Teilzeitbeschäftigung



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Transkript:

Teilzeitbeschäftigung Ergebnisse einer GPA - Selbstausfüllbefragung n=3.488 Pressegespräch am 28.04.2008 Georg Michenthaler 1

Rücklaufstatistik 68 Betriebe österreichweit Branchen: Industrie/Energie, Handel, Sozialversicherung, Versicherungen/Banken, soziale Dienstleistungen und Sonstige Zielgruppe: Angestellte 9.168 verteilte Fragebögen 3.488 retournierte Fragebögen durchschnittliche Rücklaufquote: 38 % Verteilung/Rücklauf durch BetriebsrätInnen 2

Struktur der Stichprobe Geschlecht Alter Schulbildung Branche weiblich 92 männlich 7 bis 34 Jahre 23 35 bis 39 Jahre 20 bis 49 Jahre 41 ab 50 Jahre 16 Pflichtschule 7 Lehre 30 BMS ohne Matura 27 BHS mit Matura 21 Akademie, FH, Universität 14 Industrie/Energie 13 Handel 24 Sozialversicherungen 20 Banken, Versicherungen 12 Soziale Dienstleistungen 27 Sonstige 4 in Prozent 3

Struktur der Stichprobe Familienstand Anzahl der Kinder Elternteilzeit Bundesländer verheiratet 65 in Lebensgemeinschaft 16 alleinstehend 18 kein Kind 13 ein Kind 32 zwei Kinder 41 drei und mehr Kinder 11 Frauen 14 Männer 10 Burgenland 3 Kärnten 7 Niederösterreich 18 Oberösterreich 23 Salzburg 9 Steiermark 14 Tirol, Vorarlberg 7 Wien 18 in Prozent 4

Vergleich angemeldete und tatsächliche Arbeitszeit Es werden durchwegs Mehrstunden geleistet nach Branchen unterschiedlich in Wochenstunden Arbeitszeit angemeldet Arbeitszeit real Differenz GESAMT 24.5 26.4 + 1.9 Industrie/Energie 23.7 26.0 + 2.3 Handel 24.3 26.3 + 2.0 Sozialversicherungen 26.1 27.5 + 1.4 Banken, Versicherungen 22.8 24.2 + 1.4 Soziale Dienstleistungen 24.0 26.4 + 2.4 Sonstige 28.2 28.6 + 0.4 5

Arbeitszeitregelung nach Branchen Frage: Welche Arbeitszeitregelung haben Sie? (in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 GESAMT 32 20 8 Industrie/Energie 17 75 3 5 Handel 38 12 10 Sozialversicherungen 21 75 1 3 Banken, Versicherungen 47 42 6 5 Soziale Dienstleistungen 33 25 29 13 Sonstige 47 8 31 14 fix Gleitzeit vorgegebene ständig wechselnde frei einteilbar ständig wechselnde 6

Wie wird Mehrarbeit abgegolten? Frage: Falls Sie Mehrarbeit leisten, wie wird Ihnen diese abgegolten? (Mehrarbeit ist alles, was Sie über die vereinbarte Stundenanzahl hinaus an Arbeitsstunden leisten.) (in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 GESAMT 1 5 Industrie/Energie 1 3 Handel Sozialversicherungen 1 4 5 4 1 Banken, Versicherungen 2 5 Soziale Dienstleistungen 2 3 Sonstige 1 7 16 17 17 25 30 23 12 10 20 14 17 29 21 Zeitausgleich (Freizeit) teils Freizeit/teils ausbezahlt ich leiste keine Mehrarbeitsstunden 69 69 56 78 72 74 54 ausbezahlt wird nicht abgegolten 7

Tätigkeit vor TZ-Beschäftigung Frage: Was haben Sie unmittelbar vor Ihrer derzeitigen Teilzeitbeschäftigung gemacht? (in Prozent) Frage: Hatten Sie vor dieser Karenz eine Vollzeitbeschäftigung (Basis: Karenz, Mutterschutz, n=1.309; in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 38 nein 14% k.a. 5% 15 11 ja 81% Vollzeit beschäftigt Karenz, Mutterschutz Kinderbetreuung Teilzeit beschäftigt bei einem anderen Dienstgeber 8

Teilzeit weniger anspruchsvoll als Vollzeit? Frage: Ist Ihre nunmehrige Tätigkeit in Teilzeit weniger anspruchsvoll als Ihre vorherige Vollzeit- Arbeit? (Basis: mit vorhergehender Vollzeitbeschäftigung, n=2.168, in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 GESAMT 15 66 bis 15 Stunden 30 45 bis 20 Stunden 19 59 bis 25 Stunden 14 66 bis 30 Stunden 13 70 mehr als 30 Stunden 10 78 ja nein 9

Gründe für Teilzeit Frage: Arbeiten Sie in Teilzeit, weil...? (in Prozent) GESAMT 11 20 26 58 Industrie/Energie Handel Soziale Dienstleistungen Sonstige 3 26 20 23 18 14 29 25 22 24 24 24 35 45 49 70 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 keine geeignete Vollzeitstelle Sie sonstige private Verpflichtungen Zeit für Hobbys und private Interessen Kinderbetreuungspflichten 10

TZ Beschäftigung mit Kinderbetreuungspflichten Frage: Arbeiten Sie auch deswegen in Teilzeit, weil...? (Basis: mit Kinderbetreuungspflichten, n=2.020; in Prozent) 100 90 80 70 60 50 30 20 10 0 17 16 10 62 38 15 29 25 20 18 15 15 GESAMT bis 750,-- Euro bis 1.000,-- Euro bis 1.500,-- Euro bis 2.000,-- Euro mehr als 2.000,-- Euro Kinderbetreuung zu teuer Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen ermöglichen keine VZ keine geeignete Kinderbetreuungseinrichtung zur Verfügung 28 22 12 14 15 9 11

Möglichkeit mehr zu arbeiten Frage: Wenn Sie den Wunsch hätten, mehr Stunden arbeiten zu wollen, ginge es dann bei Ihrem/Ihrer derzeitigen ArbeitgeberIn problemlos, Ihre Arbeitszeit zu erhöhen? (in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 GESAMT 36 25 Industrie/Energie 48 13 39 Handel 23 28 49 Sozialversicherungen 54 11 35 Banken, Versicherungen 38 18 44 Soziale Dienstleistungen 25 41 34 Sonstige 29 31 ja nein weiß nicht 12

Benachteiligung gegenüber Vollzeit Frage: Fühlen Sie sich als Teilzeitbeschäftigte gegenüber Vollzeitbeschäftigten benachteiligt?(in Prozent) Frage: In welchen der folgenden Bereiche fühlen Sie sich als Teilzeitbeschäftigte gegenüber Vollzeitbeschäftigten benachteiligt? (Basis: Personen die sich benachteiligt fühlen, n=1.933; in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 22 nein 45% ja 55% 25 31 49 44 9 Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten Aufstiegsmöglichkeiten Erhalt von Informationen Teilnahme an Besprechungen Entlohnung, Bezahlung aus sonstigen Gründen 13

Bekanntheit der neuen Mehrarbeitszuschläge Frage: Kennen Sie die neue Regelung der Mehrarbeitszuschläge, die die Gewerkschaft für Sie verhandelt hat? (in Prozent) 0 10 20 30 50 60 70 80 90 100 GESAMT wie vereinbart bis 2 Stunden mehr bis 4 Stunden mehr mehr als 4 Stunden Handel 36 33 39 45 61 64 57 57 57 51 ja nein 14

Fazit Teilzeitarbeit ist für die Mehrheit der Betroffenen die in der momentanen Lebensphase gewünschte Arbeitszeitform Hinter dem Wunsch nach TZ steht zumeist ein traditionelles Rollenverständnis, das der Frau die maßgebliche Verantwortung für die familiäre Reproduktionsarbeit zuweist Benachteiligungen hinsichtlich Karriere und (Lebens-) Einkommen sind bewusst und werden vielfach in Kauf genommen Als problematisch wird Teilzeit v.a. dort empfunden, wo den Nachteilen von TZ keine Vorteile (Zeitautonomie und Planbarkeit) gegenüber stehen In jenen Branchen, in denen TZ als betriebliche Strategie der flexiblen Auslastungssteuerung dient, treten die Nachteile von TZ kumuliert auf TZ ist je nach betrieblichen Rahmenbedingungen sehr differenziert zu betrachten - generell wäre eine Aufwertung (gleiche Tätigkeitsfelder und Karriereoptionen wie Vollzeit) und eine bessere Geschlechterdurchmischung von Teilzeit anzustreben 15