FODMAP- arme Ernährung Die etwas andere Diät bei Reizdarm, Weizenunverträglichkeit und anderen Verdauungsstörungen Corinne Egger Praxis für Ernährung im Wyland 8474 Dinhard
Was ist die FODMAP-arme Ernährung? Wurde speziell zur Vermeidung und Behandlung von Verdauungsbeschwerden entwickelt gestörte Darmfunktion Verstopfung, Durchfall Blähungen Bauchschmerzen
Was sind FODMAPs? F O D M A P fermentierbare Oligosaccharide Disaccharide Monosaccharide und (englisch and) Polyole
Vorkommen von FODMAPs eine Übersicht Gruppe Kommen in der Ernährung vor als Kommt reichlich vor in. Oligosaccharide Fruktane Galaktane Fructo-Oligosaccharide (FOS) Galakto-Oligosaccharide ((GOS) Gerste, Roggen, Weizen, Erbsen, Fenchel, Johanniskraut, Knoblauch, Linsen, Zwiebeln etc. Disaccharide Laktose Milch und Milchprodukte Monosaccharide Fruktose Äpfel, Birnen, Honig, Kirschen, Maissirup, Spargel etc. Polyole Sorbitol (Sorbit) Mannitol (Mannit) Maltitol (Maltit) Xylitol (Xylit) Äpfel, Birnen, Kirschen, Nektarinen, Pflaumen, Diätprodukte, Kaugummi, Süssstoffem etc.
Ursache der Beschwerden durch FODMAPs Zu grosse Moleküle (Polyole) Begrenzte Transportkapazität durch die Darmwand (Fruktose) Verminderte Enzymaktivität (Laktase) Keine entsprechenden Enzyme vorhanden (Fruktane, Galaktane) Ernährung Physiologische Effekte Symptome
Ernährung F O D M A P s Oligosaccharide: Fruktane, Galaktane Disaccharide: Laktose Monosaccharide: Fruktose Polyole: Sorbit ect. osmotisch wirksam schnell fermentierbar vermehrter Wassereinstrom erhöhte Gasproduktion Physiologische Effekte Im Darm Dehnung des Darmlumens Symptome Änderungen in den Darmbewegungen Blähungen Schmerzen, Unwohlsein Windabgang The theoretical basis for the relationship between FODMAPs and the genesis of gut symptoms, S. Sheperd, P. Gibson 2011
Die Idee hinter der FODMAP-armen Ernährung Die FODMAP-arme Ernährung erfasst nicht einzelne Substanzen (z.b. nur Laktose) sondern erfasst vielmehr alle Substanzen, die Beschwerden verursachen Das Konzept sieht vor, die FODMAPs so gut wie möglich zu kontrollieren und zu reduzieren, dass die verbleibenden FODMAPs keine Symptome mehr verursachen (oder in einem verträglichen Rahmen) Es ist nicht das Ziel, das Reizdarmsyndrom ursächlich zu behandeln
Wer profitiert von einer FODMAP-armen Ernährung? Sehr hilfreich, in klinischen Studien getestet Hilfreich, noch nicht in klinischen Studien getestet FODMAP-Intoleranz Reizdarmsyndrom (RDS) Unspezifische M-D-Beschwerden (Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall) Weizensensivität (Weizenunverträglichkeit = Nicht- Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensivität) Fructoseintoleranz ohne ausreichendes Ansprechen auf fructosefreie Ernährung Laktoseintoleranz ohne ausreichenes Ansprechen auf lactosefreie Ernährung Chronisch entzündliche Darmerkrkankungen, bei denen Symptome bestehen, obwohl die Darmentzündung unter Kontrolle ist Patienten, denen der Dickdarm entfernt wurde und bei denen häufig weiche oder flüssige Stuhlgänge bestehen Der FODMAP-armen Ernährung liegt ein wissenschaftliches Konzept zugrunde, das in verschiedenen klinischen Studien überprüft und bestätigt wurde
Hilfreiche Literatur zur Einführung
Ablauf Ernährungsberatung Anmeldung des Patienten bei Diagnose RDS oder oben genannte weitere Diagnosen mit Verordnungsformular Ausführliche Anamnese durch dipl. Ernährungsberaterin HF/FH(ERB), Instruktion der 1. Phase von FODMAP (= strikte Diät, teilweise Diät) Nach 6 8 Wochen Auswertung durch ERB. Je nach Ergebnis Instruktion der 2. Phase. (= Wiedereinführung der FODMAP) 3. Phase: individuelle Langzeiternährung mit möglichst wenig Einschränkungen
Literatur / Quellenhinweis Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät, Martin Storr, 1. Auflage, Zuckschwerdt Verlag München, 2015 Weiterbildung am Universitätsspital Basel zum Thema FODMAP Ernährungstherapie bei Reizdarmsyndrom vom 5.12.2014 und 6.2.2015 Beatrice Schilling, dipl. Ernährungsberaterin FH, Baden