TEAMCOACHING DAS BUCH Trainer aller Leistungsstufen erhalten hier professionelle und praxiserprobte Ratschläge zu allen psychologischen Fragen im Mannschaftssport: Wie findet ein Team zusammen? Wie kann die Saisonvorbereitung genutzt werden? Wie sieht eine gelungene Halbzeitbesprechung aus? Wie verhalte ich mich nach einer Niederlagenserie? Wie eine Mannschaft als Außenseiter gewinnen kann oder wie man mit der Favoritenrolle umgeht; wie man Angstgegner bezwingt, Krisen und Konflikte bewältigt und mit schwierigen Spielern umgeht dies und mehr verrät Ihnen ein erfahrener Mannschaftspsychologe. Zu jedem Thema werden jeweils konkrete Übungen vorgestellt, die jeder Trainer mit seiner Mannschaft einfach umsetzen kann. Mit diesem Leitfaden führen auch Sie Ihre Mannschaft zu dauerhaftem Erfolg! DER AUTOR Lothar Linz ist Diplompsychologe und Sportpsychologe mit eigener Praxis. Seit neun Jahren betreut er verschiedene Mannschaften im Fußball, Handball und Hockey von der Bezirks- bis hin zur Bundesliga. Von 2001bis 2004 betreute er die deutsche Hockeynationalmannschaft, gewann den Weltmeistertitel, den Europameistertitel sowie Bronze bei Olympia. E 16,95 [D] ISBN-13: 978-3-89124-975-8 ISBN-10: 3-89124-975-6 www.dersportverlag.de Lothar Linz ERFOLGREICHES TEAMCOACHING M& M
Erfolgreiches Teamcoaching
Danksagung Hinter einem fertigen Buch stehen viele Menschen, denen ich hiermit sehr für ihren Beitrag zu diesem Werk danken will. Auch wenn ich nicht jeden dabei namentlich nenne, so seien doch die Folgenden persönlich erwähnt. Zunächst gilt mein Dank allen Athleten, Mannschaften und Trainern, mit denen ich in den vergangenen Jahren zusammenarbeiten durfte. Ich habe von euch allen viel gelernt und denke gerne an die jeweilige gemeinsame Zeit zurück. Das gilt natürlich besonders für mein erstes Engagement beim SV Schlebusch und noch mehr für meine heiß geliebten Jungs, die Hockeynationalelf. Den Trainern, Dirk Dreher, Renate Wolf, Thomas Renette, Uli Forstner, Peter Hermann, Andreas Höppner und dem unvergleichlichen Bernhard Peters, danke ich zudem für das Vertrauen und die Wertschätzung, die sie mir zu jeder Zeit entgegengebracht haben. Meine Schwester, Dr. Erika Linz, gab mir den Anstoß, dieses Buch tatkräftig anzugehen. Als es vorwärts ging, waren es meine Frau Ira Linz und Andreas Höppner, die fleißig den gesamten Text Korrektur lasen und dabei mit ihren lobenden und kritischen Anmerkungen sehr dazu beitrugen, die Qualität des Textes zu steigern. Michael Klein half mir bei den Grafiken, Jürgen Burgmer bei den Fotos, Anke Tennemann bei der Findung eines Verlags und meine Lektorin Alexa Deutz wie auch alle anderen Mitarbeiter des Verlags waren immer ansprechbar und hilfsbereit. Danke euch bzw. Ihnen allen. Der ersten Damenmannschaft des RTHC Leverkusen und den Handballerinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen danke ich zudem für die Bereitschaft, sich fotografieren zu lassen. Nicht zuletzt danke ich meinen beiden Eltern, Gertrud und Erhard Linz, für all die Unterstützung, die sie mir auf meinem Lebensweg gaben, sodass ich überhaupt die Kraft hatte, ihn zu gehen. Im Folgenden wird der Einfachheit halber einheitlich die männliche Anrede gewählt. Natürlich werden beide Geschlechter damit angesprochen.
Lothar Linz Erfolgreiches Teamcoaching Ein sportpsychologisches Handbuch für Trainer Meyer & Meyer Verlag
Erfolgreiches Teamcoaching Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie das Recht der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert, vervielfältigt oder verbreitet werden. 2004 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2. Auflage 2006 Adelaide, Auckland, Budapest, Graz, Johannesburg, New York, Olten (CH), Oxford, Singapore, Toronto Member of the World Sportpublishers Association (WSPA) Druck: FINIDR, s. r. o., Ceský Tĕ sín ISBN-10: 3-89124-975-6 SBN-13: 978-3-89124-975-8 www.dersportverlag.de E-Mail: verlag@m-m-sports.com
Inhalt Inhalt Vorwort Unterhaching ist überall.................................9 I GRUNDLAGEN DES ERFOLGREICHEN TEAMCOACHINGS........11 1 Einführung in die Grundlagen des erfolgreichen Coachings..........12 2 Basiswissen für eine gelungene Kommunikation....................13 2.1 Das Kommunikationsmodell der vier Gesprächsebenen von Schulz von Thun (1981)........................................13 2.2 Das Beziehungsmodell der Transaktionsanalyse.......................16 2.3 Weitere wichtige Aspekte der Kommunikation........................19 3 Was ist ein Team? Gruppenregeln und Gruppendynamik.............21 3.1 Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile...................21 3.2 Was eine soziale Gruppe ausmacht..................................23 3.3 Die Gruppe ist wichtiger als das einzelne Mitglied.....................24 3.4 Jeder beeinflusst jeden.............................................26 3.5 Systemische Gruppenregeln.........................................27 3.6 Gruppenspezifische Regeln.........................................30 3.7 Gruppendynamik..................................................31 3.8 Konformität kontra Individualität....................................34 4 Der Trainer als Führungsperson...................................37 4.1 Grundregeln der Führung...........................................37 4.2 Führungsstile......................................................38 4.3 Führung braucht Vertrauen.........................................41 4.4 Weitere Anforderungen an eine gelungene Führung...................44 5 Gehirngerechtes Coaching.......................................47 5.1 Wahrnehmung als Vereinfachung der Welt...........................47 5.2 Der Einfluss von Stress auf die Wahrnehmung.........................49 5.3 Das Bahnungsmodell des Gehirns...................................50 5.4 Die beiden Gehirnhälften...........................................53 6 Das Sechs-Säulen-Modell eines effektiven Coachings...............55 6.1 Beziehung........................................................56 5
Teamcoaching 6.2 Inhalt..........................................................57 6.3 Struktur..........................................................58 6.4 Sprache..........................................................59 6.5 Zeit..........................................................61 6.6 Emotionen........................................................62 7 Wohin wollen Sie gehen? Die Wirkung von Zielen.................65 7.1 Angst vor der Niederlage als Hemmfaktor............................65 7.2 Das passende Ziel finden...........................................67 7.3 Der Umgang mit Zielen.............................................70 7.4 Ziele bei Jugendmannschaften......................................75 II Praktische Anregungen zum erfolgreichen Teamcoaching......77 8 Lebendiges Coaching statt Kochbuchmentalität Einführung in die praktischen Anregungen für den Traineralltag.....78 9 Psychologische Potenziale der Saisonvorbereitung.................79 9.1 Das gemeinsame Saisonziel.........................................80 9.2 Gemeinsame Normen und Regeln...................................84 9.3 Die Teamentwicklung..............................................85 9.4 Die tragfähige Führungsstruktur.....................................86 10 Der Weg zum Team Möglichkeiten der Mannschaftsbildung........94 10.1 Konkrete Maßnahmen der Teambildung..............................94 10.2 Teambildung durch gemeinsame Aufgaben und Gegner................97 10.3 Die Integration neuer Spieler......................................100 10.4 Teamkiller.......................................................103 11 Die Gestaltung der Teambesprechung............................106 11.1 Grundlegende Überlegungen......................................106 11.2 Besprechungen während der Woche................................108 11.3 Die Spielbesprechung.............................................109 11.4 Die Halbzeitbesprechung..........................................112 11.5 Die Besprechung unmittelbar nach dem Spiel........................116 12 Das Coaching am Spielfeldrand.................................118 12.1 Die Grenzen Ihrer Einflussmöglichkeiten............................118 12.2 Die Aufgaben des spielbegleitenden Coachings......................118 6
Inhalt 13 Die Nominierungssituation.....................................125 13.1 Mut zur Entscheidung und ihren Folgen.............................126 13.2 Welche Entscheidung ist richtig?...................................128 13.3 Der richtige Zeitpunkt, die beste Weise..............................129 13.4 Die Einbindung der Nichtnominierten...............................132 14 Der Sieg Davids wie Sie als Außenseiter gewinnen können........133 14.1 Die Geschichte von David und Goliath..............................133 14.2 Keine Angst vor großen Namen....................................134 14.3 Vertrauen in den eigenen Sieg.....................................136 14.4 Aus der eigenen Stärke handeln....................................136 14.5 Entschlossenes und überraschendes Handeln........................136 14.6 Auf den Todesstoß vorbereitet sein.................................137 15 Wie Goliath gewonnen hätte vom Umgang mit der Favoritenrolle...139 15.1 Das Handicap des Favoriten.......................................139 15.2 Handlungsmöglichkeiten..........................................140 16 Wie man einen Angstgegner bezwingt...........................144 16.1 Merkmale eines Angstgegners und wie ich ihnen begegne............144 16.2 Allgemeine Überlegungen zur Angst im Sport........................148 17 Vor dem entscheidenden Spiel...................................151 17.1 Keine Angst vor der Niederlage....................................151 17.2 Die richtige Anspannung..........................................153 17.3 Ein Finale ist etwas Besonderes....................................154 17.4 Die Abschlussbesprechung........................................154 17.5 Selbst gewinnen statt rechnen.....................................157 18 Die Bewältigung von Krisen und Konflikten.......................159 18.1 Die Krise als Chance..............................................159 18.2 Grundlegende Gefühle und ihre Wirkung............................160 18.3 Sportliche Krisen die Verarbeitung von Niederlagen.................163 18.4 Das Selbstvertrauen wiederfinden..................................165 18.5 Heim- und Auswärtsschwäche.....................................168 18.6 Verletzungspech..................................................170 18.7 Möglichkeiten der Konfliktlösung...................................171 18.8 Die große Aussprache im ganzen Team.............................174 7
Teamcoaching 19 Der schwierige Spieler..........................................177 19.1 Eigene empfindliche Punkte.......................................177 19.2 Problematische Verhaltensweisen von Athleten......................178 19.3 Ein allgemeiner Lösungsansatz.....................................185 19.4 Das Kritikgespräch................................................185 19.5 Der Starspieler...................................................187 20 Nach dem Erfolg...............................................190 20.1 Die Anstrengung verstärken.......................................190 20.2 Die Folgen zu frühen Jubels........................................191 20.3 Der Erfolgsweg nach Pat Riley (1993)...............................192 21 Besonderheiten im Coaching von Frauenmannschaften............196 22 Besonderheiten im Coaching von Kinder- und Jugendmannschaften..199 22.1 Kindheit und Pubertät als Entwicklungsprozess......................199 22.2 Besonderheiten der Motivation.....................................200 22.3 Besonderheiten im Umgang mit Kindern............................201 22.4 Besonderheiten im Umgang mit Jugendlichen.......................202 23 Abschließende Betrachtungen zum Einsatz psychologisch orientierter Maßnahmen im Mannschaftssport....................205 Anhang......................................................207 Literatur......................................................207 Bildnachweis..................................................208 8
Vorwort Vorwort Unterhaching ist überall Zugegeben, das Leben eines Fußballprofis unterscheidet sich grundlegend von dem eines Kreisligakickers. Und ein Bundestrainer muss ganz andere Dinge leisten, als die Trainerin eines Basketballoberligisten. Aber bei allen Unterschieden, die zu Grunde liegenden psychischen Mechanismen gelten für alle Spielniveaus in gleicher Weise. Die bittere Leverkusener Niederlage in Unterhaching ist noch allen Deutschen bekannt. Aber dass sich am gleichen Wochenende in der Kreisliga A des Fußballkreises Rhein-Berg ein vergleichbares Drama abspielte, wer weiß das schon? Als Tabellenführer empfing der TuS Immekeppel die schon als Absteiger feststehende zweite Mannschaft des SV Refrath. Eigentlich eine klare Sache, zumal schon ein Punkt zum großen Ziel genügt hätte. Doch es kam ganz anders. Der Außenseiter gewann und Immekeppel stürzte ins Tal der Tränen. Sie sehen also, Unterhaching ist überall. Was für Nationalspieler gilt, gilt auch für Freizeitsportler. Mannschaften funktionieren immer auf die gleiche Weise, Trainer führen ihre Mannschaften immer dank derselben Methoden und sie machen auch auf allen Ebenen die gleichen Fehler. Dieses Buch ist deshalb für alle Trainer geschrieben, ob sie in der Bundesliga oder in der Landesliga arbeiten, ob sie schon 20 Jahre im Geschäft sind oder gerade ihre ersten Sporen verdienen. Ich möchte ganz bewusst eine Lücke schließen, die ich schon seit vielen Jahren beobachtet habe. Sportpsychologische Literatur wird noch immer vorwiegend für die Fachleute geschrieben. Konkrete Ratgeber hingegen existieren kaum. Für diesen Missstand gibt es natürlich gute Gründe. Zum einen ist die Sportpsychologie eine junge Wissenschaft, sodass sie sich noch in der Entwicklung befindet. Zum Zweiten besteht die Gefahr, dass ein solcher Ratgeber als Kochbuch verstanden wird, frei nach dem Motto: Sie brauchen nur folgende Zutaten zu nehmen, dann kommt am Ende der sichere Erfolg heraus. Das funktioniert natürlich nicht! Dazu sind die Menschen viel zu komplex. Und wenn mehrere Menschen zusammenkommen, wird es noch einmal vielfältiger. Aber mit dem richtigen Verständnis hat ein solches Buch einen hohen Wert. Nehmen Sie mein Buch als Angebot. Sie können keine Patentrezepte finden, aber es enthält hilfreiche und konkrete Anregungen. Und es kann Ihnen helfen, ein 9