Elektrokardiographie

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Elektrokardiographie

Inhaltsverzeichnis Allgemeines EKG Entstehung Reizweiterleitung Natrium Kalium Pumpe Die EKG Kurve Ableitungen Ruhe EKG bei der Ergometrie Belastung EKG bei der Ergometrie Quellen 03.01.2016 2

Allgemein Abbild der Erregungsleitung im Herzen. Entsteht durch die Ableitung der Potentialänderung über Elektroden. Werden in Form von Kurven aufgezeichnet Bei jedem Schlag im Herzen entsteht ein schwacher Strom mit einer Spannung Spannung etwa ein Tausendstel von einem Volt Diese misst man anschließend. 03.01.2016 3

Allgemein Ein EKG Bild gibt Auskunft über: Den Ursprung der Erregung Rhythmusstörungen Leitungsstörrungen Elektrische Herzachse 03.01.2016 4

EKG Entstehung Entsteht durch die, durch die Muskelerregung hervorgerufene Potentialdifferenz. Äußert sich als Spannungswechsel Diesen kann man messen EKG Signal grafische Darstellung der Potentialdifferenz Dieses Potential ist stark genug um mit verschiedenen Verstärkungsmechanismen auf der Hautoberfläche zu messen 03.01.2016 5

Reizweiterleitung In unterschiedlichen Bereichen des Herzens zeitlich verzögert Dadurch kommt es zu Erregungsschritten Diese sind in den Kurven des EKG Signals sichtbar 03.01.2016 6

Reizleitung P Welle P Welle: Beschreibt die Vorhof Erregung 03.01.2016 7

Reizleitung PQ Welle Entspricht der Erregungsweiterleitung vom Vorhof in den Kammern 03.01.2016 8

Reizleitung Q Welle 03.01.2016 9

Reizleitung R Welle 03.01.2016 10

Reizleitung S Welle 03.01.2016 11

Reizleitung ST Welle Entspricht der Zeit indem das Kammermyograd (Kammerherzmuskel) maximal erregt ist. 03.01.2016 12

Reizleitung T Welle Beschreibt die Erregungsrückbildung in den Kammern 03.01.2016 13

Reizleitung keine Erregung Manchmal folgt nach der T-Welle eine kleine U-Welle (späte Repolarisation in den Purkinje Fasern). 03.01.2016 14

Die EKG Kurve P Welle: 0,05 0,10 Sekunden PQ-Komplex: 0,12 0,20 Sekunden QRS Welle: 0,06 0,10 Sekunden Das von Q bis T: Dauer ist Belastungsabhängig 03.01.2016 15

Die EKG Kurve Bsp. Für ein Wilson EKG Verfahren 03.01.2016 16

Natrium Kalium Pumpe Liegt in der Zellmembran Transportiert Kalium sowie Natrium Ionen Stellt in der Repolarisation Phase des Aktionspotential das Ruhepotential wieder her 03.01.2016 17

Aktionspotential Aktionspotential = Spannungsänderung beim Eintreffen eines Reizes Neurotransmitter erreichen die Zellmembran Einzelne Natriumkanäle öffnen sich Natrium strömt ein. War der Reiz stark genug, dass die Spannung auf -55mV ansteigt Schwelliger Reiz. Wenn -55mV nicht erreicht wird spricht man von einem Unterschwelligen Reiz und es kommt nicht zum Aktionspotential. Es öffnen sich schlagartig viele weitere Spannungsabhängige Natriumklappen. Gleichzeitig schließen sich die Kaliumkanäle und die Natrium-Kalium-Pumpe stellt ihre Arbeit ein. Depolarisation Impulsentstehung am Axonhügel. Zellinneres wird positiv. Zelläußeres wird negativ. 03.01.2016 18

Natrium Kalium Pumpe 03.01.2016 19

Ableitungen Es gibt drei verschieden Arten der Ableitungen Ableitung nach Einthoven Ableitung nach Goldberg Ableitung nach Wilson 03.01.2016 20

Ableitung nach Einthoven Es handelt sich um eine bipolare Extremitäten Ableitung Drei Elektroden und eine Erdungselektrode Werden am Hand und Fußgelenk angebracht. Rot: rechts Handgelenk Gelb: linkes Handgelenk Grün: linkes Fußgelenk Erdungselektrode rechtes Bein 03.01.2016 21

Ableitung nach Einthoven 03.01.2016 22

Ableitung nach Einthoven EKG Kurve 03.01.2016 23

Ableitung nach Goldberg Es handelt sich um eine unipolare Extremitäten Ableitung Drei Elektroden und eine Erdungselektrode Rot: rechts Handgelenk Gelb: linkes Handgelenk Grün: linkes Fußgelenk Erdungselektrode rechtes Bein 03.01.2016 24

Ableitung nach Goldberg 03.01.2016 25

Ableitung nach Goldberg EKG Kurve 03.01.2016 26

Ableitung nach Wilson Ist eine unipolare Brustwandableitung die über 6 Elektroden verfasst wird. 1. 4 ICR am rechten Rand des Sternum 2. 4 ICR am linken Rand des Sternum 3. Zwischen V2 und V4 auf der 5. Rippen 4. Schnittpunkt des 5 ICR mit der linken Medioklavikularlinie 5. Gleiche Höhe wie V4, auf der vorderen Axillarlinie (VAL) 6. Gleiche Höhe wie V4, auf der mittleren Axillarlinie (MAL) 03.01.2016 27

Ableitung nach Wilson Bei verdacht auf einen Hinterwandinfarkt folgen auf der Höhe von V4 7. auf der Axillarlinie (HAL) 8. Auf der Skapularlinie 9. Auf der Paravertebrallinie Dient zu Darstellung von Potenzialänderungen in der Horizontalebene. Außerdem erfasst sie Nahpotential, die bei der Extremitäten Ableitung (Einthoven, Goldberg) nicht registrierbar sind. 03.01.2016 28

Ableitung nach Wilson 03.01.2016 29

Ableitung nach Wilson EKG Kurve 03.01.2016 30

Ruhe EKG Allgemein Allgemein: Wird während körperliche Ruhe meistens beim liegenden Patienten durchgeführt. 03.01.2016 31

Belastung EKG - Allgemein Allgemein: Wird während einer dynamischen Belastung aufgezeichnet. Wird im Rahme der Ischämiediagnostik durchgeführt Z.B. Fahrradergometer, Laufband, Treppenstufenmodell, Koronare Herzkrankheiten Bluthochdruck Herzrhythmus Störungen 03.01.2016 32

Belastung EKG bei der Ergometrie WHO Beginn mit 25 oder 50 Watt Steigerung um 25 Watt alle zwei Minuten BAL Beginn mit 50 oder 100 Watt Steigerung um 50 Watt alle drei Minuten Maximale Pulsfrequenz = 220 Alter (in Jahren) 03.01.2016 33

Quellen http://www.netdoktor.at/untersuchung/ekg-8296 http://www.gopixpic.com/506/ableitung/http:%7c%7casti*vistecprivat*de%7cmathematik%7ci mg%7cableitung_01*gif/ http://www.gopixpic.com/506/ableitung/http: asti*vistecprivat*de mathematik img ableitun g_01*gif/ http://commons.wikimedia.org/wiki/file:ecg-goldberger-r.svg http://physik.uni-graz.at/ http://www.netdoktor.at/untersuchung/ekg-8296 03.01.2016 34