Lehrerinformation 1/6 Arbeitsauftrag Von der Höhlenmalerei im französischen Lascaux bis hin zu modernen Kunstwerken. Eine spannende und anschauliche Zeitreise durch die. Ziel Die SuS kennen einerseits aus den verschiedenen Zeitepochen Referenzbilder und werden andererseits mit den verschiedenen Epochen vertraut. Material Arbeitsblatt, zerschnitten in einzelne Kärtchen Arbeitsblatt als Lösungsblatt eventuell Computer oder Fachbücher für weitere Informationen Sozialform EA / PA Zeit 45 Zusätzliche Informationen: Möglicher Einstieg: Teilen Sie die Klasse in Gruppen (2-4 SuS pro Gruppe). Jede Gruppe erhält nun alle Bilder (ohne Angaben zu Künstler und Jahr) und versucht diese chronologisch zu ordnen. Welche Überlegungen machen die SuS dabei? Lassen Sie die SuS gemeinsam oder zu Zweit weitere Informationen zu den jeweiligen Epochen zusammentragen. Das Arbeitsblatt ist gleichzeitig auch das Lösungsblatt. Die einzelnen Stücke müssen vorgängig ausgeschnitten werden. Jede(r) SchülerIn sucht sich ein Kunstwerk aus und stellt es der Klasse vor. (Was gefällt ihnen daran? Welcher Künstler hat es gemalt? Aus welcher Epoche stammt es? Welchen Wert hat das Bild? Wo ist das Original? etc.
2/6 Aufgabe: Setze die Teile so zusammen, dass sie a) chronologisch stimmen und b) zu jeder Epoche der richtige Kurzbeschrieb und das richtige Bild / Künstler passen. Ein Überblick durch die Epochen der Epoche Kurzbeschrieb Bild / Künstler Steinzeit 30`000-10`000 v. Chr. Gemalt wird auf Stein (Höhlenwände) mit Holzkohle oder Pflanzenfarben. Als Pinsel dienen einfache Hölzchen. Die Motive sind meist einfach, aber sehr naturgetreu und realistisch dargestellt. Die Frage ist, ob sich die Maler bereits als Künstler sehen oder ob die Höhlenmalerei ein Ritual (zum Beispiel zum Beschwören der Tiere) ist. Höhlenmalerei von Lascaux ca. 16`000 v. Chr. Bild: Wikipedia Antike 1200 v. Chr. - ca. 600 n. Chr. Die Gemälde in der Antike werden erstmals vom Künstler signiert. Die Maler streben eine äusserst naturgetreue Darstellung an, so dass die Werke für den Betrachter realitätsnah erscheinen. Die Maler beherrschen sowohl die Perspektiven wie auch die Anatomie von Menschen und Tieren. Herculaneum Achill und Chiron" ca. 1. Jh. n. Chr.
3/6 Mittelalter 6. bis 15. Jahrhundert Der Malstil ist steifer und weniger naturgetreu wie in der Epoche zuvor. Die Menschen sind eingehüllt in Gewänder und werden viel statischer dargestellt. Umgebungen wie Häuser werden nicht der gewohnten Perspektive angepasst. Zudem wurden meist biblische respektive geistliche Motive gemalt. Goldränder oder eine Goldgrundierung kommen oft vor. Leichenzug Mariens" 13. Jh. Bild: Planet-schule.de Renaissance 15. und 16. Jahrhundert Ähnlich wie in der Antike sehen die Bilder nun wieder viel realistischer und plastischer aus. Zudem wird die Zentralperspektive angewandt. Der Maler setzt dabei einen Fluchtpunkt ins Gemälde, auf den alle Linien verlaufen. So erscheinen die Gemälde sehr räumlich. Der Künstler malt wieder so, wie es der Mensch sieht. Pietro Perugino Visione di San Bernardo 1493 Barock 1575 bis 1770 Es kommt quasi zu katholischen und protestantischen Gemälden. Am besten kann man das in Kirchen beobachten: Die katholische ist viel üppiger und sinnlicher. Dagegen wirkt die protestantische sehr kühl und karg. Kirche Santa Maria del Corlo, Gewölbe mit Scheinarchitektur Foto: Wikimedia
4/6 Klassizismus 1770-1840 Die Künstler verabschieden sich von gleichnishaften Bildern der Barockzeit und malen Szenen aus der griechischen und römischen Antike. Jacques-Louis David Der Schwur der Horatier 1784 Romantik 1795-1860 Da kommt die Schwärmerei für das einfache Landleben auf. Dies aus einem einfachen Grund, die Städte beginnen zu wachsen und man sehnt sich nach dem einfachen Leben auf dem Lande. So erstaunt es nicht, dass oft Gemälde von Feldern und Natur entstehen. Dabei kommt wieder die Zentralperspektive auf, welche die Bilder räumlich erscheinen lässt. Wilhelm von Kobell Heimkehr des Bauern am Abend" 1803 Bild: Planet-schule.de Realismus 1830-1880 Einfache Tätigkeiten werden bildhaft und monumental dargestellt. Das heisst, dass Alltägliches und Sachliches propagiert und ohne Beschönigung gemalt wird. Dabei können Inhalte von Kunstwerken durchaus auch anecken. Jean-Francois Millet Ährenleserinnen" 1857
5/6 Impressionismus 1850-1900 Impressionismus bedeutet Eindruck. Eines der wichtigsten Merkmale ist die Auflösung von Farbe und Formen. Das Gemälde von Monet, einem der bekanntesten Vertreter dieser Epoche, gibt der Kunstbewegung den Namen. Mit unterschiedlichen Methoden erhalten die Bilder eine unglaubliche Ausdruckskraft. Dadurch dass 1841 die Tubenfarbe erfunden wird, können die Künstler ihre Kunstwerke draussen malen und den Moment einfangen. Claude Monet Impression 1872 Expressionismus 1900-1930 Was punkto Technik über Jahrhunderte geschaffen und erlernt wurde, wird ignoriert. Stattdessen steht der Ausdruck des Künstlers im Mittelpunkt: Perspektiven lösen sich auf, es werden knallige Farben gebraucht. Der Künstler zeigt im Bild, wie er etwas empfindet, er drückt durch die seine Gefühle aus. Erich Heckel Rote Häuser 1908 Bild: settemuse.it Abstraktion 1914-1935 Die Gegenstände werden komplett aufgelöst und spielen keine Rolle mehr. Viel mehr sind es geometrisch angeordnete Kompositionen, Farbspielereien, Kontraste und Linien, durch welche sich der Künstler ausdrückt. Wassily Kandinsky Unbroken Line" 1923 Bild: invisiblebooks.com
6/6 Kubismus 1907-1915 Zentrales Merkmal ist, dass die Motive und Gegenstände mathematisch und geometrisch angelegt sind. Der Bildaufbau folgt systematisch und Gegenstände werden auf die Grundformen reduziert. Wie in einem Baukasten werden verschiedene Einheiten zur Bildkomposition benutzt. Pablo Picasso Porträt von Dora Maar" 1937 Bild: obamapacman.com Surrealismus 1922-1930 Die Motive scheinen nicht zusammen zu passen. Oftmals stehen sie abnormal zueinander. Sie können auch stark verfremdet sein. Es sind Gegenstände oder Formen gemalt, welche man in der Wirklichkeit nicht so wiederfindet. Die Künstler malen sehr schnell, um so wenig wie möglich mit dem rationalen Denken beschäftigt zu sein. René Magritte Der Verrat der Bilder" 1929 Bild: abcphil.phil-splitter.com Pop Art 1959-1970 Pop Art erklärt Alltagsgegenstände, zum Beispiel aus der Werbung, zur Kunst. Oft sind die dargestellten Gegenstände wie in einem Plakat ohne Tiefe, also flächig gestaltet. Die Farben sind immer klar, es werden meistens nur die unbunten und Primärfarben angewendet. Andy Warhol Campbell's Soup Cans" 1962 Bild: Wikipedia