Herzlich Willkommen Workshop:, Dipl.-Sportlehrer, MTT BRS-Saarland
Gliederung Definition Gleichgewichtsfähigkeit Haltung und Haltungsschwächen Methodische Trainingsaspekte Checkliste Belastung Koordination/Gleichgewicht Unterrichtsbeispiele 2
Definition Gleichgewichtsfähigkeit 3
Gleichgewichtsfähigkeit Als Gleichgewichtsfähigkeit wird die Fähigkeit bezeichnet, den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand zu halten. Sie ist ein Teil der koordinativen Fähigkeiten. Das Gleichgewichtssinn hat sein Zentrum im Gleichgewichtsorgan (Innenohr) und Kleinhirn, ist aber auch eng mit der Sehbahn und anderen Sinnen sowie mit Reflexen verbunden. Diskussionswürdig: Mittlerweile wurde herausgefunden, dass es keine Gleichgewichtsfähigkeit gibt. Die Gleichgewichtsleistungen des Menschen sind fertigkeitsspezifisch (Wikipedia 2010) 4
statische Gleichgewichtsfähigkeit Die statische Gleichgewichtsfähigkeit bezieht sich auf den Gleichgewichtserhalt in relativer Ruhestellung. Dabei werden Informationen des kinästhetischen, des taktilen und des optischen Analysators verarbeitet = Lageempfinden (Meinel/Schnabel 2006). Sie kommt in allen Haltungen und Stellungen des menschlichen Körpers zur Geltung. www.biodyn-balance.com 5
dynamische Gleichgewichtsfähigkeit Quelle: eigen Die dynamische Gleichgewichtsfähigkeit bezieht sich auf die Haltung und Wiederherstellung des Gleichgewichts bei großräumigen Lageveränderungen und Drehungen des Körpers. Dabei kommen besonders die vestibularen Informationen zum Einsatz (Meinel/Schnabel 2006) Grundlage ist der Bogenapparat im Innenohr, der die Reize, die durch die Winkelbeschleunigung entstehen, registriert. Dynamisches Gleichgewicht ist besonders bei Sportarten wichtig, bei denen große und/oder schnelle Lageveränderungen ausgeführt werden z.b. Ski, Fußball, Tennis, etc. 6
objektbezogene Gleichgewichtsfähigkeit Die objektbezogene Gleichgewichtsfähigkeit ist im Sport nicht zu vernachlässigen. Sie bezieht sich auf die Fähigkeit ein Objekt mit dem Körper balancieren zu können, wie zum Beispiel den Fußball auf dem Fuß oder einen Ball auf dem Knie zu tippen (Wikipedia 2010). Quelle: eigen 7
Definition - Abgrenzung Die Propriozeption (= Tiefensensibilität) ist die bewusste und unbewusste Verarbeitung afferenter Informationen über Gelenkstellungen Gelenkbewegungen Gelenkkraft durch das zentrale Nervensystem. Das Gleichgewicht jedoch wird über das vestibulare System im Innenohr angesteuert! 8
Haltung Haltungsschwächen sind nie als ein statisches Problem zu sehen Haltung besteht immer in einem dynamischen Gleichgewicht das ZNS verlernt bei Inaktivität, die Haltemuskulatur korrekt anzusteuern Lösung: körperliche Instabilität, also vielseitiges Spielen und Bewegen, verbessert die Reizleitung. Es entstehen eine Vielzahl von aktiven Nerv-Muskel-Aktivierungen Zwei verschiedene Rumpfpositionen mit verschiedenen internen Gleichgewichtszuständen, aber gleich bleibendem externen Gleichgewicht. Die unteren Grafiken zeigen die Druckverteilung unter den Füßen und die Wanderung des Körperschwerpunktes während 30 Sekunden (Pfeil). (O. Ludwig) 9
Haltung: Zahlen - Daten - Fakten Schwerwiegende Folgen: ein 8-jähriges Kind sitzt im Schnitt von Montag bis Freitag ca. 35 Stunden (Ludwig 2008) im Durchschnitt von 17.641 Kindern: täglich 9 Std. Sitzen, 9 Stunden Liegen, 5 Stunden Stehen, eine Stunde Bewegung (Bös 2007) von 1.600 untersuchten Kindern (7-16 Jahre) zeigten mehr als die Hälfte der untersuchten Kinder deutliche Haltungsschwächen (Uni-Saarland, 2006) 15% von 4.529 untersuchten Kinder (4-17 Jahre) halten die Empfehlung der WHO von einer Stunde körperlicher Aktivität pro Tag ein (MOMO-Studie, Motorik-Modul, Karlsruhe, 2009) Kinder aus sozial schwachen Schichten und mit Migrationshintergrund fallen besonders auf (KIGGS 2007) die durchschnittliche tägliche Laufleistung der Deutschen liegt bei ca. 870 m (im Vergleich: 1970 waren es 12 km/tag) (Gesundheitssurvey 2004) 10
Streckerschlingen-Aktivierung Quelle: Thomas Myrs, Anatomy Trains, 2008 11
Methodische Strategie im Unterricht Stabilisation/Gleichgewicht und Propriozeption 12
Aufbau Training Stufe B/C Ausgangsstellung Unterlage Störmanöver Sitz beide Füße auf dem Boden Halbsitz (ein Fuß auf dem Boden) freier Sitz (nur Rumpf) Zweibeinstand (Teilbelastung, Vollbelastung): Stand Schrittstellung Zehenstand Fersenstand Einbeinstand (Teilbelastung, Vollbelastung): Stand Zehenstand Fersenstand instabile Unterlage Kissen Trampolin Weichbodenmatte Balance-Pad viele weitere Möglichkeiten mobile Unterlagen Drehteller Kreisel Stabilisator Vibrationsplatte Augen Sicht beeinträchtigen (Licht reduzieren, Blick auf die Füße verhindern usw.) Schließen der Augen vestibuläre Störung Kopfrotation Kopfextension/-flexion Kopfseitneigung unterschiedliche Frequenzen motorische Aufgaben Bewegung der Extremitäten Fangen, Werfen, Schlagen etc. multi tasking kognitive Störung 13
Checkliste Belastung Koordination Belastungsdauer Wiederholungszahl 45-60 Sekunden 15-20 Wiederholungen Rhythmus 2-0-2 Pause Regeneration subjektives Belastungsgefühl 15-20 Sekunden (lohnende Pause) 24-48 Stunden nicht ermüdend 14
Methodische Reihe Stufe 1: Stufe 2: Aktivierung der lokalen Stabilisatoren (Physiotherapie) Statische Stabilität --------------------------------------------------------------------------------------- Stufe 3: Stufe 4: Dynamische Stabilität Reaktive Stabilität 15
Gleichgewicht/Koordination Stufe 3: dynamische Gleichgewicht 16
Gleichgewicht/Koordination (Stufe 3) 17
Gleichgewicht/Koordination Stufe 4: reaktives Gleichgewicht 18
Gleichgewicht/Koordination (Stufe 4) 19
Summary Voraussetzungen zum Erfolg: diagnostischer Ausschluss muskuloskelettaler Fehlhaltungen (Beinlänge, Beckenachse) systematischer Aufbau der Beinachse (Reihenfolge beachten!): statische Stabilität dynamische Stabilität reaktive Stabilität Kräftigung der Körpermitte (Core) Aktivierung der dorsalen Streckerschlingen in Muskelschlingen (kinematischen Ketten) arbeiten PNF-Technik einsetzen (Überkreuzansteuerung der Extremitäten) vielseitiges und motivierende Bewegungsaufgaben 20
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und viel Spaß in den Workshops, Dipl.-Sportlehrer Medizinischer Trainingstherapeut Landeslehrwart BRS-Saarland 21