1 2012 Information Seite 1 Richtig argumentieren Das ist doch kein Argument! Situation 1 Eine Klasse der Berufsschule unterhält sich über das Ziel einer Klassenfahrt: A: Max: Also, ich finde Italien toll! Da war ich schon mit meinen Eltern, am Meer bei Rimini kann man am Strand gut abhängen. B: Franz: Wandern wäre schön. Mein Vater ist im Schwarzwaldverein und hat die Möglichkeit, für uns eine Hütte zu buchen. Dort könnten wir selbst kochen. C: Anna: Wandern pff spießig! Was haltet ihr von einer Großstadt? Tagsüber etwas anschauen und nachts Party bis zum Abwinken. D: Olga: Mir gefällt Annas Idee, aber wir sollten uns informieren, was das kostet! Großstadt ist immer teuer. E: Max: Ich bin immer noch für die Adria. Da gibt es kulturell einiges zu sehen. F: Franz: Stellt euch vor, wir sind den ganzen Tag an der frischen Luft, kochen abends zusammen und dann können wir feiern und stören im Wald niemanden. Das ist doch urig, übrigens auch gut für unsere Fitness! G: Olga: Franz Vorschlag hat schon was Wäre auch gut für die Klassengemeinschaft. H: Max: Ich bin für Italien! Basta! I: Anna: Wandern finde ich ekelig. Schon allein wegen der Viecher im Wald. In der Stadt würden wir was erleben! J: Franz: Was denn? Mach doch mal Vorschläge! K: Anna: Ich weiß noch nichts Genaues, aber Spaß hätten wir sicher mehr als in dem blöden Schwarzwald. Olga: Das ist ja nun wirklich kein Argument!
Seite 2 Arbeitsblatt 1 2012 Richtig argumentieren Das ist doch kein Argument! Arbeitsauftrag 1 1. Was meinen Sie? Hat Olga mit ihrer Aussage Recht? Begründen Sie Ihre Meinung. 2. Untersuchen Sie die Argumente der anderen Gesprächsteilnehmer. Wer argumentiert gut, wer schlecht? Begründen Sie Ihre Meinung. Argument +/ Begründung A B C D E F G H I J K 3. Fassen Sie zusammen: Wodurch zeichnet sich ein gutes Argument aus? 4. Sehr wichtig ist auch, dass eine Argumentation zum/zur Gesprächspartner/-in bzw. zur Zielgruppe passt. Wer aus der Klasse formuliert passend zur Zielgruppe? Begründen Sie Ihre Meinung. 5. Die Klasse will nun ihre Lehrerin, Frau Maier, überzeugen. Formulieren Sie ein Argument für jedes Reiseziel: Schwarzwald: Adria: Großstadt:
1 2012 Lösungsvorschlag Seite 3 Richtig argumentieren Das ist doch kein Argument! Lösungsvorschlag zu Arbeitsauftrag 1 1. Was meinen Sie? Hat Olga mit ihrer Aussage Recht? Begründen Sie Ihre Meinung. Ja, Olga hat Recht, weil Anna einfach eine Behauptung aufstellt ( Wir hätten Spaß ) ohne ihre Behauptung begründen zu können oder Beispiele zu nennen. Außerdem tut sie den Vorschlag von Franz als blöd ab, was unsachlich ist. 2. Untersuchen Sie die Argumente der anderen Gesprächsteilnehmer. Wer argumentiert gut, wer schlecht? Begründen Sie Ihre Meinung. Argument +/ Begründung A +/ + persönliche Begeisterung zu wenig präzise B +/ + nennt Beispiel für Aktivitäten und Möglichkeit zu buchen Vorschlag ist für Zielgruppe evtl. zu spießig C /+ unsachlich, nicht konkret + Aussicht auf Feiern gefällt der Zielgruppe D + geht auf Annas Vorschlag ein, bringt sachliches Argument E + besteht auf seiner Meinung und bringt Programmvorschlag/bleibt sachlich F + persönliche Begeisterung, konkrete Vorschläge, erwähnt auch den Aspekt des Feierns (= passt zur Zielgruppe) G + geht auf Franz Vorschlag ein und ergänzt mit guter Begründung H beharrt unsachlich ( basta ) auf seinem Vorschlag I Begründungen zu persönlich J + nimmt Gesprächspartnerin ernst und fordert sie zu Vorschlägen auf K keine Vorschläge, unsachlich 3. Fassen Sie zusammen: Wodurch zeichnet sich ein gutes Argument aus? Es ist sachlich. Es ist auf die Zielgruppe bezogen. Es ist konkret. Es wird begründet. Es wird durch Beispiele anschaulich. 4. Sehr wichtig ist auch, dass eine Argumentation zum/zur Gesprächspartner/-in bzw. zur Zielgruppe passt. Wer aus der Klasse formuliert passend zur Zielgruppe? Begründen Sie Ihre Meinung. C, F, G
1 2012 Arbeitsblatt Seite 11 Die Wirkung von Fragen Offene und geschlossene Fragen Arbeitsauftrag 2 a) Klären Sie gemeinsam, was man unter offenen und geschlossenen Fragen versteht, und notieren Sie in Stichpunkten deren Merkmale. Offene Fragen Geschlossene Fragen b) Was bewirken offene Fragen und wann ist es sinnvoller, geschlossene Fragen einzusetzen?
Seite 12 Arbeitsblatt 1 2012 Die Wirkung von Fragen Offene und geschlossene Fragen Arbeitsauftrag 2 c) Überlegen Sie, welche der aufgeführten Fragen offene und welche geschlossene Fragen sind. Finden Sie selbst noch je zwei Beispiele für eine offene und eine geschlossene Frage. Frage offen geschlossen Haben Sie das schon einmal probiert? Was haben Sie bisher unternommen? Wann geben Sie mir Bescheid? Kann ich mit einer Antwort rechnen? Unter welchen Bedingungen können Sie liefern? Haben Sie das verstanden? Wie kann ich Ihnen das erklären? Haben Sie noch Fragen?
1 2012 Lösungsvorschlag Seite 13 Die Wirkung von Fragen Offene und geschlossene Fragen Lösungsvorschlag zu Arbeitsauftrag 2 a) Klären Sie gemeinsam, was man unter offenen und geschlossenen Fragen versteht, und notieren Sie in Stichpunkten deren Merkmale. Offene Fragen beginnen oft mit einer W - Frage: Wer?, Wo?, Was?, Warum?, Wie lange? sind gesprächsfördernd. regen den/die Gesprächspartner/-in zu einer Stellungnahme an. gewähren dem/der Gesprächspartner/-in mehr Freiraum. Geschlossene Fragen können nur mit Ja oder Nein beantwortet werden. stoppen einen übermäßigen Redefluss. zielen auf eine kalkulierbare Antwort. provozieren den/die Gesprächspartner/-in zu einer eindeutigen Stellungnahme. engen den/die Gesprächspartner/-in ein. b) Was bewirken offene Fragen und wann ist es sinnvoller, geschlossene Fragen einzusetzen? Geschlossene Fragen fordern zu kurzen Antworten auf: Ja oder Nein. Das kann dann hilfreich sein, wenn es auf eine sofortige, klare Entscheidung ankommt. Man kann damit verdeutlichen, dass man nicht näher auf das Thema bzw. den Sachverhalt eingehen will bzw. kann. Offene Fragen eröffnen die Möglichkeit, seine eigene Meinung, seine Bedenken, seine Erfahrungen oder Vorlieben auszusprechen. Sie bieten dem/der Befragten die Chance, zu einem bestimmten Sachverhalt Stellung zu beziehen. Sie führen das Gespräch voran.
Seite 26 Information 1 2012 Schreiben fürs Internet Teil II Strukturieren fürs Internet Situation Luisa Müller (20) macht eine Ausbildung zur Mediengestalterin in einer großen Werbeagentur. Eine Aufgabe der Auszubildenden ist es, eine Internet- Zeitung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gestalten und zu schreiben. Luisas Ausbildungsleiter, Herr Schulte, hat Luisa eine Pressemitteilung gegeben. Das Bundesbildungsministerium hat sie verschickt. Sie handelt von einer Studie zur Mobilität von Auszubildenden. Herr Schulte findet die Ergebnisse der Studie so interessant, dass er sie gerne in der Internet- Zeitung veröffentlicht hätte. Auszubildende lassen sich von Grenzen nicht aufhalten Auszubildende und Berufsfachschüler/-innen aus Deutschland sind beruflich wesentlich mobiler als bisher angenommen. Das geht aus einer neuen Studie im Auftrag der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung hervor. Laut den Ergebnissen haben von 2007 bis 2009 rund 23 500 junge Menschen in der Erstausbildung jährlich ein Praktikum oder einen vergleichbaren Lernaufenthalt im Ausland absolviert das sind 50 Prozent mehr als bisher angenommen. Mit dieser Studie liegen erstmals verbindliche Daten vor, die das gesamte Spektrum grenzüberschreitender Mobilität in der beruflichen Bildung erfassen, betonte Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den Pilotcharakter der Untersuchung. Wir freuen uns über die positiven Entwicklungen und das wachsende Engagement der Auszubildenden und Ausbildungsbetriebe im Bereich der Auslandsmobilität. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die jungen Menschen in der Auslandsmobilität einen großen Mehrwert für ihre berufliche und persönliche Entwicklung sehen. In besonderem Maße heben die Befragten die Verbesserung der internationalen Fachkenntnisse, der interkulturellen Kompetenzen und der Fremdsprachenkenntnisse hervor. Eine international ausgerichtete Wirtschaft benötigt international geschulte Fachkräfte. Deshalb wollen wir die jetzt schon erfreuliche Auslandsmobilität in der beruflichen Bildung bis 2015 verdoppeln, bekräftigte Braun.