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1 NUK Neues Unternehmertum Rheinland e.v. Businessplan-Wettbewerb 2014 Beispiel: Angebotskalkulation / Stundensatz 20. März 2014 Jörg Püschel MBW MITTELSTANDSBERATUNG GMBH

2 FRODO Graphik- und Design Herr Frodo Beutlin hat gerade das Graphik-Design-Büro FRODO gegründet er hat eine feste Mitarbeiterin eingestellt, Frau Rosie Hüttinger, die ein Gehalt bezieht (38,5 Std./Woche) darüber hinaus beschäftigt er einen (festen) freien Mitarbeiter, Herrn Sam Gamdschie, der nach Stunden bezahlt wird (Rahmen: 50 Stunden im Monat) er erhält von Herrn Peter Jackson die Anfrage für die Durchführung einer Werbekampagne Herr Frodo muss ein Angebot erstellen Jörg Püschel/ MBW GmbH - 2 -

3 FRODO Graphik- und Design Angebotskalkulation im ersten Schritt muss Frodo feststellen, wie viele Stunden er und seine Mitarbeiter mit der Durchführung dieses Auftrages beschäftigt sein werden er errechnet überschlägig, dass die Mannschaft ca. 250 Stunden für den Auftrag benötigen wird nun muss er nur noch den Stundensatz seines Büros mit 250 multiplizieren und die Materialkosten für diesen Auftrag und seinen Gewinn hinzuaddieren Schon wäre das Angebot fertig! Jörg Püschel/ MBW GmbH - 3 -

4 Problem: Wie ermittelt er den Stundensatz? 1. Schritt: Erfassung aller Kosten 2. Schritt: Zusammenfassung aller Kosten 3. Schritt: Ermittlung der Produktivstunden 4. Schritt: Errechnung Stundensatz Jörg Püschel/ MBW GmbH - 4 -

5 1. Schritt: Erfassung aller Kosten fixe Kosten Personalkosten (Rosie Hüttinger) Fremdleistungen (Sam Gamdschie) Betriebskosten Büro (Gemeinkosten) Finanzierungskosten Abschreibungen (kalkulatorischen) Unternehmerlohn variable Kosten Materialkosten für den Auftrag Peter Jackson Jörg Püschel/ MBW GmbH - 5 -

6 Personalkosten Frau Rosie Hüttinger, bezieht ein Bruttogehalt in Höhe von rund A p. m A x 12 Monate Lohnnebenkosten (ca. 22 %) Summe (jährlich) = < Stundensatz von Frau Rosie Hüttinger ca. 18,55 < 210 Arbeitstage á 7,7 Stunden = Stunden = A = A Jörg Püschel/ MBW GmbH - 6 -

7 Fremdleistungen Herr Sam Gamdschie hat einen Rahmenvertrag über 50 Stunden im Monat seine tatsächliche Leistung wird zum Jahresende abgerechnet er erhält 50 A die Stunde und muss sich selbst versichern (Krankenversicherung, Altervorsorge etc.) A x 12 Monate = A Summe = < Jörg Püschel/ MBW GmbH - 7 -

8 Geschäftsbetrieb Herr Frodo Beutlin berechnet die jährlichen Gemeinkosten Miete Versicherung KFZ Werbung Buchhaltung/ Beratung Sonstiger Aufwand = A = A = A = A = A = A Summe = < Jörg Püschel/ MBW GmbH - 8 -

9 Finanzierungskosten Herr Frodo hat zwei längerfristige Kredite laufen und verfügt über eine Kontokorrentlinie : mit einem Bankkredit kaufte er die technische Ausstattung seines Büros ( A), Zinssatz 10 % Darlehen von Freund Gandalf über A, Zinssatz 1,0 %, zur Finanzierung der Gründungskosten durchschnittliche Inanspruchnahme Kontokorrent: A, Zinssatz 15 % Summe: < < < = < Jörg Püschel/ MBW GmbH - 9 -

10 betrieblicher Aufwand Investitionen es werden technische Geräte für A angeschafft; sie sollen mindestens fünf Jahre genutzt werden die Geräte erleiden einen Werteverlust, der als Aufwandsposition Abschreibung berechnet werden muss Anschaffungspreis ( A) : 5 Jahre Abschreibung = < p.a. Jörg Püschel/ MBW GmbH

11 Unternehmerlohn Herr Frodo Beutlin berechnet sich pro Monat A als kalkulatorischen Unternehmerlohn wäre er Arbeitnehmer (AN), bekäme er A brutto Sozialabgaben würden paritätisch geteilt, d.h. ca. 500 A würde der AN Frodo bezahlen und ca. 500 A der Arbeitgeber entspricht ca A nach Steuern (ca. 16 % ESt + Soli = 400 A) davon bestreitet er seinen Lebensunterhalt und davon bezahlt er seine Einkommenssteuer kalkulatorischer Unternehmerlohn: < Jörg Püschel/ MBW GmbH

12 Berechnung Unternehmerlohn < < < < ca. 350 < Lohnsteuer und Soli *) 510 < AN-Anteil an der Sozialversicherung 500 < AG-Anteil an der Sozialversicherung *) Jörg Püschel/ MBW GmbH

13 2. Schritt: Zusammenfassung aller Kosten Personalkosten Fremdleistungen Gemeinkosten (Betriebskosten Büro) Finanzierungskosten Abschreibungen (kalkulatorischen) Unternehmerlohn = A = A = A = A = A = A Gesamtkosten: = < Jörg Püschel/ MBW GmbH

14 3. Schritt: Ermittlung der Produktivstunden: Wie viele Stunden arbeiten Herr Frodo Beutlin und seine Mitarbeiter das ganze Jahr im Unternehmen? nach Abzug von Samstagen und Sonn- und Feiertagen, Urlaubstagen und Krankheitstagen verbleiben 210 Tage (wobei der Chef mehr arbeitet) dies entspricht Herr Frodo: 230 Tage á 8,5 Stunden Frau Hüttinger: 210 Tage á 7,7 Stunden Herr Gamdschie: 50 Stunden x 12 Monate = Std. = Std. = 600 Std. Gesamtstunden = Std. Jörg Püschel/ MBW GmbH

15 Herr Frodo schätzt den produktiven Anteil der Stunden in seinem Unternehmen auf ca. 66 Prozent Rest der Zeit für: Akquisition allgemeine Organisation, Weiterbildung, Mitarbeitergespräche, interne Konferenzen Schwatz und Tratsch im Auenland u.a. ständiger Auf- und Abstieg FC Zicklein aus der 1. Liga von Mittelerde etc. produktive Std. : x 0,66 = (abgerundet) Std. Jörg Püschel/ MBW GmbH

16 4. Schritt: Errechnung Stundensatz Herr Frodo kann nun seinen Stundensatz ausrechnen A Gesamtkosten : Stunden = 47,31 A Stundensatz = 48 < variable Kosten (Materialaufwand) Herr Frodo weiß aus Erfahrung, dass er bei einen solchen Auftrag für ungefähr Euro Material verbraucht Jörg Püschel/ MBW GmbH

17 Erstellung Angebot Nun kann Herr Frodo das Angebot an Herrn Jackson erstellen: 250 kalkulierte Arbeitsstunden á 48 A = A Materialkosten (kalkuliert) = A Zwischensumme = zuzüglich 20 % Gewinnaufschlag = A Zwischensumme = Angebotsumme: = < zuzüglich 19 % Umsatzsteuer = A Gesamt = < Jörg Püschel/ MBW GmbH

18 Angebot zu einem Preis von A (netto) kann Herr Frodo Herrn Jackson sein Angebot unterbreiten er hat damit auch etwas Spielraum für seine Preisverhandlungen mit Herrn Jackson: geringere Gewinnmarge, z.b. ca. 10 % (d.h A günstiger) ohne Gewinnaufschlag für A netto Auftrag schneller als in 250 Stunden abwickeln Produktivität im Betrieb erhöhen (> 66 Prozent) Material günstiger einkaufen als für A netto Honorarkräfte suchen, die günstiger sind als seine Mitarbeiter (18,55 A/Std. bzw. 50,00 A/Std.), aber mindestens genauso produktiv sind Jörg Püschel/ MBW GmbH

19 Gewinnschwellenrechnung Kosten Gewinnzone > < Verlustzone < < break-even-point = < Jörg Püschel/ MBW GmbH Absatz variable Kosten: < Umsatzerlöse Gesamtkosten Deckungsbeitrag fixe Kosten: <

20 Ende Beispiel Angebotskalkulation Jörg Püschel/ MBW GmbH

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