FAMO Fachkräftemonitoring

Ähnliche Dokumente
Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit

Dr. Werner Wimmert. Wirkungen der Bevölkerungsentwicklung. sowie den Staatssektor in Deutschland. nun BWV BERLINER WISSENSCHAFTS-VERLAG

Wirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf den Schattensektor sowie den Staatssektor in Deutschland

Wirkt die staatliche Abschreckung?

Wirtschaftskrise führt wieder zum Anstieg der Schattenwirtschaft

Teil VIII DIE MAKROÖKONOMISCHEN DATEN

Arbeit im Schatten. Theoretische und empirische Überlegungen über die Schattenwirtschaft

Stufen des wirtschaftlichen Erfolgs

Wi rtschaftspsychologie

Anstieg der Arbeitslosigkeit führt 2010 zu einer leichten Erhöhung der Schattenwirtschaft

Ein erneuter Anstieg der Schattenwirtschaft (Pfusch) in Österreich in 2015

Hintergrundinformationen zum Pressegespräch der Stiftung Marktwirtschaft. Guter Staat Böse Bürger? Schattenwirtschaft und Steuerhinterziehung

Mittel- und langfristige Finanzierung der Pflegevorsorge. Präsentation der Studie des WIFOs

2.2 Aspekte des Sportinteresses der Bevölkerung Deutschlands Forschungslücke... 62

Rechtliche und ökonomische Aspekte der Schattenwirtschaft

Auf der Suche nach Schwarzarbeit

Prognose für 2018: Verhältnis von Schattenwirtschaft zum offiziellen BIP fällt auf unter 10 %

Wachstumschancen für Österreich

Älter werden in Stuttgart Generation 50 plus

Kurzfristige ökonomische Fluktuationen

1. Einleitung. 1.1 Phasen einer ökonometrischen Analyse

Grundlagen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Lehrpersonen: Hoch belastet und trotzdem zufrieden?

Studie: Die Digitalisierung der Arztpraxis zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Wie reagieren Sparer in Deutschland auf das Niedrigzinsumfeld?

Studie: Bauqualität und Wahrnehmung der Bauqualität aus der Sicht von privaten und öffentlichen Bauherren und

Was sind die VGR und wie werden sie kritisiert?

Ernährung, Bewegung und Körpergewicht:

Phillips Kurve. Einführung in die Makroökonomie. 10. Mai 2012 SS Einführung in die Makroökonomie (SS 2012) Phillips Kurve 10.

Kindergarten zahlt sich aus

BERGISCHE UNIVERSITÄT WUPPERTAL Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. Klausuraufgaben

Sozioökonomische und makroökonomische Effekte in Oberösterreich aufgrund der Zeitumstellung

Langfristiger Rückgang der Schattenwirtschaft kommt zum Stillstand

Arbeitsklima Index 2014

SVS. Schweizerischer Verband der Sozialversicherungs-Fachleute. Zentral-Prüfungskommission. Berufsprüfung Soziale Sicherheit.

Messung ökonomischer Aktivität: BIP und Arbeitslosigkeit

Univ.-Prof. Dr. Christoph Breuer & Dr. Kirstin Hallmann Factsheet zur Studie Akzeptanz des Spitzensports,

K L A U S U R A R B E I T

Prüfungsaufgaben für das Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde. Zwischenprüfung. Aufgabe

Ein Tourismus-Satellitenkonto für Österreich

Volkswirtschaftslehre für WI ler, Bachelor 60 Pkt. SS Makroökonomik- Dr. Jörg Lingens

Perspektivenwechsel? Teilnehmendeninteressen und Unternehmensbedarfe im Vergleich

Weisse Liste Arztsuche Auswertung von Befragungsergebnissen

Lebenswerte Gesellschaft

kommunalen Ordnung in der Öffentlichkeit 1. Oktober Frankfurt a.m.

Institutionen im Verbund Qualitätsbefragung Angehörigenberatung

Detlef Pollack. Was denken die Deutschen über den Islam?

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Stand:

DER ÖKONOMISCHE FUSSABDRUCK DER ELEKTRIZITÄTSWIRTSCHAFT

MIGRATION VON NICARAGUA NACH COSTA RICA

3. Bevölkerungsprozesse und Haushaltsstrukturen

Übungsaufgaben Makroökonomik

CITIZENSHIP UND SPANISCHE ARBEITSPOLITIK IN KRISENZEITEN AUS SICHT LATEINAMERIKANISCHER HAUSANGESTELLTER UND BAUARBEITER

Umfrage zum IT Betrieb (IT Service Operation)

Entwicklung der Schattenwirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Gut gefragt ist gut gefragt? Wie umgehen mit Diskrepanzen "statistischer Realität" und empirischer Wahrnehmung von Bürgermeinung?

BRUTTOINLANDSPRODUKT JE EINWOHNER/-IN 2018*

Qualifikationsstand und Berufsverbleib nach dem DaF-Studium

SYNTHESEBERICHT ÜBER VERLETZUNGEN VON RECHTEN DES GEISTIGEN EIGENTUMS Zusammenfassung

Determinanten der Bildungsungleichheit

Ursachenforschung und Möglichkeiten zur Steigerung des Sicherheitsgefühls am Beispiel der Stadtteilspaziergänge

Schafft Nachhaltigkeit Public Value?

Beschäftigungseffekte durch den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland Brutto- und Nettobeschäftigung

Pflegevorsorge in Österreich. PD Dr. Ulrike Famira-Mühlberger, PhD Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Cannabiskonsum der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland

Die wirtschaftliche Bedeutung der Regionalbahnen. Pressegespräch 11. August 2015

Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Gesundheitspersonal

Regionalwirtschaftliche Kennzahlen

FAMO I Qualifikationsbedarf und Qualifizierungsmaßnahmen der Unternehmen & Qualifikation der Arbeitskräfte

Staatsverschuldung. Vorlesung Bauwirtschaft Öffentliche Ausgaben

Transkript:

FAMO Fachkräftemonitoring Robert Hierländer, Klaus Nowotny: Das Arbeitskräfteangebot im irregulären Sektor. Ein Vergleich der CENTROPE-Regionen Wien und Bratislava-Trnava FAMO Ergebnispräsentationsworkshop Wien, 27.01.2010

Das Arbeitskräfteangebot im irregulären Sektor Befragung zur Schwarzarbeit Teil der Haushalts- und Unternehmensbefragungen im Projekt FAMO I Fragestellungen angelehnt an Eurobarometer-Erhebung, erlaubt länderübergreifende Vergleiche Zentrum der Auswertung: Vergleich der Bereitschaft zur Schwarzarbeit Wien Bratislava/Trnava 1 28.01.2010

Definition und Messung Definition der Schattenwirtschaft Übersicht 2.1: Enste Schneider, 2006. Inoffizielle Sektoren einer Volkswirtschaft Offizieller Sektor Haushaltssektor Informeller Sektor Irregulärer Sektor Krimineller Sektor Güter/Dienstleistungen legal legal legal legal illegal Ausführung legal legal legal illegal illegal Markttransaktionen ja nein ja ja ja VGR-Konventionen BIP Selbstversorgungswirtschaft Schattenwirtschaft Untergrundwirtschaft Messung Direkte Methoden (Befragungen, Daten aus Steuerprüfungen, etc.) Indirekte Methoden (monetärer Ansatz, Diskrepanz- Methoden) Direkte Methoden unterschätzen und indirekte überschätzen irregulären Sektor meist 2 28.01.2010

Definition in dieser Studie Übersicht 5.3: Definition der Bereitschaft zur Schwarzarbeit Wären sie prinzipiell bereit, im Heimatland eine Arbeit anzunehmen, wenn das Einkommen bzw. Teile des Einkommens aus dieser Arbeit nicht gegenüber dem Finanzamt und der Sozialversicherung angegeben würden? Ja Nein Keine Angabe Würde es sie freuen, wenn sie einen Teil ihres Einkommens erhalten würden, ohne dass dieser gegenüber der Steuerbehörde/dem Finanzamt und der Sozialversicherung angegeben wird oder würden sie es bevorzugen, wenn ihr gesamtes Einkommen angegeben würde? Würde es akzeptieren Bereit Bereit Bereit Würde die volle Angabe bevorzugen Bereit Nicht bereit Nicht bereit Kommt darauf an Bereit Nicht bereit Keine Angabe Keine Angabe Bereit Nicht bereit Keine Angabe Weiß nicht Bereit Nicht bereit Keine Angabe FAMO-Haushaltsbefragung 2008/09, WIFO. 3 28.01.2010

Bereitschaft zur Schwarzarbeit Übersicht 5.4: Individuelle Bereitschaft zur Schwarzarbeit nach Geschlecht Anteile in % FAMO-Haushaltsbefragung 2008/09, WIFO-Berechnungen. Auf Basis der volljährigen Personen im erwerbsfähigen Alter (18-64 Jahre). Wäre dazu bereit Wäre nicht bereit Keine Angabe/ Weiß nicht Wien Männer 33,4 52,4 14,2 Frauen 30,7 50,1 19,2 Insgesamt 32,0 51,2 16,8 Slowakei Männer 20,0 71,7 8,3 Frauen 14,6 78,4 7,0 Insgesamt 17,2 75,1 7,6 4 28.01.2010

Das Arbeitskräfteangebot im irregulären Sektor Relativ hohe Akzeptanz der Schwarzarbeit in der Bevölkerung 5 28.01.2010

Determinanten des Arbeitskräfteangebots Viele Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen in Determinanten der Bereitschaft zur Schwarzarbeit zwischen Wien und der Westslowakei Bereitschaft zur Schwarzarbeit sinkt in Slowakei mit Einkommen und Bildungsniveau Nicht-linearer Zusammenhang mit Einkommen in Wien, konstanter Effekt der Bildung Regressionsanalyse zeigt Risikobereitschaft und subjektive Zufriedenheit als wichtigste Determinanten der Bereitschaft zur Schwarzarbeit 6 28.01.2010

Wahrnehmung der Bereitschaft zur Schwarzarbeit durch Unternehmen Unternehmen wurden im Rahmen der Unternehmensbefragung gefragt, ob sie in letzter Zeit eine Bereitschaft von Arbeitskräften, ohne Arbeitsvertrag zu arbeiten, bemerkt haben 9,5% der Wiener und 6,7% der slowakischen Unternehmen nahmen Bereitschaft zur Schwarzarbeit wahr Bereitschaft von Arbeitskräften zur Schwarzarbeit wird vor allem in Kleinst- und Kleinbetrieben (bis zu 50 Beschäftigten) insbesondere in der Baubranche wahrgenommen 7 28.01.2010

Wichtigste Ergebnisse Relativ hohe Akzeptanz von Schwarzarbeit in Bevölkerung beider Regionen Hohe Steuer- und Abgabenlast als Hauptmotive Bereitschaft zur Schwarzarbeit in Wien höher als in Westslowakei Risikobereitschaft und subjektive Zufriedenheit wichtigste Determinanten der Bereitschaft zur Schwarzarbeit Kleinst- und Kleinbetriebe sowie Bauunternehmen nehmen höhere Bereitschaft zur Schwarzarbeit wahr 8 28.01.2010