Neurofeedback Mini-Brain-Mapping
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- Elmar Weiner
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1 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping DGBfB Jahrestagung 2016, Berlin Dr. Norman Schmid Klinischer- und Gesundheitspsychologe Neuro- und Biofeedback-Therapeut Leiter des Curriculum Neurofeedback bei Dr. Schmid & Dr. Schmid 1 Mini-Brain-Mapping Inhalt Hintergrund für Neurofeedback Mini-Brain-Mapping EEG Frequenzen: Bedeutung, Verteilung, Asymmetrien Mini-Brain-Mapping mit 2 und 4 Kanal Messung Praktische Kleingruppen-Übungen Vom Mini-Brain-Mapping zum Neurofeedback- Therapieplan Fallbeispiele Diskussion 2 1
2 Neurofeedback nach Protokoll oder Assessment? Protokoll Bei Indikationen bestimmtes Vorgehen Theta/Beta bei ADHS SMR bei Epilepsie, Insomnie etc. Lange Tradition und viele Studien zu NFB bei ADHS, Epilepsie, Insomnie, etc. Aber: Studien z.t. widersprüchlich, nicht alle Patienten sprechen auf NFB an One size fits all? 3 Neurofeedback nach Protokoll oder Assessment? Assessment Vor dem Training eine Analyse, an welcher Region und mit welchen Frequenzbändern trainiert werden soll Nicht jeder Patient mit einer Störung hat dieselben Auffälligkeiten Bsp. ADHS: Theta/Beta Problem oder hibeta oder Abdriften in Alpha? QEEG basiertes Vorgehen hat sich bewährt, aber auch Kritikpunkte (Individualität des Gehirns) Bei Mini-Brain-Mapping kein Vergleich mit Normwerten, sondern mit Verteilungen der Frequenzen im Gehirn bzw. der Veränderung von Baseline zu kognitiven Tasks 4 2
3 Frequenzbänder und ihre Bedeutung 5 aus Demos (2005) Funktionen des cerebralen Cortex im Überblick 6 aus Demos (2005) 3
4 Alpha: Bedeutung und Verteilung Alpha Frequenz: 4-8 Hz Bedeutung: resting state (idling rhythm von Thalamus, System arbeitet nicht, Information wird blockiert) bei geschlossenen Augen Informationsflow von visuellem System geschlossen (occipital und parietal Alpha) Inhibition somatosensorischer Information (zentrales Alpha); auch MuRhythmus genannt; steigt an, wenn keine motorische Aktion; kleine Anzahl in der Bevölkerung hat Mu-Rhythmus Alpha im auditiven Cortex (Tau Rhythmus, in Sylvian Fissure nur mit MEG oder LORETA messbar); steigt an, wenn keine akustische Verarbeitung [Somatosensorisches Alpha hängt auch mit optimaler Performance zusammen (hohes Alpha führt danach zu verbesserter Performance in Reaktionstest)] Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 7 Alpha: Bedeutung und Verteilung Quelle: Kropotov (2016) 8 4
5 Alpha: Bedeutung und Verteilung Quelle: Kropotov (2016) 9 EEG und BOLD Signal BOLD: blood oxygen level dependent fmri Messung um Sauerstoffgehalt in Gehirnregionen zu messen Korrelat von Gehirnaktivität (viel Aktivität = BOLD hoch) EEG Alpha posterior und BOLD Signal sind negativ korreliert Quelle: Kropotov (2016) 10 5
6 Alpha: Bedeutung und Verteilung Verteilung: occipital und parietal, z.t. auch zentral und temporal (v.a. bei Kindern) Wenn frontal Alpha gemessen, dann wg. Volume conductance und Weiterleitung von occipitalen und parietalen Regionen Wenn Alpha in frontalen oder zentralen Regionen dominant ist, dann ist dies auffällig Bei ca. 10% der Bevölkerung ist kein Alpha Rhythmus messbar, ohne dass dies auffällig ist = low voltage alpha (low voltage fast EEG) Jedoch bei Angststörungen und Alkoholismus low voltage fast EEG dreimal so häufig Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 11 Alpha peak frequency Alpha peak frequency normalerweise bei 10 Hz Bei Müdigkeit Alpha geringer um ca. 1 Hz Alpha peak frequency ist bei Kindern geringer, bei Erwachsenen bleibt sie überlicherweise konstant bzw. nimmt ab ca. 60 Jahren ab (peak frequency ca. 9 Hz) Wenn Reduktion um 1 Hz oder mehr im Vgl. zur Altersgruppe, dann auffällig Wenn deutlich erniedrigt (< 9 Hz), Hinweis für mögliche kognitive Beeinträchtigung Bei hoher Alpha peak-frequency keine Aussage über Intelligenz etc.! Alpha Frequenz in beiden Hemisphären gleich; wenn Unterschied von mehr als 1 Hz, dann auffällig Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 12 6
7 Beta: Bedeutung und Verteilung Beta Frequenz: Hz (bzw. ab 13 Hz; hibeta Hz) Bedeutung: mentale Aktivität, Konzentration, Aufmerksamkeit Beta korreliert mit Gehirnaktivität Verschiedene Beta Rhythmen mit unterschiedlicher Funktion (Modell nach Engel & Fries, 2010) Koordination verschiedener Gehirnregionen Inhibition motorischer Aktivität (v.a. SMR = low Beta Hz) Motorische Planung Entscheidungsfindung Action-selection network functions Aufrechterhaltung des status quo Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007), Kropotov (2009, 2016), Engel & Fries (2010) 13 Beta: positive Korrelation mit metabolischer Aktivität Quelle: Kropotov (2016) 14 7
8 Beta: Bedeutung und Verteilung Verteilung: Frontal beta rhythm ist am häufigsten, streut oft bis zentral aus Manchmal wird dieser Rhythmus durch Bewegung oder Bewegungsintention blockiert (v.a. kontralateral) Widespread beta rhythm über den meisten Gehirnregionen zur selben Zeit, keine Blockade Posterior beta rhythm (fast alpha variant) bei Hz (doppelte Alpha Frequenz) (seltener) Wird durch dieselben Manöver blockiert, wie Alpha Rhythmus Beta auch in subcorticalen Strukturen, limbischem System, Basalganglien Beta Amplitude i.a. < Alpha Beta Aktivität ist ein Zeichen eines gesunden Gehirns Beta wird auch häufig bei Müdigkeit akzentuiert (bei Stage 1 Sleep, drowsiness) Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 15 Frontal Beta bei verschiedenen Tasks GO NOGO Ignore Novelty Quelle: Kropotov (2009, 2016) 16 8
9 SMR: Bedeutung und Verteilung SMR (sensomotorischer Rhythmus) Frequenz: Hz (= Beta1) Nur über dem sensomotorischen Cortex gemessen (C3, Cz, C4) Wird auch Rolandic Cortex genannt (über Sulcus centralis) Bedeutung: Wachheit, nach außen gerichtete Aufmerksamkeit, motorische Ruhe, Inhibition motorischer Aktivität Quelle: Demos (2015), Strehl (2013) 17 Theta: Bedeutung und Verteilung Theta Frequenz: 4-8 Hz Bedeutung: tiefe Entspannung, Schläfrigkeit, in Schlafphasen 1 und 2, auch bei Kreativität und Konsolidierung angenommen Beim gesunden Gehirn nur frontal midline theta normal (kurze bursts) Bei ca % der Bevölkerung bei kognitiven Tasks Theta bursts v.a. auf Fz von einigen Sekunden Auch mit Enkodierung assoziiert (Klimesch, Uni Salzburg) Zusammenhang mit Hypocampus wird angenommen In anderen Regionen Theta im Wachzustand nicht normal Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 18 9
10 Frontal Midline Theta Theta bursts vor mentaler Aufgabe, nur wenige Sekunden vorhanden, nicht bei jedem Trial Quelle: Kropotov (2009, 2016) 19 Theta: Bedeutung und Verteilung Langsame Wellen nehmen mit dem Alter ab Bei Kindern bis 4 Jahren ist Theta > Alpha Zwischen 5-6 Jahren Theta = Alpha Ab 6 Jahren Alpha Alpha > Theta Bei Meditation Anstieg zunächst von Alpha, dann von frontal midline Theta (Takahashi et al., 2005, Cahn & Polich, 2006) Bei Hypnose Anstieg von frontal midline Theta Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 20 10
11 Delta: Bedeutung und Verteilung Delta 1-4 Hz (bzw Hz) Typisch im Tiefschlaf (traumloser NonREM Schlaf) Bei Säuglingen auch im Wach-EEG, bei älteren Kindern z.t. im occipitalen Grundrhythmus eingelagert Wird durch thalamische Mechanismen generiert Delta ist dominant, wenn der Kortex von Thalamus entkoppelt ist Nicht im gesunden Wach-EEG vorhanden Wenn Delta-Amplituden angezeigt, dann i.a. Augenartefakt Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) Kropotov (2009, 2016) 21 Inverse Problem und Volume Conductance Problem Biophysikalischer Faktor Für jedes EEG Signal gibt es eine Vielzahl an möglichen Quellen, die zum EEG Signal passen bzw. dieses erklären können Einer oder mehrere Generatoren im Gehirn an unterschiedlichen Regionen können dasselbe EEG Signal produzieren D.h. durch Oberflächen EEG ist es theoretisch nicht möglich, den Generator zu benennen (Inverse Problem) Praktisch sind Annäherungen möglich Physiologischer Faktor EEG Abnormalitäten sind nicht immer dort feststellbar, wo die Schädigung bzw. Störung vorhanden ist Z.B. ist bei struktureller Läsion durch Insult die Region elektrisch inaktiv; durch Volume conductance ist aber dennoch ein EEG Signal vorhanden, das von anderer Region weitergeleitet wird 22 Quelle: Fisch & Spehlmann s EEG Primer (2007) 11
12 Normative EEG Werte Theta/Beta power ratio (Achtung: Studien nicht eindeutig!) Kinder 6-11 > 5 Kinder > 3.3 Jugendliche und junge Erwachsene (16-10 J.) > 2.3 Erwachsene ab 21 J. > 2 Beta (13-21Hz) > SMR (12-15Hz) Alpha > Theta bei Augen geschlossen Alpha Blockade wenn Augen geöffnet werden (bei 90% gesunder Erwachsener) Beta (13-21) > hi-beta (21-30) Theta (4-8) > Delta (1-4); (Delta nur im Schlaf oder schwere Hirnschädigung! Achtung auf Augenartefakte!) Theta > Beta (bei Kindern ist Theta deutlich höher) Quelle: Demos 2005, Thompson & Thompson 2003, Monastra et al Normative EEG Werte: Asymmetrien Hemisphären Asymmetrie-Normalwerte: Normale Muster für Hemisphären-Asymmetrien (z.b. F3-F4) LH Beta RH Beta Bsp. für normales Muster: F3 (7.5µV) > F4 (6.5µV) LH Alpha RH Alpha Bei Augen geschlossen; bis 25% Unterschied Bei Gesunden kein Alpha an frontalen und zentralen Regionen Theta Hemisphärenunterschiede für Diagnostik i.a. nicht bedeutend wenn große Unterschiede, dann beachten 24 12
13 Alpha-Asymmetrie bei Depression bei Subgruppe depressiver Personen 25 Normative EEG Werte: Asymmetrien anterior - posterior Asymmetrie-Normalwerte: anterior Beta > posterior Beta Fz > Cz > Pz posterior Alpha > anterior Alpha Pz > Cz > Fz (eyes-closed) Bsp. für normales Muster: Pz (18µV) > Cz (13µV) > Fz (10µV) 26 Quelle: Kropotov (2016) 13
14 Alpha Peak-Frequency und Reaktivität Dominante Alpha-Frequenz: durchschnittlich bei 10Hz (Erwachsene, Jugendliche) Bei Kindern bis ca. 15 J. geringer Nimmt ab mittlerem Erwachsenenalter wieder ab Alpha peak frequency auffällig wenn < 9 Hz Immer in Relation zu klinischem Bild stellen Alpha Reaktivität Bei gesunden Personen verändert sich Alpha (Alpha Blockade oder Amplitudenreduktion) von Ruhe zu Aufgabenstellung In beiden Hemisphären gleiche Reaktivität 27 Neurofeedback Assessment & Planung 1. Was möchte ich analysieren? Wahl der Elektrodenposition (Indikationsabhängig) Wahl des Ablaufs Augen offen, geschlossen, kognitive Aufgaben, Belastung, Entspannung Jeweils ca. 3min (Analyse der letzten Minute pro Phase) 2. Messung 3. Analyse Vergleich mit Normwerten (Asymmetrien, Verteilung der Frequenzbänder, Veränderungen bei den Aufgaben) 4. Therapieplan 28 14
15 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping Assessment von EEG-Frequenzen in verschiedenen Gehirnregionen (Verteilung) Anterior-posterior Hemisphären-Unterschiede Assessment der Frequenzen in Baseline und bei kognitiven Tasks Augen offen und geschlossen, Lesen, Rechnen, etc. Veränderung von Alpha, Beta, hibeta, Theta Alpha peak frequency Vergleich zu QEEG Keine 21 Kanal Messung Kein Vergleich mit Normwerten (Datenbank) Mini-Brain-Mapping basiert auf Erkenntnissen der EEG Grundlagenforschung 29 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping 2-Kanal Elektroden-Positionen für Assessment-Mapping: 1. Messung: Fz, Pz Anterior-posterior Asymmetrie Fast wave, slow wave Verteilung Alphablockade, Theta/Beta ratio Linked-ear Montage (Referenz) 2. Messung: F3, F4 Hemisphären-Unterschiede Frontal: Depression, Angst, Unruhe, Stress Linked-ear Montage (Referenz) 30 15
16 10-20 System 31 Elektrodenposition Fz, Pz Messung für Elektroden-Positionen nach System 1. Nasion-Inion, davon 10%, 20% berechnen 2. Cz: 50% von Nasion-Inion 3. Fz: 20% von Cz Richtung Nasion 4. Pz: 20% von Cz Richtung Inion 32 16
17 Elektrodenposition F3, F4 Messung für Elektroden-Positionen nach System 1. Nasion-Inion, davon 10%, 20% berechnen 2. A1-A2, davon 10% und 20% berechnen 3. Halber Kopfumfang (Fpz-Oz), davon 20% berechnen 4. Fpz: 10% von Nasion 5. Fz: 20% von Fpz (oder 20% von Cz) 6. T3: 10% von A1 7. F7: 20% von T3 Richtung Nasion 8. F3: Mitte zwischen Fz und F7 9. Gleicher Vorgang für rechte Hemisphäre und F4 bzw. Maße übernehmen 33 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping 4-Kanal Elektroden-Positionen für Assessment-Mapping: 1. Messung: Fpz, Fz, Cz, Pz Anterior-posterior Asymmetrie Fast wave - slow wave Verteilung Alphablockade, Theta/Beta ratio Fpz Messung für Augenblink Artefakterkennung Linked-ear Montage (Referenz) 2. Messung: F3, F4, P3, P4 Hemisphären-Unterschiede Frontal: Depression, Angst, Unruhe, Stress Augenblink Artefakterkennung auf F3 Linked-ear Montage (Referenz) 34 17
18 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping 4-Kanal Welche Gehirnfunktionen werden gemessen: Fpz, Fz: Exekutivfunktion, Handlungsplanung, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitssteuerung, Koordination, etc. Cz, Fz, Pz: Impulskontrolle, Motivation Cz: Mood stability, motorische und sensorische Kontrolle Pz: Sekundärer somatosensorischer Cortex (Verarbeitung verschiedener sensorischer Informationen) Pz: visuelle Prozesse (Einstreuung von Oz, O1, O2), Alpha-Blockade 35 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping 4-Kanal Welche Gehirnfunktionen werden gemessen: F3: logische, verbale Prozesse, (Arbeitsgedächtnis) F4: emotionale, nonverbale Prozesse, soziale Wahrnehmung P3: verbale Assoziationen und kognitive Verarbeitung, Mathematik und Grammatik (T5), Problemlösung P4: nonverbale Assoziationen und kognitive Verarbeitung, räumliche Verarbeitung und Gesichtserkennung (T6) 36 18
19 Elektrodenposition FPz, Fz, Cz, Pz Messung für Elektroden-Positionen nach System 1. Nasion-Inion, davon 10%, 20% berechnen 2. Fpz: 10% von Nasion 3. Fz: 20% von Fpz (oder 20% von Cz) 4. Cz: 50% von Nasion-Inion 5. Pz: 20% von Cz Richtung Inion System Elektrodenabstände 38 19
20 Elektrodenposition F3, F4, P3, P4 Messung für Elektroden-Positionen nach System 1. Nasion-Inion, davon 10%, 20% berechnen 2. A1-A2, davon 10% und 20% berechnen 3. Halber Kopfumfang (Fpz-Oz), davon 20% berechnen 4. Fpz: 10% von Nasion 5. Fz: 20% von Fpz (oder 20% von Cz) 6. T3: 10% von A1 7. F7: 20% von T3 Richtung Nasion 8. F3: Mitte zwischen Fz und F7 9. Gleicher Vorgang für rechte Hemisphäre und F4, Maße übernehmen 10. P3, P4 analog von T5, T6 berechnen 39 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping Übung 2-3 Personen an einem System 1 Therapeut 1 Klient Sensoren anlegen Aktive Elektroden: 1. Anterior-posterior (Fpz, Fz,Cz, Pz) 2. Hemisphären: F3, F4, P3, P4 Referenz: linked ear Ground: HWS Messfenster Sensoren 4xEEG, 1 Band 40 20
21 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping Übung Ablauf jeweils für anterior-posterior und für Hemisphären Augen offen (3min) Augen geschlossen (3min) Rechnen leise (2min) nach ca. 1min prüfen Lesen leise (2min) Buch oder Skriptum vorgeben Augen offen (3min) Subjektive Einschätzung des Patienten nach jeder Phase Ablauf Alternativ (ohne kognitive Leistungsfähigkeit) Augen offen (3min) Augen geschlossen (3min) 41 Artifacting Artifacting am besten Artefakte weitgehend vermeiden gerade sehen vor einer Bedingung mehrmals Blinzeln Muskeln locker lassen, Mund etwas offen, Zunge locker nicht bewegen Augenartefakte (mit Fpz Theta messen) Elektrische Artefakte bei 50 Hz EMG-Artefakte bei Hz bei Review Artefakte markieren und löschen, bevor Datenanalyse durchgeführt wird 42 21
22 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping Interpretation Interpretation Analyse und Interpretation während der Messung Im Review Artefakt-Bereinigung Re Maustaste / automatische Artefaktunterdrückung Channel 1: Nr. 51 EMG Artifact (75-100Hz) / more than 5.0 (oder 8.0) Channel 2: Nr. 38 Theta (4-8Hz), für Augenblinks / more than 50.0 (individuell anpassen, RohEEG in Amplitude betrachten, bzw. Theta- Amplitude und Augenblinks) 43 Neurofeedback Mini-Brain-Mapping Interpretation Interpretation Im Review Analyse der einzelnen Frequenzen Kanäle auswählen: Theta, Alpha, SMR, Beta, Theta/Beta power ratio, hibeta, EMG Artifact Kanäle Nr. 56, 58, 61, 62, 63, 70, 71 Linien in Balkendiagramm umwandeln (5 sek. Statistiken, Mittelwerte) Ev. nur wenige Parameter anzeigen Baseline analysieren Veränderung in verschiedenen Phasen (bei kognitiven Aufgaben, etc.) Zusammenhang Messwerte zu subjektiver Einschätzung 44 22
23 Interpretation Anterior-posterior(Fpz, Fz, Cz, Pz) Baseline Alpha anterior > posterior auffällig Beta anterior < anterior auffällig hibeta > Beta ist auffällig (Fz) Alpha peak frequency kognitive Tasks Veränderung bei kognitiven Tasks Theta/Alpha Anstieg ist auffällig hibeta Anstieg ist auffällig Vergleich zu subjektiver Einschätzung! Abschluss-Ruhephase Vergleich zu Baseline Bleiben Werte verändert? (z.b. Beta oder hibeta höher) 45 Interpretation Hemisphären-Unterschiede (F3, F4, P3, P4) Baseline Alpha LH > RH auffällig Beta LH > RH auffällig hibeta > Beta ist auffällig Alpha anterior > posterior auffällig Beta anterior < anterior auffällig kognitive Tasks Veränderung bei kognitiven Tasks Theta/Alpha Anstieg ist auffällig hibeta Anstieg ist auffällig Vergleich zu subjektiver Einschätzung! Abschluss-Ruhephase Vergleich zu Baseline 46 23
24 Fallbeispiel Depression Mini-Brain-Mapping: Baseline EO, EC Patientin 42 J. mittelgradige Depression depressive Stimmung seit Jugend Symptome: Dysphorie, negatives Gedankenkreisen Energielosigkeit Anterior-posterior Asymmetrien Beta posterior zu hoch Alpha OK HiBeta OK 47 Mini-Brain-Mapping: kognitive Tasks EEG bei kognitiven Aufgaben Theta und Alpha steigen im Vgl. zu Ruhe EO an Beta steigt nicht an (Hinweis auf mangelnde Aktivierung) 48 24
25 Mini-Brain-Mapping: Hemisphären Hemisphären-Asymmetrie Alpha F3 > F4 (auffällig) Beta F3 = F4 (etwas auffällig) HiBeta höher als Beta (auffällig) Neurofeedback 2 Kanal F3-F4 Beta up F3 Alpha down F3 hibeta Inhibit F3 Optional: F3-F4 Balken 49 Fallbeispiel ADHS: Maximilian 14 Jahre (4. Klassen Gymnasium, Unterstufe) Verdacht auf ADS/ ADHS nicht bestätigt Diagnostik ergab Legasthenie leicht ablenkbar in Schule, Konzentrationsschwierigkeiten demotiviert, unsicher, Selbstwertproblematik 50 25
26 Mini-Brain-Mapping: Ruhe EO, EC Anterior-posterior Asymmetrien Baseline Beta OK, Alpha OK Theta unauffällig HiBeta erhöht 51 Mini-Brain-Mapping: kognitive Tasks NFB Diagnostik Fpz-Fz-Cz-Pz (Cognitrone) Fpz Cog1 Fz Cog1 Cz Cog1 Pz Cog1 Fpz Cog2 Fz Cog2 Cz Cog2 Pz Cog2 Theta Alpha SMR Beta HiBeta Anterior-posterior Asymmetrien kognitive Tasks Beta OK, Alpha OK Theta höher als bei Baseline (Fz von 11 auf 15) HiBeta steigt deutlicher an 52 26
27 Mini-Brain-Mapping: Hemisphären NFB Diagnostik F3-F4-P3-P4 (Augen offen, Augen geschlossen) F3 EO F4 EO P3 EO P4 EO F3 EC F4 EC P3 EC P4 EC Theta Alpha SMR Beta HiBeta Hemisphären-Asymmetrien Alpha F3 > F4 (auffällig) Beta F3 > F4 (OK) HiBeta niedriger als Beta (OK) 53 Neurofeedback Ansatzpunkte F3 oder Fz: Theta down und Beta up bei kognitiven Tasks Auf Fz die höchsten Theta-Werte Wegen F3-F4 Asymmetrie bzgl. Alpha ist F3 Neurofeedback sinnvoll F3 oder Fz: Theta/Beta ratio Training Fz oder F3 hibeta down F3: Alpha down (wegen Alpha Asymmetrie) 54 27
28 Fallbeispiel Tinnitus und Hyperkusis: Herr E. 48 Jahre, ledig, Installateur Tinnitus und Hyperakusis nach Arbeitsunfall, Knalltrauma Chronischer Tinnitus (2a): re Ohr, hochfrequenter Ton, lärmverstärkt Grad 2, kompensierter Tinnitus, Noiser beruflich und privat bis auf T+H keine Belastungen harte oder laute Stimmen schwer erträglich : Probleme: laute Kunden (Alarmanlagen), hohe Frauenstimmen, laute Kinder, bellende Hunde, Fliesenarbeiten, Autofahrten, hinunterfallende Werkzeuge, Hall, 55 Mini-Brain-Mapping: Baseline EO, EC Anterior-posterior Asymmetrien Baseline Alpha Fz > Pz (auffällig) Beta Fz < Pz (auffällig) HiBeta leicht erhöht 56 28
29 Mini-Brain-Mapping: kognitive Tasks Anterior-posterior Asymmetrien kognitive Tasks Alpha Fz > Pz (auffällig) Beta Fz < Pz (auffällig) HiBeta steigt stark an! (sehr auffällig) 57 Mini-Brain-Mapping: Hemisphären Neurofeedback- Ansatzpunkte Hemisphären-Asymmetrie Alpha F3 = F4 (leicht auffällig) Beta F3 < F4 (auffällig) HiBeta höher als Beta (auffällig) Neurofeedback Alpha up auf P4 hi Beta down auf Fz 58 29
30 Literatur Demos, J. N. (2005). Getting started with neurofeedback. New York: Norton and Company. Cantor, D.S. & Evans, J.R. (2014). Clinical neurotherapy. Application of techniques for treatment. Academic Press. Fisch, B. J. (1999). Fisch & Spehlmanns EEG primer. Amsterdam: Elsevier. Kropotov, J. (2009). Quantitative EEG, event related potentials and neurotherapy. Amsterdam: Elsevier. Kropotiv, J. (2016). Functional neuromarkers for psychiatry. Amsterdam: Elsevier. Strehl, U. (2013, (Hrsg.), Neurofeedback. Theoretische Grundlagen. Praktisches Vorgehen. Wissenschaftliche Evidenz. Kohlhammer. Thompson, M. & Thompson, L. (2015) 2nd Ed. The neurofeedback book. Colorado: Wheat Ridge. (AAPB store) Zschocke, S. & Hansen, H.C. (Hrsg.), (2011). Klinische Elektroenzepahographie. Springer-Verlag 59 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Informationen zu Neurofeedback (Dr. Schmid & Dr. Schmid, Neurofeedback- Curriculum) (International Society for Neurofeedback and Research) Neuroregulation (Journal kostenlos) Neuroconnections (Journal kostenlos) (Amerikanische Biofeedback Gesellschaft) (Deutsche Biofeedback Gesellschaft) Ratgeber für Patienten: Schmid Norman (2014). Nicht immer denken. Wien: Maudrich. (Neurofeedback erklärt und Fallbeispiele) 60 30
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