Was, wenn einem die Luft knapp wird
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- Holger Dieter
- vor 7 Jahren
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1 Was, wenn einem die Luft knapp wird Vortrag an der VHS Essen am Dr.med. Martje Voswinkel, Ärztin für innere Medizin, Hämatologie und Onkologie und Palliativmedizin Kliniken Essen Mitte, Huyssenstift Abteilung für Palliativmedizin und Institut für Palliative Care Mitglied des Palliativdienstes
2 Was ist, wenn einem die Luft weg bleibt sehr individuell, viele verschiedene Ursachen viele verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen zunächst Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten Schwerpunkt darauf, wie man mit Luftnot umgeht, wenn die Ursache nicht behandelbar ist medikamentös Atemtechnik Allgemeinmaßnahmen
3 Was ist Luftnot? Luftnot ist subjektiv in der Wahrnehmung ist nicht unbedingt abhängig vom Sauerstoff-/ Kohlendioxidgehalt des Blutes Interaktion von - physiologischen (körperlichen) psychologischen sozialen Umgebungsfaktoren Luftnot ist nur durch die Wahrnehmung des Individuums messbar.
4 Luftnot ist, was der Patient hat. Intensität von Luftnot Erfassung mit der verbalen/numerischen Ratingskalen Begleitsymptome (Schmerzen, Angst, Unruhe) Krankenbeobachtung Atemfrequenz Atemmuster Atemtiefe Begleitsymptome Belastungsabhängigkeit (ja/nein oder schon in Ruhe?) Auslöser (situativ)
5 Wie häufig ist Luftnot? sehr häufig! Prävalenz (Hyse, Moore et al 1991) 48 % aller Pt 70% in der letzten LW 80% in den letzten 24 h
6 Ursachen Pulmonal (Pneumonie, Ergüsse) COPD Obstruktion der oberen Luftwege (Tumor) Lungenembolie, Lymphangiosis Kardial (Insuffizienz/Stauung, Perikarderguß) Neuromuskulär (Kachexie, Muskulatur) Anämie, Fieber (Hb 8, Infekte) Aszites, Hepatomegalie Niereninsuffizienz (Stauung, Azidose) Angst, Anspannung, Einsamkeit
7 Ursächliche Therapie Rekanalisierung kardiale Medikation antiinfektiöse Therapie (Antibiose) Hb-Anhebung (Bluttransfusion) Entlastungspunktionen (nicht immer möglich, da gekammert)
8 ursächlich medikamentös Bronchodilatatoren (Sprays) Antihistaminika Kortison Antitussiva (Hustenunterdrücker) Mukolytika (Schleimlöser) Antisekretolytika
9 Medikamentöse Therapie symptomatisch Opioide (Morphinähnliche Substanzen) Atmung wird ruhiger, langsamer und tiefer Gefühl der Atemnot wird vermindert Dareichungsform: Festgabe von Retardpräparaten unretardierte Medikation für den Notfall
10 Medikamentöse Therapie symptomatisch Benzodiazepine Synergistisch mit Opioiden Angstlösend Sedierend Substanzen Lorazepam sublingual / oral / i.v. Clonazepam oral / i.v. Dormicum s.c. / i.v.
11 Medikamentöse Therapie symptomatisch Neuroleptica Beeinflussen zentrale Regulation Distanzierend Sedierend Synergistisch mit Opioiden andere Substanzen Levomepromazin Promethazin Haloperidol
12 Was macht die Psyche Luftnot und Angst oft eng gekoppelt (sowohl als Trigger als auch als Folge der Luftnot) Situationen, die Luftnot hervorrufen, vermeiden lernen Hilfe annehmen, die Angehörigen, müßen gut angeleitet werden beruhigende Maßnahmen durchführen
13 Therapie symptomatisch Allgemeine Maßnahmen Schulung ASL (Aktivitäten des täglichen Lebens) Atemtechniken Lagerungstechniken Mobilisationshilfen Raumgestaltung Raumklima Nähe-Distanz Konflikt
14 Allgemeine Maßnahmen Kleidung Temperatur Helligkeit Großes Zimmer Enge Nasszellen meiden Frische Luft
15 Pflegemaßnahmen Nicht alleine lassen Dennoch Raum zum Atmen geben Gutes Klima schaffen
16 Allgemeine Maßnahmen Mundtrockenheit behandeln Nasenatmung freihalten Auf Stuhlgang achten Optimierte Schmerztherapie Situationen und Räume, die Angst machen, meiden Frischluftzufuhr sicher stellen, Ventilatoren entspannte Atmosphäre schaffen
17 Atemarbeitsparende Pflege Transferleistung vorher planen mindestens 30 min (!) vorher Bedarfsmedikation vorher 15 min O 2 Gabe Hilfsmittel bereit stellen Hygieneartikel in Griffhöhe Kleidung zurecht legen Fraktionierte Nahrungsnahme Ernährungsberatung Nahrungsaufnahme und Körperpflege zeitlich trennen
18 Physikalische Therapie Huffing und Lippenbremse Kontaktatmung Einsatz von Atemhilfsmuskeln Ökonomisierung (energiesparend) der Atmung Thoraxdehnübungen Patientenführung, Anleitung der Angehörigen
19 Exspiratorische Atemübungen Huffing: kleine Huster, verursachen geringe Druckbelastung bei Obstruktion, besserer Schleimabtransport Lippenbremse: sollte man regelmäßig trainieren, um es im Notfall zu beherrschen
20 Lippenbremse Freie Ausatmung führt zu einem Kollaps der Atmung. Bei Lippenbremse wird am Mund ein Widerstand erzeugt, dadurch staut sich "die Luft in die Bronchien zurück" und ein Bronchialkollaps wird verhindert.
21 Exspiratorische Atemübungen Flutter
22 Exspiratorische Atemübungen Autogene Drainage (AD) Inspiration durch Nase Pause Exspiration durch Nase / Mund 1. passiv 2. aktiv
23 Atemstimulierende Einreibung
24 Optimierung der Zwerchfellleistung
25 Atemhilfsmuskulatur M. Pectoralis Major & Minor M. Serratus Anterior & Posterior Mm Scaleni M. Trapezius Ascendens M. Sternocleidomastoideus M. Obliquus Abdominis Internus/ Externus M. Transversus Abdominis
26 Atemerleichternde Stellungen
27 Atemerleichternde Stellungen
28 Atemerleichternde Stellungen
29 Oberkörperhochlagerung
30 Oberkörperhochlagerung bei erschwerter Atmung
31 Seitenlage
32 Halbmondlage
33 Dehnlage
34 V-Lagerung
35 T-Lagerung
36 Zusammenfassung zuerst Ursachen suchen und (wenn möglich) behandeln Medikamentöse Symptomkontrolle Allgemeinmaßnahmen Krankengymnastische Übungen/Lagerung/ Selbstkontrolle Psychotherapeutische Unterstützung
37 Vielen Dank!
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