Optimierte Lämmermast mit Grundfutter

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,1 26,9 3, ,1 28,5 3, ,3 33,2 3, ,6 33,1 3,6 Mittelwert ,8 30,4 3,5

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Transkript:

Optimierte Lämmermast mit Grundfutter 7. März 2009, Lengau Inhalt Einleitung Statistik Grundfutterqualität Bedarf von Schafen und Lämmern Futteraufnahme Versuchsergebnisse Rationsgestaltung Wirtschaftlichkeit 1

Einleitung Biene, Fisch und Schaf verdienen dem Herrn das Geld im Schlaf. Schlafe er aber nicht zu lang, sonst wird ihm angst und bang! Engl. Sprichwort Einleitung Ohne Fleiß kein Preis Ohne Geld keine Musik Ohne Grundfutterqualität keine Leistung Ohne richtige Fütterung keine Leistung 2

400000 Entwicklung des Schafbestandes und der Schafhalter 1966-2007 27000 350000 25000 300000 23000 Schafe 250000 200000 21000 19000 17000 Halter 150000 15000 100000 13000 1966 1968 1970 1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 Schafe Halter Quelle: Statistik Austria Verteilung des Schafbestandes auf die Bundesländer 2007 4% 0% 1% 15% 24% 19% 16% 8% 13% B K NÖ OÖ S St T V W 3

Warum Schafe?? Vielfältige und wertvolle Produkte Keine Überproduktion Gute Nachfrage Arbeitswirtschaftliche Überlegungen Investitionen Alternative am Grünland - Landschaftspflege Freude am kleinen Wiederkäuer Handliche Tiere Ziele der Fütterung Wiederkäuergerecht Leistungsgerecht Getrennte Haltung nach Leistungsgruppen Erhaltung der Tiergesundheit Futterqualität, XF-Versorgung, Koppelwechsel (Wurmgefahr) Qualität der erzeugten Produkte Wirtschaftlichkeit Möglichst viel Grundfutter 4

Ackerland wird mehr und mehr gebraucht (Lebensmittel, Energie) Kraftfutter für Tiere wird teurer und Wiederkäuer fressen das Brot der Armen Grünlandflächen steigen im Wert Idealer, leistungsfähiger Bestand im Dauergrünland (Buchgraber, 2009) 50 60 % Gräser 15 25 % Untergräser (Wiesenrispe, Rotschwingel, etc.) 15 20 % Mittelgräser (Goldhafer, Timothe, etc.) 20 30 % Obergräser (Knaulgras, Wiesenschwingel, etc.) 10 30 % Leguminosen Weißklee, Wiesenrotklee, Hornklee, Wicken, etc. 10 30 % Kräuter keine Problemunkräuter (Ampfer, Geißfuß, etc.)! hohe Erträge bei guter Qualität gute Voraussetzungen für die Konservierung eingeschränkte Artenvielfalt 5

Voraussetzungen von Wiesenfutter für die Futterkonservierung zu Heu und Silage (Buchgraber, 2009) 300.000 Rohfaser in der TM 35 30 25 Rohprotein in der TM 15 10 9 Silage/Heu Heu Pilzbelastung Rohfaser Rohprotein 250.000 200.000 150.000 100.000 50.000 Pilzbelastung in Keimen pro g Futter Rispenschieben Beginn Blüte Mitte bis Ende Blüte Samenreife überständig 6

Rohfasergehalt in g/kg TM beim ersten Aufwuchs in Abhängigkeit vom Pflanzenbestand, von der Nutzungsfrequenz und vom Vegetationsstadium (Buchgraber, 2009) 360 340 Rohfasergehalt 1) in g/kg TM 320 300 280 260 240 220 200 180 160 Schossen Ähren-/ Rispenschieben Vielschnittflächen der Gunstlagen (4 bis 6 Schnittflächen) Berggrünland (2 bis 3 Schnittflächen) Extensivflächen (1 bis max. 2 Schnitte/Jahr) Almflächen Beginn Blüte Vegetationsstadien Mitte Blüte Ende Blüte überständig 1) Rohaschebasis 100 g/kg TM Rohproteingehalt in g/kg TM beim ersten Aufwuchs in Abhängigkeit vom Pflanzenbestand, von der Nutzungsfrequenz und vom Vegetationsstadium (Buchgraber, 2009) Rohproteingehalt 1) in g/kg TM 200 180 160 140 120 100 80 Vielschnittflächen der Gunstlagen (4 bis 6 Schnittflächen) Berggrünland (2 bis 3 Schnittflächen) Extensivflächen (1 bis max. 2 Schnitte/Jahr) Almflächen 60 Schossen Ähren-/ Rispenschieben Beginn Blüte Vegetationsstadien Mitte Blüte Ende Blüte überständig 1) Rohaschebasis 100 g/kg 7

Carotingehalte in Grünlandmischbeständen in Abhängigkeit vom Vegetationsstadium (Buchgraber, 2009) 150 1. Aufwuchs 130 Folgeaufwüchse Carotin in mg/kg TM 110 90 70 50 Schossen Ähren- und Beginn Blüte Mitte Blüte Ende Blüte überständig Rispenschieben Möglichkeiten der Grundfutterbewertung (Grünfutter, Heu, Grummet, Grassilage) (Buchgraber, 2009) Futtergehaltswert (Inhaltsstoffe, Mengen- und Spurenelemente, Vitamine, Energiegehalt, Verdaulichkeit, etc.) + Futterqualität (Gärqualität, Farbe, Geruch, Struktur Häcksellänge, Verschmutzung und Futterhygiene, etc.) Futterwerttabelle oder Analyse Sinnenprüfung Futterwert (Futteraufnahme, Futterkapazität, Umsetzung zu Milch(qualität) und Fleisch(qualität) Futterration und Fütterung 8

Silagebewertung nach Sinnenprüfung 1) ÖAG-Schlüssel, 1995 1. GERUCH: Punkte frei von Buttersäuregeruch, angenehm säuerlich, aromatisch, fruchtartig, auch deutlich brotartig...... 14 schwacher oder nur in Spuren vorhandener Buttersäuregeruch (Fingerprobe) oder stark sauer, stechend, wenig aromatisch... 10 mäßiger Buttersäuregeruch oder deutlicher, häufig stechender Röstgeruch oder muffig... 4 starker Buttersäuregeruch oder Ammoniakgeruch oder fader, nur sehr schwacher Säuregeruch...... 1 Fäkalgeruch, faulig oder starker Schimmelgeruch, Rottegeruch, kompostähnlich... -3 2. GEFÜGE: Gefüge der Blätter und Stengel erhalten... 4 Gefüge der Blätter angegriffen... 2 Gefüge der Blätter und Stengel stark angegriffen, schmierig, schleimig oder leichte Schimmelbildung oder leichte Verschmutzung... 1 Blätter und Stengel verrottet oder starke Verschmutzung... 0 3. FARBE: dem Ausgangsmaterial entsprechende Gärfutterfarbe, bei Gärfutter aus angewelktem Gras, Kleegras, usw. auch leichte Bräunung... 2 Farbe wenig verändert, leicht gelb bis bräunlich... 1 Farbe stark verändert, giftig grün oder hellgelb entfärbt oder starke Schimmelbildung... 0 Die unter 1., 2. und 3. erreichten Punkte werden addiert Wertminderung Punkte: Güteklasse: durch Silierung 20-16 1 sehr gut bis gut gering 15-10 2 befriedigend mittel 9-5 3 mäßig hoch 4 - -3 4 verdorben sehr hoch Heubewertung nach Sinnenprüfung 1) ÖAG-Schlüssel, 1995 1. GERUCH: Punkte außerordenlich guter, aromatischer Heugeruch... 5 guter, aromatischer Heugeruch...... 3 fad bis geruchlos... 1 schwach muffig, brandig... 0 stark muffig (schimmelig) oder faulig... -3 2. FARBE: einwandfrei, wenig verfärbt... 5 verfärbt, ausgeblichen... 3 stark ausgeblichen... 1 gebräunt bis schwärzlich oder schwach schimmelig... 0 3. GEFÜGE: blattreich (Klee-, Kräuter- und Grasblätter erhalten, ebenso Knospen u. Blütenstände), weich und zart im Griff... 7 blattärmer, wenig harte Stengel, etwas hart im Griff... 5 sehr blattarm, viele harte Stengel, rauh und steif im Griff... 2 fast blattlos, viele verholzte Stengel, grob und überständig... 0 4. VERUNREINIGUNG: keine (keine Staubentwicklung)... 3 mittlere (geringe Staubentwicklung)... 1 starke (Erde- bzw. Mistreste)... 0 Die unter 1., 2., 3. und 4. erreichten Punkte werden addiert Wertminderung Punkte: Güteklasse: durch Heubereitung 20-16 1 sehr gut bis gut gering 15-10 2 befriedigend mittel 9-5 3 mäßig hoch 4 - -3 4 verdorben sehr hoch 1) Abgeleitet nach dem DLG-Schlüssel 1) Abgeleitet nach dem DLG-Schlüssel Fütterungsgrundsätze fast alle Futtermittel richtiges Verhältnis einwandfreie Qualität innere Qualität Energie, Protein, Verdaulichkeit äußere Qualität sauber nicht gefroren nicht verdorben jedes Tier ein Fressplatz langsamer Futterwechsel 9

Merke!!! Gezielte Fütterung F ist nur über eine leistungsbezogene Fütterung F in Leistungsgruppen möglich! m Wird in der Praxis oft nicht umgesetzt Dies setzt die Kenntnis der Leistung, des Bedarfes und der Futterqualität voraus! Heu aus Dauerwiesen und Mähweiden Quelle: ÖAG Futterwerttabelle TM XP XF nxp dom ME g/kg g/kg TM % MJ/kg TM 1. Aufwuchs Schossen 890 132 228 129 74 10,08 Ähren-/Rispenschieben 891 124 258 124 70 9,56 Beginn Blüte 892 110 287 118 66 9,08 Mitte bis Ende Blüte 892 101 314 112 63 8,65 Überständig 897 89 349 105 59 8,12 2. + Folgeaufwüchse Schossen 890 156 219 136 73 9,86 Ähren-/Rispenschieben 888 141 246 129 70 9,49 Beginn Blüte 888 130 276 123 67 9,13 Mitte bis Ende Blüte 893 121 299 118 64 8,81 Überständig 896 113 325 113 62 8,49 10

Grassilagen aus Wiesen und Mähweiden Quelle: ÖAG Futterwerttabelle TM XP XF nxp dom ME g/kg g/kg TM % MJ/kg TM 1. Aufwuchs Schossen 347 164 217 140 76 10,51 Ähren-/Rispenschieben 353 158 248 135 73 10,11 Beginn Blüte 359 149 274 129 70 9,70 Mitte bis Ende Blüte 367 138 301 123 67 9,29 Überständig 366 129 336 120 64 8,87 2. + Folgeaufwüchse Schossen 377 177 209 137 73 10,07 Ähren-/Rispenschieben 392 167 238 132 71 9,77 Beginn Blüte 413 156 264 127 69 9,45 Mitte bis Ende Blüte 422 148 289 123 67 9,21 Überständig 433 141 314 119 65 8,93 Fütterung Bedarf Futteraufnahme Leistung Energiekonzentration 11

Bedarfsdeckung Gedeckt werden muss der Bedarf an: Energie Rohprotein Mineralstoffen und Spurenelementen Vitaminen Struktur Wasser Wasser wird gewöhnlich über Selbsttränken verabreicht wichtig dabei ist die Qualität Fütterung der Mutterschafe Leistungsstadien leer und niedertragend hochtragend laktierend flushing getrennte Haltung 12

Leer und niedertragend 70 kg LG Keine besonderen Leistungen Erhaltungsbedarf kg FM g Rp MJ ME g Ca g P Bedarf 88 10,9 2,2 1,7 Heu, 1.Sch. (5) 1,5 120 10,9 6,9 2,9 Grassilage (4) 3,2 163 10,9 8,5 3,7 Fütterung in der Hochträchtigkeit die letzten 2 Trächtigkeitsmonate Wachstum der Föten Verdauungstrakt eingeengt Verminderte Futteraufnahme Ausbildung des Euters Einschnürung der Wolle - Wollknick 13

Euterformen oben ein gut ausgebildetes Euter rechts ein Hängeeuter Fütterung in der Hochträchtigkeit 70 kg LG, 2 Lämmer, 7 kg Geburtsgewicht, 140. Tag kg FM kg TM g Rp MJ ME g Ca g P Bedarf 207 16,4 5,5 3,9 Heu (1) 1,83 1,6 215 16,4 13,9 5 Grassilage (2) 4,6 1,63 256 16,4 13 5,4 Heu (4) 1,3 1,16 117 10,03 7,1 2,8 Gerste 0,35 0,31 38,2 3,95 0,2 1,3 Soja 0,2 0,18 89,8 2,42 0,6 1,2 1,85 1,65 245 16,4 7,9 5,3 14

Fütterung in der Laktation erhöhte Futteraufnahme ausreichende Wasserversorgung hoher Nährstoffbedarf, Energie, Protein, Mineralstoffe Milchleistung je nach Anzahl Lämmer (1 oder 2 Lämmer), Laktationsstadium und Rasse Pansenphysiologie Wenig Kraftfutter, viel Rauhfutter - Abbau von Körpersubstanz hohe Wiederkautätigkeit, hoher Speichelfluss ph > 6,5 4 : 1 Gefahr der Ketose wenig Milch hoher Fettgehalt niedriger Eiweißgehalt 15

Pansenphysiologie Viel Kraftfutter, wenig Rauhfutter - Ansatz von Körpersubstanz geringe Wiederkautätigkeit, geringer Speichelfluss ph < 6 1,5 : 1 Gefahr der Acidose viel Milch niedriger Fettgehalt hoher Eiweißgehalt Fütterung in der Laktation 70 kg LG, 2 Lämmer, 2,5 Liter Milch kg FM kg TM g Rp MJ ME g Ca g P Bedarf 385 29,65 11,8 8,4 Grassilage (2) Heu (1) 3,3 2 5,3 1,17 1,78 2,95 183,9 234,7 418,6 11,8 17,9 29,7 9,3 15,2 24,5 3,9 5,4 9,3 Heu (3) Grassilage (2) Gerste Soja 1,5 3,3 0,4 0,1 5,3 1,34 1,17 0,35 0,09 2,95 147,8 183,9 43,7 44,9 420,3 12,15 11,8 4,52 1,21 29,68 9,2 9,3 0,3 0,3 19,1 3,5 3,9 1,4 0,6 9,4 16

Versuchsdurchführung - Ration 2 Grundfutterqualitäten 2-Schnitt Heu 3-Schnitt Heu 3 Kraftfutterstufen 5 %, 25 % und 50 % Nährstoffgehalt der Futtermittel 2-Schnitt Heu 3-Schnitt Heu Kraftfutter Rohprotein g/kg TM 118 ± 9 127 ± 16 171 ± 11 Rohfaser g/kg TM 326 ± 17 306 ± 14 77 ± 5 NDF g/kg TM 619 ± 20 594 ± 17 199 ± 6 Verd. OM % 56,8 ± 2,5 59,8 ± 2,1 87,0 ME MJ/kg TM 7,98 ± 0,34 8,41 ± 0,32 12,30 ± 0,06 17

Laktationskurven in Abhängigkeit von der Grundfutterqualität beim Bergschaf average daily milkyield, gramm 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 0 20 40 60 80 100 120 140 160 day of lactation C2 C3 Laktationskurven in Abhängigkeit vom Kraftfutteranteil beim Bergschaf Tägliche Milchleistung, Gramm 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 0 20 40 60 80 100 120 140 160 Laktationsdauer, Tage 5 30 55 18

Entwicklung der Lebendmasse 92 Bergschaf Ostfr. Milchschaf Deutsche Edelziege 88 75 87 83 70 Lebendgewicht, kg 82 77 72 78 73 68 65 60 55 67 63 50 62 58 45 0 4 8 1216202428323640444852 0 4 8 1216202428323640444852 0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 52 Wochen nach Lammung Wochen nach Lammung Wochen nach Lammung Kraftfutter 5% Kraftfutter 25% Kraftfutter 50% Ergebnisse Futteraufnahme Signifikanter Einfluss der Grundfutterqualität Futteraufnahme - Grundfutterqualität 2500 2000 2083 2235 g TM/d 1500 1453 1585 2S 3S 1000 500 630 650 0 Heu Kraftfutter Gesamtfutter 19

Ergebnisse Milchleistung Signifikanter Einfluss von Grundfutterqualität Milchmenge 1600 1400 1470 1200 1218 1000 g/d 800 600 400 200 0 2S Grundfutterqualität 3S Fütterung der Lämmer geringe Futteraufnahme nährstoffreiches Futter keine voluminösen Futtermittel al libitum Fütterung ausreichend frisches Wasser rechtzeitig von der Mutter absetzen 20

Bedarfswerte für Lämmer Kraftfutteranteil - Grundfutteranteil Proteinversorgung - Energieversorgung LG, kg Zunahme, g g Rp MJ ME g Ca g P 25 300 172 12,47 6 3 400 215 15,45 35 300 189 14,18 8 3,5 400 232 17,26 45 300 206 15,89 10 4,9 Ration für ein Mastlamm, 30 kg LG, 300 g Zun. kg FM kg TM g Rp MJ ME g Ca g P Bedarf 181 13,3 8 3,5 Heu (1) Grassilage (2) Gerste Soja 0,5 1,2 0,3 0,1 2,1 0,44 0,42 0,26 0,09 1,21 58,7 66,9 32,7 44,9 203,2 4,48 4,3 3,4 1,2 13,38 3,8 3,4 0,2 0,3 7,7 1,4 1,4 1,1 0,6 4,5 Heu (1) MS, 30% Kolb. Gerste Soja 0,5 0,44 58,7 4,48 2 0,42 36,6 4,2 0,2 0,18 21,8 2,3 0,2 0,18 89,8 2,4 2,9 1,22 206,9 13,38 3,8 1 0,1 0,6 5,5 1,4 0,7 0,7 1,2 4 21

Lämmermast Mastdauer und Tageszunahmen % Kraftfutter % XP 40 60 80 13 15 17 19 LG Beginn, kg 22,40 22,80 22,74 22,60 22,63 22,65 22,68 LG Ende, kg 39,73 39,56 39,95 39,79 39,94 39,78 39,88 Mastdauer, Tg 69 a 57 b 53 c 62 60 59 58 Tg. Zun., g 255 a 301 b 329 c 286 298 296 301 Lämmermast Futteraufnahme und Futterverwertung % Kraftfutter % XP 40 60 80 13 15 17 19 GF-TM, g 646 a 447 b 233 c 435 441 440 452 KF-TM, g 453 a 732 b 977 c 717 716 719 730 Ges-TM, g 1099 a 1179 b 1210 c 1152 1157 1160 1182 g XP/Tg 183 a 197 b 201 b 159 a 182 b 205 c 229 d MJ ME/Tg 11,72 a 12,99 b 13,68 c 12,56 a 12,68 a 12,81 ab 13,14 b kg TM/kg Zun 4,36 a 3,97 b 3,77 c 4,16 3,99 4,00 3,99 g XP/kg Zun 723 a 661 b 628 c 576 a 629 b 707 c 772 d MJ ME/kg Zun 46,50 a 43,80 b 42,60 b 45,18 43,68 44,10 44,25 22

Futteraufnahme in Abhängigkeit vom Lebendgewicht und Kraftfutteranteil 1600 tgl TM-Aufnahme, g 1400 1200 1000 800 600 80 60 40 400 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 Lebendgewicht, kg Fütterung der Lämmer auf der Weide Merkmal Gr. 0,4 Gr. ad lib. Gr. M Anzahl Tiere 15 15 9 Anfangsgewicht, kg 19,36 19,43 18,72 Endgewicht, kg 42,1 42,91 42,18 Tägl. Zunahme, g 185 275 262 Mastdauer, Tage 126 86 90 Weide, kgts/tier/tag 0,77 0,66 - Krf., kgts/tier/tag 0,36 1,09 0,46 23

Schlachtleistung von Weidelämmern Merkmal Gr. 0,4 Gr. ad lib. Gr. M Schlachtausbeute, % 45,51 48,4 47,46 Nierenfett, g 310 276 279 Ges. FS (C16:0, C18:0) 55,1 43,2 49 Unges. FS (C18:1, C18:2) 33,5 44,8 35,9 Ergebnisse von Almlämmern Bergschaf B x Suf. Merino Anfangsgewicht, kg 26,0 28,4 27,4 Endgewicht, kg 38,9 42,4 41,6 Almtage 101 79 90 Zunahme, Gramm 132 182 161 Warmgewicht, kg 16,1 17,8 17,3 Ausbeute, % 46,1 45,8 45,6 24

Futteraufnahme - Maissilageration 1800 1600 g TM 1400 1200 1000 800 600 männliche M0 M1 M2 M3 400 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 Kg LG Futteraufnahme - Grassilageration 1800 1600 g TM 1400 1200 1000 G 0 G 1 G 2 G 3 800 600 männliche 400 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 kg LG 25

Auswirkungen einer langen Mastdauer mehr Arbeit spätes Geld größeres Risiko mehr Futter größerer Stallplatz größere Weidefläche Ziel - Qualitätslammfleisch Anforderung - Konsument Junge Lämmer Vollfleischige Schlachtkörper Geringe Fettabdeckung Schlachtkörper 18-22 kg naturnah und tiergerecht 26

Ziel - Qualitätslammfleisch Qualität Qualität ist, wenn der Kunde wieder kommt, und nicht die Ware Mastlamm Weidelamm Almlamm Milchlamm 27

Ziel - Qualitätslammfleisch Anforderungen - Produzent hohe Tageszunahmen gute Futterverwertung hohe Schlachtausbeute gute Bewertung (min. R) optimale Fettabdeckung (Kl. 2-3) Worauf kommt es an? Menge x Preis = wirtschaftlicher Erfolg Anzahl der je Mutterschaf und Jahr verkauften Lämmer Preis Qualität 28

Deckungsbeitrag / Mutterschaf und Jahr Rohertrag minus variable Kosten = Deckungsbeitrag Lämmer Alttieranteil Wolle Bockanteil Bestandesergänzung Kraftfutter für Mutterschaf Kraftfutter für Lämmer Stroheinstreu 180 kg Mineralstoffe, Lecksteine Tierarzt, Medikamente Bockabwertung Verbandsbeitrag Sonstiges DB DB / Schaf / Jahr in Abhängigkeit vom Preis und der Lämmeranzahl DB pro Schaf und Jahr, incl. Winterfutterkosten, in 100 80 60 40 20 1,82 2,18 2,54 0-20 -40 1,5 2 2,5 3 Anzahl aufgezogene Lämmer 29

Beispiel - wirtschaftliche Parameter Tägl. Zunahme, Gramm 250 350 450 Anfangsgewicht, kg 20 20 20 MJ ME/Tag 11,97 15,02 18,11 MJ ME gesamt 1065 962 906 Mastdauer, Tg 88 63 50 Endgewicht, kg 42 42 42 Schlachtausbeute, % 46 48 50 Preis/kg Schlachtkörper, 5,3 5,5 5,7 Ration, Heu : Kf 83 : 17 45 : 55 22 : 78 Futterkosten, /Lamm 8,77 16,3 20,14 Erlös, 93,52 94,54 99,56 Die Freude aus der Natur wird zur Kraft im Leben 30