander verknüpfen. tragen Kohlenhydratketten. Manche Lipide (Glykolipide)

Cholesterolmoleküle. Membranproteine können Zellen. miteinander verknüpfen. tragen Kohlenhydratketten. Manche Lipide (Glykolipide) Zellinnenraum Manche Lipide (Glykolipide) tragen Kohlenhydratketten. Membranproteine können Zellen miteinander verknüpfen. Manche Proteine (Glykoproteine) tragen Kohlenhydratketten. Cholesterolmoleküle

Mehr

Exzitatorische (erregende) Synapsen

Exzitatorische (erregende) Synapsen Exzitatorische (erregende) Synapsen Exzitatorische Neurotransmitter z.b. Glutamat Öffnung von Na+/K+ Kanälen Membran- Potential (mv) -70 Graduierte Depolarisation der subsynaptischen Membran = Erregendes

Mehr

Messung des Ruhepotentials einer Nervenzelle

Messung des Ruhepotentials einer Nervenzelle Messung des Ruhepotentials einer Nervenzelle 1 Extrazellulär Entstehung des Ruhepotentials K+ 4mM Na+ 120 mm Gegenion: Cl- K + kanal offen Na + -kanal zu Na + -K + Pumpe intrazellulär K+ 120 mm Na+ 5 mm

Mehr

Peter Walla. Die Hauptstrukturen des Gehirns

Peter Walla. Die Hauptstrukturen des Gehirns Die Hauptstrukturen des Gehirns Die Hauptstrukturen des Gehirns Biologische Psychologie I Kapitel 4 Nervenleitung und synaptische Übertragung Nervenleitung und synaptische Übertragung Wie werden Nervensignale

Mehr

Übungsfragen, Neuro 1

Übungsfragen, Neuro 1 Übungsfragen, Neuro 1 Grundlagen der Biologie Iib FS 2012 Auf der jeweils folgenden Folie ist die Lösung markiert. Die meisten Neurone des menschlichen Gehirns sind 1. Sensorische Neurone 2. Motorische

Mehr

Diffusion. Prüfungsfrage

Diffusion. Prüfungsfrage Prüfungsfrage Diffusion Die Diffusion. Erstes Fick sches Gesetz. Der Diffusionskoeffizient. Die Stokes-Einstein Beziehung. Diffusion durch die Zellmembrane: passive, aktive und erleichterte Diffusion Lehrbuch

Mehr

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Transportproteine. Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Transportproteine. Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout. Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: Das komplette Material finden Sie hier: School-Scout.de S 1 Philipp Zilles, Herborn Niveau: Dauer: Sek. II 3 Unterrichtsstunden Kompetenzen:

Mehr

Wdh. Aufbau Struktur Gehirn

Wdh. Aufbau Struktur Gehirn KW38 MKPs Orga Wdh. Aufbau Struktur Gehirn ZNS/PNS Videotime HA: Gehirn limbisches System Das limbische System 31.3 (S. 418) Aufgabe: Aufgabe 31.3 mit Verwendung der Fachbegriffe in Form eines Lernscripts.

Mehr

BK07_Vorlesung Physiologie. 05. November 2012

BK07_Vorlesung Physiologie. 05. November 2012 BK07_Vorlesung Physiologie 05. November 2012 Stichpunkte zur Vorlesung 1 Aktionspotenziale = Spikes Im erregbaren Gewebe werden Informationen in Form von Aktions-potenzialen (Spikes) übertragen Aktionspotenziale

Mehr

Chemische Signale bei Tieren

Chemische Signale bei Tieren Chemische Signale bei Tieren 1. Steuersysteme der Körper: - Endokrines System (Hormonsystem) im Ueberblick 2. Wirkungsweise chemischer Signale - auf Zielzellen - Aktivierung von Signalübertragungswege

Mehr

Das Neuron (= Die Nervenzelle)

Das Neuron (= Die Nervenzelle) Das Neuron (= Die Nervenzelle) Die Aufgabe des Neurons besteht in der Aufnahme, Weiterleitung und Übertragung von Signalen. Ein Neuron besitzt immer eine Verbindung zu einer anderen Nervenzelle oder einer

Mehr

M 3. Informationsübermittlung im Körper. D i e N e r v e n z e l l e a l s B a s i s e i n h e i t. im Überblick

M 3. Informationsübermittlung im Körper. D i e N e r v e n z e l l e a l s B a s i s e i n h e i t. im Überblick M 3 Informationsübermittlung im Körper D i e N e r v e n z e l l e a l s B a s i s e i n h e i t im Überblick Beabeablog 2010 N e r v e n z e l l e n ( = Neurone ) sind auf die Weiterleitung von Informationen

Mehr

1. Kommunikation Informationsweiterleitung und -verarbeitung

1. Kommunikation Informationsweiterleitung und -verarbeitung 1. Kommunikation Informationsweiterleitung und -verarbeitung Sinnesorgane, Nervenzellen, Rückenmark, Gehirn, Muskeln und Drüsen schaffen die Grundlage um Informationen aus der Umgebung aufnehmen, weiterleiten,

Mehr

Membranen. U. Albrecht

Membranen. U. Albrecht Membranen Struktur einer Plasmamembran Moleküle gegeneinander beweglich -> flüssiger Charakter Fluidität abhängig von 1) Lipidzusammensetzung (gesättigt/ungesättigt) 2) Umgebungstemperatur Biologische

Mehr

Signale und Signalwege in Zellen

Signale und Signalwege in Zellen Signale und Signalwege in Zellen Zellen müssen Signale empfangen, auf sie reagieren und Signale zu anderen Zellen senden können Signalübertragungsprozesse sind biochemische (und z.t. elektrische) Prozesse

Mehr

Stoffwechsel. Die Chemie des Lebens ist in Stoffwechselwegen organisiert

Stoffwechsel. Die Chemie des Lebens ist in Stoffwechselwegen organisiert Die Chemie des Lebens ist in Stoffwechselwegen organisiert Der Stoffwechsel ist die Summe aller chemischen Reaktionen, die in den Zellen eines Organismus auftreten. Unter Mithilfe von Enzymen verläuft

Mehr

Zelluläre Kommunikation

Zelluläre Kommunikation Zelluläre Kommunikation 1. Prinzipien der zellulären Kommunikation?? 2. Kommunikation bei Nervenzellen Die Zellen des Nervensystems Nervenzellen = Neuronen Gliazellen ( Glia ) Astrozyten Oligodendrozyten

Mehr

Abbildungen Schandry, 2006 Quelle: www.ich-bin-einradfahrer.de Abbildungen Schandry, 2006 Informationsvermittlung im Körper Pioniere der Neurowissenschaften: Santiago Ramón y Cajal (1852-1934) Camillo

Mehr

Aufbau und Funktionweise der Nervenzelle - Wiederholung Vorlesung -

Aufbau und Funktionweise der Nervenzelle - Wiederholung Vorlesung - Aufbau und Funktionweise der Nervenzelle - Wiederholung Vorlesung - Fragen zur Vorlesung: Welche Zellen können im Nervensystem unterschieden werden? Aus welchen Teilstrukturen bestehen Neuronen? Welche

Mehr

Das Ruhemembran-Potenzial RMP

Das Ruhemembran-Potenzial RMP Erregbarkeit der Axon Das Ruhemembran-Potenzial RMP - + Nervenzellen sind von einer elektrisch isolierenden Zellwand umgeben. Dadurch werden Intrazellularraum und Extrazellularraum voneinander getrennt.

Mehr

Einleitung: Der Versuchstag befasst sich mit der Simulation von Aktionspotentialen mittels des Hodgkin-Huxley- Modells.

Einleitung: Der Versuchstag befasst sich mit der Simulation von Aktionspotentialen mittels des Hodgkin-Huxley- Modells. Einleitung: Der Versuchstag befasst sich mit der Simulation von Aktionspotentialen mittels des Hodgkin-Huxley- Modells. Viele Einzelheiten über die elektrische Aktivität von Nerven resultierten aus Experimenten

Mehr

Synaptische Transmission

Synaptische Transmission Synaptische Transmission Wie lösen APe, die an den Endknöpfchen der Axone ankommen, die Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt aus (chemische Signalübertragung)? 5 wichtige Aspekte:

Mehr

Passive und aktive elektrische Membraneigenschaften

Passive und aktive elektrische Membraneigenschaften Aktionspotential Passive und aktive elektrische Membraneigenschaften V m (mv) 20 Overshoot Aktionspotential (Spike) V m Membran potential 0-20 -40 Anstiegsphase (Depolarisation) aktive Antwort t (ms) Repolarisation

Mehr

Chemisches Potential und Nernstgleichung Carsten Stick

Chemisches Potential und Nernstgleichung Carsten Stick Chemisches Potential und Nernstgleichung Carsten Stick Definition der mechanischen Arbeit: Kraft mal Weg W = F! ds W = Arbeit oder Energie; F = Kraft; s = Weg Diese Definition lässt sich auch auf die Kompression

Mehr

neurologische Grundlagen Version 1.3

neurologische Grundlagen Version 1.3 neurologische Grundlagen Version 1.3 ÜBERBLICK: Neurone, Synapsen, Neurotransmitter Neurologische Grundlagen Zentrale Vegetatives Peripheres Überblick: Steuersystem des menschlichen Körpers ZNS Gehirn

Mehr

Das Wichtigste: 3 Grundlagen der Erregungs- und Neurophysiologie. - Erregungsausbreitung -

Das Wichtigste: 3 Grundlagen der Erregungs- und Neurophysiologie. - Erregungsausbreitung - Das Wichtigste Das Wichtigste: 3 Grundlagen der Erregungs- und Neurophysiologie - Erregungsausbreitung - Das Wichtigste: 3.4 Erregungsleitung 3.4 Erregungsleitung Elektrotonus Die Erregungsausbreitung

Mehr

NaCl. Die Originallinolschnitte, gedruckt von Marc Berger im V.E.B. Schwarzdruck Berlin, liegen als separate Auflage in Form einer Graphikmappe vor.

NaCl. Die Originallinolschnitte, gedruckt von Marc Berger im V.E.B. Schwarzdruck Berlin, liegen als separate Auflage in Form einer Graphikmappe vor. NaCl Künstlerische Konzeption: Xenia Leizinger Repros: Roman Willhelm technische Betreuung und Druck: Frank Robrecht Schrift: Futura condensed, Bernhard Modern Papier: Igepa Design Offset naturweiß 120

Mehr

Synaptische Transmission

Synaptische Transmission Synaptische Transmission Wie lösen APe, die an den Endknöpfchen der Axone ankommen, die Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt aus (chemische Signalübertragung)? 5 wichtige Aspekte:

Mehr

Prof. Dr. Stefan Schuster Lehrstuhl für Tierphysiologie

Prof. Dr. Stefan Schuster Lehrstuhl für Tierphysiologie Prof. Dr. Stefan Schuster Lehrstuhl für Tierphysiologie Tierphysiologie = Wie Tiere funktionieren Welche Anpassungen. Leistungen, Moleküle etc sie einsetzen um zu leben und möglichst am Leben zu beiben

Mehr

neurologische Grundlagen Version 1.3

neurologische Grundlagen Version 1.3 neurologische Version 1.3 ÜBERBLICK: Überblick: Steuersystem des menschlichen Körpers ZNS Gehirn Rückenmark PNS VNS Hirnnerven Sympathicus Spinalnerven Parasympathicus 1 ÜBERBLICK: Neurone = Nervenzellen

Mehr

ARBEITSBLATT 1 Ionenfalle Lösungen

ARBEITSBLATT 1 Ionenfalle Lösungen ARBEITSBLATT 1 Ionenfalle 1. Beschriften Sie in der Abbildung die verschiedenen Strukturen und Bereiche! Beschreiben Sie den Ablauf des Experimentes mit Neutralrot auf mikroskopischer Ebene! Neutralrot-Lösung

Mehr

Ionenkanäle Ionenpumpen Membranruhepotential. username: tierphys Kennwort: tierphys09

Ionenkanäle Ionenpumpen Membranruhepotential. username: tierphys Kennwort: tierphys09 Ionenkanäle Ionenpumpen Membranruhepotential username: tierphys Kennwort: tierphys09 Tutorium: Ragna-Maja v. Berlepsch Dienstag 16:15-18:15 Uhr Raum 2298 Prüfungsfragen VL 1: - Welche generellenfunktionen

Mehr

Postsynaptische Potenziale

Postsynaptische Potenziale Postsynaptisches Potenzial Arbeitsblatt Nr 1 Postsynaptische Potenziale Links ist eine Versuchsanordnung zur Messung der Membranpotenziale an verschiedenen Stellen abgebildet. Das Axon links oben wurde

Mehr

Entdeckungen unter der Schädeldecke. Jean-Marc Fritschy Institut für Pharmakologie und Toxikologie

Entdeckungen unter der Schädeldecke. Jean-Marc Fritschy Institut für Pharmakologie und Toxikologie Entdeckungen unter der Schädeldecke Jean-Marc Fritschy Institut für Pharmakologie und Toxikologie Inhalt 1. GFP, das Wunderprotein 2. Die Nervenzellen bei der Arbeit beobachten 3. Nervenzellen mit Licht

Mehr

Biologie für Mediziner

Biologie für Mediziner Biologie für Mediziner - Zellbiologie 1 - Prof. Dr. Reiner Peters Institut für Medizinische Physik und Biophysik/CeNTech Robert-Koch-Strasse 31 Tel. 0251-835 6933, [email protected] Dr. Martin Kahms

Mehr

Vom Reiz zum Aktionspotential. Wie kann ein Reiz in ein elektrisches Signal in einem Neuron umgewandelt werden?

Vom Reiz zum Aktionspotential. Wie kann ein Reiz in ein elektrisches Signal in einem Neuron umgewandelt werden? Vom Reiz zum Aktionspotential Wie kann ein Reiz in ein elektrisches Signal in einem Neuron umgewandelt werden? Vom Reiz zum Aktionspotential Primäre Sinneszellen (u.a. in den Sinnesorganen) wandeln den

Mehr

Vorlesung #2. Elektrische Eigenschaften von Neuronen, Aktionspotentiale und deren Ursprung. Alexander Gottschalk, JuProf. Universität Frankfurt

Vorlesung #2. Elektrische Eigenschaften von Neuronen, Aktionspotentiale und deren Ursprung. Alexander Gottschalk, JuProf. Universität Frankfurt Vorlesung #2 Elektrische Eigenschaften von Neuronen, Aktionspotentiale und deren Ursprung Alexander Gottschalk, JuProf Universität Frankfurt SS 2010 Elektrische Eigenschaften von Neuronen Elektrische Eigenschaften

Mehr

C1/4 - Modellierung und Simulation von Neuronen

C1/4 - Modellierung und Simulation von Neuronen C 1 /4 - Modellierung und Simulation von Neuronen April 25, 2013 Motivation Worum geht es? Motivation Worum geht es? Um Neuronen. Motivation Worum geht es? Um Neuronen. Da ist u.a. euer Gehirn draus Motivation

Mehr

Neurobiologie. Prof. Dr. Bernd Grünewald, Institut für Bienenkunde, FB Biowissenschaften

Neurobiologie. Prof. Dr. Bernd Grünewald, Institut für Bienenkunde, FB Biowissenschaften Neurobiologie Prof. Dr. Bernd Grünewald, Institut für Bienenkunde, FB Biowissenschaften www.institut-fuer-bienenkunde.de [email protected] Synapsen II Die postsynaptische Membran - Synapsentypen

Mehr

Ionenkanäle der Zellmembran. Seminar Differenzialgleichungen in der Biomedizin SoSe09 Karoline Jäger

Ionenkanäle der Zellmembran. Seminar Differenzialgleichungen in der Biomedizin SoSe09 Karoline Jäger Ionenkanäle der Zellmembran Seminar Differenzialgleichungen in der Biomedizin SoSe09 Karoline Jäger Inhaltsverzeichnis 1. Strom-Spannung Beziehung 2. Unabhängigkeit, Sättigung, Ussing Fluss Rate 3. Elektrodiffusions

Mehr

Membranphysiologie II

Membranphysiologie II Membranphysiologie II Wiederholung Biophysikalische Grundlagen Adolf Eugen Fick (1829-1901) Transportprozesse über Biomembranen Übersicht In biologischen Membranen lassen sich aktive und passive Transportmechanismen

Mehr

Epilepsie. im Rahmen der Vorlesung: molekulare Ursachen neuronaler Krankheiten. von Dustin Spyra und Tatjana Linnik

Epilepsie. im Rahmen der Vorlesung: molekulare Ursachen neuronaler Krankheiten. von Dustin Spyra und Tatjana Linnik im Rahmen der Vorlesung: molekulare Ursachen neuronaler Krankheiten von Dustin Spyra und Tatjana Linnik Definition - Angriff/Überfall - Anfallsleiden wiederkehrend unvorhersehbar -langfristige Veränderung

Mehr

Tutoriat zur Vorlesung Neuronale Informationsverarbeitung im HS 2010

Tutoriat zur Vorlesung Neuronale Informationsverarbeitung im HS 2010 Tutoriat zur Vorlesung Neuronale Informationsverarbeitung im HS 2010 ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Wie definiert man elektrische

Mehr

Aufbau und Beschreibung Neuronaler Netzwerke

Aufbau und Beschreibung Neuronaler Netzwerke Aufbau und Beschreibung r 1 Inhalt Biologisches Vorbild Mathematisches Modell Grundmodelle 2 Biologisches Vorbild Das Neuron Grundkomponenten: Zellkörper (Soma) Zellkern (Nukleus) Dendriten Nervenfaser

Mehr

Beide bei Thieme ebook

Beide bei Thieme ebook Beide bei Thieme ebook Neurophysiologie 1) Funktionelle Anatomie 2) Entstehung nervaler Potentiale 3) Erregungsfortleitung 4) Synaptische Übertragung 5) Transmitter und Reflexe 6) Vegetatives Nervensystem

Mehr

Nervengewebe. Neurone. Gliazellen. - eigentliche Nervenzellen - Sinneszellen. -ZNS-Glia -PNS-Glia

Nervengewebe. Neurone. Gliazellen. - eigentliche Nervenzellen - Sinneszellen. -ZNS-Glia -PNS-Glia Nervengewebe Neurone Gliazellen - eigentliche Nervenzellen - Sinneszellen -ZNS-Glia -PNS-Glia Neurone: Formen und Vorkommen apolar: Sinneszellen - Innenohr, Geschmacksknospen unipolar: Sinneszellen - Retina,

Mehr

Modelle zur Beschreibung von Schwellwertphänomenen in Nervenmembranen Fitzhugh-Nagumo-Gleichungen

Modelle zur Beschreibung von Schwellwertphänomenen in Nervenmembranen Fitzhugh-Nagumo-Gleichungen Modelle zur Beschreibung von Schwellwertphänomenen in Nervenmembranen Fitzhugh-Nagumo-Gleichungen Katrin Schmietendorf Vortrag im Rahmen der Veranstaltung Numerische Methoden für Dynamische Systeme SoSe

Mehr

BMT301. Grundlagen der Medizinischen Messtechnik. Ergänzende Folien EF2. Prof. Dr. rer. nat. Dr. rer. med. Daniel J. Strauss

BMT301. Grundlagen der Medizinischen Messtechnik. Ergänzende Folien EF2. Prof. Dr. rer. nat. Dr. rer. med. Daniel J. Strauss BMT301 Grundlagen der Medizinischen Messtechnik Prof. Dr. rer. nat. Dr. rer. med. Daniel J. Strauss Ergänzende Folien EF2 die Hauptbestandteile einer Nervenzelle Aufbau einer Zellmembran Dicke einer Zellmembran:

Mehr

Aufnahme der Nährstoffbausteine vom Darm in die Blutbahn durch Diffusion und aktiven Transport

Aufnahme der Nährstoffbausteine vom Darm in die Blutbahn durch Diffusion und aktiven Transport Nährstoffe 10 1 10 1 Organische Stoffe, die von heterotrophen Organismen zur Energiegewinnung bzw. zum Aufbau des Organismus aufgenommen werden müssen. Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) Fette (ein Fettmolekül

Mehr

Physiologie für veterinärmedizinisch-technische Assistenten. B. Rudelt

Physiologie für veterinärmedizinisch-technische Assistenten. B. Rudelt Physiologie für veterinärmedizinisch-technische Assistenten B. Rudelt 3 Zelluläre Kommunikation 15 3 Zelluläre Kommunikation Funktion und Leistung einer Zelle beruhen auf einem Netzwerk biochemischer Prozesse.

Mehr

Ruhemebranpotenzial. den 17 November Dr. Emőke Bódis

Ruhemebranpotenzial. den 17 November Dr. Emőke Bódis Ruhemebranpotenzial den 17 November 2016 Dr. Emőke Bódis Prüfungsfrage Die Struktur und die Eigenschaften der Zellmembran. Das Ruhemembranpotenzial. Bernstein Kalium Hypothese, Nernst- Gleichung, Donnan-

Mehr

Zusammenfassung Bio Klausur Nr. 1

Zusammenfassung Bio Klausur Nr. 1 Zusammenfassung Bio Klausur Nr. 1 1.Zelle a. Zellorganelle: Funktion und Aufbau i. Zellkern (Nucleus) ii. Ribosom DNA auf Chromosomen gespeichert Weitergabe durch Poren in Doppelmembran (Schutzfunktion)

Mehr

Synaptische Übertragung und Neurotransmitter

Synaptische Übertragung und Neurotransmitter Proseminar Chemie der Psyche Synaptische Übertragung und Neurotransmitter Referent: Daniel Richter 1 Überblick Synapsen: - Typen / Arten - Struktur / Aufbau - Grundprinzipien / Prozesse Neurotransmitter:

Mehr

1. Welche Arten von Zell Zell Verbindungen kennen Sie und was sind ihre Hauptaufgaben? Verschliessende Verbindungen (Permeabilitätseinschränkung)

1. Welche Arten von Zell Zell Verbindungen kennen Sie und was sind ihre Hauptaufgaben? Verschliessende Verbindungen (Permeabilitätseinschränkung) Fragen Zellbio 2 1. Welche Arten von Zell Zell Verbindungen kennen Sie und was sind ihre Hauptaufgaben? Verschliessende Verbindungen (Permeabilitätseinschränkung) Haftende Verbindungen (Mechanischer Zusammenhalt)

Mehr

Biologische Grundlagen der Elektrogenese

Biologische Grundlagen der Elektrogenese Proseminar: Elektrophysiologie kognitiver Prozesse WS 2008/2009 Dozentin: Dr. Nicola Ferdinand Referent: Michael Weigl Biologische Grundlagen der Elektrogenese Ein Überblick Zum Einstieg Die Gliederung

Mehr

Generierung eines APs

Generierung eines APs Generierung eines APs Interessante Bemerkungen: Die Zahl der Ionen, die während eines Aps in Bewegung sind, ist verglichen mit der Gesamtzahl der Ionen innerhalb und außerhalb eines Neurons sehr gering!

Mehr

Wie funktioniert Muskelaufbau? Eine Reise in die Welt des Muskels.

Wie funktioniert Muskelaufbau? Eine Reise in die Welt des Muskels. Wie funktioniert Muskelaufbau? Eine Reise in die Welt des Muskels. Wie funktioniert Muskelaufbau? Wie funktioniert Muskelaufbau also wirklich. Immer wieder hört man Märchen wie zum Beispiel, dass Muskeln

Mehr

Biomembranen Wirkung von Seifen, Detergenzien und Saponine

Biomembranen Wirkung von Seifen, Detergenzien und Saponine Biomembranen Wirkung von Seifen, Detergenzien und Saponine Seifen und Detergenzien = oberflächenaktive Stoffe: setzen die Oberflächenspannung zwischen wässriger und Lipidphase von Membranen, z.b. der Erythrozyten,

Mehr

Kapitel 8, Membranstruktur und Funktion

Kapitel 8, Membranstruktur und Funktion Kapitel 8, Membranstruktur und Funktion Verschiedene Modelle von Membranen, science as a process Die Hauptbestandteile der Membrane sind Lipide, Proteine und Kohlenhydrate. Im Laufe der Zeit haben verschiedene

Mehr

Die Immunsynapse AB 3-1

Die Immunsynapse AB 3-1 Die Immunsynapse AB 3-1 A typical immunological response involves T cells and Antigen Presenting Cells (APCs). APCs capture and ingest infectious microbes, cut them apart, and display pieces of their proteins

Mehr

Aktionspotential - Variante 1: vom Text zum Fließdiagramm -

Aktionspotential - Variante 1: vom Text zum Fließdiagramm - Aktionspotential - Variante 1: vom Text zum Fließdiagramm - Über das Axon leiten Nervenzellen Informationen verschlüsselt in Form von elektrischen Impulsen weiter, den Aktionspotentialen. Dabei verändern

Mehr

Membran- und Donnanpotentiale. (Zusammenfassung)

Membran- und Donnanpotentiale. (Zusammenfassung) Membranund Donnanpotentiale (Zusammenfassung) Inhaltsverzeichnis 1. Elektrochemische Membranen...Seite 2 2. Diffusionspotentiale...Seite 2 3. Donnanpotentiale...Seite 3 4. Zusammenhang der dargestellten

Mehr

Synapsen und synaptische Integration: Wie rechnet das Gehirn?

Synapsen und synaptische Integration: Wie rechnet das Gehirn? Synapsen und synaptische Integration: Wie rechnet das Gehirn? Kontaktstellen zwischen Neuronen, oder zwischen Neuronen und Muskel (neuromuskuläre Synapse) Entsprechend der Art ihrer Übertragung unterscheidet

Mehr