Schlink, Der Vorleser Teil 1 A Kap. 1-4 B Kap. 5-8 C Kap. 9-12 D Kap. 13-17 Aufträge für die Gruppenarbeit: 1. Setzen Sie Titel zu den Kapiteln! Versuchen Sie über die Titelgebung Wichtiges hervorzuheben bzw. Zusammenhänge ins Blickfeld zu rücken. 2. Sammeln Sie die in den Kapiteln verstreuten Zeitangaben (Jahr, Monat, Jahreszeit, Altersangaben etc.). 3. Wählen Sie eine Textpassagen aus (2-3 aufeinander folgende Abschnitte), in denen deutlich wird, was den Erzähler an der erzählten Geschichte interessiert, d.h. an den beschriebenen Vorfällen und Erlebnissen am Charakter der Personen an ihren Lebensumständen an ihren Handlungen an ihren Motiven Wählen sie eine Passage aus, die zeigt, wie der Erzähler seine eigenen Handlungen, Motive und Gefühle reflektiert und wie er seine Beziehung zu anderen Personen und deren Rolle im Geschehen sieht. Auftrag im Plenum : 1. Stellen Sie Ihre Titel vor. Begründen Sie Ihre Wahl und geben Sie dabei einen Überblick über das jeweilige Kapitel (wechseln Sie sich in der Gruppe ab!). 2. Weisen Sie auf alle Daten hin, die für die Chronologie der Ereignisse und die Biographie der Hauptpersonen relevant sind. 3. Leiten Sie kurze Diskussionen zu den von Ihnen vorgeschlagenen Textpassagen.
Schlink, Der Vorleser Teil 1 1. Setzen Sie Titel zu den Kapiteln! Versuchen Sie mit der Titelgebung auf wichtige innere oder äussere Entwicklungen zu fokussieren. 2. Beachten Sie die in den Kapiteln verstreuten Zeitangaben (Jahr, Monat, Jahreszeit, Altersangaben etc.), versuchen Sie die Lebensgeschichten der Protagonisten in einer Chronologie zu datieren. 3. Kommentieren Sie eine Reflexion des Erzählers: Was interessiert ihn im Zusammenhang mit den erzählten Ereignissen? Wie reflektiert der Erzähler seine damaligen Handlungen, Motive und Gefühle? 4. Wiederkehrende, ausführlich beschriebene und kommentierte Themen: Welches sind zentrale Themen und Motive im erzählten Geschehen und in den Reflexionen des Erzählers? 5. Freudscher Blick in die Psyche eines Fünfzehnjährigen: Kommentieren Sie Michael Bergs Handeln sowie die sein Handeln begleitenden Empfindungen und Überlegungen aus Freudscher Perspektive.
Schlink, Der Vorleser Teil 2 Bearbeiten Sie ein Kapitel! («close reading») 1. Setzen Sie zum Kapitel zwei Titel! Titel 1 verweist auf einen wichtigen äusseren Vorgang (Handlung), Titel 2 auf den thematischen Kern einer Erzähler-Reflexion. Kapitelübergreifendes Mindmap: Sammeln Sie in den Teilen 1 und 2 Informationen / Reflexionen, die Sie mit der Handlung und Erzähler-Reflexion in diesem Kapitel verbinden können. 2. Stellen Sie alle Fragen, die sich der Erzähler stellt, in einem Katalog zusammen! (wörtlich zitieren, mit Angabe der Seitenzahl) 3. Wählen Sie eine (mehrere) Textpassage(n) aus [d.h. zwei bis drei aufeinander folgende Abschnitte], in denen deutlich wird, was den Erzähler interessiert an der erzählten Geschichte und an der eigenen Rolle, die er darin spielt, bzw. wie er seine Beziehung zu anderen Personen und deren Rolle im Geschehen sieht. [Falls im Kapitel vorhanden: Sammeln Sie die in den Kapiteln verstreuten Zeitangaben, versehen Sie die Zeitangaben mit einem Hinweis auf die entsprechenden Ereignisse! (Seitenzahl notieren!). Ergänzen sie die chronologischen Lebensläufe von M. Berg und H. Schmitz mit den neuen Angaben.]
Schlink: Der Vorleser (1995) Daten 1. Teil: 1958 2. Teil: Mai Juni 1965 3. Teil: 1965 1983 (Kap. 1 11) 1994 (Kap. 12) Michael Berg 1943 geb. 1958 Beziehung zu Hanna Schmitz 1965 als Student der Rechtswissenschaft verfolgt M. B. den KZ Prozess, in dem Hanna mitangeklagt ist 1968 Heirat mit Gertrud 1973 Scheidung M. B. bespricht die ersten Kassetten für Hanna (vgl. S. 174 f.) 1983 Hannas Entlassung steht bevor: M. B. kümmert sich um die Wohnungs und Arbeitssituation Hannas Herbst 1984 M. B. besucht in New York die überlebende Tochter 1993 Spielberg, «Schindlers Liste» (vgl. Der Vorleser, S. 142) 1994 M. B. schreibt die Geschichte nieder (vgl. S. 205) Hanna Schmitz 21. 10. 1922 geb. (vgl. S. 40 und 70) 1943 Eintritt in die SS (vgl. S. 40 und 91) 1965 Prozess (vgl. S. 91) 1973 Hanna erhält die ersten Kassetten von M. B. (vgl. S. 174 f.) 1977 Hanna schreibt erstmals eine Karte an M. B. (vgl. S. 177) 1983 Selbstmord am Tag der Entlassung (Haftdauer: 18 Jahre)
Schlink: Der Vorleser Zweiter Teil: Der Prozess gegen die KZ Aufseherinnen Michael Berg als Zuschauer, Teilnehmer und Richter: «Ich war Zuschauer gewesen und plötzlich Teilnehmer geworden, Mitspieler und Mitentscheider.» (S.131) Dilemma 1 1: Verurteilen und/oder verstehen? «Ich wollte Hannas Verbrechen zugleich verstehen und verurteilen.» (S. 151) Wer versteht, (be-)urteilt anders. Wer die Beweggründe einer Person / eines Täters und die Hintergründe einer Handlung / einer Tat genau kennt, steht vor einem Dilemma, das Madame de Staël (1766-1817) in einer kurzen Sentenz formuliert hat: «Alles verstehen, heisst alles verzeihen.» (frz. «Tout comprendre, c est tout pardonner.») Und wir, die LeserInnen, fragen uns: Was an Hannas Handlungen können wir verstehen? Was daran müssen wir verurteilen? Dilemma 2: Was soll ich tun? Handeln oder passiv bleiben? Reden oder schweigen? (vgl. 2. Teil, Kap. 11 und 12) Und wir, die LeserInnen, fragen uns: Was würden wir an Michael Bergs Stelle tun, handeln oder passiv bleiben 1 Dilemma (griech. / lat.) Klemme, Wahl zwischen zwei (gleich unangenehmen) Dingen, Zwangslage, Zwangsentscheidung
Schlink: Der Vorleser Dritter Teil: Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Die «Schatten der Vergangenheit» in Michael Bergs Leben Der Zorn der Gefängnisleiterin auf Michael Berg und Hanna Schmitz (S. 197) Michael Berg im Auftrag Hannas bei einer Überlebenden des Holocaust Sachtext zum Stichwort «Vergangenheitsbewältigung»: Auszug aus A. und M. Mitscherlich, Die Unfähigkeit zu trauern (1977) Zur Diskussion: «Was sollte und soll meine Generation der Nachlebenden eigentlich mit den Informationen über die Furchtbarkeiten der Vernichtung der Juden anfangen?» B. Schlink, Der Vorleser, S. 99
Schlink: Der Vorleser Kontexte: 1. Ex-Nazis im Nachkriegsdeutschland (vgl. Vorleser, S. 161) Material: Zeitungsartikel & Recherche im Internet 2. Stichwort «Gehorsamsbereitschaft» (vgl. Vorleser, S. 146) Material: Presse-Artikel zum Milgram-Experiment & Recherche im Internet 3. Stichwort «Vergangenheitsbewältigung» (vgl. Vorleser S. 161 f.) Material: A. Mitscherlich, Über Vergangenheitsbewältigung Kommmentieren Sie mit Hilfe der Mitscherlich-Thesen die Reaktionen auf den Bergier-Bericht > vgl. Suchresultate im Internet! 4. Stichwort «Analphabetismus» vgl. http://www.stiftung-sags.ch/482/alphabetisierung/illettrismus.htm http://www.lesenschreiben.ch/cms/page.php?p=12 Schlinks Roman hat die Diskussion rund um die sog. Vergangenheitsbewältigung erneut angefacht. Welche Rolle spielt dabei der Analphabetismus Hannas? Präsentieren Sie: a) die Thematik, die dazugehörigen Sachverhalte und Situationen, die dazugehörigen Fakten und Zahlen b) Analysen, Interpretationen und Thesen zur Thematik