Deutscher Handballbund - 1 -
Inhaltsverzeichnis: 1. Handlungsfelder...4 2. Ausbildungsziele...4 3. Ausbildungsinhalte...6 4. Struktur...6 5. Ausbildungsmodule...7 5.1. Grundlagen der Taktik...7 5.2. Mannschaftstaktik...7 5.3. Gruppentaktik / Individualtaktik...7 5.4. Athletiktraining...8 5.5. Spezielle Trainingslehre / Erfolgssteuerung...8 5.6. Coaching / Sportpsychologie / Sportsoziologie...8 5.7. Projektlehrgänge...9 6. Prüfung...10 7. Qualitätsmanagement...10-2 -
Impressum: Horst Bredemeier, Vizepräsident Leistungssport Deutscher Handballbund Frank Hamann, Landestrainer Hamburger Handball-Verband e.v. Jens Pfänder, Bundeslehrwart Deutscher Handballbund Peter Sichelschmidt, Sportdirektor Deutscher Handballbund Dietrich Späte, Verlagsleiter Philippka-Sportverlag Deutscher Handballbund Willi-Daume-Haus Strobelallee 56 44139 Dortmund - 3 -
1. Handlungsfelder Die Tätigkeit der Trainerin/des Trainers A Leistungssport in der Sportart Handball umfasst die Gestaltung von systematischen, leistungsorientierten Trainingsprozessen bis hin zur individuellen Höchstleistung. Schwerpunkte sind Planung, Organisation, Durchführung und Steuerung des Anschlussbzw. Hochleistungstrainings. Verbindliche Grundlage hierfür ist die DHB- Rahmenkonzeption. Voraussetzung: Qualifikation Trainerin / Trainer - B Leistungssport 2. Ausbildungsziele Aufbauend auf den bei den Teilnehmenden bereits vorhandenen Qualifikationen und Erfahrungen wird durch die aufgeführten Lernziele eine Weiterentwicklung der folgenden Kompetenzen angestrebt. Persönliche und sozial-kommunikative Kompetenz Die Trainerin/der Trainer: versteht es, die Motivation der Sportlerinnen und Sportler bis hin zum Hochleistungsbereich weiterzuentwickeln, auszubauen und zu fördern kennt die Wechselwirkungen von Sozialfaktoren (Elternhaus, Schule / Ausbildung Beruf, Sozialstatus, Verein) leistungssportlicher Ausbildung, Sportmanagement und Sportsponsoring und kann sie in ihrer Komplexität erfassen und persönlichkeitsfördernd ausgestalten kennt und beachtet die sozial- und entwicklungspsychologischen sowie pädagogischen Besonderheiten des Übergangs vom Jugend- in das Erwachsenenalter kann mit anderen Trainern, Wissenschaftlern, Sportmedizinern, Funktionären und weiteren Spezialisten kooperieren und diese in den Prozess der Leistungsentwicklung effektiv einbinden leistet Beiträge für die Lehrarbeit innerhalb des Spitzenverbandes ist sich der Verantwortung für die sportliche und allgemeine Persönlichkeitsentwicklung der Aktiven bewusst und handelt entsprechend den bildungspolitischen Zielen des DSB kennt und beachtet den Ehrenkodex für Trainerinnen und Trainer kann ihre/seine eigene Aus-, Fort- und Weiterbildung selbstständig planen und organisieren - 4 -
Fachkompetenz Die Trainerin/der Trainer: hat Struktur, Funktion und Bedeutung der jeweiligen Sportart als Leistungssport verinnerlicht und setzt sie im Prozess der Trainings- und Wettkampfoptimierung im Hochleistungsbereich um kann das Anschluss- und Hochleistungstraining auf der Basis der Strukturund Rahmentrainingspläne der Spitzenverbände realisieren kann Training und Wettkampf systematisch planen, organisieren, individuell variieren, auswerten und steuern kennt praktikable und aktuelle Formen der Leistungsdiagnostik und kann sie in die Trainingssteuerung integrieren kennt die Fördersysteme im Spitzensport und kann sie für ihre/seine Sportlerinnen und Sportler nutzen kann zu den Rahmentrainingsplänen der Spitzen- und Landesverbände konzeptionelle Beiträge leisten verfolgt die nationalen und internationalen Entwicklungen der Sportart und gestaltet sie mit schafft ein individuell attraktives und motivierendes Spitzensportangebot Methoden- und Vermittlungskompetenz Die Trainerin/der Trainer: kennt alle wesentlichen Trainingsinhalte, -methoden und -mittel der Sportart bzw. Disziplin innerhalb des langfristigen Leistungsaufbaus kann Trainingsinhalte, -methoden und -mittel zielgerichtet und systematisch einsetzen sowie individuell variieren hat ein Lehr- und Lernverständnis, das den Athletinnen und Athleten genügend Zeit zur Informationsverarbeitung lässt und sie in den Prozess der Leistungsoptimierung mitverantwortlich einbezieht - 5 -
3. Ausbildungsinhalte Handballspezifische Trainingslehre - Allgemein: Planung und Steuerung des Trainings / Wettkampfs - Speziell: Angriffs- / Abwehrtaktiken Coaching - Sportpsychologie - Sportsoziologie Sportmedizin - sportartspezifische Leistungsdiagnostik - sportmedizinische Aspekte: Prävention, Rehabilitation, Ernährung, Regeneration, Doping Umfeld - Medienkompetenz - Management 4. Struktur D i e Grundlehrgang I Schwerpunkt: handballspezifische Inhalte 70-75 LE Grundlehrgang II Schwerpunkt: überfachliche Themen 65-70 LE 2 x Projektlehrgang Leistungsbereich / Nachwuchsförderung im DHB Je 20 LE Lehrgangsteilnehmer müssen bis zu ihrer Meldung zur Prüfung eine insgesamt zweiwöchige Hospitation bei einem Bundesligisten (1./2. Liga, Männer/Frauen) absolvieren. Trainer, die im Bereich der Talentförderung tätig sind, können die Hospitation bei Auswahllehrgängen des DHB absolvieren. Von der Hospitation sind nur jeweils in der 1. Bundesliga (Männer / Frauen) aktuell tätige Trainer ausgenommen. Trainer, die von der Hospitation befreit sind, erstellen eine schriftliche Hausarbeit, die im Rahmen der Ausbildung in Form eines Vortrages vorgestellt wird. - 6 -
5. Ausbildungsmodule 5.1. Grundlagen der Taktik - Weltstandsanalyse 4 LE - Methodik des Taktiktrainings 4 LE Gesamt: 8 LE 5.2. Mannschaftstaktik 1. Abwehr - 6:0-Abwehr 3 LE - 5:1-Abwehr 3 LE - 3:2:1-Abwehr 3 LE - Überzahl/Unterzahl 3 LE 2. Angriff Prinzipien / Spielhandlungen gegen - 6:0-Abwehr im 3:3-Angriff und 2:4-Angriff 3 LE - 5:1-Abwehr (zentral/seitlich) 3 LE - 3:2:1-Abwehr (jugoslawisch / deutsch) 3 LE - Überzahl/Unterzahl 3 LE 3. Gegenstoß - Gegenstoß / schneller Anwurf 4 LE Gesamt 28 LE 5.3. Gruppentaktik / Individualtaktik 1. Angriff - Stoßen / 1 gegen 1 2 LE - Sperren 2 LE - Kreuzen 2 LE 2. Abwehr - Abwehr 1 gegen 1 2 LE - Abwehr gegen Sperren / Kreuzen 2 LE - Torwarttraining 3 LE Gesamt 13 LE - 7 -
5.4. Athletiktraining Optimierung / Prävention / Sportmedizinische Grundlagen 1. Allgemeine / spezielle Kondition 2 LE 2. Belastungsprofil 2 LE 3. Belastung Anpassung 2 LE 4. Ausdauer 4 LE 5. Kraft 6 LE 6. Schnelligkeit 4 LE 7. Beweglichkeit 2 LE 8. Koordination 2 LE Gesamt 24 LE 5.5. Spezielle Trainingslehre / Erfolgssteuerung Optimierung / Prävention / Sportmedizinische Grundlagen 1. Erfolgsfaktoren im Spitzenhandball 4 LE 2. Wettkampfsteuerung / Spielbeobachtung 4 LE 3. Trainingssteuerung (Planung und Kontrolle) 7 LE 4. Umfeld / Management 4 LE 5. Trainerprofil / Trainerphilosophien 6 LE 6. Prüfungsvorbereitung (Lehrprobe / Klausur) 5 LE Gesamt 30 LE 5.6. Coaching / Sportpsychologie / Sportsoziologie 1. Interaktion Trainer Spieler Management 2. Selbstbild / Persönlichkeit 3. Emotionale Kompetenz 4. Soziale Kompetenz 5. Führung 6. Motivation / Kommunikation 7. Konfliktmanagement 8. Teamentwicklung 9. Medientraining Gesamt 40 LE - 8 -
5.7. Projektlehrgänge Projektlehrgang 1 Themen: - DHB-Leitbild - DHB-Ausbildungskonzeption - DHB-Leistungssport - DHB-Rahmentrainingskonzeption - Sportmedizinische Aspekte des Trainings - Spezielle Aspekte des Trainings - Schiedsrichter und Regeln - Praktische Inhalte Projektlehrgang 2 DHB-Projektlehrgang (wahlweise DHB Leistungs- oder Nachwuchsbereich) Inhalte Leistungsbereich: (Männer- oder Frauennationalmannschaft) - Spiel- und Trainingsauffassung des/der Bundestrainer/s - Wettkampfanalyse - Praktische Inhalte Inhalte Nachwuchsbereich: (Talentsichtung / Förderung) - Leistungssport Rahmentrainingskonzeption des DHB - Wie fördert der DHB seine Talente? - Praktische Inhalte Gesamt 2 x 20 LE - 9 -
6. Prüfung Die Prüfung besteht aus: a) einer ca. 30minütigen Lehrprobe (Das Thema der Lehrprobe wird 90 120 Minuten vor dem Prüfungstermin bekannt gegeben.) b) einer ca. 45 minütigen mündlichen Prüfung c) einer Klausur von ca. 120 Minuten. 7. Qualitätsmanagement Qualitätsbeauftragter: Jens Pfänder Bundeslehrwart Deutscher Handballbund Hans-Grüning-Weg 43 44227 Dortmund Tel. 0231-100238 jens.pfaender@dhb.de - 10 -