Ökobarometer 2016. Januar 2016



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Transkript:

Januar 2016

Inhalt Studienhintergrund Biolebensmittelkonsum Produkte und Einkaufsstätten Gründe und wichtige Aspekte beim Biolebensmittelkauf Schwerpunktthema 2016: Biofleischkonsum Konsumententypologie Biolebensmittel Ergebnistelegramm 2

Studienhintergrund: repräsentative Telefonbefragung seit 2002 Das Ökobarometer ist eine in regelmäßigen Abständen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Auftrag gegebene repräsentative telefonische Umfrage. Die Befragung beschäftigt sich mit dem Konsum von Biolebensmitteln unter Verbrauchern. Für das wurde infas mit der Durchführung beauftragt. Die Erhebung fand im Januar 2016 statt. Insgesamt wurden 1.005 Interviews abgeschlossen. Um den Biolebensmittelkonsum der deutschen Bevölkerung zu untersuchen, werden bei jedem Ökobarometer feste Kernfragen gestellt. Hinzu kommt bei jeder Erhebungswelle ein aktuelles Schwerpunktthema. Zum festen Bestandteil jedes Ökobarometers gehören Fragen zur Häufigkeit des Biolebensmittelkonsums sowie die präferierten Kauforte und die Produktwahl. Außerdem werden die Gründe für den Konsum, sowie für den Verbraucher wichtige Kaufaspekte beleuchtet. Schwerpunktthema der diesjährigen Befragung ist der Biofleischkonsum. Hierbei werden wie bei den Kernfragen die präferierten Kauforte und die ausschlaggebenden Gründe für den Konsum erfasst. Zusätzlich werden die Verbraucher gefragt, was sie am Konsum von (mehr) Biofleisch hindert. 3

Studiensteckbrief: quantitatives Studiendesign Methode: Quantitativ Befragungsmethode: telefonische Interviews (CATI=Computer Assisted Telephone Interviews) Feldzeit: Januar 2016 Zielgruppe: Personen ab 14 Jahren Fallzahl: n=1.005 Interviews Stichprobe: Dual-Frame-Stichprobe: Integration von Festnetz- und Mobilfunknummern (Verhältnis 70:30) Die Stichprobe ist repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren. Hinweis: Die quantitativen Ergebnisse werden gewichtet ausgewiesen. Die Gewichtung erfolgte in Bezug auf Alter Geschlecht Bildung Erwerbsstatus Haushaltsgröße Nielsengebiete an die bekannten Verteilungen in Deutschland. 4

Biolebensmittelkonsum Produkte und Einkaufsstätten

Einkaufshäufigkeit von Biolebensmitteln: mehr als zwei Drittel der Befragten geben an Bioprodukte zu kaufen aktuell zukünftig Gesamt Angaben in Prozent; n=1.005; an 100% Fehlende: weiß nicht 21 3 ausschließlich häufig 3 28 Doppelt so viele Frauen wie Männer geben an häufig oder ausschließlich Biolebensmittel (32 zu 16 Prozent) zu kaufen. Außerdem nimmt die Häufigkeit bis zum Alter von 70 Jahren stetig zu. Personen mit hohem Bildungsniveau geben überdurchschnittlich häufig an Biolebensmittel zu kaufen. Der relative Erwerb in Westdeutschland ist höher als in Ostdeutschland. Eine spezifische Analyse der Nutzertypen, ist in Form einer Konsumententypologie ab Folie 26 dargestellt. 46 gelegentlich 48 Fragen: Was schätzen Sie, wie häufig kaufen Sie derzeit Biolebensmittel ein? 29 nie 20 Was schätzen Sie, wie häufig werden Sie in Zukunft Biolebensmittel einkaufen? 6

Häufigkeit des Erwerbs einzelner Biolebensmittel: zwei Drittel der Befragten geben an regelmäßig Bioeier zu erwerben Bioeier 3 10 22 32 31 Bio Biogemüse und -obst Biokartoffeln Biofleisch oder -wurstwaren 6 4 3 8 15 42 46 37 27 29 44 16 11 11 Angaben in Prozent n=706; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen an 100% Fehlende: weiß nicht Biomilchprodukte 2 17 42 27 11 Biobrotwaren 3 19 41 28 9 ausschließlich häufig Fisch aus ökologischer Produktion Trockenwaren (Nudeln, Mehl, Reis) aus ökologischer Produktion 2 10 24 18 39 46 24 20 8 8 gelegentlich nie kaufe ich generell nicht alkoholfreie Getränke aus ökologischer Produktion 8 42 35 10 4 Bio-Babynahrung/Kinderkost 46 42 535 Bio-Süßwaren alkoholische Getränke aus ökologischer Produktion 11 16 51 55 30 22 6 6 Frage: Wie häufig erwerben Sie die folgenden Bio-Produkte? 7

Genutzte Orte zum Kauf von Biolebensmitteln: der Supermarkt wird als häufigster Kaufort angegeben Supermarkt 86 Discounter 66 Bäcker 60 Metzger 59 Wochenmarkt 58 Bioladen bzw. Naturkostladen 54 direkt beim Erzeuger 52 Biosupermarkt 46 Drogeriemarkt 38 Reformhaus 34 als Abokiste 6 über das Internet 3 Kiosk und Tankstellen 3 Bio Angaben in Prozent n=706; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen nur Ja-Anteil dargestellt Frage: Wo kaufen Sie Bio-Produkte? 8

Gründe und wichtige Aspekte beim Biolebensmittelkauf

Gründe für den Kauf von Biolebensmitteln: artgerechte Tierhaltung wichtig, Beratung und fairer Handel weniger artgerechte Tierhaltung regionale Herkunft/Unterstützung regionaler Betriebe weniger Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe möglichst geringe Schadstoffbelastung 93 91 88 87 Bio Angaben in Prozent n=706; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen Beitrag zur Unterstützung des ökologischen Landbaus 86 nur Ja-Anteil dargestellt gesunde Ernährung zur Stärkung des Wohlbefindens 84 Beitrag zum effektiven Umweltschutz 81 Sicherheit, gentechnikfreie Lebensmittel zu erhalten Beitrag zur Erhaltung/Förderung der biologischen Vielfalt/Biodiversität Erreichbarkeit der Lebensmittel in den gewohnten Einkaufsstätten Geschmack 81 75 71 71 Ernährung für Kinder bzw. bei Schwangerschaft 66 Lebensmittelskandale gleichzeitig/oft fair gehandelt Beratung durch Fachpersonal 38 63 59 Frage: Was sind die Gründe, die Sie dazu veranlassen, Bioprodukte zu kaufen? 10

Wichtige Aspekte beim Kauf von Biolebensmitteln: Qualität und Geschmack liegen bei den Befragten im Fokus optimale Frische und Qualität der Produkte 52 Bio Angaben in Prozent natürlicher Geschmack Vermeidung von Pflanzenschutzmittelrückständen 50 47 n=706; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen maximal drei Nennungen möglich Einhaltung von Sozialstandards und ein faires/ verlässliches Einkommen für den Erzeuger 46 positiver Beitrag zum Umweltschutz 45 persönliche Bekanntheit des Erzeugers 31 ein Warenzeichen der Öko-Anbauverbände 12 Frage: Welche der folgenden Aspekte sind für Sie beim Einkauf von Biolebensmitteln am wichtigsten? 11

Wichtige Aspekte beim Kauf von Biolebensmitteln: nur geringe Unterschiede zwischen Männern und Frauen optimale Frische und Qualität der Produkte 49 53 Bio Angaben in Prozent natürlicher Geschmack 46 53 Frauen > Männer Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen Vermeidung von Pflanzenschutzmittelrückständen Einhaltung von Sozialstandards und ein faires Einkommen für den Erzeuger 49 45 49 43 Männer > Frauen maximal drei Nennungen möglich männlich (n= 315) weiblich (n=391) positiver Beitrag zum Umweltschutz 47 44 persönliche Bekanntheit des Erzeugers 31 31 ein Warenzeichen der Öko-Anbauverbände 12 11 Frage: Welche der folgenden Aspekte sind für Sie beim Einkauf von Biolebensmitteln am wichtigsten? 12

Ursache für das Interesse an Biolebensmitteln: privates Lebensumfeld führt häufig zu Erstkontakt mit Bioprodukten private Kontakte zu anderen Nutzern von Bioprodukten 65 durch eigene Initiative oder ärztliche Empfehlung Neugier hinsichtlich eines veränderten Sortiments oder neuen Produkten im gewohnten Supermarkt Beratung und Werbung durch Bioläden oder direkt vom Erzeuger Artikel in Fachzeitschriften 41 55 51 62 Bio Angaben in Prozent n=706; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen nur Ja-Anteil dargestellt Beiträge in Hörfunk und TV Artikel in Tageszeitungen/Publikumspresse Beratung und Werbung in Supermärkten/ Discountern/Drogerien Werbung in TV, Radio, Printmedien oder Internet Informationen im Internet 38 30 30 27 24 Frage: Was hat bislang Ihr Interesse an Bioprodukten geweckt bzw. bestärkt? 13

Ursache für das Interesse an Biolebensmitteln nach Alter I: keine eindeutigen Unterschiede zwischen Jung und Alt Bio Alter 14 bis 29 Jahre 30 bis 39 Jahre 40 bis 49 Jahre 50 bis 59 Jahre 60 bis 69 Jahre 70 Jahre und älter private Kontakte zu anderen Nutzern von Bioprodukten 75 61 67 71 72 43 57 64 66 54 66 69 durch eigene Initiative oder ärztliche Empfehlung Neugier hinsichtlich eines veränderten Sortiments oder neuen Produkten im gewohnten Supermarkt Beratung und Werbung durch Bioläden oder direkt vom Erzeuger Artikel in Fachzeitschriften 56 68 52 55 46 52 37 40 54 62 57 58 38 49 30 38 46 43 Angaben in Prozent; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen; nur Ja-Anteil dargestellt Frage: Was hat bislang Ihr Interesse an Bioprodukten geweckt bzw. bestärkt? 14

Ursache für das Interesse an Biolebensmitteln nach Alter II: Internetnutzung erwartungsmäßig bei Älteren geringer Bio Alter 14 bis 29 Jahre 30 bis 39 Jahre 40 bis 49 Jahre 50 bis 59 Jahre 60 bis 69 Jahre 70 Jahre und älter Beiträge in Hörfunk und TV 22 48 28 34 52 45 Artikel in Tageszeitungen/Publikumspresse Beratung und Werbung in Supermärkten/ Discountern/Drogerien 18 19 35 40 33 33 37 32 20 25 31 37 Werbung in TV, Radio, Printmedien oder Internet 30 44 16 21 24 25 Informationen im Internet 36 33 21 20 20 13 Angaben in Prozent; Befragte, die zumindest gelegentlich Biolebensmittel kaufen; nur Ja-Anteil dargestellt Frage: Was hat bislang Ihr Interesse an Bioprodukten geweckt bzw. bestärkt? 15

Exkurs Vergleich zum Ökobarometer 2013: gleichbleibender Konsum bei leicht veränderten Präferenzen Häufigkeit des Biolebensmittelerwerbs insgesamt: In Bezug auf die generelle Häufigkeit des Biolebensmittelkaufs finden sich nur minimale Veränderungen im Durchschnitt bleibt die Kaufhäufigkeit gleich. Häufigkeit des Erwerbs bestimmter Biolebensmittel: Insbesondere bei Bioeiern steigt der Anteil der ausschließlichen Käuferinnen und Käufer um zehn Prozentpunkte. 2016 gibt es außerdem eine Steigerung um 8 Prozentpunkte bei der Gruppe, die ausschließlich oder häufig Biofleisch erwerben. Viele weitere Produkte zeigen im Vergleich nur minimale Veränderungen. Eine starke Reduktion zeigt sich jedoch u.a. bei den alkoholfreien Getränken (Anteil nie verdoppelt sich auf 42 Prozent). Gründe & Aspekte beim Biolebensmittelkauf: 2016 stehen andere Kaufgründe im Fokus als 2013. Der faire Handel ist weniger ausschlaggebend (Rückgang um 17 Prozentpunkte). Dafür legen die Konsumierenden mehr Wert auf gentechnikfreie und wenig behandelte Lebensmittel (Zuwachs um 11 bzw. 8 Prozentpunkte). Bei den wichtigsten Aspekten des Erwerbs zeigt sich inhaltlich ein ähnliches Bild. Der natürliche Geschmack steigt um 12 Prozentpunkte. Einkaufsortpräferenz: Insgesamt steigen fast alle Einkaufsorte bezüglich des Biolebensmittelerwerbs in ihrer Präferenz an. Hervorzuheben ist die deutliche Steigerung bei ökologisch orientierten Einkaufsstätten wie z.b. dem Bioladen, dem Biosupermarkt oder dem Reformhaus. Gründe für das Interesse an Biolebensmitteln: Es zeigt sich, dass eigene Initiative und private Kontakte eine ausschlaggebende Rolle beim Kauf von Biolebensmitteln spielen. Während Tageszeitungen an Relevanz verlieren, steigen jedoch auch fachliche Beratungen (Fachzeitschriften, Bioladen etc.) und neuere Medien (Internet) als Informationsquelle an. 16

Schwerpunktthema 2016: Biofleischkonsum

Gründe für den Kauf von Biofleisch- oder Wurstwaren: Tierwohl und eigene Gesundheit stehen im Vordergrund bessere Behandlung der Tiere besser für meine Gesundheit, weniger Antibiotika in Biofleisch enthalten 95 91 Bio -Fleisch Angaben in Prozent n=605; Befragte, die zumindest gelegentlich Biofleisch kaufen nur Ja-Anteil dargestellt besserer Geschmack bzw. bessere Qualität 89 bei geringem Fleischkonsum kann das Fleisch auch teurer sein 89 wegen Umwelt- und Klimaschutzaspekten 73 aus moralischen/ethischen Gründen 62 Frage: Was sind gerade im Hinblick auf Fleisch- oder Wurstwaren die Gründe, warum Sie Bioprodukte kaufen? 18

Hinderungsgründe für den Kauf von Biofleisch- oder Wurstwaren: der vertraute Metzger genügt vielen als Qualitätsmerkmal Ich kaufe beim Metzger, dem ich vertraue. Ich esse sowieso wenig Fleisch. 63 71 Bio -Fleisch Angaben in Prozent n=587; Befragte, die Biolebensmittel konsumieren, aber nicht ausschließlich Biofleisch kaufen Biofleisch ist zu teuer. 45 nur Ja-Anteil dargestellt Biolabels sind nicht glaubwürdig. 34 Der Geschmack von konventionellem Fleisch ist genauso gut. 32 Ich achte beim Kauf nicht darauf, ob es Bio ist. 29 Dort, wo ich normalerweise einkaufe, gibt es kein Biofleisch. 19 Frage: Was hindert Sie daran, Biofleisch zu kaufen? 19

Hinderungsgründe für den Kauf von Biofleisch- oder Wurstwaren: besonders im ländlichen Raum zählt der persönliche Kontakt Stadt-Land-Gliederung Bio -Fleisch Gesamt Großstädte städtische Gebiete ländlicher Raum Ich kaufe beim Metzger, dem ich vertraue. 71 57 78 87 Ich esse sowieso wenig Fleisch. 63 62 64 70 Biofleisch ist zu teuer. 45 56 40 30 Biolabels sind nicht glaubwürdig. 34 33 32 44 Der Geschmack von konventionellem Fleisch ist genauso gut. 32 40 34 22 Ich achte beim Kauf nicht darauf, ob es Bio ist. 29 28 30 28 Dort, wo ich normalerweise einkaufe, gibt es kein Biofleisch. 19 17 19 25 Angaben in Prozent; Befragte, die Biolebensmittel konsumieren, aber nicht ausschließlich Biofleisch kaufen; nur Ja-Anteil dargestellt Frage: Was hindert Sie daran Biofleisch zu kaufen? 20

Bevorzugter Ort zum Kauf von Biofleisch: Metzger wird von drei Vierteln als bevorzugte Einkaufsstätte genannt beim Metzger 77 Bio -Fleisch Angaben in Prozent direkt beim Erzeuger 51 n=605; Befragte, die zumindest gelegentlich Biofleisch kaufen nur Ja-Anteil dargestellt im Supermarkt auf dem Wochenmarkt im Bioladen im Discounter 33 32 40 51 Je seltener Biofleisch gekauft wird, desto eher erfolgt der Kauf in Einkaufsstätten ohne Fokus auf Biolebensmittel wie z.b. im Discounter. Umgekehrt steigt die Häufigkeit von Käufen in spezielleren Einkaufstätten wie z.b. direkt beim Erzeuger bei zunehmendem Biofleischkonsum. im Biosupermarkt 28 im Internet 0,2 Frage: Wo kaufen Sie am liebsten Biofleisch? 21

Zustimmung zu Aussagen über den Fleischkonsum: große Mehrheit kann sich einen Tag ohne Fleisch vorstellen Gesamt Ich wäre bereit, mich an einem Tag in der Woche komplett fleischlos zu ernähren. 10 6 14 56 11 Angaben in Prozent; n=1.005; an 100% Fehlende: weiß nicht / esse kein Fleisch, Vegetarier etc. Biofleisch ist gesünder als herkömmliches Fleisch. 9 15 35 35 mache ich bereits Ich bin besorgt, dass zu viel Fleischkonsum gesundheitsschädlich ist. 13 27 20 35 stimme sehr zu stimme eher zu stimme eher nicht zu stimme überhaupt nicht zu Ich wäre bereit, nur an einem Tag in der Woche Fleisch zu essen. 22 22 19 28 4 Zu besonderen Anlässen wie z.b. an Weihnachten ist es mir wichtig ausschließlich Biofleisch zu essen. 31 25 15 21 Frage: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? 22

Zustimmung zu Aussagen zum Fleischkonsum nach Geschlecht: Frauen fällt der Verzicht auf Fleisch leichter als Männern Gesamt Ich wäre bereit, mich an einem Tag in der Woche komplett fleischlos zu ernähren. 57 75 Angaben in Prozent; nur Anteile mache ich bereits und stimme sehr zu dargestellt Biofleisch ist gesünder als herkömmliches Fleisch. 31 39 Ich bin besorgt, dass zu viel Fleischkonsum gesundheitsschädlich ist. 34 37 Ich wäre bereit, nur an einem Tag in der Woche Fleisch zu essen. 22 42 Zu besonderen Anlässen wie z.b. an Weihnachten ist es mir wichtig ausschließlich Biofleisch zu essen. 21 23 Frage: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? 23

Ergebnistelegramm Biofleisch: Metzger als Qualitätsmerkmal mit oder ohne Bio Biokäuferinnen und käufer erwerben nach eigener Aussage Biofleisch sehr häufig beim Metzger. Gleichzeitig ist das Vertrauen zum Metzger der Wahl auch der am häufigsten genannte Hinderungsgrund für den häufigeren Kauf von Biofleisch. Hier scheint das Qualitätsmerkmal frisch vom vertrauten Metzger der überzeugende Vorteil. Gründe, die für Biofleisch sprechen, sind für Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem die artgerechte Haltung und Behandlung der Tiere. 70 Prozent halten Biofleisch für gesünder als herkömmliches Fleisch. Über die Hälfte der Bevölkerung kann sich vorstellen, weniger Fleisch zu konsumieren. Über 80 Prozent wären bereit, sich einen Tag in der Woche komplett fleischlos zu ernähren. Frauen fällt der Verzicht von Fleisch leichter als Männern: drei Viertel der Frauen können sich sehr gut vorstellen an einem Tag in der Woche kein Fleisch zu essen bzw. handeln auch bereits so; bei den Männern sind dies (nur) 57 Prozent. Bei der Bewertung von Biofleisch gegenüber herkömmlichem Fleisch unterscheiden sich Männer und Frauen weniger. 24

Konsumententypologie Biolebensmittel

Konsumententypologie Biolebensmittel: zwischen vier Nutzertypen unterschieden Nicht-Konsument: - kein oder sehr geringer Biokonsum - normale oder keine besonders präferierten Einkaufsstätten - keine explizite Motivation für den Kauf von Bioprodukten 33 13 24 überzeugter Intensivkonsument: - häufiger bis ausschließlicher Konsum - spezielle Einkaufsstättenpräferenz - Umwelt- und regionale Aspekte stehen im Vordergrund bewusster Stammkonsument: - regelmäßiger Konsum - differenzierte Einkaufsstättenpräferenz - Fokus vermehrt auf eigenem Nutzen Gesamt Angaben in Prozent; n=1.005 Bei der Konsumententypologie wird zwischen vier Nutzertypen unterschieden. Dabei fließen die Variablen Häufigkeit des Biolebensmittelkonsums (Frage 1), die Kaufortpräferenz (Frage 4) und die Kaufmotive (Frage 5) in die Segmentierung ein. Die Bildung der Variable wird auf der nächsten Seite näher beschrieben. 31 Zufälliger Gelegenheitskonsument: - unregelmäßiger, geringer Konsum - eher normale Einkaufsstättenpräferenz - keine bestimmten Aspekte beim Kauf 26

Bildung der Konsumententypologie: drei unterschiedliche Dimensionen Die vier Nutzertypen werden anhand von drei Variablen gebildet: 1. Biolebensmittelkonsum 2. Kaufortpräferenz 3. Kaufmotive Ausschließlich Häufig Selten Speziell (z.b. direkt beim Erzeuger) Mischform (zwischen speziell und normal) Normal (z.b. Supermarkt) Umweltbewusstsein regionales Bewusstsein eigener Nutzen (z.b. bessere Qualität/Geschmack) nie Keine Präferenz unbestimmte Motivation Gesamt Die Konsumententypologie ergibt sich aus der jeweiligen Kombination dieser Aspekte: häufiger Biolebensmittelkonsum Kaufortpräferenz speziell Mischform normal keine Umweltbewusstsein regionales Bewusstsein Kaufmotive eigener Nutzen unbestimmte Motivation überzeugter Intensivkonsument bewusster Stammkonsument zufälliger Gelegenheitskonsument 27

Konsumententypologie Biolebensmittel I: Männer und Geringverdiener häufiger bei Nicht-Konsumenten Gesamt Geschlecht Haushaltsnettoeinkommen (in Euro) 13 10 24 22 15 25 1.000 bis unter 1.999 1.000 4 10 20 25 2.000 bis 2.999 11 23 3.000 bis 3.999 19 4.000 und mehr 24 22 28 Gesamt Angaben in Prozent; n=1.005 überzeugter Intensivkonsument bewusster Stammkonsument 31 29 33 28 23 40 32 32 zufälliger Gelegenheitskonsument 33 40 26 47 42 25 26 16 Nicht-Konsument 28

Konsumententypologie Biolebensmittel II: schicker in der Stadt? Gesamt Stadt-Land-Gliederung Bildungsniveau Gesamt Angaben in Prozent; n=1.005 13 24 Großstadt 13 29 städtisches Gebiet ländliches 15 Gebiet 8 niedrig 8 21 22 20 hoch mittel 22 10 23 31 überzeugter Intensivkonsument bewusster Stammkonsument 31 33 33 26 28 35 32 zufälliger Gelegenheitskonsument 33 25 30 44 44 32 14 Nicht-Konsument 29

Ergebnistelegramm: jede(r) Vierte kauft regelmäßig Biolebensmittel Biolebensmittelerwerb Ein Viertel der Bevölkerung kauft regelmäßig Biolebensmittel. Grundsätzlich ist die Häufigkeit des Biolebensmittelerwerbs damit gleich geblieben bei leichten Veränderungen in Richtung der Pole (ausschließlich, nie). Im Bereich der Bioprodukte ist die Nachfrage nach Eiern sowie Obst und Gemüse groß, aber nach Süßwaren und alkoholischen Getränken sehr gering. Gekauft werden die Bioprodukte bevorzugt im Supermarkt. Aber auch in Bioläden kaufen über die Hälfte der Bevölkerung ihre Biolebensmittel. Die Abokiste besitzt jedoch noch eine geringe Bekanntheit und auch im Internet erfolgt so gut wie kein Bezug von Biolebensmitteln. Artgerechte Tierhaltung und die regionale Herkunft sind weiterhin die wichtigsten Gründe zum Kauf von Biolebensmitteln, während überzeugende Information bzw. Beratung durch Fachpersonal und der gleichzeitig faire Handel der Produkte weniger ausschlaggebend sind. Wichtige Aspekte beim Kauf sind wiederum optimale Frische und natürlicher Geschmack. Die Warenzeichen von Ökoverbänden auf Bioprodukten sind dagegen nur 18 Prozent der Biolebensmittelkäuferinnen und -käufern wichtig. Insbesondere private Kontakte zu anderen Nutzern von Bioprodukten und eigene Initiative sind Gründe für das Interesse an Biolebensmitteln. 30

Kontakt Jana Hölscher Projektleiterin Tel. 0228/38 22-569 Fax 0228/31 00 71 j.hoelscher@infas.de infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH Friedrich-Wilhelm-Straße 18 53113 Bonn www.infas.de 5450/Ha/Hb/2016 31