Expertenanhörung

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Transkript:

Expertenanhörung 11.03.2015 Leiterin sstelle

Entwicklung Anzahl Klienten Jugend- und Drogenberatungsstelle nach Hauptsubstanz Opiode Cannabis Stimulantien 350 319 300 276 289 250 200 150 100 50 220 127 86 202 181 184 184 134 139 121 111 129 99 105 106 220 179 164 149 120 111 150 96 145 72 169 67 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Arbeitsschwerpunkt drogenkonsumierende Eltern Jahr Eltern Schwangere Kinder 2013 192 10 285 2014 197 32 319 2015 (Februar) 15 Zugang über: gynäkologische Praxen Uniklinikum / KH Neustadt / KH Friedrichstadt Jugendamt Klienten der Beratungsstelle Projekt Trampolin

Arbeitsschwerpunkt drogenkonsumierende Jugendliche Problemverhalten Jugendlicher (wie Substanzmissbrauch) hat viele Facetten und ist multidimensional Probleme Jugendlicher sind nur im sozialen Kontext zu verstehen die Familie ist der primäre Kontext für gesunde Entwicklung d.h. in der Arbeit mit der Familie und den Eltern liegt die größte Chance, eine Fehlentwicklung bei einem Jugendlichen günstig zu beeinflussen Orientierung am Risiko-/Schutzfaktorenmodell

Prävention Grundsätzlich keine Neuauflage von überholten Konzepten der einseitigen Informationsvermittlung: Man teilt den potentiellen Zielgruppen die Gefahren des Konsums mit und erwartet, die Adressaten würden die Botschaft verstehen und darauf ihr Verhalten ändern... Inzwischen wird allgemein konstantiert, dass dieser Zugang zur Suchtprävention relativ erfolglos und ineffektiv ist. (Sting/Blum: Soziale Arbeit in der Suchtprävention, 2003)

Grundsätzlich kein einseitiges Präventionskonzept, sondern differenzierte Präventionskonzepte für unterschiedliche Zielgruppen : Ansatz universelle Prävention selektive Prävention indizierte Prävention Beratung/Behandlung Zielgruppe allgemeine Bevölkerung oder Teilgruppen (bspw. Jugendliche) Gruppen mit spezifischen Risikomerkmalen hinsichtlich späterer Suchtmittelproblematik Personen mit manifestierten Risikoverhalten hinsichtlich Suchtmittelgebrauch Personen mit schädlichem oder anhängigem Konsum

universelle Prävention Vermittlung von Wissen über Entstehung problematischen Substanzkonsums (Substanzübergreifend, ggf. spezifischere Informationen zu Substanzen mit aktuellem Bezug) Reflektion der eigenen Schutz-/Risikofaktoren, dadurch Möglichkeit der Selbstreflektion des eigenen Gefährdungspotentials (suchtpräventive) Konzepte der Lebenskompetenzförderung auch für Jugendlichen weiterentwickeln und etablieren

selektive Prävention Wissen und frühzeitiges Erkennen vorhandener Risikomerkmale durch Bezugspersonen - Zugang zu Gruppen/Personen mit spezifischen Risikomerkmalen finden geeignete Angebote zur Auseinandersetzung und konstruktiven Umgang mit den Risikofaktoren

indizierte Prävention Zugang zu betroffenen Gruppen/Personen finden geeignete Angebote zur Auseinandersetzung mit dem Substanzkonsum ohne aktueller Motivation zur Konsumveränderung: Vermittlung von Safer-Use-Wissen zur Vermeidung von gesundheitlichen und/oder psychischen Schädigungen?

Beratung / Behandlung geeignete Angebote für spezifische Konsumentengruppen mit spezifischen Problemlagen erarbeiten und etablieren (Jugendliche, Schwangere, Eltern, Arbeitskontext) Erweiterung von Angeboten und Ressourcen des Hilfesystems (Entgiftungsmöglichkeiten, therapeutische Angebote)

Grundsätzlich Konzentration auf die Qualifizierung von Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen: Konzentration auf die Settings Schule, Familie und Freizeit/ Jugendhilfe - Erkennen vorhandener Risikofaktoren frühzeitige Interventionen

Grundsätzlich sinnvolle Kooperation und notwendige Trennung von Strategien der Angebotsverringerung (Repression) und der Reduzierung der Nachfrage (Suchtprävention)

aktuelle suchtpräventive Aktivitäten der sstelle Setting Familie und Eltern Kinder Schule offener Kinder- und Jugendbereich Stadtteil- und Gemeindearbeit Betriebe sonstiges Seminare zur Kindeswohlgefährdung bei drogenkonsumierenden Eltern Projekt Trampolin Beratungslehrerausbildung Lehrerfortbildungen in Schulen Elternabende MOVE-Seminare Teamfortbildungen Fachgremien Seminare für Auszubildende in päd. Berufen Mitarbeit im Arbeitskreis Suchtprävention Stadtteilrunden Seminar Sucht- und Abhängigkeit für Mitarbeiter der Stadtverwaltung Seminare für Auszubildende der Stadtverwaltung Vorträge in der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens Weiterbildungen für Fachkraft ÖGD Seminare für Auszubildende in med. Berufen Frühintervention im Jugendarrest Beteiligung an verschiedenen Fachtagen zu unterschiedlichen Themen (u.a. Crystal)

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.