Designerdrogen Biogene Drogen



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Transkript:

Drogenintoxikationen Designerdrogen Biogene Drogen Dr. med. Oliver Sauer Klinische Toxikologie / Beratungsstelle bei Vergiftungen Johannes Gutenberg-Universität Mainz Langenbeckstr. 1 5511 Mainz Inhalte des Vortrages Daten Fakten Systematik Substanzen Wirkprofile Therapie Zunächst ein paar... Trends Erstauffällige Konsumenten harter Drogen II 1 Daten Fakten Anzahl 1 6 4 Heroin Kokain Amphetamin LSD 199 1991 199 199 1994 1995 Jahr 1996 1997 199 1999 Quelle: BKA - Rauschgiftjahresbericht 1999 Trends Intoxikationen mit Drogen - Giftinfo Mainz Gefährdung durch Begleitumstände Anteil in Promille 7 6 5 4 1 199 1991 199 199 1994 1995 (Im Jahr ca. Beratungen) Jahr 1996 1997 199 1999 Kokain+Crack Amphetamin Datura Quelle: Giftberatung Mainz Hygiene: Nadeln - Infektionen etc. Setting: Gruppe - Aufpasser - alleine Sucht / Abhängigkeit psychosoziale Desintegration Langzeitschäden bei chron. Abusus Beschaffungskriminalität 1 1

Gefährdung durch Präparate Reinheitsgehalte Kokain: (Rauschgiftjahresbericht des BKA 1997 für die BRD) Inhaltsstoffe letztendlich unbekannt: Wirkstoffe - Streckmittel - look alikes unerwartete Wirkungen - Nebenwirkungen Dosis unbekannt (Reinheitsgrad): Überdosierung - Entzugssymptomatik Anzahl der Proben (%) 4 1 16 14 1 1 6 4 Häufigkeitsvert. der Wirkstoffgehalte (N=7) 1 14 14 1 1 1-1 1- - -4 4-5 5-6 6-7 7- -9 9-1 Gehalt an Kokain-Base (%) Reinheitsgehalte Kokain: (Rauschgiftjahresbericht des BKA 1997 für die BRD) Reinheitsgehalte Amphetamine: Zusätze: Lidocain (5%), Paracetamol, Procain, Tetracain, Koffein, Amphetamin, Dihydrocodein, ASS, Ascorbinsäure u.a. Verschnittstoffe: Lactose (54%), Mannit (5%), Glucose (14%), Stärke/Mehl, Benzoesäure, Talkum, Sorbit, Calciumcarbonat u.a. Anzahl der Proben (%) 6 5 4 1-1 49 1-9 - -4 4-5 5-6 6-7 7- -9 9-1 11 4 1, 1,,4 Gehalt an Amphetamin (%) Häufigkeitsvert. der Wirkstoffgehalte (N=19) Quelle: BKA - Rauschgiftjahresbericht 1997 Reinheitsgehalte Amphetamine: Reinheitsgehalte : Zusätze: Coffein (7%), Lidocain, Paracetamol, Kokain, MDMA, MDE, ASS, Ephedrin, Salicylate, Ibuprofen u.a. Verschnittstoffe: Lactose (44%), Glucose (6%), Mannit (5%), Stärke/Mehl, Talkum, Sorbit, Mg-sulfat u.a. Quelle: BKA - Rauschgiftjahresbericht 1997 1999: 5.99 analysierte Präparate: 97,7% Monopräparate: 6% MDMA,7-17 mg/ke (6mg) 11% Amphetamin,6-7 mg/ke (6mg) % MDA - 64 mg/ke (5mg) bis 1% Methamph. - mg/ke (mg) bis 1% MDE - 111 mg/ke (5mg) bis 1% Ephedrin 15-115 mg/ke (11mg), % Kombinationspräparate Quelle: BKA - Rauschgiftjahresbericht 1999

Reinheitsgehalte : Und weiter geht s mit... Zusätze: Coffein, Atropin u.a. Verschnittstoffe: Lactose, Mannit u.a. Systematik Quelle: BKA - Rauschgiftjahresbericht 199 u. 1999 Generelle Einteilung Wirkprofile - Systematik Uppers : Sympathomimetische Aktivierung (Kreislauf / Bewußtsein / Organe) euphorisierend - aktivierend Uppers Downers Halluzinogene Downers : Zentrale Dämpfung (Bewußtsein/Kreislauf) euphorisierend - sedierend Halluzinogene: Unterschiedliche Wirkung auf Organfunktionen Echte Halluzinationen Leitsymptome - Komplikationen Downers : Kreislaufdepression Bewußtseinstrübung Koma, Atemstillstand Uppers : Tachykardien, Hypertonie, Tremor, Agitation, Rhythmusstörungen Gefäßspasmen, Organinfarkte, Krampfanfälle Halluzinogene: Realitätsverlust Panikattacken Horrortrips, Psychosen Wirkprofile - Substanzen Kokain / Crack Amphetamine Downers : Opiate (Heroin / Opium) GHB (Cannabis sativa) Uppers : Designerdrogen Halluzinogene: LSD und PCP Zauberpilze / Psilocybe Datura species

Und nun ins Detail mit... Substanzen Wirkprofile Heroin Gruppe: Downer Herkunft: Schlafmohn (Papaver somniferum) Wirkstoff: - Diacetylmorphin - Morphin wirksamer Hauptmetabolit Synonym: Age ( H ), Schnee Applikation: nasal, inhalativ, iv, (oral) Mechanismus: - Opiatrezeptoren im ZNS - zentral dämpfende Wirkungen Intox/Gefahren: - Koma, Atemdepression - starkes Suchtpotential / Entzug GHB Cannabinoide: Haschisch - Marihuana Gruppe: Downer Herkunft: synthetisch (Somsanit) Wirkstoffe: γ-hydroxybuttersäure Synonyme: liquid-ecstasy, liquid-x, GBH Applikation: oral, (iv) Mechanismus: - inhibitorischer Transmitter an dopaminergen Neuronen - zentral dämpfende Wirkung Intox/Gefahren: - Koma, Atemdepression - (auch Anästhetikum) Gruppe: Downer Herkunft: Hanfpflanze (Cannabis sativa) Wirkstoff: Tetrahydrocannabinol (THC) Synonyme: Gras, Shit, Tüte, Joint, Ganja etc. Applikation: inhalativ, oral, (iv) Mechanismus: - Cannabinoid-Rezeptoren im ZNS - zentral dämpfende Wirkungen Intox/Gefahren: - eher milde somatische Wirkung - Flashbacks Kokain - Crack Gruppe: Upper Herkunft: Kokastrauch (Erythroxylum coca) Wirkstoff: Cocainhydrochlorid Synonyme: Koks, Schnee, Lines, White-Lady u.a. Applikation: nasal, iv, inhalativ (Crack) Mechanismus: Indirektes Sympathomimetikum (Hemmung der präsynaptischen Transmitter-Wiederaufnahme) Intox/Gefahren: - sympathomimetische Effekte - Gefäßspasmen und Organinfarkte - Psychosen Amphetamine Gruppe: Upper Herkunft: synthetische Herstellung Wirkstoffe: Amphetamin, Methamphetamin Synonyme: Speed, Pepp, Ice, Crystal Applikation: oral, nasal, inhalativ (Ice), iv Mechanismus: Indirekte Sympathomimetika (Stimulation der präsynaptischen Transmitterausschüttung) Intox/Gefahren: - sympathomimetische Effekte - Gefäßspasmen und Organinfarkte - Psychosen 4 4

LSD PCP Gruppe: Halluzinogene Wirkstoffe: Lysergsäurediethylamid Synonyme: Acid, Trips Applikation: oral (auf Trägermedium) Mechanismus: - Aktion im serotonergen System - stärkstes bekanntes Halluzinogen Intox/Gefahren: - eher milde somatische Effekte - Horrortrips, Psychosen - ausgeprägter Realitätsverlust Gruppe: Halluzinogen Wirkstoff: Phencyclidin Synonyme: PCP, Angel dust, Elefanten-Killer Mechanismus: - Ketamin-ähnliche Effekte (Sernyl) - zentrale Wiederaufnahmehemmung von Transmittern Applikation: oral oder iv Klinik: - sympathomimetische Aktivierung - starke psychotische Potenz - oft neurologische Komplikationen - Designerdrogen: Abkürzung: Pharmakologischer Name: Dosis in mg: MDMA,4-methylen-dioxy-methamphetamin 5-15 MDEA (MDE),4-methylen-dioxy-ethamphetamin 1 - MDA,4-methylen-dioxy-amphetamin 4-16 MBDB N-methyl-1-(1,-benzodioxol-5-yl)--butylamin 1 - MMDA Methoxy-methylen-dioxy-amphetamin 5-1 CB 4-bromo-,5-methoxy-phenylethylamin 16 - DOB 4-bromo-,5-dimethoxy-amphetamin 1-5 DMA Di-methoxy-amphetamin - 5 DOM Di-methoxy-methyl-amphetamin - 15 PMA 4-Methoxy-amphetamin 5 TMA,4,5-Trimethoxy-amphetamin 5-15 Designerdrogen - : O CH CH NH CH CH CH NH CH CH O CH CH NH O CH CH NH CH CH CH O Amphetamin MDA MBDB O CH CH NH CH O CH CH NH CH CH CH CH CH O O Metamphetamin MDMA MDEA Gruppe: Upper Herkunft: synthetisch Wirkstoffe: - methoxylierte Amphetaminderivate -MDMA(,4-methylendioxymethamphetamin) Synonyme: Adam, Eve, Love, Mitsubishi etc. Mechanismus: - indirekte Sympathomimetika - Aktion im serotonergen System Intox/Gefahren: - sympathomimetische Effekte - Flashbacks, anhaltende Psychosen - Dehydratation (Disco) - direkte Organtoxizität ZNS - unüberschaubare Präparate Wirkung insbesondere an den serotonergen Synapsen des Limbischen Systems: direkte präsynaptische Transmitterausschüttung Re-uptake-Hemmung aus präsynaptischem Spalt Hemmung der Tryptophanhydroxylase kurzzeitige postsynaptische Aktivitätssteigerung langanhaltendes Absinken der cerebralen Serotoninkonzentration 5 5

Notfallrelevanz Folgen: Langzeitige Supprimierung des serotonergen Systems durch Transmittererschöpfung und Synthesehemmung (>>> Depressionen?) Degenerative Veränderungen der Neurone durch direkt toxische Wirkung von MDMA (noch umstritten, bisher nur im Tierversuch nachgewiesen) Exsikkose Elektrolytentgleisung Rhythmusstörungen Bewusstseinsstörung Rhabdomyolyse Nierenversagen Leberschäden Datura species Datura species Magic mushrooms Amanita muscaria Myristica fragrans Datura species Magic mushrooms Gruppe: Halluzinogene Herkunft: Engelstrompete, Stechapfel Wirkstoffe: Scopolamin, Hyoscyamin Applikation: oral, inhalativ Mechanismus: - Anticholinergika - starkes halluzinogenes Potential Intox/Gefahren: - Anticholinerges Syndrom - Horrortrips, Psychosen - stark schwankende Wirkstoffgehalte 6 6

Magic mushrooms Amanita muscaria Gruppe: Halluzinogene Herkunft: Pilzgattung (Psilocybe species) Wirkstoffe: Psilocybin, Psilocin Synonyme: Zauberpilze, Psilos, LBMs Applikation: oral, inhalativ Mechanismus: - LSD-ähnliche Wirkung Intox/Gefahren: - eher milde somatische Effekte - Horrortrips, Psychosen - Realitätsverlust - stark schwankende Wirkstoffgehalte Amanita muscaria Myristica fragrans Wirkstoffe: Ibotensäure / Muscimol Mechanismus: Agonistische Wirkung an GABA-ergen Synapsen Wirkungsbild: - Pantherina Syndrom - Halluzinationen / Euphorie - starke gastrointest. Wirk. Wirkungskinetik: - Beginn nach ca. 6 min - Dauer ca. - 1 Stunden Dosis: - 1/ bis 1 Pilz (ca. g) Myristica fragrans Und nicht zuletzt die... Wirkstoffe: - Myristicin / Elemicin Mechanismus: - Interaktion mit adrenergen und serotonergen Synapsen Wirkungsbild: - -ähnliche Wirkung - starke gastrointestinale NW Wirkungskinetik: - Beginn nach ca. Stunden - Dauer bis zu 4 Stunden Dosis: - 1 - Eßlöffel (1 Nuss) Therapie 7 7

Drogenintoxikationen: Diagnostische Aspekte Drogenintoxikationen: Therapeutische Aspekte I Klinik als Hinweis auf Wirkstoff: Pupillengröße, Herzfrequenz, Bewußtsein, Halluzinationen, etc. Setting als Hinweis auf Stoffgruppe: Fremdaussagen - Utensilien - Drogenreste Urin-Schnelltests: Triage ; Toxi Quick Giftelimination: (Magenspülung/Erbrechen) - Kohle/Diarrhoe Spezielle Antidot-Therapie: Narcanti (Naloxon) bei Opiaten Anticholium (Physostigmin) bei Anticholinergika Drogenintoxikationen: Therapeutische Aspekte II Do not hesitate to contact us Allgemeine Maßnahmen: Überwachung / Monitoring Symptomatische Therapie Oder jede andere Giftzentrale Ihres Vertrauens www.giftinfo.uni-mainz.de...für Interessierte...