Grundinformation zum Programm MUS-E

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Transkript:

Grundinformation zum Programm MUS-E Das Programm MUS-E ermöglicht eine ganzheitliche Schulbildung durch die Künste und fördert die Kreativität. Kreative Kinder sind leistungsfähiger und den Herausforderungen der Gesellschaft von morgen besser gewachsen.

Das Programm MUS-E Zentrales Anliegen des Programms MUS-E ist die soziale, emotionale und körperliche Sensibilisierung von Schulkindern im Rahmen einer ganzheitlichen Bildung. Künste unterschiedlichster Sparten wie Theater, Tanz, Musik, bildende Kunst oder Film werden über einen Zeitraum von in der Regel 2 Jahren in den Schulalltag einer Klasse integriert. MUS-E ist ein Programm, das in seiner Ganzheitlichkeit heute vielen tausend Kindern in Europa und Israel eine Türe zur Kreativität und damit zu sich selbst und ihrem Umfeld öffnet. Kunst ist eine Sprache, die über Grenzen und Sprachen hinweg verstanden wird und es den Kindern ermöglicht, kreativ mit der heutigen und der zukünftigen globalisierten Welt umzugehen. Eine offene und kreative Haltung aller Beteiligten soll den Kindern helfen, den Wert der Künste als Ausdrucksform der eigenen Gefühle zu entdecken. Durch die im Programm MUS-E wechselnden Kunstsparten bekommen die Kinder eine Chance, ihren eigenen Ausdruck und ihre Begabung in den Künsten zu entdecken und weiter zu entwickeln. Besondere Begabungen werden erkannt und können spezifisch im Anschluss an ein MUS-E Projekt weiter gefördert werden. MUS-E ermöglicht und unterstützt die Entfaltung der Kreativität das aktive Erleben von Kunst unterschiedlichster Sparten in einem wertungsfreien Erlebnisraum innerhalb der Schule die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Persönlichkeit die Erziehung zu Vielfalt und Toleranz die soziale und kulturelle Integration in der Klasse die Prävention gegen Gewalt und Rassismus ein positives Lernklima in der Schulklasse und eine höhere Lernmotivation MUS-E bietet Betreuung und Beratung der Klassenlehrpersonen und Kunstschaffenden Koordination der am Programm beteiligten Personen ein internationales, europaweites Netzwerk mit einzigartigen Austauschmöglichkeiten ergänzende Weiterbildung der Kunstschaffenden und Lehrpersonen Kontinuität durch die regelmässige Präsenz der Künstlerinnen und Künstlern in der Schulklasse über eine längere Zeitspanne 1

MUS-E Projekte Jedes einzelne Projekt innerhalb des Programms MUS-E wird, ausgerichtet auf die spezifische Situation der einzelnen Schulklasse, individuell geplant und durchgeführt. Ein MUS-E Projekt dauert grundsätzlich 2 Jahre. Das einzelne MUS-E Projekt wird in Semestermodule gegliedert. Pro Modul steht jeweils eine andere Kunstsparte im Vordergrund. In Absprache zwischen den Lehrpersonen und Kunstschaffenden werden die Module nach den Bedürfnissen der Klasse konzipiert. Die Kunstschaffenden bringen ihre künstlerische Kompetenz ein. Die Lehrpersonen sind nicht nur anwesend, sondern beteiligen sich gemeinsam mit ihrer Klasse an den künstlerischen Aktivitäten. Beide Partner sind gleichberechtigt. Die Projektleitung innerhalb der Lektionen liegt bei den Kunstschaffenden. Die Rollenausgestaltung wird individuell besprochen. Kunstschaffende und Lehrpersonen reflektieren ihre Arbeit in kurzen Sitzungen während der Projektdurchführung. Wichtig für die Arbeit innerhalb der MUS-E Projekte ist die Haltung, dass es kein richtig oder falsch gibt, dass der Erlebnisraum bewertungsfrei ist und Geschaffenes nicht benotet wird, sondern jedes Kind seine Stärken entdecken und entwickeln kann. Regionale MUS-E Koordination Die regionale Koordination berät und begleitet die Lehrpersonen und Kunstschaffenden auf ihrem Weg. Die regionale Koordination stellt geeignete Kunstschaffende zur Auswahl, unterstützt und prüft die Projekt- und Modulplanungen, koordiniert die Rahmenbedingungen für die Projekte, hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Veranstaltungsplanung (Ausstellungen und Aufführungen), wenn dies gewünscht ist und vermittelt bei Konflikten. Zudem vermittelt die MUS-E Koordination aktive Partnerschaften zwischen Schulen und ihrem direkten Umfeld sowie zu künstlerischen Institutionen. Dokumentation und Evaluation der MUS-E Projekte Die Module der einzelnen MUS-E Projekte werden nach ihrem Abschluss evaluiert, um das Erreichen der gesteckten Ziele zu überprüfen und aus der gemeinsamen Tätigkeit zu lernen. Die Lehrpersonen dokumentieren mit Unterstützung durch die Kunstschaffenden die Projektarbeit. In Gesprächen werden die Erfahrungen ausgetauscht und ausgewertet. Die programmweite Evaluation (national und international) der Wirkung von MUS-E Projekten ist eine Aufgabe der nationalen Koordination. 2

MUS-E Weiterbildung Für die Aufgabenfelder innerhalb des Programms sind Kunstschaffende und Lehrpersonen gut gerüstet, wenn sie sich der erforderlichen besonderen Qualität der Arbeit im Tandem bewusst sind und sich Know how und Erfahrung aneignen, um die komplexe Aufgabe der Kunstvermittlung gemeinsam zu erfüllen. Um diese gemeinsame Arbeit zu unterstützen, bietet das Programm MUS-E Weiterbildungsangebote für Kunstschaffende und Lehrpersonen an. Grundlage für die Gestaltung des Weiterbildungsangebots ist ein Weiterbildungskonzept, das die bereits vorhandenen Möglichkeiten in den einzelnen Kantonen berücksichtigt. Forschung und Entwicklung MUS-E arbeitet mit unterschiedlichen Institutionen zusammen, um die Wirkung von künstlerischen Projekten in aktuellen Forschungsansätzen zu belegen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms sicherzustellen. Projektfinanzierung Die Kosten pro Klasse und Jahr betragen ab dem Schuljahr 2013/14 CHF 8 500.-. Eine wichtige Aufgabe der Projektverantwortlichen ist die Beschaffung der für die Finanzierung der Kosten benötigten Mittel. Die Voraussetzungen dafür sind in den einzelnen Kantonen unterschiedlich. In der Regel beteiligt sich die im Programm mitwirkende Schule, indem sie zumindest die Infrastruktur und das benötigte Material unentgeltlich zur Verfügung stellt. Die übrigen Kosten (insbesondere die Honorare für die Kunstschaffenden) werden üblicherweise durch die Kantone getragen. Letztlich gelingt aber die Finanzierung der einzelnen Projekte nur, wenn sich auch Dritte (Stiftungen, Unternehmungen, weitere Sponsoren) an den Kosten beteiligen. 3

MUS-E CH/FL: Historie und Fakten Yehudi Menuhin Visionär und Gründer des Programms MUS-E Seit seiner Kindheit war es Yehudi Menuhin ein Anliegen, durch seine Musik die Welt zu verändern. Er war Visionär und Philosoph zugleich. Seine globale Weitsicht führte zu tiefen Erkenntnissen über das Individuum und die Gesellschaft, die er in das Programm MUS-E einfliessen liess. Als Musiker wurde er von seinem Publikum, aber auch im Dialog von vielen hochrangigen politischen Persönlichkeiten gehört und hatte dadurch die Möglichkeit das Programm zu etablieren. 1992 gründete er die International Yehudi Menuhin Foundation in Brüssel. 1993 wurde MUS-E von Yehudi Menuhin gemeinsam mit Werner Schmitt und Marianne Poncelet initiiert und erstmals im Berner Muesmattschulhaus erprobt. Seit der ersten Pilotklasse werden jährlich MUS-E Klassen in der Stadt Bern durch den Gfeller-Fonds ermöglicht. 2003 wurde der Verein MUS-E Schweiz gegründet. Er ist Mitglied der International Yehudi Menuhin Foundation (IYMF), die das Programm in zahlreichen europäischen Ländern und in Israel koordiniert. 2006 starteten erste MUS-E Klassen in den Kantonen Solothurn, Aargau und St. Gallen. 2008 wurde das Programm MUS-E und sein Kooperationspartner artlink von UNICEF Schweiz mit dem Orange Award ausgezeichnet. 2009 konnte MUS-E die Stiftung Mercator Schweiz als Partner gewinnen, um auf nationaler Ebene expandieren zu können. Diese Chance ist auch eine Herausforderung, da nur mit weiteren Drittmitteln eine Finanzierung der inhaltlichen Arbeit erreicht werden kann. 2010 wurde der Verein MUS-E CH/FL, der Träger des Programms, auf das Fürstentum Liechtenstein erweitert. 2013 ist das Programm MUS-E mit über 80 Klassen in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Bern, Zürich und im Fürstentum Liechtenstein vertreten und die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt das Programm für weitere 2 Jahre. 4

Kontakt MUS-E CH/FL Den Auftrag für die Organisation und Expansion des Programms hat der Verein MUS-E Schweiz / Fürstentum Liechtenstein im Jahr 2009 der Res Publica Consulting AG, Bern, erteilt. Die Adresse der nationalen Programmleitung lautet: MUS-E CH/FL c/o Res Publica Consulting AG Helvetiastrasse 7 3005 Bern Tel.: +41 31 922 27 57 Fax: +41 31 922 27 58 E-Mail: info@mus-e.ch Die Kontaktangaben der regionalen MUS-E Koordinationen sowie die Bewerbungsvoraussetzungen für Klassen und Kunstschaffende finden Sie auf: www.mus-e.ch 5