Mededelingenblad (mlb)

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Transkript:

Mededelingenblad (mlb) Club DER ankerfreunde Kloster Corvey Hauptbahnhof Zürich Garnisonkirche Potsdam Seite 12 Seite 17 Seite 20 Jahrgang 32, Nr. 4, Winter 2011

Seite/Inhalt: 1 Aus der Redaktion 2 Hans Walstra: Und Mitra baute und baute und baute... 2 Arend Seegar: Bericht vom CVA Herbsttreffen 2011 4 Wim Lely: Ergebnisse der Versteigerung, 22. Oktober 2011 6 Jörg Bergmann: Burkhard Schulz ein Nachruf 8 George Hardy: Ein Großes Album in englischer Sprache 8: Änderungen Mitgliederliste seit September 2011 9 Gerhart Bruckmann: Überdachter Stiegenaufgang (für NF 6) 10 Andy Egg: Ankerfreunde-Treffen am 6.11.2011 12 Christian Meyer-Hermann: Kloster Corvey 17 Walter Eisenhut: Bismarck-Museum als Hauptbahnhof Zürich 20 Werner Haselbach: Garnisonkirche Potsdam 22 Wolfgang Reinhardt: St. Michael-Kirche in Qingdao (China) 25 Fred Hartjes: Neues von der CVA Kommission BiK 29 George Hardy: Vorlagen für NS 20 Lufskys 18A 30 Michael Krumm: Anmerkungen zu Neue-Reihe-Bögen Teil 2 38 George Hardy: Anker Treffen Rudolstadt, 17.09.2011 40 George Hardy: Die Jagd nach Anker Information in Rudolstadt 42 Heike Enzian : Richtersche Villa wieder in der Hand der Erben 43 George Hardy: Zwei Archive? 44 Angebot und Nachfrage 45 Festtagswünsche der Redaktion Umschlag: Oberbaumbrücke Berlin (März 2008) Entwurf und Bau: Peter Hartel Club van Ankervrienden, 2011 Deutsche Übersetzung von Roland Birkle

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 1 Mededelingenblad MLB ISSN: 1383-1992 Jahrgang 32, Nr. 4, Winter 2011 Vorsitzender Hans Walstra Muurhuizen 84B 3811 EL Amersfoort Telefon 033-4616564 j.walstra@hetnet.nl Verwalter CVA-Archiv und bibliothek, zugleich stellvertretender Vorsitzender Ad van Selms Rigolettostraat 28 2555 VS Den Haag Telefon Archiv: 070-2120486 privat: 070-3236318 <avansanker@ziggo.nl> 1. Sekretär A.Q. Segaar Snethlageweg 6 7255 CE Hengelo Telefon 0575-464685 <a.segaar@chello.nl> Mitgliedersekretär Reijnold van der Poel Postbus 262 8500 AG Joure Telefon 0513-416466 <ankerclub@pijttersen.nl> Schatzmeister Wim Lely Boulevard Heuvelink 173 6828 KM Arnhem Telefon 026-4459545 <cwlely@tiscali.nl> ING: 1372296 i.n.v. Club van Ankervrienden Für Deutschland: Konto: 518 1516 BLZ: 324 500 00 Club van Ankervrienden Beitrag 2012 50,-- Mededelingenblad Hauptredaktion Hans Cornelissen Rembrandtstraat 64 6521 MG Nijmegen <ankerclub@planet.nl> Redakteursassistenten George Hardy <georgeh@ankerstein.org> Roland Birkle <rolandbirkle@hotmail.com> Das Mededelingenblad erscheint 4 Mal im Jahr Die Einsendetermine für Manuskripte und Anzeigen sind 1. März, 1. Juni, 1. September und 15. November. Kirchen und mehr Es liegt wohl nicht allein am bevorstehenden Weihnachtsfest, dass in dieser Ausgabe des MLB etliche Kirchen im Mittelpunkt stehen. Werner Haselbach baute die Garnisonkirche in Potsdam nach und ist damit dem bis 2017 geplanten Wiederaufbau in 1:1 voraus. Wolfgang Reinhardt baute die St. Michael-Kirche in Qingdao (China) nach und Christian Meyer-Hermann präsentiert uns einen Nachbau des Klosters Corvey. Selbst Fred Hartjes zeigt in seinem Bericht über die Kommission BiK zwei Kirchen in AnkerPlan. Auf der Grundlage des Bismarck-Museum in NF 32 baute Walter Eisenhut seinen Hauptbahnhof Zürich. Ohne viele Worte präsentiert uns Gerhart Bruckmann einen Stiegenaufgang für NF 6. Von einem Ankertreffen in Wien berichtet uns Andy Egg und vom Treffen in Rudolstadt George Hardy. Dieser nutzte auch die Zeit in Rudolstadt und machte sich mit Ad van Selms auf die Jagd nach Ankerinformationen. Von dort brachte er uns einige Bilder sowie einen Zeitungsbericht über den Verkauf der Villa Richter mit. Zudem berichtet er über ein Großes Album in englischer Sprache, stellt die Frage nach zwei Archiven und weist uns auf die Pläne für Lufskys 18A (NS 20) hin. Leider gibt es auch Trauriges zu berichten: Im Oktober verlor unser Ankerfreund Burkhard Schulz seinen jahrelangen Kampf gegen seine schwere Krankheit. In seinem Nachruf geht Jörg Bergmann auf die vielfältigen Aktivitäten dieses über allem geschätzten Ankerfreundes ein. Sein Ableben ist ein schwerer Verlust für unser Hobby. Wieder rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen wird diese umfangreiche Weihnachtsausgabe mit 45 Seiten vor euch liegen. Ich wünsche euch eine besinnliche Zeit und viel Lesespaß mit dieser Ausgabe des MLB. Roland Birkle Beachtet bitte die Beilage zum Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2012. www.clubvanankervrienden.nl

2 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Und Mitra baute und baute und baute Täglich schaue ich mir mit Vergnügen und Bewunderung den höchsten Teil des spätmittelalterlichen Liebfrauenturms in meinem Wohnort Amersfoort an. Nicht etwa um zu kontrollieren wie spät es ist, sondern um die schöne Konstruktion mit Zwiebel, Laterne und Spitze zu sehen. Nachbauen? Unmöglich. Obwohl Mit ebenso viel Vergnügen las ich das Buch Stein auf Stein von Thomas und Heidi Trautmann, das AF Helmut Roloff im Herbst in Hilversum präsentierte. Das Forschungsprojekt Kinder bauen mit Steinen wird in diesem Buch beschrieben. Kapitel 8 erzählt über das fünfjährige Mädchen Mitra, das mit 42 Steinen ein Bauwerk nach Vorlage fehlerfrei herstellt. Der Autor ist erstaunt. Als sie fertig ist, verlässt sie stolz, erschöpft, aber strahlend glücklich den Raum. Herzerfreuend. Dies inspiriert mich und reizt an, Unmöglichkeiten möglich zu machen. Wenn die Turmuhr am Silvesterabend 12 schlägt, werde ich in diesem Sinne Prosit CVA-Neujahr wünschen. Im Namen des Vorstandes: Schöne Weihnachten und ein inspirierendes Neujahr. Bericht vom CVA Herbsttreffen 2011 Hans Walstra, Vorsitzender Eröffnung Hans Walstra eröffnet das Treffen mit einem herzlichen Willkommen für jeden und einem besonderen Gruß an unser Ehrenmitglied Gerard Anink, die Redner des Tages Herbert Thaller, Helmut Roloff von GoKi und ein neues Mitglied Frans van Dijk. Hierzu eingeladen erzählt dieser auf farbenfrohe Art seine Rückkehr zu Anker. Großvater besaß etwa 12 Kästen, Frans durfte schauen und während des Regimes seines Vaters unter sehr strikten Bedingungen damit bauen. Auf Besuch bei ihrem Opa durften seine Kinder viel mehr damit spielen. Nach dem Tod seiner Eltern wurden die Kasten liebevoll durch seine älteren Brüder in Verwahrung genommen. Während eines Urlaubs in Frankreich auf einem Flohmarkt, natürlich nach starkem Feilschen, für 20 zwei Kästchen gekauft. Die Flamme entzündete sich wieder und nun endlich völlig in eigener Verwaltung. Es folgte mehr über Märkte und nun ist er Mitglied des Clubs. Der Vorsitzende fährt mit etwas Neuem fort. Vor dem Treffen kann für nur 8,50 eine Lunchmünze erworben werden. (Später wird sich im Ravelsaal zeigen, dass dies ein Volltreffer ist. Ein reich beladenes Buffet, keine Wartezeiten mehr und zudem viel billiger.) Er weist ferner darauf hin, dass wegen eines trägen Auges des Sekretärs ein verkehrtes Datum der Frühjahrsversammlung 2012 auf dem Programm vermeldet wird. Dies muss 21. April 2012 sein. Vom Vorstandstisch Der Vorsitzende hat keine besonderen Mitteilungen außer noch einmal auf den Artikel unter dieser Überschrift in der Herbstausgabe des MLB hinzuweisen. Etat 2012 und Antrag zur Erhöhung des Beitrags Unser Schatzmeister Wim Lely beginnt mit dem Hinweis, dass die 2. Spalte in der Übersicht der Einkünfte und Ausgaben, wie im letzten MLB veröffentlicht, nicht 2011 sondern 2010 betrifft. Mit einem Hinweis auf die Erläuterung begründet er zugleich die vorgeschlagene Beitragserhöhung. Das sehr geschätzte MLB erfordert eine kleine Anpassung von nur 4%. Die weltweite Flatrate beträgt damit 50. Die anwesenden Mitglieder stimmen dem Etat und der Beitragserhöhung zu. Alle? Nein, AF van der Poel pflichtet nicht bei. Das ist zu wenig! Sicher aufgrund der finanziellen Tragkraft der hier versammelten Damen und Herren. Demütig hören es die übrigen Mitglieder an und gehen über zur Tagesordnung. Für den Schatzmeister zweifellos eine Perspektive zum Liebäugeln.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 3 Baukunst im Kleinen (BiK) Fred Hartjes bringt uns, wie inzwischen gewohnt, wieder mit Schwung auf den Stand der Dinge. AnkerPlan wird in den kommenden 6 Monaten erneuert und wird den Mitgliedern wieder gratis zur Verfügung gestellt werden. Das Softwarehaus FlyingCat wird dieses Programm auch an Nichtmitglieder verkaufen. (Je mehr Benutzer desto besser). Es ist nicht möglich, hier im MLB die vollständige Präsentation wiederzugeben. Mit einer kleinen Übersicht müssen wir uns begnügen. Auf der Website von Fred Hartjes (www.nikhef.nl/~i56?anker.html) steht der ganze Bericht (und noch viel mehr), aber auch auf der eigenen Mitgliederseite (www.clubvanankervrienden.nl) Der Steinkatalog. George Hardy legt dar, dass - auch durch die ernste Krankheit von Burkhard Schulz - in letzter Zeit keine Revisionsarbeiten mehr stattgefunden haben. Und natürlich kann George es nicht übers Herz bringen, diese Arbeit unter seinen Händen wegzuholen. Allseits Verständnis im Saal. (Am 26. Oktober sollte uns die tieftraurige Nachricht von seinem Tod erreichen). Das MLB ist ab Jahrgang 2008 vollständig auf PDF. Hierin ist einfach zu suchen. Eine Jahresübersicht ist daher im MLB nicht mehr erschienen. Auch die AnkerhuisNieuws steht zur Verfügung. Für den elektronischen Zugang zu diesen Dokumenten und den Katalog erhalten die Mitglieder bei George Hardy ein Passwort. Das Papier -Archiv wird zu gegebener Zeit auch elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Hilfe gesucht! Siehe auch das letzte MLB. Aus der Fabrik. Helmut Roloff gibt eine Übersicht über das Schalten und Walten in Rudolstadt. Alle Anstrengungen sind auf das rentabel Machen von Anker gerichtet. Die Firma GoKi hat die Universität Hamburg ersucht, Antwort auf die Frage zu geben, ob der Ankersteinbaukasten von Wert sein kann bei der Entwicklung von Kindern und ob hierfür Raum ist innerhalb der Vielfalt an Aktivitäten, die Kindern von Tag zu Tag geboten werden. Eine gediegene, wissenschaftlich unterbaute Studie war der Auftrag. (Kein Stapeln mit Steinen). Die Wissenschaftler waren ein Jahr lang Beobachter, Miterbauer, Architekt und Lehrling gleichzeitig. Viele Notizbücher und Videoaufnahmen waren die Folge. Sie waren allmählich zunehmend erstaunt über die vielseitigen sozialen, kreativen und architektonischen Elemente, die im Spielen mit Anker verborgen sind. Ankersteine machen Kinder klüger und klügere Kinder spielen lieber damit als die Minderbegabten. Und um der schlichten Aussage zuvorzukommen, dass Eltern die Kinder mit Anker spielen lassen, und früher ließen, im Schnitt alle klüger sein sollen und daher hat sich auch erwiesen, dass hochbegabte Kinder aus anderen (fremden) und weniger bedachten Milieus diesen Ergebnissen entsprachen. GoKi wird von der Studie auch publizistisch im Sinne des Marketings Gebrauch machen. Es werden angeglichene Kästen mit anderer Zusammenstellung und Vorlagen kommen. Auch der Preis wird angeglichen werden. Die Studie Stein auf Stein, das Bauspiel am Schulbeginn wurde publiziert im Schneider Verlag Hohengehren GmbH. (ISBN: 978-3-8340-0926-5, www.paedagogik.de) Helmut Roloff schenkt AF Detlev Wehning den ersten Übergangskasten, womit Kleinkaliber- Vorlagen in Großkaliber gebaut werden können. AF Wehning hat dies alles ausgeknobelt. Helmut Roloff hofft, dass er in Zukunft noch mehr Kästen auf diese Art weggeben darf. Zum Schluss seiner Darlegung noch zwei Ausstellungstipps: 1. Klassisches Spielzeug Vorpommersches Landesmuseum Greifswald mit der speziellen Ausstellung im November: Bauen mit Ankersteinen ; 2. Spielwaren Kurtz in Stuttgart Bau Wasserschloss mit Kindern. Wirtschaftliche Dinge. Ganz wirtschaftlich und traditionell: ein Euro für den Kaffee.

4 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Datum Jahresversammlung 2012: Diese ist am Samstag, 21. April 2012 in Hilversum. Vortrag: Großbauten, Probleme und Tipps von AF Herbert Thaller. Speziell für uns aus Österreich herübergeflogen, fasziniert Herbert Thaller den Saal mit seinen grandiosen Bauwerken nach echten Vorbildern. Es sind die mittelalterliche, organisch gewachsene Burg (Mune Castle), die gotische Jesu Kirche in Graz mit einer Nachbauhöhe von 1,60 Meter, ein wuchtiger Burgturm und das Ridderhuis in Stockholm. Stück für Stück Meisterwerke. Er sammelt Anker nun seit 20 Jahren und ist im Besitz von etwa 50.000 Steinen. Nicht so sehr die Qual der Wahl als viel mehr im Steinbestand zeigt sich die Beschränkung und die Erfindungsgabe, gekoppelt mit dem Flair, dennoch die Wirklichkeit in Miniatur umzusetzen. Kompromisse, die nicht als solche aussehen. Wieso Probleme? Ein Vortrag mit vorbildlichen Fotografien und Animationen mit AnkerPlan. Er zeigt auch, dass fotografieren mit festen Spotlights ein viel hübscheres Bild ergeben als mit Blitzlicht. Vielleicht kann AF Thaller etwas von seinen Vortrag im MLB veröffentlichen. Die Versteigerung. Ad van Selms hat wieder eine hübsche Sammlung von 60 Objekten ausgesucht, die mit Unterstützung von Ans Anink für etwa 1840 durch Auktionator Reinold van der Poel mit straffer und strenger Hand unter den Hammer kommt. Schluss So geht ein sehr anregendes und gut besuchtes Treffen wieder zu Ende. Unser Vorsitzender dankt jeder/m für ihr/sein Kommen und spricht den Wunsch aus, einen jeden wieder bei der Jahresversammlung 2012 in Hilversum, am Samstag 21. April, begrüßen zu können. Arend Segaar, Sekretär Ergebnisse der Versteigerung beim CVA-Treffen am 22. Oktober 2011 Los Gegenstand Klasse Mindestgebot Erlös 1 Rest 76 gelbe Mauersteine 1/2 dick II-III 1 20 2 Rest 60 rote Mauersteine II 3 20 3 Rest 156 gelbe Mauersteine 1/4 dick II-III 5 40 4 Rest 50 gelbe Mauersteine 1 breit, 1/2 dick II- 2 18 5 Rest 40 rote Mauersteine 19 II 2 22 6 Rest 51 rote Mauersteine II- 1 22 7 Rest 52 Bogen, Dach- und Turmsteine II 2 20 8 Rest 82 rote Mauersteine 1/4 dick II 5 32 9 Rest 37 blaue Turmsteine II - 2 20 10 Rest 18 rote Steine II 1 16 11 Rest 20 gelbe und halbrunde Steine 339 II-III 2 24 12 Vorlagen/Schnitte NF GK 2 und 2A 4 4 13 Vorlagen/Schnitte NF GK 2, NS 4, Vorlagen/Schnitte NF GK 14 6 3 14 11 große Mauersteine I 5 24 15 64 gelbe dünnste Mauersteine 1/8 dick I - 6 38 16 56 rote dünnste Mauersteine 1/8 dick I 5 36 17 72 gelbe Mauersteine 3/8 dick I 30 110 18 18 rote Mauersteine 3/8 dick I 26 100 19 36 gelbe a-bogen I - 18 30 20 38 rote a-bogen I 18 30

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 5 Los Gegenstand Klasse Mindestgebot Erlös 21 14 gro(ö)ß(ßt)e romanische (a-)bogen I 20 42 22 Rest 38 blaue Dachsteine 1:1 III 1 15 23 Rest Einpackvorlagen NF GK 2 6 24 7 Grundpläne GK und 2 Maßstäbe 2 3 25 leerer Kasten AF GK 14A 5 5 26 18 Säulenfüße Ø 12,5 mm I-II 8 50 27 17 Säulenfüße Ø 12,5 mm II 6 55 28 24 gro(ö)ß(ßt)e romanische Bogen I 30 150 29 gelbe Säulenfüße und kannelierte Säulen I 29 Ø 18,75 mm 24 75 33 gelbe Säulenfüße und kannelierte Säulen I 30 Ø 25 mm 27 130 31 24 mittelgroße gelbe romanische Bogen I 24 55 32 32 mittelgroße rote romanische Bogen I 30 50 33 3 vernickelte Brücken aus der 2. Brückenserie 10 10 34 3 lackierte Brücken aus der DS-Serie 8 12 35 Legespiel Sternrätsel II 18 30 36 56 Mosaiksteine I 14 28 37 51 dünnste Säulen Ø 9,38 mm II 18 110 38 44 gelbe dünne Säulen Ø 12,5 mm I 15 70 39 45 rote dünne Säulen Ø 12,5 mm I 15 110 40 38 gelbe mittlere Säulen Ø 18,75 mm I 15 65 41 40 rote mittlere Säulen Ø 18,75 mm I 15 30 42 37 dicke Säulen Ø 25 mm I 18 28 43 36 gelbe dickste Säulen Ø 31,25 mm I 20 55 44 24 rote dickste Säulen Ø 31,25 mm I 16 55 45 Die Baukunst im Kleinen (kleine Ausgabe) 8 20 46 Die Baukunst im Kleinen (große Ausgabe) 10 24 47 2 Einlegeblätter Übergang Nickel nach DS 5 8 48 Anker Zeitung 1 4 24 49 größte rote Bogen II - 5 24 50 8 gelbe große Bogen I - III 8 40 51 8 rote große Bogen I 12 60 52 Schachtel Metallteile für DS 5A II - 10 16 53 leerer Kasten AF GK 15A 5 6 54 leerer Kasten AF GK 19A 6 36 55 leerer Kasten AF GK 21A 7 42 56 12 gelbe Strebebogen I 20 100 57 Bauvorlagen, Schnitte, Grundpläne und Steineliste NF GK 28 30 60 58 Bauvorlagen, Schnitte, Grundpläne und Steineliste NF GK 30 30 30 59 32 NR-Steine I 20 70 60 18 NR-Steine I 20 110 Nettoerlös für den CVA: 274,90 Wim Lely, Schatzmeister

6 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Burkhard Schulz ein Nachruf von Jörg Bergmann Ein großer Ankerfreund weilt nicht mehr unter uns. Burkhard Schulz verlor am 26.10.2011 den jahrzehntelangen Kampf gegen seine schwere Krankheit, einer berufsbedingten chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die letzten Monate im Krankenhaus vergingen für seine Angehörigen und Freunde im steten Wechsel von Bangen und Hoffen. Noch zuletzt hoffte und wünschte er sich, wieder nach Hause zu seinem Computer und seinem geliebten Anker zu kommen, um dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat. Burkhard Schulz stieß anlässlich eines Puppenfestivals in Sonneberg/Thüringen, zu dem er seine Frau begleitete, auf seinen ersten Ankerkasten. Im dortigen Spielzeugmuseum erfuhr er etwas mehr über dessen Geschichte. Fasziniert davon fand er sein Hobby und einen neuen Lebensinhalt, der seinem gesundheitlich eingeschränkten Aktionsradius entgegenkam. Recherchen daheim führten ihn zum niederländischen CVA, dem Club von Ankerfreunden, dem er auch bald beitrat. Seine Sammlung wuchs recht schnell bis zum Lyck im - bitte nicht lachen, obwohl es ihm selbst auch köstlich amüsierte - rosaroten Schrank, den er auf einem der CVA-Treffen erwerben konnte. Diese und andere Treffen besuchte er sehr gerne, bis ihm seine fortschreitende Erkrankung das Reisen unmöglich machte. Schon früh interessierte er sich für die Möglichkeiten, die das Computerzeitalter für unser Hobby bietet. Diese Fähigkeiten brachte er auch aktiv im CVA ein. Neben Recherche und Archivierung im Internet war es besonders die Dokumentation von Ankerbauten, die ihn interessierte. Er stieß auf LegoCAD, dessen Entwickler er überzeugen konnte, eine Variante für Anker zu schaffen. Im engen Kontakt entstand daraus das uns wohlbekannte AnkerCAD, das er immer mehr selbst nutzte, als ihm seine Krankheit das Selberbauen unmöglich machte. Er baute eine eigene Homepage zu dem Thema auf. Dies befähigte ihn später in den ersten Jahren die neue Ankerfabrik bei der Einrichtung ihrer Homepage zu unterstützen. Gemeinsam mit Leo Coffeng, dem damaligen 1. Sekretär des CVA, entstand dann die Idee, auch den Steinkatalog des CVA in das digitale Zeitalter zu überführen und neu aufzulegen, eine jahrelange Arbeit für Burkhard und sicherlich noch immer nicht abgeschlossen.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 7 Als Spinne im Netz der Informationen und Kontakte - ab und zu glühten seine Ohren vom vielen Telefonieren - konnte er auch andere motivieren, bei dieser und anderen Aufgaben mitzuwirken, sei es durch eigene Beiträge oder durch das Überprüfen seiner Arbeiten. Beliebt war das Nachbauen seiner mit AnkerCAD neu erstellten und in das Dokumentformat PDF übertragenen Bauvorlagen von bislang nur zeichnerisch vorliegenden Bauentwürfen, derer er nur irgendwie habhaft werden konnte. Darunter die Bauvorlagen der Bauwettbewerbe des CVA, Meisterentwürfe von z.b. Edouard Wyttenbach und Hermann Meyer-Margreth, aber auch unbekannte kleinere Entwürfe. Die Fehlersuche bot genug Anlass zum Lästern, wobei er nicht nur austeilen sondern auch einstecken konnte. Als absoluter Fan von PDF übertrug er nicht nur den CVA-Steinkatalog sondern auch die alten MLBs und andere Dokumente in dieses Format und stellte sie der Ankergemeinschaft zur Verfügung, sei es über seine eigene Homepage, dem CVA CDROM-Archiv im Kontakt mit George F. Hardy oder später über die Homepage des Schweizer Ankerfreundes Andrea Mazzocco, mit dem er zusammen auch das Ankerforum aufbaute und als Administrator betreute. Daneben gab es auch noch eine Menge kleinerer und größerer Aktivitäten, zum Teil im Verborgenen, mit denen er unser gemeinsames Hobby unterstützte, wie seine Hilfen beim Erstellen der MLBs. Dazu saß er oft bis in die frühen Morgenstunden am Computer. Legendär ist der Emailaustausch mit ihm nachts zwischen drei und vier Uhr. Bei Ankerfragen und - problemen war er immer ein guter und hilfsbereiter Ansprechpartner. Hoffen wir, dass das Erbe, das er uns hinterlässt und wie mit ihm besprochen noch gesichert wird, von uns fortgeführt werden kann. Einer allein wird diese Vielzahl von Aufgaben, die er ausführte, wohl kaum wieder ausfüllen können. Für uns und unser Hobby ist sein Ableben ein schwerer Verlust. Hoffen wir auch, dass er jetzt seinen Frieden gefunden hat und in einem Ankerhimmel gelandet ist, wo er sich weiter mit Anker austoben kann. Seiner Frau Gaby gilt unser ganzes Mitgefühl und wir wünschen ihr viel Stärke in dieser schweren Zeit. Aus dem Forum (www.ankerstein.ch/forum): Am Montag, dem 7. November 2011 wurde unser Ankerfreund Burkhard Schulz in Neumünster beerdigt. Wir waren ein kleine Trauergemeinde - die Ankerfreunde zahlenmäßig fast ebenso zahlreich vertreten. Andrea Mazzocco aus der Schweiz, Michael Krumm aus Berlin, Jürgen Knischewski aus Güster, meine Frau und ich aus Braunschweig haben Burkhard als Vertreter der Ankerfreunde das letzte Geleit gegeben. Ich hatte ein Trauergesteck besorgt und für Burkhard ein Tor zum Ankerhimmel geklebt, das jetzt bei Gaby zu Hause steht und Erinnerung an diese letzte Stunde sein wird. Gaby hat alle Forumsbeiträge und E-Mails zusammen mit Jörg Bergmanns Nachruf, der im nächsten MLB erscheinen wird, von mir in einer kleinen Mappe bekommen. Für jeden Ankerfreund, der hier im Forum und mir per E-Mail geschrieben oder angerufen hat, habe ich einen Ankerstein ins Grab geworfen. Burkhard wünsche ich das Allerbeste in seiner Ankerwelt. Er war mir in den letzten beiden Jahren ein guter Berater und ist für mich ein lieber Ankerfreund gewesen, dessen Verlust mich schmerzt. Andreas Abel

8 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Ein Großes Album in englischer Sprache von George Hardy Vor einigen Tagen erhielt ich eine E-Mail aus England, in der ich zu einem Katalog befragt wurde. Nun, es ist nicht irgendein Anker Katalog, sondern ein Großes Album in englischer Sprache. Wie die deutsche Version (auf cva.flying-cat.de, unter Kataloge, dann 1888, dann D- Album) ist es mit 1888 datiert. Ich habe vier der Seiten gesehen - nicht einmal 10% der insgesamt 82. Das Deckblatt wird hier gezeigt. Meiner Ankererfahrung nach sieht es so aus, dass, nachdem das erste Exemplar gefunden ist, innerhalb weniger Jahre mehr davon auftauchen. Neue Mitglieder Änderungen Mitgliederliste seit September 2011 Reiner Stüven, Denickestraße 170, D-21075 Hamburg, reiner.stueven@gmx.de Geänderte Adressangaben Markus Lehmeier, Hardenbergstraße 13 A, D-86165 Augsburg, lehmeier.markus@t-online.de B. Suurenbroek, Westeinde 1B, 6828 CS Arnhem Eckhard Fischer, Jeßnitzer Straße 31 A, D-06744 Muldestausee-Muldenstein Paul Pols, De Dentele 7, 1778 KZ Westerland Verstorben 26.10.2011 Burkhard Schulz, Ellerau, Deutschland Kündigungen Dorothea Kuehn, Deutschland Suurenbroek, Arnhem, Niederlande C.J. Zorn, Alphen aan den Rijn, Niederlande

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 9 Für Freunde von Kleinkunst: Überdachter Stiegenaufgang (für NF 6) von Gerhart Bruckmann Es verbleiben nur 2 x 212.

10 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Ankerfreunde-Treffen am 6.11.2011 bei Gerhart Bruckmann von Andy Egg Gekommen sind die Ankerfreunde Rietsch, Seyfried, Tauzher, Thaller, Waldhuber und Egg sowie Geduldsspielexperte Wurdak und weitere Gäste des Ehepaares Bruckmann. Gezeigt wurden die Laterne des Leuchtturms von Falk Gundel (MLB 3/2011), ein von diesem Leuchtturm inspirierter Leuchtturm für 2x NF8 (oder wahlweise für 2x NS8), ein Byzantinisches Kloster für NF12, das eine möglichst große Dachfläche zum Ziel hat, und das Rathaus zu Weimar als Freibau (MLB 1/2011). Leuchtturm für 2x NF 8 Byzantinisches Kloster Erwähnenswert erscheint mir die Präsentation eines Ideal-Steinbaukastens, der allen Anwesenden gänzlich unbekannt war, sowie die Zustimmung von Rietsch, Seyfried, Tauzher und Waldhuber zur Initiative zur Wiedereinführung der Anker-Ränge (womit 14 von 16 österreichischen Ankerfreunden plus Janos Vegh einverstanden sind). Bitte um Reaktion des Vorstands.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 11 Laterne des Leuchtturms und Rathaus zu Weimar Ideal Steinbaukasten Das Treffen war sehr kurzweilig, unterhaltsam und ein voller Erfolg.

12 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Bedeutende Stifte an der Weser und Nachbau des Klosters Corvey von Christian Meyer-Hermann Die Oberweser von ihrem Beginn mit einem Schiff herunterzufahren, über Hameln hinaus bis Minden, bringt außer den wunderbaren Anblicken der abwechslungsreichen Landschaft mit ihren sanften Bergen, Wäldern und reichen Feldern außerdem viele interessante Gebäude, die links und rechts immer wieder die Aufmerksamkeit der Passagiere erwecken.. Besonders bedeutende Kirchen und Dombauten aus weit zurückliegender Zeit sind bei einer Flussfahrt besonders gut wahrzunehmen. Einige dieser gut erhaltenen Bauten stammen in ihrem Ursprung schon aus einer Zeit um 800 nach Christi Geburt. Wenn auch natürlich im Laufe der Jahrhunderte erhebliche Änderungen an den Gebäuden vorgenommen wurden, so kann man doch noch manche Elemente aus der karolingischen Zeit und der Romanik erblicken. Auch die späteren Modernisierungen in gotische, Renaissance und klassische Baustile hat dem Aussehen der schon so alten Gebäude gar nicht geschadet, sondern im Gegenteil ihren Erhalt gesichert und uns auf diese Weise noch heute die Möglichkeit gegeben, zu erkennen, wie man um die Zeit von Karl dem Großen und dessen Sohn Ludwig dem Frommen schon gestaltet hat. Benediktinerabtei Bursfelde Kloster von Corvey Bonifatiuskirche in Hameln Unterhalb von Hann.-Münden, in schönster Lage an einer Weserbiegung, erblicken wir die 1093 von Graf Heinrich dem Dicken von Northeim gestiftete Benediktinerabtei Bursfelde. Den Mönchen aus Corvey wurde die Führung des Klosters anfangs erfolgreich anvertraut. Später nach 1438 sorgte die Bursfelder Kongregation dann dafür, dass sich 111 Klöster in Deutschland, Holland, Belgien und Luxemburg dazu zusammenschlossen, wieder zu geordneten Ordensregeln zurückzufinden. So wurde Bursfelde einst zu einem Mittelpunkt für kulturelles und religiöses Wirken der Benediktiner. Deutlich sehen wir noch heute bei der Außen- und Innenbesichtigung des ehemaligen Klosters, wie aufwändig bereits in der Zeit der Romanik und davor die architektonische Ausführung und aussagefähige Gestaltung erfolgten. Zwar sind die Türme, wie wir sie heute sehen, erst im 19. Jahrhundert im historischen Sinne errichtet, doch der ursprüngliche Gedanke, die linke und rechte Frontseite durch einen mit Fenstern versehenen Mittelbau über dem Eingang zu stabilisieren, ist deutlich erkennbar.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 13 Weiter Weser abwärts erblicken wir bald nach den neueren Türmen von St. Kilian in Höxter die markanten Türme des Klosters von Corvey. Das Kloster wurde um 822 als Benediktinerabtei unter dem Sohn von Karl dem Großen, Ludwig dem Frommen gegründet und geweiht. Der westliche Teil der Kirche aus dem Buntsandsteinmaterial hergestellt, zeigt noch heute, wie auch die in der Krypta gefundenen Wandmalereien, dass seine ursprüngliche Ausführung tatsächlich in das hohe Altertum zurückreicht. Corvey gehörte zu den bedeutenden Abteien noch weit in das 13. Jahrhundert. Grundbesitze nicht nur an der oberen Weser, sondern ebenso Gebiete an der Ems, der Diemel, der Leine und diverse weitere gehörten zur Oberlehnshoheit von Corvey. Sogar die Grafschaft Schwalenberg war zeitweise in den Bereich von Corvey einbezogen. Etwa 50 Jahre nach der Gründung entstand das berühmte Westwerk der Kirche. Natürlich hat auch diese Kirche im Laufe der folgenden Jahrhunderte durch Brand und kriegerische Zerstörungen immer wieder tiefgreifende Änderungen erfahren, und so auch eine stetige Anpassung an die der Zeit jeweils entsprechende Gestaltungsweise erfahren. Man kann aber davon ausgehen, dass zumindest der untere Teil des Westwerks noch aus dem karolingischen Ursprung besteht, was ja unter anderem durch die freigelegte Wandmalerei dokumentiert wird. Begibt man sich in die Kirche durch den Eingang im Westwerk, verdeutlicht die große Anzahl dicht stehender Säulen mit Würfelkapitellen, wie die Bauherren seiner Zeit für die Sicherung der darüber folgenden Gewölbe sorgten. Wieder sorgt eine zwischen den Türmen waagerecht liegende, mit dekorativen Fenstern versehene, Verbindung für das typische Aussehen der Kirchbauten aus der Zeit der frühen Romanik. Die Hamelner Münsterkirche stammt aus dem 11. Jahrhundert, wurde aber immer wieder umgebaut, so dass wir nur im Bereich der Krypta noch ursprüngliche Strukturen erkennen können. Das Grafenpaar Bernhard und Christina von Engern und Ohsen hat die ursprüngliche Kirche an diesem Platz in den frühen Jahren von 800 errichtet. Als das Paar 826 ohne Nachkommen starb, fiel deren Besitz an die benediktinische Reichsabtei Fulda, die in Hameln ein Nebenkloster gründete und die Kirche mit Reliquien des Gründers Bonifatius ausstattete. Nach einem verheerenden Brand wurde die Kirche zwar erneuert, aber dann an das Fürstenbistum Minden verkauft. Durch die umfänglichen Umbauarbeiten wandelte sich das äußere Erscheinungsbild der Kirche von einem ursprünglich romanischen Bau zunächst in ein Gotteshaus mit gotischem Aussehen. Bonifatiuskirche in Hameln 1622 Ein Ausschnitt aus einem Plan von 1622 zeigt uns die Bonifatius Kirche mit einem Frontaussehen, bei dem zwei Türme mit einem mit Fenster versehenen Mittelteil verbunden sind. Ob diese Darstellung Rückschlüsse auf die Ausführung in der Gründungszeit zulassen ist zu bezweifeln, kann aber auch ein Motiv der damaligen Bauherren sein, an den Ursprung anzuknüpfen. Weiter auf der Weser abwärts kommt das Kloster Fischbeck in Sicht. Das heutige Damenstift wurde 955 gegründet. Die dazu gehörende Kirche wurde in romanischer Bauweise wohl schon im 11. Jahrhundert errichtet. Das ursprüngliche Benediktiner-Nonnenkloster war eine kurze Zeit dem Stift Corvey zugeordnet. Das bedeutende romanische Bauwerk wurde

14 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 allerdings schon um 955 errichtet und von der sächsischen Edelfrau Helmburg gegründet. Statt wie in Corvey die Kirche mit zwei Türmen auszustatten, verzichtete man hier und setzte einfach in die Mitte des mit einem steilen Dach versehenen markanten Querriegels ein zartes Glockentürmchen. Damenstift in Fischbeck Dom von Minden Ein letztes Beispiel für die Ähnlichkeit frühromanischer Bauwerke zeigt sich, noch weiter der Weser nach Norden folgend in Richtung der Porta Westfalica. Bald darauf zeigt sich der Dom von Minden. Er diente als Bischofskirche schon um 800 für das von Karl dem Großen in Minden gegründete Bistum. An einer Reihe weiterer Beispiele in Paderborn, Münster und Herford ließe sich zeigen, wie intensiv schon seinerzeit für die Verbreitung des Christentums und den damit verbundenen Regeln und der Verbreitung der Bildung gesorgt wurde. Auch die teilweise deutliche Ähnlichkeit der stilistischen Ausführung der romanischen Kirchen wie Corvey, Fischbeck und Minden, zeigt die zeitliche Parallele und architektonischen Grundvorstellungen damaliger Zeit. Bei den drei genannten Kirchen zeigt sich, wie erwähnt, noch heute über dem Haupteingang ein kräftiger Querriegel, der aber nur bei Corvey noch mit mächtigen Türmen links und rechts ergänzt wird. Das wohl markanteste Beispiel für die frühromanischen Kirchen im Weserbereich ist sicherlich das Kloster Corvey mit den für die Westseite verwendeten Buntsandsteinen. Die hoch reichenden Türme mit dem geschmückten waagerechten Querriegel über dem Haupteingang geben uns noch heute ein harmonisches Bild eines über tausend Jahre alten Gebäudes. Dies in vielen Monaten mit den historischen Anker-Bausteinen nachzubauen, war eine interessante Herausforderung.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 15 Nachbau des Klosters Corvey Die Frontansicht des Corveyer Klosters

16 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Einige Bilder, die während der langen Bauzeit entstanden sind Die Abmessungen des nachgebauten Klosters bestimmen sich durch die verwendeten Bögen, die verfügbaren Dachsteine und die Gestaltung der Turmspitzen. Die Turmhöhe beträgt daher: 106 cm. Die Breite an stärkster Stelle liegt bei 54 cm. Die Gesamtlänge, einschließlich des historischen Westteils, sowie den hintereinander liegenden, heute überwiegend im Barock eingerichteten Kirchenräumen, beträgt fast 130 cm. Wer findet die Unterschiede?

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 17 Bismarck-Museum" als Hauptbahnhof Zürich von Walter Eisenhut Bismarck-Museum nennt sich die Bauvorlage aus dem Ankerkasten Nr. 32, also eine Ruhmeshalle für den berühmten Kanzler des Großdeutschen Reiches, dem man in der Schweiz mit gebührendem Respekt, aber auch mit dem üblichen Argwohn der Schildbürger eines Kleinstaates begegnet. Meckern konnte man auch über die Architektur des kaiserlich wilhelminischen Historismus, der dieses großartige Gebäude ziert. Aber wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Bauvorlagen der Richterschen Kunstanstalt ein Kind des deutschen Historismus sind und bleiben, was uns heute umso leichter fällt, als historistische Gebäude mit dem gepflegten Sammelsurium an Stilelementen aus allen Zeiten nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, wo aus unverdientem Geschick mehr historistische Bausubstanz erhalten geblieben ist, allmählich unter Denkmalschutz gestellt werden. Diese Entwicklung wertet natürlich die herrlichen Bauvorlagen der Alten und besonders der Neuen Folge erheblich auf, weshalb deren Modernisierung höchst problematisch ist, wie zum Beispiel das grässliche Deckelbild der vorletzten VEB- Verpackungsserie zeigt, das an das schreckliche Lego- Einerlei der sogenannten Plattenbauten aus der ehemaligen deutschen demokratischen Republik (!) erinnert, zumal der abgebildete dreiteilige Turmbau überhaupt nicht Ankerstein tauglich ist. Beim Bismarck-Museum als einer nach meiner Meinung unübertroffenen, großartigen Bauvorlage der Neuen Folge handelt es sich um einen spiegelbildlichen Bau, der, von überall her betrachtet, immer gleich aussieht und daher nur eine Seite im Vorlagenheft beansprucht, wie auch die dazugehörigen Schnitte nur einen halben, platzsparenden Grundriss aufweisen. Umso schwieriger gestaltete sich der Entwurf eines solchen harmonischen Gebäudes mit klar vorgegebenem Steinbestand innerhalb des Anker- Ergänzungssystems! Wenn wir nur wüssten, wer wohl der begabte, namenlos gebliebene Entwerfer ist und wo er seinen Entwurf noch in wirklicher Größe hat anschauen können? Schon allein die kühne Flachdachkonstruktion über einem soliden, meisterhaft gestaffelten Unterbau besticht durch einen ins Auge springenden, zentralen Risalit, der das ganze Gebäude wie eine Klammer zusammenhält. So könnte man es fast als ein Sakrileg bezeichnen, dass ich diesen prächtigen Bau zu einem biederen Hauptbahnhof umfunktioniert habe. Um dem Gebäude seine fast religiöse Weihe zu nehmen, die in einer Sarkophag ähnlichen Hochterrasse gipfelt, benutzte ich bei allen Fenstern und Türen nur a-bogen. Diese verleihen mit ihrer einfachen Zeichnung dem Gebäude einen zweckdienlich-geschäftsmäßigen Ausdruck. Mit den übrig bleibenden Steinen gestaltete ich drei bescheidene Kuppeldächer

18 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 und einen kleinen, zentralen Dachreiter, der die vier zierlichen Ecktürmchen als reine, sagen wir mal neobarocke Schmuckelemente mit all den andern filigranen Spitzen aufnimmt und zu einem krönenden Abschluss bringt. Damit verblasst nach meiner Meinung der tempelartige Charakter einer Andachtshalle, obwohl der wirkliche, historistische Hauptbahnhof Zürich, der natürlich mit dieser Vorlage gar nichts zu tun hat, ebenfalls neoromanische, an eine dreischiffige, christliche Basilika erinnernde Aufbauten besitzt, die die ursprünglich fünfgleisige Sackbahnhof-Anlage, einem römischen Forum zu vergleichen, mit gewaltigen Stahlträgern überdecken. So war ich beim Aufbau, der eigentlich keine Probleme bietet und ein bequemes, genussvolles Bauen erlaubt, auch hier sehr vorsichtig: zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock habe ich mit hölzernen Stangen einen Boden eingebaut, der die wackeligen Steinständer zwischen den Fenstern im Parterre stabilisiert und die Grundlegung und den Aufbau des ersten Stockes erleichtert. Ich möchte nicht zu den sogenannten Akrobaten unter den Ankerfreunden gehören, die ohne jegliche Hilfsmittel bauen und erst noch meinen, schnell bauen zu müssen! So nehme ich mir beim Bauen sehr viel Zeit und brauche für ein solches Gebäude, das dann für eine Weile einer spielerischen Baustelle ähnlich sieht, etwa zwei Wochen. Und beschädigte Steine sind bei mir immer Steine, die beim Bauen aus Unachtsamkeit herausgefallen sind. Das mag bei den harten, gläsernen Steinen der neuesten Produktion noch hingehen, aber die weichen, ebenso farbschönen wie verletzlichen Sandsteine aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts hüte ich wie Edelsteine und bewahre sie so gut wie möglich vor dem freien Fall und damit auch vor frühzeitig ruinösem Verfall! Noch ein Wort zu meiner Spur 0-Blecheisenbahn, übrigens zur Hauptsache auch ein hervorragendes, deutsches Spielzeugprodukt aus dem letzten Jahrhundert, das für die Anker-Steinbaukasten zu einer wertvollen Ergänzung (und nicht nur zu einer vernichtenden Konkurrenz!) hätte werden können, wenn nicht der letzte, große, elende Krieg dazwischengetreten wäre! Mir liegen beide Miniaturwelten am Herzen: auf dem Foto ist der legendäre, elektrische Triebwagen von Märklin samt Anhänger übrigens nach holländischem Vorbild um 1930 herum in kleiner Stückzahl angeboten, vor dem Steinbau-Bahnhof zu sehen, auf gelben Messing-Schienen und vor allem unter einer raffinierten Oberleitung aus damaliger schweizerischer Nachkriegs- Produktion, die,,märklin für Spur 0 nie hergestellt hat, weshalb sich die schweizerischen,,buco -Stromabnehmer (Märklins Bügel-Attrappen sind viel zu klein geraten!) für diesen Zug bestens eignen!

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 19 Manchmal ergreift mich ein bisschen Wehmut, wenn ich daran denke, dass die Blecheisenbahnen und die Anker-Steinbaukasten wenige Jahre nach dem Krieg infolge marktfähigerer Produkte, wie die kleinen H0-Eisenbahnen und die robusten LEGO- Plastiksteine, vom Verkaufstisch verschwunden sind. Gott sei Dank gibt es heute wenigstens die Anker-Steine wieder! Und vielleicht erlebt auch die Königsspur 0 mit ihrem großen Spielwert in naher Zukunft eine Auferstehung!

20 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Garnisonkirche Potsdam von Werner Haselbach Nachdem mir AF Petrauschke einen Hinweis gegeben hatte, diese historisch bemerkenswerte Kirche sei ein lohnendes Objekt für einen Ankerbau, begann ich mit den Vorbereitungen. Der Maßstab ergab sich zwanglos zu ca. 1:100 aus den Fensteröffnungen des Kirchenschiffs mit den Bögen Nr. 108. Der Turm ist 88 m hoch; beim Ankerbau 92 cm. Das Dach sollte etwas steiler geneigt sein, aber 1:1 passte noch recht gut und vereinfachte die Übergänge zu den drei kleinen Giebeln, die mit 1:2 ausführbar waren. Für alle größeren Flächen der Fassade wurden gelbe Steine gewählt. Waagrechte dünne rote Gesimse gliedern den Bau. Es war für mich nicht machbar, alle die vielen Details des Originals exakt wiederzugeben. Vielmehr sollte der Gesamteindruck des Modells dem des Originals angenähert werden. Zum Schluss sei bemerkt, dass diese im Zentrum von Potsdam gelegene Kirche 1945 durch Kriegseinwirkungen ausgebrannt ist und die Ruine später gesprengt und abgetragen wurde. Der Wiederaufbau ist bis 2017 geplant; der Grundstein ist gelegt und weitere Vorbereitungen sind im Gange. Ausführliche Beschreibungen zum alten Bau der Kirche und zu ihrer historischen Bedeutung findet man im Internet.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 21

22 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 St. Michael-Kirche in Qingdao (China) von Wolfgang Reinhardt Vor nicht allzu langer Zeit hat ein Zeitungsartikel mein Interesse geweckt. Was da Frau Gabriele Krüper berichtet ist schon bemerkenswert. Es lohnt sich, diese Darlegung aufmerksam zu lesen. Für mich - als alten Ankerfreak - war der letzte Satz ausschlaggebend. Darum habe ich mir vorgenommen, diese St. Michael-Kirche zu bauen. Lange habe ich mir das Farbbild angesehen, es gab da ein Problem, wie soll man das große rote Dach machen? Schon habe ich angefangen mir Skizzen zu machen, alle möglichen Detailzeichnungen und Möglichkeiten zu überlegen, ob der Steinbestand überhaupt reicht. Was mache ich mit dem Dach? Also habe ich probiert. Ich habe nur 26 Steine 208 in Rot, das reicht gerade um die seitlichen unteren Dächer zu machen, dazu eine größere Menge Dachsteine 210 rot, das könnte klappen. Aber oben? Ich habe versucht mit Nickeldächern auszukommen - keine Chance! Ich habe zu wenig davon. Der nächste Versuch galt der DS- Serie. Wenn man alle Dächer zusammenrechnet, langt es höchstens zur Hälfte! Also was tun? Ich nahm mir den Kasten mit den Holzdächern der LH-Serie vor. Ich habe 16 Dachplatten Nr. 430, man kann die Rückseite nehmen und die ist rot! Also geht es weiter mit der Rechnerei, und siehe da, es zeigte sich ein Lichtstreif am Horizont! Also darf das Kirchenschiff nicht länger sein als die sieben Paare von den Holzdächern!

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 23 Gesagt, getan! Bald hatte ich den Grundriss, die mächtigen Türme haben die quadratische Form von 4 Einheiten. Aber was ich diesmal zum allerersten Mal gemacht habe: ich habe mich nicht an gewisse Kästen gehalten, sondern ich nahm ohne zu überlegen meinen Steinbestand. Natürlich ist der Kasten Nr. 34 NF dabei, dazu noch NF 14. Aber das reichte noch lange nicht. Ich wagte immer noch nicht mit dem Bau anzufangen. Es gab nämlich noch ein Problem: die beiden imposanten Türme in Rot. Also begann ich wieder zu rechnen. Die roten Steine 262 bis 264 könnten reichen, aber die 40 Stück 265 rot waren zu wenig. Es fehlten acht Stück! Was tun? Da fiel mir der gute Engel Bruckmann ein! Wenn, dann kann nur er mir helfen! Sofort zur Post. Schnell den Brief geschrieben und ab mit ihm in den Briefkasten. Jedenfalls dauerte es nicht lange, da hatte ich die acht roten Steine 265 in der Hand! AF Bruckmann sei Dank! Also dann konnte es losgehen! Das Ankerfieber hatte mich wieder!

24 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Der Grundriss war schon lange klar, die Bogenfenster beim Schnitt H sind nicht schwer zu machen aber, aber - ab Schnitt U bis Y! Das ist eine echte filigrane Arbeit. Ich habe nicht gezählt, wie oft die zierlichen Fenster zusammengefallen sind, aber ich habe nicht nachgegeben, endlich, beim Schnitt Z blieb das Ganze stehen! Aber dann ging der Ärger wieder los. Die Holzdächer drückten nach außen und schon krachte wieder alles zusammen - so schön der Domino-Effekt auch ist, mich brachte er zur Raserei! Umsonst habe ich nicht 21 Tage gebraucht! Die Holzdächer passten immer wieder nicht, die Klemmen mussten jedes Mal anders gebogen werden und endlich, endlich war das Dach fertig! Das Dach ja - aber die zwei Türme noch nicht! Und wieder das aufregende Spiel mit den zierlichen Fenstern. Immer wieder fielen sie um. Ich habe gestaunt, wie zittrig meine Hand geworden ist - das darf doch nicht wahr sein! Nun, meine sehr verehrten Nachbauer, sie werden mir Recht geben, es ist eine nervenaufregende Sache mit den vielen aufrecht stehenden Steinen 66 u.67 und oben drauf den 72ern. Aber bei Schnitt Y' hat alles ein Ende. Der Turmbau ist ein reines Vergnügen. Und die kleinen runden Fenster aus 2x126 rot benötigen noch eine ruhige Hand. Einer flog mir wieder hinunter und ist zerbrochen! Na ja, das ist der normale Verschleiß, das gehört dazu! Ein erhebender Augenblick ist das Einsetzen der letzten acht Steine 265. Die acht Bruckmannschen Steine, die haben oben einen Ehrenplatz, und nach der roten Spitze 288 ist die wunderbare katholische St. Michael-Kirche von Tsingtau fertig! Die Maße: HÖHE: LÄNGE: BREITE: 85,5 cm 57,0 cm 42,0 cm Bauzeit: 21 Tage

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 25 Neues von der CVA Kommission Baukunst im Kleinen (BiK) von Fred Hartjes BiK Mitglieder: Martin van Beuzekom, George Bielen, Fred Hartjes und Guus van Kessel In den vergangenen sechs Monaten haben wir nach und nach mit dem Zeichnen der Bauvorlagen von gebilligten Entwürfen begonnen. Zuerst für NF24, danach gehen wir systematisch weiter bis NF34. Burkhard Schulz hat uns dieses Jahr noch zwölf existierende Entwürfe zugeschickt, meist Bauwerke, die BiK vor vielen Jahren beurteilt hatte, aber auch eine Anzahl Entwürfe, die Ankerfreunde direkt zu ihm geschickt hatten. All diese Entwürfe sind für NF24 oder höher. Mit zwei kürzlich erhaltenen Entwürfen dazu hat BiK nun 44 Entwürfe für die höheren Serien von Richter im Portfolio. Nebenan seht ihr die Anzahl Entwürfe je NF Stufe. Von jeder Stufe stehen mindestens drei Entwürfe zur Verfügung. Nur NF34 sticht als größte Richter Stufe aus verständlichen Gründen heraus. Aber da sind auch viele bestehende Entwürfe dabei, mitunter viele Jahrzehnte alt. Wer hat die Entwürfe alle gemacht? Auf dem Plan stehen bis auf einen (Wyttenbach) - alles noch lebende Personen. Dieter Wellmann ist eindeutig ein Großproduzent mit gut und gerne vierzehn Entwürfen. Von Wyttenbach haben wir im Moment vier Entwürfe aufgenommen, aber fast 15 Entwürfe aus seiner Hand sind für BiK geeignet, alle für NF34. Und natürlich gibt es noch andere Entwerfer aus der Vergangenheit wie Bolhuis, der wahrscheinlich auch viele geeignete Entwürfe unter seinem Namen hatte. Ein Entwurf, der bei BiK eingeht, erfährt das folgende Procedere von beurteilen und zeichnen: 1. Der Entwurf wird in AnkerPlan 1 umgesetzt, soweit der Entwerfer dies noch nicht gemacht hat. Festgestellte Fehler, wie fehlende Steine, werden in diesem Stadium durch uns oder den Entwerfer gelöst. 2. Ein vorläufiges Set von Zeichnungen wird in AnkerPlan erzeugt. Der Entwurf wird mit Steinen gebaut. Auch hier werden Fehler durch uns oder den Entwerfer behoben. 3. Der Entwurf wird nun definitiv gezeichnet, im Prinzip in dem Format, das Richter vor rund hundert Jahren für die Neue Folge verwendete. Zur Verdeutlichung werden auch 1 AnkerPlan wurde entwicklet durch das Softwarehaus Flying Cat. GmbH. Geht zum (kostenlosen) downloaden auf www.flying-cat.de/ankerplan/tabid/64/default.aspx

26 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 die Fassadenansichten und Bogen in einem Schnitt immer bezeichnet, auch wenn sie auf den Ansichten sichtbar sind. 4. Ausgehend von den endgültigen Zeichnungen wird der Entwurf ein zweites Mal gebaut um Unterlassungen und Undeutlichkeiten herauszuholen. Nachdem die korrigiert sind, ist das Procedere fertig und der Entwurf wird publiziert. Von da ab bedeutet dies, dass er von einer Website downgeloaded werden kann. Geometrische Ansicht der Sommerresidenz von Dieter Wellmann für NF24 Fassadenansichten der Sommerresidenz

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 27 Erste Seite der Schnitte der Sommerresidenz Seit einiger Zeit sind wir mit der Herstellung der endgültigen Zeichnungen beschäftigt, zuerst für die acht Entwürfe von NF24. Zwei davon sind fertig - Sommerresidenz und Kastell, beide von Wellmann - an einem dritten - Wasserschloss - wird noch gearbeitet. Obwohl das Vorlagenheft für NF24 also noch lange nicht fertig ist, könnt ihr schon die fertigen Bauvorlagen bereits downloaden, im Moment ausschließlich von meiner Homepage: http://www.nikhef.nl/~i56/anker.html. Die Bauvorlagen und Schnitte sind im PDF Format. Die sollen vorzugsweise in A3 gedruckt werden, um bei den Schnitten denselben Maßstab wie bei Richter zu erhalten. Wir haben ab NF 24 dieses größere Papierformat gewählt, weil es besser mit den von Richter benutzten Formaten übereinstimmt. Dies waren Formate, die an die Abmessungen des Ergänzungskastens angepasst waren, schließlich mussten die Hefte in den Kasten passen. Für die Herstellung der Bauvorlagen und Schnitte benutzen wir das 3D Programm AnkerPlan, welches sein Output liefert über das Open Source Paket POVray 2, welches unter anderem die Schatten in den geometrischen Zeichnungen berechnet. Leider arbeiten AnkerPlan und die Kombination mit POVray noch nicht vollkommen. Bei genauer Beobachtung der produzierten Zeichnungen fallen noch eine Anzahl Ungenauigkeiten auf, von denen die wichtigsten sind: 1. Fehler beim Setzen der Steine. AnkerPlan lässt die Steine automatisch bis auf den unterliegenden Stein fallen, aber vor allem bei Bogen und Dachsteinen werden häufig Fehler von mehreren Zehnteln Millimeter gemacht. Jeder Ankerbauer weiß, dass ein Bauwerk dadurch ein unordentliches Aussehen bekommt. 2. Schlechte Definition der Linienstärke. In AnkerPlan befindet sich die schwarze Linie des Randes von einem Stein ganz innerhalb der Form des Steins. Als Folge davon ist die Trennlinie zwischen zwei Steinen immer zweimal so dick wie an den anderen Stellen. Ferner sind viele Pixel der Linie grau und Linien sind häufig fransig. 2 Für das (kostenlose) downloaden von POVray könnt ihr den Link auf der AnkerPlan Seite von Flying Cat verwenden

28 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Linienbreite in einem Schnitt erzeugt durch POVray (links) und das Bild nach der Korrektur durch das Skript von Martin van Beuzekom (rechts) Zum Glück hat BiK Mitglied Martin van Beuzekom in der vergangenen Zeit Programme entwickelt um diese Fehler zu korrigieren. Die Fehler am Platz der Steine kann er nun korrigieren, indem er alle Steine im AnkerPlan File (der.xap file) an einem XYZ Gitter mit einem Abstand von 1/8 Stein ausrichtet. Mit einem anderen Skript konnte er das Problem der Linienstärke korrigieren im.png file, der POVray erzeugt. Momentan arbeiten die Skripts nur in einer Linux Umgebung, aber er wird auch eine Windows Version schreiben. Für diejenigen, die mit AnkerPlan arbeiten wollen: die Default-Einstellung der Farben ergibt in Kombination mit POVray kein befriedigendes Resultat. Die BiK Einstellungen und andere Anweisungen zur Benutzung von AnkerPlan sind zu finden auf: www.nikhef.nl/~i56/bik%20settings.pdf Die Probleme mit AnkerPlan sind den Entwerfern bei Flying Cat natürlich auch nicht entgangen. In der Vergangenheit wurden daher eine Anzahl anderer Probleme mit diversen Updates gelöst. Aber für die übrigen Unvollkommenheiten scheint das schwieriger zu sein. Flying Cat hat daher beschlossen, AnkerPlan ganz umzuschreiben, wobei alle Kommentare der Benutzer verarbeitet werden sollen. Ein wahrlich großartiges Vorhaben, womit mehrere Personen involviert sind. Die Firma hofft, diese vollständig erneuerte Version im Sommer 2012 fertig zu haben. Wallfahrtskirche (links) und Martinuskerk (rechts), beide für NF34

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 29 Schließlich haben auch die Entwerfer nicht still gesessen. In den vergangenen sechs Monaten sind zwei neue Entwürfe für NF34 reingekommen: die Wallfahrtskirche von Dieter Wellmann und die Martinuskerk von Guus van Kessel. Der erste Entwurf scheint mir von der Basilika Notre Dame in Lourdes beeinflusst zu sein, aber da kann ich auch falsch liegen. Beim zweiten Gebäude ist dagegen kein Zweifel möglich: der Entwurf folgt genau der Martinuskerk in Cuijk (NL), dem Wohnort des Entwerfers. Guus konnte diese Kirche gut studieren, weil er aus seinem Arbeitszimmer drauf schaut! Für den, der Lust hat, selbst einen Entwurf zu fertigen, nicht einfach aber lohnenswert: neue Entwürfe, ausschließlich für NF24 bis NF34, können per Post oder E-Mail an unten stehende Adresse gesandt werden. Bestände größer als 6 MB könnt ihr am besten auf eine öffentliche Directory oder einen Server uploaden. Wir haben am liebsten einen AnkerPlan File, aber AnkerCAD Format, oder Zeichnungen, mit dem Computer oder mit der Hand, gehen natürlich auch. Ein NF24 Entwurf wird innerhalb einiger Monate behandelt und nach Zustimmung im Richterstil gezeichnet. Entwürfe für höhere Serien müssen länger warten. Bergfried für NF24 von Falk Gundel Fred Hartjes, Irislaan 39, 1424 CP de Kwakel, Niederlande; F.Hartjes@nikhef.nl Vorlagen für NS 20 Lufskys 18A von George Hardy Beim Treffen wurden mehr als 20 neue Lufsky Kästen 18A verkauft. Die Anzahl war begrenzt, da die Fabrik nicht in der Lage ist, Stein # 282B herzustellen. AF Ad van Selms war in der Lage, die Fabrik mit 80 Steinen zu versorgen; vier davon werden in jedem Kasten benötigt. Den Kasten waren keine Bauvorlagen beigefügt. Wie wir wissen, war AF Leo Cornelissen ein großer Fan von NS. Als die Lufsky-Papiere durch AF Probst ans Tageslicht kamen (sein mehrteiliger Artikel wurde im MLB veröffentlicht), erhielt Leo die originalen Lufsky-Zeichnungen. AF Probst hatte auch einen (den Einzigen?) original Lufsky 18A Kasten Lufskys eigenen, persönlichen Kasten. Leo baute die Entwürfe und er berichtete im MLB über die neuen NS Entwürfe. Für jeden der Kasten NS 12 16 gab es zwei nicht genutzte Entwürfe Lufsky sandte in den 1920er Jahren 8 an die Fabrik; die Fabrik (dann VEB) verwendete nur 6. Und natürlich hatte Lufsky 6 Entwürfe für die Kasten NS 18 und NS 20L geschaffen in der Meinung, dass Kasten 18A Lufskys völlig neue Steinauswahl enthalten sollte. Die unbekannten Vorlagen für die Kästen NS 12 16 (neu gezeichnet von AF Burkhard Schulz) sind auf ankerstein.ch und sind zum Download als PDF erhältlich. Aber ich kann nirgendwo die NS 20L Entwürfe online finden. AF Leo Coffeng zeichnete einige dieser Vorlagen neu und sicher haben die Artikel von AF Leo Cornelissen neu gezeichnete Vorlagen. Einige AFe haben wahrscheinlich die MLB, und die ganze Artikelserie über die Lufsky NS Entwürfe wurde als Sammlung nachgedruckt und war sowohl als Buch als auch mit losen Blättern zu erhalten (in einem Ordner) zur einfacheren Verwendung beim Bauen. Da ich einige Wochen hier in R28 hatte, und ich nicht sehr beschäftigt war, und das CVA Archiv hier ist, beschloss ich, die original Lufsky-Vorlagen zu scannen. Ich habe jetzt die Scans und werde sie in ein praktischeres Format bringen. Zurzeit gibt es JPG Scans, insgesamt 262 M! Meiner Meinung nach sind 10 M ein gutes Ziel, eine nützliche Größe, vielleicht eine PDF. Ich nehme an, dass die Lufsky- Entwürfe NS 20L zum Download online sein werden, wenn dieser Artikel im MLB erscheint am wahrscheinlichsten auf ankerstein.ch.

30 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Anmerkungen zu Neue-Reihe-Bögen Teil 2 Steinerne Bogenbrücken von Michael Krumm Im Teil 1 meines Beitrages hatte ich mehrfach die Vermutung geäußert, dass die Bögen der Neuen Reihe weniger für den Bau von Arkaden, als für steinerne Bogenbrücken entwickelt worden sind. Beweisen kann ich das nicht, aber auf jeden Fall können die NR-Bögen vor allem beim Brückenbau gegenüber den Rund- und Segmentbögen der Neuen Folge bzw. Neuen Serie so recht all ihre Trümpfe ausspielen! Dennoch lohnt auch hier eine nähere Betrachtung der Eignung der Widerlager und Bogen-Mittelteile der NR-Bögen, und zwar sowohl unter dem Aspekt der Zweckbestimmung verschiedener Brücken, als auch unter Beachtung deren Baustatik. 1. Der Zweck steinerner Bogenbrücken Die Frage nach dem Zweck einer Brücke mag trivial erscheinen, und dennoch kann sich die Antwort nicht darauf beschränken, eine Brücke einfach nur als Bauwerk zur Überwindung eines Hindernisses zu beschreiben. Es reicht meines Erachtens auch nicht aus, beim Bauen mit Ankersteinen einfach nach möglichst großen Bogensteinen zu greifen und sein Bauwerk dann als große Brücke ansehen zu wollen. Werfen wir dazu einen Blick auf die Abbildung des wohl berühmtesten Nachbaus einer steinernen Bogenbrücke in Anker, die so genannte Große Brücke von 1888. (Bild-Quelle: G. F. Hardy 3 ) Allein schon der Größenvergleich zwischen den abgebildeten Personen und dem Ankersteinbau lässt den Schluss zu, dass die Große Brücke doch viel eher nur ein Steg ist, auf dem Fußgänger ein Flüsschen überqueren können. Die Spannweite der beiden größeren Durchlässe dürfte beim Vorbild kaum 3 Meter betragen haben. Doch selbst, wenn man Bild 1 sich die gezeichnete Landschaft wegdenkt, verraten die Treppenaufgänge den Zweck: Steg für Fußgänger. Natürlich ist dieser aus 1817 Steinen 1 zu errichtende Steg mit 158 cm Länge und 22 cm Breite ein großer Ankersteinbau, aber eben keine große Brücke! Es ist eben so: Beim Bauen nach Bauvorlage wird uns nicht nur der Bau selbst, sondern auch sein Maßstab vorgegeben. Wer sich aber mit dem Gedanken trägt, nach eigenem Entwurf eine steinerne Bogenbrücke in Anker zu errichten, anstatt nach vorgegebener Bauvorlage, und dabei Wert darauf legt, dem Vorbild möglichst nahe zu kommen, wird sich vor Baubeginn einige Fragen stellen müssen, die über den zu wählenden Maßstab noch weit hinausgehen: 3 Hardy, George F., Richters Anker-Steinbaukasten, Seite 35, Eigenverlag 1994

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 31 1. Welcher Epoche soll der Brückenbau entsprechen? 2. Soll das Brückenbauwerk zum Beispiel aus Granit (grau), Sandstein (rot oder gelb) oder Ziegelmauerwerk (ebenfalls rot oder gelb) errichtet werden? 3. In welche Geländeform bzw. Landschaft soll die Brücke eingeordnet werden? 4. Wer oder was soll die Brücke überqueren können? 5. Wer oder was soll die Brücke unterqueren können? Ich möchte versuchen, darauf einige Antworten zu geben: Zu 1.: Die Ära steinerner Bogenbrücken dürfte ausgangs des 19. Jahrhunderts zu Ende gegangen sein, reicht aber bis vor die Römerzeit zurück. Viele solcher Brücken stehen auch heute noch und sind zum Teil so sorgfältig restauriert worden, dass sie immer noch ihren Zweck erfüllen. Wir können also steinerne Bogenbrücken problemlos jeder Epoche zuordnen, sie dementsprechend sowohl neben eine mittelalterliche Burg stellen, als auch neben eine Gründerzeitvilla oder einen modernen Bürobau. Man sollte lediglich berücksichtigen, dass römische Aquädukte und viele der auch noch viel später errichteten Viadukte Rundbögen hatten und damit für den Nachbau mit NR-Bögen ausscheiden. Zu 2.: Die in den Kästen der Neuen Reihe enthaltenen wenigen Bogensteine waren ausnahmslos gelb. Weil diese Steine und darüber hinaus weitere Bogensteine aber überwiegend im Einzelsteinverkauf vertrieben worden sind, ist es denkbar, dass Ankerfreunde auch über rote und graue Steine verfügen. Man sollte beachten, dass speziell die Dimensionierung der Pfeiler und Widerlager dem verwendeten Baumaterial anzupassen ist. Granit verträgt eine andere Druckbeanspruchung als Sandstein - aber darauf werde ich noch zurückkommen. Zu 3.: Unsere Bautische sind platt wie die Polder in den Niederlanden! Und selbst wenn wir unsere Brücke in solch eine Landschaft einordnen wollten, hätten wir damit zu kämpfen, dass ein mit einer Straße zu überbrückender holländischer Kanal oft einen Wasserspiegel hat, der über dem Niveau der umgebenden Landschaft liegt. Man braucht also Rampen, die mit Ankersteinen nur schwer nachbaubar sind (blaue Turmdachsteine sind keine befriedigende Alternative!). Dies gilt erst recht für Brückenbauwerke, die in hügeligem Gelände der Überwindung tiefer liegender Hindernisse (Straßen, Bahnlinien, Flüsse) dienen. Es wird wohl die absolute Ausnahme bleiben, dass ein Ankerfreund zunächst auf seinem Bautisch eine Gebirgslandschaft modelliert, um dann anschließend mit einer Bogenbrücke ein Tal überspannen zu können. Es darf also nicht verwundern, dass die zahlreichen Brückenbauwerke, die es als Anker -Bauvorlagen ja gibt (allerdings vorwiegend mit Eisenteilen), dann auf dem flachen Bautisch wegen fehlender Zu- und Abfahrten oft recht zusammenhanglos in der Gegend stehen, so dass man ihre landschaftliche Einordnung nur ahnen kann. Zu 4.: Fußgängern darf man zumuten, Treppen emporsteigen zu müssen, um eine Brücke überqueren zu können. Dies veranschaulicht nicht nur die Große Brücke von 1888. Bei römischen Aquädukten hatten die Rampen allenfalls ein kaum sichtbares Gefälle in der gewünschten Fließrichtung, und das trifft erst recht auf Navidukte (Schiffsbrücken) aus jüngerer Zeit zu, mit denen Kanäle über Hindernisse hinweggeführt werden. Wenn Straßen über eine Brücke führen sollen, sind Brückenrampen mit Steigungen von mehr als 10% wohl eher unüblich. Eisenbahnbrücken weisen kaum geneigte Rampen auf, und wenn, dann sind diese, wie bei der Überquerung des deutschen Nord-Ostsee-Kanals bei Rendsburg, viele Kilometer lang. Es kann beim Bau von Ankersteinbrücken wohl wirklich nicht viel mehr übrig bleiben, als offen zu lassen, wie es vor und hinter der Brücke aussieht. Irgendwie empfinde ich das als unbefriedigend, aber ich werde wohl weiterhin indoor auf meinem kleinen 1-m²-Bautisch bauen, und nicht wie AF Andy Egg outdoor in einer realen Urlaubslandschaft!

32 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Zu 5.: Fußgängern wird es nicht nur zur Römerzeit genügt haben, sich beim Unterqueren einer Brücke nicht den Kopf zu stoßen oder bei entsprechender Leibesfülle nicht zwischen den Brückenpfeilern hängen zu bleiben. Durchlässe von 2,5 Metern Höhe und 2 Metern Breite mögen in vielen Fällen auch heute noch ausreichen. Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man die Entwicklung der Verkehrsmittel berücksichtigt. Die Abbildung der Großen Brücke zeigt einen Nachen, der problemlos die Durchlässe passieren kann. Die Aquädukte der Römer erlaubten zweifellos die Passage von Eselskarren. Das heißt: Die Spannweiten und Durchlasshöhen der Brücken waren auf den jeweiligen Stand des Verkehrswesens zum Zeitpunkt ihrer Errichtung abgestimmt. Heute aber sollen Brücken von Straßenfahrzeugen auf mehrspurigen Autobahnen, von Eisenbahnen auf mehrgleisigen elektrifizierten Strecken und von Schiffen mit hohen Aufbauten oder Masten unterquert werden können. Es versteht sich von selbst, dass steinerne Bogenbrücken, die vor mehr als hundert Jahren errichtet worden sind, solchen Anforderungen nicht immer gewachsen sind. Man sollte deshalb bei der Dekoration des Ankersteinbaus mit Miniaturautos oder Modelleisenbahnen etwas zurückhaltend sein und nicht gerade einen 40-Tonnen-Lkw oder eine E-Lok unter die Brücke stellen. Erst recht verbietet es sich, bei einer Fluss- oder Kanal-Überspannung mit einer steinernen Bogenbrücke die Miniaturausgabe eines Container-Frachters unter der Brücke zu platzieren! Aber betrachten wir steinerne Bogenbrücken unter dem Aspekt heutiger Verkehrsbedingungen ruhig noch etwas genauer, speziell was den Einfluss unterschiedlicher Bogenformen auf die Möglichkeiten ihres Unterquerens angeht. In Bild 2 habe ich drei Ankerstein-Bögen dargestellt, die alle die gleiche Spannweite von 125 mm haben. Einen Rundbogen gleicher Spannweite könnte man aus zwei Bild 2 äußeren Füllsteinen #409 zusammensetzen. Auf dessen Abbildung habe ich verzichtet, weil solch eine Hilfs-Konstruktion ästhetisch nicht befriedigen kann. Bei den abgebildeten Bögen handelt es sich nach ihrer unterschiedlichen Geometrie um folgende Formen: A: Segmentbogen 4 B: Pseudo -Segmentbogen (korrekt: Korbbogen) C: Korbbogen Mit allen drei gezeigten Bögen kann man sehr schöne steinerne Bogenbrücken errichten, wobei zur Bogenkonstruktion B noch einmal angemerkt werden soll, dass man den Wechsel vom Bogenradius r = 62,5 mm der Widerlager zum Radius r = 125 mm des Mittelteils tatsächlich kaum erkennen kann (siehe auch Teil 1 meines Beitrags). 4 Eine nebensächliche Anmerkung zu den Steinen ##130/131 aus der Neuen Fabrik : Ist schon aufgefallen, dass die B-Seite der neuen Steine 9 gravierte Lagerfugen aufweist, statt 8 der Richterschen Original-Steine? Wer konnte denn da nicht zählen?! Und noch eine Kuriosität: Ich habe 2 dieser Bogensteine aus jüngerer Fertigung in Rudolstadt, die beidseitig die Gravur der B-Seite tragen! Tolle Sache, wenn ich einen nur 25 mm breiten Segmentbogen-Steg bauen möchte schlecht, weil ich mit diesem Steinpaar keinen Spitzbogen nachbilden kann.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 33 Jetzt aber zu den Erfordernissen heutiger Verkehrswege: Sie alle sind gekennzeichnet durch so genannte Lichtraum-Profile, die recht unterschiedliche Form haben können. Ich möchte beim einfachsten Profil für eine Straße bleiben, weil es durch ein Rechteck aus Lichter Höhe H und Lichter Weite L dargestellt wird. Die Lichte Höhe H sollte 4 m nicht unterschreiten, weil ansonsten Verkehrseinschränkungen die Folge wären. Die Lichte Weite L richtet sich nach der Bedeutung der Straße und der Anzahl der Fahrbahnen. Ich habe für die folgenden Betrachtungen willkürlich aber nicht realitätsfern eine Lichte Weite L von 9 m gewählt. Nehmen wir nun an, wir möchten unsere geplante Brücke mit handelsüblichen Miniaturfahrzeugen im Maßstab 1:87 dekorieren. Die dafür erforderliche Lichte Höhe H würde in Anker 46 mm, die Lichte Weite L 103 mm betragen. Die Spannweite s der Brücke möge entsprechend den im Bild 2 gezeigten Konstruktionen 125 mm sein. Bild 3 Grundsätzlich sind jetzt einige Überlegungen anzustellen, die ich am Bild 3 erläutern möchte: Es leuchtet ein, dass ein rechteckiges Lichtraumprofil (hellgrün) sich am besten in eine rechteckige Brückenöffnung (Bild 3A) einpassen lässt, aber wir möchten ja eine steinerne Bogenbrücke errichten! Wenden wir uns deshalb den Abbildungen 3B und 3C zu: Sie stellen maßstäblich die beiden Grenzfälle Rundbogen und Korbbogen dar; die Segmentbögen nach Bild 2A und 2B liegen irgendwo dazwischen. Die Höhen-Unterschiede dürften für sich sprechen! Natürlich bleibt es jedem Ankerfreund überlassen, nach Gutdünken eine der möglichen Bogenformen auszuwählen, aber eines möge er nicht außer Acht lassen: Auch für die Baumeister vergangener Jahrhunderte galt schon: Je höher die Brücke, desto teurer! Und je besser unsere Vorfahren die Seitenschubkräfte flacher Bögen zu beherrschen lernten, desto mehr bauten sie steinerne Bogenbrücken eben nicht mit Rundbögen, sondern mit Segmentbögen oder noch besser mit Korbbögen. Wir Ankerfreunde des 21. Jahrhunderts sollten ihnen nicht nachstehen und steinerne Bogenbrücken in Anker deshalb vorzugsweise mit den Korbbögen der Neuen Reihe nachbauen! 2. Baustatik 2.1. Stabilitätsprobleme beim Bauen mit NR-Bogensteinen 2.2. vorbildliche Dimensionierung von Brückenwiderlagern Dazu zwei Vorbemerkungen: - Es gibt zweifellos Ankerfreunde, die zu Beginn ihrer Beschäftigung mit der Baukunst im Kleinen geglaubt hatten, die Gesetze der Physik außer Acht lassen zu können, und erst von einem Einsturz mit beschädigten Steinen eines Besseren belehrt worden sind. - Es gibt möglicherweise Ankerfreunde, die als Anfänger oder Neueinsteiger Interesse an einem Aspekt des Bauens entwickeln können, dem sie bis dato nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben.

34 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Ich war im Jahre 2003 solch ein Neueinsteiger in Anker und nach 30jähriger Berufserfahrung beim Bau von Hochspannungsfreileitungen wahrlich kein Laie in Sachen Statik. Dennoch war ich unserem Ankerfreund Leo Coffeng damals sehr dankbar, als er mir einmal bestimmte baustatische Besonderheiten eines Wandaufbaus mit Ankersteinen erläutert hat (Bild 4). Was will ich damit sagen?: Gestandene Ankerfreunde, die über Fachwissen und/oder Erfahrungen verfügen, mögen sich bitte nicht unzulässiger Weise belehrt fühlen und gegebenenfalls an dieser Stelle bis zum nächsten Beitrag im MLB weiterblättern. Für die Leser aber, die es interessieren könnte, möchte ich im Folgenden einige Besonderheiten der NR-Bogensteine unter statischen Aspekten behandeln. 2. 1. Stabilitätsprobleme beim Bauen mit NR-Bogensteinen Grundsätzlich gilt, dass die Seitenschubkräfte eines Bogens umso größer sind, je mehr die Bogenform von der Idealform der Bild 4 Parabel abweicht. Ein Spitzbogen kommt der Idealform sehr nahe, ein Rundbogen ist noch kein Beinbruch, aber je flacher der Bogen wird (Segmentbogen, Korbbogen), desto problematischer wird es, seine Seitenschubkräfte zu beherrschen. Andererseits hatten die Brückenbaumeister einen guten Grund, nämlich Sparsamkeit, ihre Brücken flach zu halten. Ich kann deshalb nur immer wieder bewundern, wie unsere Vorfahren solche Optimierungsprobleme ohne Computer- Simulation gelöst haben! Indem sie die mittigen Doppel-Widerlager ihrer Brücken entsprechend dimensioniert haben und an den Endlagern für ausreichende kompensierende Gegenkräfte durch zum Beispiel die Steinmassen der Brückenrampen sorgen konnten, waren eben auch sehr flache Segment- und Korbbögen möglich geworden. Diese Entwicklung berücksichtigen in hervorragender Weise die Bogensteine der Neuen Reihe. Aber nun kommt das, was beim Bauen unbedingt beachtet werden muss: Die dreigeteilten NR-Bögen zwei Widerlager tragen ein Bogen-Mittelteil haben in Bezug auf die Baustatik einen nicht zu übersehenden Nachteil: Sämtliche NR-Bogenkonstruktionen sind separat betrachtet statisch instabil! Mit separat meine ich, dass sich meine Aussage zunächst nur auf die Kombination Widerlager Bogen-Mittelteil Widerlager bezieht, aber deren Instabilität hat natürlich auch Auswirkungen auf den Ankersteinbau, in den NR-Bögen integriert werden. Wie es dazu gekommen ist, kann ich wiederum nur vermuten: Richters Steinentwickler haben das Konstruktionsprinzip mit großer Wahrscheinlichkeit bei Lilienthal abgeschaut, was ihr Verdienst nicht schmälert, sondern eher davon zeugt, dass es kaum ein besseres Prinzip geben konnte. Ob sie dabei eine Eigenheit von Lilienthals Bogen-Mittelteil übersehen oder ihm keine Bedeutung beigemessen haben, kann heute niemand mehr sagen. Worum geht es? Lilienthal war zweifellos klar, dass er sein Bogen-Mittelteil nicht einfach wie seinen dreikantigen Schlussstein des Spitzbogens zwischen zwei Widerlager klemmen konnte, weshalb er dem Mittelteil für den Rundbogen beidseitig orthogonale Ansätze (von mir gern Nasen genannt) anfügte, mit denen es auf den Widerlagern aufliegen konnte. Diese

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 35 Nasen sind allerdings sehr kurz gehalten, so dass sie bereits über den Bögen der Widerlager enden. Richters Steinentwickler haben das Prinzip der kurzen Nasen übernommen und den Bogen- Mittelteilen bis zum Stein #1122 Nasen von lediglich 3,66 mm, den Steinen ##1145 bis 1147 auch nur von 3,75 mm Länge zugestanden ein Plus für die Ansichtsgüte der Bögen, aber leider ein Minus für die Stabilität! Ich möchte das Stabilitätsproblem an Hand der Steinkombination #1127 - #1111 - #1130 erläutern (Bild 5): Die Gewichtskraft des Bogen- Mittelteils #1111 teilt sich hälftig auf die beiden Widerlager auf (rote Pfeile). Die Wirkungslinien enden aber auf der Kämpferlinie im Nichts, so dass auf die Widerlager eine Hebelwirkung ausgeübt wird. Die Folge: Beide Widerlager neigen sich nach innen, der Bogen stürzt ein. Bild 5 In der Baupraxis bedeutet das, dass man etliche Vorkehrungen zu treffen hat und oft mehr als nur die dritte Hand benötigt, um solch einen Bogen aufzustellen und zu erreichen, dass er dann auch stehen bleibt! Beim Widerlager #1130 (rechts) scheint es zu genügen, gleichzeitig ein weiteres Bogen-Mittelteil #1111 aufzulegen, so dass sich die Vertikalkräfte beider Steine kompensieren (grüner Pfeil), aber dann hätte man das Widerlager #1127 nicht mehr im Griff. Man muss also auf jeden Fall damit beginnen, zunächst dieses zu stabilisieren, und das ist gar nicht so einfach! Der Stein #1127 lässt sich nämlich schon für sich genommen gar nicht erst aufstellen, ohne dass er dort, wo ich es mit dem blauen Pfeil angedeutet habe ausreichend beschwert wird. Und dieses Ausreichend für das Aufstellen des Widerlagers bedeutet noch nicht, dass es auch für das Auflegen des Bogen-Mittelteils ausreicht! Formeln und Berechnungen wollte ich mir in diesem Fall ersparen, aber es bedarf nach meiner Erfahrung zunächst einer sehr stabil gebauten Brückenrampe und deren intelligenter Verzahnung mit den Stufen des Widerlagers #1127, um anschließend ein Bogen-Mittelteil auflegen zu können. Erst danach kann man den Brückenbau über das Widerlager #1130 hinaus fortsetzen. Beherrschbar sind solche kleinen Bauprobleme gewiss, man muss nur wissen wie! Und Ankerfreunden, für die dies alles ein alter Hut ist, hatte ich ja empfohlen, dieses Kapitel zu überspringen. 2.2 vorbildliche Dimensionierung von Brückenwiderlagern Wer eine Steinerne Bogenbrücke aus NR-Bögen errichtet und mit Miniaturfahrzeugen aus dem TT-Modellbahnsortiment dekoriert, wird sich darüber im Klaren sein, dass er damit seinem Ankersteinbau einen Maßstab 1:120 zuweist. Eine von mir vor 4 Jahren gebaute und schon im MLB gezeigte steinerne Bogenbrücke besteht aus jeweils drei nebeneinander und hintereinander liegenden Mittelteilen #1103 und den Widerlagern #1127 beziehungsweise #1130. Damit ergaben sich für jeden der drei Durchlässe Spannweiten von 150 mm, die beim maßstäblichen Vorbild 18 m entsprechen würden, und eine Brückenbreite von 75 mm, die

36 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 auch beim 9-m-breiten Vorbild zwei nebeneinander liegende Fahrbahnen erlauben würde. Über die recht schmalen Fluss-Pfeiler hatte ich mir weiter keine Gedanken gemacht, weil das Steinsortiment dafür die Doppel-Widerlager #1130 bereithält. Soweit, so gut, und damals war ich mit meiner Brücke (Bild 6) auch recht zufrieden. Bild 6 Jetzt aber sind mir beim nochmaligen Betrachten des Fotos doch einige Bedenken gekommen! Allein der Vergleich mit einem Urlaubsfoto aus Schweden (Bild 7) hat mich stutzen lassen. Bild 7 Ich hatte eine Bogenbrücke aus rotem Sandstein erbaut, die schwedischen Baumeister hatten den Motala ström, der bei Borensberg parallel zum berühmten Göta Kanal verläuft, mit einer Brücke aus Granit überspannt. Welch ein Unterschied zwischen meinen schmalen Pfeilern aus weichem Sandstein und den massiven Pfeilern aus hartem Granit! Was ich da aus Ankersteinen erbaut hatte, erinnerte vergleichsweise doch eher an eine Brücke aus Spannbeton! Die Sache hat mich nicht ruhen lassen, und so bin ich deshalb den umgekehrten Weg gegangen, den Ankerfreunde normalerweise gehen, wenn sie einen Ankersteinbau nach einem konkreten Vorbild errichten: Ich habe meine Anker -Brücke auf ein fiktives Vorbild im Maßstab 1:120 hochgerechnet, und zwar bei Wahrung sämtlicher Proportionen des Ankersteinbaus. Ich möchte meine Ankerfreunde wiederum auch hier nicht mit Details meiner Berechnungen oder gar Formeln langweilen nur so viel: Die Sandsteinpfeiler meiner fiktiven Vorbildbrücke würden einer Druckbeanspruchung von ca. 250 N/cm² standhalten müssen, um nicht bleibende Schäden davonzutragen. Um zu prüfen, ob das zulässig wäre, habe ich mich vorzugsweise an neuere Fachliteratur 5 gehalten aber auch mehr als hundert Jahre alte Quellen 6 zu Rate gezogen, weil das Bauvorbild meiner steinernen Bogenbrücke sicher nicht aus der Neuzeit stammt. 5 Peschel, Peter, und andere, Tabellenbuch Bautechnik, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten 2008 6 Behse, W. H., Der Maurer, Verlag von B. F. Voigt, Leipzig 1902

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 37 Was ist dabei herausgekommen?: Neueren Angaben zufolge verträgt Sandstein eine Druckbelastung von 30 bis 180 N/mm², nach älteren Quellen ein sehr harter französischer weißer Sandstein 826 kg/cm². Umgerechnet auf meine obige Angabe in N/cm² lägen also die zulässigen Druckbeanspruchungen für Sandstein zwischen 3000 und 18000 N/cm² und damit weit über den von mir berechneten 250 N/cm². Also alles im grünen Bereich? Um das herauszufinden, habe ich weitere Literatur durchforstet und bin bei unseren Vorfahren auf etwas Merkenswertes gestoßen: Man hat vor über hundert Jahren etliche aus Sandstein errichtete Bauwerke messtechnisch untersucht und festgestellt, dass zum Beispiel bei der Verwendung von rotem Sandstein für existierende Bauwerke selten eine Druckbelastung von 15 kg/cm² (entspricht ca. 147 N/cm²) überschritten worden ist. War das unbegründete Vorsicht aus Unkenntnis der tatsächlichen Druckbelastbarkeit von Sandstein, oder doch begründetes Misstrauen, das auf jahrhundertealten Erfahrungen basiert? Wenn ich nun noch einmal die massiven Granitpfeiler der schwedischen Bogenbrücke betrachte, neige ich doch sehr dazu, künftig steinerne Bogenbrücken nicht nach heutigen Gesichtspunkten zu dimensionieren. Falls ich also solch eine Brücke nach dem Vorbild eines historischen Sandsteinbauwerks noch einmal in Anker bauen sollte, würde ich statt eines Doppel- Widerlagers #1130 doch lieber 2 Einfach-Widerlager #1127 einsetzen oder besser noch ein von mir neu entwickeltes breiteres Doppel-Widerlager mit quadratischer Basis 25 x 25 mm. Im Übrigen kann auch das Widerlager #1127 eine größere Auflagefläche gut vertragen. Es kippt nicht beim Aufstellen und erleichtert damit das Bauen. Bild 8 zeigt noch einmal meine beiden schon im Teil 1 vorgestellten neuen Steinformen in Kombination mit einem Bogen- Mittelteil #1111. Bild 8 Um beide Teile meines Beitrags zusammenzufassen: Die Neuen-Reihe-Bögen sind trotz ihrer kleinen (und beherrschbaren!) Stabilitäts-Probleme beim Bauen eine sehr schöne Bereicherung des klassischen Ankersteinsortiments, und es erscheint wünschenswert, dass wenigstens ein Grundsortiment irgendwann einmal wieder industriell gefertigt und angeboten werden kann. Wer darauf nicht warten möchte, sollte sich auf dem Antik-Markt umsehen oder wie ich ich werbe immer wieder gern dafür! in der eigenen Manufaktur dafür sorgen, dass das Bauen mit NR-Bögen nicht in Vergessenheit gerät. Ob mir darüber hinaus mit einigen neuen Widerlagern eine Sortimentserweiterung geglückt sein könnte, überlasse ich gern dem Urteil der Ankerfreunde! --------------------------------------- Anmerkung von George Hardy zur Großen Brücke : Es gibt keine Treppenstufen sondern eine Rampe mit der unrealistischen Neigung 1:2. Stufen sind angemessen, deshalb ist sein Standpunkts logisch.

38 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Anker Treffen, Rudolstadt, 17.09.2011 von George Hardy Die Ankerfabrik hielt ein Treffen zum Tag der offenen Tür in Rudolstadt am Samstag, dem 17.09.2011, ab. Zusätzlich zu den vielen lokalen Erwachsenen und Kindern erschienen auch AFe. Einige AFe waren keine CVA Mitglieder, aber die meisten waren es. Dieses Treffen war mein erster Besuch in der neuen Fabrik. Ich war sehr beeindruckt. Das Gebäude ist groß, modern, alles im Erdgeschoss, außer einigen Büros im Stockwerk darüber. Es gibt genug Platz für jede Arbeitsabteilung. Und sogar einen gekennzeichneten Raum für fertige Waren, die zur Abholung für Auslieferungsfirmen bereitstehen eine Abteilung, die ich im alten Gebäude nie sah! Drei der alten (VEB Zeit) Pressen sind in Gebrauch, wie auch die Formen der VEB Zeit. Natürlich sind die modernen Pressen ebenfalls in Gebrauch, und es gibt eine neue, vollautomatische Presse für kleine Steine. Die Steine 69R kamen im Abstand von ungefähr einer Sekunde. Es gibt überall Anzeichen von solider Technik und Produktionsmethoden. Ich war beeindruckt!

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 39 Es waren weniger AFe als üblich. Vielleicht hatte das Verständnis, dass es keine Zusammenkunft am Abend gäbe, die AFe entmutigt. Am Freitagabend trafen sich die meisten AFe im Hodes zum Abendessen und Ankergesprächen. Aber im Laufe des Samstags erfuhren wir, dass es ein Abendessen und Ankerdiskussionen für AFe am Ende des offenen Hauses um 18.00 Uhr gäbe. Aber viele deutsche AFe hatten nur eine Tagesfahrt vorgesehen und sie mussten vorher nach Hause aufbrechen. Helmut Roloff, GoKi, sagte einige Willkommensworte und berichtete uns von GoKis Bemühungen, ASBK wieder populär zu machen. Das Essen war exzellent, besonders die Soljanka (eine dicke, scharfe und saure, von den Russen eingeführte Suppe) und das lokale Watzdorfer Bier. Helmut Roloff, GoKi, sagte einige Willkommensworte Jeder Besuch in Rudolstadt und der Fabrik ist ein Vergnügen. Ich hoffe, im nächsten Jahr mehr Ankerfreunde zu sehen.

40 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Die Jagd nach Anker Information in Rudolstadt, 09.2011 von George Hardy Es gibt eine Menge Anker Information in Rudolstadt wenn man sie ausfindig machen kann. Jeder Besuch in Rudolstadt wird eine Schnitzeljagd; ein Spiel von kannst du es finden? Aber jeder Besuch bringt neue Information und neue Dinge, die man sieht. Es gibt mehrere Archive, deshalb ist die Überprüfung von allen wichtig. Die Archive, die ich in Rudolstadt entdeckt habe, sind 1) das Rudolstädter Stadtarchiv im Alten Rathaus, 2) das Kreisarchiv in Schloss Heidecksburg; 3) das Staatsarchiv (die Selbstverwaltung [bis 1918] des Landes Schwarzburg-Rudolstadt) auch in Schloss Heidecksburg; 4) das Thüringische Staatsarchiv Rudolstadt ebenfalls in Schloss Heidecksburg; 5) die Lagerräume des Museums gefüllt mit Gegenständen, die derzeit nicht ausgestellt werden, ebenfalls in Schloss Heidecksburg. Der Schlüssel um neue Daten zu finden, ist zu fragen. Die Menschen, die diese Archive leiten, sind sehr hilfsbereit, wenn man frägt. Ad und ich hielten am Büro der Tourist Information auf dem Weg zum Stadtarchiv. Wir erfuhren da, dass die Villa Richter Villa von einer ihrer Erben gekauft war. Im Alten Rathaus sahen und erhielten wir eine Kopie der Ostthüringer Zeitung (otz.de) vom 13.05.2011. Die Erben sind keine Nachkommen von Richter sondern von Alfred Eversbusch. Ursula Kapler und ihre Schwester lagen viele Jahre im Rechtsstreit mit der Treuhandanstalt. Der Anteil betrifft nicht nur die Richter Villa sondern auch das Grundstück und die Gebäude der ehemaligen Ankerwerke. Es kann sein, dass der Verkauf nicht wirklich endgültig ist. Beachtet den letzten Abschnitt des Artikels: Drei Jahre haben die neuen Eigentümer Zeit, ihr Konzept umzusetzen. Gelingt es nicht, kann die Stadt von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen. Sie erhob von ihrem Wohnort in Nordhessen den Anspruch, dass sie sie in der Villa wohnen wird. Das Archiv der Ankerwerke, früher in der Villa Richter und geleitet vom Spielhausverein, obgleich es Chauvin und dann Hexal gehörte, ist nun im Alten Rathaus. Der Katalog der Gegenstände ist nun auf Computer, so geht das Suchen leicht. Ich war überrascht, im Rechercheraum die Porträts von F. Ad. Richter und seiner ersten Frau Marie zu sehen. (Sie benötigen eine gute professionelle Reinigung; meine Kamera konnte auf den fast bedeckten Bildern nicht fokussieren.) Wir fragten nach dem Ausstellungsbrett mit den Medaillen und Preisen, die von F. Ad Richter & Co. gewonnen wurden. Nach einigen Telefonaten wurde uns gesagt, dass ein Treffen mit dem Direktor des Archivs in der Heidecksburg arrangiert war. Der Direktor fand das Display in den Lagerräumen. Ad und ich erhielten die Erlaubnis es zu sehen und zu fotografieren. Obgleich ich Bilder davon gesehen habe, und ihr findet eines hier, möchte ich sagen, dass die ausgestellten Preise sehr groß und beeindruckend sind. Das Brett ist zwischen 1 und 1½ Meter hoch.

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 41 Die Geschäftsführung 1886

42 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 Die Richtersche Villa in Rudolstadt ist wieder in der Hand der Erben Richtersche Villa in Rudolstadt. Verkauf der Richterschen Villa in Rudolstadt ist abgeschlossen. Erbin des Alteigentümers ist neue Besitzerin. Nutzungskonzept ist in Arbeit. Umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. Rudolstadt. Die Richtersche Villa ist seit wenigen Tagen wieder in der Hand der Erben des Alteigentümers Alfred Eversbusch. Dessen Verwandte Ursula Kapler, zuhause in Nordhessen, hat die Immobilie von der Stadt erworben. Jetzt sind alle Verkaufsverhandlungen abgeschlossen, mit dem Tag der Übergabe ist die Stadt Rudolstadt als bisherige Eigentümerin die Verantwortung für das imposante Gebäude in der Schwarzburger Chaussee los. Diese liegt jetzt in der Hand der neuen Eigentümer. Es ist eine Lebensaufgabe. Aber ich weiß, was auf uns zukommt. Ich bin selbst in einer so alten Villa aufgewachsen", sagt Ursula Kapler, die diese Herausforderung gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Wilfried Geck schultern will. Wir treten an mit den allerbesten Absichten und hoffen, dass es uns gelingt, diese umzusetzen. Wir haben das jetzt in der Hand", ist sie zuversichtlich. Und weiß auch, dass die Denkmalpflegebehörden immer ein Auge auf das Gebäude haben werden. Die Villa ist untrennbar verbunden mit dem Fabrikanten Friedrich Adolf Richter. Ihn kennt jeder hier. Was viele nicht wissen: Mit dessen Familie hat Ursula Kapler gar nichts zu tun. Alfred Eversbusch hat die Villa 1921 von den damals ziemlich zerstrittenen Richterschen Erben erworben und lange darin gewohnt. Er hat Zeit seines Lebens daran geglaubt, sie wieder in Familienbesitz zu bekommen. Wir haben zu Hause immer darüber gesprochen. Da fühlt man sich in der Verantwortung", beschreibt sie, was sie mit Rudolstadt verbindet. Es war damals in seinem Testament festgeschrieben, dass wir sie wieder übernehmen, wenn es dann geht". Die Villa ist nur ein Teil des Erbes, das Ursula Kapler gemeinsam mit ihrer Schwester nach der Wende in Rudolstadt antrat. Dazu gehört auch das Gelände des ehemaligen Ankerwerkes, das beide nach drei Jahren harten Kampfes gegen die Treuhand wieder rückübertragen bekamen. Zur Betreibung und Vermarktung entstand die Rosengraben-GmbH, die beide bis heute leiten. Die Richtersche Villa, zunächst Sitz der sowjetischen Kommandantur und später Hort der Westschule und somit mit öffentlicher Nutzung, blieb städtisches Eigentum. Die Alteigentümer sicherten sich das Vorkaufsrecht für den Fall, dass die Stadt die Immobilie veräußert. Davon hat Ursula Kapler jetzt Gebrauch gemacht, wohl wissend, dass eine Menge Arbeit auf sie zukommt. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten wird sie in der Villa wohnen. Darüber hinaus sind weitere Nutzungen geplant. Die Villa ist es auf jeden Fall wert, dass man was daraus macht, auch wenn es zunächst sehr viel Arbeit und Investition bedeutet. Wir denken in verschiedene Richtungen. Gastronomie wäre möglich, vielleicht auch Wohnungen oder Büros. Wir werden jetzt in die Vermarktung gehen", so Ursula Kapler zu den Absichten,

Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 43 die erst mit dem Erwerb konkret werden können. Wir können ja erst jetzt, da sie uns gehört, etwas tun, vorher nutzten alle Planungen nichts". Drei Jahre haben die neuen Eigentümer Zeit, ihr Konzept umzusetzen. Gelingt es nicht, kann die Stadt von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen. Richtersche Villa Der Rudolstädter Fabrikant Friedrich Adolf Richter ließ das Gebäude in der Schwarzburger Chaussee 1886 erbauen. Zu DDR-Zeiten war es Sitz der sowjetischen Kommandantur und später Hort der Westschule. Nach der Wende hatte der Spielhausverein hier seinen Sitz. 2009 fasste der Stadtrat den Beschluss zum Verkauf. Heike Enzian / 13.05.11 / OTZ Zwei Archive? von George Hardy Ja, es gibt zwei (sehr verschiedene) Anker Archive 1) Gegenstände und 2) Information. Im vorigen MLB (2011-3) diskutierte der CVA Vorstand über die Zukunft des Archivs. Ich schlage vor, dass es zwei sehr verschiedene Archive gibt. Während die Vorstandsdiskussion über die Gegenstände zu gehen schien, möchte ich eine Diskussion über das andere Archiv Anker Information - beginnen. Doch zuerst die Gegenstände. Alle Gegenstände sind in der Rigolettostraat in Den Haag entweder # 28 oder # 49. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Gegenstände sehr bald umgezogen werden; denn AF Ad van Selms wird so lange ihr Kustos bleiben, wie er in der Lage ist, diese Aufgabe zu tun. Anker Information ist das Thema dieses Artikels. Information besteht fort, um zu unserem Wissen über Anker hinzugefügt zu werden, aber die Liste von offenen Gegenständen geht nicht zurück sie wächst. Mehr Arbeit wird benötigt. Zum Beispiel: Die Fotografie der Familie Richter bei der Hochzeit von Else und Karl Kempe 1905 war über Jahre im Internet. Aber niemand hat jede der Personen auf der Fotografie identifiziert. Dieselbe Lücke existiert für die Fotografie von 1889(?) der Familie Richter, welche Marie, seine erste Frau, einschließt. Das Datum ist eine Mutmaßung, basierend auf Claras Anwesenheit (verheiratet 1889) und einer Schätzung des Alters des kleinsten Jungen (Kurt wurde 1882 geboren). Weshalb die Verzögerung in der Zuordnung der Namen zu den Gesichtern in jedem Bild? Diese Information zu erhalten wird nicht einfacher werden! AF Burkhard Schulz, kürzlich verstorben, hat als Webmaster von Anker Information im Internet fungiert. Passwörter zu den vertraulichen Informationen im Web (Archive des AHN, MLB und des CVA Steinkatalogs) kamen von Burkhard. (Ich werde die Passwörter für den Zugang zum CVA Steinkatalog an CVA Mitglieder bereitstellen, wenn ihr versprecht, sie nicht an andere weiterzugeben.) Er war die Person, der die Informationen auf die beiden großen Anker Informationsseiten stellte cva.flying-cat.de und ankerstein.ch. Ich ersuche den CVA Vorstand, das Anker Informationsarchiv anzuerkennen. Und das Informationsarchiv zu einer offiziellen Aktivität des CVA zu machen wie den CVA Steinkatalog, Baukunst im Kleinen und ankerstein.nl. Und dann sollte er nach einem Ehrenamtlichen suchen, der die Verantwortung übernimmt. Unnötig zu sagen, dass diese Person für die AFe C. Korn (flying-cat) und A. Mazzocco (ankerstein.ch) akzeptabel sein muss. Es wird keine kleine Aufgabe sein; Burkhard hatte viele Verantwortlichkeiten.

44 Mededelingenblad Club van Ankervrienden, Jahrgang 32, Nr. 4, 2011 @ Angeboten Angebot und Nachfrage Vor und während des Oktobertreffens wurden vom Angebot des Steinmarktes wieder ganz viele Steine verkauft. Etwa 5200 Steine wechselten den Besitzer. Wie gewohnt werden nun die Reste in dieser Winternummer angeboten. Die folgenden Einzelsteine werden für die Hälfte des normalen Preises angeboten, jeweils wieder je 8 Stücks. Der Preis ist daher für je acht Steine, wobei 161/2 bedeutet: 161+162 je 8x. gelb 110a 2,16 296 3,28 316 2,92 318 1,36 324 3,08 161/2 4,08 127 2,72 272 2,72 277 1,80 rot 296 3,28 299 3,28 306 3,80 324 3,08 114a/5a 3,60 161/2 4,08 262 1,64 264 2,16 265 2,16 blau 270 1,28 276 2,16 299 3,28 301 2,92 316 2,16 grau 126 3,00 Verschiedene Steine von der Liste in der Herbstnummer fehlen, die Mengen davon sind zu klein um sie nun anzugeben oder sie sind ganz ausverkauft. Ihr könnt natürlich immer fragen, ob es noch ein paar gibt. Neu dieses Mal ist (u.a.) Stein 110aG, das vorige Mal hatte ich hier fälschlicherweise 100aG geschrieben. Hiermit entfallen alle Angebote des Ankersteinladens aus den vorhergehenden Mitteilungsblättern. Auskunft über das oben stehende Angebot bei: Ad van Selms, Rigolettostraat 49, 2555 VN Den Haag, Tel. 070-3236318. Ihr könnt jetzt auch ein oder mehrere Anzahlen für das Treffen in Hilversum reservieren. Ebenso wie die vorhergehenden Male ist es nicht möglich, sich Steine zusenden zu lassen. @ Gesucht Suche folgende Steine GK/NF: Nr. G R B 215 2 2 1 216 4 217 4 225 12 1 227 2 229 3 4 230 4 Nr. G R B 231 3 232 3 233 4 234 4 278 2 432 1 433 2 Nr. G R B 438 3 512 1 2 523 1 525 2 529 1 534 1 Angebote an: Roland Birkle, Tel. 07183-41135, rolandbirkle@hotmail.com

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