Gleichgewicht L2 Vielseitig balancieren Ziele: Umfang: Level / Stufe: Voraussetzungen: Stichworte: - Gleichgewichtsfähigkeit schulen - Kooperation fördern 1-2 Lektionen L2 / 2.Klasse Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten Gleichgewicht, Koordination, Kooperation, Selbstständigkeit, Geräte Flamingofangis 3 bis 4 mit Spielbändeln markierte Schülerinnen sind Fängerinnen. Wird eine Schülerin gefangen, verwandelt sie sich in einen Flamingo und versucht, so lange auf einem Bein zu stehen, bis eine freie Schülerin 3 Mal auf ihre Schulter klopft. Der befreite Flamingo darf anschliessend wieder mitspielen. Wer den Einbeinstand nicht halten kann, versucht ihn nach einem Beinwechsel wieder einzunehmen. Nach einer gewissen Zeit werden die Fängerinnen ausgewechselt. Einlaufen/Einstimmung Material: 3-4 Spielbändel Sprung ins Gleichgewicht 4 Langbänke werden mit der schmalen Seite nach oben in der Halle verteilt. Die Schülerinnen gehen zu Musik auf verschiedene Weise durch die Halle. Die Lehrperson kann folgende Anweisungen geben: Arme kreisen, Hopserhüpfen, Anfersen, Skipping, verschiedene Tiere nachahmen etc. Wenn die Musik stoppt, rennen alle Schülerinnen zu einer der 4 umgedrehten Langbänke, springen auf diese und versuchen, darauf stehen zu bleiben. Varianten: Die Schülerinnen springen auf die Langbank und bleiben anschliessend auf einem Bein stehen. Die Schülerinnen springen auf und bleiben direkt einbeinig stehen. Die Schülerinnen springen auf und schliessen nach der Landung die Augen. Material: 4 Langbänke 1
Hauptteil Balancierposten Bei diesen Posten handelt es sich um eine vielseitige Auswahl an kompetenzfördernden Übungen. Aufgrund unterschiedlicher Halleninfrastrukturen kann eine individuelle Auswahl getroffen werden. Die Lehrperson bildet kleine Gruppen, die jeweils einen Posten aufstellen. Die Postenkarten dazu finden sich am Ende dieses Praxisbeispiels oder in der Kompetenzbox im Register «Zusatzmaterial» und können auch als Anleitung zum Aufstellen verwendet werden. Die Lehrperson geht mit den Schülerinnen nach dem Aufbau alle Posten der Reihe nach durch und gibt die nötigen Hinweise. Anschliessend verteilen sich die Gruppen auf die Posten und beginnen mit der ersten Übung. Nach einer gewissen Zeit gibt die Lehrperson das Signal zum Wechsel. 1. Langbank-Passen 2 Schülerinnen stehen auf der umgedrehten Langbank und passen sich einen Soft- oder einen Tennisball zu. Varianten: Die Schülerinnen stehen zur Erleichterung auf der breiten Langbankseite und passen sich den Ball zu. Zur Erschwerung fordern sich die Schülerinnen gegenseitig heraus, indem sie den Pass nicht mehr so schön spielen (hoch, tief, weit, seitlich) oder weitere Passarten ausprobieren (Zuspiel durch Kicken oder Kopfball). Material: 2 Langbänke 2 Soft- oder Tennisbälle 2. Wippe Mit einem Schwedenkastenoberteil und einer umgedrehten Langbank wird eine Wippe aufgebaut. Die Schülerinnen überqueren die Wippe bis zum anderen Ende, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Vorsicht: Die Wippe kann bei seitlichem Abgang ausscheren. Zur Erschwerung können die Schülerinnen die Wippe zu zweit überqueren (in die gleiche oder in die entgegengesetzte Richtung). Durch den Einsatz von dünnen Matten unter dem Schwedenkastenoberteil und/oder an den beiden Enden unter der Langbank kann die Übung erleichtert oder erschwert werden. Material: 1 Langbank 1 Schwedenkastenoberteil dünne Matten (optional) 2
3. Ballbalance Die Schülerinnen sitzen oder knien auf einem grossen Gymnastikball und versuchen, so lange wie möglich das Gleichgewicht zu halten. Falls keine grossen Gymnastikbälle vorhanden sind, werden Medizin- oder Basketbälle verwendet, auf denen stehend und mit Hilfe der Wand das Gleichgewicht gehalten wird. Variante: Zur Erschwerung schliessen die Schülerinnen ihre Augen. Material: 3-4 grosse Gymnastik-, Medizinoder Basketbälle 4. Seiltanz Eine Reckstange wird im untersten Loch der Reckanlage befestigt. Falls das unterste Loch über Hüfthöhe ist, wird die Stange auf den Boden gelegt. Sie kann alternativ durch andere Geräte in eine erhöhte Lage gebracht werden (Schwedenkastenoberteile oder je 2 übereinandergelegte Matten am Ende der Stange). Unter der Reckstange dienen 2 dünne Matten der Sicherheit. Die Schülerinnen steigen auf die Stange und versuchen, ohne sich abzustützen, so lange wie möglich das Gleichgewicht zu halten. Wenn die Schülerinnen im Stand stabil sind, können sie versuchen, die Stange vorwärts, rückwärts oder seitwärts zu überqueren. Material: 1 Reckanlage 2 dünne Matten 5. Hängebrücke 2 Ringpaare werden bis kurz über den Boden hinuntergelassen und eine umgedrehte Langbank wird mit Trapezen oder Seilen daran befestigt. 2 Schülerinnen sichern die Hängebrücke an deren Enden und die anderen überqueren sie, ohne hinunterzufallen. Sicherheitshinweise: Die Wackelbrücke darf nur betreten werden, wenn sie auf beiden Seiten von je einer Schülerin fixiert wird. Die Brücke darf zu keiner Zeit ins Schwingen versetzt werden. Material: 1 Langbank 2 Ringpaare 2 Trapeze oder Seile 3-4 dünne Matten 3
6. Balanciermaterial Die Schülerinnen versuchen auf dem zur Verfügung stehenden Balanciermaterial ins Gleichgewicht zu kommen und dieses so lange wie möglich zu halten. Je nach Ausstattung der Halle stehen verschiedene Kleingeräte zum Thema Balance zur Verfügung: Balancierbrett, Balancierkreisel, Pedalo, Luftkissen etc. Zur Erschwerung nimmt die Schülerin einen Jonglierball, den sie in der Balance aufwirft und wieder fängt. Geübte Schülerinnen können sogar mit drei Bällen auf dem Balanciergerät jonglieren. Material: Balancierbretter Balancierkreisel Pedalos Luftkissen weitere Balanciergeräte 7. Slackline Draussen an geeigneten Bäumen oder in speziell dafür ausgerüsteten Hallen können eine oder mehrere Slacklines gespannt werden. In der Halle darf nur die dafür vorgesehene Vorrichtung verwendet werden, um Schäden an Personen und Material zu vermeiden. Tore und Volleyballpfosten sind zu wenig stark. Die Schülerinnen finden auf der Slackline stehend das Gleichgewicht oder balancieren in eine Richtung. Varianten: In der Halle können die gespannten Slacklines mit Schwedenkastenelementen unterteilt werden. Die kürzeren Teilstücke sind einfacher zu überqueren als die längeren. Zur Erschwerung können die Schülerinnen verschiedene Tricks ausprobieren (z.b. sitzen, wippen, in Bauchlage liegen etc.). Material: Slackline Befestigungsvorrichtung 4
Schlussteil Blinzeln Die Schülerinnen bilden einen Kreis, wobei sie immer zu zweit hintereinander stehen. Die jeweils hintere Schülerin verschränkt ihre Arme. Eine Schülerin ist alleine an ihrem Platz und beginnt mit dem Blinzeln. Wenn sie jemanden anblinzelt, versucht die angeblinzelte Schülerin so schnell wie möglich zur Blinzelnden zu rennen und sich hinter sie zu stellen. Wenn die dahinter stehende Partnerin gut aufpasst und es schafft, die flüchtenden Schülerin zu berühren, ohne dabei selber ihren Platz zu verlassen, dann muss die vordere Schülerin stehen bleiben. Wenn die Flucht gelingt, fährt die Spielerin, die nun alleine ist mit dem Blinzeln weiter. Organisationshilfen / Methodisch-didaktische Hinweise Je mehr Balancierposten eingerichtet werden, desto übersichtlicher werden die Gruppen und desto abwechslungsreicher der Inhalt. Unsichere Schülerinnen können bei den Balancierposten Partnerhilfe (Hand reichen oder sich bei der Mitschülerin oder der Lehrperson abstützen) oder Gerätehilfe (Sprossenwand, Kletterstangen, Wand) in Anspruch nehmen. Die Anordnung der Posten wird situativ der Halle angepasst. Die Posten mit schweren Geräten sollen möglichst nahe am Geräteraum aufgestellt werden. Einzelne Posten können je nach Klassengrösse doppelt geführt werden, damit keine Wartezeiten entstehen. Allgemeines zum Thema Balancieren Punkt an der Wand fokussieren Arme seitlich ausstrecken leicht in die Knie gehen aufrechte Körperhaltung kleine Schritte machen Das Tragen von Geräteschuhen anstelle von Sportschuhen verbessert das Gefühl für den Untergrund. 5
Langbank-Passen 6
Wippe 7
Ballbalance 8
Seiltanz 9
Hängebrücke 10
Balanciermaterial 11
Slackline 12