Fischereiinformationen

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1 Fischereiinformationen Eine Information für Angler und interessierte Menschen 216

2 Angeln ist so etwas wie ein Gleichnis für die Beziehung des Menschen zur Welt: Wir wissen, was wir wollen, und werden es erhalten, wenn wir nicht lockerlassen, doch die Zeit, die wir brauchen werden, um an unser Ziel zu gelangen, hängt von Gottes Hilfe ab. Es ist immer gut etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft. Die Zen-Mönche setzen sich hin und hören den Felsen beim Wachsen zu. Ich angle lieber (Aus Auf dem Jakobsweg von Paulo Coelho) Fangfrische Fische küchenfertig und veredelt WEISSEN-SEE-FISCH Öffnungszeiten Sommer Fr 1: 16: Uhr Sa 1: 12: Uhr Di bis Fr 1: 16: Uhr Sa 1: 12: Uhr Fr 1: 16: Uhr Sa 1: 12: Uhr Fisch mit nach Hause nehmen? Vakuumiert und mit Crash-Eis. Kein Problem! Fischereibetrieb Mag. Martin Müller Telefon: Neusach Weissensee Liebe LeserInnen! Jedes Jahr, Mitte April, kommt es: Das Déjà vu. Das Vorwort für dieses Heft. Stundenlang muss ich mir mit meinen bescheidenen literarischen Mitteln Wort um Wort hart erkämpfen. Und weil das Heft irgendwann in Druck gehen muss, war der Prolog für mich dann auch nie richtig zufriedenstellend, da nicht flüssig zu lesen und auch nicht aussagekräftig genug. Dieses Jahr mache ich es mir leichter. Sie lesen das gleiche Vorwort wie letztes Jahr. Nicht weil ich so faul bin, sondern weil ich nicht weiß was ich ändern sollte und weil es von Herzen kommt. Eines muss ich allerdings hinzufügen: Der Weissensee macht derzeit wohl die gravierendste Veränderung seit mehreren Jahrzehnten durch. In den letzten Monaten sind unfassbar große Flächen von Armleuchteralgen (Characeen) verschwunden. Wo im Oktober 215 noch dichte Rasen den Seegrund begrünten, war im April 216 nur noch Schlamm. Wie sich die neue Situation auf das Ökosystem auswirken wird, ist nicht abzuschätzen. Es wird aber sicher Veränderungen geben, denn Strukturen bieten Standplätze, Laichplätze und viel Oberfläche für die Nährtiere der Fische. Warum es zu diesem massiven Schwund kam, versuchen Experten in den nächsten Monaten zu klären. Nun aber zum eigentlichen Vorwort: So gut wie jeder meiner geschenkten Tage ist geprägt von Fisch. Fischzucht, Befischungen, Untersuchungen, Fischverarbeitung. Und die Freizeit? Die verbringe ich sehr gerne mit meinen beiden Kindern am Wasser. Sie haben mittlerweile große Freude am Angeln und sind generell fasziniert von Fauna und Flora. Zu uns gesellt sich nun aber auch regelmäßig der pure Luxus. Für Körper und Geist. Fisch der nur etwas Meersalz benötigt. Eigenhändig aus dem uns vertrauten Gewässer gefangen. Dazu vielleicht noch Pilze aus dem Wald und ein gutes Glas Wein. Das ist Lebensqualität. Bewusster, respektvoller und nachhaltiger kann man ein Stück Natur nicht genießen. Vorausgesetzt wir halten uns an einige Regeln. Fische sind Lebewesen und finden es sicher nicht lustig an einem Angelhaken zu hängen. Dementsprechend sollten wir mit ihnen auch umgehen. Dann gibt es autochthone Fischarten die auf jeden einzelnen reproduktionsfähigen Mutterfisch angewiesen sind. In den umliegenden Seen sind das die Seeforelle und der Seesaibling. In den Flüssen Äsche, Bachforelle, Nase, Huchen und Aalrutte. Dazu kommen noch einige meist unauffällige, da kleine oder nachtaktive Arten. Diese Fische sollten uns lebend die größte Freude bereiten und so wenig wie möglich belästigt werden. Jedes Lebewesen ist aber auch Teil eines komplexen Ökosystems in dem unzählige Organismengruppen eng miteinander vernetzt sind und sich ständig gegenseitig beeinflussen. Gedankenlose oder oft gut gemeinte Maßnahmen (z. B. Fischbesatz) führen nicht selten zu großen Katastrophen in diesen Lebensräumen. Nun aber zurück zum Wesentlichen. Als Angelfischer bin ich derzeit vom Weissensee einfach nur begeistert. Wir haben 214 und 215 großartige Fische gefangen. Die Reinanken-, Karpfen- und Schleienbestände sind mehr als zufriedenstellend. Hechte und Flussbarsche sind häufig wie eh und je. Die Zanderpopulation nimmt offensichtlich weiter zu. Rotaugen, Rotfedern, Lauben überall. 214 und 215 waren auch wieder geprägt von Ausnahmefischen. Reinanke: 74 cm, 4,16 kg; Flussbarsch: 5 cm, 2,6 kg; Amur: 27 kg (Länge?); Hecht: 128 cm, 15,5 kg; Schleie: 57 cm, 2,6 kg. Alles in Allem sehr erfreulich und ausgewogen. Jetzt kommt aber das Aber. Der Fischökologe in mir sieht das Ökosystem Weissensee viel kritischer. Der Hechtbestand ist und da kann man mir erzählen was man will für das Paradebeispiel eines Seeforellensees viel zu hoch. Der Flussbarsch- und Reinankenbestand auch. Die Rahmenbedingungen für eine gesunde Seeforellenpopulation sind also denkbar schlecht. Der Großteil (fast alle) der Besatzfische endet als Futter für die Räuber. Werden sie von diesen verschont müssen sie sich ständig mit anderen Fischen ums Futter streiten. Und sollten sie mit viel Glück irgendwann die Laichreife erreichen, dann tun sie gut daran nicht direkt im See abzulaichen. Denn hier warten vor allem die Renken ungeduldig auf den Luxuskaviar. Das Potential der neuen Fischzucht in Neusach am Mühlbach ist richtig gut und die Rahmenbedingungen sind nahezu ideal. Die Realität holt uns aber immer wieder ein. Der Kampf gegen Windmühlen ist mühsam und ein nachhaltiger Erfolg ist alles andere als gesichert. Hat dieser enorme ideelle und finanzielle Aufwand überhaupt einen Sinn? Ist es den meisten Anglern nicht sowieso egal ob sie einen Hecht oder eine Seeforelle fangen? Ist ihnen der Hecht vielleicht sogar lieber? Wieso tun wir uns das überhaupt an? Die Antworten: Ich selbst möchte nicht mit unseren Kindern und Enkelkindern ins Museum fahren müssen um ihnen ein Präparat einer Seeforelle zu zeigen, mit dem traurigem Anhang: Ja früher, da gab es die Seeforelle auch im Weissensee. Und ich denke, als Gewässerbewirtschafter sind wir nicht ernst zu nehmen, wenn wir sagen: Na ja, eigentlich haben wir ja das Potential eine halbwegs gesunde Seeforellenpopulation im Weissensee aufzubauen. Aber da steckt halt viel Aufwand dahinter. Und unsere Angler fangen eh lieber Hechte, Reinanken, Flussbarsche und Karpfen. Vielleicht ist hier ein Zitat ganz passend: Wer die Seeforelle nie mit eigenen Augen gesehen hat, der denkt sich auch weiter nichts dabei, wenn diese ausgestorben ist. Wir arbeiten aber jeden Tag mit der Seeforelle. Wir haben einen Bezug zu ihr. Sie ist uns wichtig. Und wir werden alles dafür tun um dieser Fischart ein Überleben im Weissensee zu ermöglichen. Wir tun es für das Ökosystem Weissensee, für unsere Kinder und Enkelkinder, für uns selbst und natürlich auch für den Angler, der sich an einem Seeforellensee auch eine Seeforelle verdient hat. Den Hecht- und Flussbarschbestand werden wir mit den derzeit eingesetzten Fangmitteln kurz-, mittelund auch langfristig sicher nicht zu Gunsten der Seeforelle beeinflussen. Wir werden daher auch in Zukunft immer wieder mit übergewichtigen Hechten konfrontiert werden, die sich an der Mündung des Mühlbaches zu einem Galaessen einladen. Die Reinanke ist als Wirtschaftsfaktor zu wichtig um eine Reduktion der Population zu rechtfertigen. Und was können Sie für die Weissensee - Seeforelle tun? Genießen sie einfach die Zeit am Wasser, zeigen sie Respekt vor einem wunderbaren und sensiblen Ökosystem und dessen Bewohnern und gönnen sie sich möglichst oft ein Luxusessen. Idealerweise mit Hecht und Flussbarsch. Ich wünsche allen Lesern einen erholsamen Aufenthalt an einem Ort der besonderen Art und dem Fischer die nötige Ruhe und Geduld, um möglicherweise den Fang seines Lebens anzulanden. Mit lieben Grüßen Mag. Martin Müller, Neusach 16, A-9762 Weissensee Tel.: 676 / , [email protected], HM AngelProfi Top Beratung und faire Preise Inhalt: Mag. Martin Müller, Gestaltung: Mag. Martin Müller, Stefan Valthe Druck: Samson Druck, Fotos: Barbara Müller-Ertl, Ernest Turnschek (Unterwasserfotos), Martin Müller 216 Mag. Martin Müller Exclusive Kunstköder. Von hochwertigen Perlmuttblinkern bis hin zu tausendfach bewährten Renkennymphen. Echte Raritäten und topmoderne Wobbler. Bei HM Angelprofi findet jeder Angler seinen Lieblingsköder. Gibts nicht gibt es bei uns nicht. Anrufen und beraten. Besuchen sie uns unter WEBSTA A N G E L G E R Ä T E

3 1. Der Weissensee Vertikale Temperaturschichtung Vertikale Sauerstoffverteilung Die Geschichte der Fischerei Der derzeitige Fischbestand Gewässerbewirtschaftung Bevor man anfängt zu Angeln Ökologie und Fang verschiedener Fischarten Seeforelle Fang Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Reinanke (Maräne) Fang...17 Methoden Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Hecht Fang Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Karpfen Fang Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Schleie Fang Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Flussbarsch Fang Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Zander Fang und Bewirtschaftung Amur Fang Seesaibling Fang Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Aitel Fang Rotauge Fang Rotfeder Fang Kaulbarsch Laube Bitterling Restliche Fischarten Der Krebsbestand Nachtangeln Kiemennetzbefischungen Fischparasiten Schonzeiten und Mindestmasse für Fische Wichtige Richtlinien Der Weissensee Seehöhe: 93 m ü. d. A. Länge: 11,5 km mittlere Breite: 572 m max. Breite: 9 m Fläche: 6,5 km² Einzugsgebiet: 46 km² mittlere Tiefe: 35,1 m größte Tiefe: 99 m Das Seebecken liegt in einer tief eingeschnittenen ost - west verlaufenden Talfurche der Gailtaler Alpen und wurde von einem Seitenast des Draugletschers, während der letzten Eiszeit vor etwa 1. Jahren, ausgeschürft. Die Westmulde und Teile des mittleren Seeabschnittes sind von Sumpfwiesen umgeben. Das Ostbecken wird dagegen, sowohl im Norden als auch im Süden, durch steil abfallende Hänge bzw. Felswände begrenzt, deren Steilheit sich auch in den Unterwasserhalden fortsetzt. Typisch für die flachen Uferbereiche sind die weißen Seekreidebänke die durch eingeschwemmte Kalkpartikel, Reste von Schneckenhäusern und biogene Entkalkung entstanden sind. Daher auch der Name Weissensee. Das türkis-blaue Farbenspiel saisonal im ständigen Wandel verdanken wir den Kalkkristallen im glasklaren Wasser. Diese zerstreuen das einfallende kurzwellige blaue Licht und schicken es schließlich zurück zum meist höchst erfreuten Auge des Betrachters. Der geringe Nährstoffgehalt (oligotropher Seetyp), die Größe, die Tiefe sowie die Temperatur- und Sauerstoffverhältnisse, machen den Weissensee zu einem Paradebeispiel eines Seeforellensees. Eine Belastung mit häuslichen Abwässern konnte durch den Bau einer Ringkanalisation (Baubeginn im Jahr 1968) verhindert werden. Dadurch verlor der Weissensee auch nie den Charakter eines nährstoffarmen Salmonidengewässers. Das Seebecken kann in drei unterschiedlich tiefe Abschnitte unterteilt werden. 1. Westmulde: a) - Gatschacher Becken Tiefe: max. 6 m b) - Brücke bis Neusacher Mühlbach Tiefe: max. 2 m 2. mittlerer Abschnitt: - Neusacher Mühlbach bis etwa 1km östlich vom Ronacherfels Tiefe: max. 55 m 3. östlicher Abschnitt: - etwa 1km östlich vom Ronacherfels bis zum Ostende Tiefe: max. 99 m Bei den Seezuflüssen handelt es sich um kleine Bäche, von denen nur der Mühlbach und der Praditzbach ständig Wasser führen. Weitere Zuflüsse sind unterseeische Quellen, die als Brunnen bezeichnet werden und z. T. den Seeforellen als Laichplätze dienen. Der Weißenbach ist der Abfluss des Weissensees und befindet sich am Ostufer. 4 5

4 1.1. Vertikale Temperaturschichtung Wasser hat bei ca. 4 C sein Dichtemaximum. Daher ist in tiefen Seen in Grundnähe auch annähernd diese Temperatur messbar. Das leichtere Wasser an der Seeoberfläche ist wärmer oder, im Winter, auch kälter. Wasser ist ein schlechter Wärmeleiter, daher sorgen die auf den See auftreffenden Sonnenstrahlen nur in den obersten Zentimetern für einen Temperaturanstieg. Für die Verfrachtung dieser dünnen, warmen Schichte in die Tiefe, ist der Wind verantwortlich. Dieser transportiert das Oberflächenwasser durch seine Scherkraft bis in den Uferbereich, wo es in die Tiefe gedrückt wird und von dort aus in entgegengesetzter Richtung zurückströmt. Diese Strömungen sind beim Angeln auch immer wieder zu beobachten. Der Dichteunterschied ist bei Wasser zwischen 24 und 25 C etwa 3 mal so hoch wie zwischen 4 und 5 C. Je wärmer nun das Oberflächenwasser ist, desto weniger tief kann es vom Wind nach unten gedrückt werden. Für den Weissensee bedeutet das Folgendes: Unmittelbar nach Eisbruch (März bzw. April) hat der Wasserkörper von der Oberfläche bis zum Grund annähernd die gleiche Temperatur (4 6 C). Durch gleichmäßigen, starken Westwind über mehrere Tage, wird das Oberflächenwasser zum Ostende des Sees transportiert und dort in die Tiefe gedrückt. Da es keine Dichteunterschiede im See gibt, wird der gesamte Wasserkörper in Zirkulation versetzt (Frühjahrszirkulation, Abb. 1). Dadurch gelangt sauerstoffreiches Oberflächenwasser in die Tiefe. Außerdem werden Nährstoffe (Phosphor, Stickstoff,...), die sich im Verlauf des Jahres am Seegrund angesammelt haben, wieder den Algen zur Verfügung gestellt, wodurch die Primärproduktion angekurbelt wird. Wind Wind 4 6 C Sonnenstrahlung e [m] Tiefe Temperatur [ C] Abb. 1: Frühjahrs- bzw. Herbstzirkulation. Der gesamte bzw. ein Großteil des Wasserkörpers wird durch starken, gleichmäßigen Wind in Zirkulation versetzt. Temperatur [ C] C 5 Sprungschichte C Abb. 2: Sommerstagnation. Der Wasserkörper unterhalb der Sprungschicht ist in den Sommermonaten mehr oder weniger von den darüber liegenden Wasserschichten bzw. von der Atmosphäre abgeschlossen. Tiefe [m] Bis Mitte Juni hat sich das Oberflächenwasser so weit erwärmt, dass auch starke Westwinde dieses am Ostende nicht tiefer als etwa 8 m nach unten drücken können. Es bildet sich also eine warme Oberflächenschicht, die auf einer kälteren Wasserschicht aufliegt. Da der Wasserkörper unterhalb von ca. 8 m nicht weiter erwärmt werden kann und Wasser bei 4 C am schwersten ist, nimmt die Temperatur in diesem Bereich innerhalb weniger Meter sehr stark ab (~1,5 C / m). Durch die sprunghafte Abnahme der Temperatur, wird diese Schicht auch als Sprungschicht bezeichnet (Abb. 2). Ab Oktober kühlt das Oberflächenwasser kontinuierlich ab. Dadurch sinkt es, da schwerer, nach unten und löst die stabile thermische Schichtung auf. Etwa ab Ende November ist die Wassertemperatur von der Oberfläche bis zum Grund wieder annähernd gleich und bei entsprechenden Windverhältnissen, kann es wieder zu einer Zirkulation des gesamten Wasserkörpers kommen (Herbstzirkulation) Vertikale Sauerstoffverteilung Zu einer Anreicherung von Sauerstoff in einem Gewässer kommt es: durch die photosynthetische Aktivität von Wasserpflanzen und Algen durch Eintrag aus der Atmosphäre gegebenenfalls durch Zuflüsse oder Quellen Zu einem Verbrauch von Sauerstoff kommt es: durch die Atmung der Tiere durch die Atmung von Algen und Pflanzen bei Nacht durch den bakteriellen Abbau organischer Substanzen Tiefe [m m] C Sprungschichte 4 5 C Abb. 3: Typisches Vertikalprofil der Sauerstoffkonzentrationen für den Weissensee in den Sommermonaten. Nicht jeden Frühling bzw. Herbst wird der gesamte Wasserkörper in Zirkulation versetzt. Dadurch kommt es zu teilweise langanhaltenden Perioden der Sauerstoffzehrung in der Tiefenzone. Die höchste Aktivität von Algen und somit die höchsten Sauerstoffkonzentrationen finden sich ganzjährig im Übergangsbereich zwischen warmer Oberflächenschicht und der Sprungschicht. Pflanzen sind in der Lage aus anorganischen Bestandteilen (Kohlendioxid, Wasser, Nährstoffe wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen,...) mit Hilfe der Sonnenenergie, organische Körpersubstanz aufzubauen (Photosynthese). Dabei entsteht Sauerstoff, welcher anderen Organismen für die Atmung zur Verfügung steht. In einem stehenden Gewässer ist die Photosynthese wohl der wichtigste sauerstoffliefernde Prozess. Die Lichtintensität nimmt mit der Gewässertiefe ab (das Licht wird von den Pflanzen bzw. anderen Partikeln verbraucht ) und daher ist die Photosynthese und somit eine Sauerstoffproduktion nur bis zu jener Tiefe

5 möglich, in der noch genügend Licht zur Verfügung steht. Der Sauerstoffverbrauch durch Tiere und Bakterien läuft aber auch darunter weiter und so kommt es zu einer Zehrung des Sauerstoffs in der Tiefenzone eines Sees. Dieses Tiefenwasser kann dann nur während der Frühjahrszirkulation (oder Herbstzirkulation) mit Sauerstoff angereichert werden. Die windgeschützte Lage des Weissensees, die im Verhältnis zur Länge geringe Breite und die große Tiefe, führen im Frühling (bzw. Herbst) nicht jedes Jahr zu einer Vollzirkulation. Das sauerstoffarme Tiefenwasser wird in solchen Jahren also nicht mit Sauerstoff angereichert, wodurch der Lebensraum für Tiere auf die oberen sauerstoffreicheren Zonen begrenzt wird (Abb. 3). Für sauerstoffbedürftige Fische (Forellen, Reinanken, Saiblinge) liegt die untere Verbreitungsgrenze häufig bei etwa 5 m. 2. Die Geschichte der Fischerei Im Jahr 1485 schrieb Paolo SANTONINO, Sekretär des Bischofs von Caorle, anlässlich eines Besuches in Oberkärnten in sein Tagebuch:... DER SEE SELBST ERFREUT SICH KEINER ANDEREN FISCHGAT- TUNG ALS DER FORELLEN, ABER DIESE SIND EBENSO GUT WIE SCHÖN,.... Dieser Eintrag wird heute als die erste urkundliche Erwähnung der Fischerei am Weissensee angesehen. Im Jahr 1883 veröffentlichte Prof. Dr. Vinc. HARTMANN eine Abhandlung mit dem Titel DAS THAL DES WEISSENSEES. In dieser beschrieb er 7 Fischarten (Korrekterweise sind es 6 Fischarten, da die Seeforelle und die Bachforelle verschiedene Ökoformen der gleichen Art sind.) und den Edelkrebs (Astacus astacus). Karpfenartige: Rotfeder (Scardinius erytrophthalmus) Aitel (Leuciscus cephalus) Schleie (Tinca tinca) Gründling (Gobio gobio) Elritze (Phoxinus phoxinus) Salmoniden: Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris) Bachforelle (Salmo trutta forma fario) Lachs (Salmo salar) Als häufigste Fischarten nannte HARTMANN die Rotfeder, den Gründling, den Aitel aber auch die Seeforelle. Die Seeforelle wurde auf Grund ihrer charakteristischen Färbung, die laut HARTMANN nur im Weissensee ausgebildet wurde, auch Goldforelle genannt. Als zweite Salmonidenart beschrieb er die Lachsforelle (nicht zu verwechseln mit der rotfleischigen, da karotingefütterten Regenbogenforelle aus den Fischzuchtanlagen), welche ein Gewicht von über 15 kg erreichte und Ähnlichkeiten mit einer stationären Form des atlantischen Binnenlachses aufwies beschrieb Dr. Ingo FINDENEGG den Zander (Sander lucioperca), die Schleie und die Seeforelle als wichtigste Nutzfische. Daneben kamen Rotaugen (Rutilus rutilus), Rotfedern, Aitel, Gründlinge, Elritzen und Bachforellen vor. Er wies damals auf einen starken Rückgang der Seeforelle hin. In den 196 er und Anfang der 197-er Jahre war jedoch wieder ein sehr guter Forellenbestand zu verzeichnen. Fische mit Gewichten über 1 kg waren keine Seltenheit und im Jahre 1974 wurde mit der Angel sogar ein Exemplar mit 2 kg gefangen. Ab diesem Zeitpunkt nahm der Seeforellenbestand aber kontinuierlich ab. Literaturrecherchen von Dr. Wolfgang HONSIG-ERLENBURG lassen darauf schließen, dass auch der Seesaibling (Salvelinus umbla alpinus) zum Urbestand des Weissensees zu zählen ist. Das Fischereirecht ist im Besitz der Agrargemeinschaft der 5 Dorfschaften vom Weissensee (A5D), welche derzeit aus 59 Mitgliedern besteht. Daneben gibt es noch private Fischereirechte an einigen Brunnen (das sind unterseeische Quellaustritte), welche früher von den Seeforellen als Laichplätze genutzt wurden. Lange Zeit war es Tradition an diesen Stellen während der Laichzeit vom Fischereirecht Gebrauch zu machen. Gefangen wurden die Fische mit Kiemennetzen bzw. mit dem Gärn (Stechgabel). Heute werden nur noch selten Netze an den Brunnen ausgelegt. Abgesehen von diesen Befischungen und im Zuge einiger wissenschaftlicher Untersuchungen, war der Fang von Fischen am Weissensee bis zum Jahr 24 den Angelfischern vorbehalten. Das verantwortungsbewusste, ökologische Denken einiger Vorstandsmitglieder der A5D und meine Ausbildungen im Bereich der Fischzucht, Fischökologie und Fischbiologie, ermöglichen heute eine enge Zusammenarbeit und somit eine ganzheitliche Bewirtschaftung des Weissensees. Zielorientierte wissenschaftliche Untersuchungen, Seeforellen- und Reinankenlaichfischfang, Aufzucht von hochwertigen Besatzfischen, Fanglistenauswertungen, Erarbeitung von Bewirtschaftungsstrategien, Kiemennetzbefischungen unter kontrollierten Bedingungen und die Vermarktung von frischen Fischen aus dem Weissensee, sind die Kernpunkte dieser Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt der Bewirtschaftung steht aber nach wie vor die Angelfischerei. 3. Der derzeitige Fischbestand Besatzmaßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Weissensees als Angelgewässer bzw. ungewollte Einschleppungen ließen die Fischartenzahl in den letzten hundert Jahren von ursprünglich 7 (6) auf derzeit ca. 2 ansteigen. Das Ökosystem veränderte sich dadurch völlig. Zwei autochthone Kleinfischarten waren den neuen Konkurrenzerscheinungen bzw. dem erhöhten Räuberdruck nicht gewachsen und sind seit den 197-er Jahren nicht mehr nachweisbar. Namentlich der Gründling und die Elritze. Der Seeforelle erging es ähnlich. Bei ihr waren aber wohl auch übermäßige Befischungen während der Laichzeit bzw. Besatzmaßnahmen mit ungeeigneten Zuchtforellen eliminierende Faktoren. Sie wurde in den letzten Jahren wieder mehr oder weniger erfolgreich eingebürgert. Die Abundanzen (Anzahl der Individuen) der einzelnen Fischarten unterliegen einem ständigen Wandel. Vor etwa fünfzehn Jahren stellte die Reinanke alle anderen Fischarten in den Schatten. Heute bildet sie, so wie das Rotauge, der Flussbarsch, der Aitel, der Hecht, der Karpfen, die Schleie, die Rotfeder, die Laube und der Zander, weitestgehend ausgewogene Bestände. Bei der Seeforelle und beim Seesaibling arbeiten wir intensiv an einem gesunden, sich selbst erhaltenden Bestand. Der Weissensee ist aber auch immer wieder für Überraschungen gut. Wie aus den Nichts tauchen plötzlich Fische auf, die es hier gar nicht geben dürfte. So zieht ein Rapfen (Aspius aspius - grundsätzlich in Kärnten nicht heimisch) seit ein paar Jahren direkt vor dem Hotel Ronacherfels seine Runden. Dann gab es immer wieder Berichte von Tauchern die einen Wels (Silurus glanis) in den Tiefen des Weissensees gesehen haben wollten. Im Juni 21 gelang es Dr. Arnold so einen Fisch (laut seinen Angaben ca. 15 cm lang) zu fotografieren. Im Juni 211 wurde dieser (oder vielleicht auch ein ähnlicher) Waller dann tatsächlich mit der Angel gefangen. Da der Fisch seinen Fänger während der gesetzlich festgelegten Schonzeit überraschte, wurde er korrekterweise wieder zurückgesetzt. Und so gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch heute noch zumindest einen Wels (und gar keinen kleinen) im Weissensee. Den anderen Fischen, ob autochthon oder nicht, wird s egal sein. Den Fischökologen auch. Für gute Geschichten ob wahr oder nicht ist so ein Fisch aber ein Segen. häufige Fischarten seltene Fischarten mit fischereiwirtschaftlicher Bedeutung mit fischereiwirtschaftlicher Bedeutung - Reinanke (Coregonus lavaretus) - Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris) - Hecht (Esox lucius) - Seesaibling (Salvelinus umbla alpinus) - Karpfen (Cyprinus carpio) - Zander (Stizostedion lucioperca) - Schleie (Tinca tinca) - Amur (Ctenopharyngodon idella) - Flussbarsch (Perca fluviatilis) - Rotauge (Rutilus rutilus) - Rotfeder ( Scardinius erythrophthalmus) - Aitel (Leuciscus cephalus) - Laube (Alburnus alburnus) 8 9

6 seltene Fischarten ohne fischereiwirtschaftlicher Bedeutung: - Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) - Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) - Brachse (Abramis brama) - Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix) - Giebel (Carassius auratus gibelio) - Wels (Silurus glanis) - Rapfen (Aspius aspius) - Bachforelle (Salmo trutta forma fario) 4. Gewässerbewirtschaftung Manche Bewirtschaftungsmaßnahmen, Vorschriften und Verbote sind nicht immer unmittelbar nachvollziehbar oder verständlich. Sie sind jedoch die Vorraussetzung für einen nachhaltigen und ökologisch auch vertretbaren Fischbestand. Der Gewässerbewirtschafter ist verantwortlich für die Erhaltung bzw. Schaffung eines seetypenspezifischen Fischbestandes und hat sich dabei nach dem jeweiligen Landesfischereigesetz zu richten. Gleichzeitig soll aber auch der Angler zufriedengestellt werden. Die herrschenden Rahmenbedingungen (Nahrungsverfügbarkeit, Temperatur, Gesetze,...) machen es nicht möglich, den Weissensee im Sinne eines Angelteiches mit x-beliebigen Fischarten voll zu stopfen. Das wäre auch in keiner Weise im Sinne einer ökologischen Bewirtschaftung. Eine Verbannung aller nicht standortgerechten Fischarten aus dem See wäre aber ebenso falsch. Es gilt daher einen goldenen Mittelweg zu finden. Vorraussetzung für eine ordentliche Bewirtschaftung eines Gewässers sind Kenntnisse über die vorkommenden Fischarten und deren Bestandsgrößen, ihre Verteilung im See, ihre Ernährungsweise, die natürliche Vermehrungsrate und über Konkurrenzphänomene. Es ist auch notwendig Veränderungen im Populationsaufbau einer Fischart zu erkennen. All diese Punkte setzen eine ständige Beobachtung des Fischwassers voraus. Je mehr und genauere Daten zur Verfügung stehen, desto bessere Auswertungen sind möglich, die im Endeffekt auch eine bessere Bewirtschaftung nach sich ziehen. Seit dem Jahr 1991 gibt es Fanglisten in die ein Angler jeden Fisch, der aus dem See entnommen wird, eintragen muss. Diese Eintragungen (die leider nicht immer ganz korrekt erfolgen) liefern seitdem entscheidende Daten, welche die Trends bei der Populationsentwicklung der einzelnen Wirtschaftsfischarten deutlich aufzeigen. Umfangreiche fischökologische Untersuchungen seit dem Jahr 1996 brachten wertvolle Erkenntnisse über Fischartenverteilungen, Ernährungsweisen, Populationsaufbauten, Parasitierung, Konkurrenzphänomene, u. v. m.. Die seit Juli 24 durchgeführten Befischungen mit Kiemennetzen im Freiwasserbereich des Weissensees liefern wichtige Daten über den Reinanken-, Seeforellen- und Seesaiblingsbestand. Im Herbst 28 wurde eine wissenschaftliche Echolotuntersuchung durchgeführt (Gassner; Bundesamt für Wasserwirtschaft, Scharfling). Diese ermöglichte eine Abschätzung der Fischbiomasse und eine Größenklassenverteilung der festgestellten Fische. Im Herbst 216 ist wieder eine hydroakustische Fischbestandserhebung geplant. Seit 28 werden Multimaschennetze eingesetzt, um die Altersstrukturen und Längenhäufigkeiten der Fischpopulationen (besonders der Reinanken) festzustellen. Wenn man weiß welche Jahrgänge in welchen Dichten vorkommen, wie es um die Nahrungsverfügbarkeit steht und mit welchem Alter bzw. mit welcher Größe die Fische die Geschlechtsreife erreichen, dann kann man ganz gezielt in die Population eingreifen. Durch Besatz und / oder durch Entnahme- und Mindestmaßregelungen. 5. Bevor man anfängt zu Angeln In keinem Gewässer sind Fische gleichmäßig verteilt. Es gibt immer wieder Strecken, die nahezu fischleer sind. Es gibt aber auch richtige hot spots. Daher macht es wenig Sinn, den Köder irgendwo auszuwerfen. Das ist reine Glückssache. So dumm es auch klingt: Sie müssen dort fischen, wo sich die Fische aufhalten. Ich empfehle daher jedem Angler, schon früh morgens den See mit dem Boot abzufahren. Im meist klaren Wasser kann man die Fische gut sehen. Besonders Schleien und Flussbarsche zeigen wenig Scheu vor dem Boot. Es gibt aber noch viele andere Anhaltspunkte. Raubfische sind meist dort wo sich Kleinfischschwärme aufhalten. Haubentaucher können bei der Suche sehr hilfreich sein. Karpfen und Amur durchbrechen oft mit einem lauten Platschen die Wasseroberfläche und wenn sie im flacheren Westteil vom Grund Nahrung aufnehmen, dann sieht man die aufsteigenden Gasblasen als regelrechte Fraßspuren. Einige Angler suchen z. B. Hechte, Flussbarsche und Zander im Boot stehend und versuchen, z. T. sehr erfolgreich, die gesichteten Fische mit ihren Ködern zu überlisten. Reinanken sieht man nur im Frühling im flachen Wasser entlang der Scharkante. Man kann sie hier auch mit der Hegene fangen. Das restliche Jahr hält sich der Großteil der Renken in Tiefen von ca. 1 m bis ca. 3 m auf. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, verschiedene Tiefen und verschiedene Bodenstrukturen (Schlamm, Armleuchteralgen) zu befischen. 6. Ökologie und Fang verschiedener Fischarten Im Folgenden wird für jede Fischart erläutert, welche Ursachen der spezifischen Bewirtschaftung zugrunde liegen und welche grundsätzlichen Überlegungen dazu beitragen können den Angeltag etwas erfolgreicher zu gestalten Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) Die Seeforelle zählt zum Urbestand des Weissensees und war über viele Jahre der häufigste Nutzfisch. Zwischen 197 und 198 ist der Bestand aber innerhalb kürzester Zeit sehr stark zurückgegangen. Als Gründe werden die Veränderung der Fischartenzusammensetzung, eine Überfischung, der Besatz mit nicht heimischen und daher genetisch ungeeigneten Forellen, sowie der Verlust von Laichplätzen diskutiert. Eine Eutrophierung (= Eine Zunahme von Nährstoffen, die zu einer erhöhten Produktivität eines Gewässers führt und meist auch eine Verschiebung des Fischartenspektrums nach sich zieht) kann ausgeschlossen werden. Schon während bzw. kurz nach dem Verschwinden des Weissenseelachses wurde mit sehr großem finanziellen und ideellen Aufwand versucht, diese edle Fischart wieder einzubürgern. Die Bemühungen blieben vorerst jedoch aus vielerlei Gründen unbelohnt. Erst Ende der 199-er Jahre gelang es, durch den Besatz großer Mengen qualitativ hochwertiger und genetisch einwandfreier Fische - die in ihrem Erscheinungsbild sehr an die Urform des Weissensees erinnern - wieder einen kleinen Bestand aufzubauen. In den ersten Lebensjahren sind Seeforellen bei der Nahrungswahl recht flexibel. Auf der Suche nach Zooplankton, Insektenlarven, Anflug (geflügelte Insekten) oder Kleinfischen wandern sie ständig zwischen der bevorzugten kalten Tiefenzone und der häufig nahrungsreicheren warmen Oberflächenschicht bzw. dem Uferbereich hin und her. Vertikale Wanderungen von 3 m und mehr, innerhalb kürzester Zeit, sind keine Seltenheit. Große Seeforellen besiedeln in den Sommermonaten dagegen mehr oder weniger nur die tieferen Wasserschichten und ernähren sich vorwiegend von Fischen. Als Laichhabitate dienen der Mühlbach in Neusach, der Seeabfluss am Ostende und auch einige Stellen im Weissensee selbst. Diese sind uns derzeit jedoch noch unbekannt. Die früher genutzten unterseeischen 1 11

7 Quellen, die Brunnen, werden von den Forellen seit vielen Jahren ignoriert. Die Laichzeit beginnt Mitte November und endet im Jänner. Es können aber meist schon ab Mitte Oktober die ersten größeren reproduktionsfreudigen Fische im flachen Uferbereich beobachtet werden. Als Laichplätze wählen Seeforellen kiesige Stellen die gut mit Sauerstoff versorgt sind. Hier treffen sich die Rogner (weibliche Fische) und Milchner (männliche Fische) um eine Laichgrube anzulegen. In diese werden nach einem längeren Vorspiel zeitgleich Eier und Spermien portionsweise abgegeben. Von Kies bedeckt entwickeln sich die befruchteten Eier innerhalb der nächsten 3 Monate (je nach Wassertemperatur) zu fressfähigen Fischchen. Diese befreien sich aus dem Sediment und beginnen, auf sich allein gestellt, das höchst gefährliche Abenteuer Leben Fang Junge, meist untermaßige Seeforellen werden häufig mit der Hegene als Beifang beim Renkenfischen erbeutet. Bitte behandeln sie solche Fische besonders vorsichtig und setzen sie diese wieder zurück. Sie sollten auch beachten, dass trockene Oberflächen die Schleimschicht der Fische derart verletzen, dass dies durch sekundäre Infektionen zum Tod der Fische führen kann. Wenn sie also einen gefangenen Fisch wieder zurücksetzen wollen (oder müssen), dann bitte den Fisch keschern und den Haken außerhalb des Bootes lösen. Bitte den Fisch niemals mit trockenen Händen anfassen! Die meisten großen Seeforellen wurden in den letzten Jahren beim Schleppen bzw. mit dem Wurm gefangen. Topköder sind Perlmuttspangen die mit Hilfe eines Downriggers, Paravans bzw. eines Wickelbleis problemlos in der erforderlichen Tiefe angeboten werden können. Gummifische (z. B. Castaic), Wobbler und Köderfischsysteme funktionieren ebenso und auch der tote Köderfisch langsam geschleppt brachte gute Erfolge. Wie schon oben erwähnt verlassen große Seeforellen in den Sommermonaten nur selten die kalte Tiefenzone. Der Köder sollte daher zumindest im Übergangsbereich zwischen der warmen Oberflächenschicht und der Sprungschicht in ca. 8 9 m oder etwas tiefer angeboten werden. Das Angeln mit Fischeingeweiden ist verboten!!! Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Bis zum Jahr 1999 betrug das Mindestmaß für die Seeforelle 5 cm. Obwohl es aus heutiger Sicht viel zu niedrig angesetzt war, konnten bis zum Jahr 1998 nur bescheidene Jahresausfänge erzielt werden (Tab. 1). Das gute Ergebnis im Jahr 1991 war die Folge von Besatzmaßnahmen mit fangfähigen Seeforellen, die sich im See jedoch nicht längerfristig behaupten konnten. Daher sucht man Meldungen von Fischen mit Längen über 6 cm von 1991 bis 1998 auch vergeblich. Ab dem Jahr 1999 zeigt sich die Population erfreulicherweise von einer etwas anderen Seite. Die in den Jahren 1998 und 1999 besetzten mehrjährigen Seeforellen (ca. 8. Stk.!!! mit Längen von 3 cm bis 5 cm) waren auch noch Jahre später, nun als erwachsene Fische mit Längen von bis zu knapp 9 cm, in den Fangstatistiken und an den Laichplätzen präsent. Und das sind genau die Fische die ein Seeforellengewässer braucht. Fische mit gewaltigem Wachstumspotential und einem Alter beim Erreichen der Laichreife von zumindest 4 bis 5 Jahren. Erstlaicher mit Längen von über 7 cm sind in solchen Populationen keine Seltenheit. Und es ist nun einmal fischökologischer Wahnsinn die allerbesten und allerwichtigsten Individuen aus dem See zu entnehmen, bevor sie zumindest einmal abgelaicht haben. Besonders dann, wenn man auf jede einzelne geschlechtsreife Seeforelle angewiesen ist, um dieser außergewöhnlichen Fischart ein längerfristiges Überleben im Weissensee zu ermöglichen. Von Ende November bis Ende Dezember wird seit dem Jahr 21 das fischereiliche Hauptaugenmerk auf den Laichfischfang der Seeforelle gelegt. Die in den Mühlbach einwandernden Fische werden gefangen, vermessen (Länge und Gewicht), fotografiert, abgestreift und wieder in den Weissensee zurückgesetzt. Durch das Foto kann jede Seeforelle eindeutig identifiziert werden und es ist leicht feststellbar, ob ein Fisch schon in den Jahren zuvor abgelaicht hat bzw. wie viel er oder sie seit dem gewachsen ist (Foto 1). Foto 1: Bei beiden Fotos handelt es sich um den gleichen Rogner. Das obere Bild wurde am aufgenommen. Das untere Bild am In beiden Jahren kam diese Forelle in den Mühlbach zum Ablaichen. Dort wurde sie gefangen und nach dem Abstreifen der Eier wieder freigelassen. Im Dezember 21 hatte dieser Fisch eine Länge von 7 cm und ein Gewicht von 5,92 kg (Gewicht mit Laich. Zurückgesetzt wurde die Forelle mit einem Gewicht von ca. 5 kg). Anfang Dezember 22 hatte der gleiche Fisch eine Länge von 81,5 cm bei einem Gewicht von 8,18 kg. Obwohl mit den Mutterfischen so vorsichtig wie möglich umgegangen wird, muss man davon ausgehen, dass ein großer Anteil von ihnen die Phase nach dem Ablaichen nicht überlebt. Das gleiche gilt auch für Fische die ohne unsere Hilfe im See reproduzieren. Das erklärt auch warum seit dem Jahr 21 nie Seeforellen mit Längen von über 9 cm gefangen wurden. Am Wachstumspotential liegt es sicher nicht. Folglich bedarf es einer relativ großen Grundpopulation damit einige wenige außergewöhnlich große Seeforellen, mit Längen von über einen Meter, übrig bleiben. Es sind also viel mehr Besatzfische als bisher notwendig um im Weissensee, bei den herrschenden Rahmenbedingungen, eine ausreichende Grundpopulation aufzubauen. So große Fischmengen sind in der geforderten Qualität allerdings kaum erhältlich. Wenn doch, dann sind diese nicht mehr finanzierbar. Die neue Fischzuchtanlage der Agrargemeinschaft der fünf Dorfschaften in Neusach bietet nun die Möglichkeit mehr oder weniger beliebig viele Besatzfische zu produzieren. Die Anlage ist das ganze Jahr über zu hundert Prozent ausgelastet (also immer voll mit Fischen) und die Besatzfische können direkt von den Aufzuchtsbecken über den Mühlbach in den Weissensee entlassen werden. Streß (für die Fische) durch keschern, Transport oder unterschiedliche Wassertemperaturen fallen dadurch weg. Erreicht eine von uns besetzte Seeforelle im Weissensee die Geschlechtsreife (Das ist alles andere als leicht.) dann ist sie auf das Wasser ihrer Geburt und Kinderstube geprägt und wandert mit Sicherheit zum Mühlbach zurück um dort abzulaichen (homing)

8 Fakt ist aber leider, dass weniger als 1 % der in der Zucht aufgewachsenen und in den Weissensee entlassenen Seeforellen die Geschlechtsreife erleben. Der Großteil von ihnen fällt wohl den Hechten zum Opfer, die auch vor relativ großen Fischen (über 6 cm) keinen Respekt zeigen (Foto 2). aber keine große Überraschung. Die vielen in den Hechtmägen vorgefundenen Seeforellen und die doch eher geringe Präsenz der grundsätzlich so auffälligen Raubfische, über die gesamte Saison 215, ließen schon erahnen, wie es um die Besatzfische steht. Eine definitive Beurteilung über Erfolg oder Misserfolg der bisher geleisteten Arbeit wird aber erst in den nächsten Jahren möglich sein. Die Würfel sind noch nicht gefallen. Foto 2: Links: Drei Seeforellen (42,3 cm, 45,6 cm, 47,4 cm). Besetzt im November 25. Gefangen mit einem Kiemennetz am Der obere und der untere Fisch weisen eine Hechtbissverletzung auf. Die obere und die mittlere Seeforelle hatten einen Angelhaken im Magen. Rechts: Seeforelle 64,5 cm; 2,13 kg. Gefangen mit einem Kiemennetz am Stark abgemagerter Fisch mit Hechtverletzung (Bild oben) und Angelhaken im Magen (Bild unten). Manche Seeforellen überleben einen Angelhaken, trockene Anglerhände oder einen sandigen Bootsboden nicht. Oder einen Holzknüppel. Wieder andere verfangen sich in den Kiemennetzen so unglücklich, dass es keinen Sinn macht, sie wieder in die Freiheit zu entlassen. (Zwischen 4 und 8 % der besetzten Seeforellen mit Längen von 3 5 cm wurden in der Vergangenheit Opfer von Kiemennetzen.). Große Fische können in den allermeisten Fällen unverletzt aus den Netzen befreit und zurückgesetzt werden. Schaut man sich die Fangstatistiken und die Aufzeichnungen der Laichfischfänge bei den Seeforellen an, dann zeigen diese einen direkten Zusammenhang zur Anzahl der besetzten (mehrjährigen) Fische. Natürlich ein paar Jahre zeitversetzt. Im Dezember 215 hätten die ersten frühreifen Forellen (vor allem Milchner), die in den Jahren 213 und 214 besetzt wurden (ca. 1. Stk mit Längen von 1 cm 35 cm), den Mühlbach zum Laichen aufsuchen sollen. Gerade einmal fünf Forellen, mit Längen um die 6 cm, haben das auch getan. Dieses sehr ernüchternde Ergebnis war Angeln am Weissensee Doppel-/Einzelzimmer, SAT/TV, Genussfrühstück Privater Strand mit Anglersteg Boot mit E-Motor & Angelkarte absperrbare Kabinen & Stromanschluss am Strand Tiefkühlmöglichkeit, Nachtfischen Gratis WLAN und Parkplatz Ferienhof HoffmanN *** und Strandbungalow Fam. Brandner/Burian Neusach 2 A 9762 Weissensee [email protected] Ab Euro 9,- (pro Person pro Tag) Schonzeit: Fangbeschränkung: siehe bei Wichtige Richtlinien... Mindestmaß: 7 cm Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 6,16 kg cm 4,86 kg cm 7,5 kg cm 11,65 kg Tab. 1: Seeforellenbesatz und -ausfang im Jahresvergleich ( ). Mindestmaß: bis 1999 = 5 cm; 2 22 = 6 cm; ab 23 = 7 cm; 1+ = einjährig; 2+ = zweijährig Besatz Angelfänge vorgestreckt u. 3+ >= >= >= Jahr 3-5 cm 1-3 cm 3-5 cm 5 cm 6 cm 7 cm [Stk] [Stk] [Stk] [Stk] [Stk] [Stk] Reinanke (Maräne) (Coregonus lavaretus) Der erste Besatz mit Reinanken erfolgte am Weissensee im Jahr 1934 in Form von Larven. Aus diesen Besatzfischen entwickelte sich in den folgenden 5 Jahren ein sehr guter Bestand, der jedoch unbeachtet blieb, da in diesem Zeitraum keine erwerbsmäßige Fischerei mit Kiemennetzen betrieben wurde und noch keine effektive Angelmethode zur Verfügung stand. Die Entwicklung der Nymphenhegene, die am Weissensee erstmals um 198 zum Einsatz kam, machte es aber schließlich möglich Coregonen gezielt und erfolgreich mit der Angel zu befischen. Innerhalb weniger Jahre wurde die Reinanke dann zur beliebtesten und wichtigsten Wirtschaftsfischart des Weissensees. Das Fleisch ist von ausgezeichneter Qualität, jedoch sehr empfindlich gegenüber Wärmeeinfluss. Die Fische sollten daher nach dem Fang so schnell wie möglich ausgenommen und anschließend gekühlt werden. Heißgeräuchert ist die Reinanke eine Delikatesse und gebeizt (graved) besticht sie durch ihren dezenten Eigengeschmack. Große Reinanken (> 4 cm) ernähren sich, bei entsprechender Verfügbarkeit, fast zu 1 % von Bodenorganismen wie Zuckmückenlarven und -puppen, Wasserasseln und Muscheln (Abb. 4). Nur bei sehr gutem Zooplanktonangebot nutzen auch große Maränen diese proteinreiche Nahrungsquelle (Abb. 5).

9 Zwischen Juni und September zählen auch junge Flussbarsche zum Nahrungsspektrum. Kleine Reinanken ernähren sich vorwiegend von Zooplankton. Während der Laichzeit (Dezember) werden die Eier der laichenden Artgenossen zu einer gerne genutzten Nahrungsquelle (Foto 3). Foto 3: Links: Magen einer Reinanke während der Laichzeit im Dezember, gefüllt mit dem Laich der Artgenossen. Rechts: Mageninhalt (12!!! Flussbarsche) einer Reinanke (Länge: 55,7 cm; Gewicht: 1474 g). Gefangen am im Freiwasser mit einem Kiemennetz. Abb. 4: Einige typische Beispiele für Bodenorganismen die von Coregonen konsumiert werden. Derzeit besteht der Großteil der Renkenpopulation aus sehr schnellwüchsigen Fischen die erst im vierten Lebensjahr (3+) geschlechtsreif werden. Bei den Untersuchungen im Herbst 215 waren allerdings kleinwüchsige und sehr früh geschlechtsreif werdende Fische in deutlich höheren Dichten nachweisbar, als in den Jahren davor. Warum solche Fische plötzlich vermehrt auftreten ist ein Rätsel. Um ihren Nachwuchs einen guten Start ins Leben zu ermöglichen sind die Weisseenseecoregonen grundsätzlich sehr flexibel. Manche Fische laichen in Tiefen von 15 bis 25 m über schlammigem Grund, andere im Uferbereich über schlammigem Grund und wieder andere in Uferbereichen mit kiesigem Untergrund. Die großwüchsigen Maränen beginnen mit der Reproduktion in der letzten November- bzw. in der ersten Dezemberwoche. Kleinwüchsigere Reinanken laichen lieber ein bis zwei Wochen später. Eine scharfe Trennung der verschiedenen Populationen gibt es im Weissensee nicht. Der See ist dazu zu klein und die Einflüsse von Besatzmaßnahmen waren und sind wohl zu groß. Abb. 5: Einige Beispiele für typische Zooplanktonkrebse der Freiwasserzone des Weissensees Fang Der Fang erfolgt in den meisten Fällen mit der Nymphenhegene etwa bis 3 m über dem Grund. Die Nymphen sollen dabei die Larven- bzw. Puppenstadien von Zuckmücken imitieren, welche eine der wichtigsten Nahrungskomponenten der Reinanken darstellen. Die meisten Angler versuchen ihr Glück im Bereich zwischen der Wasserschischule (etwa 4 m östlich der Brücke) und dem Mühlbach in Neusach in Tiefen zwischen 1 und 2 m. Östlich des Mühlbaches wird nur noch die Scharkante bis max. 3 m befischt. Bei Wassertemperaturen von unter 15 C (bis Mitte oder Ende Mai) besiedeln Reinanken auch die flachen Uferbereiche und können dort mehr oder weniger auf Sicht befischt werden. Generell erzielt man im Frühling im flacheren Wasser bessere Erfolge. Es ist also günstig wenn man mit dem Boot in der Nähe der Scharkante angelt. Hier kann man dann verschiedene Tiefen befischen. In flachen, verkrauteten Bereichen fängt man meist auch die größeren Maränen. Zeitweise ziehen Reinanken, entsprechend kaltes Wasser vorausgesetzt, auch direkt an der Oberfläche und fressen hier auch Anflugnahrung. Sie können mit dem Schwimmer dann auch in der Schwebe gefangen werden

10 Methoden Reinankenschwimmer: Dabei handelt es sich um einen überdimensional großen Schwimmer, der bei richtigem Einsatz hervorragende Eigenschaften besitzt: Man hat zu jeder Zeit einen Überblick davon in welcher Tiefe man fischt. Die Nymphen werden bei gut eingestellter Tiefe vom Schwimmer in Bewegung gehalten. Die Fische haken sich durch das verwendete Grundblei (2 3g) von selbst. Auf den Zug den das Grundblei nach unten ausübt, reagiert die gehakte Reinanke mit Gegenzug und schwimmt daher fast senkrecht nach oben. Dadurch fällt der Schwimmer um und signalisiert den Biss. Seit einigen Jahren haben sich Oberflächenschwimmer durchgesetzt die keine Tiefeneinstellung erfordern. Diese sind sehr lang, perfekt austariert und funktionieren hervorragend. Tiefenschwimmer: Dieser wird durch das Grundblei (2 3g) mit in die Tiefe gezogen. Seine Aufgabe besteht lediglich darin die Hegene senkrecht zu halten. Die Fische haken sich von selbst und der Biss wird durch die Rutenspitze angezeigt. Durch diese Methode erspart man sich die Tiefeneinstellung des Schwimmers m Zupfen : Dafür wird eine sehr feine Angel (z. B. spezielle Renkenruten mit Freilaufrolle oder auch Winkelpickerruten) verwendet. Vom Boot aus wird die mit 3 8 g beschwerte Hegene bis zum Grund abgesenkt. Durch langsames Anheben und wieder Absenken der Rutenspitze soll der Reiz der Nymphen erhöht werden. Den Biss erkennt man an der Rutenspitze, bzw. spürt man in den Fingerspitzen. Sobald das geringste Anzeichen eines Bisses registriert bzw. erahnt wird, muss ein leichter Anschlag gesetzt werden. Diese Methode setzt also ständige Konzentration voraus und besonders bei wechselnder Windrichtung ist es oft mühsam die Position des Bootes zu halten. Viel entscheidender, als die Methode die man wählt, sind jedoch die Qualität der verwendeten Nymphen sowie der Angelplatz. Da grundsätzlich mit sehr feinem Material gefischt wird und Reinanken, durch den anatomischen Bau ihres Maules, sehr leicht aushaken, darf die verwendete Angel nicht zu steif sein. Fischpopulationen beeinflussen generell die Zusammensetzung und Größe der von ihnen bevorzugten Nährtiere. Möglichst große, mundgerechte, nahrhafte und leicht verfügbare Organismen werden bevorzugt. Das selektive Verhalten der Reinanken bei der Nahrungswahl hat daher auch großen Einfluss auf die Fängigkeit der verwendeten Köder. Seit ein paar Jahren sind am Weissensee wieder große Nymphenhaken der Größe 12 bis 14 erfolgsversprechend. Die Jahre davor war das Angeln mit solchen Haken mehr oder weniger aussichtslos. Der Grund: Der sehr hohe Renkenbestand bis zum Jahr 26 führte zu einer radikalen Dezimierung der großen Zuckmückenarten. Daher passten in der Folge zu große Nymphenimitationen nicht mehr ins Nahrungsspektrum der Coregonen. Einigermaßen gute Fänge erzielten daher nur noch Angler die mit kleinen Hakengrößen (18 22) experimentierten. Die sehr schwachen Renkenjahrgänge bis zum Jahr 27 führten schließlich zu einer generellen Entspannung der vorher nachweislich schlechten Nahrungsbedingungen für die Reinankenpopulation und wieder zu einer höheren Vermehrungsrate bei den großen Zuckmücken. Es gibt sehr viele unterschiedliche Meinungen über die Fängigkeit verschiedener Nymphenimitationen. Dem experimentierfreudigen Anglern bzw. Nymphenbindekünstlern stehen eine unglaubliche Fülle von verschiedenen 2-3 m 3-5 m Wasseroberfläche Karabiner 2-3 m Blei Wasseroberfläche Nymphe Wasseroberfläche Nymphe Blei Angel Blei 2-5 cm Nymphe Bewegung durch Wellen m Boot m Angelleine Anker Angelhaken und Bindematerialien zur Verfügung. Und es gibt dann tatsächlich immer wieder Tage an denen ganz bestimmte Muster viel mehr fangen als andere. Ein paar Tage später können es dann wieder ganz andere Muster sein. Man muss sich das einmal vorstellen: Da schwimmt eine Reinanken in der Tiefe des Weissensees im letzten Licht der Abenddämmerung. Sie kommt an eine Hegene mit fünf kleinen Haken, sucht sich einen bestimmten aus und macht einem Angler eine große Freude. Dann kommt wieder eine Renke und wählt den gleichen Haken. Und die nächst wieder. Und die nächste wieder. Auf was ich hinaus will: Seien sie experimentierfreudig. Derzeit liegt es sicher nicht am Renkenbestand, wenn man während der Wartezeit auf einen Biss ein Buch fertig lesen kann. Dann braucht es andere Nymphen oder eine andere Tiefe oder einen anderen Angelplatz. Oder es ist einfach nur ein ganz schlechter Tag (Der dann innerhalb von Sekunden zu einem sehr guten werden kann, denn: Solange der Haken im Wasser ist, fischt er!). Alles was sie zum erfolgreichen Reinankenfischen benötigen (auch viele Informationen) finden sie auf oder auch beim Alpensport in Techendorf Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Wie aus Tab. 2 ersichtlich steckte die Reinankenfischerei am Weissensee zu Beginn der 199-er Jahre noch in ihren Anfängen. Der Ertrag lag vorerst bei ca. 1. Individuen, erhöhte sich dann aber bis zum Jahr 1995 auf das Vierfache. Der Fang einer kleinen Renke (< 4 cm) war damals eine seltene Ausnahme. Das änderte sich bis zum Jahr 1999 jedoch gravierend. Ein sehr genau geführtes Fangbuch von Herrn Stefan TRAAR zeigt dies sehr eindrucksvoll. Von ihm wurden in der Angelsaison 1999 insgesamt 461 Reinanken gefangen und, jetzt kommt s: Davon hatten nur 23 das Mindestmaß von 4 cm (also nur jede 15,7-te). Im Durchschnitt fing er 9,25 Renken pro Angelausflug. Jahr Ausfang [Ind.] Tab. 2: Reinankenausfang im Jahresvergleich ( ). Mindestmaß = 4 cm. Von 1991 bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben bei der Auswertung unberücksichtigt. Auswertung durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig. Die niedrigen mittleren Konditionsfaktoren in den Jahren (Der Kf gibt das Verhältnis von Fischgewicht zur Fischlänge an, wobei gut genährte Fische ein höheres Gewicht und somit einen höheren Kf aufweisen), die hohe Zahl von leeren Mägen bei den untersuchten Reinanken zu allen Jahreszeiten und das bescheidene saisonale Wachstum, waren deutliche Zeichen für ein sehr geringes Nahrungsangebot für die vorhandene Renkenpopulation. Schlechtes Wachstum und magere Fische sind zwar nicht erwünscht, aber noch kein großes Problem. Dramatisch wird es wenn ganze Jahrgänge auf Grund des Nahrungsmangels das Larven- bzw. Jugendstadium nicht überleben. Wie wir heute wissen kommt das gar nicht so selten vor. Fallen mehrere Jahrgänge hintereinander aus, dann hat man ein richtig großes Problem. Ein Gewässerbewirtschafter muss also wissen welche Fischmengen für sein Gewässer tragbar sind. Sind es zu wenige, kann man besetzen. Sind es zu viele, muss man reduzieren. Um das Jahr 2 war der Renkenbestand für den Weissensee definitiv zu hoch. Eine Reduktion der Population ein absolutes Muss. Aus heutiger Sicht wurde mit der Dezimierung im Jahr 21 zu spät begonnen. Das konnten wir aber nicht wissen, weil wir nicht genügend Daten zur Verfügung hatten und uns die nötige Erfahrung fehlte. Heute tun wir uns da um ein Vielfaches leichter. Im Jahr 21 wurde das Mindestmaß von 4 cm auf 35 cm reduziert. Der Tagesausfang betrug weiterhin höchstens 3 Fische, wobei nur eine Reinanke mit einer Länge von 4 5 cm pro Tag entnommen werden durfte. Die Angelfänge erhöhten sich dadurch von fast 3.2 Renken im Jahr 2 auf knapp 8.2 im Jahr 21 (Das sind die offiziellen Zahlen aus den Fanglisten. Wahrscheinlich wurden weit mehr aus dem See entnommen). 75 % der gefangenen Fische hatten eine Länge von weniger als 4 cm (Tab. 3 und Abb. 6) und entstammten vermutlich zum überwiegenden Teil dem extrem starken Jahrgang

11 gefangene Reinanken [Ind] gefangene Reinanken [Ind] Jahr Gesamtfang < 4 cm >= 4 - < 5 cm >= 5 cm Tab. 3: Reinankenangelfänge im [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] Jahresvergleich (2 215). Mindestmaß: bis zum Jahr 2 = 4 cm; ab 21 = 35 cm. Sonderregelung: Entnahme von max. 1 Reinanke mit einer Länge von 4-5 cm pro Tag; ab 28 = 38 cm; ab 211 = 36 cm. Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus der Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 211 durch die A5D gefangene Reinanken [Ind] gefangene Reinanken [Ind] gefangene Reinanken [Ind] gefangene Reinanken [Ind] Totallänge [cm] Abb. 6: Längenhäufigkeitsverteilung von Reinanken der Längenklasse von cm, die in den Jahren 2 bis 215 mit der Angel gefangen wurden. (Die Skalierung auf der y-achse gefangene Reinanken [Ind.] ist nicht einheitlich gewählt.) Bei den ersten aufwendigeren fischökologischen Untersuchungen in den Jahren 1999 bis 24 konnten mit Multimaschenkiemennetzen so gut wie keine ein- und zweisömmrige Renken nachgewiesen werden. Heute wissen wir, dass es nicht an der Methodik der Datenerhebung lag, sondern dass in diesen Jahren tatsächlich kaum Jungrenken herangewachsen waren. Und das obwohl sehr viele laichreife Fische mit Sicherheit eine riesige Menge an Eiern abgelegt hatten. Die Fangstatistiken (Angelfänge ab dem Jahr 2 und Kiemennetzfänge ab dem Jahr 24) zeigen die Entwicklung der Renkenpopulation ganz gut (Abb. 6, Abb. 7, Abb. 8). Ab dem Jahr 21 führte die intensive Befischung mit der Angel generell zu einer (erwünschten) Abnahme des Massenbestandes. Da in diesem Zeitraum nur sehr wenige Jungfische zur Mindestmaßgröße heranwuchsen, gingen die Fänge kleinerer Fische (35 4 cm) kontinuierlich zurück. Weil die im See verbliebenen Fische von Jahr zu Jahr an Länge zulegten, stiegen die Erträge größerer Renken (45 55 cm) dagegen bis zum Jahr 25 kontinuierlich an. Ab dem Jahr 26 nahm dann der Anteil dieser Längenklasse wieder ab. Die Erklärung ist relativ einfach: Viel älter als 1 Jahre werden die meisten Renken nicht. Dafür sorgen natürliche Altersgrenzen, Prädatoren und der Befischungsdruck. Den Tiefpunkt erreichte die Population im Jahr 29. Seit dem nimmt der Renkenbestand langsam aber kontinuierlich wieder zu. Die Nahrungsbedingungen waren in den letzten Jahren außergewöhnlich gut und spiegelten sich im sehr guten Wachstum und der Korpulenz der Fische wieder. Diese waren auch die Voraussetzung für eine ganz offensichtlich ausgezeichnet funktionierende natürliche Vermehrung. Die Jahrgänge 212 und besonders 214 werden, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, in den nächsten Jahren zu einem weiteren Anstieg der Reinankenbiomasse und somit auch zu einem Anstieg der Angelfänge führen. Besatzmaßnahmen, die man generell auch kritisch hinterfragen sollte, sind derzeit sicher nicht notwendig. Auch deshalb, weil das Hineinschütten von Reinanken in ein größeres Gewässers keinesfalls einen nachhaltigen höheren Ertrag bedeutet. Vielfach zeigen die Bestandsstützungen überhaupt keinen Effekt. Das kann viele Ursachen haben, wie zum Beispiel einen falschen Besatzzeitpunkt, mangelnde Qualität der Besatzfische, zu wenige oder ungeeignete Nährtiere oder ein zu hoher Räuberdruck. Immer wieder waren auch am Weissensee die Rahmenbedingungen so ungünstig, dass die aufwendigen und sehr teuren Besatzmaßnahmen, außer einer Kontobewegung, überhaupt keine spürbaren Auswirkungen hatten. In der neuen Fischzuchtanlage in Neusach haben wir nun die Möglichkeit auch größere Mengen von Maränen bis zu Längen von ca. 2 cm zu produzieren. Sollten diese, auf Grund geringer natürlicher Vermehrung, benötigt werden, können sie direkt von den Aufzuchtbecken über den Mühlbach in den See entlassen werden. Mittlerweilen haben wir den Laichfischfang, die Erbrütung der Renkeneier, die Anfütterung der Larven mit Trockenfutter und die weitere Aufzucht bis zur Besatzfischgröße ganz gut im Griff. Der Reinankenlaichfischfang findet am Weissensee jeweils in der ersten und zweiten Dezemberwoche statt und es werden, soweit es möglich ist, nur großwüchsige Maränen gefangen und abgestreift. Da die Renken in der Zucht in Neusach zu relativ großen Besatzfischen aufgezogen werden, kann der Laichfischfang auf ein Minimum reduziert werden. Es sind insgesamt nicht mehr als 15 bis 2 Mutterfische (Milchner und Rogner) pro Jahr nötig. Ein Zurücksetzen der Laichfische in den See ist nicht möglich, da diese durch den Fang mit Kiemennetzen und durch das Abstreifen zu stark geschädigt werden. gefangene Reinanken gefangene [Ind] Reinaneken [Ind] Totallänge [cm] Abb. 7: Längenhäufigkeitsverteilung von Reinanken der Längenklasse von cm, die in den Jahren 2 bis 215 mit der Angel gefangen wurden. (Die Skalierung auf der y-achse gefangene Reinanken [Ind.] ist nicht einheitlich gewählt.) Seit dem Jahr 24 werden im Bereich Paterzipf in Seemitte Kiemennetze gesetzt. Der Fang besteht in erster Linie aus Reinanken, die in der Region vermarktet werden. In der Abb. 8 werden die Längenhäufigkeitsverteilungen aller bisher gefangenen Coregonen dargestellt. Da die Befischungsintensität von Jahr zu Jahr variierte wurden die Fänge zur besseren Vergleichbarkeit auf eine einheitliche Netzfläche von 1 m² bezogen. Im Jahr 24 waren im Freiwasserbereich die Netzfänge von kleinen Reinanken (mittlere Länge 38,1 cm) dominiert. Große Fische mit Länge von über 5 cm waren seltene Ausnahmen. So wie bei den Angelfängen nahm in den folgenden Jahren der Anteil kleiner Renken kontinuierlich ab, jener der großen Maränen, 2 21

12 gefangene Renken pro 1m² Netzfläche gefangene Renken pro 1m² Netzfläche gefangene Renken pro 1m² Netzfläche gefangene Renken pro 1m² Netzfläche gefangene Renken pro 1m² Netzfläche gefangene Renken pro 1m² Netzfläche , 25, 1, 26, 1 27, 3 8, 28, , 5 6, 62 3, 16 7, , 31, 41 32, 83 2, 33, 76, 34, 95 35, 73 36, 97 12, 37, 93 1, 38, , 122 8, 4, , 148 6, 42, 121 4, 43, 93 44, 75 2, 45, 52, 46, 5 47, 13 48, 1 8, 49, 1 5, 7 7, 51, 4 6, 52, 4 5, 53, 5 4, 54, 3 3, 55, 2 2, 56, 1 1, 57, 2 58, 1, 59, 2, 1,5 1,,5,,6,5,4,3,2,1,,2,15,1,5, 24 (n=2825) 25 (n=3142) 26 (n=2171) 27 (n=1336) 28 (n=86) 29 (n=531) 21 [n=1372) 211 [n=884] 212 [n=591] 213 [n=754] 214 [n=1849] 215 [n=164] , 61, 62, 63, 62 64, 65, 66, 67, 68, 69, 7, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 8, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 9, 91, 92, 93, 94, 95, Totallänge [cm] Abb. 8: Längenhäufigkeitsverteilung Reinanken von 24 bis 215 bezogen auf 1 m² Netzfläche. Die Fische wurden im Freiwasserbereich des Weissensees mit den Netzmaschenweiten von 4, 42 bzw. 46 mm gefangen. bis zum Jahr 28 bzw. 29, dagegen zu (mittlere Länge 28: 42,3cm). Erst danach wurden große Coregonen im Freiwasserbereich wieder seltener. Weil eben die Reproduktionserfolge bis zum Jahr 26 sehr gering waren. Und wenn keine kleinen Fische da sind, dann gibt es ein paar Jahre später auch keine Großen. Manchmal ist Populationsökologie erschreckend einfach. Aber Moment: Wie schaut s mit Besatz aus! Damit erreicht man in ungünstigen Jahren, wie schon oben erläutert, grundsätzlich auch nichts, denn es hat ja zumeist gute Gründe, warum keine Jungfische heranwachsen. Und die sind auch schnell aufgezählt: Futtermangel (Warum auch immer?) und zu viele Räuber (Welche auch immer?). Ein Gewässerbewirtschafter sollte erkennen, dass ihm Grenzen gesetzt sind und dass von höchster Stelle dafür gesorgt ist, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Er kann, wenn er gut ist, eine Fischpopulation in eine gewünschte Richtung lenken, aber wohl nie beherrschen. Und seien wir uns ehrlich. Das ist ja auch gut so! Bei Kiemennetzbefischungen werden die Längenhäufigkeitsverteilungen der gefangenen Fische natürlich stark von den verwendeten Netzmaschenweiten beeinflusst. Besonders auf die kleinsten, mit einer Maschenweite noch fangbaren Fische, trifft dies zu. Im Jahr 24 wurde mit der für den Weissensee gesetzlich festgelegten Mindestmaschenweite von 4 mm gefischt. Mit diesen Netzen war es gewährleistet, dass der größte Teil der Renken einmal natürlich im See ablaichen konnte. Heute ist die Situation etwas anders. Einerseits besiedeln sehr großwüchsige Coregonen den Weissensee, die erst mit relativ hohem Alter die Geschlechtsreife erreichen. Andererseits nehmen seit einiger Zeit wieder Reinanken zu, die als sehr junge, sehr kleine und eher langsam wachsende Fische an der Reproduktion teilnehmen. Wenn nun das Mindestmaß bzw. die Netzmaschenweiten zu hoch und zu unflexibel gewählt werden, dann führt das zu einer Schonung dieser kleinwüchsigen Fische und zu einer vermehrten Entnahme der Vorwüchser (Die ja als erste das Mindestmaß erreichen bzw. in die Netzmaschen hineinwachsen). Passiert das über mehrere Jahre, dann kann man sich durchaus eine kleinwüchsige Renkenpopulation erwirtschaften. Das derzeitige Mindestmaß für die Reinanke (Angelfischerei) von 36 cm ist durchaus vertretbar, könnte aber ohne weiteres auch auf 35 oder 34 cm herabgesetzt werden. Bei der Netzfischerei werden derzeit Maschenweiten von 4 mm bis 46 mm verwendet. Durch diese Entnahmeregelungen werden relativ viele Fische aus dem See entnommen, die nie die Möglichkeit hatten für Nachkommen zu sorgen. Das muss aber wohl in Kauf genommen werden, wenn man eine Population von großwüchsigen Maränen erhalten will. Von Juni bis August 215 waren die Netzeinheitsfänge (Fische pro Netzfläche und Expositionszeit) im Freiwasserbereich, entgegen allen Erwartungen, sehr bescheiden. Die für diese Jahreszeit ungewöhnlich guten Fänge der Angler, in den flacheren Seebereichen, sorgten dagegen im Allgemeinen für eine positive Grundstimmung. Ganz offensichtlich fühlten sich die Renken, wohl auf Grund des Nahrungsangebotes, eher zu den Anglern hingezogen, als zu den Netzen. Auf alle Fälle waren sie, na ja, sagen wir gastfreundlich. Und, glauben sie es oder nicht, zufriedene Angler sind mir persönlich viel lieber als volle Netze. Grundsätzlich ergibt das Eine aber zwangsläufig das Andere. Die Abb. 9 zeigt den Zusammenhang zwischen Fischlänge, Alter und Geschlechtsreife der untersuchten Reinanken im Jahr 215. Bei einem großen Teil der gefangenen Fische handelte es sich um sehr schnellwüchsige und spät geschlechtsreif werdende Individuen, die zum Teil mit Längen von 4 5 cm noch immer nicht an der Reproduktion im Dezember teilgenommen hätten. Beste Voraussetzungen also für Ausnahmefische die auch über 7 cm groß werden können. 215 präsentierte sich die Renkenpopulation aber ein bischen anders als in den Jahren davor. Neben den großwüchsigen Renken waren auch relativ viele Individuen nachzuweisen die schon im zweiten Lebensjahr, mit Längen von 25 3 cm, die Adultphase erreicht hatten. Vor allem waren es männliche Fische. Das ist aber durchaus üblich, da die Milchner grundsätzlich ein Jahr früher die Gonaden (Geschlechtsprodukte) anlegen als die Rogner. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife nimmt aber in der Regel die Wachstumsleistung ab. Es erscheint daher durchaus angebracht den Befischungsdruck in den nächsten Jahren gezielt auf diese kleinwüchsigen Coregonen zu richten. Durch die Abnahme der Renkendichte ab dem Jahr 22 verbesserte sich die Nahrungsverfügbarkeit für die einzelnen Fische offensichtlich kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Vielen Individuen war es dadurch möglich ihren Body-Mass-Index deutlich nach oben zu schrauben, das heißt: Bei allen Längenklassen haben die mittleren Konditionsfaktoren ab dem Jahr 23 stetig zugenommen (Abb. 1 u. Tab. 5). Eine gravierende Ausnahme stellt das Jahr 26 dar, in dem das Futterangebot dem Großteil der Renkenpopulation magere Zeiten 22 23

13 Alter Alter Milchner Multimaschen nicht geschlechtsreif; n= geschlechtsreif; 297 n= Rogner 215 Multimaschen nicht geschlechtsreif; n=139 geschlechtsreif; n=68 Totallänge [cm] Totallänge [cm] Abb. 9: Zusammenhang zwischen Fischlänge, Alter und Geschlechtsreife im Jahr 215. Vertikale Linie = Mindestmaß ab dem Jahr 212 bescherte. Die Folge waren, im Vergleich zu 25 und 27, extrem niedrige Konditionsfaktoren bei allen Längenklassen und, erwartungsgemäß, ein sehr schwacher Renkenjahrgang 26. Ob die extreme Blütenstaubbelastung im Frühling dieses Jahres die Ursache für die Entwicklung war, kann nur spekuliert werden. Derzeit befinden sich die mittleren Konditionsfaktoren der Reinankenpopulation auf sehr hohem Niveau, wobei im Jahr 215 schon eine Abnahme der Werte zu verzeichnen war. Das konnte man grundsätzlich auch erwarten, da die Jahrgänge 212 und 214 in sehr hohen Dichten den See besiedeln. Für die nächsten Jahre kann durchaus mit einer weiteren Abnahme gerechnet werden. In der Angelsaison 216 ist es aber sicher noch nicht notwendig diesem Trend entgegenzusteuern (durch Erhöhung des Jahresertrages). Birkenhof Familie Ertl Neusach 26 A-9762 Weissensee Tel: +43 () Fax: DW 2 [email protected] Appartements in wunderschöner ruhiger Lage direkt am See Bootshaus mit Fischerbooten Stromanschluss für Batterien Tiefkühlmöglichkeit für das Fanggut fachliche Beratung von Mag. Martin Müller Besorgen der Fischerkarte Längenklasse ,9 cm ,9 cm ,9 cm ,9 cm >= 5 cm Hecht (Esox lucius) Der erste Besatz in den Weissensee erfolgte im Jahr 1949, der letzte im Jahr Der Bestand ist für einen Seeforellensee ohne Zweifel zu hoch und bereitet uns sehr große Probleme beim Aufbau einer intakten Seeforellenpopulation. Die natürliche Vermehrung funktioniert offensichtlich sehr gut und es stehen eine Vielzahl von Strukturen (Wasserpflanzen und Totholz) und somit Standplätzen zur Verfügung. Der Hecht ist für den Weissensee keine standortgerechte Fischart und sollte daher aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen viel intensiver befischt und auch entnommen werden. Leider zeigte sich in den letzten Jahren, dass es, trotz einiger Bemühungen, fast unmöglich ist den Bestand in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Das Fleisch ist kompakt und von ausgezeichneter Qualität. Das Problem der vielen Ypsilongräten kann durch schröpfen der Filets gelöst werden. Schon kurz nach der Metamorphose von der Larve zum Jungfisch werden Hechte zu sehr effektiven Räubern die in den ersten Tagen Zooplankton, etwas später aber schon kleine Fische als Beute nutzen. Dass die Beutetiere oft nur minimal kleiner sind als der Räuber selbst, ist ganz typisch für diese perfekten Lauerjäger, deren Körperform und Flossenanordnung eine extrem schnelle Beschleunigung erlauben. Beliebte Beutefische sind Arten die leicht verfügbar sind, wie Rotaugen und Flussbarsche. Zu den Laichzeiten sind es die laichenden Fischarten und nach Besatzmaßnahmen die Besatzfische. Besonders von kleineren Hechten werden aber auch sehr häufig Bodenorganismen wie Kamberkrebse und Libellenlarven konsumiert. Manche scheinen sich regelrecht auf Kamberkrebse spezialisiert zu haben. Hin und wieder gönnen sie sich aber auch Amphibien, Nagetiere, Enten oder einen Haubentaucher. Die Hechtlaichzeit beginnt kurz nach Aufbrechen der Eisdecke und endet im April bzw. Mai. Als Laichplätze dienen Pflanzenbestände in meist flacheren Seebereichen (1 5 m). Die Eier sind klebrig und haften an den Wasserpflanzen. Wie sich mittlerer Konditionsfaktor,94,92,9,88,86,84,82,8,78,76,74, ,9 cm 35-39,9 cm 4-44,9 cm 45-49,9 cm >= 5 cm Jahr Schonzeit: Fangbeschränkung: siehe bei Wichtige Richtlinien... Mindestmaß: 36 cm Tab. 5: Anzahl n der Coregonen die zur Berechnung des Konditionsfaktors herangezogen und die in den Monaten Mai bis September gefangen wurden. Abb. 1: Jahresvergleich der mittleren Konditionsfaktoren von Reinanken die jeweils in den Monaten Mai bis September gefangen wurden. Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 4,16 kg cm 4,5 kg 72 cm 4,2 kg cm 3,9 kg cm 4,3 kg

14 der extreme Schwund der Armleuchteralgen auf die Hechtpopulation auswirken wird, ist nicht abzuschätzen. Mit Sicherheit verlieren sie aber viele Laichplätze und sehr, sehr viele Standplätze. Längerfristig kann man also durchaus mit einer Abnahme der Hechtpopulation rechnen Fang Die Westmulde bietet den Hechten durch die ausgeprägte Unterwasservegetation (noch) eine Vielzahl von Standplätzen für alle Größenklassen. Teichrosenfelder und der Schilfgürtel werden fast nur von Junghechten besiedelt und sind daher für die Angelfischerei von geringerem Interesse. Die Auswahl an Ködern ist in den letzten Jahren unüberschaubar geworden. Je nachdem was dem Angler sympathischer erscheint, können der tote Köderfisch, Köderfischsysteme (z. B. Stocker- oder Wikam-system), Wobbler oder Gummiköder (z. B. Castaic) eingesetzt werden. Bevorzugte Methode ist das Schleppangeln (häufig mit Scherbrett), möglich ist aber auch die Spinnfischerei. Im mittleren und östlichen Abschnitt ist es vielversprechend entlang der Scharkante, die häufig mit Totholz übersät ist, zu fischen. Dieses Holz bietet den Hechten viele Standplätze, gestaltet aber die Fischerei auch um einiges schwieriger. Im Ostbecken besiedeln die sogenannten Renkenhechte den Freiwasserbereich und dringen bis in Tiefen von 25 m vor. Manche Angler schleppen hier aber voller Überzeugung in Tiefen von 3 5 m und fangen auch nicht weniger Hechte als Angler die lieber tiefer schleppen. Es ist also mehr oder weniger unmöglich die Aufenthaltsbereiche der Raubfische zu erahnen. Da muss man als Angler einfach flexibel sein und viel probieren. Einen Köder hoch, einen Köder tief und dann kreuz und quer. Um noch eine Illusion zu beseitigen: Im Durchschnitt müssen sie etwa 1 km rudern um einen brauchbaren Hecht zu überreden ihren angebotenen Köder zu attackieren. Den hat man dann aber noch lange nicht gefangen. Seit dem Jahr 28 werden immer wieder kleine Hechte und große Flussbarsche im Freiwasserbereich beobachtet. Diese halten sich meist oberhalb der Sprungschicht (8 m) auf und nutzen dort das reichhaltige Angebot an Kleinfischen. Auch bei den Raubfischen ändert sich also der bevorzugte Lebensraum durch das vorhandene Futterangebot. Hechte sind grundsätzlich sehr launische Fische. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen kann es durchaus vorkommen, dass sogar die fleißigsten Angler viele Tage intensiv fischen, ohne einen Fisch zu fangen der ihren Erwartungen entspricht. Kleinere Hechte bis etwa 6 cm sind derzeit allerdings in solchen Dichten vorhanden, dass bei Verwendung entsprechender Köder und der nötigen Ausdauer die Chancen für den Angler immer sehr gut sind Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung In den Jahren 1991 bis 215 wurden jährlich zwischen ca. 6 und 1.1 Hechte in die Fanglisten eingetragen. Das entspricht einem Fischgewicht zwischen ca. 95 und 1.6 kg (Tab. 6 und Tab. 7). Man kann davon ausgehen, dass die pro Jahr gefangenen Hechte für das Erreichen ihrer Biomasse etwa 1. kg bis 16. kg Fisch fressen mussten. Mitte der 199-er Jahre war die Meinung weitverbreitet, dass der Hecht die Hauptschuld am Aussterben der heimischen Seeforelle trägt. Eine Teilschuld mag ihn wohl treffen. Das Seeforellenproblem aber alleine auf den Hecht zu reduzieren, ist wohl mehr als eine bloße Vereinfachung. Fakt ist, dass Hechte einen sehr großen Anteil der Besatzfische als ihr Futter betrachten. Sie behindern also auf alle Fälle den Wiederaufbau einer guten Seeforellenpopulation. Der Versuch den Hechtbestand zu dezimieren, scheiterte in den Jahren 1996 und 1997, da alle Befischungsmethoden (Elektro-, Kiemennetz- und Reusenbefischungen) zwar sehr aufwendig, aber trotzdem Jahr Ausfang [Ind.] Tab. 6: Hechtausfang im Jahresvergleich ( ). Mindestmaß bis 1998 = 5 cm. Von 1991 bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben bei der Auswertung unberücksichtigt. Auswertung durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig. Gesamtfang < 7 cm >= 7 < 1 cm >= 1 cm Jahr [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] Tab. 7: Hechtausfang im Jahresvergleich (2 215). Mindestmaß: ab 1999 = keines; Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus einer Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 211 durch die A5D. sehr uneffizient waren. Seit dem Jahr 1999 gibt es kein Mindestmaß, sowie keine Fangbeschränkung mehr. Wenn eine Fischart dezimiert werden soll, dann ist es wohl mehr als unlogisch diese gleichzeitig zu schonen. Aber auch diese Maßnahme erwies sich als wenig effektiv. Der Ausfang kleiner Hechte stieg nur unwesentlich an, da sich viele Angler weigern solche Fische mitzunehmen. Es wurden also weiterhin hauptsächlich Hechte mit Längen von 5 7 cm aus dem See entnommen. Die mäßigen Renkenfänge in den Saisonen 28 und 29 motivierten wohl viele Angler anderen Fischarten nachzustellen. Daher erreichte der Ertrag beim Hecht Werte wie zu Beginn der 199-er Jahre (Abb. 11 und Abb. 12). Seit der Saison 21 nehmen die Fänge wieder ab und liegen derzeit bei etwas über 7 Stk. pro Jahr. Das Jahr 215 war auf alle Fälle ein außergewöhnliches. Seit Beginn meiner Auswertungen (Angelsaison 2) wurden bei weitem noch nie so viele Hechte mit Längen von 7 cm bis 1 cm gefangen. Ich denke jegliche Diskussionen über Mindestmaße, Schonzeiten bzw. Fangbeschränkungen erübrigen sich dadurch von selbst. Wir sind nicht in der Lage den Hechtbestand in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Was wir tun können ist den Hecht als hervorragenden Speisefisch viel mehr zu nutzen als bisher. gefangene Hechte [Ind] gefangene Hechte [Ind] Ausfang pro Jahr [Stk] >=3 <4 cm >=4 <5 cm >=5 <6 cm >=6 <7 cm >=7 <8 cm >=8 <9 cm >=9 <1 cm >=1 <11 cm >=11 <12 cm >=12 <13 cm >=13 <14 cm Längenklasse keine Fangbeschränkungen Hechte >= 5 cm Verbot lebende Wirbeltiere Abb. 11: Längenhäufigkeitsverteilung von Hechten in den Jahren 2 bis 215. Eine Längenklasse entspricht 1 cm. Daten aus der Fanglistenauswertung. Schonzeit: Fangbeschränkung: keine Mindestmaß: keines Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 15,5 kg cm 19,1 kg cm 18,5 kg cm 15,4 kg Abb. 12: Anzahl der mit der Angel gefangenen Hechte im Jahresvergleich seit Es wurden nur Hechte mit einer Länge von 5 cm berücksichtigt.

15 6.4 Karpfen (Cyprinus carpio) Der erste Besatz wurde im Jahr 1948 durchgeführt. Im Weissensee vermehrt sich der Karpfen nicht natürlich und so ist der Bestand nur durch regelmäßige Besatzmaßnahmen aufrecht zu erhalten. Aus ökologischer Sicht ist er daher für den Weissensee absolut ungeeignet, als Angelfisch jedoch nicht mehr wegzudenken. Der bei Teichkarpfen häufig auftretende schlammige Geschmack ( lettln ) kommt bei den Karpfen des Weissensees so gut wie nicht vor. In der Regel haben sie Sushi-qualität. Das Fleisch ist nicht so kompakt wie das der Raubfische, kann jedoch ebenfalls zu hervorragenden Speisen verarbeitet werden. Die Nahrung besteht grundsätzlich aus allen möglichen Bodenorganismen wie Schnecken, Insektenlarven und Muscheln. Während der Angelsaison verschiebt sich das Nahrungsspektrum aber in Richtung der Futtermittel der Angler. Die relativ langen Winter wirken sich natürlich auf das Wachstum der wärmeliebenden Karpfen aus. Daher erreichen sie im Weissensee nur in seltenen Fällen ein Gewicht von mehr als 15 kg. Einige schafften es in den letzten Jahren aber noch deutlich schwerer zu werden. Zwischen 2 und 25 kg wogen diese Ausnahmefische. Warum plötzlich so schwere Karpfen gefangen werden, hat wohl mehrere Gründe. Einerseits verlängert sich die Fressphase für Warmwasserfische kontinuierlich und andererseits werden die Karpfen mit sehr nahrhaften Spezialitäten gefüttert (Boilis, Frolic, Tigernüsse,...). Die Möglichkeit des Nachtangelns ist sicher auch ein ganz entscheidender Faktor. Karpfen mit Gewichten zwischen 1 kg und 15 kg werden sehr häufig gefangen. Für eine natürliche Vermehrung waren die klimatischen Bedingungen am Weissensee bisher nicht geeignet. In den letzten Jahren konnten aber immer wieder größere Karpfen beim Laichspiel und beim Ablaichen im Flachwasser beobachten werden. Dieses beeindruckende Schauspiel findet meist in der ersten Juniwoche bei einer Wassertemperatur ab 17 C statt. Mit einem Naturaufkommen ist aber nach wie vor nicht zu rechnen Fang Bei Tag sind größere Karpfen nur sehr selten im flachen Wasser zu beobachten und daher fischt man am besten in Tiefen zwischen 3 und 8 m. Noch tiefer sollte der Köder nicht ausgelegt werden, da Karpfen warmes Wasser bevorzugen und sich daher in den Sommermonaten vorwiegend in der warmen Oberflächenschicht aufhalten (siehe Vertikale Temperaturschichtungen). Östlich der Brücke ist es ratsam, mindestens an der Scharkante zu fischen. Der eigentliche Angelplatz sollte frei von Wasserpflanzen sein, da hier die Futtermittel nicht versinken und daher von den Fischen leichter gefunden werden. Solche Stellen findet man westlich der Brücke im ganzen Bereich und in jeder Tiefe. Östlich der Brücke ist die Scharkante im Winter 216 großflächig pflanzenfrei geworden. So tragisch das für den See und einige Fischarten ist, so positiv wirkt sich das auf das Karpfenangeln aus. An verkrauteten Stellen hat sich die Montage von pop-up s, also schwimmende bzw. mit Auftriebskörpern versehene Köder, knapp über dem Grund angeboten, bewährt. Besonders wichtig bei der Vorbereitung eines Angelplatzes ist aber, dass sich auch Karpfen in unmittelbarer Nähe aufhalten. Das findet man am besten in der Morgendämmerung heraus, denn Karpfen haben zeitweise die Angewohnheit aus dem Wasser zu springen. Sie durchbrechen dabei die Wasseroberfläche und lassen sich dann seitlich auf diese zurückfallen. Wenn auch große Fische aus dem Wasser springen, dann hat man sehr gute Chancen gute Fänge zu erzielen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Verhalten im direkten Zusammenhang mit der Intensität der Nahrungsaufnahme steht. Von der Morgendämmerung bis zum späten Vormittag herrscht am Weissensee meist Windstille. Es ist daher auch möglich Karpfen, welche meist kleine Gruppen bilden, direkt zu suchen. Das saubere Wasser bietet dabei die besten Voraussetzungen. Als Köder kommen bevorzugt gekochter Futtermais, Tigernüsse, Frolic, spezielle Karpfenfutterpellets und Boilis zum Einsatz. Sehr gut eignen sich auch alle möglichen Teigsorten, Tauwürmer und gekochte Kartoffeln. Die hohe Dichte an großen Rotaugen machen es derzeit allerdings notwendig möglichst große oder harte Produkte zu verwenden. Alle Köder werden direkt am Grund oder einige Zentimeter darüber angeboten und es ist sehr zu empfehlen einige Tage anzufüttern. In den letzten Jahren hat sich das Fischen mit dem Grundblei durchgesetzt. Wer den Schwimmer vorzieht, hat aber auch keinerlei Nachteile zu erwarten. Wenn vom Boot aus gefischt wird, was sehr zu empfehlen ist und auch oft die einzige Möglichkeit darstellt um erfolgreich zu sein, muss dieses mit zwei Ankern gut stabilisiert werden. Seit der Angelsaison 28 ist das Nachtangeln, unter Einhaltung der weiter hinten angeführten Bedingungen, am ganzen See erlaubt. Es bestätigte sich, dass dadurch die Chance, einen wirklich großen Karpfen zu fangen, deutlich ansteigt Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Wie bereits oben erwähnt vermehrt sich der Karpfen im Weissensee nicht natürlich. Die Bestandsgröße hängt daher unmittelbar von den jährlichen Besatzmengen ab. In den Jahren 1991 bis 215 wurden jährlich zwischen ca. 7 und 2.8 Karpfen aus dem See entnommen. Das entspricht einem Gewicht von ca. 3. bis 6. kg pro Jahr. Bei keiner anderen Fischart des Weissensees wird ein so hoher jährlicher Biomasseausfang erreicht! (Tab. 8 und Tab. 9). Besetzt werden Karpfen jedes Jahr im Oktober bzw. November als zwei- bzw. dreisömmrige Fische. Mit diesem Alter haben sie eine Länge von 3 cm bis 5 cm. Sie benötigen jedoch einige Monate um sich an das Gewässer anzupassen und sich zu verteilen. Im Mai sind daher meist noch recht große Gruppen von Besatzkarpfen zu beobachten. Diese sind natürlich besonders leicht zu fangen. Die Abb. 13 zeigt den saisonalen Verlauf der Karpfenfänge im Jahresvergleich. In der Angelsaison 2 (Mindestmaß = 3 cm) wurden die meisten Karpfen im Mai gefangen. In den folgenden Monaten nahm der Ausfang kontinuierlich ab. Seit dem Jahr 22 beträgt das Mindestmaß 45 cm. Dadurch hat etwa die Hälfte der Besatzkarpfen im Mai noch nicht die erforderliche Fanglänge erreicht. Ihnen wird also die erforderliche Zeit gegeben sich an das Gewässer zu akklimatisieren und einen entsprechenden Zuwachs zu erreichen. In den Angelsaisonen 26 bis 215 waren die Fänge von Mai bis September schon relativ ausgeglichen. Ein guter Schritt also weg, von einer grundsätzlich sehr bedenklichen put and take Bewirtschaftung. Besatz in [kg] Ausfang Jahr 2-sömmrig 3-sömmrig Gesamtbesatz Jahr [Stk.] Tab. 8: Besatzmenge und Ausfang (gefangene Individuen und Biomasseausfang) von Karpfen im Jahresvergleich

16 Besatz Ausfang kg gesamt < 5 cm >= 5 cm Jahr K2 K3 Jahr [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] * * * * * * * * * * * * * * Tab. 9: Besatzmenge und Ausfang (gefangene Individuen und Biomasseausfang) von Karpfen im Jahresvergleich. K2 = zweisömmrig (4 1 g; 3 4 cm); K3 = dreisömmrig (125 3 g; 4 5 cm). * Mindestmaß ab 22 = 45 cm. Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus einer Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 211 durch die A5D. Grundsätzlich bewegen sich die jährlichen Karpfenerträge auf sehr hohem Niveau. Wenn man Ende April eine Bootstour unternimmt, dann versteht man auch warum. Es ist schon beeindruckend wie viele und vor allem wie viele richtig große Karpfen sich im Forellensee wohlfühlen. Die Entwicklung der Karpfenfischerei geht generell in Richtung catch & release, so dass man davon ausgegangen muss, dass weit mehr Karpfen gefangen wurden, als aus den Fanglisten ersichtlich ist. gefangene Karpfen [Ind.] Mai Jun Jul Aug Sep Okt Abb. 13: Saisonaler Verlauf der Karpfenfänge in den Jahren 2 bis 215. Schonzeit: keine Fangbeschränkung: siehe bei Wichtige Richtlinien... Mindestmaß: 45 cm Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 19,5 kg cm 21,4 kg 12 cm 21, kg cm 24,48 kg cm 23, kg 6.5. Schleie (Tinca tinca) Die Schleie zählt zum Urbestand des Weissensees, wobei die autochthonen Fische nur selten ein Gewicht von 1 kg erreichten. Heute werden sie bis zu 3 kg schwer. Es hat sich in den letzten Jahren ein sehr guter Bestand entwickeln können, der jedoch kaum gezielt befischt wird. Was das Fleisch betrifft, gilt in etwa das gleiche wie beim Karpfen. Als Nahrung werden fast ausschließlich Bodenorganismen wie Schnecken, Muscheln und Insektenlarven genutzt. Wie beim Karpfen verschiebt sich das Nahrungsspektrum während der Angelsaison in Richtung der Futtermittel der Angler. Früher nutzten Schleien die im Frühling überschwemmten Sumpfwiesen als Laichplätze. Diese gingen allerdings durch Wasserstandsregulierungen der KELAG (Kraftwerksbetreiber) verloren. Eine erfolgreiche natürliche Vermehrung findet bei der Schleie aber auch heute noch statt. Die Laichzeit beginnt im Juni und endet vermutlich erst im Juli. Die Eier werden an Wasserpflanzen abgesetzt Fang Die meisten Schleien werden als Beifang beim Karpfenfischen erbeutet. Da sie wenig Scheu vor dem Boot zeigen, sind sie aber auch sehr gut auf Sicht zu fangen. Westlich der Brücke kann man sie so gut wie überall antreffen. Hier werden die krautfreien Stellen, die Krautlöcher, manchmal regelrecht zu Schleienlöchern. Und das sind auch die Stellen an denen sie fischen sollten. Zum Anfüttern eignen sich Maiskörner und verschiedene Teigsorten. Das beste Mittel um Schleien anzulocken sind aber gepresste Kürbiskernplatten. Als Köder sind Würmer kaum zu überbieten, es eignen sich aber auch Maiskörner, Teig und Frolic. Alle Köder werden direkt am Grund angeboten. Östlich der Brücke ziehen sich die meisten Schleien bei Tageslicht in etwas größere Tiefen zurück (Bootsund Badebetrieb). In der Abenddämmerung (besonders an warmen Sommerabenden) werden sie aber richtig aktiv. Sie suchen dann die Scharkante auf und durchwühlen dort den Schlamm nach Bodenorganismen, wobei sie dunkle Fraßspuren im sonst hellen Sediment hinterlassen. Sie zeigen auch hier sehr wenig Scheu und wenn sie etwas Futter direkt neben dem verankerten Boot ausstreuen, können sie ihr Verhalten meist sehr gut beobachten. Wie für den Karpfen gilt auch für die Schleie, dass sie warmes Wasser bevorzugen und daher in den Sommermonaten Tiefen von mehr als ca. 8 m meiden Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung In den Jahren 1991 bis 215 wurden pro Jahr zwischen 2 und 7 Schleien aus dem Weissensee entnommen (Tab. 1 und Tab. 11). Die hohen Besatzmengen in den Jahren 199 bis 2 bewirkten in den Folgejahren zwar höhere Ausfangzahlen, diese standen aber in keinem Verhältnis zum Besatzaufwand. Seit dem Jahr 21 werden daher keine Schleien mehr besetzt. Die jährlichen Schwankungen bei den Fängen haben aus meiner Sicht wohl eher mit der Anzahl der Schleienangler, als mit dem Bestand selbst zu tun. 3 31

17 Besatz in [kg] Ausfang Jahr 2-sömmrig 3-sömmrig Jahr [Stk.] Tab. 1: Besatz und Ausfang von Schleien. Von 1991 bis 1999 wurde nur die Anzahl der gefangenen Fische aufgelistet. Die Fischlängen blieben bei der Auswertung unberücksichtigt. Auswertung durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig. Besatz in kg Gesamtfang < 4 >= 4 cm Jahr S2 Jahr [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] Tab. 11: Besatzmenge und Ausfang von Schleien von 2 bis 215 (gefangene Individuen und Biomasseausfang). S2 = zweisömmrig. Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus einer Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 211 durch die A5D. Schonzeit: Fangbeschränkung: siehe bei Wichtige Richtlinien... Mindestmaß: 25 cm Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 2,5 kg cm 2,6 kg cm 2,5 kg cm 2,75 kg 6.6. Flussbarsch (Perca fluviatilis) Der erste Besatz erfolgte im Jahr Seit dem schwanken die Individuendichten, wie in vielen anderen Gewässern auch, z. T. ganz beträchtlich. Der Bestand ist derzeit ausgesprochen gut und einzelne Individuen erreichen ganz beachtliche Größen. Die Fleischqualität ist hervorragend und es zahlt sich auf alle Fälle aus auch kleine Barsche zu filetieren. Ein Filet kurz in Butter angebraten ist kaum zu übertreffen und was ganz Besonderes. Größere Flussbarsche ernähren sich hauptsächlich von anderen Fischen, wobei es meist kleinere Artgenossen sind die konsumiert werden. Häufig werden auch Bodenorganismen wie Libellen-, Köcherfliegenund Zuckmückenlarven, Kamberkrebse und Wasserasseln aufgenommen. Die Laichzeit beginnt Mitte April und endet Anfang Mai. Der Laich wird als zusammenhängendes Gallertband auf Strukturen (Pflanzenbewuchs, Totholz) in Tiefen von meist 2 bis 5 m aufgehängt. Im Mai können diese Gallertbänder fast überall beobachtet werden. Das Vermehrungspotential des Flussbarsches ist außerordentlich hoch Fang Flussbarsche bieten eine durchaus abwechslungsreiche und spannende Art der Angelfischerei. Sie kommen fast überall im Weissensee vor und lassen sich zu jeder Tageszeit fangen. Im Frühjahr kann man sie sehr gut auf Sicht an der Scharkante befischen, im Sommer halten sie sich meist in Tiefen von 5-15 m auf. Hin und wieder sieht man sie aber auch im Flachwasser. Seit dem Sommer 28 können größere Flussbarsche auch im Freiwasser beobachtet werden. Sie folgen wohl den Lauben-, Rotaugen- und Kleinbarschschwärmen. Als Köder kommen kleine Köderfischsysteme, Würmer, die Hegene und alle möglichen Kunstköder (Gummifische, Twister, Imitationen von Insektenlarven,...) in Frage. Wo sich Jungfische angesammelt haben kann man, besonders an tieferen Stellen, auch mit Flussbarschen rechnen. Sie bilden meist Gruppen und daher lassen sich häufig mehrere Exemplare an einer Stelle fangen. Gute Plätze sind z. B. die Holzpfähle die östlich der Brücke entlang der Scharkante sowohl am Nord- als auch am Südufer im Sediment stecken. Bevor Sie beginnen auf Flussbarsche zu angeln, sollten Sie den See erkunden. Barsche zeigen wenig Scheu vor dem Boot und bei guten Sichttiefen findet man sicher irgendwo einige Exemplare. Weißfischschwärme sind grundsätzlich gute Anhaltspunkte. Jagende Haubentaucher auch. Den Köder irgendwo auf gut Glück auszulegen ist nahezu aussichtslos Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung Im Jahr 21 wurde der Flussbarsch erstmals bei der Fanglistenauswertung berücksichtigt. Der jährliche Ausfang nahm von 22 bis 27 kontinuierlich ab. In den Angelsaisonen 28 und 29 haben sich die Erträge dagegen sehr stark erhöht. Besonders 29 wurden sehr viele große Fische gefangen (Tab. 12). Der Grund lag einerseits in der hohen Flussbarschdichte, andererseits in der Entscheidung vieler Fischer die Renkenangel mit der Barschangel zu tauschen. In den Angelsaisonen 21 bis 212 haben die Fänge wieder deutlich abgenommen. Im Jahr 213 wurde dagegen der höchste bisher registrierte Jahresausfang erzielt

18 Die überdurchschnittlich guten Jahrgänge ließen dieses Ergebnis auch erwarten. Die deutlichen Ertragsrückgänge in den Saisonen 214 und 215 kamen daher eher überraschend. Ein bemühter und kreativer Angler hat aber derzeit, und in den nächsten Jahren, am Weissensee sicher sehr gute Chancen viele und z. T. auch ganz große Flussbarsche, mit Längen von über 4 cm und Gewichten von über 1 kg, zu fangen. Der Kaltwettereinbruch im Mai 213 ist vermutlich die Ursache, dass der Flussbarschjahrgang 213 mehr oder weniger ausgefallen ist. Auf die Fangstatistiken wird das in den nächsten Jahren keinen großen Einfluss haben, da sich der Jahrgänge 214 und 215 wieder sehr individuenreich präsentierten. Flussbarsche sind sehr effektive Raubfische, die häufig gemeinsam jagen und dabei organisiert vorgehen. Diese Erfahrung musste auch bei Besatzmaßnahmen mit vorgestreckten Seeforellen und Seesaiblingen (4 8 cm) gemacht werden. Die ca. 8. vorgestreckten Forellen, die zwischen 199 und 211 besetzt wurden, waren nie mehr gesehen worden. Auch bei den ca. 2. besetzten Saiblingen war das nicht anders. Der Großteil dieser wertvollen Besatzfische diente wohl als Barschfutter. Schonzeit: Fangbeschränkung: Mindestmaß: keine keine keines Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 2,6 kg cm 1,33 kg cm 2,4 kg Jahr Gesamtfang < 3 cm >= 3 cm [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] [Ind.] [kg] Zander (Sander lucioperca) Der erste Zanderbesatz erfolgte im Jahr Das Fehlen von Hechten und Flussbarschen, die erst einige Jahre später besetzt wurden, machte es ihm möglich, eine ungewöhnlich hohe Populationsgröße zu Tab. 12: Flussbarschausfang im Jahresvergleich (21 215). Mindestmaß: keines; Das Fischgewicht wurde mit Hilfe der Formel aus einer Längen- Gewichtsregression berechnet. Fanglistenauswertung im Jahr 211 durch die A5D. erreichen. Nach FINDENEGG war der Zander im Jahr 1954 der häufigste Nutzfisch des Weissensees. Grundsätzlich ist er, in klaren Gewässern mit hoher Sichttiefe, konkurrenzschwächer gegenüber dem Hecht bzw. dem Flussbarsch. In trüben Gewässern ist es genau umgekehrt. Es war daher am Weissensee nur eine Frage der Zeit, bis der Zander von den beiden anderen Raubfischen verdrängt werden würde. Das Fleisch ist vergleichbar mit dem des Flussbarsches und daher ausgezeichnet. Die Zahl der bisher untersuchten Zander ist sehr gering und daher ist es nicht möglich, seriöse Aussagen über die Fressgewohnheiten dieser Fischart zu machen. Als häufigste Beute wurden bisher ein- und zweisömmrige Flussbarsche, Rotaugen und Reinanken festgestellt. Die größeren, beim Reinankenlaichfischfang im Dezember 213 gefangenen Zander, hatten fast alle die im Oktober besetzte Seesaiblinge mit Längen von ca. 2 cm im Magen. Die Laichzeit erstreckt sich von April bis Mai. Zander legen Nester ( Zandernester ) als Laichsubstrat an, in welche die klebrigen Eier einzeln abgegeben werde. Nach der Eiablage wird das Nest vom Männchen sauber gehalten und gegenüber Laichräubern, bis zum Schlüpfen der Larven, bewacht. In dieser Phase sind sie sehr leicht zu fangen, denn sie attackieren alles was dem Nest zu nahe kommt. Wird der Milchner vom Nest weggefangen, ist der Laich verloren. Im April 21 wurden im Westteil des Weissensees einige künstliche Zandernester ausgebracht. Es zeigte sich allerdings, daß genügend natürliche Laichgelegenheiten zur Verfügung stehen. Hier muss also nicht nachgeholfen werden Fang und Bewirtschaftung In den letzten Jahren wurden die meisten Zander bei Tag auf Sicht gefangen. Sie sind aber grundsätzlich besonders in der Nacht aktiv und daher ist es seit der Angelsaison 25 möglich sie im Westteil des Weissensees und - seit der Angelsaison 28 - am gesamten See gezielt zu befischen. Seit dem Herbst 26 erfolgen jährlich Besatzmaßnahmen im Gatschacher Becken. Die Rahmenbedingungen sind derzeit so gut, dass ein relativ großer Teil der Besatzzander überlebt. Zumindest weit mehr als wir uns vor ein paar Jahren erhofft hätten. Auch die Fangzahlen gingen steil nach oben. In den letzten zwanzig Angelsaisonen wurden nie auch nur annähernd so viele Zander gefangen wie in der Saison 29 (Tab. 13). Ab dem Jahr 21 wurde das Mindestmaß auf 5 cm erhöht und die Schonzeit auf 15. Juni verlängert (Ab 216 endet die Schonzeit wieder mit 31. Mai.). Dadurch hat sich der Jahresausfang in den Jahren 21 bis 215 deutlich verringert. Auf Grund der Ergebnisse der fischökologischen Untersuchungen und der überraschend häufigen Fänge im Zuge des Reinankenlaichfischfanges, kann die Entwicklung des Zanderbestandes als sehr erfreulich angesehen werden. Und es werden auch wieder richtig große Fische gefangen. Als Angelköder kommen Köderfischsysteme, verschiedenste Kunstköder und vor allem der tote Köderfisch in Frage. Schonzeit: Fangbeschränkung: siehe bei Wichtige Richtlinien... Mindestmaß: 5 cm Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 7,6 kg cm 7,5 kg cm 6,5 kg cm 8,3 kg Tab. 13: Zanderfänge im Jahresvergleich ( ). Mindestmaß bis 29 = 45 cm, ab 21 = 5 cm. Auswertung bis 1999 und 211 durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig Jahr [Ind] ?

19 6.8. Amur (Ctenopharyngodon idella) Der erste Besatz erfolgte im Jahr Der Amur sollte damals die vermehrt auftretenden Wasserpflanzenbestände (Tausendblatt,...) dezimieren. Diese Aufgabe hat er hervorragend gelöst. Seit den 198-er Jahren wird er nicht mehr besetzt und da er sich im Weissensee nicht natürlich vermehren kann, kommt heute nur noch ein kleiner Restbestand vor. Besonders im Westteil führte diese Bestandsabnahme wieder zu einer deutlichen Zunahme des Tausendblattes. Davon profitieren alle Jungfischarten und somit auch die Raubfische Fang Amure bilden meist kleinere Gruppen, die seit vielen Jahren immer wieder an den gleichen Stellen gesichtet werden können. Zwischen diesen Bereichen wechseln sie von Zeit zu Zeit hin und her. Eine kleine Gruppe, der auch ein fast schneeweißer Amur angehörte, wanderte im Spätsommer 215 innerhalb weniger Tage etwa vier Kilometer. Sie schwammen von der Mündung des Mühlbachs in Neusach die Scharkante entlang bis zum Tschölankofel und wechselten dann noch von der Nordseite des Sees auf die Südseite. Mit Anfüttern kann man einen Amur nicht dazu bewegen an einer Stelle zu bleiben. Will man also gezielt einen mit der Angel fangen, dann sollte man sich zuerst auf die Suche nach ihnen machen. Hat man welche gefunden, kann man nur hoffen, dass sie nicht gerade in Aufbruchstimmung sind. Das ist mir schon sehr oft passiert. Kaum hatte ich eine Gruppe gefunden und zu angeln begonnen, haben sie sich verabschiedet und mir hin und wieder durch laute Platscher an der Wasseroberfläche angezeigt, in welche Richtung ihre Reise ging. Wenn ein Amur die Wasseroberfläche durchbricht, dann zeigt er zuerst den Kopf, dann die Rückenflosse und verabschiedet sich schließlich mit einem gewaltigen Schlag der Schwanzflosse wieder in tiefere Wasserschichten. Mit etwas Erfahrung kann man Karpfen und Amur schon daran unterscheiden, wie sie die Wasseroberfläche durchbrechen. Sollten sie dieses Verhalten häufig innerhalb eines kleinen Areals beobachten, dann haben sie den optimalen Angelplatz gefunden. Im Westteil verrät sich der Amur auch durch Luftblasen die an die Wasseroberfläche aufsteigen, wenn frische Triebe von den Wasserpflanzen abgebissen werden (Foto 4). Der geringe Bestand und die schlechten Erfahrungen mit Anglern, die wahrscheinlich schon jeder große Amur gemacht hat, machen meist einen großen Zeitaufwand und sehr viel Glück nötig, um diesen Fisch zum Anbeißen zu bewegen. Sollte es ihnen aber gelingen, dann werden sie die folgenden Minuten oder Stunden nie mehr vergessen. Einige kleine Amur (6 cm 8 cm) konnten ab der Angelsaison 26 beobachtet und einige auch gefangen werden. Diese Fische sind vermutlich mit Besatzkarpfen in den See gelangt. Gefischt wird, wie beim Karpfenangeln, am besten in Tiefen von 3 bis 8 m. Als Köder wurden in den letzten Jahren fast ausschließlich Maiskörner und Tigernüsse verwendet. Mit diesen sollte auch angefüttert werden. Boilis und Frolic sollen angeblich auch gefressen werden. Die Köder werden direkt am Grund oder einige Zentimeter darüber angeboten. Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht 214 ca. 125 cm 27, kg Schonzeit: keine cm 25,3 kg Fangbeschränkung: keine cm 22,4 kg Mindestmaß: keines cm 2,45 kg Foto 4: Das Bild links zeigt die Fraßspuren von mindestens 5 Amur in einem Tausenblattbestand. Das rechte Bild zeigt ein Tausendblatt, welches von einem Amur samt Wurzeln ausgerissen wurde Seesaibling (Salvelinus umbla alpinus) Von HARTMANN (1883) und von FINDENEGG (1954) wurde der Seesaibling nicht erwähnt. Er dürfte allerdings im Weissensee immer beheimatet gewesen sein. Das Fleisch mancher Seesaiblinge ist intensiv rot gefärbt und von hervorragender Qualität. Die Nahrung besteht aus Zooplankton, Bodenorganismen und Fischen Fang Fast alle in den letzten Jahren registrierten Seesaiblinge wurden mit der Hegene, eher zufällig beim Renkenfischen gefangen. Über ihre bevorzugten Aufenthaltsbereiche und über das Fressverhalten können derzeit keine konkreten Aussagen gemacht werden. Die im Zug der Kiemennetzbefischungen gefangenen und untersuchten Saiblinge hatten durchwegs junge Flussbarsche konsumiert Fanglistenauswertung und Bewirtschaftung In den Jahren 1991 bis 1994 konnten relativ viele Seesaiblinge gefangen werden. Das lag jedoch nicht am guten, natürlichen Bestand, sondern am jährlichen Besatz mit fangfähigen Fischen bis zum Jahr Nachdem dieser nicht mehr durchgeführt wurde, zeigte sich innerhalb kürzester Zeit, dass die Besatzfische nicht in der Lage waren einen langfristigen Bestand aufzubauen. Denn schon in der Angelsaison 1995 war der Ausfang verschwindend gering (Tab. 14). In den Jahren 27 und 28 konnte eine erfreuliche Zunahme des Seesaiblings beobachtet werden. Diese wurde sicher durch die Abnahme der Reinankenpopulation begünstigt. In den Angelsaisonen 29 bis 215 nahmen die Ausfänge allerdings wieder stark ab. Das kann einerseits an schwächeren Jahrgängen liegen oder aber an der geringen Befischungsintensität. Wahrscheinlich treffen beide Faktoren zu

20 Der Aufbau eines guten Bestandes gestaltet sich im Allgemeinen noch schwieriger als bei der Seeforelle. Einige wissenschaftliche Untersuchungen an verschiedenen Seen konnten nachweisen, dass Seesaiblinge konkurrenzschwächer sind als Reinanken oder Forellen. Deshalb weichen sie häufig bis in große Tiefen eines Gewässers aus, um dort ihre ökologische Nische zu finden. Am Weissensee werden sie allerdings durch die geringen Sauerstoffkonzentrationen in der Tiefenzone daran gehindert. Die ca. 35. Stk. Seesaiblinge, die mit Längen zwischen 1 und 35 cm, in den Jahren 211 bis 214 besetzt wurden, dienten vermutlich, so wie die meisten Seeforellen, den Raubfischen als willkommene Abwechslung. Jahr [Ind] ? Schonzeit: Fangbeschränkung: Mindestmaß: keine keine keines Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 3,6 kg cm 3,12 kg cm 3,4 kg cm 3,4 kg Tab. 14: Seesaiblingsausfang im Jahresvergleich ( ). Mindestmaß = 3 cm. Auswertung bis 1999 und 211 durchgeführt von der A5D, insbesondere von Herrn Walter Domenig. Schonzeit: Fangbeschränkung: siehe bei Wichtige Richtlinien... Mindestmaß: 3 cm Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm,6 kg 2 48 cm 1,3 kg cm 1,64 kg 6.1. Aitel (Leuciscus cephalus) Aitel zählen zum Urbestand des Weissensees und sind an der Scharkante und in den Flachwasserbereichen, im mittleren und östlichen Abschnitt des Weissensees, die auffälligste Fischart. Häufig bilden sie auch größere Gruppen die sich mit Vorliebe in der Nähe von versunkenen Bäumen aufhalten. Phasenweise besiedeln sie aber auch die Oberfläche des Freiwasserbereiches. Aus mir schleierhaften Gründen wird das Gatschacher Becken vom Großteil der Population gemieden. Das Fleisch ist relativ grätenreich, vom Geschmack her aber durchaus akzeptabel. Bei der Nahrungsaufnahme ist der Aitel nicht wählerisch. Auf dem Speiseplan stehen Fische, Kamberkrebse, alle möglichen Bodenorganismen, Muscheln, Wasserpflanzen und sehr häufig auch Anflug. Gelaicht wird im Juni an flachen kiesigen Stellen, wobei oft große Schwärme gebildet werden Fang Aitel werden häufig als Beifang beim Karpfenfischen erbeutet. Gezielt lassen sie sich mit der Fliegenrute, mit Schwimmbrot und mit Köderfischsystemen fangen. Wenn man Maiskörner, Würmer oder Maden langsam zwischen einer Gruppe von Aiteln absinken lässt, führt das auch sehr oft zum Erfolg Rotauge (Rutilus rutilus) Erstmals wurde das Rotauge in den 193-er Jahren nachgewiesen. Es kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, dass es schon früher im Weissensee vorkam oder sogar zum Urbestand zählt. Rotaugen verteilen sich über die gesamte Seefläche, wobei im Sommer wie beim Karpfen und bei der Schleie, nur die warme Oberflächenschicht bis in Tiefen von ca. 8 m als Habitat dient. Schilfgürteln und Teichrosenfeldern werden vor allem von jungen Fischen besiedelt, wogegen größere Exemplare meist tiefere Wasserschichten mit Pflanzenbewuchs bevorzugen. Im Sommer bilden Rotaugen bei Tag z. T. große Schwärme, die sich jedoch im Laufe der Abenddämmerung vollkommen auflösen. Die einzelnen Fische verteilen sich dann über die gesamte Gewässeroberfläche und fressen dort Anflugnahrung. Am Morgen schließen sie sich dann wieder zu einem Schwarm zusammen. Derzeit stellt das Rotauge eine der wichtigsten Nahrungsquellen für alle Raubfische dar und eignet sich sehr gut für alle möglichen Köderfischsysteme. Auf Grund der zahlreichen Gräten in der Rückenmuskulatur werden Rotaugen nicht sehr geschätzt. Geschmacklich ist das Fleisch einwandfrei und kann vielseitig genutzt werden. Als Nahrungskomponenten werden Bodenorganismen, Anflug, Zooplankton und Wasserpflanzen genutzt. Gelaicht wird im April bzw. Mai an flachen Stellen mit Pflanzenbewuchs Fang Ihr Fang bereitet eigentlich nur bei Kaltwettereinbrüchen Schwierigkeiten, da sich Rotaugen dann meist in tiefere Wasserschichten zurückziehen. Die Köder werden am liebsten während dem langsamen Absinken genommen. Es eignen sich Maden, Maiskörner, Teig und Würmer. Der Fang mit der künstlichen Fliege ist in den Abendstunden möglich. Schonzeit: keine Fangbeschränkung: keine Mindestmaß: keines Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht cm 1,5 kg cm 1,3 kg cm,97 kg

21 6.12. Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) Rotfedern zählen zum Urbestand des Weissensees. Sie halten sich bevorzugt in kleineren Gruppen in den Schilfgürteln auf. Beim Fleisch gilt das Gleiche wie beim Rotauge. Als Nahrungskomponenten werden hauptsächlich Wasserpflanzen, Anflugnahrung, Bodenorganismen und Zooplankton genutzt. Sie sind meist etwas hochrückiger als Rotaugen, eignen sich aber trotzdem recht gut für Köderfischsysteme. Gelaicht wird, so wie beim Rotauge, im April bzw. Mai in flachen Bereichen mit Pflanzenbewuchs Fang Rotfedern sind ausgesprochene Oberflächenfische und daher ist der optimale Köder das Schwimmbrot. Wenn man einen Schwarm ausgemacht hat, braucht man nur noch ein Stück einer Semmel (oder Weißbrot) an der Oberfläche anzubieten. Man verankert sich dabei einige Meter vom Schilf entfernt und wirft das Schwimmbrot direkt an den Schilfrand. Da sich auch große Rotfedern in diesem Bereich aufhalten, kann man oft eine sehr spannende Fischerei erleben. Schonzeit: Fangbeschränkung: Mindestmaß: keine keine keines Größte Angelfänge: Jahr Länge Gewicht ,5 cm 1,5 kg cm 1,2 kg cm 1,25 kg Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) Er wurde vor einigen Jahren, vermutlich durch den Besatz mit Karpfen oder Futterfischen, in den Weissensee eingeschleppt. Der Kaulbarsch ist heute schon recht häufig und besiedelt Tiefen von ca. 5 bis 25 m. Er erreicht selten Längen von über 15 cm und ist daher für die Angelfischerei von geringer Bedeutung. Als Nahrung dienen vor allem Bodenorganismen. Derzeit spielt er als Nahrungskonkurrent wahrscheinlich noch eine untergeordnete Rolle Laube (Alburnus alburnus) Der erste Besatz erfolgte nach 195. Zwischen 197 und 199 waren riesige Schwärme keine Seltenheit und in den Sommermonaten laichten an flachen, kiesigen Uferbereichen oft tausende Fische ab. Der Bestand ging jedoch innerhalb recht kurzer Zeit extrem zurück. Seit einigen Jahren kann wieder eine kontinuierliche Zunahme beobachtet werden. Die Jahre 26 und 27 waren, im Gegensatz zu anderen Fischarten, für die Laube sehr erfolgreich und so konnten auch wieder große Schwärme von Jungfischen in fast allen Seebereichen beobachtet werden. Heute ist der Bestand wieder durchaus erfreulich. Lauben werden kaum größer als 2 cm und stellen daher einen idealen Futterfisch für alle Raubfische dar. Für den Angelfischer sind sie nur als Köderfisch von Bedeutung. Fangen kann man sie mit Maden, Würmern, Maiskörnern, Teig, Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) Bitterlinge sind Kleinfische, die im Weissensee selten größer als 4 cm werden. Für die Fischerei haben sie keine Bedeutung. Da sie jedoch, besonders in der Laichzeit, sehr intensiv gefärbt sind und ihr Laichverhalten einzigartig unter den europäischen Süßwasserfischen ist, sollen sie hier kurz erwähnt werden. Bitterlinge benötigen für ihre Vermehrung unbedingt Großmuscheln (Teichmuschel, Malermuschel,...). Das Weibchen legt mit ihrer Legeröhre die Eier in den Kiemenraum der Muschel ab. In dieser geschützten Umgebung schlüpfen die Jungen aus und bleiben dort bis zum Erreichen der Schwimmfähigkeit. Der Besatz in den Weissensee erfolgte daher möglicherweise um 197 mit Teichmuscheln aus dem Millstättersee. In den 198-er Jahren waren Bitterlinge, besonders im Gatschacher Becken, sehr häufig anzutreffen. In den letzten Jahren ist aber der Bestand stark zurückgegangen und man kann diese wunderschönen Fische nur noch selten beobachten Restliche Fischarten Auf Grund seines guten Wachstums ist der Silberkarpfen vielleicht noch für den beobachtenden Angelfischer interessant. Er erreicht Stückgewichte von über 15 kg und konnte in den letzten Jahren im Gatschacher Becken und an der Scharkante im mittleren und östlichen Seeabschnitt beobachtet werden. Fangmeldung gab bis heute noch keine. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da es sich beim Tolstolob um einen reinen Algenfiltrierer handelt. Brachsen kann man seit über 3 Jahren immer wieder im Westteil beobachten. Sie schafften es aber bis heute nicht eine größere Population aufzubauen. Die größten Fische erreichen Längen von bis zu 7 cm und ein Gewicht von über 5 kg. Im Sommer 22 konnte erstmals eine natürliche Vermehrung des Giebels im Weissensee festgestellt werden. Von dieser Fischart kommen in den meisten europäischen Gewässern nur weibliche Individuen vor. Zur Laichzeit mischen sich diese unter verwandte, ablaichende Arten, wobei die Giebeleier nicht befruchtet, sondern von den Spermien nur zur Zellteilung stimuliert werden. Aus den Eiern gehen in der Folge wieder nur weibliche Fische hervor. Ein einziger Giebelrogner ist daher theoretisch in der Lage, eine gesamte Population aufzubauen. Heute werden in Österreich auch immer wieder männliche Giebel nachgewiesen. Wo diese plötzlich herkommen ist noch ein Rätsel. Die restlichen Fischarten sind derzeit weder für die Angelfischerei, noch für die Ökologie des Weissensees von Bedeutung und werden daher hier nicht weiter beschrieben. 7. Der Krebsbestand Krebse beseitigen tote Tiere im Wasser innerhalb kürzester Zeit restlos und werden daher zu Recht als Gewässerpolizei bezeichnet. Die nicht wählerischen Allesfresser konsumieren aber auch abgefallenes 4 41

22 Laub, Wasserpflanzen, Schnecken und Muscheln. HARTMANN berichtete 1883 über einen kleinen Bestand an Edelkrebsen (Astacus astacus). Dieser erreichte bis zum Jahr 198 eine unglaublich hohe Dichte und es gab daher damals so gut wie keinen geeigneten Unterschlupf in dem kein Krebs wohnte. Man konnte einige Tiere sogar bei Tag beobachten, obwohl sie grundsätzlich nachtaktiv sind. Um 198 wurde der gesamte Bestand innerhalb weniger Wochen vollständig ausgerottet. Die Ursache für diese Tragödie begann schon um 186 in der Lombardei, wo es um diese Zeit zum ersten Mal zu Massensterben bei den heimischen Krebsen kam. Der Erreger dieser Epidemie, ein Schlauchpilz, wurde durch nordamerikanische Flusskrebse eingeschleppt und breitete sich in den nächsten Jahrzehnten über ganz Europa aus. Fast alle autochthonen Krebsbestände fielen dieser Epidemie zum Opfer. In den letzten Jahren hat sich im Weissensee wieder ein guter Krebsbestand entwickelt. Bei diesen Tieren handelt es sich jedoch um den in Nordamerika heimischen Kamberkrebs (Orconectes limosus) der, als Überträger der Krebspest, die Ursache für die Ausrottung des Edelkrebsbestandes im Weissensee ist. Wie diese Krebse um 198 in den See gelangten ist nicht bekannt. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass sie als Angelköder den weiten Weg von Deutschland zu uns fanden und, als sie ihren Dienst erfüllt hatten, vom tierliebenden Angler in den Weissensee entlassen wurden. Eine kleine Geste mit verheerenden Auswirkungen. Erstaunlicherweise werden hin und wieder auch Edelkrebse von anerkannten Krebsexperten im Weissensee gesichtet. Erklärungen dafür gibt es derzeit nicht. 8. Nachtangeln Über ein Pro bzw. Kontra des Nachtangelns wurde in den letzten Jahren, sowohl im Kreise der Agrargemeinschaft als auch im Kreise der Angelfischer, sehr häufig und z. T. recht emotional diskutiert. Seit der Angelsaison 28 ist der gesamte Weissensee für das Nachtangeln freigegeben. Außer Zweifel steht, dass einige Fischarten in der Nacht viel besser zu fangen sind als bei Tag. Dies gilt z. B. für den Zander und besonders in den Sommermonaten für den Karpfen, den Amur und die Schleie. Diese Fischarten suchen in der Nacht auch Uferbereiche auf, die sie während des Badebetriebes bei Tag meiden. Sofern es der Angler zulässt, kann die Stille der Nacht und die meist spiegelglatte Wasseroberfläche durchaus zur Entspannung und Erholung beitragen. Das Treiben der nachtaktiven Tiere und das Aufplatschen der springenden Fische auf die Wasseroberfläche, werden bei Dunkelheit viel intensiver wahrgenommen und bauen eine gewisse, in jedem Fall positive Spannung auf. Die regelmäßig veranstalteten Nachtfahrten der Weissensee-Schifffahrt schließen aus, dass in der Nacht vom Boot aus geangelt wird. Das Campieren an nicht dafür vorgesehenen Plätzen ist am Weissensee verboten und auch das Angeln an unbefestigten Uferstrukturen (Naturufer) lässt sich mit den Umweltschutzbemühungen der Gemeinde Weissensee nicht in Einklang bringen. Als Angelplätze dürfen daher nur befestigte Uferbereiche (Badestege, Liegewiesen, feste Uferverbauten) ausgewählt werden. Der Angelplatz muss ständig gut sichtbar beleuchtet sein und die ausgelegten Angelruten dürfen nicht unbeaufsichtigt bleiben. Bei Verwendung von Schwimmern (Posen) müssen diese ebenfalls gut sichtbar beleuchtet sein (z. B. Knicklichter). Dies ist besonders wichtig, da sich schon mehrmals Angelschnüre im Elektromotor des Kontrollbootes verfingen und sehr kostspielige Reparaturen verursachten. Alle Angler die das durchaus attraktive Angebot nutzen wollen, werden gebeten die Vorschriften genau einzuhalten. Denn nur so kann das Nachtangeln auch in Zukunft als Teil der Weissenseefischerei angeboten werden. Abb. 16: Größenklasse von Reinanken die mit einem Kiemennetz gefangen werden. Links ist das Kiemennetz dargestellt wie es während einer Befischung im Wasser liegen sollte. Nur Reinanken, welche die Netzmasche mit den Kiemendeckeln passieren und deren Körperumfang größer als ein Maschenumfang ist, können gefangen werden. 9. Kiemennetzbefischungen Östlich vom Restaurant Ronacherfels werden in den Sommermonaten im Freiwasserbereich am Abend Kiemennetze in Tiefen zwischen 8 und 15 m ausgelegt (Abb. 15). Am Morgen erfolgt die Entnahme der gefangenen Fische und deren Weiterverarbeitung. Die Fänge im Befischungsbereich setzen sich zu über 95 % aus Reinanken zusammen. Seltener werden Seeforellen und nur in sehr seltenen Ausnahmefällen Hechte, Flussbarsche oder Seesaiblinge gefangen. Seeforellen und Seesaiblinge werden, sofern sie unverletzt sind, ausnahmslos wieder zurückgesetzt. Durch die Wahl der Netzmaschenweite kann die Größe der gefangenen Fische relativ genau vorherbestimmt werden (Abb. 16). Wenn der Umfang des Fisches am Ansatz der Rückenflosse kleiner ist als die Netzmaschenweite (bei einem 46 mm Netz also < 184 mm), dann kann der Fisch durch die Masche hindurch schwimmen. Jungfische können daher mit diesem Netz nicht gefangen werden Bereich der Kiemennetzbefischungen Abb. 15: Bereich in dem seit Juli 24 Kiemennetzbefischungen durchgeführt werden.

23 1. Fischparasiten Der Befall mit Parasiten ist für Fische durchaus üblich. In diesem Punkt bilden auch die Fische des Weissensees keine Ausnahme. Zu Beeinträchtigung der Fischgesundheit tragen diese Parasiten aber nur selten bei. Bandwürmer (Cestoda) findet man sehr häufig im Darm von Reinanken, Hechten und Karpfen. Kratzer (Acanthocephala) kommen sehr häufig bei Flussbarschen vor. Saugwürmer (Trematoda) findet man in sehr großer Zahl im Darm von Schleien. Fadenwürmer (Nematoda) kommen in Hechten und Barschen vor. In der Leibeshöhle von kleineren Rotaugen, Lauben,... parasitiert der Riemenwurm (Ligula intestinalis). In den Kiemen von Schleien, Hechten und Flussbarschen findet man recht häufig schmarotzende Kiemenkrebse (Ergasilus sp.) und auf der Haut von Hechten und Flussbarschen findet man in den Sommermonaten regelmäßig die Karpfenlaus (Argulus sp.). In den Augen von Flussbarschen, Rotaugen,... parasitiert das Larvenstadium eines Trematoden. Keiner der Parasiten, die bis jetzt für den Weissensee nachgewiesenen werden konnten, stellt eine Gefahr für den Menschen dar. Sie haben auch keinen Einfluss auf die Qualität des Fischfleisches und nur von sehr wenigen Arten wird die Fischgesundheit beeinträchtigt. Zur Information: Vom Hechtbandwurm treten in Österreich zwei verschiedene Arten auf: Triaenophorus crassus und Triaenophorus nodulosus. Beide leben als geschlechtsreife Würmer im Darm von Fischen (meist im Hecht). Die Eier werden mit dem Kot des Fisches ins Wasser abgegeben und von Zooplanktern (erster Zwischenwirt) aufgenommen. Der befallene Zooplankter wird wiederum von einem Fisch (zweiter Zwischenwirt, z. B. eine Reinanke oder ein Seesaibling) gefressen. Im zweiten Zwischenwirt verhalten sich die beiden Bandwurmarten nun völlig unterschiedlich. T. crassus befällt als Wurmlarve die Muskulatur der Wirtsfische und verursacht dort Blutungen. In Fischfilets sind diese Blutungen und z. T. auch die Wurmlarven gut zu erkennen und sind natürlich ekelerregend. T. crassus wird daher von Gewässerbewirtschaftern gefürchtet, da befallene Fische nicht zu vermarkten sind. T. crassus kommt im Weissensee nicht vor!!! Sehr wohl konnte in den letzten Jahren T. nodulosus nachgewiesen werden. Auch dieser Parasit lebt als geschlechtsreifes Tier im Darm seines Endwirtes (Hecht). Auch die Zwischenwirte sind die gleichen. Nur Pauschale: Bin dann mal kurz weg, fischen 3 Übernachtungen in einem gemütlichen Zimmer inklusive Frühstück vom reichhaltigen Bio- Bauernhof-Buffet 1 Fischerkarte für 4 Tage, 1 Fischerboot für die Dauer des Aufenthaltes, 1 Kärntner Brettl Jause Gefrier- und Vakuumiermöglichkeit im Haus Preis: 25,- eine Person / 345,- zwei Personen Familie Stampfer Neusach Weissensee Tel.: +43() [email protected] bildet die Larve von T. nodulosus im zweiten Zwischenwirt eine Zyste in der Leber. Die Fischmuskulatur wird nicht befallen. Beim Ausnehmen ist ein mit T. nodulosus befallener Fisch also frei von Parasiten. 11. Schonzeiten und Mindestmasse für Fische Seeforelle 7 cm Bachforelle 7 cm Regenbogenforelle 7 cm Reinanke 36 cm Karpfen 45 cm keine Hecht keines Schleie 25 cm Zander 5 cm Seesaibling 3 cm Anglertage beim Binter im Zimmer mit Frühst. oder im Appartment Boote mit E-Motor & Anker Fischerkartenservice, Stromanschlüsse Thermofrühstück für Frühaufsteher Trockenraum und Einfriermöglichkeiten Absperrbarer Kabinen für Angelsachen Günstige Fischerpauschalen in der Vorund Nachsaison 3 Tage ab 25,- Haus Binter*** Michaela und Christoph Rupitsch Neusach Weissensee Tel [email protected] Haus Haus Fischer Fischer Familie Schininger Techendorf Weissensee Tel. +43 () 4713 / info@ fischer-weissensee.at Erlebnispass mobil+ Partnerbetrieb Gemütliche Privatpension in zentraler Lage Eigener Badestrand 2 Ruderboote Zimmer mit Frühstück: Vorsaison: 34,- Hauptsaison: 38,

24 13. Wichtige Richtlinien 1a. Das Fischen ist nur mit gültiger Jahresfischerkarte oder Fischergastkarte und Erlaubnisschein gestattet. Personen, die das 1. Lebensjahr vollendet, aber das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen den Fischfang nur unter Aufsicht einer voll handlungsfähigen Person ausüben. Alle Berechtigungen gelten nur für den Namensträger. Die Fischergastkarte ist vom Ausstellungstag. Uhr bis 24. Uhr am letzten Tag der Ausstellung gültig! 1b. Grundsätzlich gelten die Bestimmungen des Kärntner Fischereigesetzes ( 1c. Jeder gefangene Fisch ist sofort in die Fangliste einzutragen! 2. Vorgeschrieben ist: a) Schonzeiten und Mindestmaße einzuhalten. Unter dem Mindestmaß gefangene Fische nach Befeuchten der Hände vorsichtig von der Angel zu lösen und schonend ins Wasser zurückzuversetzen. b) Tote und offensichtlich kranke Fische, auch tote Köderfische, bitte nicht rückversetzen. c) Den Angelplatz während des Nachtangelns ständig gut sichtbar zu beleuchten sowie die ausgelegten Angeln nie unbeaufsichtigt zu lassen. Wird mit Schwimmern (Posen) gefischt, so müssen auch diese gut sichtbar beleuchtet sein. d) Den Fischereikontrollorganen auf Verlangen die Fischereibewilligung sowie Geräte und gefangene Fische vorzuweisen und Ihnen die verlangten Auskünfte zu erteilen. 3. Verboten ist: a) mehr als insgesamt 3 Fische, die den Mindestmaßen entsprechen, pro Tag aus dem See zu entnehmen. Ausgenommen sind Hechte und Flussbarsche. b) mehr als eine Forelle (>7 cm) pro Tag aus dem See zu entnehmen. c) offensichtlich besetzte Forellen gezielt zu befischen d) das Fischen mit mehr als 2 Angelruten (mit je 1 Köder bzw. je 1 Hegenesystem á 5 Nymphen). e) das Fischen von einem nicht durch Muskelkraft betriebenem Wasserfahrzeug aus (Verwendung von Elektromotoren, Verbrennungskraftmaschinen u.ä. sind verboten). f) Explosivstoffe, Betäubungsmittel, Schusswaffen, Stecher, Harpunen, Schlingen, Elektrofanggeräte. g) Stechen, Anreißen, Prellen, Keulen, die Verwendung künstlicher Lichtquellen oder chem. Leuchtstoffe zum Anlocken von Wassertieren. h) Verwendung lebender Wirbeltiere als Köder sowie das Mitbringen von Köderfischen. i) Verwendung von Fischinnereien als Köder. j) Echolote oder andere Ortungshilfen in einem mit Angelgerät bestücktem Boot (Kanu, Floß...) mitzuführen und zu verwenden. k) das Fischen 1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang (Nachtangeln) vom Boot oder anderen Wasserfahrzeugen (Floß, Kanu..) aus. Ausnahmeregelung für den Bereich westlich des Ronacherfelsen: Nachtangeln von Stegen und sonstigen künstlichen Einbauten aus, ist erlaubt. Die Benutzung unbefestigter Uferstrukturen (Naturufer) als Angelplatz ist nicht erlaubt! Ausnahmeregelung für den Bereich östlich der Schiffsanlegestelle Kleine Steinwand Das Fischen aus einem am Ufer befestigten Fischerboot ist in diesem Bereich erlaubt. Das Fischerboot muss gut sichtbar beleuchtet sein. Die ausgelegten Angeln sind ständig zu beaufsichtigen. Schwimmer (Posen) müssen ebenfalls gut sichtbar beleuchtet sein! Campieren ist im Schutzgebiet nicht erlaubt. l) das Fischen in Seerosen- und Teichrosenbeeten (Pflanzenartenschutz). m) gefangene Fische länger als 12 Stunden in künstlichen Behältnissen aufzubewahren. 4. Es wird ersucht: a) nicht mehr als maximal 3 Liter/Tag anzufüttern (Beinträchtigung der Wasserqualität). b) Schiffsanlegestellen und die Seebrücke nicht als Standplatz zum Fischen zu verwenden (Bestrafung nach Verkehrsvorschriften); c) Angelstandplätze nicht durch Bojen oder andere Kennzeichen zu markieren. d) auf die Sicherheit der Badegäste zu achten (Verletzungsgefahr). e) besondere Wahrnehmungen aller Art sofort der Weissensee Information oder der Polizei mitzuteilen. f) den Angelplatz im sauberen Zustand zu hinterlassen. Bei Nichtbeachtung der Richtlinien wird die ausgestellte Fischereibewilligung samt Fangliste entzogen. EIN ANSPRUCH AUF RÜCKERSTATTUNG BEREITS GELEISTETER GEBÜHREN UND DER KAUTION BESTEHT NICHT! Angelsaison: 1. Mai bis 2. Oktober 216 (Ausgenommen Jahresfischerkartenbesitzer, für diese endet die Angelsaison am 31. Oktober.) Fischerkartenpreise 216 (mit Gästekarte Weissensee) Erwachsene Tageskarte... 25,- 15,- Wochenkarte... 52,- 33, 2-Wochenkarte... 65,- 38, 3-Wochenkarte... 75,- 41,- Monatskarte... 85,- 45, 2-Tag f. Gruppen ab 7 Pers.... 4,- --- Verlängerungswoche... 3,- 3,- Kaution Fangliste... 1,- 1,- Preise inkl. Landessteuerabgabe: derzeit 5,- für 1 Woche, 13,- für 4 Wochen Fischerei-Geschäft Intersport Alpensport Weissensee in Techendorf Telefon: 4713/ Jugend 1-15 Jahre Veranstaltungen 45. Int. Angeln um die Goldene Forelle vom Weissensee : 26. Mai bis 28. Mai 216 Hecht- und Barsch-Hegefischen: 24. September Oktober Eislochfischen: 1. März 8. März 217 Wer fängt den schwersten Fisch die schwersten Fänge der Saison werden mit einem Pokal prämiert. Weissenseer Fischausstellung Eine sehenswerte Ausstellung an präparierten Fängen aus dem Weissensee finden Sie im Weissensee Haus in Techendorf-Süd. Weitere Informationen: Weissensee Information - Techendorf 78, 9762 Weissensee, Austria Tel. 43 () 4713 / 222- Fax 43 () 4713 / [email protected]

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