Innovative Versorgungsformen



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Transkript:

Innovative Versorgungsformen der AOK Perspektiven nach der Bundestagswahl Dr. Herbert Reichelt AOK im Dialog, 5. November 2009

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 2

Was gehört für Versicherte zu einer optimalen medizinischen Versorgung? Komplettversorgung/bestmögliche Versorgung/vollständige Kostenübernahme Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung Behandlung auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse Medikamentenversorgung: Beste Qualität, keine Zuzahlungen Guter Service der Krankenkasse (schnell, flexibel, verfügbar, freundlich) Bessere Erreichbarkeit von Ärzten/ höhere Ärztedichte Freie Arztwahl/ freie Krankenhauswahl Ausführliche ärztliche Beratung der Patienten/ Zeit für den Patienten Gleichbehandlung aller Kranken (keine Zwei-Klassen-Medizin ) Information und Beratung der Versicherten Zahnersatz: Keine Zuzahlungen Impfungen: Keine Zuzahlungen 10 10 9 8 8 8 8 8 13 16 27 33 Quelle: Marktforschung AOK-Bundesverband 0 10 20 30 40% 3

Bei welchen Indikationen ist den Versicherten eine optimale Versorgung am wichtigsten? Darmkrebs Kindergesundheit Herzinsuffizienz Schwangerschaft Augen und Sehen (Augenerkrankungen) Probleme mit den Zähnen Depression Rückenschmerzen Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen Demenz Stresserkrankungen Allergien Rheuma Neurodermitis ADHS/ADS Osteoporose Schizophrenie Alkoholmissbrauch/-sucht Migräne Verhaltenssucht (z.b. Computerspiele) Ist mir am wichtigsten - gestützte Nennung ungestützte Nennung 59% 58% 44% 42% 30% 23% 16% 16% 13% 13% 12% 11% 9% 8% 8% 8% 7% 5% 5% 2% 1% 9% 0% 2% 4% 8% 2% 7% 0% 8% 1% 4% 2% 1% 0% 1% 0% 0% 2% 1% Psychische Erkrankungen (allgemein) werden von 14% der Befragten ungestützt genannt. Quelle: Marktforschung AOK-Bundesverband 4

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 5

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 6

Entwicklung des Umsatzes je Vertragsarzt nach Kostenträgern (Jahr 2000 = 100%) Quellen: Statistisches Bundesamt, KBV, AOK-Bundesverband Gesetzliche Krankenversicherung Grundlohn gem. 71 SGB V Sonstige: Privatabrechnungen, gesetzl. Renten- und Unfallversicherung, Arbeitgeber 7

130 125 Index (2005=100) Ausgabenentwicklungen und Finanzentwicklungen +27,4 % Ärzte +25,2 % AM 120 +20,8 % KH Prozent 115 110 105 +7,9 % BIP +4,4 % BPE 100 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Prognose Quellen: Ausgabenprognose Schätzerkreis Bundesregierung; Prognose BIP Bundesregierung Prognose 8

Managementaufgaben der Krankenkassen bei Selektivverträgen Versorgungsmanagement Vertragswettbewerb Versichertenservice Co-Management für AOK- Versicherte Fallführung Beratung, Outbound-Telefonie Ergänzende Leistungen Co-Management für Ärzte Prospektive Vergütung Tools, Support Datenmanagement Inbound-Telefonie Vertragsinformation Navigatoren Versicherteninformation 9

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 10

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 11

Qualitätsdefizite im Prozess der Versorgung der rheumatoiden Arthritis Diagnostik unzureichend und oft zu spät Rheumatologisches Konsil zu spät und zu selten Zu geringer von Anteil der Patienten, die mit der Basistherapie versorgt werden Mangelnde Adherence: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen führen zum Therapieabbruch durch den Patienten Fehlende Koordination bei komplexen Behandlungsprozessen Rehabilitation zu selten und zu spät einbezogen Probleme beim Übergang vom Kinder-Rheumatologen zum Erwachsenen-Rheumatologen 12

Qualitätsdefizite in der Struktur der Versorgung der rheumatoiden Arthritis Fehlende rheumatologische Fachkompetenz der Hausärzte Mangelnde Verfügbarkeit fachärztlicher Versorgung Nur 450 Rheumatologen, die in der Bedarfsplanung keine eigene Fachgruppe bilden Zu wenige spezialisierte rheumatologische Zentren Behandlung findet in der Hälfte der Fälle nicht in rheumatologischen Abteilungen statt Zu wenige interdisziplinäre rheumatologische Teams im ambulanten und im stationären Bereich Rheumatologische Fallkonferenzen nicht oder zu selten etabliert 13

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 14

Qualitätsdefizite in der Struktur der Versorgung der Depression Mangelnde Fachkompetenz der Hausärzte Hausärzte sind nicht ausreichend fortgebildet, um depressive Störungen zu erkennen und adäquat zu behandeln Mangelnde Verfügbarkeit spezialisierter/fachtherapeutischer Versorgung Zu wenig Kapazitäten ärztlicher und psychologischer Psychotherapeuten Mangelnde Verfügbarkeit spezialisierter fachtherapeutischer Zentren Mehr als ein Viertel der Behandlungsfälle werden in somatischen Fachabteilungen behandelt Keine Einbindung von psychiatrischer bzw. fachpsychologischer Expertise in somatischen Einrichtungen 15

Qualitätsdefizite der Prozesse bei der Behandlung der Depression Keine systematische Diagnostik Psychiatrische Expertise zu spät und zu selten Therapie unzureichend Mangelnde Adherence wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen Fehlende Koordination bei komplexen Behandlungsprozessen, fehlendes Case-Management bei inaktiven Betroffenen Mangelnde Einbeziehung unterstützender Maßnahmen und Institutionen Rehabilitation zu selten 16

Agenda Versorgung als Markenkern der AOK Probleme und Defizite in der Versorgung Versorgungsangebote und Ziele der AOK Beispiel 1: Rheumatoide Arthritis Beispiel 2: Depressionen Fazit 17