Informationen zu Kapitel 1 Rahmenbedingungen von Bauprojekten Beteiligte des Prozesses Aufbauorganisation Ablauforganisation Handlungsbereiche des Projektmanagements Nachhaltigkeit
1. 4 Rahmenbedingungen von Bauprojekten Projektdefinition ein definiertes bzw. zu definierendes Ziel als Vorgabe hat, mit begrenzten Ressourcen (Zeit, Kosten, Personal usw.) realisiert werden muss, klar gegenüber anderen Vorhaben abgegrenzt werden kann, in einer projektspezifischen Organisation mit mehreren Beteiligten realisiert wird, meist eine aussergewöhnliche, umfangreiche und komplexe Aufgabe darstellt sowie oft mit Unsicherheiten bzw. Risiken behaftet ist.
Die besonderen Bedingungen des Bauwesens Bauwerke entstehen: grundsätzlich nur auf Bestellung, in nicht stationärer Einzelfertigung, an vorgegebenen Standorten, unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen, mit wechselnder Belegschaft und mit Preisbildung vor Produktionsbeginn.
Planung Planung ist soweit als möglich ein systematischer Prozess zur Festlegung von Zielen und künftigen Handlungen. Durch das Planen wird ein Plan, ein Verfahren oder eine Methode zum Erreichen des Ziels, entwickelt. Planung ist die gedankliche Vorwegnahme der gesetzten Ziele und der Prozesse, die zur Errichtung dieser Ziele erforderlich sind.
Beteiligte des Planungs- und Bauprozesses Eine Vielzahl von Beteiligten und Berufsgruppen vertreten, mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen. Ausgangspunkt ist die Bauabsicht des Auftraggebers. Dieser wird oftmals auch als Besteller bezeichnet. Auf der anderen Seite sind die Beauftragten: Planer, Unternehmer oder Anbieter, die für die Umsetzung der Bestellung des Bauherrn verantwortlich sind.
Auftrag Ein erfahrener Bauherr macht sich zu drei Bereichen des Bauprozesses Gedanken: zur Nutzung und zum Betrieb (Verkehrsteilnehmer, Verkehrsmengen, Etappierung, Nutzungsänderungen, Nachhaltigkeit) Qualitätsvorstellungen bezüglich der zu verwendenden Materialien und einzuhaltenden Richtlinien finanzielle Aspekte wie der Investitionsrahmen und die künftigen Betriebskosten
Aufbauorganisation Sie regelt die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen der am Planungs- und Bauprozess beteiligten Partner. Sie fordert daher eine präzise Arbeitsteilung, Aufgabenstellung und Koordination zwischen der Auftraggeber- und der Auftragnehmerseite. Neben dem Modell mit einzelnen Planern und Unternehmern, gibt es Generalplaner-, Generalunternehmersowie Totalunternehmer-Modelle.
Modell Einzelplaner/Einzelunternehmer
Modelle im Vergleich
Wahl des Organisationsmodells Sie hängt von der Analyse der Chancen und Risiken des geplanten Bauprojekts und der jeweiligen Projektanforderungen ab.
Strukturierung eines Bauwerks Die Gliederung des Projekts beeinflusst die Gestaltung der Aufbauorganisation. Sie legt auch den Grundstein für die Bildung von Leistungspaketen die für die Ausschreibung und Vergabe benötigt werden.
Projektgliederungen In der schweizerischen Bauwirtschaft sind drei mögliche Gliederungen geläufig: Die Objektgliederung OGL, die Gliederung nach Positionslage PSL, die Gliederung nach Einrichtungstyp ET.
Ablauforganisation Mit ihr wird die Reihenfolge der Tätigkeiten innerhalb des Planungs- und Bauprozesses für alle Beteiligten verbindlich definiert, abgestimmt und dokumentiert. Sie definiert demnach die logische und zeitliche Abfolge der Aktivitäten im Rahmen des Planungs- und Bauprozesses und steuert diese verknüpften Aktivitäten beispielsweise durch einen Terminplan.
Ablauforganisation Im Gegensatz zur Aufbauorganisation (Organigramm) zeigt die Ablauforganisation die Reihenfolge der Planungs- und Bauprozesse innerhalb des Bauprojekts auf. Dazu müssen die Rahmenbedingungen für das Projekt festgelegt werden: Raumprogramm Nutzungsbedürfnisse projektspezifische Anforderungen Kosten und Termine
Der rote Faden SIA 112 Leistungsmodell Ist auf einen ziel- und ergebnisorientierten Planungsprozess ausgerichtet. Strukturelle Aspekte - Phasen (Zeit) - Verantwortlichkeiten - Grundlagen - Ergebnisse und Entscheide - Leistungsbereiche Kosten Beschrieb Termine - Grund- und Zusatzleistungen Verbindung zu Honorarordnung für Einzelplaner: SIA 102/103/104/108/110
Kurzdarstellung der Phaseninhalte Die im Leistungsmodell definierten Phasen werden bei allen Arten von Bauprojekten in der Regel nacheinander durchlaufen. Phasengliederung nach Ordnung SIA 112 «Leistungsmodell»
Handlungsbereiche des Projektmanagements Bauprojekte müssen stets im Spannungsfeld einzuhaltender Sach-, Kosten- und Terminziele realisiert werden. Im Zusammenhang mit den Aufgabenstellungen im Rahmen des Projektmanagements werden dabei sogenannte «Handlungsbereiche» unterschieden.
Nachhaltigkeit Die Empfehlung SIA 112/1 dient als Hilfestellung zur Bestimmung der relevanten objektspezifischen Kriterien in den drei Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Der Verein eco-bau entwickelt und verbreitet Planungswerk-zeuge für eine nachhaltige, ökologische und gesunde Bauweise: www.ecobau.ch.