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Transkript:

Hochschule Wismar FB Seefahrt Simulator Verhaltenstraining Maritime Gewalt Verantwortlich für die didaktische Konzeption und Umsetzung: Lars Oberndorf kompetenzwerkstatt Verhaltensschulung Maritime Gewalt Nov. 2009 - WIP 2010-1 -

Ausgangssituation Maritime Piraterie und Maritimer Terrorismus sind keine alleinigen Phänomene der Gegenwart. Erwähnen möchten wir an dieser Stelle ein Zitat von Memphisto aus Faust: Krieg, Handel und Piraterie, dreieinig sind sie, nicht zu trennen. Piraterie war in den letzten Jahrzehnten größtenteils ein Problem im karibischen und im südasiatischen Raum. Dort konzentrierte sich die Piraterie größtenteils auf Übergriffe auf Schiffe im nationalen Verkehr. Im karibischen Raum wurden des Öfteren Jachten von privaten Skippern zum Transport von Drogen eingesetzt, nachdem diese gekapert wurden. Seit dem Überfall auf die Archille Lauro im Jahre 1985 kam es immer wieder zu Akten des Maritimen Terrorismus. Namen wie der VLCC Limburg oder die USS Cole sind fast allen politisch interessierten ein Begriff. Bis zum Jahre 2006 waren die Zahlen der gemeldeten Übergriffe auf Schiffe im nationalen und internationalen Verkehr laut dem International Maritime Bureau in London rückläufig und sogar die Maritime Piraterie im ehemaligen Hotspot, der Malakka Straße, konnte durch ein Trinationales Abkommen der Anrainerstaaten im Jahre 2004 fast komplett beseitigt werden. Zum neuen Hotspot hat sich der Golf von Aden (GOA) mit dem Bab el Mandeb und die Ostküste Somalias entwickelt. Die gemeldeten Überfälle für diese Region sind seit 2007 / 2008 um fast 500 % gestiegen. Das außergewöhnliche an dieser Situation ist die gezielte Kaperung von Schiffen zum Zwecke der Geiselnahme der gesamten Besatzung, um mit der verantwortlichen Reederei ein Lösegeld auszuhandeln. Begünstigt wird diese Situation durch die geographische Lage des GOA und die seit 1991 nicht vorhandenen politischen Strukturen innerhalb des Landes. kompetenzwerkstatt Verhaltensschulung Maritime Gewalt Nov. 2009 - WIP 2010-2 -

Trotzt allen Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft ((Stichwort Operation Atalanta / UN Resolution 1816 und 1838)), hat sich die Situation nicht merklich verbessert. Die Versicherungsprämien für die Reedereien haben sich fast verzehnfacht und Deutschland ist als Exportnation auf sichere und freie Seewege angewiesen. Des Weiteren ist Deutschland am meisten von den Maritimen Übergriffen betroffen (legt man den Sitz der jeweiligen Reederei zu Grunde). An geeigneten Lösungsansätzen fehlt es an allen Ecken und Kanten. Gerade auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung der bei Übergriffen und Kaperungen involvierten Besatzungen und der verantwortlichen innerhalb der Reedereien existieren keine professionell umgesetzten Schulungskonzepte für den Bereich Deeskalation und Verhandlungsführung. Ein Maritimes Sicherheitsbewusstsein ist nur lückenhaft ausgeprägt. Didaktisch methodische Konzeption Die Schulung besteht aus zwei unterschiedlich konzipierten Modulen. Das erste Modul richtet sich sowohl an die Schiffsbesatzungen der Reedereien, als auch an die verantwortlichen Company Security Officer (CSO). Zielgruppen sind dabei sowohl Reedereien von Frachtschiffen, als auch von Kreuzfahrtschiffen. Natürlich können auch Besatzungen von privaten Jachten an diesen Schulungen teilnehmen. Der erste Schritt und Ziel ist die Schaffung eines Maritimen Sicherheitsbewusstseins und die realistische Einschätzung der Gefährdungslage. Dafür werden den Teilnehmenden die aktuellen Entwicklungen objektiv dargestellt. Im zweiten Schritt sollen die Besatzungen lernen, ihre Schiffe mit einfachen und nicht tödlichen Defensivmaßnahmen vor Piraterie- und Terrorismusübergriffen zu schützen. Dieser Abschnitt findet auf den jeweiligen Schiffen statt, um eine möglichst realistische Trainingssituation zu schaffen. Wichtig ist bei diesem Maßnahmen die Gewaltlosigkeit. Eine Gefährdung der Besatzung muss in jedem Moment der versuchten Kaperung ausgeschlossen werden. Dieser Abschnitt wird durch einen simulierten Angriff auf das jeweilige Schiff abgeschlossen. Ein weiterer Abschnitt dient der Auffrischung der Fähigkeiten in erster Hilfe. kompetenzwerkstatt Verhaltensschulung Maritime Gewalt Nov. 2009 - WIP 2010-3 -

Der nächste und letzte Abschnitt dient der Schulung eines deeskalativen Verhaltens für den Fall, dass die Täter das Schiff gekapert haben und die Besatzung als Geiseln genommen werden. Den psychologischen Aspekten wird hierbei eine große Rolle beigemessen. Natürlich werden in diesem Abschnitt auch Simultanrollen- und -planspiele eingesetzt. Die Teilnahme der Verantwortlichen aus den Reedereien ist von großer Bedeutung, damit die genauen Vorgänge an Bord bzw. das gelernte Verhalten der Besatzungen bekannt ist. Dieses Modul dauert drei Tage. Das zweite Modul richtet sich speziell an die Verantwortlichen innerhalb der Reedereien. Diese sollen in einem ebenfalls dreitätigen Training das Verhalten während den Verhandlungen mit den Tätern lernen. Die Verhandlungen dauern im Durchschnitt 30 Tage. Diese Situation muss, angefangen vom einstudierten Ablauf innerhalb der Firma, über die Sprech- und Fragetechnik bis hin zu einer interkulturellen Sensibilisierung, geschult werden. Der aufkommende Stress während dieser Verhandlungen darf die Resultate nicht negativ beeinflussen. Dieses Modul kann entweder in den jeweiligen Reedereien, als auch als offenes Seminar in den eigenen Seminarräumen der kompetenzwerkstatt stattfinden. Bei beiden Modulen wird ein interdisziplinäres Team aus Sicherheitsexperten, Psychologen (Verhaltenstrainer/innen), Trainerinnen mit den Schwerpunkten interkulturelles Denken und Handeln (z.b Islamwissenschaftler) und aus dem Fachbereich Nautik eingesetzt. Langfristig soll in Zusammenarbeit mit den zuständigen Verbänden und Ausbildungseinrichtungen einen Standardisierung innerhalb der nautischen Ausbildung angestrebt werden. Unsere Ziele Ihr Nutzen Die konkreten Lernziele sind der Aufbau eines realistischen Selbstbildes, das Kennen lernen der eigenen Stärken und Schwächen, der Vertrauensaufbau innerhalb des Teams und die Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung von Defensivmaßnahmen. kompetenzwerkstatt Verhaltensschulung Maritime Gewalt Nov. 2009 - WIP 2010-4 -

Innovativer Charakter der Qualifizierung das interdisziplinär gebildete Team die Vernetzung kognitiver, affektiver, sozialer und motorischer Erfahrungen die methodische Vorgehensweise (Simulator, Simultanrollenspiele, Psychodrama, etc.) diese Form der Weiterbildung/Zusatzqualifizierung ist auf dem deutschen Markt bisher nicht verfügbar Erfahrungen Bisher liegen uns mit dieser kombinierten Form der Module keine Erfahrungswerte vor. Aber die Erfahrungen mit der bisherigen Gefahrenabwehr bei Angriffen durch maritime Terroristen bzw. Piraten zeigt, dass die Sensibilisierung der Schiffsbesatzungen für gefährliche Situationen und das richtige Verhalten innerhalb dieser Situationen weiter verbessert werden muss. Die kurzen vorgeschriebenen Kurse zum Ship Security Officer nach dem International Ship and Port Facility Security Code, sowie die stattfindenden Übungen mit der Mannschaft reichen hierfür nicht aus *. Es währe nicht nur wünschenswert sondern aus Sicht des verantwortlichen Projektleiter unbedingt notwendig, wenn Verhaltenstraining mit dem Schwerpunkt Deeskalationstraining zum festen Ausbildungsbestandteil der Mannschaften und der Offiziere gehören würde** Security training is a key element in preventing terrorism * Projekt Maritimer Terror und Piraterie auf hoher See im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. **Diese Forderung nach einem umfassenden Training wurde bereits im Jahre 1986 auf einer Tagung des International Maritime Bureau, mit dem Titel Protection of ships and ports against terrorist attacks, an der San Jose Universität in Kalifornien aufgestellt. kompetenzwerkstatt Verhaltensschulung Maritime Gewalt Nov. 2009 - WIP 2010-5 -