OP-TECHNIK STEP BY STEP. Hand APTUS Hand

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Transkript:

OP-TECHNIK STEP BY STEP Hand 1.2-2.3 APTUS Hand

2 Hand 1.2-2.3 LITERATUR 1. Ruchelsmann, D.E., Chaitanya, S.M., und Jupiter, J.B. The Role of Locking Technology in the Hand Hand Clinics 26, 307-319. 2010.

Hand 1.2-2.3 3 APTUS Hand INHALTSVERZEICHNIS 4-5 Merkmale, Technik 6-15 Allgemeine Anwendung der Instrumente 6 Einleitung 6 Produktmaterialien 6 Indikationen 6 Kontraindikationen 6 Farbkodierung 7 Halten und Positionieren 8 Biegen 9 Schneiden - Schneidezange Typ 1 10 Schneiden - Schneidezange Typ 2 11-12 Bohren 13 OP-Technik Zugschrauben 14 Tiefe messen 15 Aufnehmen der Schrauben 16-17 Korrekte Anwendung der TriLock Verblockungstechnologie 18 OP-Technik Rotationsplatte 19 OP-Technik Hakenplatte Medartis, APTUS, MODUS, TriLock, HexaDrive und SpeedTip sind eingetragene Marken(Waren)zeichen der Medartis AG, CH-4057 Basel

4 Hand 1.2-2.3 Merkmale, Technik Kombination ist die Lösung 1 2 3 4 5 1 Fixationsplatten im Modul 2 Detail Fixationsplatte 3 Four Corner Fusion Platte mit Schrauben belegt 4 Ausschnitt Hand-Knochenmodell 5 Finite-Elemente-Darstellung einer Medartis Platte Weiterführende Informationen zum Plattensortiment finden Sie im APTUS Bestellkatalog unter www.medartis.com/de/meta/downloads/marketingmaterial

Hand 1.2-2.3 5 Multidirektionale (±15 ) und winkelstabile Fixation Anatomische Platten HexaDrive Schraubenantrieb mit exzellenter Selbsthaltung TECHNOLOGIE TriLock die multidirektionale (±15 ) und winkelstabile Verblockung TriLock Schrauben können bis zu 3-mal wiederverblockt werden o Sphärische Dreipunkt-Keilverblockung o Reibschlüssige Verbindung durch radiales Verspannen des Schraubenkopfs in der Platte ohne zusätzliche Spannhilfen Variabler Winkel von ±15 Der Winkel der TriLock Schrauben kann im selben Plattenloch bis zu 3-mal korrigiert und die Schrauben wiederverblockt werden Minimaler Schraubenkopfüberstand durch inliegende Verblockungskontur Keine Kaltverschweissung zwischen Platte und Schrauben Intraoperativ fein justierbar PLATTENMERKMALE Anatomisches Plattendesign Niedrige Gesamtbauhöhe Abgerundete Plattenkanten für maximale Weichteilschonung Anbiegbar und zuschneidbar für einen flexiblen Einsatzbereich Hervorragende Selbsthalteeigenschaften SCHRAUBENMERKMALE HexaDrive die sichere Verbindung von Schraube und Schraubendreher für eine erhöhte Drehmomentübertragung und eine Verbesserung des Selbsthaltemechanismus Hervorragende Selbstschneidefähigkeit dank präzisem und scharfem Gewinde Kontaktfläche für Schraubenhaltung Kontaktfläche für Drehmomentübertragung

6 Hand 1.2-2.3 Allgemeine Anwendung der Instrumente EINLEITUNG KONTRAINDIKATIONEN Flexibilität und Stabilität für eine optimale und schnelle Regeneration APTUS Hand Produkte gewährleisten eine anatomisch korrekte Rekonstruktion des Knochens und bieten frühe funktionelle Übungsstabilität. Die einzigartige TriLock Technologie ermöglicht nach dem Prinzip des Fixateur Interne die Stabilisierung von komplexen, intraartikulären Frakturen. Mithilfe der multidirektionalen Schraubenpositionierung werden einzelne Knochenfragmente winkelstabil fixiert und können anatomisch perfekt rekonstruiert werden. Durch die Stabilität des gesamten Konstrukts und der innovativen Verblockungstechnologie wird die Implantatgrösse signifikant reduziert und der Patient erhält damit deutlich mehr Bewegungsfreiheit für die anschliessende Therapie. PRODUKTMATERIALIEN Alle APTUS Implantate bestehen aus Reintitan (ASTM F67, ISO 5832-2) oder aus Titanlegierung (ASTM F136, ISO 5832-3). Sämtliche verwendeten Titanmaterialien sind biokompatibel, korrosionsbeständig und nicht toxisch im biologischen Milieu. Die Instrumente bestehen aus rostfreiem Stahl, PEEK oder Aluminium. INDIKATIONEN Bestehende oder verdächtige Infektionen am oder in der Nähe des Implantatorts Bekannte Allergien und/oder Fremdkörperüberempfindlichkeit Ungenügende oder schlechte Knochensubstanz, um das Implantat sicher zu verankern Patienten mit mangelnder Fähigkeit und/oder Kooperationsbereitschaft während der Behandlungsphase Von der Behandlung von Risikogruppen wird abgeraten FARBKODIERUNG System Farbkode APTUS 1.2 rot APTUS 1.5 grün APTUS 2.0 blau APTUS 2.3 braun Platten und Schrauben Spezielle Implantatplatten und -schrauben verfügen über eine individuelle Farbe: Implantatplatten gold: Fixationsplatten Implantatplatten blau: TriLock Platten (Verblockung) Implantatschrauben gold: Kortikalisschrauben (Fixation) Implantatschrauben blau: TriLock Schrauben (Verblockung) Frakturen der End-, Mittel- und Grundglieder der Phalangen sowie der Mittelhandknochen (Metakarpale) Alle Querfrakturen, Spiralfrakturen, gelenknahe Frakturen mit und ohne Gelenkbeteiligung, Schaftfrakturen, Trümmerfrakturen, Luxationsfrakturen und knöcherne Bandausrisse DIP- und PIP- Arthrodesen sowie Arthrodesen der einzelnen Handwurzelknochen

Hand 1.2-2.3 7 HALTEN UND POSITIONIEREN Mit den Plattenhalte- und Positionierinstrumenten A-2350/A-2650 werden Platten aus dem Implantatcontainer genommen und am Knochen positioniert. A-2350 1.2/1.5 Plattenhalte- und Positionierinstrument A-2650 2.0/2.3 Plattenhalte- und Positionierinstrument Das Plattenhalteinstrument entsprechend der Systemgrösse auswählen und die Platte am Steg aufnehmen. Richtige Aufnahme Zu beachten: Die Plattenhalteinstrumente können nicht zum Aufnehmen von 1.5 TriLock Platten (A-4350.xx) verwendet werden. Falsche Aufnahme Das kugelförmige Ende des Plattenhalteinstruments A-2350 erleichtert das Positionieren, Verschieben und Halten der Implantatplatte auf der Knochenoberfläche und kann systemübergreifend angewendet werden.

8 Hand 1.2-2.3 BIEGEN Bei Bedarf können die Platten mit der Plattenbiegezange A-2040 angebogen werden. Der Pin passt in alle APTUS Implantatgrössen 1.2/1.5 und 2.0/2.3 und schützt das Plattenloch vor Verformung. A-2040 1.2-2.3 Plattenbiegezange mit Vario Pin Die Platten stets mit der Plattenlochsenkung nach oben in die Biegezange einlegen. Beim Biegen muss der Schriftzug UP auf der Zange von oben lesbar sein. Nur so wird sichergestellt, dass die Plattenlöcher nicht beschädigt werden. Während des Biegens muss die Platte stets an zwei aufeinanderfolgenden Löchern gehalten werden, damit die Kontur des dazwischen liegenden Plattenlochs nicht beschädigt wird. Die Platte darf um maximal 30 gebogen werden. Wird die Platte stärker gebogen, besteht die Gefahr einer Verformung der Plattenlöcher sowie eines postoperativen Plattenbruchs. Zu beachten: Es ist zu vermeiden, die Platte durch Wechselbewegungen zu biegen, da dadurch das Risiko eines postoperativen Plattenbruchs steigt. Die Platten sind stets mit den dafür vorgesehenen Plattenbiegezangen zu bearbeiten, um eine Beschädigung der Plattenlöcher zu verhindern. Beschädigte Plattenlöcher verhindern einen korrekten und sicheren Sitz der Schrauben und erhöhen das Risiko eines Versagens des Systems.

Hand 1.2-2.3 9 SCHNEIDEN Für das APTUS Hand System gibt es zwei unterschiedliche Typen an Schneidezangen: Schneidezange Typ 1 A-2041 1.2-2.3 Vario Plattenschneidezange Die Schneidezange hat drei verschiedene, farbkodierte Schneidestationen: 1 1.2/1.5 Fixationsplatten (keine 1.5 TriLock Platten!) 2 2.0/2.3 Fixationsplatten 3 2.0/2.3 Kompressions- und TriLock Platten bis 1.0 mm Dicke (keine 1.3 mm dicken Platten!) Grid Platten können mit dieser Plattenschneidezange nicht gekürzt werden. 1 2 3 Aufsetzen der Implantatplatte über den Stift mit der entsprechenden Farbkodierung. Das letzte noch benötigte Plattenloch wird in den Stift eingelegt. Die Plattenlochsenkung muss dabei nach oben zeigen. Die Vario Plattenschneidezange hält während und nach dem Schneiden beide Plattenteile fest. Tipp: Für eine optimale untere Plattenschnittkante, wird das Implantat umgedreht und nochmals mit dem gleichen Plattenloch in die Schneidezange eingelegt und nachgeschnitten.

10 Hand 1.2-2.3 Schneidezange Typ 2 Mit diesen Schneidezangen können bei Bedarf alle 1.2/1.5 bzw. 2.0/2.3 Handplatten sowie K-Drähte bis zu einem Durchmesser von 1.4 mm (A-2048) bzw. 1.8 mm (A-2046) zugeschnitten werden. K-Drähte werden gekürzt, indem man den Draht durch die Durchgangsöffnung schiebt, die sich seitlich am Maulteil der Schneidezange befindet ( 1 ). Durch Drücken der Zange wird der Draht abgeschnitten. A-2046 1.2-2.8 Plattenschneidezange A-2048 1.2/1.5 Plattenschneidezange Es ist darauf zu achten, dass sich kein bereits abgeschnittenes Plattensegment in der Schneidezange befindet (Sichtprüfung). Die Platte wird von vorne in die geöffnete Schneidezange eingeführt. Die Plattenlochsenkung muss dabei nach oben zeigen. Tipp: Beim Einsetzen der Platte die Schneidezange leicht mit dem Mittelfinger stützen, um die Platte einfacher einführen zu können. 1 Die gewünschte Schnittlinie wird durch die Aussparung im Zangenkopf optisch kontrolliert (siehe Bild). Es muss dabei beachtet werden, genügend Material an der Platte zu belassen, um die Funktion des anschliessenden Plattenlochs nicht zu beeinträchtigen. Die Plattenlöcher sind stets einzeln abzutrennen soll die Platte um 2 Löcher gekürzt werden, sind 2 Schneidedurchgänge nötig. Beim Schneiden die Hand locker um die Zange legen um sicherzustellen, dass keine Teile wegspringen.

Hand 1.2-2.3 11 BOHREN Für jede APTUS Systemgrösse sind farbkodierte Spiralbohrer erhältlich. Alle Spiralbohrer sind über ein Ringsystem farbig kodiert. Für jede Systemgrösse gibt es zwei unterschiedliche Arten von Spiralbohrern: einen für Kernlochbohrungen und einen für Gleitlochbohrungen (Zugschraubentechnik). Kernlochbohrer = ein Farbring Der Bohrer muss über die Bohrerführung geführt werden, um eine Beschädigung des Plattenlochs zu verhindern, und um umliegendes Gewebe vom direkten Kontakt mit dem Bohrer zu schützen. Gleitlochbohrer = zwei Farbringe Zu beachten: Die Bohrerführung A-2020 ist nicht zur Verwendung mit 1.5 TriLock Platten vorgesehen. A-2020 2.0-2.3 Bohrerführung, zentrisch/exzentrisch A-2025 1.2/1.5 Bohrerführung, zentrisch/exzentrisch Mit diesem Symbol ist die zentrisch bohrende Seite der Bohrerführung gekennzeichnet. Diese Seite wird für alle Fixations- und TriLock Platten sowie für Zugschrauben verwendet. Mit diesem Symbol ist die exzentrisch bohrende Seite der Bohrerführung gekennzeichnet. Diese Seite wird nur für Kompressionsplatten verwendet. Zu beachten: Der Pfeil muss beim Bohren immer in Richtung der Fraktur zeigen.

12 Hand 1.2-2.3 Platte Positionieren. Bohrerführung und den farblich korrespondierenden Spiralbohrer in das Plattenloch einsetzen. Die Führung des Bohrers erfolgt beim APTUS System über den Bohrerschaft und nicht über die Bohrerwendel.

Hand 1.2-2.3 13 OP-TECHNIK ZUGSCHRAUBEN 1. Kernloch bohren Mit dem Kernlochbohrer (ein Farbring) der gleichen Systemgrösse bis zur Gegenkortikalis bohren. 2. Gleitloch bohren Mit dem Gleitlochbohrer (zwei Farbringe) der benötigten Systemgrösse im rechten Winkel bis zur Frakturlinie bohren. 3. Fraktur komprimieren Mit der Kortikalisschraube der entsprechenden Systemgrösse die Fraktur komprimieren. 4. Optionale Zwischenschritte vor dem Komprimieren Bei Bedarf kann mit dem entsprechenden Kopfraumfräser für Kortikalisschrauben eine Senkung in den Knochen gefräst werden, um den Schraubenkopf zu versenken. Empfohlen: Verwendung des Handgriffs A-2071 anstelle eines elektrischen Antriebs. Zur besseren Druckverteilung bei weichem oder osteoporotischem Knochen kann eine bikonkave Unterlegscheibe der entsprechenden Systemgrösse eingesetzt werden.

14 Hand 1.2-2.3 TIEFE MESSEN Die Tiefenmessgeräte A-2030/A-2032 dienen dem Ermitteln der optimalen Schraubenlänge für die mono- oder bikortikale Verschraubung. A-2030 1.2-2.3 Tiefenmessgerät A-2032 2.0/2.3 Tiefenmessgerät Zum Messen wird die Spitze des Tiefenmessgeräts auf die Implantatplatte oder direkt auf den Knochen aufgesetzt. Die Tastnadel des Tiefenmessgeräts besitzt einen Widerhaken, welcher entweder bis zum Bohrungsgrund geschoben oder an der Gegenkortikalis eingehakt wird, um die korrekte Schraubenlänge zu ermitteln. Dabei bleibt die Tastnadel statisch, nur der Schieber wird verschoben. Auf der Skala des Tiefenmessgeräts kann dann die ideale Schraubenlänge für das ausgemessene Bohrloch abgelesen werden.

Hand 1.2-2.3 15 AUFNEHMEN DER SCHRAUBE Die Schraubendreher A-2310/A-2610 verfügen über die patentierte Selbsthaltung HexaDrive. A-2310 1.2/1.5 Schraubendreher, selbsthaltend, HD4 A-2610 2.0/2.3 Schraubendreher, selbsthaltend, HD6 Zur Entnahme von Schrauben aus dem Implantatcontainer wird der Schraubendreher mit der entsprechenden Farbkodierung senkrecht in den Schraubenkopf der gewünschten Schraube eingeführt und die Schraube mit axialem Druck aufgenommen. Zu beachten: Ohne axialen Druck hält die Schraube nicht! Schraube senkrecht aus dem Fach ziehen. Die Schraube hält sicher auf der Klinge. Wenn trotz korrekter Anwendung die Schraube nicht aufgenommen werden kann, liegt dies meist daran, dass der Schraubenkopf vorher bereits aufgesteckt wurde. Dies kann zu bleibenden Verformungen im Selbsthaltebereich des HexaDrives im Schraubenkopf führen Schraubenlänge und -durchmesser am Längenmessmodul kontrollieren. Die Schraube wird am Kopfende gemessen.

16 Hand 1.2-2.3 KORREKTE ANWENDUNG DER TRILOCK VERBLOCKUNGSTECHNOLOGIE Die Schraube wird nach erfolgtem Vorbohren durch das Plattenloch in den Knochen geschraubt. Sobald der Schraubenkopf mit der Plattenoberfläche in Kontakt kommt, kann eine Drehmomentzunahme spürbar sein. Dies bezeichnet die sogenannte Einlaufphase, in welcher der Schraubenkopf in die Verblockungszone der Platte eindringt (siehe Diagramm, Bereich A ). Anschliessend kommt es zu einem kurz zeitigen Drehmomentabfall (Bereich B im Diagramm). Erst danach (Bereich C im Diagramm) erfolgt durch festes Anziehen die eigentliche Verblockung, bei der eine reibschlüssige Verbindung zwischen Schraube und Platte entsteht. Das gewählte Anzugsmoment im Bereich C ist entscheidend für die Qualität der Verblockung. Drehwinkel α Verblockungs-Drehmoment M Lock Drehmoment M Einlauf-Drehmoment M In Einlaufphase A Freilauf B Verblockung C

Hand 1.2-2.3 17 KORREKTE VERBLOCKUNG (±15 ) DER TRILOCK SCHRAUBEN IN DER PLATTE Ein Indikator für eine korrekte Verblockung ist die visuelle Kontrolle des Schraubenkopfüberstands. Erst wenn der Schraubenkopf bündig mit der Plattenoberfläche abschliesst, wurde die Verblockung korrekt durchgeführt (Bild 1+3). Sollte hingegen ein Überstand sichtbar bzw. fühlbar sein (Bild 2+4), ist der Schraubenkopf noch nicht komplett in die Verblockungskontur der Platte eingedrungen. In diesem Fall muss die Schraube noch einmal nachgezogen werden, um ein vollständiges Eindringen und Verblocken zu ermöglichen. Bei 1.0 mm dicken Platten ist ein Überstand des Schraubenkopfs von ca. 0.2 mm systembedingt vorhanden. Keinesfalls darf die Schraube zu stark angezogen werden, da sonst die Verblockung nicht mehr sichergestellt werden kann. Richtig: VERBLOCKT Falsch: UNVERBLOCKT Bild 1 Bild 2 Richtig: VERBLOCKT Falsch: UNVERBLOCKT Bild 3 Bild 4

18 Hand 1.2-2.3 OP-Technik Rotationsplatte 1. Platte positionieren Die Platte A-4350.23 mit dem Steg auf die Fraktur-/Osteotomielinie legen. 2. Platte vormontieren Platte mit 2 Schrauben (blaue TriLock oder goldene Kortikalisschrauben) im Schaft befestigen. Zu beachten: Anleitung zum Bohren und Tiefe messen auf Seite 11 und 14. Die Platte im Querloch mit 1 goldenen Kortikalisschraube befestigen. Schraube noch nicht fest anziehen. 3. Rotation einstellen 4. Platte befestigen Rotation einstellen und die Schraube im Langloch fest anziehen. Die Platte nun mit weiteren Schrauben am Knochen befestigen.

Hand 1.2-2.3 19 OP-Technik Hakenplatte 1. Platte aufnehmen Die Hakenplatte A-4340.32 aus dem Implantatcontainer nehmen und auf eine feste, sterile Unterlage legen. Die Hakenplatte mit dem Plattenhalteinstrument A-2350 im rechten Winkel durch festen axialen Druck aufnehmen. Die Platte kann bis zu 20 in beide Richtungen geschwenkt werden, ohne ihren Halt zu verlieren. 2. Bohren Während die Platte mit dem Plattenhalte- und Positionierinstrument am Knochen gehalten wird, kann mit der Bohrerführung A-2020/A-2025 ein Loch gebohrt werden. 3. Bohrtiefe messen 4. Schraube einbringen Mit dem Tiefenmessgerät A-2030 die benötigte Schraubenlänge messen. Die Schraube sorgfältig eindrehen und das Fragment fixieren. Postoperative Situation.

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