1. Geldmenge und Preise Kreuzen Sie die korrekten Aussagen an. Begründen Sie Ihren Entscheid bei den falschen Aussagen mit einem oder zwei kurzen Sätzen. Die Schweizerische Nationalbank kann die gesamte Geldmenge an Schweizer Franken direkt steuern. Zinsen auf Obligationenanlagen werden den Opportunitätskosten der Geldhaltung zugerechnet. Nimmt die Anzahl der Transaktionen zu, so sinkt die Nachfrage nach Geld. Wären Banknoten und Münzen nicht mehr knapp, so könnten sie die Funktionen des Geldes nicht mehr wahrnehmen. Steigt das allgemeine Preisniveau, steigt auch die Kaufkraft des Geldes. Der Geldmultiplikator gibt an, wie stark sich die Publikumsgeldmenge verändert, wenn die Zentralbank die Notenbankgeldmenge verändert. Gut verankerte Inflationserwartungen sind die Voraussetzung dafür, dass die Zentralbank über den Zinskanal das Preisniveau beeinflussen kann. 1 7
2. Kaufkraft und Preisniveau 2 1 a) Beschriften Sie die oben stehende Grafik zu Angebot und Nachfrage auf dem Publikumsgeldmarkt. b) Weshalb hat die Gerade «1» eine negative Steigung? Antworten Sie in zwei bis drei kurzen Sätzen. c) Weshalb verläuft die Gerade 2 senkrecht? Antworten Sie in zwei bis drei kurzen Sätzen. d) Die Zentralbank dehnt die Geldmenge aus. Zeichnen Sie die dadurch entstehende Veränderung in der oben stehenden Grafik ein. e) Wie wirkt sich die Erhöhung des Geldangebotes (Aufgabe d) bei gleichbleibender Geldnachfrage auf die Kaufkraft und das Preisniveau aus? Antworten Sie in zwei bis drei kurzen Sätzen. 2 7
3. Bilanzsumme und Finanzkrise Wie die folgende Grafik zeigt, haben die Bilanzsummen der Zentralbanken seit der Finanzkrise stark zugenommen. entwicklung bilanzsummen zentralbanken Index 100 = 1.2007 500 400 300 200 100 0 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 SNB Europäische Zentralbank (EZB) US-Zentralbank (Fed) Quelle: SNB a) Vervollständigen Sie die unten stehende vereinfachte Bilanz der SNB mit den gegebenen Begriffen. Unterstreichen Sie ausserdem die Bestandteile der Notenbankgeldmenge (M0). Banknoten, Währungsreserven, Goldreserven, Anleihen, SNB-Bills, Repo-Wertschriften, Girokonten der Geschäftsbanken Bilanz SNB Aktiv Passiv Verbindlichkeiten gegenüber Bund Reserveposition beim IWF Übrige Aktiven Bilanzsumme Rückstellungen und Eigenkapital Übrige Passiven Bilanzsumme 3 7
b) Angenommen, die SNB möchte die Notenbankgeldmenge M0 um 20 Millionen CHF erhöhen. Welche Buchung würde sie im Normalfall vornehmen? c) Der Geldmultiplikator M2 lag vor der Finanzkrise ungefähr bei 11. Heute (September 2013) liegt er bei 2 (siehe Abbildung 5). Welche Bedeutung hat dies für die neu geschaffene Geldmenge von 20 Millionen in unserem Beispiel? Welches sind die Auswirkungen auf die Publikumsgeldmenge M2? d) Um wie viel müsste die SNB die Geldmenge M0 erhöhen, damit sich die Publikumsgeldmenge heute (September 2013) gleich stark erhöht, wie sie das vor der Finanzkrise getan hätte? Wie würde sich dies auf die Bilanz der Nationalbank auswirken? e) Weshalb nahmen die Geldmultiplikatoren seit der Finanzkrise so stark ab? f) Die Grafik auf Seite 13 zeigt Mitte des Jahres 2011 nochmals einen starken Anstieg der SNB-Bilanzsumme. Erklären Sie. 4 7
4. Geldmengen a) Welche «Konten» gehören zu welcher Geldmenge? Termineinlagen, Bargeldumlauf, Spareinlagen, Sichteinlagen, Notenumlauf, Guthaben auf Girokonten, Transaktionskonten M1 M2 M0 M1 M2 M3 Notenbankgeldmenge Publikumsgeldmenge b) Wie wirken sich folgende Transaktionen bzw. Ereignisse auf die entsprechenden Geldmengen aus? Sie zahlen eine 100er-Note auf Ihr Sparkonto ein. M1 M2 M3 Aus Sicherheitsüberlegungen wandeln viele Anleger ihre Termineinlagen in eine Sichteinlage um. Die Geschäftsbanken horten mehr Geld. Der Geldmultiplikator für M1 M3 sinkt. c) Worin besteht der Zusammenhang zwischen der Notenbankgeldmenge und den übrigen Geldaggregaten (M1, M2, M3)? 5 7
5. Inflationserwartungen und Preisstabilität Eine deutsche Zeitung titelte kürzlich: «Inflationsangst lässt die Sparzinsen steigen». a) Weshalb steigen die Zinsen, wenn Inflation erwartet wird? Versetzen Sie sich in die Lage eines Sparers. b) In diesem Zusammenhang spricht man oft auch von einer «sich selbst erfüllenden Prophezeiung». Erklären Sie mit vier bis fünf kurzen Sätzen weshalb. c) Was bedeutet die Aussage «Die Inflationserwartungen sind gut verankert»? d) Weshalb ist es wichtig, dass eine Zentralbank das Ziel der Preisstabilität glaubwürdig verfolgt? 6 7
6. Geldpolitik a) Welche Möglichkeiten haben Zentralbanken, das Preisniveau zu beeinflussen, um für Preisstabilität zu sorgen? Konventionell: Unkonventionell: 10 b) Verliert eine Zentralbank ihre Glaubwürdigkeit, so kann eine Steuerung des Preisniveaus und der Konjunktur über die Zinsen verunmöglicht werden. Weshalb? c) Obwohl in der Folge der Finanzkrise die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken kaum beeinträchtigt wurde, ist eine Steuerung über die kurzfristigen Zinsen (Zinskanal) zurzeit nicht möglich. Begründen Sie. 10 Darunter verstehen wir hier eine direkte Beeinflussung des Publikumsgeldmarktes durch die Zentralbank. 7 7