1. Inspiration durch Modelle

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Transkript:

Biblisch-Theologische-Akademie Wiedenest Konzepte & Modelle der Kinderund Jugendarbeit Schuljahr 2011/2012 by Veit Claesberg 1. Inspiration durch Modelle Gott ehren_jugendgruppen dienen_jugendliche inspirieren www.diejumis.de

Disposition 1. Einleitung 2. Modelle und Konzepte inspirieren 3. Lernen am Modell 4. Chancen beim Modellernen 4.1. Wer sich inspirieren lässt, verzichtet auf Vergleich 4.2. Wer überblickt, versteht die Zusammenhänge 4.3. Wer kapiert, kopiert nicht 5. Der Mensch hinter dem Modell Literatur Seite 2 von 6

1. Einleitung Christliche Konzepte & Modelle von Kinder- und Jugendarbeiten gibt es zu hauf. Das ist logisch, denn es gibt so viele verschiedene Menschen, Kulturen, Länder auf der Welt. Und jede Situation erfordert ein eigenes individuelles Konzept. Eine eigene Strategie, um die junge Generation mit der guten Nachricht, dass Jesus gekommen ist, um die Menschen zu retten, zu erreichen. 2. Modelle und Konzepte inspirieren Inspiration durch Modelle und Konzepte ist für Leiter unumgänglich: Bill Hybels hat einen Fragenkatalog an Leiter erstellt, die noch keine Vision für ihre Arbeit haben. Unter anderem fragt er sie: (Hybels 2003: 42f) Haben sie viel gelesen? Haben sie ausreichend viele Reisen unternommen? Haben sie verschiedenste Dienste auf der ganzen Welt besucht? Haben sie sich dem Kaleidoskop 1 an Visionen ausgesetzt, die Gott anderen Menschen gegeben hat, um sich von der Vielfalt der Möglichkeiten inspirieren zu lassen? Wenn nicht, dann gehen sie los! Schauen sie sich um, was Gott alles tut! 3. Lernen am Modell Lernen am Modell ist auch eine Lernmethode. Aus http://de.wikipedia.org/wiki/lernen_am_modell (25.08.2008): 2 Andere Bezeichnungen sind Beobachtungslernen, Nachahmungslernen, Imitationslernen und stellvertretendes Lernen. Das Lernen am Modell gilt, da zeitlich nach der Klassischen Konditionierung und der Operanten Konditionierung 3 entdeckt, als dritte klassische Form des menschlichen Lernens.Der Mensch lernt also von Vorbildern und ahmt ihr Verhalten, wenn es zu den gewünschten Folgen führt, nach. Aus http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/lernen/modelllernen.shtml (20.12.2008): Modelllernen ist die von Albert Bandura eingeführte Bezeichnung für einen kognitiven Lernprozess, der vorliegt, wenn ein Individuum als Folge der Beobachtung des Verhaltens anderer Individuen sowie der darauffolgenden Konsequenzen sich neue Verhaltensweisen aneignet oder schon bestehende Verhaltensmuster weitgehend verändert. 1 Spielzeug, mit dem man schöne Formen sehen kann 2 natürlich kann man das klassische Modellernen, was hier in Wikipedia beschrieben wird, nicht 1:1 auf unsere Unterrichtsmethode übertragen. Es gibt aber deutliche Anlehnungen. 3 Lernen durch Reflex und Lernen am Erfolg Seite 3 von 6

Der Lernende wird dabei Beobachter (observer) genannt, der Beobachtete Modell (model) oder Leitbild. Wichtig für diesen Lernprozess, der nur unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. weitgehende Identifikation des Beobachters mit dem Modell) stattfindet, ist die stellvertretende Verstärkung.Es kann hierbei zu drei verschiedenen Lerneffekten kommen. + Der modellierende Effekt Eine in einer bestimmten Situation neue Verhaltensweise wird erlernt. Es besteht die Möglichkeit, diese in einer adäquaten Situation abzurufen. + Der enthemmende/hemmende Effekt Durch das beobachtete Verhalten, welches mir bereits bekannt ist, sinkt/steigt meine Hemmschwelle, selbiges Verhalten in einer ähnlichen Situation an den Tag zu legen. Wirkt eine Verhaltensweise des Modells positiv, so wird meine Hemmschwelle, dieses Verhalten auszuwählen, sinken. Führt das Verhalten beim Modell nicht zum gewünschten Erfolg, so wird hier die Schwelle steigen, besonders dann, wenn das Modell für sein Verhalten bestraft wird. + Der auslösende Effekt Bei der beobachtenden Person wird ein bereits vorhandenes Verhalten ausgelöst. Zum Beispiel verspürt ein "Fußballfan" das Bedürfnis, sich mit einer gegnerischen "Fangruppe" anzulegen. Da er noch unschlüssig ist, beobachtet er seine Freunde. Von diesen beginnen nun einige mit Schmährufen gegen den "Gegner". Der Fan beginnt daraufhin, mit zu grölen. Das beobachtete Verhalten löst das bei ihm bereits vorhandene Verhalten aus. Bildquelle: http://www.learninglab.de (05-01-14) Das Beobachten eines Modells kann also dazu führen, dass neue Verhaltensweisen erlernt werden, dass die Hemmschwelle für bereits vorhandene Verhaltensweisen steigt oder sinkt und es kann dazu führen, dass bestehendes Verhalten ausgelöst wird. Seite 4 von 6

4. Chancen beim Modellernen 4.1. Wer sich inspirieren lässt, verzichtet auf Vergleich Das Problem, was schnell entsteht, wenn man sich Konzepte anderen ansieht, ist das Vergleichsdenken. Ich vergleiche meine Arbeit, meine Gemeinde und mich mit einer anderen Situation. Das kann mich enorm unter Druck setzen - wenn das Konzept besser ist und ich meine Schwächen erkenne. Das kann mich auch enorm hochmütig machen - wenn das Konzept schlechter ist und ich meine Stärken erkenne. Deswegen lautet die Überschrift über Modelllernen: Wer sich Modelle ansieht und schon lange in einer Arbeit steht, sollte sich seiner eigener Sendung und seiner Vision bewusst sein, damit er nicht gefrustet ist und nicht schlecht über seine Herkunft denkt. Mit negativer Einstellung kann man nicht viel verändern. 4 4.2. Wer überblickt, versteht die Zusammenhänge Konzepte und Modelle helfen komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen. Bevor ich zur Bibelschule gegangen bin, habe ich auf einem großen Chemiewerk als Anlagenmechaniker gearbeitet. Während meiner Zeit dort, wurde ein riesiges neues Produktionsgebäude gebaut, der Wirkstoffbetrieb F. Das Teil war so groß und so komplex, dass man zunächst ein kleines Modell gebaut hat und dort z.b. die verschiedenen Rohrleitungen farblich verlaufen lassen hat. So konnte man auf das Modell gucken und die Zusammenhänge erkennen. Dann konnte man auf einer Etage, ein Detail anfertigen und die Leitung verlegen. Indem man auf das gesamte Modell guckte, konnte man auf einer bestimmten Ebene Details richtig anbringen. Man nahm sozusagen die Vogelperspektive ein. So werden wir es bei unseren Exkursen auch machen. Darin liegt auch eine Chance für die Besuchten. Wenn euch was auffällt, könnt ihr das in eurer Reflektion einarbeiten. Diese Reflektion stellen wir den Gemeinden zur Verfügung und kann ihnen eine Hilfe sein. 4.3. Wer kapiert, kopiert nicht Man kann ein Modell nicht einfach kopieren. Dafür ist es zu individuell. Wir arbeiten mit Menschen in sich verändernden Bedingungen. Da gibt es keine feste Lösung, um gute Kinder- und Jugendarbeit zu machen. Manchmal kann man die besten Rahmenbedingungen haben - nichts passiert. Manchmal hat man schlechte Rahmenbedingungen und Gott segnet - viel passiert. Wichtig ist, dass man die Vision hinter einem Modell versteht. Denn ein Modell ist normalerweise die Strategie, die aus einer Vision erwächst. Mit der Strategie will man eine Vision verwirklichen. Diese Vision muss man begreifen, um das Modell zu verstehen. Von da aus kann man dann überlegen, was man für seine eigene Arbeit nutzbar machen kann. 4 Ich unterscheide zwischen Berufung (immer gültig - Kind Gottes) und Sendung (in die jeweilige Situation in der ich arbeite). Die Sendung kann sich mehrmals im Leben ändern. Seite 5 von 6

5. Der Mensch und seine Kultur hinter dem Modell Hinter Modellen und Konzepten stehen Menschen. Dass dürfen wir bei allem was wir hier hören, niemals vergessen. Wenn wir uns also verschiedene Modell ansehen, dann bedenkt das hinter allem Menschen stehen. Diese Menschen haben Stärken und Schwächen, sind unterschiedlich von Gott begabt, haben unterschiedliche Lebensweisen und Hintergründen. Dieses Wissen macht sensibel. Aus wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/lernen_am_modell (25.08.2008): Als Lernen am Modell wird eine lernpsychologische Theorie bezeichnet; sie beschreibt jene Lernvorgänge, die durch eine Beobachtung von Vorbildern ausgelöst werden. Vorbilder ( Modelle ) sind dabei Menschen, deren Verhalten beobachtet werden kann. Das bedeutet, dass man das Verhalten anderer Personen wahrnimmt und auf sein eigenes Verhalten projiziert und anwendet. Literatur + Hybels, Bill, Mutig führen, Asslar 2003 Seite 6 von 6