Burnout - Ein Frauen- oder Männerproblem Fortbildungsveranstaltung Tagung Frauen- und Männergesundheit, Bamberg, 5. Oktober 2012 Göran Hajak Professor, Dr. med., Dr. med. habil., MBA Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Sozialstiftung Bamberg Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen Universität Regensburg
Burnout Erschöpfungssyndrom als Folge lang anhaltender Belastung
? Wie erkennt man ein Burnout?
Wer hat ein Burnout? 1 2 3 Die Warnlämpchen, das Burnout Triplett: Emotionale Erschöpfung: Das Gefühl ausgelaugt und im Umgang mit anderen Menschen angestrengt und übermäßig gefordert sein. Depersonalisierung: Der Verlust an Begeisterung und Interesse und vermehrt distanzierte, resignierte, zynische oder abwertende Haltung gegenüber dem Arbeits- und Tagesgeschehen und dort handelnden Personen. Subjektiv erlebte, reduzierte Leistungsfähigkeit: Das Gefühl von abnehmender Kompetenz bezüglich der eigenen Arbeit und Unzufriedenheit mit Leistung und dem Erreichen von Zielen. modifiziert nach Maslach & Jackson; Maslach Burnout Inventory Manual, Consult Psychol Press, Palo Alto, CA,1996 und Beschoner und Braun; Nervenheilkunde 2007; 27: 125-3; Braun et al.; Nervenheilkunde 2009:27:800-4 und Hochstrasser et al.; Nervenheilkunde 2008; 27:11-24
Wer hat ein Burnout? 1 Subjektiv überbeansprucht und ausgelaugt, 2 gefühllos und zynisch im Umgang und 3 subjektiv zunehmend inkompetent modifiziert nach Maslach & Jackson; Maslach Burnout Inventory Manual, Consult Psychol Press, Palo Alto, CA,1996 und Beschoner und Braun; Nervenheilkunde 2007; 27: 125-3; Braun et al.; Nervenheilkunde 2009:27:800-4 und Hochstrasser et al.; Nervenheilkunde 2008; 27:11-24
Vorsicht Burn-Out ist keine exakt definierte medizinische Diagnose
Verwandte und überlappende Störungen Chronische Müdigkeitssyndrom Fibromyalgie Stresssyndrom Depression Burnout Syndrom Somatische Krankheit Dysthymie Neurasthenie Somatisierungs störung
Wann wird Burnout zur Depression? Haben Sie sich in den vergangenen Monaten niedergeschlagen, deprimiert oder hoffnungslos gefühlt? Haben Sie in den vergangenen Monaten bemerkt, dass Sie wenig Interesse aufbringen konnten oder keine Freude an dem empfinden konnten, was Sie taten? Wenn Nein auf beide Fragen, ist die Diagnose Depression unwahrscheinlich. Falls Ja auf beide Fragen, muss die Abklärung fortgeführt werden. Whooley et al. N Engl J Med. 2000;343:1942-1950
? Wie entsteht Burnout?
Wie entsteht ein Burnout? Bedingung Der Mensch im Prozess von Leistung und Hilfestellung Selbstbild Fähigkeit Leistung Forderung Entwickelt und modifiziert nach Freudenberger HJ; J Social Issues 1974; 30: 159-65; Maslach C; Hum Behav 1976; 5: 16-22; Maslach & Jackson; Maslach Burnout Inventory Manual, Consult Psychol Press, 1996; Beschoner & Braun; Nervenheilkunde 2007; 27: 125-33 und Hochstrasser et al.; Nervenheilkunde 2008; 27:11-24
Wie entsteht ein Burnout? Negative Selbstbewertung Fiktion Der Mensch im Prozess von Leistung und Hilfestellung Forderung Bedingung Leistung Diskrepanz Realität Entwickelt und modifiziert nach Freudenberger HJ; J Social Issues 1974; 30: 159-65; Maslach C; Hum Behav 1976; 5: 16-22; Maslach & Jackson; Maslach Burnout Inventory Manual, Consult Psychol Press, 1996; Beschoner & Braun; Nervenheilkunde 2007; 27: 125-33 und Hochstrasser et al.; Nervenheilkunde 2008; 27:11-24
Wer ist gefährdet? Im Prinzip: Alle Besonders: Ehrgeizigen Perfektionisten Idealisten Einzelgänger Dünnhäutige Sensible
Was kann ich selbst gegen Burnout tun??
Maßnahmen gegen Burnout 3 Kernfaktoren: 1. Arbeitssituation 2. Individuelle Basis 3. Empfundener Stress Maßnahmen Achte auf die Work-Life Balance Belohne Dich selbst!
Meta-Analyse Der Effekt von Urlaub (9-14 Tage) auf Gesundheit und Wohlbefinden ist im Urlaub: gering (Cohen s d = 0, 43) nach dem Urlaub: gering (Cohen s d = 0, 38) (verschwindet schnell) Search term hits 1702, analysierte Studien 7; multiple measurement methods Effekte nach Cohen: großer Effekt > 0,8; mittlerer Effekt 0,5-0,8; geringer Effekt 0-0,5 De Bloom J et al.; J Occup Health 2009; 51:13-25
12 Regeln zur Burnout-Verhütung 1. Verleugnen Sie es nicht! 2. Verändern Sie Ihre Lebensumstände! 3. Vermeiden Sie Überengagement! 4. Vermeiden Sie Isolation! 5. Schluss mit Überfürsorglichkeit! 6. Treten Sie kürzer! 7. Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem! 8. Entwickeln Sie Mut zum Nein sagen! 9. Beachten Sie Ihr persönliches Tempo! 10. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers! 11. Grübeln Sie weniger! 12. Behalten Sie Ihren Sinn für Humor!