Ravensburger Industriegespräche 15. Oktober 2009 Prof. Dr. Heike Stahl
Entwicklung des Logistikbegriffs Herkunft aus dem militärischen Bereich: Loger (frz.) = einquartieren, unterbringen Übertragung auf den zivilen Bereich durch amerikanische Managementwissenschaft nach dem 2. Weltkrieg, von dort Übernahme in die deutsche BWL und die betriebliche Praxis.
Entwicklung der Logistik Logistische Systeme sind Überbrückungssysteme bzgl. Raum Zeit Ordnung Logistische Leistungskomponenten: Transport- und Verkehrssysteme Lagersysteme Sammel-, Verteil-, Umschlagsysteme Funktionale Teilgebiete der Logistik: Transportmanagement Bestandsmanagement Lagerhausmanagement, Materialhandling, Verpackung Logistische Informations-, Steuerungs-, Kontrollsysteme Logistische Informations-, Steuerungs- und Kontrollsysteme dienen der Integration und Koordination der logistischen Leistungskomponenten zu einem logistischen Gesamtsystem.
Bedeutung der Logistik in Industrie- und Handelsunternehmen Anteil Logistikkosten am Umsatz 50% 25% Lebensmittel / Getränke Prozessindustrien Fertigungsindustrie 0% Pharmaindustrie
Anforderungsprofil für erfolgreiche Karrieren in der Logistik Fachlich fundierte Kenntnisse bzgl. Beschaffungs-, Distributions- und Absatzsystemen; logistisch relevante Prinzipien (Total Cost Concept, Total Cost of Ownership, etc.); Produkt- und Sortimentseigenschaften; Leistungskomponenten der Güterlogistik; Outsourcing von Logistikdienstleistungen; Lagermanagement; Lagervertragsgestaltung; Vendor Managed Inventory; Transport- und Verkehrsmanagement; Transaktionsprozesse der internationalen Logistik (außenwirtschaftliche Aspekte, Zölle); Logistik IT; Produktions- und Prozessmanagement (Pull-Systeme, lean production, ship-to-line, JIT, innovative Produktionskonzepte, etc.); Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit
Anforderungsprofil für erfolgreiche Karrieren in der Logistik Persönliche Voraussetzungen: Flexibilität (zeitlich und räumlich); Teilweise internationale Einsätze und außerhalb der üblichen Geschäftszeiten, da Lieferungen oft über Zeitgrenzen hinweg stattfinden; Hohe Anforderungen von Seiten interner und externer Kunden bzgl. Lieferzeiten und -treue; Sozialkompetenzen: Bunte Mischung an zu führenden Mitarbeitern (großes Spektrum verschiedener Ausbildungen sowie Lohn- und Gehaltsgruppen), viele externe Dienstleister. ausgleichend, kompetent, robust, durchsetzungsfähig Strategische Inhalte von Logistik-Jobs: Entwicklung und Beurteilung alternativer Szenarien z.b. bei Entscheidungen bzgl. Produktionsstandorten, Sourcing-Optionen, Belieferung von Kunden, etc. aus logistischer Sicht unter Beachtung von Transport-, Zoll-, Lager-, Kapitalbindungs- und Risikokosten.
Die tarifliche Karriereleiter (Baden-Württemberg, Metall- und Elektroindustrie) Einkauf: Lager / Versand: Einkäufer 2 (Entgeltstufe 16) Einkäufer 1 (Entgeltstufe 13) Materialdisponent (Entgeltstufe 10) Einkaufssachbearbeiter (Entgeltstufe 7) Bestellsachbearbeiter (Entgeltstufe 6) Versandleiter (Entgeltstufe 13) Versandsachbearbeiter (Entgeltstufe 8) Lagerverwalter (Entgeltstufe 6) Versandfachkraft (Entgeltstufe 5)
ERA- Monatsentgelte (Baden-Württemberg, Metall- und Elektroindustrie) * Zuzüglich: tarifliche Leistungszulage (zwischen 0 und 30%) Sonderzahlungen (Weihnachts-/Urlaubsgeld), Schichtzulagen, nicht tarifliche Leistungen wie z.b. Erfolgsprämien, etc. * Ab 01. Mai 2009. Verschiebeoption durch freiwillige Betriebsvereinbarung bis 30.11.09.
Anforderungsprofil für erfolgreiche Karrieren im Einkauf Fachlich fundierte Kenntnisse bzgl. SE (Simultaneous Engineering); technischem Hintergrund der jeweiligen Produkte; Marktbearbeitung unter Nutzung der Wettbewerbssituation des Lieferantenmarktes; Lieferantenauswahl; Identifikation neuer und preisgünstigerer Technologien und Alternativen zu bestehenden Anwendungen; Einholung von Angeboten, Angebotsvergleich; Verhandlungserfahrung; Qualitätssicherung, Lieferantenbewertung, Audits; Outsourcing, Schattenkalkulation; global-sourcing Strategien, Kenntnisse intern. Märkte (z.b. China, Indien, Osteuropa); Konzeption und Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen; Reporting: Erstellung von umsatz- und lieferantenbezogenen Auswertungen; englische Sprachkenntnisse
Anforderungsprofil für erfolgreiche Karrieren im Einkauf Persönliche Voraussetzungen: Flexibilität (zeitlich und räumlich); Teilweise Dienstreisen, internationale Einsätze, meist jedoch geregelte Arbeitszeiten; Hohe Verantwortung für Materialkosten im Unternehmen, Einhaltung des Legalitätsprinzips (Gefahr von Einflussnahme auf Vergabeentscheidungen durch Lieferanten); Sozialkompetenzen: Offen, kommunikativ, belastbar, kompromissbereit, durchsetzungsfähig Organisationstalent Taktische Fähigkeiten ( nicht in die Karten schauen lassen ) Sicheres Auftreten Gute Umgangsformen, auch unter internationalem Aspekt Führen von (kaufmännischen) Angestellten oder Akademikern